Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nele33:
So ganz anders
DUNKEL von Ragnar Jonasson
Das Ende als Anfang- was für eine kuriose Idee dachte ich-ob dies wohl funktioniert? Oh ja, es hat funktioniert.
Hulda, 64 Jahre alt und Kommissarin wird von jetzt auf gleich aussortiert-14 Tage die ihr bleiben, bevor sie ihr Büro räumen muss. 14 Tage, in denen sie sich mit einem cold case befassen darf um nicht völlig unbeschäftigt zu sein.
Es kann ja nicht anders kommen, sie ermittelt und trifft auf Ungereimtheiten.
Für einen Thriller zu wenig und für einen Krimi zuviel Spannung, aber ganz typisch islandisch geschrieben. Langsam, ruhig , beschreibend aber eben auch spannend und immer etwas dunkel- wie der Titel schon sagt.
Ich mag Hulda, sie ist etwas spezielle, nicht gerade ein Empathie Träger mit ihrer doch leicht negativen und depressiven aber auch sehr direkten Art.
Mich hat "Dunkel" mit Hulda gut unterhalten und ich werde mit Sicherheit auch die zwei folgenden Bände lesen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mir nicht gefallen
Das Mündel des Hofmedicus von Jutta Weber-Bock
Dieser historische Roman, der die Jahre 1804-1820 umfasst, hat mir leider nicht gefallen. Warum?
Die Idee, den von Kurfürst und späteren König von Napoleons Gnaden Friedrich von Württemberg ausgerufenen Wettstreit, welche Erziehungsmethode, nämlich die durch Prügel und Strenge oder jene nach Heinrich Pestalozzi, mit Liebe und Zuneigung, bessere Erfolge bringt, habe ich sehr interessant gefunden.
Doch was habe ich bekommen?
Eine sehr verworrene Geschichte um Christiane, genannt Nanele oder Nanette, die angeblich die außereheliche Tochter einer nicht näher genannten Adeligen sein soll und bereits als Baby durch zahlreiche Hände gegangen ist, bis sie in der kinderreichen Familie des Pfarrers von Metzingen eine glückliche Kindheit verbringen darf.
Allerdings ändert sich Nanettes Leben mit knapp acht Jahren von Grund auf. Sie wird nach Stuttgart gebracht, wo Elisabeth Hehl, die Gattin des dortigen Bergrates und Schwester des Hofmedicus‘, ihre „Erziehungsmethoden“ anwendet. Frau Hehl gibt sich als leibliche Mutter aus und entpuppt sich als sadistische Psychopathin, die das Kind wegen jeder oft nur erfundenen oder echten Verfehlung misshandelt.
Immer mitten drinnen im Geschehen sind auch zwei Spielkarten - die Herzsieben und die Ecksteinsieben, um die es ein besonderes Gerangel gibt.
Der Schreibstil entspricht der Geschichte - kurze abgehackte Sätze, wenig Struktur, viele Wiederholungen. So wird einem Mantra gleich, x-Mal die Herkunft der Hehl („ich bin eine Geborene von Klein“) erwähnt. Auch der Hofmedicus wird in ähnlicher Weise mehrfach erwähnt. („Zum Blasensteinschneiden führte er in einem Etui....“). Diese Wiederholungen bringen die Handlung so gar nicht weiter. Wenn sie als „Stilmittel“ verstanden werden sollten, so ist das bei mir daneben gegangen. Mich haben sie ziemlich genervt.
Die eingeflochtenen Dialaktpassagen sind ein Versuch, ein wenig Lokalkolorit in den Roman zu bringen. Andererseits dürfen wir an den Gedankengängen der Nanele teilhaben, die schon mit drei bzw. fünf Jahren recht gespreizt wirkende Sätze denkt oder spricht.
Parallel zu diesem historischen Roman habe ich „Der Wintersoldat“ von Daniel Mason und „Schatten der Welt“ von Andreas Izquierdo gelesen. Beides historische Romane, die sich durch Struktur und außergewöhnliche Erzählkunst hervorheben. Obwohl beide das Thema „Erster Weltkrieg“ behandeln, lassen sich diese Bücher flüssig lesen. Vielleich fällt dieser historische Roman auch deswegen so stark ab.
Hier bei „Das Mündel des Hofmedicus“ habe ich mehrmals damit gerungen, das Buch abzubrechen. Immer wieder habe ich mich gefragt, was die Autorin ihren Lesern mitteilen möchte und bis zum Schluss, hat sich mir der Sinn dieser Erzählung nicht erschlossen. Schade um das interessante Thema der unterschiedlichen Erziehungsstile.
