Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R:
für kleine und große Glückssucher ...
Mauritz findet das Glück von Martina Schaeffer
Klappentext:
Wie bitte? Er soll kein Glück haben? Mauritz, der Mäuserich, will nicht glauben, was der freche Rabe behauptet. Er macht sich auf die Suche: Was ist Glück überhaupt? Aber egal, wen er trifft, - ob Glückskäfer, Biene, Pferd, Ameise oder Faultier - für jeden sieht Glück anders aus: Doch zum Glück entdeckt der Mäuserich am Ende auch sein Glück, sein ganz eigenes, riesengroßes Mauseglück.
Cover:
Das Cover ist sehr liebevoll und niedlich gestaltet. Es zeigt eine kleine Maus mit zwei Kastanien unterm Arm und einen Raben, sowie einen weiteren Vogel in einem Ast eines Baumes. Auch eine Biene in einer Blumenblute dahingehend ist erkennbar. Ein sehr niedliches und buntes Cover.
Meinung:
Die Geschichte ist sehr liebevoll und herzerwärmend gestaltet und erzählt. Der kleine Mäuserich Mauritz sitzt im Gras und möchte seine Kastanie aufessen, als ihm plötzlich eine weitere Kastanie auf den Kopf fällt. Da behauptet doch der Rabe aus dem Baum, dass Mauritz kein Glück hätte, doch Mauritz sieht das anders, denn jetzt hat er ja zwei Kastanien und so macht sich Mauritz Gedanken darüber, was Glück eigentlich ist.
Auf seinem Heimweg begegnet er unterschiedlichen Tieren und fragt sie über das Glück aus und macht dabei eine erstaunliche Entdeckung.
Aber zu viel dazu möchte ich nicht erzählen. Findet selbst heraus, was Mauritz da über das Glück entdeckt.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen. Sie ist sehr liebevoll erzählt und man folgt der kleinen Maus sehr gern auf ihrer Reise nach dem Glück.
Auch die Illustrationen sind sehr niedlich, bunt und detailreich gestaltet. Sie veranschaulichen das Gelesene und geben dieses sehr gut wieder. Zudem laden sie zum Verweilen und Anschauen ein. Niedliche und liebevolle Illustrationen, die sehr viel Freude beim Betrachten machen.
Die Geschichte ist sehr gut gestaltet und durch die große Schrift eignet sich diese gut zum Vorlesen und damit zum zuhören für die kleinen ab 4 Jahren, aber auch für etwas größere Kinder zum Selbstlesen ist diese Geschichte sehr gut geeignet.
Man merkt, dass die Autorin sehr viel Herzblut in diese Geschichte hineingelegt hat, denn diese Geschichte ist sehr gut durchdacht und geht mit der Suche nach dem Glück, direkt ans Herz.
Fazit:
Eine liebevolle und herzerwärmende Geschichte für kleine und große Glückssucher.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Von sprudelnden Quellen ...
Sagenreiches Bad Hall von Dagmar Fetz-Lugmayr
Dieses Buch führt uns in den bekannten Kurort Bad Hall. Malerisch liegt er zwischen den Flüssen Krems und Enns.
Seine wohltuenden Heilquellen sind schon seit Jahrhunderten bekannt und so ist es nur natürlich, dass sich zahlreiche Mythen und Sagen um die kleine oberösterreichische Stadt ranken.
Meine Lieblingsgeschichte ist die letzte, denn sie beschäftigt sich mit der „Mitte der Welt“. Nämlich um den Gusterberg, jenen Koordinatenursprung der Landesvermessung der Kronländer Oberösterreich und Salzburg sowie des Königreiches Böhmen. Von hier aus wurden in den Jahren 1823-1830 die Katastertriangulierung und die Landesaufnahme der oben genannten Teile der Donaumonarchie durchgeführt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Tod zwischen den Meeren von Ilka Dick
Um KHK Marlene Louven nach ihrem langen Krankenstand den Wiedereinstieg mit verminderten Wochenstunden leichter zu machen, verfügt ihr Chef Bruno Bischoff, dass sie gemeinsam mit ihrem Kollegen Simon Fährmann sich alten, ungelösten Kriminalfällen widmet. Aus dem Stapel der Akten fischt sie den Vermisstenfall „Birthe Andresen“.
Birthe ist 2015 von Amrum verschwunden. Verdächtig, wie üblich, war damals der Ehemann, der auch bei den neuerlichen Befragungen undurchsichtig erscheint. Was hat er zu verbergen?
