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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von yellowdog:

Begegnung auf den Klippen

Die zweifelhafte Miss DeLancey von Carolyn Miller

Die Handlung dieses sehr gut lesbaren Romans liegt in der Epoche der Regency, also frühes 19.Jahrhundert.
Die Autorin Carolyn Miller ist offensichtlich stark von Jane Austen beeinflusst und die Austen-Fans werden dankbar dafür sein. Hilft es ja auch, das diese große Schriftstellerin nicht vergessen wird.

Carolyn Miller gelingt es nicht nur, ihre Figuren mit vielen Eigenschaften auszustatten, so dass sie echt wirken und sie an interessante Orte wie Brighton und London zu versetzen, sie hat auch noch ein Gespür für leise Ironie.

Erzählt wird abwechselnd aus Sicht von Clara und von Ben. Sie haben gemeinsam, dass sie vom Leben gebeutelt wurden und sich auch ganz schön in Selbstmitleid suhlen. Als Leser denkt man deshalb schon früh, dass die beiden sich sehr gut tun werden, wenn sie zusammenkommen sollten.
Was beiden widerfahren ist, möchte ich an dieser Stelle noch nicht verraten.

Erst einmal lernt die 25jährige Miss Clara DeLancey Bens sympathische Schwestern Mathilda und Tessa kennen und freundet sich mit ihnen an, ohne Ben zu kennen. Sie denkt zuerst sogar, deren Bruder wäre noch jünger. Es dauert eine Weile bis die beiden sich wirklich treffen und näher kommen und das geht nicht ohne Schwierigkeiten. Unfassbar, was damals Standesdünkel und Finanzielle Verhältnisse in der Gesellschaft zählten und Verbindungen, die nicht ganz zu passen scheinen, erschwerten.

Es hat mir dann gut gefallen, wie der Roman zeigt, dass sich Menschen auch ändern können und Clara entwickelt sich im Verlauf des Romans sehr positiv.
Hinzu kommt, dass das Buch hinsichtlich Dramatik wie Emotionen so wunderbar ausgewogen ist.

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Rezensionen von Tara:

Einfach & vielseitig

1 Brot - 50 Aufstriche von Marco Seifried

„1 Brot – 50 Aufstriche“ ein Kochbuch aus der GU Küchenratgeber Reihe des Autors Marco Seifried.

Bei uns wird viel Brot gegessen und dabei darf keine Langeweile aufkommen. In diesem Ratgeber findet man 50 Brotaufstriche, die einfach nachzumachen sind und die Abwechslung in allen Varianten von süß über herzhaft und vegetarisch bis fisch- und fleischhaltigen bietet.

Zu Beginn – im Innencover - findet man grundsätzliche Informationen und Tipps über Zubereitungstricks und Kombinationsmöglichkeiten. Die Rezepte sind in drei Kategorien – „Mit Fleisch und Fisch“, „ Vegetarisches“ und „Süßes“ – gegliedert.
Die Darstellung der Rezepte ist übersichtlich und immer gleich aufgebaut. Mit einem Blick sind die Zubereitungszeit und die Zutaten zu erkennen. Die Zubereitung selbst wird jeweils gut verständlich in zwei oder drei Schritten erklärt. Zusätzlich findet man bei den Rezepten oft einen Extratipp oder wissenswerte Fakten.
Der Variantenreichtum, was man durch einen Brotaufstrich aus dem Klassiker – der Brotzeit – zaubern kann, ist enorm. Als Basis wird mit Nüssen, Obst, Gemüse, Frischkäse, Hülsenfrüchten und vielem mehr variiert. Zu den jeweiligen Aufstrichen gibt es appetitliche Fotos, so dass man eine gute Vorstellung von dem bekommt, was man machen möchte.

Ich bin bei den Rezepten, die ich bisher ausprobiert habe mit den Angaben der Zubereitung und den Zeiten gut zurechtgekommen.

Mein Fazit: Ein optisch ansprechender, praxisnaher Küchenratgeber, der mich durch seine Ideenvielfalt überzeugt hat.

