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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von KimVi:

Spannender Pageturner!

Auris von Vincent Kliesch

Der Forensiker Matthias Hegel ist ein angesehener Experte im Bereich der forensischen Phonetik. Kleinste Abweichungen in Stimme oder Tonlage reichen ihm, um daraus Rückschlüsse zu ziehen. Als er den Mord an einer Obdachlosen gesteht und ohne ernsthafte Verteidigung seinerseits, verurteilt und inhaftiert wird, ist das Interesse der True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge geweckt.

Sie ist fest davon überzeugt, dass an diesem Fall irgendetwas nicht stimmt. Obwohl Hegel ihr entschieden davon abrät, beginnt sie auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Ihr Interesse weckt den Argwohn eines Unbekannten. Schon bald wird Jula bedroht und gerät in große Gefahr....

Der Einstieg in diesen Thriller, den Vincent Kliesch nach einer Idee von Sebastian Fitzek geschrieben hat, gelingt mühelos. Man kann sich sofort ein Bild von den herausragenden Fähigkeiten des forensischen Phonetikers Matthias Hegel machen. Er wirkt dabei sehr sympathisch und seine Rückschlüsse sorgen dafür, dass man seinen Einsatz fasziniert beobachtet. Deshalb ist man überrascht, dass dieser fähige Mann plötzlich einen Mord gesteht. Das Interesse an der Handlung ist dadurch sofort geweckt. Denn man mag nicht glauben, dass das stimmt. Die Einführung der zweiten Hauptprotagonistin, True-Crime-Podcasterin Jula Ansorge, ist ebenfalls interessant. Man erfährt von einem schweren Schicksalsschlag in ihrer Vergangenheit und kann gut nachvollziehen, warum sie sich darauf spezialisiert hat, unschuldig Verurteilten Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.

Der Schreibstil ist flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich Handlungsorte und Protagonisten mühelos vorstellen und deshalb ganz in die Handlung eintauchen. Da Haupt- und Nebencharaktere äußerst lebendig wirken und man von Anfang an Zweifel an Hegels Schuld hat, gerät man früh in den Sog der Ereignisse. Die Handlung wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet und ist in relativ kurze Abschnitte unterteilt, die häufig an entscheidenden Stellen stoppen. Dadurch fliegt man förmlich durch das Buch und mag es kaum aus der Hand legen. Nach und nach führen Julas Nachforschungen zu ersten kleinen Erfolgen. Obwohl sie bedroht wird, setzt sie alles daran, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Dadurch kann die bereits früh aufgebaute Spannung nicht nur durchgehend gehalten werden, sondern steigert sich stetig. Vincent Kliesch versteht es hervorragend, Spuren auszulegen, denen man bei den eigenen Ermittlungen nur allzu bereitwillig folgt. Es kommt allerdings zu überraschenden Wendungen, die dafür sorgen, dass man seine Überlegungen überdenken und neu ansetzen muss. Dadurch tappt man bis zum Schluss im Dunklen und atmet aus, als die Hintergründe enttarnt werden. Doch diese Atempause ist nur kurz, denn das Ende hält noch eine unverhoffte Überraschung bereit. Außerdem gibt es Cliffhanger, die dafür sorgen, dass man unbedingt wissen möchte, wie es mit Jula Ansorge und Matthias Hegel weitergeht.

Thriller sind ja meine absoluten Favoriten. Ich bereits einige Exemplare von Vincent Kliesch und Sebastian Fitzek gelesen. Deshalb war ich auf das Ergebnis der Zusammenarbeit der beiden Autoren sehr gespannt und wurde nicht enttäuscht. Plot und Umsetzung konnten mich begeistern. Durch die rechten kurzen Kapitel geriet ich bereits früh in den Sog der Handlung und habe das Buch deshalb innerhalb weniger Stunden verschlungen. Ich bin sehr gespannt wie es weitergehen wird und hoffe auf eine baldige Fortsetzung der Reihe.

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Rezensionen von Caroline :

Ein wundervoller Roman über Liebe, Freunde und Familie

Beziehungswaise von Birbæk Michel

Als Tess ein Jobangebot nach China erhält, ist es für Lasse an der Zeit über ihre sieben jährige Beziehung und seine eigene Karriere nachzudenken. Er fühlt sich als Tess Partner unheimlich wohl, aber dass sie seit über zwei Jahren keinen Sex hatten, verunsichert ihn sehr.

Seine Leidenschaft als Comedian bringt auch nicht mehr so viel ein, wie einige Jahre zuvor.

