Kunden em pfehlungen
Rezensionen von thora01:
Auf dem Campingplatz geht es rund
Campermord in Bensersiel. Ostfrieslandkrimi von Rolf Uliczka
Inhalt/Klappentext:
Tödliche Schatten liegen über dem ostfriesischen Küstenort Bensersiel. Im Yachthafen schwimmt die Leiche des ermordeten Saisonkellners Gernot Kaldenbach, der auf dem nahe gelegenen Campingplatz wohnte. Fast zeitgleich verschwindet die verführerisch attraktive Saisoncamperin Anna, viel deutet auf eine Entführung hin.
Die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens von der Kripo Wittmund stoßen auf ein Geflecht aus Eifersucht, Leidenschaft und Gier. Der Campingplatz offenbart sich als ein Ort der Geheimnisse, und mehrere der Bewohner geraten unter Verdacht. Hat Annas Mann Manuel womöglich ein Verhältnis seiner Frau mit dem selbstbewussten Kellner nicht ertragen? Doch es gibt auch Spuren, die auf ganz andere Zusammenhänge schließen lassen. Je mehr die Ermittler über das Mordopfer erfahren, desto zwielichtiger erscheint der Mann. Hat er das organisierte Verbrechen an die ostfriesische Küste gebracht? Die Kommissare ermitteln in alle Richtungen, als plötzlich eine unerwartete Nachricht eintrifft …
(Quelle: Klarant Verlag)
Meine Meinung:
Sehr spannender und undurchsichtiger 6. Fall für die Kommissare Bert Linnig und Nina Jürgens. Mit diesem Band konnte mich der Autor sofort wieder in den Bann ziehen. Sehr schön fand ich wie die Begebenheiten aus dem 5. Band in dieser Geschichte eingeflossen sind. Die Kommissare zeigten auch in diesem Band sich von der besten Seite. Ich fand es toll wie auch das Privatleben ein wenig eingeflossen ist. Die Story ist sehr verzwickt und ich hatte etwas Mühe den roten Faden nicht zu verlieren. Sehr gelungen fand ich wie der Autor verschiedene Fälle in die Geschichte eingebaut hat und es für mich gar nicht klar war wer oder welcher Fall letztendlich ausschlaggebend ist. Die Kommissare zeigten auch in diesem Band ihr ganz besonderes Gespür für Zusammenhänge. Das Spannungslevel ist durchgehend hoch und der Leser wird immer wieder überrascht. Der Abschluss fand ich toll gelöst. Ganz besonders hat mir gefallen wie die verschiedenen Stränge häppchenweise zusammengeführt wurden und erst ganz zum Schluss der für mich überraschende Täter bekannt wurde.
Mein Fazit:
Spannender und undurchsichtiger 6. Fall. Dieser Fall hat mich sofort wieder in den Bann gezogen. Die Grundthematik ist schwierig und ein wenig Konfliktbehaftet.
Rezensionen von heinoko:
Erste Hilfe für Zornbinkerl
Der Grolltroll von Aprilkind; Barbara van den Speulhof
Wer kleinere Kinder hat oder hatte, kennt sie zur Genüge: Diese finsteren Momente, in denen das Kind aus scheinbar nichtigem Anlass in einen Strudel von ohnmächtiger Wut und Verzweiflung gerät, aus dem es kein Entkommen zu geben scheint. Und der betreuende Erwachsene hat gleichermaßen mit wachsender Hilflosigkeit und zunehmendem Ärger zu kämpfen.
Wie gut, dass der Coppenrath-Verlag dieses großartige Erste-Hilfe-Buch für Zornbinkerl (bayerisch) herausgab, das man im Übrigen auch manchem Erwachsenen schenken möchte…
Allein schon der Titel dieses großformatigen Bilderbuches ist Programm: Der Grolltroll – eine geniale Wortschöpfung, dessen Aussprache mit drohend-rollendem r allein schon der Inbegriff von Zorn ist (und übrigens bei unerwartetem Gebrauch urplötzlich zu entspannendem Gelächter führen kann.) Jedenfalls ist der Grolltroll ein armer Kerl, denn alle und alles hat sich gegen ihn verschworen, und nie, niemals, ist er an irgendetwas selbst schuld. Und wenn er dann so ganz unschuldig von Wut überrollt wird und die Rauchwölkchen über seinem Kopf wabern, dann ist er allein, alleiner kann man gar nicht sein…
Die wunderschönen, ausdrucksstarken Illustrationen von Stephan Pricken sind so lebendig, so farbenfroh, so aussagekräftig, so detailreich, dass man sie immer und immer wieder anschauen mag. Und wenn Stimmungsgewitter aufziehen wollen, egal ob bei Kleinen oder Großen, dann empfiehlt sich als Sofortmaßnahme, sich schnell zusammen zu setzen und die Welt von Grolltroll anzuschauen. Bei diesen fröhlichen, liebevollen Bildern werden Zorn und schlechte Laune ganz schnell vergessen, bei Groß und Klein. Gerne leiste ich der Weisung des Grolltrolls Folge, die ich zu Anfang des Buches fand: „Sei bloß lieb zu diesem Buch!“ Gar keine Frage!