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Rezensionen von Furbaby_Mom:

Der Funke ist leider (noch) nicht so ganz übergesprungen

Bring Down the Stars von Emma Scott

Für mich war "Bring Down the Stars" das erste Werk, welches ich von der Autorin Emma Scott, über deren Schreibkünste ich im Vorfeld bereits viel Positives gehört hatte, lesen durfte. Hand auf’s Herz – allein das wunderschöne, glitzernde Cover verführt ja schon zum Lesen, oder?! Und auch der Klappentext hatte ziemlich vielversprechend geklungen: ein von der Liebe enttäuschtes Mädchen trifft auf zwei Jungs, von denen sich einer mit den poetischen Fertigkeiten des anderen schmückt, um besagtes Mädchen zu beeindrucken.

Emotionales Chaos und Herzklopfen vorprogrammiert – all das vor der Kulisse der renommierten Amherst Universität in Massachusetts.

Erstaunt hatte ich vor der Lektüre festgestellt, wie weit die Meinungen über diesen bei LYX erschienenen Auftakt des 'Beautiful Hearts'-Duetts auseinandergingen und ich war fest entschlossen, der Sache auf den Grund zu gehen. Inzwischen kann ich festhalten: auch ich habe gemischte Gefühle im Hinblick auf diesen Roman. Die Beschreibung 'durchwachsen' trifft es wohl am besten. Den Schreibstil der Autorin habe ich, abgesehen von ein paar Längen im Mittelteil, als durchaus angenehm empfunden; nicht zu verspielt, nicht triefend vor Herzschmerz. Vor allem ist es ihr gelungen, die Handlung und die Dialoge als vollkommen realistisch zu gestalten – glaubwürdiger geht es kaum. Auch die Hauptfiguren - Autumn, Connor und Weston – sind authentisch und facettenreich ausgearbeitet worden. Connor war, sonniges Gemüt hin oder her, zwar nicht mein Lieblingscharakter, aber die Autorin ließ immer wieder seine guten Eigenschaften hindurchleuchten (z.B. seine Loyalität gegenüber Wes), was ihn trotz allem, was man ihm an Fehlverhalten vorwerfen könnte, sehr menschlich erscheinen ließ. Obwohl aus seiner Perspektive nicht erzählt wird, habe ich mich gut in ihn hineinversetzen können und ja, man kann ihm wirklich kaum böse sein. Nur weil er mit dem goldenen Löffel im Mund geboren worden ist, heißt das nicht, dass er keine Probleme hätte. Zur weiblichen Protagonistin habe ich ziemlich wenig Verbundenheit gefühlt, was für mich bei Büchern dieses Genres ein totales Novum ist. Autumn war mir keineswegs unsympathisch – sie ist ein freundliches Mädchen mit lobenswerten Ambitionen und guten Grundansichten, allerdings kam mir ihr Part in dieser Geschichte eher wie eine Nebenrolle vor; der eigentliche Kern der Story war die Freundschaft zwischen Connor und Weston, deren Dynamik ziemlich ungewöhnlich ist. Für mich ist der charismatische, verschlossene Weston der tragische Held der Geschichte, der mit seinem feinfühligen Charakter, seiner Intelligenz und seinem Sinn für Poesie mein Herz zum Schmelzen gebracht hat. Allein wegen ihm runde ich meine geplanten 3,5 Bewertungs-Sterne letztlich doch noch auf 4 Sterne auf!

Nach dem äußerst gemeinen Cliffhanger am Ende des Romans kann ich es nicht erwarten, bis mit "Light Up the Sky" am 31.01.2020 Teil 2 der Reihe erscheint. Wie ging es Autumn in einer prickelnden Szene so schön durch den Kopf: "Endlich." - Ich habe so eine Ahnung, dass der erste Band rein zum Aufbau der Story diente und im Folgewerk das tatsächliche Feuerwerk der Emotionen explodieren wird.

Fazit: Ein tiefgründiges New Adult-Werk, verpackt in ein zauberhaftes Cover.