Sechs Monate im Jahr für Senioren auf einem Kreuzfahrtschiff sein Geld zu verdienen, stellt ihn auch nicht zufrieden. Eine Einladung zu einem Casting für eine TV Show kommt da gerade recht, auch wenn Lasse nicht wirklich von seinen Qualitäten überzeugt ist.

Könnte dieser Scheideweg aber auch als Chance für einen Neuanfang stehen? Als ihn ein dringender Anruf seiner Schwester erreicht, lässt er seine Sorgen in Köln zurück, um sich voll und ganz auf seine Familie in Dänemark zu konzentrieren. Dabei schüttelt Lasse seine Probleme nicht ab, sondern muss sich ihnen Schritt für Schritt nähern, um sie zu lösen.

Wie hat es mir gefallen?

Michel Birbaek, das muss ich zugeben, war mir bis letztes Jahr überhaupt kein Begriff. Näher mit ihm beschäftigt habe ich mich kurz vor der Lit.Love in München. Damals veröffentlichte er sein Buch "Das schönste Mädchen der Welt". Als einziger Mann in dem Kreis der Liebesromanautor/innen zog er natürlich die Aufmerksamkeit auf sich. Den Klappentext bei "Beziehungswaise" fand ich sofort spannend. Ich lese jeden Monat mit einer Freundin gemeinsam ein Buch und im Mai fiel unsere Entscheidung auf dieses.

Die Geschichte beginnt mit einer Hochzeit. Ein Paar, das sich nur ein paar Monate kennt, schließt den Bund fürs Leben. Tess und Lasse sind unter den Gästen und alle stellen ihnen die Frage, wann denn sie endlich vor den Traualtar treten. Nach sieben Jahren wäre es doch an der Zeit.

Nun könnte der Leser/die Leserin glauben, dass es sich in diesem Buch nur um Lasse und Tess Beziehung drehen wird. Falsch gedacht, denn der Autor verflicht Familie, Freund, lebenswertes Leben und Sterben. Viele kleine Momente füllen die Geschichte, mit besonderem Augenmerk auf die Entwicklungen die Lasse macht. Er erzählt aus seiner Sicht und gewinnt wundervolle Einsichten in sein eigenes Leben als Mann, als Partner, als Freund und vor allem als Sohn.

Manche mögen diese Geschichte als etwas langatmig bezeichnen. Ich gewinne ihr witzige und berührende Momente ab, die ohne "Assiwitze" und lautem Gebrüll sondern mit feinfühligen Blicken auf alltägliche Situationen, die immense Bedeutung gewinnen. Einige Kapitel spielen bei Lasses Familie in Dänemark. Die Dänen scheinen gerne Käffchen zu trinken und ich habe mich ein wenig in Far verliebt, der seine eigene Sichtweise auf das Leben hat und seinen Kindern Lasse und Sune einiges weitergibt.

Besonders erwähnen möchte ich den gelungenen Titel. Beziehungswaise passt, wie die Faust aufs Auge.

Michel Birbaek werde ich mir auf jeden Fall für die Zukunft merken. Seine bereits erschienen Bücher sind selbstverständlich auf meiner Merkliste gelandet.

www.mariessalondulivre.at

Autor: Michel Birbæk

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Rezensionen von Bibliomarie:

Sprach- und bildgewaltig

Bella Ciao von Raffaella Romagnolo

Unter ärmlichsten Verhältnissen leben die Kleinpächter und Fabrikarbeiter in Borgo di Dentro Ende des 19. Jahrhunderts. Schon als kleine Mädchen mussten Giulia und ihre Freundin Anita in den Seidenspinnereien hart arbeiten. Der Lebensweg scheint für beide vorgezeichnet zu sein. Doch dann muss Giulia erfahren, dass ihre beste Freundin und Vertraute und ihr Verlobter sich in einander verliebten und verletzt verlässt sie ihre Heimat Richtung New York.

Mittellos und schwanger landet sie dort in der Grosseria des Libero Manfredi, der sie großherzig aufnimmt, ihr und ihrem Kind Liebe und Heimstatt bietet.


Nach gut 50 Jahren kehrt Giulia, nun eine vermögende Amerikanerin mit ihrem Sohn Michael nach Borgo zurück. Wie wird ihr Zusammentreffen mit Anitia sein?


Der großartige Familienroman von Raffaella Romagnolo fächert ein breites Familienepos vor dem Hintergrund der turbulenten Zeitgeschichte auf. Über Borgo sind zwei Weltkriege hinweg gezogen, die viele Opfer in den Familien forderten. Auch Anita musste viel Blutzoll bezahlen. Es hat sich für die kleinen Leute nie etwas geändert, ob Republik oder Faschisten an der Macht waren. Während Giulia in Borgo ist, taucht sie immer wieder in Erinnerungen ein. Die ersten harte Jahre für Immigranten in New York, der allmähliche mühsam erarbeitete Wohlstand und immer wieder auch ihre Enttäuschung über Anita Leone und Pietro.


