Kunden em pfehlungen
Rezensionen von KimVi:
Humorvolle Geschichte für Zwischendurch
Bea und Irene sind gerade aus dem Knast entlassen. Nun stellt sich die Frage, wie beide ihren Lebensunterhalt verdienen sollen. Irene war vor ihrem Knastaufenthalt im KaDeWe angestellt und hat dort äußerst erfolgreich Dessous an den Mann, bzw. die Frau, gebracht. Nachdem sie aber ihren Ehemann im Rückwärtsgang mit dem Auto erledigt und dafür gesessen hat, ist an eine Rückkehr in das Berliner Kaufhaus sicher nicht zu denken.
Deshalb kommt den beiden Frauen die Idee, Irenes Talent, im Umgang mit Fahrzeugen, dafür zu nutzen, anderen Frauen zu helfen. Kleinere oder größere Unfälle, die dafür sorgen, lästige Konkurrenten, unerträgliche Chefs oder verhasste Ehemänner aus dem Weg zu räumen, bzw. ihnen so einen Denkzettel zu verpassen, bilden das Angebot der Ich-AG, die Bea und Irene gründen. Zunächst läuft auch alles nach Plan, doch dann geraten die beiden ins Visier der Konkurrenz-Agentur "Revanche".....
Der Einstieg in diesen skurrilen Roman gelingt mühelos. Denn es macht einfach Spaß, die beiden Heldinnen beim Aufbau ihrer neuen Existenz zu beobachten. Auch wenn man es kaum glauben mag, wird schnell klar, dass die beiden Prinzipien haben. Das Geschäft läuft zunächst gut, sodass man sich entspannt zurücklehnen und den schwarzen Humor genießen kann.
Der Schreibstil ist kurz und knackig. Die Geschichte wird temporeich erzählt und da die beiden Heldinnen keine Heiligen sind, stört man sich auch nicht an der teilweise etwas derberen Wortwahl. Im Gegenteil, denn dadurch wirkt das Ganze noch authentischer. In dieser Erzählung trifft man auf ganz unterschiedliche Charaktere, die für Abwechslung sorgen. Zum Ende hin überschlagen sich die Ereignisse, denn es hat den Anschein, dass Bea und Irene auf ihrer Meisterinnen treffen. Doch mit Dirty-Irene aus Lankwitz sollte man sich lieber nicht anlegen.
Ich habe mich beim Lesen recht gut unterhalten. Der Anfang hat mir besonders gut gefallen. Denn die Geschichte startet sehr humorvoll und deshalb habe ich mich oft dabei erwischt, dass ich spontan grinsen musste. Allerdings muss ich zugeben, dass es auch Szenen gab, bei denen ich mich ein wenig gelangweilt und auf mehr Humor gehofft habe. Das große Finale wirkte auf mich leider auch ein wenig zu gehetzt. Da hatte ich eigentlich mehr erwartet. Der Schreibstil gefiel mir allerdings sehr gut. Denn er passte sehr gut zur skurrilen Geschichte und den beiden Hauptprotagonistinnen. Als humorvolle Lektüre für Zwischendurch ist dieses Buch auf jeden Fall geeignet, da man gut unterhalten wird uns so manches Mal unverhofft schmunzeln muss.
Rezensionen von Caroline :
Skurrile 88jährige erzählt ihre Geschichte
Fräulein Hedy träumt vom Fliegen von Izquierdo Andreas
Dame in den besten Jahren sucht Kavalier, der sie zum Nacktbadestrand fährt. Entgeltung garantiert.
Die schlüpfrigen, eindeutigen Antworten würdigt Fräulein Hedy keines Blickes oder Kommentars, denn eigentlich hat sie bereits eine Entscheidung gefällt. Ihr Physiotherapeut Jan soll ihr Chauffeur werden und sie zum Strand begleiten.
Sie rechnet jedoch gar nicht damit, dass Jan gar keinen Führerschein besitzt. Auf Grund seiner Legasthenie konnte er keinen Führerscheinkurs belegen.
Fräulein Hedy denkt nicht daran aufzugeben. Sie bietet Jan ein Stipendium in ihrer Stiftung für begabte Kinder an. Sie finanziert einen Lese- und Schreibkurs für Jan und treibt ihn in privaten Übungsstunden zur Verzweiflung.
