Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ecinev:
Gejagter oder Jäger
Baskische Tragödie von Alexander Oetker
In dem nunmehr vierten Fall um Luc Verlain ist es hochspannend. An einem Strand in der Aquitaine werden kleine Päckchen angespült. Ein kleiner Junge probiert von dem 'Puderzucker' und fällt ins Koma. Das ruft Kommissar Luc Verlain und sein Team auf den Plan. In den Päckchen ist reinstes Koks.
Zu Hause erhält Luc einen Brief mit einem Vaterschaftstest.
Er ist Vater einer Tochter von der er nichts ahnte. Mit einem Verdacht macht er sich auf den Weg über die Grenze nach San Sebastian. Unterwegs wird er von einer Polizeikontrolle verhaftet und kommt wegen Drogenschmuggels und Mordverdacht in Untersuchungshaft. Doch auf dem Weg dorthin wird er von einem Kommissar freigelassen und entkommt.
Plötzlich gerät Luc von der Seite der Jäger auf die Seite der Gejagten bis es zum großen Showdown kommt.
Alexander Oetker gelingt es wirklich ausgezeichnet die Landschaft und die besonderen Gerichte der Gegend mit einer spannenden Geschichte zu verbinden. Der Schreibstil ist sehr lebendig und man kann wirklich in die Grenzregion um das Baskenland eintauchen.
Lediglich der Showdown erschien mir etwas übertrieben und war für mich eine Ernüchterung. Trotzdem freue ich mich im nächsten Jahr auf den nächsten Fall.
Rezensionen von begine:
Aufregende Adventszeit
O du fröhliche, o du grausige von Friederike Schmöe
O du fröhliche, o du grausige, ist ein Roman von der Schriftstellerin Friederike Schmöe.
Bella ist freiberuflich Journalistin bei einer Zeitung. Sie findet eine verunglückte Frau, die aber gleich stirbt.
Die Zustände lassen eine Fahrerflucht vermuten. Bella schreibt einen Bericht.
In ihrer Familie hat sie es auch nicht leicht.
Seit einem Armbruch lebt ihr Vater bei ihnen, dessen Demenz immer schlimmer wird. Da konnte ich mich gut einfühlen, ich bin in ähnlicher Lage. Dann zieht noch der Bruder ein, dessen Ehe in die Brüche ging. Von ihrem Mann hat sie wenig Hilfe.
Die Dorfgemeinschaft ist ja vielleicht hilfreich, aber auch nervig. Bella kann sich nicht lange durchsetzen.
Der Roman liest sich gut, er ist leichte Unterhaltung.
Rezensionen von yellowdog:
Tennis und Literatur
Zwischen Ruhm und Ehre liegt die Nacht von Andrea Petković
Die Tennisspielerin Andrea Petkovic hat eine bemerkenswerte Karriere, aber auch Literatur bedeutet ihr viel. Sie erzählt in diesem wirklich hervorragenden Buch von ihrem Leben als Tennisspielerin und ihren Empfindungen dabei. Sie beobachtet den Sportbetrieb genau und detailliert. Da sie das mit einer großen Energie und einer gesunden Portion Selbstironie tut, wird das Buch mehr als eine Autobiografie, es wird Literatur.
Wesentliche Momente sind Begegnungen, z.B. mit anderen Tennisspielerinnen. Viele ihrer Kolleginnen sind sehr verschieden.
Sozialkritische Ansätze kann man ableiten, wenn Andrea darüber schreibt, wie Tennisspielerinnen wahrgenommen werden, z.B. Aburteilung des Aussehens in sozialen Medien.
Immer wieder schreibt Andrea über die Wirkung von Literatur anhand von Beispielen, wie sie die Lektüre empfand. Das geht von Dostojewskis Schuld und Sühne hin zu David Foster Wallace Bücher und zu Roberto Bolano, einem Gedicht von Robert Frost und viele andere. Diese Passagen habe ich besonders gerne gelesen.
Andrea Petkovic hat den Mut, verschiedene Sachen auszuprobieren, ohne den Tennissport deswegen aufzugeben. So begleitet sie einmal eine Rockband auf Tour um darüber eine Reportage zu schreiben.
Packend sind aber auch die Beschreibungen ihrer häufigen Sportverletzungen und wie schwer es war, dann wieder zu kommen. Doch sie schaffte es. Und sie schaffte auch dieses Buch!
Rezensionen von heinoko:
Eine gute Idee, aber ...
Escape Room Adventskalender. Die drei unheimlichen Geschenke von Eva Eich
Einen Adventskalender für Kinder im Stil der der vielfältig auf den Markt drängenden Escape Room Bücher herauszubringen, finde ich grundsätzlich gut. Jede Möglichkeit, Kinder mit Büchern in Kontakt zu bringen, begrüsse ich sehr. Leider hatte ich aktuell keine Möglichkeit, mit Lesepaten-Kindern im Alter zwischen 8 und 10 Jahren das Buch zu testen.