Ein zweiter, in die Handlung eingewobener Erzählstrang betrifft die Sippe der Leones, ihr Schicksal während der beiden Kriege und des Widerstands gegen die Faschisten.


Es ist die bildgewaltige Sprache, die mich fasziniert hat. Ein halbes Jahrhundert wird geschildert und die zeitgeschichtlichen Zusammenhänge haben mir ausgesprochen gut gefallen. Ein interessantes Epos mit zwei starken Frauen im Mittelpunkt, zu denen sich im letzten Drittel noch eine weitere starke Frauenfigur mit der jungen Marchesina Adelaide gesellt.


Hatte ich, ein wenig durch den Klappentext ( …. sie hat noch eine Rechnung offen)in die Irre geführt, eine Rachegeschichte a lá „Besuch der alten Dame“ erwartet, stellt sich dieser Roman wesentlich vielschichtiger dar. Es ist ein farbiges, fesselndes Zeitbild eines sehr bewegten Jahrhunderts und wieder mal ein Beispiel dafür, dass der Diogenes Verlag ein Händchen für ganz besondere literarische Entdeckungen hat.

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Rezensionen von LadyIceTea:

Einfach süß und schön illustriert

Napoleon Chamäleon von Kurt Cyrus; Andy Atkins

Im tiefsten Dschungel, auf dem schicksten Ast, lebt ein Chamäleon namens Napoleon. Napoleon ist eine schillernde Gestalt. Er ist mindestens so schick wie sein schicker Ast. Und genau das ist sein Problem. Denn Napoleon hätte so gern richtig gute Freunde. Doch egal ob er winkt, einen Willkommensgruß webt oder ein tolles Vogelbad für Papageiendame Polly anlegt – niemand bemerkt ihn.

Bis eines Tages etwas passiert, das Chamäleons mindestens so gut beherrschen wie die perfekte Tarnung.

Ich habe das Buch mit den Kindern meiner Cousine gelesen. Die Kurze ist sechs und ihr Bruder vier Jahre alt. Beide waren von der Geschichte sehr angetan.
Zuerst besticht das Buch natürlich durch die wunderbaren Illustrationen. Alles ist sehr bunt aber mit gutem Kontrast und dabei nicht überladen. Besonders Napoleon das Chamäleon sticht mit seiner bunten Farbe hervor – oder eben auch nicht, denn er wird immer übersehen. Der Umstand hat bei den Kids wirklich Mitleid hervorgerufen, wodurch das Ende dann zum Highlight wurde.
Schön ist auch, dass auf allen Seiten viel zum Entdecken war. Es gab nicht nur die Tiere, die in der Geschichte vorkommen, sondern auch viele kleine Tiere, die sich auf den Seiten verstecken. So hatten beide noch zusätzlich Spaß am Suchen.
Die Kinder sind begeistert und ich finde das Buch auch klasse. Eine tolle Idee!

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Rezensionen von Gaby 2707:

Ein lohnender Ausflug nach Bella Italia

Marina, Marina von Landau Grit

Marina, Marina, Marina - Ti voglio al piu' presto sposar - Marina, Marina, Marina - Ti voglio al piu' presto sposar - O mia bella mora - No non mi lasciare - Non mi devi rovinare - Oh, no, no, no, no, no

Diesen Songtext von Rocco Granata hatte ich sofort im Ohr, als ich das Cover gesehen habe. Das war eine der ersten Singles, die mir meine Großeltern vor fast 60 Jahren aus ihrem Italienurlaub mitgebracht haben.

Und das Lied hatte ich während des Lesens dauernd im Ohr.

Aber worum geht es:
Hauptsächlich um Marina, eine Frau mit verschiedensten Facetten, die Frau des Dorffrisörs.
Nino ist gerade mal 13 und unsterblich verliebt in die 30 Jahre ältere Marina, die Mutter seines besten Freundes. Die aber beginnt ein Verhältnis mit Ninos Vater, was Nino aber erst Jahre später erfährt.