Die Recherchen scheinen nicht allzu vielversprechend zu sein, doch dann fischt man einen Toten aus der Schlei, der den Stein ins Rollen bringt.
Meine Meinung:
Dieser zweite Band mit KHK Marlen Louven, die nach einer schweren Erkrankung ihr Gehör verloren hat und nun auf ihre CIs, wie sie die Cochlea Implantate nennt, angewiesen ist, ist fesselnd geschrieben. Zum einen beschreibt Autorin Ilka Dieck die mühevolle Polizeiarbeit abseits von TV-Serien wie „Tatort“ oder „CSI“ und zum anderen erfahren wir einiges aus der Welt der Gehörlosen. Marlene ist darauf angewiesen, dass das Gegenüber langsam spricht und deutlich artikuliert. Zwar hat sie jede Menge technische Hilfsmittel, die ihr den Alltag erleichtern, doch bei hohem Lärmpegel und mehreren Gesprächspartnern sind die Geräusche auch von den Hilfen schlecht zu sortieren. Es bedarf einer erhöhten Aufmerksamkeit, die besonders anstrengend für Marlene ist. Dazu kommt, dass Marlene die CIs noch nicht ganz als „Bestandteil ihres Lebens“ akzeptiert hat, was aber durchaus verständlich ist. Erst im Showdown, als sie ohne zu zögern in die finstere Havel springt, vergisst sie auf ihre Einschränkung. Dass die Implantate das Bad in der Havel nicht überstehen, ist naheliegend.
Gekonnt führt uns Ilka Dick mehrmals in die Irre. Die Leser erfahren die Lösung des Kriminalfalles ein wenig früher als die Polizei, da immer wieder auch aus der Sicht des Täters bzw. von Birthe eingeblendet wird. Die Autorin versteht es, die Leser zu fesseln.
Die Charaktere haben alle so ihre Ecken und Kanten. Sie sind lebensecht dargestellt und so darf auch ein ekelhafter Kollege nicht fehlen, der unangebrachte Kommentare abgibt. Bei ihren Recherchen begegnen sie ebenfalls verschiedenen Menschen, die ganz natürlich wirken. Hier ist der Amrumer Polizist Bendix zu nennen, der unbewusst aufseiten der Einwohner Amrums steht und bei den Befragungen durch Marlene und Simon mehrmals ungebeten dazwischenfunkt.
Der Krimi lässt sich ohne Vorkenntnisse lesen, da es einen kurzen Rückblick aus Marlenes Vergangenheit gibt. Dennoch empfehle ich den ersten Band „Der stille Koog“ zu lesen.
Fazit:
Mir hat dieser zweite Fall, der sich flüssig und fesselnd liest, sehr gut gefallen, weswegen ich hier gerne 5 Sterne gebe.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
BEste Krimiunterhaltung
Das Makarov-Puzzle von Helmut Vorndran
In diesem 10. Fall für Franz Haderlein und sein Team warten einige Überraschungen. Da ist zum einen das Ermittlerschwein Riemenschneider, das mit seinem Nachwuchs (siehe „Kamuelsfeder“) nun auf einem Biobauernhof lebt und zum anderen Andrea Onello, die sich gut in das Team eingefügt hat.
Diesmal ist dem Autor wieder ein spannendes, spritziges und humorvolles Buch gelungen.
Worum geht’s?
Der stadtbekannte Sonderling Georg Schugg verbreitet nach wie vor seine kruden Theorien über die Klimaerwärmung. Kein Wunder, dass er sich verfolgt fühlt. Doch niemand nimmt ihn ernst, auch Andrea Onello nicht, bis sie Zeugin eines möglichen Mordversuches an Georg wird und den Verletzten in das Krankenhaus bringt. Aus dem verschwinden die beiden nach einer wilden Schießerei, bei der es Tote gibt. Doch das werden nicht die letzten Toten bleiben...
Nun ist voller Einsatz von Franz Haderlein, Bernd „Lagerfeld“ Schmitt und der Kriminaltechniker gefragt. Als Riemenschneider aus dem tierischen Mutterschutz wieder zum Team stoßen soll, entdeckt Lagerfeld, dass Söhnchen Presssack die Begabung der Mutter geerbt hat, und ernennt ihn kurzerhand zum Hilfssheriff.
Meine Meinung:
Dieser Krimi hat mich diesmal wieder bestens unterhalten, nachdem „Kamuelsfeder“ ein wenig enttäuschend für mich war.