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Rezensionen von Gaby 2707:

Eine absolute Wohlfühlgeschichte

Herz sucht Callboy von Anna Fischer

Es sollte der bisher schönste Tag in ihrem Leben werden. Aber da hatte Paula nicht damit gerechnet, dass es sich ihr Liebster Maximilian anders überlegen würde und die Hochzeit platzen lässt. Die völlig enttäuschte Paula verlässt Berlin, lässt um nicht wieder verletzt zu werden keinerlei Liebe mehr zu und lebt nur noch für ihre Arbeit – in New York.

Hier hat sie die Möglichkeit zum Juniorpartner in einer Anwaltskanzlei aufzusteigen. Einziges Hindernis: sie muss verheiratet sein. Also muss auf die schnelle ein Fake-Ehemann her.


Ich habe bereits ein Buch von Anna Fischer aus der Herz-Serie gelesen, das mir sehr gut gefallen hat. Und genau so ging es mir hier mit der Geschichte um Paula und ihren Callboy Scott.
Anna Fischer hat einen leichten, sehr humorvollen Schreibstil an den Tag gelegt, der mich dauernd zum Schmunzeln gebracht, aber auch ein paar Tränchen bei mir hervor gelockt hat.

Mit Paula Herzog hat sie ab der ersten Seite eine junge Frau geschaffen, die mir sehr gut gefallen. Ich konnte ihren Schmerz und ihre Verzweiflung sehr gut verstehen. Bei ihren ersten Dates zur Suche nach einem geeigneten Ehemann hat sie mir in ihrer Unerfahrenheit schon ein bisserl leid getan.
Und dann lernt sie Scott, den Callboy kennen. Bei ihm hat es etwas gedauert, bis ich ihn ernst nehmen konnte, bzw. wusste, wann er mal wieder einen seiner Scherze raus haut, auf die weder Paula noch ich gefasst waren. Aber auch er entwickelt sich sehr positiv und wird mit der Zeit zu einem richtigen Goldstück. Vor allem die sehr kreativen Kosenamen, die er sich immer wieder ausdenkt, fand ich klasse.
Auch die anderen Personen, wie die Familien von Paula und Scott, die unterschiedlicher nicht sein können, finde ich top getroffen und sehr gut in Szene gesetzt. Gerade mit Scott´s Cousins hatte ich sehr viel Spaß beim Lesen.

Ein absoluter Wohlfühlroman mit sehr viel Gefühl, Humor, interessanten Charakteren, spritzigen Dialogen und vor allem ganz viel Liebe.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein "Cold Case" für Pierre Lagarde

Der Kommissar und die Tote von Saint-Georges von Maria Dries

In seinem elften Fall bekommt es Philippe Lagarde mit einem „Cold Case“ zu tun. Die junge Claire Lamar ist vor vier Jahren ermordet worden und der Täter wurde nicht gefunden. Claires Eltern ersuchen Lagarde, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Da sie beste Beziehungen in die hohe Politik haben, wird der ehemalige Sonderermittler auch wirklich mit dem Fall betraut.

Er holt dazu zwei seiner ehemalige Kollegen und Valerie, die kompetente Gendarmin in sein Team. Die vier sind entsetzt, welche Ermittlungspannen auf Grund diverser Streitigkeiten wegen der Zuständigkeiten passiert sind.
Typisch für Lagarde und sein Team ist, dass sie auch unkonventionelle Ermittlungsansätze zulassen. Recht bald ist klar, dass Claire nicht das einzige Opfer des Täter ist. Eine Frau hat später Selbstmord begangen und eine lebt in einer Anstalt.
Akribisch arbeiten sie die teilweise lückenhaften Akten durch und befragen Zeugen von damals.

Meine Meinung:

Auch diesmal wieder ein fesselnder Fall, den Philippe Lagarde und seine Truppe bravourös lösen. Wer Maria Dries und ihren Kommissar Lagarde bereits kennt, weiß, dass kein Täter unentdeckt bleibt.