Rezensionen von thora01:
Sehr schöner Highlandsroman
Victorian Rebels - Das Licht unserer Herzen von Kerrigan Byrne
Inhalt/Klappentext:
Nur sie kann Licht in seine Seele bringen …
Liam MacKenzie wird von allen “Der Highlandteufel” genannt. Nur wenige haben es je gewagt, ihm die Stirn zu bieten. Als er eine Gouvernante für seine Kinder sucht, tritt die Engländerin Philomena Lockhart auf den Plan – und der grimmige Krieger findet sich plötzlich auf einem Schlachtfeld wieder, auf dem er keinerlei Erfahrung hat.
Der jungen Frau gelingt es nicht nur, seinen widerspenstigen Nachwuchs für sich zu gewinnen, sondern auch ungeahnte Gefühle in ihm zu wecken. Denn in ihren Augen sieht er, dass Mena durch eine Dunkelheit gegangen ist, die der seiner Seele gleicht – und dass sie den Schmerz hinter seiner finsteren Fassade erkannt hat …
“Emotional, gewaltig, ein Buch, das man nicht mehr weglegen kann!”
Romantic Times Band 3 der VICTORIAN-REBELS-Reihe
(Quelle: LYX Verlag)
Meine Meinung:
Sehr spannender historischer Liebesroman. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Der Beginn hat es wirklich in sich. Die Autorin hat es geschafft, das richtige Maß an Gewalt in das erste Drittel zu packen. Ich wurde nach anfänglich leichten Problemen aufgrund des Einstiegs von der Geschichte gefesselt. Sehr spannend fand ich die beiden Hauptprotagonisten. Sie waren mir sofort sympathisch und konnten mich durch ihr Wesen überzeugen. Ganz besonders Mena ist eine Kämpferin und setzt sich gekonnt in einer für sich sehr feindlichen Welt durch. Bei Liam war ich mir im ersten Moment nicht ganz sicher. Er konnte mich im Verlauf der Geschichte von sich überzeugen. Die Geschichte war teilweise gewalttätig und dann wieder sehr liebevoll geschrieben. Sie ist ein typischer historischer Liebesroman. Das sehr detailiert geschrieben Umfeld hat mir sehr gut gefallen ich konnte mich sofort in die Highlands hineinversetzten. Der Abschluss war spannungsgeladen und von mir erwartet.
Mein Fazit:
Sehr schöner historischer Liebesroman. Er konnte mich von sich überzeugen.
Rezensionen von Harakiri:
Wer nur einen rettet, rettet die Welt
Der Tätowierer von Auschwitz von Heather Morris
Slowakei 1942: Dem Aufruf, wer einen Sohn für eine besondere Aufgabe hergibt, rettet die restliche Familie, folgt Lale Sokolov sofort. Doch was er dann erlebt, hätte er sich nie vorzustellen gewagt: nach Auschwitz deportiert, den Launen der Kommandanten ausgesetzt, springt er dem Tod mehr als einmal nur knapp von der Schippe.
Als Tätowierer, der den neuen Inhaftierten ihre Lagernummer verpasst, hat er eine etwas größere Überlebenschance als andere. Eines Tages muss er der jungen Gita ihre Nummer stechen – und verliebt sich in sie. Nun hat sein Kampf ums Überleben plötzlich noch einen weiteren Grund.