Es geht um Liebe, Intriegen, Verrat, ein Wechselspiel der kleinen und großen Gefühlen, die locker-leichte Mentalität der Italiener und vor allem um die Bewohner des kleinen Ortes Sant´Amato, ein kleiner Küstenort an der italienischen Riviera. Ihre Geschichte begleite ich von 1960 bis 1968, mit einer kurzen Stippvisite ins Jahr 1980.
Bei einem Auflug zurück ins Jahr 1944 lerne ich die Auswirkungen des 2. Weltkrieges und das Leid der Bevölkerung kennen. Auch die Partisanenkämpfe werden hier thematisiert und waren für mich sehr interessant zu lesen.
Es ist kein ausgesprochenes Urlaubsbuch, wie das Cover vielleicht vermuten lässt. Es ist eher ein Einblick in einen Teil der italienischen Geschichte, verquickt mit dem Leben von 6 Familien und ihren Angehörigen, mit denen ich gleich zu Beginn des Buches in einem Personenverzeichnis bekannt gemacht werde und die mir während des Lesens immer wieder begegnen.

Ich meine spüren zu können, wie das Herz der Autorin an diesem kleinen Teil der Welt hängt und sie mir diesen als Leser näher bringen will. Was ihr bei mir sehr gut gelungen ist. Mir hat es auch sehr gut gefallen zu erfahren, wie die Autorin dazu kam, gerade diese Geschichte zu schreiben.

Zu Beginn eines jeden neuen Jahres bekomme ich einen Hit des Jahres mit interessanten Infos vorgesetzt, die ich während des Lesens leise vor mich hin summe.
Da jedes der 14 Kapitel mit den Zahlen in italienisch überschrieben ist, lerne ich sogar italienisch zählen von 1 bis 14. Was zusammen mit den immer wieder eingestreuten italienischen Worten das Gefühl in Italien zu sein noch verstärkt.
Die drei lecker klingenden Rezepte werde ich bestimmt mal ausprobieren. Einiges Wissenswerte erfahre ich am Ende der Geschichte in einem ausführlichen Glossar.

Grit Landau hat mich mit ihrem Roman am italienischen Lebensgefühl teilhaben lassen, mir die Geschichte etwas näher gebracht, mich mit interessanten Personen und ihrem Leben bekannt gemacht und mich vor allem sehr gut unterhalten. Ein Roman, der Liebe, Leidenschaft, sehr viel Gefühl und die verschiedenen Schicksale in sich vereint und den ich sehr gerne gelesen habe.

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Rezensionen von Pink Anemone:

Ein locker-leichter Frühlingskrimi mit einem holprigem Einstieg, noch etwas unausgereiftem Schreibstil und langem Ende.

Marina, Marina von Landau Grit

Kommissar Poensgens wohlverdienter Urlaub nimmt ein jähes Ende, als seine ehemalige Vermieterin tot in ihrer Freiburger Wohnung aufgefunden wird – ermordet während der Zubereitung eines Spargelgerichts. Der charismatische Ermittler mit körperlichem Handicap begibt sich zwischen Rebenlandschaften und den Spargelfeldern des Kaiserstuhls auf die Suche nach dem Täter – bis er sich auf einmal selbst im Kreis der Verdächtigen wiederfindet.

..(Klappentext)

❁❁❁❁❁

"Sie sieht und hört schlecht, trotzdem weiß sie, dass plötzlich jemand hinter ihr steht, dass gleich etwas Furchtbares passieren wird. Sie riecht die Gegenwart des Ungeheuers. Eine Brühe aus kaltem Schweiß, warmem Atem und süßlichen Aftershafe schlägt ihr entgegen."
(S. 9)

Kommissar Poensgen scheint Mord un Totschlag regelrecht anzuziehen, selbst in seiner Freizeit. Da will er nach Jahrzehnten mit einem Freund seinen Geburtstag in Wien feiern und schon liegt da ein erschossener Würstelverkäufer vor seinen Füßen. Doch auch zu Hause gab es einen Mord. Henriette von Schubert, eine wohlhabende Witwe von stattlichen 85 Jahren, wurde in ihrer Wohnung erschlagen. Da sie Poensgens ehemalige Vermieterin ist, trifft ihn das besonders.
Vorbei ist es mit Entspannung an seinen freien Tagen, Poensgen muss so schnell wie möglich zurück nach Freiburg, um den Fall selbst aufzuklären. Bei der Tatortbegutachtung begegnet er einem sprechenden Papagei und einem Dandy-Opa. Wer das schon für skurril hält, wird überrascht sein was sich noch so alles in diesem Krimi tummelt. Und während man schmunzelt und einem hin und wieder das Wasser im Mund zusammenläuft, begibt man sich auf die Suche nach dem Täter.