Zwischen all den Übungen und den Therapiestunden erzählt Fräulein Hedy ihre Geschichte, die mit der wundervollen Liebe zwischen ihren Eltern beginnt in Berlin der 20er Jahre beginnt und dem Schicksal der Familie von Pyritz im Weltkrieg folgt. Die Nachkriegsjahre sind voller Mühe aber schließlich erkennt Hedy ihren Weg.
Wie hat es mir gefallen?
Vielen Dank an Lovelybooks und den Verlag für das Leseexemplar. Ich bin zufällig über dieses Buch gestolpert, denn von Andreas Izquierdo habe ich bereits „Club der Traumtänzer“ bei mir und ich hatte irgendwie ein gutes Gefühl beim Klappentext zu „Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“.
TIMBUKTU
Hat für Fräulein Hedy eine ganz besondere Bedeutung. Ein Schlachtruf, den sie mitten in der Nacht von ihrem Balkon über den Ort laut hinausschreit. Dieser Moment erscheint als Startschuss für einen neuen Abschnitt im Leben der 88jährigen. Ein Weckruf, dem eine einzigartige Anzeige in der Zeitung folgt. Fräulein Hedy von Pyritz leitet eine Stiftung für hochbegabte Kinder. Ihr Ruf eilt ihr voraus und kaum einer widerspricht ihr. Ihre Entscheidungen werden nicht in Frage gestellt, aber die Fassade bröckelt.
Jan - ihr Physiotherapeut, erweckt eine neue Seite in Hedy. Sie möchte das Beste aus dem jungen Mann herauslocken. Trotz seiner Legasthenie hat er die schwere Prüfung zum Therapeuten geschafft. Jan stellt eine richtige Herausforderung dar, denn sein Selbstbewusstsein muss erst aufgebaut werden und dies ist gar nicht so einfach, denn seine Kindheit hat ihn sehr geprägt.
Die Geschichte rund um Hedy und Jan wird durch emotionale Rückblicke ergänzt. Der Autor lässt uns einen Blick ins Berlin der 20er Jahre werfen. Eine Stadt, die ihrem Ruf gerecht wurde und die Menschen nach dem 1. Weltkrieg eine neue Freiheit schenkte.
Der Ausbruch des 2. Weltkriegs bringt auch Hedys Welt komplett ins Wanken. Ihr Heimatort verändert sich unter dem Einfluss der Nazis, denn außergewöhnliche Menschen sind nicht sehr erwünscht und Widerspruch gegen die Parteimeinung ist natürlich auch nicht erwünscht.
Deutschlands Aufschwung in den 50er Jahren erlebt Hedy hautnah mit. Diese Zeit wird wegweisend für ihr Leben und ihre Stiftung.
Doch damit ist noch alles nicht erwähnt, jedoch möchte ich niemanden zu viel verraten, denn das Buch wartet mit einer rundherum gelungenen Story auf, die emotional und mit viel Gefühl erzählt wird.
Sehr bildlich entführte mich Andreas Izquierdo in die Vergangenheit, lässt Menschen entstehen, mit denen ich gelacht und gelitten habe. Manches Schicksal hat mich zum Taschentuch greifen lassen oder auch mal wütend aufstampfen.
„Fräulein Hedy träumt vom Fliegen“ punktet mit einer skurrilen weiblichen Hauptfigur, die der Leser ganz genau kennenlernen darf. Ihr fortgeschrittenes Alter erlaubt ihr allerlei Schrullen, die sie extra sympathisch machen. Ihre Hartnäckigkeit, Jan zu unterrichten, scheint manches Mal hartherzig zu sein, aber Jan dankt es ihr mit einer phänomenalen Entwicklung, die seines gleichen sucht.
Absolute Leseempfehlung von meiner Seite.
www.mariessalondulivre.at
Rezensionen von Nepomurks:
Sehr informativ und interessant!
Augen-Yoga von Kazuhiro Nakagawa
Dr. Kazuhiro Nakagawa hat die nach ihr benannte Nakagawa-Methode für ein Leben ohne Brille entwickelt und nun im Buch „Augen Yoga“ ihre Ansätze, Theorien und Übungen zusammengefasst. Ich fand die Inhalte eigentlich durchweg sehr interessant, auch wenn man die tatsächliche Wirkung der praktischen Übungseinheiten wohl zunächst einmal nicht abschätzen kann.