Seit dem Tagebuch der Anne Frank, das ich als Kind gelesen habe, lese ich Geschichten aus Zeiten des Holocaust sehr gerne. Starke Menschen, tapfere Leute und heldenhafte Überlebende prägen die Zeit und geben Zeichen davon, was Millionen deren, die es nicht geschafft haben, durchleiden mussten.
Bei manchen Szenen musste ich ganz schön schlucken. Obwohl nicht reißerisch aufgemacht, eher nüchtern erzählt, aber dennoch überwältigend traurig sind manche Dinge geschildert, die keinen Menschen kalt lassen. Leichenberge, Menschen, die sich lieber erschießen lassen, als weiter zu leiden, und immer wieder dieser Ascheregen.
Starke Worte „Hier überlebt allein der Tod“ verdeutlichen noch mehr, was Lale und seine viele Millionen Mitleidenden erdulden und über sich ergehen lassen mussten.
Das Buch schildert sehr gefühlvoll von Lales Zeit in Auschwitz. Und zieht den Leser sogleich in seinen Bann. „Einen zu retten, heißt die Welt zu retten“ – nach diesem Motto hilft Lale seinen Mitgefangenen wo er nur kann und bringt sich selbst mehr als einmal in Gefahr. Ein wenig unglaubwürdig fand ich manche Stellen dann aber schon. Selbst als sein Schmuggel entdeckt und er in die Todeszelle kommt, überlebt er. Auch andere Stellen waren mir ein wenig zu viel des guten Zufalls. Dennoch hat mich das Buch tief berührt.
Fazit: Ein Augenzeugenbericht, der dem Leser – vor allem gegen Ende – Gänsehaut beschert.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Schatten der Vergangenheit
Der Hunger der Lebenden von Beate Sauer
Köln, Sommer 1947: Friederike Matthée wird mit dem Mord an der ehemaligen Polizeimitarbeiterin Ilse Röder konfrontiert. Man hat ihr mehrmals ins Gesicht geschossen - ein Akt voll Hass und Wut. Der Fall scheint eigentlich klar, denn man hat Franziska Wagner mit der Tatwaffe in der Hand neben der Leiche vorgefunden.
Außerdem hat Franziska jeden Grund Ilse Röder zu hassen, denn sie hat das Mädchen in das Frauenkonzentrationslager Uckermarck einweisen lassen, wo sie und die anderen Insassinnen erniedrigt und gequält wurden. Doch Friederike glaubt, mit der ihr eigenen Intuition, nicht an Franziskas Schuld. Allerdings will man bei Polizei nichts davon wissen. Friederike bleibt nichts anderes übrig, als heimlich zu ermitteln.
Beinahe gleichzeitig werden unweit vom Anwesen der Röders ein Grab mit den Überresten von 1944 abgeschossenen britischen Kampffliegern gefunden. Sie haben den Absturz überlebt, um dann ermordet zu werden. Mit der Aufklärung dieses Verbrechens wird Richard Davies beauftragt. Es scheint, dass die beiden Verbrechen in einem Zusammenhang stehen, doch in welchem?
Friederike und Richard arbeiten wieder gemeinsam an der Aufklärung.
Meine Meinung:
Autorin Beate Sauer ist wieder ein beeindruckendes Zeitdokument der Nachkriegsjahre gelungen. Köln liegt noch immer in Trümmern, die Lebensmittel sind nach wie vor knapp und tausende entwurzelte Menschen versuchen, irgendwie über die Runden zu kommen. Wie immer sind es die Frauen, die die Hauptlast tragen. Doch viele elternlose Kinder sind sich selbst überlassen, da es wenig Pflegeeltern gibt und in den Kinderheimen nach wie vor der Geist der Nazis herrscht, auch wenn sie von Klosterfrauen betrieben werden. Sowohl das Schicksal von Franziska als auch der kleinen Elli geht den Lesern unter die Haut.
Wir erfahren einiges aus Friederikes früherem Leben und welche Abgründe sich in den Seelen so mancher Kriegsheimkehrer verbergen. Auch die ermordete Ilse Röder hat mehr als ein Gesicht. Und, dass sich hinter so mancher soignierte Fassade ein eiskalter Verbrecher verbirgt, sollte gerade zu dieser Zeit niemand verwundern.
Gut beschrieben ist die emotionale Hochschaubahnfahrt von Richard Davies, der ja der Sohn einer jüdischer Familie Deutschlands entstammt. Solle er, um der Liebe zu Friederike willen, wieder ganz nach Köln zurückkehren? In das Land, das seine Familie ermordet hat und dessen Bewohner nach wie vor judenfeindlich eingestellt sind?