Die lieb gewonnenen Charaktere sind wieder mit dabei und werden durch den kauzigen Schugg bestens ergänzt. Der Einzige, der diesmal ein wenig aus der Rolle
Fällt, ist, Robert „Fidibus“ Suckfüll, der nach dem Genuss eines Gerichtes seiner Frau Gemahlin außer Gefecht ist. Seine Albträume sind allerdings wirklichkeitsnah und haben mich mehrmals hellauf lachen lassen.
Ob das mit Andrea und Schugg etwas wird?
Es ist doch immer das Gleiche: Man wartet immer sehnsüchtig auf einen neuen Krimi mit der Bamberger Ermittlercrew, und ist er endlich erschienen, dann hat man das Buch schon auch wieder verschlungen.
Gut gefällt mir das feuerrote Cover, dessen Zusammenhang mit der Story ich erst gegen Ende erschließt. Jedenfalls ist es ein echter Augenschmaus!
Fazit:
Ein gelungener 10. Fall, der mich bestens unterhalten hat. Mit Spannung warte ich auf den 11. Krimi aus dieser Reihe. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Fesselnd bis zur letzten Seite
Der Fall des Grazer Königs von Robert Preis
In seinem siebten Fall läuft Chefinspektor Armin Trost wieder zur Höchstform auf. Nach wie vor vom Dienst frei gestellt und schwer traumatisiert, wird er gemeinsam mit seinem Kollegen Schulmeister anlässlich eines mysteriösen Mordes an einem ehemaligen Richter mit einer antiken Pfeilspitze wieder in den Dienst gestellt.
Doch bevor noch das Rätsel der Pfeilspitze gelöst ist, wird die Ehefrau des Richters, eine Lokalpolitikerin, mit einem, ebenfalls historischen, Dolch erstochen. Hat sie doch recht gehabt, dass ihr Mann nur ein Zufallsopfer war?
Welche Rolle spielt die Archäologin, die im Kaiserwald nach den Überresten einer Schlacht Römer gegen Germanen sucht und die Ermittler wegen der antiken Pfeilspitze zurate ziehen? Und was hat es mit den militanten Gegner des Autobahnausbaues auf sich? Wollen die wirklich die Natur und die Menschen vor noch mehr Verkehr schützen oder verbirgt sich hinter den Krawallen etwas anderes.
Fragen über Fragen, die nur Armin Trost mit seinem untrüglichen Gespür für das Böse und das Übersinnliche beantworten kann. In seiner üblichen Art löst er den komplexen Fall, ungeachtet diverser Kollateralschäden wie seine eigene Gesundheit.
Meine Meinung:
Robert Preis gelingt es immer wieder, seine Krimis von der ersten bis zur letzten Seite fesselnd zu erzählen. Diesmal haben zusätzlich zu Armin Trosts lädierter Gemütsverfassung auch die archäologischen Aspekte des Krimis mein Interessen geweckt. Grundlage ist die Schlacht von Noreia um 113 v. Chr., die grundsätzlich einmal belegt ist, aber die Stelle an der sich die beiden Heere gegenübergestanden sind und sich die Köpfe eingeschlagen haben, ist bislang noch nicht gefunden. Dazu können wir im Anhang eine Zeittafel und Anmerkungen lesen. Die Schlacht von Noreia klingt ein wenig wie die kleine Schwester der Varus-Schlacht (9 n.Chr.). Nur da ist man schon ein wenig weiter und glaubt in der Region Kalkriese (Osnabrücker Land) den Schauplatz gefunden zu haben.
Echt gut gelungen ist, wie Robert Preis seine Leser durch Armin Trost an der Nase herumführen lässt. Manchmal wirkt er ziemlich manipulativ. Diesmal wird auch das Rätsel um das Verschwinden (und Wiederauftauchen) seiner Familie gelöst. Zwischen Armin und Anette knistert es genauso wie zwischen Schulmeister und Alexia Morgentau, der Archäologin.
Wie wir es von Robert Preis gewöhnt sind, gibt es mystische Passagen, in denen der Leser nicht genau weiß, ob sie nur in Trosts Kopf ablaufen oder doch stattfinden. Die feinen Sensoren des Chefinspektors nehmen das Böse und Mystische deutlich war. Ob das seine Ermittlungserfolge ausmacht? Gut gefällt mir, dass Balthasar Gierack, Trosts Chef, trotz aller Abneigung seinem Mitarbeiter gegenüber, das Essenzielle, nämlich das Aufklären der Morde, in den Vordergrund stellt und mehrmals sich schützend vor seine Ermittler stellt. Häufig haben wir es in Krimis ja mit unfähigen, unwilligen oder karrieregeilen Vorgesetzten zu tun. Nicht, dass Gierack selbst pflegeleicht wäre, aber im Ernstfall halten er und seine Truppe zusammen.