Dr. Kazuhiro gibt hier zudem aber auch einen guten und breit gefassten Überblick über die wissenschaftlichen und allgemein theoretischen Bereiche, so dass man neben den praktischen Inhalten definitiv viele Informationen aus dem Buch ziehen kann. Es geht durchweg um die Gründe von nachlassender oder sich verschlechternder Sehkraft, bzw. deren Wiederherstellung. Auch die Zusammenhänge zwischen Sehkraft und Hirnleistung werden tiefer gehend behandelt. Außerdem wird noch ein Blick auf diverse Augenerkrankungen und deren Auswirkungen geworfen.
Der Schreibstil ist dabei recht eingängig und absolut gut verständlich. Es gibt grafische Anleitungen und Darstellungen, die meiner Meinung nach ziemlich eindeutig und gut umsetzbar sind. Mir persönlich waren dagegen die schematischen oder tabellarischen Ausführungen fast ein wenig zu viel, auch wenn sie inhaltlich teils sehr aussagekräftig und sicherlich auch wichtig sind.
Ich fand das Buch im Gesamten jedenfalls sehr interessant und informativ. Die Übungen werde ich erst einmal fortsetzen und abwarten, was es denn dann wirklich bringt. Ich bin gespannt! Das Buch ist aber auf jeden Fall schon einmal lesenswert. Deshalb Daumen hoch und 5 Sterne.
Rezensionen von PFIFF:
Frauenschicksal während der Revolution in Angola
Eine allgemeine Theorie des Vergessens von José Eduardo Agualusa
Ludovica, allein geblieben in Angola in Luanda, Schwester von Odete, die Orlando geheiratet hat, mauert sich in ihrer Wohnung ein, um sich von der Außenwelt abzuschirmen.
Sie hat Angst, weiß nicht, was mit ihrer Schwester und ihrem Schwager geschehen ist. Beide hatten sich liebevoll um Ludo gekümmert, wollten aber fort, zwar mit Ludo, aber etwas Unvorhergesehenes dürfte passiert sein.
Ludo kommt ganz gut zurecht. Sie züchtet Hühner auf ihrer Dachterrasse, auf der sie einen Einbrecher begraben hat. Sie zieht Gemüse und ernährt sich von Tauben. Sie schreibt mit Kohle eine Art Tagebuch an die Wände.
Nach 30 Jahren gelangt ein Junge über ein Baugerüst von außen in die Wohnung und freundet sich mit Ludo an. Das Haus soll renoviert werden.
Langsam kommt die ganze Geschichte um Ludos Schicksal ans Tageslicht, die Gründe ihrer Menschenscheuheit, die Ursache des Verschwindens ihrer Schwester und ein Geheimnis wird gelüftet, das Ludos Leben zum Positiven wendet.
Entzückend und einfühlsam geschrieben mit Eindrücken aus der Zeit der angolanischen Revolution.
Rezensionen von PFIFF:
Familientragödie
Sommerkind von Held Monika
Sommerkind ist die Bezeichnung für ein in warmem Wasser ertrunkenes Kind, das im Gegensatz zu Winterkindern weniger Überlebenschancen hat, weil der Sauerstoffmangel bei Unterkühlung nicht so schnell Schäden verursacht.
Koljas Schwester Malu, eine gute Schwimmerin, ertrinkt in einem Swimmingpool ganz in der Nähe ihres Bruders.
Ein anderes Mädchen kann sie zwar retten, aber Malu fällt in ein Wachkoma und ihre Mutter gibt Kolja sie Schuld daran.
Der Vater hält die Familiensituation nicht aus und gründet eine neue Familie.
Kolja wird dazu verdonnert, zwei Mal die Woche seine Schwester im Krankenhaus zu besuchen, was eine unglaubliche Strafe für den 15-jährigen ist. Doch er lernt andere Kinder und Eltern kennen, mit denen er sich gut versteht und die ihm helfen, sein Trauma ein wenig zu bewältigen.
Ein schreckliches Thema, gut geschildert, doch bedrückend und nichts für eine unbeschwerte Urlaubslektüre.
Rezensionen von begine:
Nette Love Story
The Bartender von Piper Rayne
The Bartender, wurde von zwei Bestseller Autorinnen aus den USA unter dem Pseudonym Piper Rayne geschrieben. Bis jetzt habe ich noch nichts von ihnen gelesen.
Der Roman liest sich locker und lustig. Eine witzige Liebesgeschichte mit einigen Missverständnissen und Peinlichkeiten.