Für einige Leser wird die zarte Liebesgeschichte für einen Krimi unpassend erscheinen, doch vermittelt sie den Hoffnungsschimmer, der langsam aufkeimt.
Beate Sauer hat sich gegenüber dem ersten Fall („Echo der Toten“) noch ein wenig gesteigert. Die verquickt Dichtung und (schonungslose) Wahrheit recht gut. Besonders die Anmerkungen am Ende des Buches helfen Lesern, die sich in dieser Nachkriegszeit nicht so gut auskennen, diese Zeit besser zu verstehen.
Auch der Titel ist gut gewählt. Er spiegelt nicht nur den echten Hunger nach Nahrung, sondern auch den Hunger nach Normalität wider, nach dem sich die Menschen sehnen.
Fazit:
Mir hat dieser Krimi wieder sehr gut gefallen. Daher gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von yellowdog:
Ein durchwachsener Sommernachtsblues
Der Hunger der Lebenden von Beate Sauer
Sommernachtsblues ist sicher kein schlechtes Buch, aber streckenweise ziemlich chaotisch. Das gilt auch für die Figuren, die oftmals überstürzt und unvorhersehbar handeln.
Das liegt zum Teil an der Situation, in der sie sich befinden.
Eden leidet unter ihrem gewalttätigen Freund Jordan, der sie schlecht behandelt.
Dabei arbeitet sie auch noch für ihn und soll im Auftrag das Haus einer Verstorbenen in Vermont für den Verkauf fotografieren. Da trifft sie aber unerwartet auf den Enkel der Toten. Sein Name ist Noe, er ist auch spontan und lebhaft, aber doch ein ganz anderer Typ als Jordan. Noe hat seine Frau durch einen Flugzeugabsturz verloren.
Manche Passagen kommen fast aus dem Nichts. Dazu gehören auch plötzliche explizite Szene, die übertrieben wirken.
Die Figuren schwanken zwischen emotional am Rande des Nervenzusammenbruches und Anteilnahme aneinander.
Viele gute Ansätze werden aber nicht folgelogisch weitergeführt.
Man muss sich fragen, ob der Roman wirklich komplett fertig ist.
Rezensionen von LEXI:
Das Feuer von Hoboken
Die Villa an der Elbe von Belago Linda
Das Feuer von Hoboken
„Das Feuer von Hoboken war das prägendste Ereignis im Leben der Schwestern. Es verband sie, und war gleichzeitig das Datum, das sie entzweite.“
Die Verlobungsfeier der eleganten und selbstbewussten Helena van der Haard mit Gustav Clausen, dem Erben einer angesehenen Reederfamilie aus Hamburg, fand im Jahre 1900 auf einem der größten und bedeutendsten Dampfschiffe der Welt statt.
Die Eltern wähnten sich am Ziel ihrer Wünsche, die junge Braut wäre hingegen vor Kummer und Verzweiflung am liebsten von Bord gesprungen. Helena verbrachte ihr gesamtes bisheriges Dasein in einem goldenen Käfig und sehnte sich nach einem Leben in Freiheit und Selbstbestimmung. Ein Schiffsbrand am Tag nach der Verlobung eskalierte, ein brennendes Inferno zog den gesamten Hafen in Mitleidenschaft. Unter den vielen Toten war auch Clara Hauser, das Dienstmädchen von Helena van der Haard. Ein verzweifelter Plan reifte in Helena, die das Unglück mit knapper Not überlebt hatte. Die junge Frau ergriff ihre einzige Chance, sich der Heirat mit einem grausamen Tunichtgut und Schürzenjäger zu entziehen.
Linda Belago erzählt die Geschichte der Reederfamilie Clausen in drei verschiedenen Zeit- bzw. Handlungsebenen. Sie schildert zum einen die Ereignisse um den schrecklichen Hafenbrand im Jahr 1900, beginnend mit der Anreise des Ehepaares van der Haard und ihren beiden Töchtern Annemarie und Helena. Der zweite Handlungsstrang thematisiert die Geschicke des Ururenkels Jonas-Franz Clausen, der infolge des unerwarteten Todes seines Vaters die Geschicke der Reederei in seine Hände nehmen muss. Bei der Durchsicht alter Dokumente entdeckt er Hinweise auf ein beachtliches Vermögen in Form eines Depots. Der dritte Handlungsstrang schildert ebenso wie der zweite die Ereignisse der Gegenwart, beleuchtet hierbei jedoch die Familie Thompson, deren Vorfahrin ebenfalls ein diesbezügliches Dokument hinterlassen hat.