Obwohl Lagarde bereits zum 11. Mal ermittelt, ist die Reihe nicht langweilig. Manchmal ist ein Plot ein wenig spannender als ein anderer. Diesmal kann der Krimi durch seine penibel arbeitenden Ermittler wieder volle punkten. Inzwischen gibt es ja überall „Cold Case“-Spezialisten, die sich in regelmäßigen Abständen diese ungeklärten Fälle ansehen. Oft genug wird dann doch noch der Täter gefasst.

Fazit:

Philippe Lagarde und sein Team lösen auch 4 Jahre alte Mordfälle mit ihren oft unkonventionellen Methoden bravourös. Daher diesmal 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ein "Cold Case" für Philippe Lagarde

Der Kommissar und die Tote von Saint-Georges von Maria Dries

In seinem elften Fall bekommt es Philippe Lagarde mit einem „Cold Case“ zu tun. Die junge Claire Lamar ist vor vier Jahren ermordet worden und der Täter wurde nicht gefunden. Claires Eltern ersuchen Lagarde, die Ermittlungen wieder aufzunehmen. Da sie beste Beziehungen in die hohe Politik haben, wird der ehemalige Sonderermittler auch wirklich mit dem Fall betraut.

Er holt dazu zwei seiner ehemalige Kollegen und Valerie, die kompetente Gendarmin in sein Team. Die vier sind entsetzt, welche Ermittlungspannen auf Grund diverser Streitigkeiten wegen der Zuständigkeiten passiert sind.
Typisch für Lagarde und sein Team ist, dass sie auch unkonventionelle Ermittlungsansätze zulassen. Recht bald ist klar, dass Claire nicht das einzige Opfer des Täter ist. Eine Frau hat später Selbstmord begangen und eine lebt in einer Anstalt.
Akribisch arbeiten sie die teilweise lückenhaften Akten durch und befragen Zeugen von damals.

Meine Meinung:

Auch diesmal wieder ein fesselnder Fall, den Philippe Lagarde und seine Truppe bravourös lösen. Wer Maria Dries und ihren Kommissar Lagarde bereits kennt, weiß, dass kein Täter unentdeckt bleibt.

Obwohl Lagarde bereits zum 11. Mal ermittelt, ist die Reihe nicht langweilig. Manchmal ist ein Plot ein wenig spannender als ein anderer. Diesmal kann der Krimi durch seine penibel arbeitenden Ermittler wieder volle punkten. Inzwischen gibt es ja überall „Cold Case“-Spezialisten, die sich in regelmäßigen Abständen diese ungeklärten Fälle ansehen. Oft genug wird dann doch noch der Täter gefasst.

Fazit:

Philippe Lagarde und sein Team lösen auch 4 Jahre alte Mordfälle mit ihren oft unkonventionellen Methoden bravourös. Daher diesmal 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine gelungene Biografie

Vaclav Havel von Zantovsky Michael

Václav Havel (1936-2011) war eine schillernde und vielgestaltige Persönlichkeit. Er war Schriftsteller und Dramatiker mit Publikationsverbot, Dissident und nach der „Samtenen Revolution“ von 1989 auch ein gefeierter Staatsmann.

Auf Grund seiner Herkunft aus einer großbürgerlichen Familie, die 1948 nach dem kommunistischen Umsturz enteignet wurde, durfte er - wie viele andere, aus solchen Verhältnissen - keine weiterführende Schule besuchen.

Das machte ihm zeitlebens zu schaffen. Die diversen Ehrendoktorwürden nahm er nur ungern an, weil er sich dafür nicht gebildet genug fühlte.

Während des „Prager Frühlings“ war er Vorsitzender des „Klubs unabhängiger Schriftsteller“ und Unterstützer von Alexander Dubčeks Reformkurs.

Interessant, dass Havel erst 1977, wegen der von ihm initiierten „Charta 77“ ins Gefängnis musste.