Whitney erzählt diese Geschichte aus ihrer Perspektive.
Nachdem sie ihren Job verloren hat, zieht sie zu ihren Großeltern. Dann kommt noch ein missglückter One Night Stand. Ihre Dialoge mit ihren Freundinnen finde ich etwas gediegen.
Ich fühle mich als Zuschauerin bei Whitneys Aktionen. So sehe ich gerade die Szene im Nobelrestaurant, als sie mein Tischtuch mit den Speisen vom Tisch zieht.
Dieser Roman ist eine Lektüre für Zwischendurch, zum sich entspannen. Ich musste öfter mal grinsen beim Lesen. Eine nette erotische Lovestory.
Rezensionen von KimVi:
Spannender Serienauftakt
Schlüssel 17 von Raabe Marc
Im Berliner Dom wird die grausam zugerichtete Leiche der Dompfarrerin gefunden. Sie hängt in der Kuppel und trägt einen Schlüssel um den Hals, in dem die Zahl 17 eingraviert ist. Tom Babylon vom LKA trifft als einer der ersten Ermittler vor Ort ein. Er glaubt seinen Augen nicht zu trauen, als er den Schlüssel entdeckt.
Denn mit so einem Schlüssel verschwand vor vielen Jahren seine kleine Schwester Viola und wurde nie mehr gesehen. Tom Babylon will diesen Fall um jeden Preis. Doch ein unliebsamer Kollege leitet die Ermittlungen und Tom bekommt die Psychologin Sita Johanns an die Seite gestellt, die ihn, und seine Ermittlungen, genau im Auge behalten soll. Schon bald überschlagen sich die Ereignisse, denn der Täter schlägt erneut zu und es hat den Anschein, dass er auf einem Rachefeldzug ist.....
"Schlüssel 17" ist der Auftaktband zu einer neuen Reihe um den Ermittler Tom Babylon. Ohne langatmiges Vorgeplänkel befindet man sich, durch einen spannenden Prolog, sofort mitten im Geschehen. Das Interesse wird dadurch sofort geweckt, sodass man bereits früh in den Sog der Handlung gerät.
Erzählt wird in zwei Zeitebenen. Im Zentrum der Handlung stehen natürlich die aktuellen Ermittlungen in der Gegenwart. Doch es gibt auch immer wieder Rückblicke in Tom Babylons Vergangenheit, sodass sich diese beiden Handlungsstränge nach und nach miteinander verknüpfen. Beide Stränge sind durchgehend interessant. Dem Autor gelingt es hervorragend, immer nur ein wenig preis zu geben, sodass man fast bis zum Schluss im Dunkeln tappt und bei den eigenen Ermittlungen, die man beim Lesen anstellt, oft neu ansetzen und die erhaltenen Informationen nochmals sortieren muss. Wer hier zu den Guten oder den Bösen gehört, ist nämlich gar nicht so leicht zu durchschauen. Beim Lesen ist man deshalb hin- und hergerissen und weiß nicht, was man glauben soll. Da man dem Ganzen aber auf den Grund gehen möchte, macht das den besonderen Reiz dieses Thrillers aus. Man klebt förmlich an den Seiten und mag das Buch nicht mehr aus der Hand legen.
Die Charaktere sind vielschichtig und interessant. Besonders Tom Babylon und die Psychologin Sita Johanns wirken sehr sympathisch. Man kann sich gut mit den beiden identifizieren und verfolgt deshalb gespannt die Jagd nach dem Killer. Der Schreibstil ist außerdem sehr flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und deshalb problemlos in das spannende Geschehen eintauchen. Hochspannung und Nervenkitzel sind bei diesem Thriller garantiert. Das Ende überzeugt mit einem rasanten Showdown und lässt auf ein baldiges Wiedersehen mit dem sympathischen Tom Babylon hoffen.
Thriller sind ja meine absoluten Favoriten. Bei diesem Exemplar habe ich mich besonders gut und spannend unterhalten gefühlt. Denn, einmal angefangen, geriet ich förmlich in den Sog der Handlung und mochte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Spannung und Nervenkitzel waren für mich allgegenwärtig, sodass ich den Thriller beinahe in einem Rutsch durchgelesen habe. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb alle fünf Sternchen und eine ganz klare Leseempfehlung.