Die Autorin ließ ihren handelnden Figuren große Aufmerksamkeit zuteilwerden, dennoch schafften sie es nicht, mich vollends für sie einzunehmen. Annemarie und Helena wiesen zwar große Authentizität auf, die männlichen Darsteller wie beispielsweise Gustav, Albert und Jonas Clausen hingegen blieben ebenso wie die nur im Ansatz beschriebenen Nebenfiguren eher blass. Linda Belagos locker-leichter Schreibstil wirkt sehr einnehmend. Vor allem ihre bildhaften Schilderungen der Handlungsschauplätze haben mir gut gefallen. Dem Buch liegt zudem ein gewisser Spannungsfaktor zugrunde, der auf den im Klappentext erwähnten Wiedererkennen der vermeintlich toten Schwester Annemaries beruht und die Neugier des Lesers auf die Geschichte hinter diesem Rätsel schürt. Letztendlich hat das aus meiner Sicht zu rasch abgehandelte Finale meine Erwartungen nicht ganz erfüllt und mich mit offenen Fragen zurückgelassen.
Fazit: „Die Villa an der Elbe“ bot mir anregende Unterhaltung, ein spannendes Abenteuer, das abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit spielt, untermalt mit bildhaften Beschreibungen des Lebens in New York und Hamburg. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Aufgrund des etwas übereilten Ausgangs, der mich ein wenig enttäuschte, vergebe ich dafür jedoch nur vier Bewertungssterne.
Rezensionen von LEXI:
Die Stadt der Verdammten – wenn Alpträume Realität werden
Gehetzt von Koontz Dean
Die beliebte Lehrerin Cora Gunderson aus Minnesota hat ein großes Herz, sie ist eine freundliche Romantikerin, die ihre poetischen Gedanken gerne zu Papier bringt. Seit einiger Zeit jedoch leidet sie an starken Migräneanfällen und träumt von loderndem Feuer. Und völlig unvermittelt wird Cora zur Massenmörderin.
Mit einem Auto voller Benzin rammt sie ein Hotel, in der darauffolgenden Explosion sterben viele Menschen, darunter auch Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Jeder, der Cora kannte, ist angesichts dieser unerklärlichen Tat fassungslos, doch die Fakten sprechen für sich. Als das FBI die Angelegenheit übernimmt, weckt deren auffällig nachlässige Vorgehensweise das Misstrauen des County Sheriffs Luther Tillman. Der gesetzestreue und selbstbewusste Mann war ein langjähriger guter Freund Coras, und strengt daher auf eigene Faust Recherchen an. Doch damit bringt er nicht nur sich selber, sondern auch seine Ehefrau und seine beiden Töchter im Teenageralter in allergrößte Gefahr.
Die FBI-Agentin Jane Hawk gilt als Abtrünnige und ist abgetaucht. Ihr Wissen über bestimmte mächtige Leute ist brandgefährlich. Um ihrer habhaft zu werden, wird sie des Diebstahls von Militärgeheimnissen bezichtigt und aufgrund einer angeblichen Bedrohung der nationalen Sicherheit erbarmungslos gejagt.
