Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Vicky:
Erst der Instinkt, dann die Beweise
Deine letzte Lüge von Mackintosh Clare
'Deine letzte Lüge' ist ein Psychothriller der Autorin Clare Mackintosh. Wobei ich das Buch eher 'nur' als Thriller einordnen würde statt als Psychothriller, im ersten Drittel sogar esoterisch angehaucht.
Das Cover gefällt mir, es ist gut und auch passen gewählt. Das Bild, der Rahmen und die Schrift sind gut aufeinander abgestimmt.
Unter 'Über das Buch' kann man sich bereits einen kurzen Vorgeschmack auf den Thriller rund um die Hauptfigur Anna holen, Die Geschichte selbst gliedert sich auf drei Teile auf und umfasst insgesamt Zweiundsiebzig Kapitel.
Das Zitat am Anfang des Buches ist absolut passend gewählt, es beschreibt die Idee hinter dem Thriller perfekt. Ich erwähne es hier kurz »Drei Menschen können ein Geheimnis wahren, wenn zwei von ihnen tot sind.« Jeden den das hier anspricht sollt sofort zugreifen und sich das Buch zulegen - ich verspreche, ihr werdet es nicht bereuen!
Ich fand Kapitel eins war ein interessanter Einstieg. Und es geht spannend weiter. Die Hauptfigur Anna entwickelt sich im Verlauf der Geschichte weiter, das ist gut zu erkennen. Auch die anderen Figuren fand ich gut gelungen und sehr vielschichtig. Die Kapitel handeln von unterschiedlichen Personen und sind auch aus verschiedenen Sichten geschrieben.
Fazit: Empfehlenswert. Jedes Mal wenn man denkt jetzt kennt man sich aus und weiß alles wird man wieder überrascht und es ändert sich alles!
Rezensionen von Caroline :
Leidenschaftlicher Einblick in den Rugbysport
Invincible - Ich geb dich niemals auf von Stuart Reardon; Jane Harvey-Berrick
Kurz vor seinem Wechsel zu einem erstklassigen Rugby Team verletzt sich Nick Renshaw schwer. Um seine Karriere zu retten, muss er eine aufwendige und teure Operation hinter sich bringen. Sein Reha-Programm verläuft zwar recht erfolgreich, aber sein neuer Club ist nicht zu 100 Prozent zufrieden. Um alle Möglichkeiten auszuschöpfen, stellen sie ihm eine Sportpsychologin zur Seite, um seine Ängste in positive Energien zu verwandeln.
Anna Scott liebt ihre Arbeit. Ihre Praxis spezialisiert sich auf aktive Sportler. Sie ist stolz auf ihre Professionalität. Sie trennt strikt zwischen Arbeit und Privatleben. Als Nick jedoch über die Schweller ihrer Praxis tritt, erkennt sie sofort, dass er ihr gefährlich werden kann. Sie versucht das ständige Kribbeln zu ignorieren. Es ist ihr wichtig ihm zu helfen, seine gesamtes Potential auszuschöpfen, um wieder an die Spitze anzuschließen.
Wie hat es mir gefallen?
Vielen Dank an die Lesejury, die eine Leserunde durchgeführt hat und dabei ich habe das Buch gewonnen.
Mal ehrlich, wie heiß ist dieses Cover? Das Model ist hier auch gleichzeitig der Autor. Gemeinsam mit Jane Harvey-Berrick hat er diese Geschichte geschrieben, die einen wahren Kern seines persönlichen Schicksals enthält. Stuart Reardon war selbst Rugby-Spieler und hat auch für die englische Nationalteams gespielt und wurde durch eine heftige Verletzung gestoppt.
Daraus ergibt sich einer der absoluten tollen Pluspunkte. Stuart erzählt uns seine Erfahrungen, seine Gefühle, seine Ängste und Hoffnungen. Schon die erste Seite lies mich als Leserin an seinem Verstand zweifeln. Denn er schreibt über die körperlichen Auswirkung dieses Sports. Blaue Flecke gehören da zum Alltag, gebrochene Knochen, diverse Risse, die genäht werden müssen - da die Spieler keine Schutzkleidung tragen - im Gegensatz zum American Football.