Bin schon gespannt, was Armin Trosts Beförderung zum Sonderermittler des Innenministeriums für Auswirkungen auf ihn, seine Familie und uns Leser hat.
Fazit:
Wer einen fesselnden Krimi, bei dem wenig so ist, wie es scheint, lesen möchte, ist hier richtig. Um sich in den Charakter von Armin Trost einfühlen zu können, ist es allerdings ratsam, bei Band 1 anzufangen, denn er ist von seinem Leben als Ermittler gezeichnet. Gerne gebe ich hier eine Leseempfehlung und 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Mordsand von Fölck Romy
Auch in ihrem vierten Krimi rund um Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn von der Kriminalpolizei Itzehoe sorgt Autorin Romy Fölck für Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.
Ein junges Paar entdeckt auf der kleinen Insel Bargsand einen Totenschädel, der wie man wenig später zu einem 30 Jahre alten Skelett gehört, das sitzend aufgefunden wird.
Zunächst deutet nichts auf Fremdverschulden hin, was sich spätestens bei der nächsten Leiche, die kurz darauf in ähnlicher Stellung gefunden wird, relativiert. Diesmal weiß man allerdings sofort, wer der gefesselt eingegrabene Tote ist. Es ist ein Baulöwe, der durch seine skrupellose Art mehr Feinde als Freund hatte.
Noch kann niemand einen Zusammenhang zwischen den beiden Toten herstellen. Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn tappen im Dunkeln. Die Spuren führen in die Jugendwerkhöfe der ehemaligen DDR und zu vier Jungen, die das Schicksal für immer auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden hat.
Meine Meinung:
Romy Fölck ist wieder eine tolle Fortsetzung gelungen. Besonders interessant sind die Schicksale der vier Jungs, die in den Jugendwerkhöfen zu angepassten Bürgern erzogen werden sollten. Doch statt Fürsorge erleben die Jungen Terror und Sadismus, der auch innerhalb ihrer Gruppe gelebt wird. Puh, ganz schön heftig!
Gut gefällt mir, dass die Krimihandlung und die privaten Seiten der Ermittler ausgewogen sind. Die Leser erfahren einiges aus dem Privatleben von Frida und ihren Eltern. Z.B. wie sie mit Mühe den Bauernhof ihrer Eltern vor dem Bankrott gerettet hat oder von Bjarne und seiner kranken Tochter. Auch das zarte Pflänzchen der Zuneigung zwischen dem Rechtsmediziner Thorsten und Frida ist elegant in die Handlung eingewoben. Die kratzbürstige Frida hat auch ihre empfindliche Seite. Sie kann sich gut in andere hineinversetzen und so findet auch ein ausgerissenes Mädchen Unterschlupf bei den Eltern auf dem Hof. Alle diese Nebenhandlungen sind perfekt in die Krimihandlung eingebettet und tragen zum Fortgang zu den Ermittlungen bei und sind nicht nur Beiwerk.
Das eine oder andere Mal habe ich mich fast auf den Holzweg führen lassen, denn zum einem hätte die eine oder andere Figur hätte wohl das Potenzial zum Täter gehabt, und zum anderen hat die Autorin recht geschickt Fallstricke und Sackgassen in die Story eingebaut.
Fazit:
Wieder eine gelungene Fortsetzung, die durch penible Recherche zu einem unrühmlichen Teil der DDR-Geschichte positiv auffällt. Aufgrund des wohldosierten Lokalkolorits und dem fesselnden Schreibstil, kann ich gerne 5 Stern vergeben.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Krimiunterhaltung vom Feinsten
Finstere Havel von Tim Pieper
Krimiautor Tim Pieper lässt seinen KHK Toni Sanftleben nun zum 5. Mal ermitteln. Gemeinsam mit seinem Team, dem u.a. Phong und Gesa angehören, muss er den unklaren Todesfall einer jungen Frau aufklären, die in ihrem Auto sitzend aus der Havel geborgen wird. Unfall, Suizid oder doch Mord?
Bei den Recherchen zu Melanie fallen gleich ein paar Ungereimtheiten auf.