In Iron Furnace, Kentucky, treffen Jane und Luther schließlich aufeinander, und versuchen ab diesem Zeitpunkt, diesen Verschwörungsfall unfassbaren Ausmaßes gemeinsam aufzudecken. Doch es gibt niemanden, dem sie noch trauen können – sowohl FBI, als auch CIA, die gesamte Legislative und Exekutive, scheinen in diese Verschwörung involviert zu sein. Es beginnt ein atemberaubender Wettlauf mit der Zeit…
Vor vielen Jahren war Dean Koontz mein favorisierter Autor von Spannungsromanen, dessen Werke ich ausnahmslos alle gelesen hatte. Nachdem er sich jedoch verstärkt dem Übernatürlichen zuwandte und diese Elemente vor allem in seinen Buchreihen „Frankenstein“ und „Odd Thomas“ dominierten, nahm ich keines seiner Bücher mehr zur Hand. Zu meiner großen Freude konnte ich in dieser vorliegenden Neuerscheinung den brillanten Thrillerautor wiederfinden, der mir mit seinen früheren Werken so viele außergewöhnliche und aufregende Leseerlebnisse beschert hatte. Der Schreibstil des Autors ist umwerfend - detailverliebt, mit bildhafter Sprache und von der ersten bis zur letzten Seite von hohem Spannungsbogen durchdrungen, der den Leser in die Geschichte hineinzieht und mitreißt. Nervenkitzel und Anspannung geben sich in diesen beinahe schon alptraumhaft anmutenden Szenarien die Hand. Mein einziger (winziger) Kritikpunkt sind die Kraftausdrücke, derer sich Dean Koontz bedient. Da sich die Verwendung jedoch im Rahmen hält, wird dieser Störfaktor keinen Einfluss auf meine Bewertung haben.
Koontz erzählt seine Geschichte in verschiedenen Handlungssträngen und beschäftigt sich darin abwechselnd mit den einzelnen Protagonisten, bis dem Leser nach und nach die Zusammenhänge offenbart und die losen Enden schließlich verknüpft werden. Der Autor erzählt von intellektuellen Fanatikern, die eine Möglichkeit entdeckten, Menschen zu manipulieren, sie ihres freien Willens zu berauben und vollständig unter ihre Kontrolle zu bringen. Die heutigen Möglichkeiten der digitalen Überwachung, die in dieser spannenden Abhandlung Janes und Luthers abenteuerliche Flucht erschweren, werden dem Leser drastisch vor Augen geführt und eindringlich ins Bewusstsein gerufen.
Was ich an diesem Autor bereits seit meiner ersten Lektüre schätze ist die Gepflogenheit, sich seinen handelnden Personen sehr ausführlich zu widmen. Die Charakterzeichnungen sämtlicher handelnder Figuren weisen stets sehr hohe Authentizität auf. Im vorliegenden Buch hat abgesehen von den beiden Protagonisten ganz besonders auch Bernie Riggowitz mein Herz gewonnen. Der liebenswürdige alte Witwer darf in seinen alten Tagen noch einmal ein aufregendes Abenteuer erleben und Fluchthelfer für Jane Hawk spielen. Als bekennender Hundeliebhaber darf in vielen Büchern von Dean Koontz auch ein Hund eine winzige Nebenrolle einnehmen. In diesem Fall handelte es sich um die Therapiehündin „Miss Dixie“, eine kleine, dynamische Persönlichkeit mit seelenvollem Blick in Gestalt einer gescheckten Langhaardackel-Hündin.
Fazit: „Gehetzt“ war ein großartiges Leseerlebnis, das mich von der ersten, bis zur buchstäblich allerletzten Minute gefesselt und ausgezeichnet unterhalten hat. Ich freue mich unsagbar, dass Dean Koontz wieder zu seiner früheren Form zurückgefunden hat und möchte mir nun unbedingt auch „Suizid“, den Vorgänger und ersten Teil dieser Reihe um Jane Hawk, zu Gemüte führen.
Gerne vergebe ich klare und uneingeschränkte fünf Bewertungssterne für diesen rasanten Thriller!
Rezensionen von LEXI:
Du wurdest dazu geboren, Chef der Firma deines Vaters zu sein!
Wenn du für mich bist von Jody Hedlund
Der Eisenbahnbaron Wellington Quincy ist eine sehr dominante Persönlichkeit und einer der reichsten Männer New Yorks. Als er schwer erkrankt, fordert er seine Zwillingssöhne Thornton und Bradford auf, sich in einem Wettstreit um das Erbe zu beweisen. Die beiden jungen Männer müssen innerhalb einer Frist von sechs Monaten bestimmte Ziele erreichen, wonach dem Gewinner im Anschluss die Eigentümerschaft von Quincy Enterprises zuerkannt wird.
Während Bradford Härte und Selbstsicherheit ausstrahlt und Herausforderungen geradezu liebt, fungiert sein Bruder Thornton eher als Friedensstifter. Beide investieren jedoch ihre ganze Zeit und Energie in diesen Wettstreit.