Fazit:
Den hohen Bewertungen zahlreicher Leser kann ich mich nicht anschließen. Einzig der Recherchearbeit der Autorin verdankt das Buch die 2 Sterne
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein beeindruckender hist. Roman
Schatten der Welt von Andreas Izquierdo
Man schreibt das Jahr 1910. Der deutsche Kaiser will in seiner Großmannsucht seinem Reich Weltgeltung verschaffen und vergisst dabei auf das Innere des Landes zu schauen, wo es mehr als genug Möglichkeiten zur Entfaltung gäbe. Die Diskrepanz zwischen arm und reich ist riesig. So auch im kleinen Ort Thorn in Westpreußen.
Drei Jugendliche wachsen inmitten von Armut und Gewalt auf.
Carl Friedländer, der schmächtige Sohn eines jüdischen Schneiders, der seinem Modesalon der Vergangenheit in Riga nachtrauert, Artur, der Sohn des gewalttätigen Wagners und die gerissene Louise, genannt Isi. Die drei wollen aus ihrer Armut entfliehen und entwickeln bereits als Halbwüchsige eigene Ideen, die nicht immer den Gesetzen entsprechen. So nehmen sie das Erscheinen des Kometes Halley, der all 75 Jahre der Erde nahekommt zum Anlass, Überlebenspillen und Gasmasken, die Isi zuvor aus dem Magazin des preußischen Heeres „beschafft“, an die abergläubische Bevölkerung zu verkaufen.
Es scheint, als hätte es das Trio geschafft, als Artur mit dem ergaunerten Geld einen der modernen Lastwagen kauft und ein florierendes Geschäft aufbaut.
Doch der Ausbruch des Ersten Weltkriegs macht alle Hoffnung zunichte. Die drei Freunde werden getrennt. Werden sie sich je wiedersehen?
Meine Meinung:
Ich habe diesen historischen Roman, der die damalige Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft und Macht in einer rückständigen Kleinstadt darstellt. Innerhalb einer Nacht gelesen.
Autor Andreas Izquierdo gelingt es vorzüglich, die Verhältnisse zu beschreiben. „Großbürgertum, Adel und Militär bildeten undurchdringliche Kasten, und das Dreiklassenwahlrecht sorgte dafür, dass sich das niemals ändern würde.“
Die Charaktere sind liebevoll beschrieben und ausgezeichnet ausgearbeitet. Die Schlitzohrigkeit von Isi ist kaum zu überbieten. Der schüchterne Carl entwickelt sich erst später, als er statt in des Vaters Fußstapfen als Schneider, eine Lehre als Fotograf antritt und später als Kriegsberichterstatter im Dienst der Donaumonarchie an den diversen Fronten auftaucht.
Die Schrecken und Gräuel des Krieges werden nicht nur direkt auf den Schlachtfeldern beleuchtet, sondern auch die Auswirkungen in der Heimat.
Einige Fragen bleiben offen, was eine Fortsetzung sehr wahrscheinlich macht. Auf eine solche freue ich mich.
Fazit:
Ein gelungener hist. Roman aus der Zeit vor und während des Ersten Weltkrieges, der die Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft plastisch darstellt. Gerne gebe ich hierfür 5 Sterne und warte gespannt auf eine Fortsetzung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein guter Überblick
Chaos im Darm von Günther H. Heepen
Dieses Buch stellt eine gute Übersicht über jene Mechanismen im Darm dar, die für chronische Krankheiten und/oder Allergien verantwortlich gemacht werden.
Das Buch soll und darf keine Diagnose durch einen Arzt ersetzen, sondern soll dazu beitragen, sich mir seinem Darm näher zu beschäftigen.
Sehr interessant finde ich die Darstellung der Körperhaltung, wenn die Darmflora geschädigt ist.
Hier erfahren die Lese einiges zum Thema Darmbakterien.
Wir finden eine gute Zusammenfassung von diversen Krankheiten, diagnostischen Möglichkeiten und Therapieansätze mit Heilmitteln. Zahlreiche Tipps zu einer darmverträglichen Lebensweise ergänzen diesen Ratgeber aus dem Verlag Gräfe & Unzer.
Der Schreibstil ist meiner Ansicht gut verständlich. Im Anhang gibt es noch Tipps für weiterführende Literatur.