Der Ex-Ehemann, der nicht kapieren will, dass die gemeinsame Zeit vorbei ist und sich mit Melanie einen Rosenkrieg um die Tochter liefert, der übergriffige Chef und der gewalttätige Nachbar, der Melanie mit Hasspostings eindeckt. Hinzu kommt, dass Melanie durch ihre Hypersensibilität ein wenig verschroben wirkt und ähnlich wie Autisten, Menschen eher meidet.
Zwischen dem polizeilichen Alltag erhalten wir im Rückblick Einblicke in Melanies Leben. Erst nach und nach enthüllt sich die gesamte Tragödie um die junge Frau.
Meine Meinung:
Tim Pieper ist wieder ein großartiger Krimi gelungen, der nicht nur durch den komplexen Plot und die authentisch beschriebenen Charaktere besticht, sondern auch durch die wunderbaren Landschaftsbeschreibungen. So konnte ich mich wieder an meinen Ausflug auf den Potsdamer Telegrafenberg erinnern, den ich 2019 besucht habe, und habe mich gleich wieder zwischen Einstein- und Helmert-Turm zurechtgefunden. Für Nicht-Ortskundige ist das Renaturierungsprojekt der Havel ein interessantes Thema, das nachgelesen werden sollte. Es birgt jede Menge Konflikte, die vermutlich für mehrere Krimis reichen würden.
Der Krimi ist niemals langweilig. Tim Pieper nimmt uns auf eine polizeiliche Ermittlung mit, bei der anfangs nicht klar, was ihn (und die Leser) erwartet. Für gewiefte Krimileser ist Selbstmord oder Unfall natürlich keine Option. Nur, wer war’s? Gemeinsam mit Toni Sanftleben und seinem Team begeben wir uns auf Spurensuche und müssen die eine oder andere Sackgasse hinnehmen. Dabei müssen wir erkennen, das hinter mancher biederer Fassade der Wolf im Schafspelz steckt.
Fazit:
Wer einen penibel recherchierten, sprachlich und stilistisch gut geschriebenen Krimi lesen will, der durch seinen komplexen Plot fesselt, ist hier richtig. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Stärkende Mutgeschichte voller bunter Charaktere
Mein geniales Leben von Jenny Jägerfeld
Für Sigge beginnt ein Neuanfang: er und seine Schwestern Bobo und Maje ziehen gemeinsam mit ihrer alleinerziehenden Mutter Hannah, der Schildkröte Carolina und zwei Meerschweinchen zu ihrer Oma Charlotte ins The Royal Grand Golden Hotel Skärblacka, dessen einziger Dauergast es liebt, über seine unfertigen Filmideen zu reden.
Sieges bester und einziger Freund: sein Hund Einstein. Sigge erfindet gern Sachen, genau wie sein Opa, zeichnet und fährt gern Inliner - Eiskunstlauf ist ebenso seine Leidenschaft, aber da schweigt er lieber drüber. Seine größte Schwäche: das er sich für sein schielendes Auge schämt. Sein Hauptziel: binnen neunundfünfzig Tage beliebt werden, bevor der erste Schultag an der neuen Schule beginnt. Diesmal soll alles anders werden, denn Sigge denkt zukunftsorientiert. An der alten Schule lief es nicht so gut, aber warum soll nicht alles besser werden? Aber wie wird man beliebt? Und wie geht man mit unverschämten Mädchen und dessen Gartenzwergen um?
Die Charakter sind wunderbar facettenreich und skurril, was für viel Abwechslung und witzige Situationen sorgt. Sigge ist dabei der ruhige Pol, der sich in all dem Familienchaos irgendwie zurechtfindet und dabei in seiner Unsicherheit die verrücktesten Ideen hat. Dabei geht er sein Ziel realistisch an und zeigt damit auch einige durchaus wertvolle Tipps für Kinder, die sich in dieser Beziehung mit Sigge identifizieren können. Oma Charlotte war meine liebste Figur. Sie steht für Individualität, Gelassenheit und Selbstverwirklichung, denn: sie fühlt sich „mit sich selbst ziemlich wohl“ und außerdem findet sie Beliebtheit überbewertet: „Wenn man sich selbst liebt, dagegen. Das ist doch der Beginn einer lebenslangen Romanze!“ Das Besondere: der Hauch von Nostalgie, wenn aus der Jukebox Elvis Presley singt und The Beach Boys aus dem Cabriolets der Oma trällern, ob es nicht schön wäre, wenn wir älter wären. Das die Worte Achtsamkeitsübungen und
Fazit: Humorvolle Familiendynamik aus der Sicht eines zwölfjährigen Außenseiters und Mobbingopfers, voller skurriler Ideen und Figuren mit Tiefgang. Macht Mut, das Schwächen und Misserfolge kein Hindernis sein müssen und bietet ein unterhaltsames Leseerlebnis mit tollem Finale. Eine tolle Mischung aus „etwas aus der Geschichte mitnehmen“ und bester Unterhaltung. Absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Aus Liebe zur Literatur - Offenbarung und Behütung
Die Erfindung der Welt von Thomas Sautner
„Das Leben ist ein fremder Ort, weit aus der Zeit.“ - so beginnt die Schriftstellerin Aliza Berg zu erzählen. Thomas Sautner schreibt hoffnungsvoll und philosophisch über die vielen Facetten des Lebens, seiner glückssuchenden Figuren und den Versuch: „(…) das Leben vom Geringsten bis zum Größten zu zeigen.