Elise Neumann war eine obdachlose, in Armut lebende deutsche Einwanderin, die mit ihren beiden Geschwistern in einer neu gegründeten Missionsstation untergekommen ist. Durch eine Anstellung als Näherin versucht sie, ihre Lebensumstände und jene ihrer beiden jüngeren Schwestern zu verbessern. Aufgrund der Wirtschaftskrise verliert Elise jedoch ihren Arbeitsplatz und ein Umsiedlungsprogramm stellt die einzige Möglichkeit für sie dar, auch weiterhin für ihre Geschwister sorgen zu können. Nach einem herzzerreißenden Abschied macht die junge Frau sich auf den Weg in den Westen, einer ungewissen Zukunft entgegen. Ihr neuer Vorgesetzter ist ausgerechnet jener attraktive Gentleman, der sie auf den Straßen New Yorks vor Straßenkämpfen und Rivalitäten zwischen verschiedenen Banden gerettet hatte. Elise weiß jedoch nicht, dass dieser aristokratisch wirkende, charmante und einfühlsame Geschäftsmann mit dem selbstsicheren Auftreten aus einer der reichsten Familien New Yorks stammt. Obgleich die Vernunft Thornton gebietet, Elise zu vergessen, geht ihm die hübsche schlanke Frau mit dem blonden Haar und den leuchtend blauen Augen nicht mehr aus dem Sinn. Wird die gegenseitige Anziehungskraft über die gesellschaftlichen Konventionen siegen und die beiden jungen Menschen ihrem Herzen, oder aber der Stimme der Vernunft folgen?
Jody Hedlund hat in der vorliegenden Neuerscheinung gekonnt historische Fakten mit einer wunderschönen Liebesromanze vereint. Als Schauplatz der Geschichte wählt sie New York im Jahre 1857 und beleuchtet die schrecklichen Lebensumstände der Slums in den östlich gelegenen Städten Amerikas. Die Zeit der Waisenzüge, die Umsiedelung von Frauen nach der ersten Weltwirtschaftskrise und die Gründung der Children’s Aid Society sind gewichtige Themen in diesem Buch, derer sie sich intensiv widmet. Durch ihre Hauptfigur Elise und deren Schicksalsgenossinnen gewährt sie einen Einblick in die harten Lebensumstände jener Frauen, die ihre Familien zurücklassen mussten, um im Mittleren Westen ein neues Leben anzufangen.
Mit der beherrschten und willensstarken Elise Neumann schuf Jody Hedlund eine Protagonistin, die beispielhaft für unzählige Frauen steht, denen kein anderer Ausweg blieb, als diesen großen Schritt zu wagen und ins Unbekannte aufzubrechen. Der heimatlosen Waisen, die durch tragische Umstände in die Obdachlosigkeit abdriftete, wird als männlicher Gegenpart ein Protagonist zur Seite gestellt, der sprichwörtlich mit dem goldenen Löffel im Mund geboren wurde. Thornton Quincys Charakter zeugt zwar von rücksichtsvoller, hilfsbereiter Art und einfühlsamer Nächstenliebe, doch erst als er durch den positiven Einfluss von Elise von seinem hohen Ross steigt und auf diese Weise tiefe Einsichten gewinnt, wird er geläutert. Er zeigt Rückgrat und steht zum ersten Mal auch seinem Vater gegenüber für all jene Dinge ein, an die er bereits sein Leben lang glaubt. Die Autorin hat diesen Entwicklungsprozess sehr schön ausgearbeitet und überzeugend dargestellt. Es wurden zudem einige interessante Nebenfiguren ins Buch eingebracht, von denen ich gerne mehr gelesen hätte. Einer davon war der blinde Bettler Isaiah, dessen tragische Geschichte lediglich kurz gestreift wurde. Elises Schwester Marianne empfand ich als ein wenig zu blass und eindimensional gezeichnet, und für die warmherzige Gründerin der Missionsstation namens Miss Pendleton und ihrem Verlobten, Pastor Guy Bedell, sowie Elises brüderlichem Freund Reinhold Weiß hätte ich mir ebenfalls ein wenig mehr Aufmerksamkeit gewünscht. Möglicherweise wird die Geschichte dieser Nebenfiguren aber noch im zweiten oder dritten Teil dieser Trilogie fortgesetzt. Die größte Entwicklung durchlebte für mein Empfinden die hübsche rothaarige Irin Frances „Fanny“ O’Leary, die von ihrer Rolle als unangenehme Antagonistin zur treuen Freundin avancierte.