Hier begegnet einem ein ganz besonders Exemplar eines Kommissars. Poensgen ist 46, einer der besten Ermittler und ein kleiner Grießkram. Trockener Humor und Sarkasmus gehören zu seinem Grundwortschatz und er hat ein Handicap. Nein, diesmal kein Alkoholiker oder drogenabhängiger Kommissar, er hat wirklich ein Handicap. Er sitzt seit einem mißglückten Polizeieinsatz im Rollstuhl - hüftabwärts gelähmt. Wer nun denkt einen vor Selbstmitleid triefenden Ermittler anzutreffen irrt gewaltig. Poensgen lässt sich nämlich nicht durch so eine "Lapalie" wie einen Rollstuhl aufhalten.

">>Gott sei Dank, der Schädel ist okay, der scheint zu funktionieren. Der Kopf ist der wichtigste Körperteil. Auf Beine kann ich verzichten<<, denkt Poensgen und spürt das Beißen seines Zynismus auf der Zunge wie zuvor den sauren Schleim." (S. 62)

Der Krimi besticht durch einen einfachen und flüssigen Schreibstil, doch der Erzählstil ist leider etwas ausschweifend, als ob die Autorin nicht wüsste wohin mit ihren vielen Ideen und Schmähs. Dadurch kommt es zu der ein oder anderen Länge. Auch mit dem eigenwilligen Deutsch der Autorin hatte ich manchmal zu kämpfen, hier ein paar Beispiele:

"Er hat noch nie mit einem Messer Spargeln geschält,..." (S. 73

"Maria zieht ihre graugrüne Parka aus..." (S. 179)

"Als er sicher sitzt, zieht er seine Sonnenbrille auf,..." (S. 194), etc.

Hauptsächlich störte mich das ständig auftretende Wort "Spargeln", wobei ich mir nicht sicher bin, ob das ev. eine landesspezifische Pluralbezeichnung für Spargel ist. Ich als Österreicherin habe es jedenfalls noch nie gehört. Das Lektorat scheint hier jedenfalls auch nur huschwusch drübergelesen zu haben.
Durch diese Kombinationen wirkt alles etwas unausgereift.

Der Krimi strotzt nur so vor skurrilen Figuren, was anfangs durchaus amüsant ist, dem Krimi aber auch etwas das Genick bricht. Immerzu witzige Sprüche, die manchmal etwas aufgesetzt wirken und es wieder auf Kosten der Spannung geht, denn diese will sich leider so gar nicht einstellen. Zudem wirken die Protagonisten dadurch, und vor allem die Kollegen von Poensgen, als hätten sie alle zusammen einen IQ eines Styroporkugerls. Wirklich ernst nehmen kann man außer Poensgen niemanden.

">>Also, nun mal ehrlich, es ist doch so, Tragödien beginnen mit der großen Liebe und enden erst dann, wenn alle umgebracht sind...<<"
(S. 49)

Ab der Mitte des Buches bessert sich das jedoch. Es kommt Spannung auf und es werden auch ernstere Töne angeschlagen. Weiters steckt der Krimi trotzdem voller überraschender Wendungen und ich huschte dann nur so durch die Seiten. Leider wurde mir persönlich das Ende wieder zu sehr in die Länge gezogen - über knapp 50 Seiten.

Im Anschluß hält die Autorin noch ein Rezept für ein Spargel-Mousse bereit. Eines, welches die alte Dame nicht mehr genießen konnte.

Fazit:
Der Anfang gestaltete sich für mich etwas holprig und auch nervig, denn diese ewiglangen und sinnbefreiten Aus- und Abschweifungen, sowie der Überfluss an gestelzt wirkenden Schmähs, zerrten doch etwas an meiner Geduld. Zudem wirken Schreib- und Erzählstil noch etwas unbeholfen und unausgereift. Das änderte sich ab der Hälfte schlagartig und die Autorin scheint ihren Flow gefunden zu haben. Während ich an der ersten Hälfte zwei Tage las, verschlang ich die 2. Hälfte in einem Rutsch. Nur das Ende war wieder eine etwas langwierige Geschichte.
Im Großen und Gnazen ist es jedoch ein locker-leichter Frühlingskrimi, der mich vor allem durch den unkonventionellen Ermittler begeistern konnte.
Falls sich die Autorin entschließen sollte einen zweiten Teil zu schreiben, würd eich ihn sofort lesen...vorausgesetzt sie verwendet das Wort "Spargeln" nicht mehr ;-)

© Pink Anemone (inkl. Leseprobe, Autoren-Info und Rezept zum Buch: Spargel-Topfen-Mousse)

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Rezensionen von Gaby 2707:

Freunde für´s Leben

Nebelherz von Leonie Haubrich

Nach der fünfzehnjährigen Abi-Feier verlassen Niklas Hofmann, Marten Willemsen und Janine Peters die Party und übernachten alle ziemlich zugedröhnt in einem Waldstück. Hier holen Niklas die Schatten der Vergangenheit ein. Er sieht sich vor 16 Jahren Lisa Seibel, das Mädchen, zu dem er sich so stark hingezogen fühlte, überfahren und wie er sie mit Ziegelsteinen beschwert in den Rhein schleppt und untergehen lässt.