Rezensionen von yellowdog:
Psychogramm einer Weltmacht
Die Chinesen Psychogramm einer Weltmacht. Gebunden. von Baron Stefan; Yin-Baron Guangyan
Die Chinesen ist ein interessantes Sachbuch, dass einen ganzheitlichen Ansatz besitzt. Somit werden die unterschiedlichsten Themen über die Chinesen und ihre Eigenschaften und Verhaltensweisen in verschiedenen Bereichen des Lebens gezeigt.
Mich persönlich interessierte erst einmal der wirtschaftliche Aspekt am meisten und da der Journalist Stefan Baron Spezialist gerade im Bereich Wirtschaft ist, gibt es einiges Substantielles darüber zu lesen.
Neben Fakten, die dem Leser bekannt sein dürften oder wo sich der Effekt des erwartendes und bestätigenden ergibt, sind auch einige Überraschungen dabei.
Zweifellos werden einige Bereiche der Thematik durch Stefan Barons Co-Autorin und Ehefrau Guangyan Yin-Baron bereichert.
Das Lesen reflektiert eigene Erfahrungen, die sicher manche Leser mit Chinesen als Kunden, Lieferanten oder Kollegen haben. Im privaten Leben wird es schon etwas seltener.
Das Buch wirkt dadurch erhellend, dass einem klar wird, das man nur Teilaspekte der Chinesen erkennt, es einen kulturellen, sozialen Background gibt, der einem ohne entsprechende Erfahrungen fremd bleibt. Einige Klischees lassen sich besser einordnen, wenn man die Hintergründe kennt, die jeweils dazu führen können.
Manche Passagen sind auch langweilig, aber das betrifft hauptsächlichen Abschnitte mit Themen, die mich weniger beschäftigen.
Die gefühlte Fremdheit kann einem das Buch aber auch nicht nehmen. Trotz Sympathien für China glaube ich nicht, das ich hinreisen könnte, ohne mich verloren zu fühlen.
Das Buch bleibt durchgehend und zu vielen Themen gut verständlich und schafft den Spagat zwischen kulturwissenschaftlichen und unterhaltenden Text.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Männer sind auch nur Menschen
Die Herzen der Männer von Nickolas Butler
2013 hat Nickolas Butler mit seinem ersten Roman „Shotgun Lovesongs“ einen unerwarteten Bestseller gelandet. Nun folgt sein zweiter Roman, der von Dorothee Merkel ins Deutsche übersetzt wurde: „Die Herzen der Männer“
Zentraler Ort der Handlung ist das Pfadfindercamp Chippewa in Wisconsin.
Über 57 Jahre lang begleitet der Leser Nelson und seine Freunde.
Wir beginnen im Jahre 1962: Nelson ist gerade mal 13 Jahre alt, Außenseiter und Opfer zahlreicher Quälereien. Aber neben den Demütigungen erlebt er auch wahre Schönheit und sogar so etwas wie Freundschaft. Das Camp und die Ideale der Pfadfindergemeinschaft werden ihn ein Leben lang begleiten und prägen.
Dann der Sommer 1996 – Nelson hat bereits einen Krieg überlebt, ist mittlerweile Leiter des Camps Chippewa geworden. Für Trevor, Sohn seines Freundes Jonathan, ist er Vorbild und väterlicher Freund – und das sogar in einem Stripclub! Zahlreiche Rückblenden erlauben dem Leser ein besseres Verständnis für die Entwicklung die Nelson und seine Freunde erlebten.
Am Ende dann 2019: die nahe Zukunft. Thomas (Trevors Sohn) und seine Mutter Rachel sind im Camp und werden mit Sexismus, Machos und perfider Gewalt konfrontiert.
Butler erzählt uns nicht nur die Geschichte von einzelnen Männern – er erzählt von zahlreichen gesellschaftlichen Veränderungen, die im Laufe von Jahrzehnten Traditionen und Normen in Frage stellen, das gesellschaftliche Miteinander verändern und somit für jeden einzelnen zur Herausforderung werden. Er erzählt von Männern und Machos, von Loyalität und Idealen, Vorbildern und Freundschaft aber auch von Kriegen, Wünschen, Illusionen und zerstörten Träumen, von gebrochenen Herzen eben. Er beschränkt sich nicht auf Stereotypien oder Klischees, sondern zeichnet ein vielschichtiges, feinfühliges Bild von Männern. Manchmal zum Lachen, manchmal fürchterlich traurig! Männer sind halt auch nur Menschen!