Nach 1989 wurde er, fast schon wider Willen, Staatspräsident der Tschechoslowakei. Dieses Amt hatte er gleich dreimal inne. Unter seiner Regierung erfolgte - im Angesicht der blutigen Auflösung von Jugoslawien - die friedliche Trennung in Tschechien und Slowakei.

Ohnehin nicht mit besonders robuster Gesundheit ausgestattet und durch die jahrelangen Gefängnisaufenthalte sowie durch das Kettenrauchen geschädigt, stirbt Václav Havel am 18.12.2011 an Lungenkrebs.

"Havel war ein unangenehmes Spiegelbild für seine Landsleute" (Jiri Pehe)

Meine Meinung:

Als Österreicherin bin ich natürlich mit einem ambivalenten Verhältnis zur Tschechoslowakei aufgewachsen. Nicht immer habe ich die Geschehnisse im Nachbarstaat verfolgt, doch der „Prager Frühling“ 1968 und die „Samtene Revolution“ 1989 sind mir als Meilensteine in Erinnerung. Diese Biografie hat mir Details offenbart, die ich so nicht gewusst habe. Ich war z.B. immer der Meinung, dass Havel wegen seiner Haltung zum „Prager Frühling“ im Gefängnis war.

Biograf und Schriftsteller Michael Žantovský war lange Jahre als Diplomat an der Seite Havels. Er kennt Vàclav Havel genau. Sehr spannend finde ich die Zusammenstellung seines ersten Regierungsteams, das hauptsächlich aus (oft langhaarigen) Intellektuellen und weniger aus Politikern oder Diplomaten bestanden hat. Mit Karl Schwarzenberg holt er sich einen Vollblutdiplomaten und Politiker als Stabschef und Außenminister in sein Team, der in über verschiedene Hürden auf dem glatten Parkett der Politik begleitet (und fallweise auch rettet). Schmunzeln musste ich über die Passage, in der Havel & Co. eine Audienz bei Queen Elizabeth, aber keine adäquate Kleidung hatten. Schwarzenberg ließ die Delegation auf seine eigene Kosten in der Savile Row neu einkleiden.

Žantovskýs Biografie zeigt uns einen Mann, der bei aller Verletzlichkeit mit bewundernswertem Mut für Freiheit und Wahrhaftigkeit eintreten ist. Er schildert die faszinierende Geschichte eines verspielten Dramatikers, der die totalitären Verhältnisse seines Landes zum Einsturz bringt.

Die Biografie lässt sich sehr gut lesen. Manchmal sind die vielen Details ein wenig zu üppig und die Auszüge aus Briefen oder Theaterstücken für meinen Geschmack zu lange.

Ein bisschen mehr hätte ich gerne über den schwierigen Prozess der Restitution an die ehemals (oft mehrfach) enteigneten Familien gelesen.

Fazit:

Für diese umfassende Biografie eines großen Schriftstellers, Dissidenten und Politikers, gebe ich gerne 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Ausflug ins Viktorianische London

Mord ist eine harte Lehre von Ann Granger

Dieser neue Fall führt Inspector Ben Ross aus dem nebeligen London u.a. nach Yorkshire. Ein junges Mädchen wird im Abfalltrichter eines Londoner Pubs tot aufgefunden. Ungewöhnlich an der Leiche sind ihre teuren Stiefel und das Fehlen einer warmen Überkleidung sowie die gepflegten Hände.

Schnell ist klar, dass der Fundort nicht der Tatort ist und die Tote keines der leichten Mädchen, die die Straßen von London bevölkern.

Doch vorerst scheint niemand die junge Frau zu vermissen. Die einzige Spur sind die Stiefel. Da Bens Vorgesetzte Dunn krankheitshalber das Bett hüten muss, gibt sich Ross eine Dienstaufträge selbst.

Gleichzeitig bemerkt Ruby, eine alte Dame, dass im Haus gegenüber etwas Geheimnisvolles vor sich geht: Eine junge Frau scheint gefangen gehalten zu werden, das sie niemals das Haus verlässt. Da BEn Ross mit dem Mord vollauf beschäftigt ist und in dieser Sache keinen Handlungsbedarf nach dem Gesetz sieht, nimmt sich seine Frau Lizzie Martin dieses Falles an und entdeckt ganz etwas anderes.