Manchmal sind wir als Leser hautnah am Spielfeld dabei. So nah, dass mir auch eine Gänsehaut über den Rücken lief. Da ich heuer meinen Urlaub in Südengland verbringen werde, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, ein Rugbyspiel live zu erleben.
Neben dem Sport spielt auch die Liebe eine große Rolle. Auch Anna brennt für ihren Beruf. Sie hat ein Händchen für angeschlagene Sportler. Sie versucht auch auf ungewöhnlichen Wegen ihren Patienten zu helfen. Sie steht zu ihren Prinzipien und hält Nick auf Abstand.
Die Handlung ist in manchen Bereichen vorhersehbar. Eine Person ist so eindimensional beschrieben, dass ich des öfteren den Kopf schütteln musste, aber als das tut der Lesefreude keinen Abbruch. Es hat Spaß gemacht, Anna und Nick zu begleiten, wie sie die Probleme in Angriff nehmen.
Im englischen ist bereits der zweite Teil "Model Boyfriend" erschienen. Ich bin gespannt, ob der Verlag diese Geschichte auch übersetzen wird. Ich denke, es würden sich viele darüber freuen.
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Rezensionen von simone.h1:
Hofleben
Unter den Menschen von Mathijs Deen
Wil fängt in ihrem Job in einer Redaktion alle Zuschriften auf ein Insat des einsamen Bauernsohnes Jan ab, mit dem dieser eine Frau kennenlernen will. Nachdem alle Konkurrentinnen somit ausgeschalten sind, schreibt sie ihm selbst und es entwickelt sich ein turbulentes Kennenlernen zwischen den beiden schwierigen Charakteren.
Die Sprache dieses Romans ist für mich etwas ganz besonders. Sie ist nüchtern, klar und fast emotionslos, was meiner Meinung aber perfekt zu dieser skurrilen Erzählung passt. Die Charaktere sind auch ziemlich gewöhnungsbedürftig und seltsam und hat man nicht die typische Sympathie zu den handelnden Personen. Gerade das macht das Buch aber für mich aus.
Die Erzählung selbst ist bei Weitem nicht so seicht wie man vermutet, auch wenn Vieles nur sehr vage angedeutet wird. Das hat mir an sich auch gut gefallen, jedoch hätte ich mir die ein oder andere Erklärung bzw. Information mehr gewünscht.
Rezensionen von Petra Sch.:
Spannend, überraschend, und eine wunderschöne Südtiroler Landschaft
Die Bildermacherin von Christiane Omasreiter; Kathrin Scheck
Kurz zum Inhalt:
Amalia kommt zur Beerdigung ihrer Großmutter nach Südtirol. Auf dem Begräbnis erfährt sie, dass ihre Oma Zille keines natürlichen Todes gestorben ist, sondern erschossen wurde.
War sie ein zufälliges Opfer eines Wilddiebs? Oder hat ihr Tod doch etwas mit ihrer bewegten Vergangenheit zu tun, in die Amalia während ihres Aufenthalts immer tiefer und tiefer eindringt und von dem sie nichts wusste?
Meine Meinung:
Der Schreibstil der beiden Autorinnen ist flüssig und schnell zu lesen, man fliegt nur so durch die Seiten!
Amalia ist, obwohl sie durch ihren Job ein bisschen etepetete ist, sehr sympathisch, und auch ihre Oma Zille hat man nach den Erzählungen sehr ins Herz geschlossen.
Auch die landschaftliche Beschreibung von Südtirol ist sehr anschaulich - am liebsten möchte man sofort dorthin!
Den Autorinnen ist es auch wunderbar gelungen, mich bis kurz vor Schluss im Dunklen tappen zu lassen - mit dem Täter hätte ich zu keiner Zeit gerechnet!