Fazit:
Insgesamt ein gelungenes Buch, das einen guten Überblick über „Das Chaos im Darm“ gibt. Dafür gebe ich 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein beeindruckender hist. Roman
Der Wintersoldat von Daniel Mason
Lucius Krzelewski, Sohn vermögender Industrielle, steckt mitten im Medizinstudium, als der Erste Weltkrieg Europa überrollt. Obwohl die Eltern, vor allem die Mutter, versucht, ihren Sohn in der Etappe unter zu bringen, wird Lucius als Arzt verpflichtet, auch wenn er keine praktische Erfahrung hat. Ihn, den Idealisten, verschlägt es nach Lemnowice, einem kleinen Ort in den Karpaten.
Dort hat das k. und k. Kriegsministerium ein provisorisches Kriegslazarett aufschlagen lassen.
Statt eines erfahrenen Kollegen findet Lucius lediglich eine Krankenschwester vor, die weitaus mehr von Chirurgie und Amputationen versteht als der studierte Mediziner. Gemeinsam nehmen sie Herausforderung an. Sie kämpfen gegen Läsue, Typhus und den viel zu knappen Medikamenten. Hier und da verzeichnen sie den einen oder anderen Genesungserfolg, wissen aber doch, dass sie Verwundeten nur schnell zusammengeflickt werden sollen, um möglich schnell wieder zur kämpfenden Truppe zurückzukehren. So soll auch der als „Wintersoldat“ bezeichnete Mann unverzüglich wieder zu seiner Einheit einrücken, denn offensichtlich ist er körperlich unversehrt, sondern hat ein schweres Trauma und Depressionen. Schwester Margarete und Lucius können den Mann nicht vor der barbarischen Strafe des „Anbindens“, nämlich nackt an einen Baum gefesselt zu werden, schützen. So müssen die beiden zusehen, wie er zwar gerade noch überlebt.
Wenig später kommt die Front immer näher und eines abends verschwindet Margarete. Als sich Lucius auf die Suche nach ihr macht, verirrt er sich und überlebt nur mit Mühe.
Meine Meinung:
Daniel Mason ist hier ein einfühlsamer und bildgewaltiger historischer Roman gelungen, der uns die Schrecken des Ersten Weltkriegs plastisch vor Augen führt. Dieser realitätsnahe Roman hat mich bis zur letzten Seite gefesselt.
Der idealistische Medizinstudent macht nicht nur durch seine Erlebnisse im Kriegslazarett eine Entwicklung zum Mann durch, sondern auch durch seine Verbundenheit mit Schwester Margarete. Er wird sie jahrelang suchen. Lucius hat es, wie vieler seiner Zeitgenossen und Kriegskameraden nicht leicht, in seiner Heimatstadt Wien wieder Fuß zu fassen. So muss er, der mit unzureichenden Mitteln Krankheiten bekämpft hat und sogar ein Kind zur Welt gebracht hat, wieder die Schulbank der Universität drücken. Kein einziger Tag seines Frontarztlebens wird ihm angerechnet.
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der peniblen Recherche. Damit sich der Leser eine Vorstellung der genannten Örtlichkeiten vor Augen hat, ist im Vorsatzblatt eine Landkarte zu finden. Überhaupt ist die Aufmachung gediegen, mit Schutzumschlag und Lesebändchen.
Der Schreibstil ist sehr realistisch und ohne Sentimentalitäten oder Sensationslust. Manchmal wirkt er beinahe distanziert sachlich, um die Kriegsgräuel ein wenig auf Abstand zu halten.
Fazit:
Ein beeindruckender historischer Roman, den ich in kürzester Zeit gelesen habe. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
NIcht der beste Krimi dieser Reihe
Sturmwand von Cors Benjamin
An seinem freien Abend, den er mit seiner Freundin Julie im Theater verbringen will, muss er miterleben, wie der französische Staatspräsident beinahe einem Attentat zum Opfer fällt. Nicolas glaubt, eine Person erkannt zu haben und folgt ihr durch die Stationen der Métro. Es sind zwar nur Farbpatronen, mit denen der Präsident beschossen wird, doch steht unzweifelhaft fest, dass jemand aus der direkten Umgebung des Staatschefs den geheim gehaltenen Termin verraten hat.
Nur wer? Das ganze Team von Nicolas Guerlain wird suspendiert, bis der Verräter ausgeforscht ist. Und wer sind die mutmaßlichen Attentäter?