Und wieder ist da, dieser Fuchs, der ihn anstarrt. Niklas kann mit seiner Schuld, die sich nach so vielen Jahren an die Oberfläche drängt, nicht länger leben und stellt sich der Polizei. Nach mehreren Recherchen, bei denen Niklas Schuld nicht nachgewiesen werden kann, ist er wieder auf freiem Fuß. Aber er gibt nicht auf, will unbedingt für sein Tun büßen. Carolin Seibel, Lisas Schwester, hat nie an ein Abtauchen ihrer Schwester geglaubt. Bis heute versucht sie, die wahren Begebenheiten herauszufinden und Lisas Mörder zu überführen. Fast zu spät merkt sie, dass sie dem Mörder sehr nahe gekommen ist und erkennt nicht die Gefahr in der sie schwebt.

„ Nebelherz“, der neue Thriller von Leonie Haubrich, hat auf mich von Anfang an einen tiefen Sog ausgeübt. Es ist mir sehr schwer gefallen, das Buch auch mal aus der Hand zu legen. Ich war ab der ersten Seite gefesselt und im Bann von Niklas, Marten und Janine gefangen.
Ich habe von Anfang an nicht wirklich an die Schuld von Niklas geglaubt. Wollte einfach nicht glauben, dass der sympathische junge Mann ein Mörder sein soll. Ich habe ihn zutiefst bedauert. Ihn, der einen Kunden nach dem anderen verliert, der seine schwangere Frau verliert, dessen Eltern ihn nicht mehr im Haus haben wollen und der nicht mehr ein noch aus weiß. Durch die Recherche von Carolin kommen immer neue Details auf. Genau wie sie weiß ich nicht, kann ich Niklas trauen oder nicht.

Obwohl ich bereits nach ca. der Hälfte des Buches geahnt habe, wer der Mörder sein könnte, blieb die Spannung erhalten. Denn die Frage nach dem Wie und dem Warum klärt sich zusammenhängend erst kurz vor Schluss.

Was auch hier meinem Lesegeschmack wieder sehr zugute gekommen ist: Leonie Haubrich kommt, obwohl es ein paar Tote gibt, ohne großes Blutvergießen aus. Ihre Stärke liegt erschaffen von glaubhaften Protagonisten, von spannungsgeladenen Szenen und von Wendungen, bei denen ich mit meinen „Ermittlungen“ wieder ganz am Anfang stehe.

Was mir auch sehr gut gefallen hat: Jeden Kapitelanfang ziert ein kleiner Fuchs, den ich schon auf den ersten Seiten kennengelernt habe, der schnüffelnd seine Nase in den Wind hält.

Wieder ein brillant ausgearbeiteter Psychothriller, bei dem ich nicht anders kann, als ihn mit 5 Sternen und einer Leseempfehlung zu bewerten.

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Rezensionen von heinoko:

Eine gelungene literarische Collage

Düsternbrook von Milberg Axel


Kurzweilig ist dieses Buch und leicht lesbar. Ein Buch für zwischendurch sozusagen. Doch Leichtigkeit darf nicht mit Belanglosigkeit gleichgesetzt werden. Denn das Buch hat es tatsächlich in sich.
Wir begleiten Axel von der Kindheit bis ins Studentenleben und zur Aufnahme in der Schauspielschule.