Es werden immer wieder typische Südtiroler Worte und Redewendungen eingestreut, was das Geschehen authentisch wirken lässt, den Lesefluss aber in keiner Weise beeinträchtigt. Zu diesen Ausdrücken, auch über Orte, Berge etc. gibt es am Ende des Buches ein ausführliches Glossar.
Die geschichtliche Vergangenheit von Südtirol aus den 1960er Jahren wird gut erklärend in die Geschichte verwebt und stellt einen wichtigen Bestandteil des Geschehens dar.
Das Cover zeigt zwar die wunderschöne Landschaft Südtirols, mit einem perfekt passenden Wegweiser nach Pfunders, jedoch mit einer düsteren und grauen Wetterlage.
Fazit:
Spannender Krimi mit viel Lokalkolorit; interessante geschichtliche Hintergründe und ein wunderschönes Setting. Ich wurde sehr gut unterhalten und vergebe 5 Sterne!
Rezensionen von BarbaraM:
Ein kinder-ansprechendes, realistisches und schön gestaltetes Wissensbuch mit ganz eigenem Stil
Stell dir vor, du wärst...ein Tier im Wald von Bärbel Oftring
„Stell dir vor, du wärst… ein Tier im Wald“ von Bärbel Oftring ist 2019 im moses Verlag erschienen und umfasst 64 Seiten. Das Buch ist Teil einer Wissensbuchreihe, in der sich auch das Buch „Stell dir vor, du wärst… ein Tier im Garten“ finden lässt.
Das Buch informiert sehr kindgerecht und dennoch umfassend zu 20 verschiedenen Tieren, die ihren Lebensraum im Wald haben.
Die Autorin Bärbel Oftring bedient sich hier eines ganz besonders Kinder ansprechenden Stiles, nämlich dem Rollenspiel. Sie lässt Kinder in die Rolle beispielsweise des Fuches, Feuersalamanders, Eichhörnchens oder auch Hirsches schlüpfen und bringt ihnen in kurzer und leicht verständlicher Sprache viel Wissenswertes zu den jeweiligen Tieren bei. Die Du-Perspektive lässt Kinder ganz leicht in die Rolle der Waldbewohner schlüpfen.
Ein tolles Element in dem Buch ist auch die Mischung von den wunderschönen Zeichnungen der Illustratorin Alexandra Helm und den verwendeten Fotos. Das hat uns hier richtig gut gefallen und das textlich vermittelte Wissen deutlich unterstützt.
Fazit: Hier handelt es sich um ein realistisches und kindgerechtes Wissensbuch, das hoffentlich in viele Büchereien, Kindergärten, Klassen- und Kinderzimmern Einzug finden.
Wir empfehlen es sehr gerne für Kinder ab 5 Jahren weiter.
Rezensionen von Caroline :
Die erste echte Liebe
Stell dir vor, du wärst...ein Tier im Wald von Bärbel Oftring
Wieder eine neue Stadt, wieder neue Nachbarn, wieder eine neue Schule und damit neue Schulkollegen. Elisha ist es gewohnt ständig den Wohnsitz zu ändern. Da ihr Leben komplett durchgetaktet ist, hat sie kaum Zeit Freundschaften zu schließen und somit stellt sie sich der Herausforderung mit stoischem Gleichmut.
Sie rechnet nicht damit, dass sie auf Jennifer trifft, die sie uneigennützig unter ihre Fittiche nimmt und sie in ihren Freundeskreis integriert.
Elisha erfährt auch, dass Jennifers beste Freundin seit einigen Wochen verschwunden ist. Niemand kann sie erklären, was genau passiert ist und sie leidet sehr darunter.
Sobald sie Cade trifft, flattern in ihrem Bauch die Schmetterling wild herum. Da er aber scheinbar eine feste Freundin hat, denkt Elisha gar nicht daran sich ihm zu nähern. Zugleich sucht aber Cade öfter ihre Nähe. Er holt sie von ihrem Nebenjob ab und bringt sie sicher nach Hause. Langsam schleicht er sich in ihr Leben. Beide geben immer mehr aus ihrer Vergangenheit Preis, aber Elisha hat große Probleme ihm richtig zu vertrauen.