Nahezu gleichzeitig wird ein Mann in der Normandie, genauer gesagt auf der kleinen Insel Chausey scheinbar grundlos ermordet. Bemerkenswert ist allerdings die Flaschenpost, die er kurz vor seinem Tod erhalten hat, denn darin versteckt sich eine Liste mit fünf Namen: Der des Toten an erster und Guerlains an letzter Stelle. Die örtliche Polizei von Deauville, darunter die ehemalige Praktikantin und nunmehrige Polizeischülerin Claire ermitteln.
Natürlich spielen Guerlains Vater, der ehemalige Geheimdienstchef, und Julie wieder ihre Rollen. Beides nervt inzwischen ein wenig. Nebenbei wird ein Geheimnis aus Nicolas Guerlains Vergangenheit aufgedeckt. Ob das für seine weitere Karriere relevant sein wird, wird vermutlich der nächste Band zeigen.
Dieser fünfte Band rund um den Personenschützer Nicolas Guerlain ist meiner Ansicht nach der schwächste dieser Reihe. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen. Mir gefällt die Beschreibung der rauen Normandie und der französischen Lebensart genauso wie die (leise) Kritik am (fiktiven) französischen Präsidenten, die wohl eine Art Abrechnung mit politischen Machthabern und deren Egozentrik ist.
Fazit:
Nicht der beste Krimi dieser Reihe, daher nur drei Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Ein ungewöhnlicher Krimi
Die vier Toten von Tibet von Eliot Pattison
Dieser Krimi ist der 10. Band einer Reihe rund um den tibetischen Inspektor Shan und seinem Vorgesetzten, dem chinesischen Oberst Tan. Für mich ist das Buch das erste Zusammentreffen mit den beiden ungleichen Ermittlern und der tibetischen Kultur, die von den Chinesen brutal unterdrückt wird.
Und genau diese Auslöschung der tibetischen Kultur zieht sich durch das ganze Buch.
So schrecken korrupte Parteikader weder vor Mord noch vor Zerstörung von tibetischen Heiligtümern zurück. Die Machenschaften sind grandios in einen Krimi verpackt.
Diesmal dreht sich alles um den Bau eines gigantischen Stausees, der (natürlich) ein tibetisches Tal zur Gänze flutet, die Bewohner, so sie sich nicht umsiedeln lassen, tötet und alles zerstört, was in seinem Bereich existiert.
Zahlreiche Tibeter sind trotz drohender Verhaftungen, Folter und Deportation in Arbeitslager bereit, ihre Heimat und Götter nicht ganz kampflos den Chinesen zu überlassen. Sie machen das sehr subtil und schüren auch den Aberglauben so mancher Chinesen. So nützen sie Naturphänomene, die den Eindringlingen nicht bekannt sind, als „Rache der Götter“. Daneben gibt es handfeste Sabotageakte, die Baumaschinen unbrauchbar machen.
Ich habe mich bislang wenig mit Tibet und seiner Kultur beschäftigt. Dieses Buch regt an, mehr mit der brutalen Auslöschung der alten Kultur durch China lesen zu wollen.
Obwohl das Buch ist nicht ganz leicht zu lesen ist, weil sehr viele Personen, deren Rollen nicht immer ganz klar sind, in die Vorkommnisse verstrickt sind, birgt es viele interessante Details.
Üblicherweise lese ich eher Krimis aus Europa, doch diese Reihe hat mir sehr gut gefallen. Ich werde die neun Vorgänger auch noch lesen, denn sowohl Shans als auch Tans Vorgeschichte, die hier nur gestreift werden klingen sehr interessant.
Fazit:
Ein sehr interessanter Krimi aus einer Weltgegend, in der ich nicht so häufig zuhause bin. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat sehr gut unterhalten
Todesläuten von L. R. Wöss
Mit diesem zweiten Fall für Chefinspektor Toni Wakolbinger und sein Team geht es nicht ganz so blutig zu wie in „Kaltblütige Abrechnung“, doch das tut der Spannung keinen Abbruch.
Worum geht’s diesmal?
Kurz vor der Eröffnung des Weihnachtsmarktes mit seinen Lichtinstallationen auf dem Grazer Schlossberg wird die über zugerichtete Leiche eines Mannes gefunden.