Wir folgen diesem Werdegang anhand von Erinnerungssplittern, anhand von Momentaufnahmen, die bruchstückhaft auftauchen und als unvollständige Puzzle-Teile erzählt werden. Dies geschieht in einem ganz eigenen Sprachstil, sehr reduziert, dabei punktgenau, mit dem gelegentlich aufblitzenden unterkühlten Humor des Norddeutschen. Es ist eine Lust, als Leser diese Lebenssplitter einzusammeln und der Entwicklung des jungen Axel zu folgen. Dem Autor ist die große Kunst gelungen, sehr genau die Sichtweisen des Kindes in Sprache umzusetzen. So wie sich dem Heranwachsenden neue Erlebnisse in ihrer eigenen Bedeutsamkeit eröffnen, so erweitert sich auch mit zunehmendem Alter die Sprache. Hier schreibt nicht ein wissender Erwachsener über sein Kind-Sein, sondern die gesammelten altersgemäßen und unzensierten Erinnerungsfetzen sprechen für sich selbst. Wir erleben die Gabe des Kindes, sich in träumerischer Weise das Überleben in einer nicht gerade warmherzigen Familie zu sichern. Mit großer Fantasie rückt Axel seine Welt für ihn passend zurecht, und liebenswert-komische Zeitgenossen, wunderbar beschrieben, übernehmen zeitweise die Führungsrolle bei der Suche nach dem Wohin. All das wird durch die kurzen Sequenzen, durch das nicht-lineare Erinnern für den Leser spürbarer und ehrlicher, weil hier eben nicht ein Erwachsener die Erinnerungen zurechtrückt, zurechtbiegt, in einen eitlen Konsens bringt. Es gibt im Buch auch sehr verstörende Puzzle-Teile, die scheinbar nicht ins Gesamtbild passen, aber eben nur scheinbar. Denn auch sie haben ihre eigenen Auswirkungen, tragen vielleicht sogar dazu bei, dass Axel letztlich seine Heimatstadt verlässt.
Das Buch wirkt lange nach, obwohl oder vielleicht gerade weil es in dieser wohltuend-zurückhaltenden Weise geschrieben ist. Hier pflegt nicht ein Schauspieler seine Eitelkeiten, sondern es hat ein feinsinniger Mensch seine eigene Sprache gefunden, unaufdringlich-eindringlich. Das ist Literatur.

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Rezensionen von begine:

Eine Hündin und ihre Herrchen

Düsternbrook von Milberg Axel


Uwe Krauser hat seine Hündin Phoebe in dem Roman „Phoebe Eine Straßenhündin checkt ein“
zu Wort kommen lassen. Eine Wunderschöne Idee.
Ich brauchte gerade mal ein Buch zum Aufmuntern, da schaut mich ein cleveres Hundegesicht auf einem Cover an.
Gleich habe ich mich in Phoebe verliebt.

Wie sie versucht ihr Herrchen zu manipulieren ist einfach spitze. Interessant sind auch ihre Freunde, die sie kennen lernt. Wie ihrFreund Hektor Tipps gibt ist witzig.
Allerdings ist nicht alles lustig. Wie die illegalen Händler mit ihrer Ware umgehen ist grausam.

Der Autor erzählt dies Geschichte mit Humor und Ernsthaftigkeit.
Ich musste beim Lesen viel Lächeln, aber es gab auch traurige Szenen. Das richtige Maß macht es aus.
Ich möchte dieses Buch gerne weiter empfehlen.
Die Lektüre ist ein Genuss. Ihr werdet Phoebe auch lieben.

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Rezensionen von LEXI:

Die Dunkle Braut von Deeprath

Das geheime Turmzimmer von Laura Andersen

Seine Recherchen zur keltischen Legende über die Dunkle Braut von Deeprath führten den viktorianischen Schriftsteller Evan Chase im Jahre 1879 nach Deeprath Castle. Die von den Normannen erbaute Burg in einem flachen Tal der Wicklow Mountains südlich von Dublin befand sich seit Jahrhunderten im Besitz der Familie Gallagher.

Evan verliebt sich in Jenny, die Tochter des Burgherrn, kehrt jedoch knapp zwei Jahre später nach dem tragischen Tod seiner jungen Ehefrau als gebrochener Mann nach England zurück. Im Jahr 1991 wurden Cillian, der sechzehnte Viscount Gallagher und seine Ehefrau Lily tot aufgefunden. Ihre beiden Kinder Aidan und Kyla wuchsen bei ihrer Großtante Lady Nessa Gallagher auf. Nachdem die Burg zwanzig Jahre lang unbewohnt war, versammelt sich die Familie anlässlich einer bevorstehenden Übergabe des alten Gemäuers und engagiert die Amerikanerin Carragh Ryan als Archivarin. Carraghs lebhaftes Interesse gilt den umfangreichen und kostbaren literarischen Werken der Bibliothek, in erster Linie jedoch möchte sie alles über ihren favorisierten viktorianischen Schriftsteller Evan Chase in Erfahrung bringen. Carraghs Neugier, ihre direkte und unverblümte Art und ihre sprichwörtliche Hartnäckigkeit bringen die junge Frau jedoch in große Gefahr. Denn die Burg hütet Geheimisse, die um keinen Preis enthüllt werden sollen. Die anfangs angespannte Atmosphäre verschärft sich durch ungewöhnliche Vorfälle, die letztendlich in ein atemberaubendes Finale münden.

