Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von marsu:

Vielseitig

Uri Buri - meine Küche von Uri Jeremias; Matthias F. Mangold

Ich kenne nicht viele berühmte Köche und so hatte ich auch noch nie von Uri Buri gehört, aber das Buch hat mich sofort angesprochen, als ich dieses wunderbare Cover gesehen habe. Ich mag gerne Fisch, bin aber nicht so versiert in Fischgerichten, also dachte ich mir, wage ich mal den Versuch. Und habe es nicht bereut, denn dieses Buch ist so viel mehr als ein reines Kochbuch, denn wir erfahren hier aus der Sicht von Uri Jeremias aka Uri Buri viel über Israel, die Stadt Akko und sein Restaurant dort.

Man bekommt sofort Lust, sich auf die Reise zu begeben. Die Zutaten für die Fischgerichte und auch für die ohne Fisch - ja, auch solche gibt es in dem Buch - erhält man in einem normalen Supermarkt und muss nicht extra ins Feinkostgeschäft. Die Rezepte sind traditionell und übersichtlich aufgebaut und bei den begleitenden Fotos läuft dem Leser sofort das Wasser im Mund zusammen. Ein Buch, das mich sicherlich lange begleiten wird.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von marsu

Rezensionen von marsu:

Eine bunte Mischung

Flo, der Flummi und das Schnack von David Rupp

Beginnen möchte ich mit dem Aufbau des Buches: jeder Geschichte vorangestellt ist eine empfohlene Altersangabe sowie eine geschätzte, benötigte Vorlesezeit. Dann gibt es jeweils zur Geschichte passend ein schönes Bild, das man für einen Redeanlass nutzen kann. Am Ende des Buches gibt es dann - für die VorleserInnen noch Angaben zu den jeweiligen Autoren der Geschichte; viele von ihnen kannte ich, wenn auch nicht unbedingt von Büchern für Kindern wie zum Beispiel Juli Zeh.

Paul Maar auf der anderen Seite ist ja durch seine Kinderbücher bekannt geworden, allen voran die Geschichten rund um das Sams. Die Geschichten sprechen ganz unterschiedliche Gefühle an, sind mal mehr, mal weniger anspruchsvoll. Manchesmal fand ich die Altersangabe für zu niedrig angesetzt, andere Male passte sie hervorragend. Eine wunderbare und vielfältige Anthologie.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von marsu

Rezensionen von Marie aus E.:

#me too für junge Leserinnen und Leser

Rules For Being A Girl von Candace Bushnell; Katie Cotugno

Das Buch habe ich zwar gesehen, aber anhand des Titels und des Covers als eines dieser üblichen Teenie-Unterhaltungsromane abgetan. Dann habe ich einige Bewertungen dazu gesehen, die sich alle überschlugen vor Begeisterung und war neugierig und ja: hinter dem 0815-Umschlag versteckt sich eines der besten Jugendbücher, das ich in letzter Zeit gelesen habe.

Es beginnt erwartungsgemäß. Marin ist 17 und in der Redaktion der Schülerzeitung, hat ihren ersten Freund, ist schlau und schwärmt ein wenig für ihren Englischlehrer. Ganz normales Teenie-Leben. Das liest sich flott und man kann sich sofort in Marin hineinversetzen (das bleibt während des ganzen Buches so - man leidet mit Marin, versteht ihre Selbstzweifel und wird immer wütender auf die Welt "da draußen").


Dann geschieht etwas, was Marin nachhaltig erschüttert - und als sie beschließt, es öffentlich zu machen, wird es bagatellisiert und bis auf wenige Menschen in ihrem Umfeld, die zu ihr stehen und ihr glauben, wird sie einfach abgetan, sie hätte da nur etwas falsch verstanden.

Bereits im Vorfeld wird auch deutlich, dass an Marins Schule (die überall sein könnte) für Mädchen und Jungs zweierlei Regeln gelten. Und dass alle schön mitspielen, auch die Mädchen solidarisieren sich nicht, sondern lachen über Mitschülerinnen. Man will ja schließlich keine Zicke sein...

Das Buch zeigt das anhand Marins Geschichte wunderbar auf und regt zum Nachdenken an. Es geht nicht nur um die "großen" Vorfälle, nein, unser ganzer Alltag ist von geschlechterspezifischen Erwartungshaltungen geprägt und wird so größtenteils auch gelebt.