Besonders seltsam: Das Gesicht des Toten ist augenscheinlich vom Klöppel der „Liesl“, wie die große Glocke hier genannt wird, zertrümmert worden. Daneben trifft das Team um Wakoblinger auf Reste einer Kunstinstallation und deren wütenden Schöpfer.
Es dauert eine geraume Zeit bis der Tote identifiziert ist: Thomas Neuburg, ein Betrüger, der vor 30 Jahren zahlreichen Menschen mit Immobilienspekulationen das Geld aus der Tasche gezogen hat und dann spurlos verschwunden ist. Nun, nachdem die Tat verjährt ist, scheint er nach Graz zurückgekehrt zu sein, um noch etwas zu erledigen.
Wakolbinger und sein Team müssen in mühevoller Kleinarbeit Dutzende von Befragungen durchführen. Immer wieder vernehmen sie eine eingeschworene Kartenrunde, zu der auch der Bruder des Mordopfers gehört. Je tiefer Toni und seine Kollegen graben, desto mehr wird das Alibi der vier Kartenspieler infrage gestellt. Und, als sich herausstellt, dass auch die Mitglieder der Kartenrunde im weitesten Sinn zu den Geschädigten von Thomas Neuburg zählen, wächst die Liste der Verdächtigen sprunghaft an.
Meine Meinung:
Der Autorin ist es wieder meisterhaft gelungen, auch die manchmal fad wirkende Polizeiarbeit, spannend darzustellen.
Toni Wakolbinger und seine psychologisch geschulte Mitarbeiterin Cindy Panzenböck ergänzen sich recht gut, was auch Toni sich selbst eingestehen muss. Die Wortgeplänkel zwischen den beiden mag ich gerne.
Niklas gibt diesmal den Trauerkloß, nachdem ihn Jackie, die Tochter des Grazer Stadtrates Egger, vor die Tür gesetzt hat. Und auch über Toni erfährt man ein kleines Detail aus seinem Privatleben: Andrea, die fesche Staatsanwältin hat in der Vergangenheit eine kleine Rolle gespielt.
Lotte Wöss‘ Schreibstil ist leicht und flüssig zu lesen. Sie nimmt ihre Leser auf einen Stadtrundgang durch Graz mit. So darf das beste Hotel am Platz, das „Erzherzog Johann“, genauso wenig fehlen, wie die Café-Konditorei „Sorger“ in der Sporgasse, für die manche gerne ihren Aufenthalt in der Stadt an der Mur verlängern. Für zusätzliches Lokalkolorit sorgt der eine oder andere Ausspruch im Dialekt.
Die Charaktere sind wieder sehr gut herausgearbeitet. Durch einige überraschende Erkenntnisse lässt die Auflösung ein wenig auf sich warten. Die Leser werden durch die eine oder andere Sackgasse in die Irre geführt.
Mir hat dieser zweite Fall für Toni Wakolbinger und Cindy Panzenböck sehr gut gefallen. Dass es eine Fortsetzung gibt, kann man daran erahnen, denn Cindy ist wild entschlossen, die Polizeischule zu absolvieren.
Fazit:
Eine gelungene Fortsetzung, die mich gut unterhalten hat und der ich gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich leider nicht vollends überzeugt
Ein abgezockter Sauhund von Roland Krause
Samson Simek, ein Kleinkrimineller, ist wieder einmal mehr als pleite. In der Autowerkstatt seines Onkels zu arbeiten, ist unter seiner Würde (obwohl, da werden Autos auffrisiert, was ja auch nicht immer ganz dem Gesetz entspricht). Da kommt ihm der scheinbar einfache Auftrag des Halbweltbosses Stani, seinen Freund Pauli zu suchen und vor allem zu finden gerade recht.
Blöderweise wird Pauli tot aus der Isar gezogen und Paulis Beute aus dem letzte Bruch, Stanis Begehr ist leider verschwunden.
Was dann folgt, ist ein fast schon Slapstick-artiges Kaleidsokop, in dem Samson, einen Verfolger durch einen wohl gesetzten Pfeilschuss durchs Auge tötet, und dann nicht nur von Stani sondern auch von der Polizei und der zwielichtigen Thyla, mit der so gar nicht zu spaßen ist, gejagt wird.
Der Showdown am Ende mischt die Karten dann nochmals neu.
Meine Meinung:
Dieser Krimi ist der erste des Münchener Autors im Emons-Verlag. Schon Klappentext und Leseprobe verheißen einen schrägen Kriminalroman.