Meine Meinung:

Auch dieser Fall ist gut gelungen, denn er stellt die Zwänge der Londoner Gesellschaft um 1870 plakativ dar. Eine Lady (oder zumindest eine wohl erzogene Frau) tut dies oder das nicht. Lizzie setzt sich wie schon öfters über alles Konventionen hinweg. Ihre Neugier und der Drang zu helfen, bringen sie zwar manchmal in die Bredouille.

In diesem Krimi kann Lizzie Martin ihre soziale Ader und ihre vom Vater erlernte medizinische Kompetenz beweisen.

Schmunzeln musste ich über die Sinneswandlung von Chiefinspector Dunn. Dass die, der von Mrs. Dunn verordneten Medizin, nämlich dem opiumhältigen Laudanum geschuldet ist, hat doch recht erheitert.

Gut gefällt mir, dass mit Dr. Mackay ein neuer Charakter eingeführt worden ist. Der Arzt hält viel von den neuen Methoden zur Überführung von Tätern an Hand von Beweisen anstatt von herausgeprügelten Geständnissen. So untersucht er mögliche Tatorte und Tatwaffen auf Blutspuren. Die Feststellung der Blutgruppen und die Zuordnung zu Täter oder Opfer, wird noch ein wenig dauern. Der österreichische Arzt und Forscher Karl Landsteiner wird erst 1900 die spezifischen Blutgruppenmerkmale A, B und 0 entdecken.

Fazit:

Wieder ein fesselnder Krimi aus dem Viktorianischen London, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Norwegen unter dem Hakenkreuz

Schicksalstage am Fjord von Sofie Berg

Schauplatz: Norwegen 1942-1945. Deutsche Truppen haben Norwegen besetzt und üben den üblichen Terror aus. Kommunisten, Sozialisten, Juden und andere Regimegegner werden unerbittlich verfolgt.
So auch der Vater von Ingrid, der Hauptfigur dieses Romans, der als Kommunist bereits im Gefängnis war und weiter unter Beobachtung steht.

Viele Norweger engagieren sich mehr oder weniger aktiv im Widerstand. Selbst Gespräche mit echten oder vermeintlichen Kollaborateuren oder einfach Norwegern, die für die Besatzer arbeiten sind tabu.

Ingrid gerät gleich mehrfach in die Zwickmühle, weil sie sich erstens trotz Verbots seitens ihrer Familie mit Solveig abgibt, die für die Deutschen arbeitet und zweitens, weil sie sich in einen deutschen Marinesoldaten verliebt.

Die Rachsucht ihrer Schwester und ihres Bruders Ingrid gegenüber, als sie ein Kind vom „Feind“ erwartet ist furchtbar. Besonders grausam ist, dass sogar die kleinen Neffen indoktriniert werden und in der Cousine einen Feind sehen, der nicht einmal die Bauklötze angreifen darf.

Ingrids Mutter und ausgerechnet Ingrids Schwager Einar, der von der Gestapo verhaftet und in einem KZ gefangen gehalten worden ist, sind um Ausgleich, Verständnis und Sachlichkeit bemüht, kommen aber gegen den Hass der anderen Familienmitglieder nicht an.

Meine Meinung:

Ein zutiefst emotionaler historischer Roman, der die Unversöhnlichkeit mancher Menschen offenbart.

Der Schreibstil ist bildhaft und sehr gut zu lesen. Das Buch hat mich gefangengenommen und mich tief in diese Zeit eintauchen lassen. Teile der Geschichte sind Sofie Bergs eigener Familiengeschichte entnommen.

Sofie Berg hat starke Charaktere geschaffen. Die Zerrissenheit, die Verzweiflung von Ingrid lässt sich hautnah nachvollziehen.

Das Ende, das ich hier nicht verraten werde, kommt dann ein wenig abrupt mit einem Cliffhanger, der auf eine Fortsetzung hoffen lässt.