Insofern kann ich das Buch nur aus Erwachsenensicht beurteilen.
Die Geschichte um den entführten Weihnachtsmann bringt die GeschwisterToni und Luka Seite um Seite tiefer in ein aufregendes Abenteuer, bei dem es gilt, jeden Tag im Advent eine Aufgabe zu lösen, um im Krimi weiterlesen zu können. Verschlossene Doppelseiten dürfen erst nach Lösung des Tagesrätsels geöffnet werden. Die Aufgaben bzw. Rätsel sind sehr unterschiedlich, mal richtig knifflig, mal etwas leichter zu lösen, auf jeden Fall sehr abwechslungsreich. Mitunter ist mit Sicherheit die Unterstützung von Eltern oder größeren Geschwistern gefragt.
Ich könnte mir vorstellen, dass kleinere Kinder Mühe haben, das System des Buches zu verstehen, denn die entsprechenden Anweisungen zu Beginn des Buches sind nicht unbedingt kindgerecht formuliert. Die zugrunde liegende Erzählung ist ungewöhnlich, irgendwie düster, aber spannend. Sie wird sprunghaft und vor allen Dingen im Schreibstil wenig gefällig erzählt. Zumindest hat sie mir nicht entsprochen, ebenso wie mir die recht platten Illustrationen nicht besonders gefielen. Doch Kinder mögen das anders erleben. Auf jeden Fall ist dieser spannende Adventskalender eine herausfordernde Alternative für die Vorweihnachtszeit.
Rezensionen von brauneye29:
Wunderbare Fortsetzung
Geschichten aus Nian von Paul M. Belt
Zum Inhalt:
Im mittlerweile fünften Teil der Geschichten um Nian breiten sich Unruhen aus. Eine Abordnung der Federer begibt sich auf die Suche nach dem letzten Federer, der vermutlich nichts von den Unruhen im Lanf weiß. Dafür begeben sie sich in den äußeren Westen, wo sie Gefahren und Seltsamkeiten erwarten.
Meine Meinung:
Ich mag dieses Serie sehr und freue mich jedes Mal auf deine Fortsetzung. Dieser Teil ist wieder eine tolle Geschichte und wunderbare Fortsetzung der bisherigen Bände. Wir treffen viele Protagonisten wieder und erleben viele Abenteuer mit ihnen. Der Schreibstil ist sehr gut. Wieder einmal überrascht der Autor mit großer Fantasie und auch Elementen, die man nur in diesem Zyklus findet, wie z.b. eine Sprache, die es nur in Nian gibt. Man sollte auf jeden Fall alle Teile lesen, weil einem einerseits Vorkenntnisse fehlen und einem andererseits viel Spaß entgehen würde. Ganz klare Leseempfehlung.
Fazit:
Wunderbare Fortsetzung
Rezensionen von Margit Holzer :
Maria Magdalena von Josef v. Sand
Tief berührt von diesem Buch, das Josef von Sand seiner verstorbenen Zwillingsschwester gewidmet hat.
Die Lebensgeschichte von Marlene wird nicht nur aus Sicht des Bruders, der Eltern, des Sohnes und auch des einstigen Ehemanns in sehr wertschätzenden Worten geschildert; es geht zurück bis an den Tag der gemeinsamen Geburt und die gemeinsame Jugendzeit.
Es werden auch alle Facetten wiedergespiegelt, die eine Suchterkrankung mit sich bringen und die Versuche lieber Menschen, Marlene wieder in ein "normales Leben" zurückzubringen.
Sehr eindrücklich ist für mich auch, wie Josef von Sand als Südtiroler nach Thailand reist und dort in einem Kloster bei einem Mönch eine Trauerfeier für Marlene ausrichten läßt, bei der die Seele von Marlene ins Licht gehen durfte.
Ein sehr tiefgehendes Buch - danke dafür
5-Sterne dafür, leider wurden nur 3 abgebildet....
Rezensionen von yellowdog:
Luc Verlain im Baskenland
Baskische Tragödie von Alexander Oetker
Baskische Tragödie ist der vierte Aquitane-Krimi um Commissaire Luc Verlain. Teile des Buches spielen sich in San Sebastian ab. Es gibt einige reizvolle Landschaftsbeschreibungen.
Luc hat diesmal einen besonders kritischen Fall. Ein fünfjähriger Junge findet am Strand eine Substanz, von der er probiert, doch es war Kokain.