Warum dann doch nur drei Sterne?
Das liegt zum größten Teil am Schreibstil, der mir so gar nicht gefallen hat. Kurze, abgehackte Sätze, oft nur Satzfragmente wechseln sich mit einigen Klischees ab: kriminelle Russen, Polen, Polen und Araber sowie in der Prostitution tätige Thailänder(innen) und korrupte Polizisten. Die Charaktere finde ich jetzt nicht so gut getroffen, denn es gibt (außer Samson natürlich) nur „Schwachmaten“ und Freaks. Es wird geprügelt, gedealt, Drogen konsumiert und gesoffen, was das Zeug hält. So mancher Ganove hält das eben nicht aus und landet in der Leichenhalle.
Die Sprache ist ziemlich derb, passt aber sehr gut zum Milieu, obwohl sich Stani manchmal fast zu gewählt ausdrückt, wenn er den korrekten Konjunktiv verwendet.
Fazit:
Ich bin weder mit Samson noch mit dem Schreibstil so wirklich warm geworden. Es gibt bestimmt Leser, denen der Krimi sehr gut gefällt. Mich hat das Buch nicht überzeugt, daher nur 3 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Theodor Storm ermittelt wieder
Die Nordseefalle von Tilman Spreckelsen
Theodor Storm ist nach wie vor ein eher erfolgloser Anwalt und ein noch weniger erfolgreicher Dichter. Er schmachtet zwar die holde Weiblichkeit in seinen Versen an, aber erhören will ihn keine.
Nun hat er einen neuen Fall: Einen hoffnungslosen, wie es scheint und Geld wird er auch keines hereinbringen.
Denn sein Mandant Dahl wurde stocktrunken mit einem Messer in der Hand über der Leiche eines Saufkumpanen gefunden. Alles scheint klar und Dahl ist der Mörder. Es wäre nicht Theodor Storm, wenn der nicht an die Unschuld seines Mandanten glaubte. Gemeinsam mit Schreiber Peter Söt, der diesen Krimi aus seiner Perspektive erzählt, versucht der Anwalt, die Unschuld seines Mandanten zu beweisen. Es scheint, als hätte das Mordopfer etwas mit dem geheimnisvollen Schatz und der Sage rund um die versunkene Stadt Rungholt zu tun, zumal es nun zwei weitere Morde gibt.
Da Dahl die Auslieferung nach Kopenhagen droht, begeben sich Storm und Söt auf die Insel Föhr, um den zuständigen Amtmann zu sprechen, der gerade in der Entourage des dänischen Königs auf der Insel weilt.
Ebenfalls mit im Gefolge des Königs: Hans Christian Anderson, der immer wieder merkwürdige Unfälle erleidet. Oder sind das Mordanschläge?
Bis Theodor Storm und sein treuer Schreiber Söt den Drahtzieher hinter den Verbrechen finden, dauert es eine geraume Zeit.
Meine Meinung:
Wie schon in den drei Vorgängern gestalten sich die Ermittlungen auch diesmal schwierig. Zum einem weil es zu dieser Zeit üblich ist, potenzielle Täter so lange zu „befragen“ (= verprügeln), bis sie ein Geständnis ablegen, denn nur ein Geständnis zählt, und zum anderen, weil Sachbeweise meistens nicht anerkannt werden. Die Ermittlungen, wie wir sie heute kennen, kriminaltechnische Untersuchungen mit DNA-Spuren, Fingerabdrücken etc. Sind noch unbekannt.
Tilman Spreckelsen gelingt es sehr gut, das historische Umfeld einzubauen. Schleswig-Holstein ist damals dem dänischen König untertan.
Schmunzeln musste ich über das Lamentieren der Einwohner von Föhr, die gegen die Erschließung der Insel für den Tourismus sind. Diese Leute sollten die Seebäder und die Touristenmassen heute sehen!
Geschickt baut der Autor die eine oder andere Sackgasse ein, in der sich der Leser manchmal verirrt.
Der Krimi ist eher ruhig und dennoch nicht langweilig. Mir gefällt das historische Ambiente in Husum und die leicht unbeholfene Art, die den jungen Theodor Storm auszeichnet.
Fazit:
Zum nunmehr vierten Mal, überzeugt der Autor Tilman Spreckelsen mit seinem ruhigen Schreibstil und der Darstellung des historischen Umfeldes. Gerne gebe ich wieder 4 Sterne.