Wie hat es mir gefallen?
Gemeinsam mit einer Freundin gab es eine kleine feine Leserunde und die Autorin hat sich uns angeschlossen. Vielen Dank dafür - es ist immer nett genauere Einblicke in die Geschichte zu bekommen.
Die Autorin habe ich recht gut im Blick, da sie nicht weit von mir entfernt wohnt. Ich durfte sie auch schon mal bei einer Lesung hören. Sie ist sehr sympathisch und nett.
Nun aber zum Buch. Ausnahmsweise möchte ich auch einen Blick auf das Cover werfen, das mir gut gefällt. Die düstere Farbwahl ist gelungen, das Paar ist nicht ganz genau zu erkennen und erweckt einen sehr vertrauten Eindruck. Meine Ausgabe habe ich bei Anna direkt bestellt, es ist mit einer lieben Widmung versehen und natürlich auch signiert.
In dieser Geschichte vereint sich eine romantische Liebesgeschichte mit einem Krimi. Elisha und Cade sind als Hauptfiguren sehr gut gelungen. Beide knabbern schwer an den vergangenen Jahren. Erst nach und nach werden die Geheimnisse enthüllt. Dabei gab es die eine oder andere Wendung, die mich ungemein überrascht hat.
Auch der Krimi im Hintergrund hat es in sich. Gruselig und spannend bis zu letzten Seite. Der Spannungsbogen hält sich über das gesamte Buch. Die kleinen Hinweise "nötigen" die Leserin immer weiterzublättern, um herauszufinden, was genau da denn passiert.
Wichtige Themen für Jugendliche werden angesprochen, ohne erhobenen Zeigefinger sondern informierend.
Erwähnen möchte ich noch die wundervollen Nebenfiguren. Typische Teenager manche sympathisch und nett. Manche dagegen zeigen sich von einer unfreundlichen Seite. Die Autorin übertreibt es jedoch nicht und sie beschreibt die Grauzonen menschlicher Vorgangsweisen.
"Never without you Elisha&Cade" ist ein sehr gelungener Jugendroman, den ich auch als der Zielgruppe entwachsene Frau, voll empfehlen kann.
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Rezensionen von Gaby 2707:
Alles nur vom Hörensagen
Venuswalzer von Lotte Minck
Andrea „Ruby“ Rubikon ist genervt. Nicht nur, dass die daheim arbeitende IT-Spezialistin seit Tagen mit dem Lärm der Malerkolonne fertig werden muss, nein, zu allem Überfluss ist da auch einer dabei, der sie auf die schäbigste Weise anmacht und provoziert. Als sie eines morgens die Vorhänge aufzieht und dieser fiese Möpp mit offener Hose auf dem Gerüst steht, dreht Ruby durch.
Ihr „Ich bring dich um“ ist noch nicht richtig verklungen, da stürzt der Maler Kevin Wehling vom Gerüst - und steht Ruby unter Mordverdacht.
Ihr bester Freund Ben, der sich sicher ist, dass Ruby damit nichts zu tun hat, wendet sich sofort an Astrologin Stella Albrecht. Kann sie auch diesmal einen Fall mit Hauptkommissar Arno Tillikowski zusammen lösen?
Astrologin Stella Albrecht, ihre Mutter Felicitas, ihre Oma Maria „Madame Pythia“, Omas Wegbegleiter Otto Korritke, Stellas besten Freund Benjamin Glaeser und HK Arno Tillikowski kenne ich ja schon vom Fall Breidenbach, dem ersten Band um die Astrologin Stella Albrecht. Und ich habe mich sehr gefreut, dass die Menschen, die ich alle schon so fest ins Herz geschlossen habe, auch hier wieder mit von der Partie sind. Dat is wie Freunde besuchen.