Marin ist mutig - und sie muss erfahren, dass man ruckzuck von der beliebten Schülerin zur Außenseiterin mutiert. Auch wenn das Buch zeigt, dass man unbedingt den Mund aufmachen muss, so muss Marin auch erfahren, dass man damit massiv aneckt und unter Umständen auch Lebensträume begraben muss.

Das fand ich schon sehr hart, aber auch realistisch und deshalb gut.
Das Buch wird ab 12 Jahren empfohlen, ich würde es aber erst ab 14 Jahren weiterempfehlen. Jüngere Leser*innen ziehen vielleicht die falschen Schlüsse - schließlich kann Marin nicht mehr alles realisieren, was sie sich vorgenommen hat, der Umkehrschluss sollte aber nicht sein, deswegen stillzuhalten.

Auch über das Kernthema hinaus ist das Buch großartig. Marin hat eine Oma, die an Demenz leidet, sie hat einen Freund mit zwei Müttern und es gibt genauso tolle Jungs wie Mädchen in der Geschichte. Nicht schwarz-weiß und auch nicht pädagogisch-belehrend, sondern spannend und leicht lesbar geschrieben.

Ich fände es toll, wenn Bücher dieser Art künftig Schullektüre wären - ausreichend Gesprächsstoff für viele Schulstunden bietet es und ist dazu auch noch keine Minute langweilig.

Ganz große Weiterempfehlung!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Marie aus E.

Rezensionen von goejos:

Wind und Wellen

Rules For Being A Girl von Candace Bushnell; Katie Cotugno

Bemerkenswert, wir eine junge Frau ihren Lebenstraum umsetzt. Die "Wellenreiterin" ist ein besonders Buch, weil es vermittelt, das Träume in Erfüllung gehen können. Sie beschreibt ihre Erlebnisse wahrheitsgetreu und vermittelt ein eindringliches Reiseerlebnis. Als Nichtsurfer und mit den
Gegebenheiten an Bord eines Segelbootes nicht verwurzelt, tut man sich Beim Lesen der Fachausdrücke etwas schwer.

Das hemmt auch zeitwiese die Lust am weiterlesen. Aber die Neugier überwiegt und es geht weiter. Die schönen Fotos und Illustrationen entschädigen für den zeitweise etwas schwierigen Schreibstil. Auch die Landschafts- und Personenschilderungen tragen dazu bei, dass es sich hier um eine lesenswertes Werk handelt. Nebenbei muss man dem Mut und der Durchsetzungskraft der Hauptdarstellerin Tribut zollen, welche schier Unmögliche möglich gemacht hat. Es hat sich aber ausgezahlt und sie ist schwer belohnt worden. Nicht viele haben das Glück, ihren Lebenstraum zu verwirklichen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von goejos

Rezensionen von I.weilharter@ais-jugend.at:

Ein Roman, der Fahrt aufnimmt....

Kalmann von Joachim B. Schmidt

Die Story ist nicht neu: Ein Mensch mit Einschränkungen und dementsprechenden originellen Verhaltensweisen, akzeptiert und doch belächelt von der ländlichen Dorfgemeinschaft, steht im Mittelpunkt dieses Krimis. Ein "Forrest Gump" auf isländisch, sozusagen. Der Roman hat durchaus einige amüsante Textstellen, erscheint mir aber mehrheitlich doch langweilig und manchmal sogar mühsam zum Lesen.

Aber im letzten Drittel nimmt der Roman dann richtig Fahrt auf und entwickelt sich zum spannungsgeladenen Krimi mit einer Portion Gesellschaftskritik, und zeigt uns wieder einmal, dass gerade Menschen mit Einschränkungen besondere Fähigkeiten entwickeln können.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von I.weilharter@ais-jugend.at

Rezensionen von Gudrun7:

wunderbare Berührungen, die helfen, sich selbst zu erkennen

Lass dich berühren von Gitte Malou Weiß

Das Cover hat mich nur so mittelmäßig angesprochen. Das liegt wahrscheinlich an der Grundfarbe, die nicht so meine ist und ich auf den ersten Blick fast dachte, es wäre kitschig oder seicht. Gottseidank habe ich mich vom ersten Eindruck nicht blenden lassen und hinter die Fassade geguckt.

Dabei wurde mir klar, dass es alles andere als kitschig oder seicht ist.