Die sprachliche Gestaltung sowie die Einbindung des christlichen Glaubens in diesem Buch haben mir sehr gut gefallen und Jody Hedlund schaffte es mit diesem Roman erneut, mich tief in die Geschichte einzubeziehen. Atmosphäre, Handlung und Sprache haben mich überzeugt und ich kann dieses Buch jedem Liebhaber christlicher Romane mit historischem Hintergrund ans Herz legen.
Rezensionen von LEXI:
Das Feuer von Hoboken
Wenn du für mich bist von Jody Hedlund
„Das Feuer von Hoboken war das prägendste Ereignis im Leben der Schwestern. Es verband sie, und war gleichzeitig das Datum, das sie entzweite.“
Die Verlobungsfeier der eleganten und selbstbewussten Helena van der Haard mit Gustav Clausen, dem Erben einer angesehenen Reederfamilie aus Hamburg, fand im Jahre 1900 auf einem der größten und bedeutendsten Dampfschiffe der Welt statt.
Die Eltern wähnten sich am Ziel ihrer Wünsche, die junge Braut wäre hingegen vor Kummer und Verzweiflung am liebsten von Bord gesprungen. Helena verbrachte ihr gesamtes bisheriges Dasein in einem goldenen Käfig und sehnte sich nach einem Leben in Freiheit und Selbstbestimmung. Ein Schiffsbrand am Tag nach der Verlobung eskalierte, ein brennendes Inferno zog den gesamten Hafen in Mitleidenschaft. Unter den vielen Toten war auch Clara Hauser, das Dienstmädchen von Helena van der Haard. Ein verzweifelter Plan reifte in Helena, die das Unglück mit knapper Not überlebt hatte. Die junge Frau ergriff ihre einzige Chance, sich der Heirat mit einem grausamen Tunichtgut und Schürzenjäger zu entziehen.
Linda Belago erzählt die Geschichte der Reederfamilie Clausen in drei verschiedenen Zeit- bzw. Handlungsebenen. Sie schildert zum einen die Ereignisse um den schrecklichen Hafenbrand im Jahr 1900, beginnend mit der Anreise des Ehepaares van der Haard und ihren beiden Töchtern Annemarie und Helena. Der zweite Handlungsstrang thematisiert die Geschicke des Ururenkels Jonas-Franz Clausen, der infolge des unerwarteten Todes seines Vaters die Geschicke der Reederei in seine Hände nehmen muss. Bei der Durchsicht alter Dokumente entdeckt er Hinweise auf ein beachtliches Vermögen in Form eines Depots. Der dritte Handlungsstrang schildert ebenso wie der zweite die Ereignisse der Gegenwart, beleuchtet hierbei jedoch die Familie Thompson, deren Vorfahrin ebenfalls ein diesbezügliches Dokument hinterlassen hat.
Die Autorin ließ ihren handelnden Figuren große Aufmerksamkeit zuteilwerden, dennoch schafften sie es nicht, mich vollends für sie einzunehmen. Annemarie und Helena wiesen zwar große Authentizität auf, die männlichen Darsteller wie beispielsweise Gustav, Albert und Jonas Clausen hingegen blieben ebenso wie die nur im Ansatz beschriebenen Nebenfiguren eher blass. Linda Belagos locker-leichter Schreibstil wirkt sehr einnehmend. Vor allem ihre bildhaften Schilderungen der Handlungsschauplätze haben mir gut gefallen. Dem Buch liegt zudem ein gewisser Spannungsfaktor zugrunde, der auf den im Klappentext erwähnten Wiedererkennen der vermeintlich toten Schwester Annemaries beruht und die Neugier des Lesers auf die Geschichte hinter diesem Rätsel schürt. Letztendlich hat das aus meiner Sicht zu rasch abgehandelte Finale meine Erwartungen nicht ganz erfüllt und mich mit offenen Fragen zurückgelassen.
Fazit: „Die Villa an der Elbe“ bot mir anregende Unterhaltung, ein spannendes Abenteuer, das abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit spielt, untermalt mit bildhaften Beschreibungen des Lebens in New York und Hamburg. Das Buch hat mir sehr gut gefallen. Aufgrund des etwas übereilten Ausgangs, der mich ein wenig enttäuschte, vergebe ich dafür jedoch nur vier Bewertungssterne.