Dann wird Luc plötzlich selber verhaftet. Das ist unerwartet und überrascht den Leser. Bald ist Luc auf der Flucht. Klar, das Luc etwas angehangen wurde. Wer ist das, der da sein Spiel mit Luc spielt? Schließlich stellt sich heraus, dass die Vergangenheit dabei eine Rolle spielt. Diese Passagen sind gut gemacht und erzeugen Spannung. Ich finde, Alexander Oetker hat sich in der Krimi-Reihe inzwischen gesteigert.
Rezensionen von yesterday:
Nicht konfus machen lassen!
Verschollen in Palma von Kallentoft Mons
Ein verzweifelter Mann sucht seine verschollene Tochter. Niemand glaubt wirklich, dass sie Jahre nach ihrem Verschwinden auf Mallorca während einer Partynacht noch lebt. Doch Tim Blanck gibt nicht auf.
Hilfreich ist da natürlich sein Background als Ex-Polizist, der gerne mal die eine oder andere Grenze auslotet.
Mons Kallentoft hat hier einen eigenwilligen Helden geformt, der in manchen Aspekten an Zack Herry erinnert (von dem es schon eine Reihe gibt).
Dort hat der Autor bisher immer mit einem Co-Autor gearbeitet, hier schreibt er wieder einmal alleine. Das merkt man insofern als dass der Schreibstil stärker schwankt zwischen (unnötigen) Details und sehr knappen Sätzen, vielen Gedankeneinwürfen.
Stellenweise wechselt die Handlung ganz unvermittelt zwischen Gegenwart und Vergangenem (heile Welt, Familie, Tochter) und wird konfus so als würden sich die sprunghaften Gedanken Blancks direkt auf die Buchseite übertragen. Davon sollte man sich nicht selbst konfus machen lassen.
Kallentoft lässt seinen Protagonisten auf die Insel übersiedeln wo er sich einen Job sucht und jede freie Minute am Fall seiner Tochter Emme recherchiert. Die Insel (und vor allem die Städte mit velen Touristen und politische Vorgänge im Hintergrund) bekommt zwischendurch auch immer wieder ihr Fett ab - da vergehen einem sowohl Urlaubslust als auch Partylaune.
Da der Autor selbst in Palma wohnt (wie im Umschlag erwähnt) kann man den Seitenhieben schon glauben, verwunderlich dann dennoch warum man freiwillig dort wohnen möchte. Natürlich ist manches sicher überzeichnet und “Ähnlichkeiten mit realen Personen und Geschehnissen sind rein zufällig” wie es im Schlusswort heißt.
Wer der Geschichte trotz eigenwilligem Stils und viele Gedankensprüngen gut folgen kann (Leseprobe antesten) und immer schon einmal wissen wollte ob ein Chirurg ohne Operationssaal ein Projektil aus einem Körper operieren kann, sollte sich zu Tim und Emme auf die Insel begeben.
Rezensionen von yesterday:
Tagebuch einer willensstarken Frau
American Spy von Lauren Wilkinson
Dieser Thriller ist zwar ein Agententhriller, aber in vielerlei Hinsicht komplett anders. Der Agent der hier aus der Ego-Perspektive erzählt, ist eine Frau. Und sie ist schwarz. Auch heute wird es nicht so viele von ihnen beim FBI geben, aber die Geschichte spielt großteils auch noch für mehr als 30 Jahren.
Marie Mitchell schreibt ihre Geschichte in ein Tagebuch nieder, das sie ihren Zwillingssöhnen vermachen möchte. Sie sollen darin unter anderem erfahren wer ihr Vater ist. Marie erwähnt natürlich, dass vieles in ihrem Beruf nicht einfach war und als Kinder gingen sie und ihre Schwester beispielsweise schwimmen in Bädern für Schwarze oder fuhren in ebensolche Sommercamps.
Doch sie spielt nie die “Rassismus-Karte” aus, nicht auf eine weinerliche oder Mitleid heischende Art. Ihre Hautfarbe bringt Marie plötzlich einen Sonderauftrag ein, der sie bis nach Afrika führt. Auch das könnte rassischtisch ausgelegt werden und teilweise denken die “weißen Männer”, die das einfädeln, auch so. Aber Marie hat Pläne und Ziele in ihrer Karriere und sagt letztlich doch zu.
Lauren Wilkinson hat mir ihrer Spionin eine willensstarke, selbstbestimmte Frau geschaffen, die von einer schwierigen Kindheit und weiterem nicht selbst verschuldetem Leid geprägt wurde. Sie ist gut in dem was sie macht, so gut wie es die Umstände zulassen. Das gilt für ihren Job, aber auch für die Familie und ihre eigenen Kinder.
Das Ende bleibt teilweise offen. Man erfährt wie ihre FBI-Karriere endete, man weiß warum Marie das Tagebuch geschrieben hat, aber wie dieses “warum” verläuft und endet, wird nicht erzählt. Schafft sie, was sie sich vorgenommen hat?