Nein, ganz im Gegenteil, wenn man die Worte bewusst aufnimmt und wirken lässt, gehen diese so tief, dass sie große Veränderungen bewirken können.

Auch wenn für mich einige Dichtungen und Prosa etwas holprig erscheinen, ist doch der Tiefgang gegeben.

Dabei hat Gitte Malou Weiß viel von sich preis gegeben. Diese Offenheit zeigt eine wundervolle Zugewandtheit, die ehrlich, sympathisch und absolut liebevoll daherkommt.

Befasse mich schon seit längerem mit dem Grundthema des Buches und daher haben die Zeilen für mich eher als Wiederauffrischung, Erneuerung und Zusammenfassung gedient. Insofern kann ich nicht beurteilen, wie die Worte auf Menschen wirken, die bisher noch keinen Kontakt mit der Thematik hatten.

Mein Fazit: wunderbare Berührungen, die helfen, sich selbst zu erkennen

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Gudrun7

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Wer sagt, dass Geologie staubtrocken sein muss?

Bunte Steine von Hans Egger

Hans Egger, gelernter Geologe und Paläontologe ist Leiter der Abteilung für Paläontologie und Stratigrafie an der Geologischen Bundesanstalt in Wien.

Mit diesem, seinem neuesten Buch bringt er dem interessierten Laien die Millionen Jahre alte Erdgeschichte auf sehr angenehme Weise näher. Er nimmt den Leser an der Hand und gemeinsam erwandert man die Ostalpen zwischen Vöcklabruck im Nordwesten, Waidhofen a.

d. Ybbs im Nordosten, Bad Ischl im Südwesten und Spital am Pyhrn im Südosten.
Dabei darf man über die unterschiedlichen Gesteinsformationen staunen. Aufgefaltet, abgetragen, wieder aufgefaltet, übereinander, nebeneinander und manchmal auch kopfüber - so präsentieren sich die Gesteinsschichten.

Das Buch liest sich spannend wie ein Krimi. Die zahlreichen Fotos, topografischen Karten sowie Routenbeschreibungen ergänzen dieses anschauliche Werk vom Entstehen der Berge, das ja bis heute nicht abgeschlossen ist.

Fazit:

Wer sagt, dass Geologie trocken und staubig sein muss, hat dieses Buch noch nicht gelesen. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Angst - Motor oder Bremsklotz?

Angst von Petra Ramsauer

„Angst kann ein Ratgeber sein, ein Impuls für Wachstum, aber auch ein Bremsklotz, das sich verstärkt, wenn es vermieden, ignoriert wird. Richtig Angst zu haben ist eine Kunst, vielleicht eine der wichtigsten Lektionen im Leben.“ (S. 9)


Petra Ramsauer ist eine ehemalige Kriegsberichterstatterin und Autorin zahlreicher Bücher.

In ihrem Journalistenleben ist ihr am häufigsten die Frage gestellt worden „Haben Sie denn nie Angst?“

In diesem Buch gibt die Autorin Einblick in ihre ganz persönlichen Situationen der Angst. Sei es, dass sie in Syrien den Luftkrieg erlebt hat oder ins Visier von Scharfschützen geraten ist, oder als junge Frau an Krebs erkrankt war.

Gleichzeitig analysiert sie die verschiedenen Arten von Angst. Warum erscheinen ausgerechnet die Menschen in Europa durch Angstzustände nahezu gelähmt, während sich die Bewohner in Kriegsgebieten mit der Angst augenscheinlich arrangiert haben?

Natürlich nimmt sie Bezug auf die aktuelle Corona-Epidemie, die durch ihre Unwägbarkeit, die Leute zwischen Panik und „Geht-mich-nichts-an“ schwanken lässt.

Petra Ramsauer steht zu ihrer eigenen Angst, hat aber Weg gefunden, sie auszuhalten. Diese Erfahrungen gibt sie in diesem Buch weiter, auf dass jeder die richtige Balance zwischen Mut und Angst finden kann. Erst wenn man die Angst benennen kann, ist sie „be- und verarbeitbar“.