Beim Rest von der Mischpoke, den vier Malern und ihr Chef Johannes Braukmann, bin ich froh, dass ich sie nach Erledigung der Fassadenarbeiten nicht wieder lesen muss. Und ich bin froh, dass ich solche Handwerker bisher noch nicht persönlich erleben musste.
Neben dem kriminellen Anteil hat auch diese Geschichte ihre spaßigen Seiten. Dafür sorgt z.B. Oma Maria, die hier ihr schauspielerisches Talent voll an die Männer bringen kann. Ich habe mehr als einmal herzhaft gelacht.
Und Stella und Arno? Die eiern immer noch umeinander herum, finden sich gegenseitig richtig gut, können aber irgendwie nicht zusammen kommen. Da hoffe ich mal auf das nächste Zusammentreffen der Beiden.
Der Lokalkolorit des Ruhrpotts hat mir zu Beginn der Geschichte etwas gefehlt. Aber als Vater Braukmann auftaucht und mehr zu sagen hat, war ich sofort im Pott zuhause. Es darf aber gerne noch eine Schippe mehr sein.
Lotte Minck hat es auch diesmal geschafft, mich gut zu unterhalten. Aber es gibt auch Themen, über die man nachdenken und diskutieren kann: „Leben“ im Wachkoma, Selbstjustiz und Toleranz z.B. gegenüber anders Aussehenden.
Dieser Fall hat bei mir 4,5 von 5 Sternen verdient.
Rezensionen von jiskett:
Anders als erwartet
Herz über Bord- Rudere nie zurück von Nadine Gerber
Es fällt mir sehr schwer, meine Meinung zu "Herz über Bord - Rudere nie zurück" auszuformulieren, was hauptsächlich daran liegt, dass das Buch mich zwiegespalten zurückgelassen hat.
Der Einstieg in die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Man lernt Hanna kennen, eine starke junge Frau, die ganz genau weiß, was sie will und wie sie ihre Ziele erreichen kann.
Ich fand sehr interessant, dass sie sich fürs Rudern begeistert hat und fest entschlossen war, Olympiasiegerin zu werden, da dieser Aspekt eine wichtige Rolle spielte und man spüren konnte, wie sehr die Protagonistin für diesen Traum brannte. Das Buch wird zu großen Teilen aus ihrer Ich-Perspektive erzählt, sodass man sich gut in sie hineinversetzen kann und ihr Handeln und Fühlen problemlos versteht. Es gibt Rückschritte und gerade die komplexe Beziehung zu Simon bringt ihr viel Leid, aber letztlich kämpft sie immer weiter.
Simon ist ein Charakter, mit dem ich um ehrlich zu sein nicht viel anfangen konnte, was vor allem daran lag, wie er sich im Lauf der Handlung verhalten hat. Zu Beginn fand ich ihn sehr sympathisch und auch später konnte ich den Konflikt noch verstehen, der in ihm brodelte - er sah sich als Hannas Schutzbefohlener, was er am Anfang durchaus war, und konnte das einfach nicht abschütteln. Das Gefühlschaos beider Figuren, das durch diese Dynamik entsteht, wurde sehr gut dargestellt und zunächst war es herzzerreißend zu sehen, wie sie sich nacheinander gesehnt haben, dies aber nicht ausleben konnten. Später wurde das Hin und Her sehr anstrengend; die Autorin hat es gut und eindringlich beschrieben, doch ich habe mir nur noch gewünscht, dass endlich eine klare Entscheidung fallen würde.