Fazit:

Für diesen historischen Roman gebe ich gerne 5 Sterne.

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Rezensionen von Bellis-Perennis:

Eine Hommage an eine große Frau

Margarete Schütte-Lihotzky von Mona Horncastle

Wer den Namen Margarete Schütte-Lihotzky hört, denkt unwillkürlich an die „Frankfurter Küche“. Diese Erfindung wird die großartige Architektin bis an ihr Lebensende beinahe „stigamtisieren“. Sie selbst sagt häufig empört „Ich bin keine Küche".
Margarete Schütte-Lihotzky ausschließlich auf die „Frankfurter Küche“ zu reduzieren, hieße Perlen vor die Säuer werfen.

Wer war sie nun wirklich?

Die 1897 in eine Wiener bürgerliche Familie hinein geborene Margarete war ihr ganzes Leben lang irgendwo die erste Frau. Sei es als Studentin oder als frei schaffende Architektin. Gegen viele Widerstände geht sie ihren Weg. Sozialkritisch und immer darauf bedacht, berufstätige Frauen zu entlasten, was ihr durch durchdachte Planung ihrer Wohnungen und Häuser gut gelingt. Nicht alle ihre Entwürfe werden tatsächlich gebaut.
In der Zwischenkriegszeit geht sie mit einer Gruppe engagierter Architekten nach Russland. Entgegen den Erwartungen erhält sie auch dort weniger Gehalt als ihre männlichen Kollegen. Letztlich wird nur der Arbeitsvertrag ihres Mannes verlängert, dennoch arbeitet sie ohne Bezahlung an diversen Projekten. 1940 kehrt sie, nach einem Aufenthalt in Istanbul, nach Wien zurück. Ihr Mann bleibt in der Türkei.

Den Nazis kann und will sie sich nicht anschließen. Sie tritt 1939 in die Kommunistische Partei ein und engagiert sich im Widerstand. Sie wird verhaftet und entkommt mit knapper Not der Hinrichtung.
Nach dem Krieg erhält sie in Österreich keine öffentlichen Aufträge - die Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei verhindert das während des Kalten Krieges. Das ist so typisch für diese Zeit. Währen die ehemaligen Nazis ihre nach wie vor bestehenden Netzwerke nützen können, verlässt Margarete Schütte-Lihotzky Österreich. Sie baut Kindergärten, Schulen und Sozialbauten in Kuba, der DDR und in China.

Erst in den späten 1950er Jahren gelingt es ihr, einige öffentliche Gebäude in Österreich zu planen.

Auch im hohen Alter hat sie politisch engagiert. Spät, aber doch, hat sie zahlreiche Ehrungen erhalten.

Wenige Tage vor ihrem 103. Geburtstag stirbt die Pionierin in Wien.

Meine Meinung:

Mona Horncastle hat für diese Biografie penible Recherchen angestellt und rief in den Archiven gewühlt. Herausgekommen ist ein Bild einer großartigen Frau, die sich nur nicht und niemanden verbiegen hat lassen, auch wenn es sie beinahe das Leben gekostet hätte.

Was mich noch mit Margarete Schütte-Lihotzky verbindet? Ich habe nur einen Häuserblock von ihrer elterlichen Wohnung (Hamburger Straße 14) entfernt, einen Teil meiner Kindheit verbracht und, meine Dienststelle steht genau auf jenem Grundstück in der Schiffamtsgasse, in dem das Gestapo-Gefängnis für Frauen stand, in dem Margarete Schütte-Lihotzky inhaftiert war. Ach ja, bei einem Architekten habe ich auch einige Zeit gearbeitet.

Ich habe bereits vor einiger Zeit ihr Buch „Warum ich Architektin wurde“ gelesen.

Fazit:

Eine Hommage an eine große Frau, die nicht auf die Erfindung der „Frankfurter Küche“ reduziert werden sollte. Für diese Biografie gebe ich ein unbedingte Leseempfehlung und natürlich 5 Sterne.

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