Fazit:

Ein sehr persönliches Buch, das auch anderen Menschen Hilfe bieten kann. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis

Rezensionen von Petra:

eine Vorgeschichte

Winter der Hoffnung von Peter Prange

Die Vorgeschichte zu " Unsere wunderbaren Jahre" ist stimmig, vor allem der Titel passt.
Es ist Winter, Weihnachten 1946 und der Roman erzählt wie die Menschen damit zurecht kommen. Eigentlich gar nicht. Zu viele Menschen daher zu wenig Arbeit, Wohnung, Heizmaterial und vor allem es fehlt an Nahrung.

Der Autor lässt uns mit frieren bei - 20° C am Tag und -30° C in der Nacht. Wir lernen, uns über eine Scheibe Brot und etwas Steckrübe zu freuen. Wir träumen, genau wie die Protagonisten ,von Lebkuchen wie es sie vor dem Krieg gab.
Wenn man das erwähnte Buch noch nicht gelesen hat, ist es eine spannende Lektüre, kennt man das Buch, geht das Interesse an den Figuren verloren weil man zu viel Wissen besitzt.
Die Beschreibung der Menschen und ihre Zeit ist sehr gelungen, die Liebesgeschichten der drei Töchter vom Fabrikanten Wolf sind dagegen übertrieben gezeichnet. Auch in der Zeit vor 75 Jahren, werden Liebende nicht mehr wie in den Büchern von Eugenie Marlitt gesprochen haben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra

Rezensionen von liesmal:

Traurig und fröhlich, liebevoll und brutal

Der Halbbart von Charles Lewinsky

Das Buch „Der Halbbart“ von Charles Lewinsky, erschienen bei Diogenes, beginnt im Jahr 1313 in einem kleinen Dorf in der Talschaft Schwyz. Die Titelfigur, der Halbbart, ist ein Eigenbrötler, ein sonderbarer Fremder, der sich abseits des Dorfes einen Unterstand gebaut hat, seinen Lebensraum. Dort trifft ihn der Sebi, ein Junge, der mit seinen beiden älteren Brüdern im Dorf wohnt.

Das Cover zeigt einen Ausschnitt aus dem Bild „Die Kindheit“ von Ferdinand Hodler. Zu sehen ist ein kleiner Junge, der so aussieht, wie ich mir den Sebi vorstelle.

Der Sebi hört dem Halbbart gerne zu, ist sehr wissbegierig und liebt Geschichten. Der Halbbart erzählt nicht viel aus seinem eigenen Leben, doch es ist spürbar, dass er Schlimmes erlebt haben muss.

Der Einstieg ins Buch ist mir nicht ganz leichtgefallen, weil ich mich in einer ganz anderen Welt wiederfand. Der Autor hat mich nämlich direkt mitgenommen in ein fremdes Land und eine Zeit vor 700 Jahren. Der außergewöhnliche Schreibstil unter Verwendung vieler Helvetismen forderte zu Beginn hohe Konzentration beim Lesen, hatte aber bald einen ganz besonderen Charme. Lewinsky lässt den Sebi erzählen von seinen Erlebnissen – als Totengräber, im Kloster, vom Soldatenleben und von seiner großen Leidenschaft, Geschichten nicht nur zu hören, sondern auch selbst welche zu erfinden und zu erzählen. So wird dieses Buch mit seinen vielen kleinen Geschichten ganz großartig zu einer ganz großen Geschichte zusammengefasst. Dabei bringen nicht nur die historischen Ereignisse der damaligen Zeit, wie zum Beispiel der Marchenstreit, Spannung, sondern auch der Glaube an fremde Mächte, Teufel und Engel findet Raum und sorgt in so mancher Situation für Gänsehaut. Doch das Buch ist bei weitem nicht finster, sondern es bringt mich durch Sebis liebevolle Art immer wieder zum Lachen und bietet vor allem durch seine kleine Perpetua ganz besondere emotionale Momente.

Jedes der fast gleichmäßig langen Kapitel trägt eine Überschrift, die wie eine kleine Zusammenfassung zu lesen ist.

Für mich war „Der Halbbart“ mit seinen vielen ganz unterschiedlichen Charakteren ein ganz besonderes Leseerlebnis und ein großes Vergnügen. Von Herzen gern gebe ich meine Empfehlung für das Buch – das übrigens über viele, viele wunderbare Zitate verfügt, wie dieses Beispiel zeigt:

„Geschichten ausdenken ist wie lügen, aber auf eine schöne Art.“

im Shop ansehen weitere Rezensionen von liesmal