Der Schreibstil ist stellenweise packend, aber bleibt trotz der Ego-Perspektive großteils distanziert. Es gibt viele (für Marie) aufwühlende Szenen aber den Leser rühren nur wenige davon. Auch Marie bleibt meist möglichst neutral, will ihren Söhnen gegenüber vielleicht auch nicht alles preisgeben.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Leider mehr Drama als Wohlfühlfaktor
Träume in Meeresgrün von Miriam Covi
Nachdem die Autorin mich bereits mit ihren Romanen "Sommer in Atlantikblau" und "Sommer unter Sternen" begeistert hatte, ging ich mit hohen Erwartungen an dieses im Mai 2020 beim Heyne Verlag erschienene Werk heran. Aufgrund des in wunderschönen, hellen Farben gestalteten und ganz im maritim-sommerlichen Look gehaltenen Covers von "Träume in Meeresgrün" sowie basierend auf dem Klappentext, hatte ich mir eine Wohlfühlgeschichte zum Entspannen und Träumen erhofft.
Die 34-jährige Amelie ist seit Jahren unglücklich verliebt in Lars, den Freund ihrer Schwester Nele…der gemeinsam mit ihrer Familie einen Urlaub in Kanada verbringt. Als wäre dies nicht unangenehm genug, leidet Amelie zudem immer noch unter einem tragischen Verlust, der ihr Leben vor 13 Jahren komplett aus der Bahn geworfen hat. Zu allem Überfluss stellt sich heraus, dass ihr Vater über viele Jahre hinweg ein schwerwiegendes Geheimnis gehütet hat, das nun mit aller Gewalt an die Oberfläche drängt. Und dann ist da auch noch der attraktive Hobby-Musiker Callum, der so gar nicht Amelies Typ ist, ihr aber dermaßen unter die Haut geht, dass sie beginnt, ihr Leben neu zu überdenken und sich aus ihrem Schneckenhaus zu wagen.
Der Schreibstil von Miriam Covi besticht durch realistische Dialoge und kreative, bildreiche Metaphern, die den Lesern einen perfekten Einblick in die Gedankenwelt ihrer Figuren geben. Eine besondere Auszeichnung hat die ungemein atmosphärische Darstellung der Location verdient. Lunenburg ist mehr als nur das Backgroundsetting zur Handlung - man spürt in jeder Zeile, dass die Autorin ein großer Fan dieser Region ist. Es würde mich nicht wundern, wenn das idyllische kanadische Hafenstädtchen in Zukunft einen Tourismus-Boom erleben würde! Von den bunten Holzhäuschen über die kleinen, urigen Geschäfte bis hin zum Hafen mit seinen Segelbooten und den herzlichen Einwohnern – man ist beim Lesen gedanklich vor Ort und es herrscht Urlaubsfeeling pur.
Mit den Figuren wurde ich nur bedingt warm. Insbesondere in der ersten Hälfte der Handlung erschien mir das verhuschte, duckmäuserische Verhalten von Amelie, aus deren Perspektive erzählt wird, völlig übertrieben. Auf gefühlt jeder zehnten Seite bricht sie in Tränen aus und/oder stolpert in jemanden hinein. Dem sympathischen Callum gegenüber reagiert sie so unreif und patzig, dass man sich fremdschämt. Ihre permanente Selbstgeißelung und ihr deprimierendes Selbstmitleid nervten mich ziemlich. Hier wäre weniger mehr gewesen. Selbiges gilt für zahlreiche, mit negativen Assoziationen und Emotionen behafteten Elemente des Plots. Mir ist bewusst, dass auch traurige Momente zum Leben (und folglich zu Romanen darüber) gehören. Doch hier erschien es mir, als hätte sich die Autorin zum Ziel gesetzt, auf Krampf eine ganz besonders tiefgründige Geschichte zu verfassen. Abgesehen von einer alles andere als harmonischen Familiendynamik geht es alle paar Seiten um Themen wie Tod, Trauer(-bewältigung), Schuld und Reue, Krankheiten (Krebs, Alzheimer, Schlaganfälle, …), Wut und Frustration. Das wiederum hat mich frustriert. Positiv überrascht war ich davon, wie früh das Familiengeheimnis gelüftet wurde. In der zweiten Hälfte des Werks ist mir vor allem Callum ans Herz gewachsen, der ebenfalls kein leichtes Leben gehabt hat bisher, aber ganz anders damit umgeht als Amelie. Weiterhin gefiel mir gut, dass Musik eine bedeutende Rolle spielte in der Story.
Fazit: Größtenteils tragisch bis bittersüßer Familienroman, der sich erst kurz vor knapp zur Romanze entwickelt. All dies jedoch vor traumhafter Kulisse.