Wie bereits erwähnt fand ich den ersten Teil des Buches sehr stark. Die Emotionen der Charaktere wurden eindringlich geschildert, auch wenn ich es schade fand, dass man nicht richtig gesehen hat, wie sie sich verliebt haben, da viel in einer Art Zeitraffer erzählt wurde. Dennoch wurde deutlich, dass Hanna und Simon gut zusammen passen würden, obwohl die Umstände dagegen sprechen und sie beide wissen, dass es keine Beziehung zwischen ihnen geben sollte. Man kann hier mit ihnen leiden und gut mit ihnen fühlen; sehr schön fand ich, wie stark die Gefühle dargestellt wurden - ich würde die Protagonisten beinahe mit Magneten vergleichen, die einfach dauernd zueinander hingezogen werden, ohne die bewusste Entscheidung dafür zu treffen und das hat mir gut gefallen. Die Hindernisse und Probleme zwischen ihnen wurden ebenfalls angemessen behandelt; das Hin und Her hat mir zwar nicht zugesagt, doch es war den Umständen und den Hintergründen der Figuren entsprechend realistisch.
"Herz über Bord" bekommt von mir 3 Sterne. Das erste Drittel konnte mich voll und ganz überzeugen, aber danach hatte ich Schwierigkeiten, mich richtig auf die Charaktere und das Gefühlschaos zwischen ihnen einzulassen. Zudem konnten mich nicht alle Entwicklungen begeistern, obwohl ich die Intention der Autorin verstehe und auch anerkennen muss, dass sie stimmig und glaubwürdig waren. Ich hatte einfach andere Erwartungen an das Buch, die nicht erfüllt wurden.
Rezensionen von yellowdog:
Französisch-Algerische Familien-Saga
Die Kunst zu verlieren von Alice Zeniter
Ein starkes Buch, auf dessen Übersetzung ich schon gewartet habe. Es erzählt in über 500 Seiten über die Zeit vor, wahrend und nach dem algerischen Unabhängigkeitskampf.
Im zweiten Weltkrieg hat Ali für Frankreich gekämpft. Nur dafür wird er in Algerien schließlich als Verräter betrachtet.
Ich bin überrascht, wieviel man über das Schicksal der Harkis erfährt. In Algerien sind sie nach dem Unabhängigkeitskrieg nicht mehr erwünscht, in Fankreich auch nicht gerade willkommen.
Erstaunlich, wie stark die Autorin Empathie mit den Figuren beim Leser weckt. Ali und seine Familie aus der Kabylei sind dabei exemplarisch für viele, die durch die politischen Entwicklungen zu Flüchtlingen wurden.
Es ist ein komplexes Buch, das mehrere Generationen umfasst.
Die Erzählweise überzeugt. Alis Enkelin Naima ist in Frankreich geboren und fühlt sich ganz als Französin. Die Vergangenheit wurde von der Familie verdrängt. Über die Erlebnisse in Algerien wurde nicht gesprochen. Das Verschweigen der Geschichte ist ein starkes Thema des Buches. Die Vergangenheit ist dadurch nicht ausgelöscht und alte Wunden schwären noch lange. Der Verlust der Wurzeln ist auch wirklich ein Verlust! Ein weiteres großes Thema ist die Schwierigkeit der Integration.
Aktuelle Ereignisse in Frankreich stellen Identitätsfragen. Erst spät beginnt Naima sich für ihre Wurzeln zu interessieren und reflektiert die Vergangenheit. Obwohl Naima eine Art emotinale alte Ego für die Autorin ist, gibt es auch eine Ich-Stimme, denn die Handlung ist nicht direkt autobiografisch.
Das Buch ist inhaltlich wie auch sprachlich wertvoll!
Rezensionen von Caroline :
Ab in die Tiefen des Meeres
Age of Trinity - Das Licht des Ozeans von Nalini Singh
Bowen Knight erwacht nach dem Anschlag aus einem 8wöchigen Koma. Eigentlich sollte er tot sein, aber wie durch ein Wunder geht es ihm unerwartet gut. Er befindet sich in einer Unterwasseranlage der BlackSea Gestaltwandler.
Sein Überleben hat er einem außergewöhnlichen Experiment von Dr. Kahananui zu verdanken.