Sein Schreibstil zeichnet sich durch ruhige Lebendigkeit und Klarheit aus. Er schafft es, mit wenigen Worten den Leser zu fesseln und in sein Universum zu ziehen. Die Hauptpersonen werden liebevoll und trotzdem komplex charakterisiert. Vielleicht ist es gerade die psychologisch sensible Schilderung der menschlichen Ambivalenz, die diese Geschichte so berührend werden lässt.
Fazit: Große Erzählkunst, mit vielen philosophischen Denkanstößen! Lesenswert!
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein grausiger Fund in der Heide
Mordheide von Kathrin Hanke; Claudia Kröger
Oh nein, wie kann ein Krimi so enden. Aber genau so stachelt man die Lust auf den nächsten Fall von Katharina von Hagemann und Benjamin Rehder an.
Aber nun der Reihe nach:
Leon Guntram, der 10-jährige Pflegesohn der Architektin Anja Buse wird vermisst und am nächsten Tag tot im Wald in einer Futterkrippe aufgefunden.
Leon ist geschminkt und hat einen Blütenkranz im Haar. Die Suche nach dem Täter beginnt, erste Verdächtige werden ermittelt. Doch ein evtl. Täter mit einem Motiv ohne Alibi ist nicht dabei. Viele lose Fäden, die sich nicht verbinden lassen, keine konkreten Spuren. Bis endlich, als die Nerven schon blank liegen, Kommissar Zufall zuhilfe kommt.
Ich kenne die Kommissare und ihr Team ja nun schon eine ganze Weile und freue mich immer wieder, wenn ich mal wieder auf Spurensuche in Lüneburg vorbei schauen kann. Was mir an Hagemann und Co. besonders gut gefällt ist, dass sie so "normal" sind. Zwar mit Ecken und Kanten, der ein oder andere ein kleiner Freak in seinem Fach, einfach menschlich und liebenswert. Bei ihnen finde ich keine Alkoholsucht oder vermüllte Wohnungen, keine sexistischen Ausfallerscheiningen oder Depressionen. Ich kann mir bei jedem Einzelnen gut vorstellen mit ihr oder ihm befreundet zu sein. Und das gefällt meiner Krimiseele sehr gut.
Von Dienstag, dem 08.08. - Mittwoch 16.08.2017 bin ich mit den Kommissaren Rehder, von Hagemann und Schneider und der Kollegin Vivien Rimkus vom Dezernat für Sexualdelikte im Einsatz und suche den Mann, der dem Leben des kleinen Leon ein Ende gesetzt hat. Besonders Tobias Schneider, der bei diesem Fall immer wieder an seine kleine Tochter Mia denken muss, kommt an seine Grenzen. Aber auch die anderen Beteiligten nimmt dieser Fall von Kindestötung sehr mit.
Ab und zu meine ich, den Kommissaren sogar einen Schritt voraus zu sein, denn ich sehe immer mal wieder in die Gedanken des Mörders. Was mich dann aber auch nicht weiter bringt, sondern nur ein sehr gekonnter Schachzug zu meiner Verunsicherung des Autorenduos Hanke/Kröger ist. Denn ich habe mal den einen, mal einen anderen Täter im Visier, den ich dann aber mangels Beweisen wieder ziehen lassen muss. Ich kann mir die schadenfrohen Gesichter der Autorinnen richtig vorstellen, wenn sie mich wieder auf´s Glatteis gelockt haben. An eine solche Auflösung, wie sie sich dann ergibt, habe ich nicht gedacht.
Vor jedem Kapitel werden Kinderverse zitiert, deren Inhalte sehr gut zu diesem Kriminalfall passen. Finde ich persönlich sehr schön und stimmig.
Einen ganz kleinen Minuspunkt gibt es hier aber doch. In diesem Fall steht mir das Private teilweise zu weit im Vordergrund. Wobei ich den Zusammenhang zwischen dem Fall und Tobias noch sehr gut verstehen kann. Bei Katharina hat es mich hier an manchen Stellen etwas gestört. Aber das hat mir schlussendlich die Freude am Lesen nicht verleiden können.
Dieser Fall hat mich mitgenommen, ist mir unter die Haut gegangen und ich war froh, als der Täter gefasst war. Wieder eine spannende, sehr tiefgründige und abwechslungsreiche Lektüre mit interessanten Charaktären, die mir unterhaltsame Stunden geschenkt hat.