Laura Andersens Roman entführte mich in die wunderschöne Gegen der irischen Wicklow Mountains, wobei sie mich mit der bildhaften Beschreibung der rauen Schönheit dieser Landschaft und den außergewöhnlichen Schauplätzen rasch in ihren Bann zog. Auch das Innere der Burg, welches Merkmale verschiedener Epochen wie beispielsweise der Tudorzeit oder des Regency aufweist, wurde liebevoll und in allen Einzelheiten beschrieben. Eine besondere Faszination geht vom alten Brautturm aus, dem unheimlichen Aufenthaltsort der unglücklichen Jenny Gallagher. Die ehemals wohlhabende Klosterstadt Glendalough und die Kirche Saint Kevin übten ebenfalls großen Reiz auf mich aus. Das Geheimnis um die Dunkle Braut und die tragischen Schicksale der Gallaghers sind zentrale Themen dieser Handlung. In Form von Rückblenden und durch Tagebucheinträge taucht man tief in längst vergangene Zeiten ein und kommt dem Rätsel nach und nach auf die Spur.

Die handelnden Figuren dieses Buches wirken authentisch, ihre Charakterzeichnung ist von liebevollen Details geprägt, die Spannung zwischen den Familienmitgliedern sorgt für emotionsgeladene Szenen. Lady Nessa Gallagher wird als gefühlskaltes, matriarchalisches Familienoberhaupt dargestellt, eine stolze, distinguierte alte Dame, die sich ihrer vornehmen Herkunft bewusst ist. Ihr attraktiver Großneffe Viscount Aidan Gallagher scheint selbstbeherrscht und weist tadellose Manieren auf. Lediglich im Umgang mit seiner schwierigen Schwester Kyla sowie seiner Großtante Lady Nessa Gallagher wandelt sich Aidans umgängliche Fassade in kalte Arroganz, es herrscht ein frostiges Klima.

Durch zahlreiche Rückblenden erfährt man Einzelheiten über die seelisch unausgeglichene Schönheit Jenny Gallagher und ihren Ehemann Evan Chase. Sibéal McKenna wird als Inspector der Garda in Dublin, Abteilung für ungeklärte Verbrechen, mit dem rätselhaften Todesfall von Aidans und Kylas Eltern Lily und Cillian Gallagher betraut. Die attraktive Irin besitzt einen guten Instinkt und eine ausgezeichnete Menschenkenntnis, ihr obliegt es, nach beinahe zwei Jahrzehnten diesen Mordfall neu aufzurollen. In Carragh Ryan findet man eine hübsche junge Halbchinesin, deren große Liebe der englischen Literatur gehört. Mit ihrer unverblümten, dickköpfigen und neugierigen Art lässt sie sich nicht von ihren Nachforschungen inmitten der feindseligen Atmosphäre auf der Burg abschrecken. Durch zahlreiche und zum Teil sehr sympathische Nebenfiguren versteht Laura Andersen es, die Handlung darüber hinaus zu bereichern. Sibéals Vorgesetzter, Superintendent O’Neill, die freundliche und herzliche Haushälterin Mrs. Bell und der fröhliche Ryan-Clan waren mir auf Anhieb sympathisch. Kyla Gallaghers Ehemann Philip Grant hingegen würde ich als meinen ganz persönlichen Antagonisten bezeichnen.

Die Autorin besitzt einen flüssigen und einnehmenden Schreibstil. Durch die ungelösten Todesfälle der Familie Gallagher und die unerklärlichen Vorfälle entstand ein Spannungsbogen, der bis zur letzten Seite aufrechterhalten wurde. Die mit detaillierten Zeitangaben versehenen wichtigsten Fakten über Jenny Gallagher und Evan Chase vom Mai 1879 bis zum März 1882, sowie jene über Cillian und Lily Gallagher im Jahr 1992 sind aus meiner Sicht ein unerlässlicher Einstieg in diese Geschichte, deren Lektüre mit den Sprüngen in den verschiedenen Jahrhunderten und den zahlreichen handelnden Figuren Konzentration und Aufmerksamkeit erfordert. Laura Andersen vermochte ihren Spannungsbogen stets hoch zu halten, was den Leser unweigerlich dazu bringt, in atemloser Erwartungshaltung immer weiter zu lesen und das Buch nicht mehr aus der Hand zu legen.

„Das geheime Turmzimmer“ ist eine imposante und geheimnisumwobene Familiengeschichte, die mich sehr gut unterhalten und mir ausgezeichnet gefallen hat. In diesem Buch werden Einblicke in verschiedene Generationen der Gallaghers gewährt, lange zurückliegende Todesfälle endlich aufgeklärt und die atemberaubende irische Landschaft mit ihren Sehenswürdigkeiten in die Handlung verwoben. Liebevoll gezeichnete Charaktere und ein Hauch Mystik vervollständigen diese Lektüre, die ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann.

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