Sie forscht auch an einer Lösung rund um den Chip, der in Bowens Kopf implantiert wurde, um als Abwehrschild gegen die Medialen zu fungieren. Die Lebensdauer geht dem Ende zu. Die hochschwangere Ärztin und Forscherin des Rudels unterbreitet ihm einen hochriskanten Vorschlag, der ihn vor eine extrem schwere Entscheidung stellt.
Um sein leibliches Wohl sorgt sich Kaia. Ihren Argwohn versteckt sie nicht. Für sie gehört Bowen Knight zu den gefährlichsten Menschen der Welt. Sie verdächtigt ihn und die menschliche Rasse an unglaublichen Verbrechen gegen die Meeresgestaltwandler beteiligt zu sein. Je mehr Zeit sie mit Bowen verbringt, umso mehr geraten ihre Vorsätze, ihm nicht zu vertrauen, ins Schwanken.
Wie hat es mir gefallen?
Ich bin ein langjähriger Nalini Singh Fan und vor allem die Psy/Changeling Reihe hat es mir angetan. Jedes Jahr fiebere ich der Veröffentlichung des neues Buches entgehen und lese es immer im englischen Original. Ich nehme mir auch immer vor, langsam zu lesen und scheitere kläglich!
Dieses Buch ist komplett anders als die anderen. Die Geschichte spielt zum großen Teil in der Anlage der BlackSea Gemeinschaft. Nalini Singh ist bekannt für ihre genaue Weltenbildung. Bisher fanden wir uns immer in einer Welt wieder, die unserer ähnelt. Aber dieses Mal erschafft die Autorin eine für mich völlig neue Welt. Als Mensch scheint es recht unbequem zu sein, sich in solcher einer hermetisch abgeriegelten Station aufzuhalten. Natürlich überkommt den Leser hin und wieder ein beklemmendes Gefühl. Die Details, der liebevoll gestalteten Anlage lassen ein heimeliges Gefühl aufkommen. Ich erwähne hier nur die großen Fenster zum Ozean.
Wer „Silver Silence“ gelesen und gemocht hat, kann sich sicherlich an den Wortwitz und den Humor erinnern. Bären eben! Es fehlt des Wassergestaltwandlner nicht an Witz oder Liebenswürdigkeit. Die Ausgangssituation ist eine komplett andere.
Bowen war für mich bisher eine Figur, die ich ganz schwer fassen konnte. Seinem Einsatz für die menschliche Rasse zollte ich natürlich Respekt. Als Mann fehlten mir zu viele Informationen, um ihn einordnen zu können. Nun erfahren wir mehr über ihn.
Kaia war mir sofort sympathisch. In ihr und ihrem Verhalten zu lesen, fällt nicht schwer. Sie zeigt die Emotionen oder auch ihr Missfallen ganz offen.
Die Zeit tickt und deshalb bleibt Kaia und Bowen nur wenig Zeit, um sich über ihr Verhältnis klar zu werden. Vielleicht entwickelt sich dieses anfangs zu schnell, aber da vor allem Kaia so liebenswert ist, akzeptiere ich das gerne.
Neben der sehr spannenden Geschichte rund um Bowens Gesundheitszustand gibt es einen weiteren interessanten Handlungsstrang, der sich bis zum Ende hin zieht und für zusätzlichen Zündstoff sorgt.
Highlights hier waren auf jeden Fall auch die Beschreibungen der BlackSea Gemeinschaft. Sowohl die menschlichen Seiten als auch die tierischen zeugen davon, dass Nalini Singh gut und viel über die Unterwassertierwelt recherchiert hat.
Zu erwähnen bleibt noch, dass sich gegen Ende hin, ein paar bekannte Gesichter blicken lassen. Tja, die Welt ist klein.
Wie üblich bleiben ein paar Fragen unbeantwortet. Wie sollte es auch anders sein? Ich bin schon sehr gespannt, wie es weitergeht, welches Paar im nächsten Buch im Mittelpunkt stehen wird. (Ergänzung: das nächste Buch wird "Wolf Rain" heißen!)
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