“ Sprachlich wertvoll: poetisch und unaufgeregt, aber vor allem tiefsinnig geht es darum: mit einem frischen Blick über Literatur Geheimnisse und Wissen zu lüften und gleichwohl zu bewahren. Über die Schriftstellerin Aliza Berg erfährt man nicht viel, doch mit ihrer Anreise, der Einladung einem geheimnisvollen Geldgeber folgend, beginnt die Geschichte. Die wahren Hauptfiguren betreten die Bühne: Eigenbrötler, Waldbewohner, Adlige und kleinwüchsige Geheimnisträger. Sie werden zusammengeführt, durcheinandergewirbelt und spielerisch wieder aufgefangen. Wer dieser ominöse Geldgeber ist, lässt sich am Ende erahnen, doch hat es an Bedeutung verloren - denn das Ende enthält „selbst das, was ungesagt geblieben sei.“ Streckenweise fiel es mir schwer, dran zu bleiben, wenn es zu ausschweifend und irritierend wurde. Dann forderte mich das Buch über kunstvolle Andeutung heraus. Sprache und Schreibstil, tiefsinnige Einsichten und die Lebendigkeit der Protagonisten führten mich jedoch immer wieder zurück.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Unser neues Lieblingsbuch
Wer wohnt denn da im tiefen Wald? von Rachel Piercey
Ein beeindruckend wunderschönes und hochwertig produziertes Buch, dass den Bärenwald mit seinen Bewohnern durch alle Jahreszeiten begleitet.
Auf insgesamt sechzehn Doppelseiten sind unterschiedliche Szenarien zu bestaunen: das Nachtleben der Waldbewohner, besondere Feierlichkeiten, Jahreszeiten oder Aktivitäten.
Auf jedem dieser Wimmelseiten findet sich ein, zum Thema passendes, Gedicht und eine Liste von spielerischen Suchaufgaben, die gezielt motivieren, bestimmte Tiere, wie Papa Bär, bei ihren Tätigkeiten zu entdecken. Am Ende des Buches präsentiert sich ein Naturlehrpfad auf vier Seiten, der mit Suchbildern zum Kreuz- und Querblättern einlädt und zudem noch sehr kindgerecht etwas Wissen über das Leben im Wald vermittelt und zum Ausprobieren einlädt. Auf der letzen Seite findet man ausgewählte Internetseiten für alle neugierigen Kinder, die noch mehr über den Wald oder Reime herausfinden möchte.
Die Gestaltung ist traumhaft schön, liebevoll und ein absolutes Sammlerstück für die ganze Familie. Rundum gelungen und einzigartig. Jede Seite erzählt eine Geschichte und jedes Tier hat eine eigene Rolle darin. Es hat uns großen Spaß bereitet, uns Geschichten für die Tiere auszudenken: Wo will Mama Wiesel mit dem Schubkarren hin? Es gibt viel zu entdecken und es stört auch nicht, dass die Tiere vermenschlicht dargestellt sind: Tierkinder haben beispielsweise Plüschtiere und es gibt Brot und Tee beim Picknick. Aufgrund der Fülle hat man einige Stunden Freude mit dem Buch und es es ist ein toller Zeitvertreib für jedes Alter. Einziger Wermutstropfen: vor allem auf der ersten Doppelseite gehen die mittigen Zeichnungen teilweise verloren und neben zwei Raupen und Fuchs, ist das schlummernde Stinktier kaum noch zu erkennen.











