Kunden em pfehlungen
Rezensionen von petris:
Der Junge aus dem Vorort von Brisbane
Der Junge, der das Universum verschlang von Trent Dalton
Autofiktion ist dieses Jahr ein großes Thema. Manches gelingt, vieles geht für meinen Geschmack daneben, weil die Distanz zur eigenen Geschichte fehlt. Dieser Debütroman des australischen Journalisten Trent Dalton ist ein gutes Beispiel dafür, wie es klappen kann.
Aufmerksam auf den Roman wurde ich durch den Klappentext.
Aufgewachsen unter Kriminellen und Drogendealern? Der Babysitter ein verurteilter Mörder? Den Traum, Journalist zu werden verwirklicht? Das klang spannend. Und auch die Leseprobe gefiel mir, ich wollte weiterlesen. Mit dem Buchgewinn klappte es nicht, aber zum Glück gibt es ja noch meine Lieblingsbuchhandlungen. Dann lag der Roman eine ganze Weile auf dem Stapel, weil sich immer wieder andere Bücher vordrängten. Jetzt war es dann aber endlich so weit!
Trent Dalton nennt sein Alter Ego Eli Bell. Wie der Autor selbst wächst er in einer Vorortsiedlung auf. Seine Mutter ist heroinabhängig, ihr Lebensgefährte ein Dealer, beiden gelingt der Entzug, sie bemühen sich um ein normales Leben, was, wenn man dealt und von Verbrechern umgeben ist, nicht so einfach ist. Eli Bell und sein Bruder August, der seit einem traumatischen Vorfall nicht mehr spricht, sind sich gegenseitig Halt, sie sind intelligent, ehrgeizig in der Schule und haben ihre Träume. Ihr Babysitter ist ein verurteilter Mörder, der sie abgöttisch liebt und sich gut um sie kümmert und mit Geschichten und Weisheiten versorgt. Als der Lebensgefährte der Mutter verschwindet, und sie selber im Gefängnis landet, kommen die Brüder zu ihrem Vater, einen Alkoholiker mit Panikattacken und Lesesucht.
Für Eli Bell ist diese Welt völlig normal, er empfindet all das gar nicht traumatisch, ist eher genervt von allen, die ihm „helfen“ wollen. Er hat seinen Traum: Schreiben für The Courier-Mail, eine Zeitung.
Viel davon ist autobiografisch, allerdings ergänzt der Autor seinen eigenen Hintergrund mit den Schicksalen von Menschen, die unter ähnlichen Umständen aufgewachsen sind, erweitert sie mit einer fantastischen Note, einer Prise Humor, einer Krimihandlung, in der es um Gerechtigkeit geht, einer kleinen Liebesgeschichte und viel Optimismus. Der Roman steckt voller Weisheiten, voller Freundlichkeit, ohne auch nur im Geringsten unkritisch zu sein. Der Erzählstimme Eli Bells hört man gerne zu, man kann gar nicht mehr aufhören zu lesen, leidet mit ihm mit, hofft für ihn und seinen Bruder.
Ein schöner, spannender, sehr ungewöhnlicher Roman. Mich hat er begeistert!
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Uneingeschränkte Leseempfehlung!
Wildblütenzauber von Anne Töpfer
Dies war nach "Bernsteinsommer" nun schon der zweite Roman, den ich von der begabten Autorin lesen durfte. Erneut war ich restlos begeistert und kann nur sagen: Anne Töpfer alias Anne Barns ist eine Meisterin des Wohlfühlromans!
Die Hauptprotagonistinnen dieser bezaubernden Geschichte um Freundschaft, Trauerbewältigung und Neuanfänge sind die Förderschullehrerin Sarah, die gerade ihre geliebte Mutter Barbara verloren hat, und Doreen, die seit klein auf wie eine Schwester für Sarah ist und ihr in dieser schweren Zeit nach besten Kräften zur Seite steht.
Nicht nur, dass Sarahs Ex Kai uneingeladen auf der Beerdigung auftaucht – auch eine Unbekannte, die sich als Sarahs Großtante entpuppt, ist unter den Trauergästen. Als kurz darauf Barbaras Testament allerlei überraschende Details enthüllt, steht Sarah vor einer gänzlich neuen Familiensituation…
Die aufrichtige, von Loyalität und Offenheit geprägte Freundschaft der beiden Frauen sowie die wundervollen Beschreibungen der malerischen Schönheit der Vorpommerschen Boddenlandschaft waren für mich die Highlights dieses realistischen wie humorvollen Romans, in dem auch leise Töne nicht zu kurz kommen. Trotz ernster Themen wirkt die Geschichte nie schwermütig oder deprimierend, im Gegenteil! Die Autorin hat ein lebensbejahendes Werk voller liebenswerter Figuren und inspirierender Weisheiten erschaffen, das nach dem Lesen noch lange nachklingt. Als besonderes Schmankerl gibt es im Anhang gleich mehrere ausgewählte Rezepte (- angesichts der in die Handlung eingestreuten Rezeptideen und Essensbeschreibungen lief mir stets das Wasser im Mund zusammen -).
Fazit: Viel zu schnell war dieses durch und durch traumhafte Buch ausgelesen. Gerne hätte ich mehr als nur 5 Sterne vergeben!
Rezensionen von S.:
In memoriam
Betreff: Falls ich sterbe von Carolina Setterwall
Kennenlernen Carolina-Aksel 2009, Verliebtsein, Liebe, Anpassung,
Kompromisse, so normal, so viel passt, Alltag, 2014 Baby, so gewohnt.
Bis plötzlich ... so unfassbar, so schrecklich. Nie, nie wieder du.
Carolina Setterwall gelingt es, den Tod ihres Partners, ihren Verlust,
so zu beschreiben, dass auch der Leser tief betroffen ist.
Ihr Leid
mitempfindet, ihren Schmerz nachvollziehen kann. Sie gibt sehr ehrlich
ihre Gefühle wieder, erzählt selbstkritisch von Problemen, wirkt absolut
authentisch. Carro durchlebt eine emotionale Phase der Erinnerungen,
ungeschönt, realistisch, voller Liebe, voller spätem Verständnis. Sie
erzählt die Geschichte eines riesigen Verlustes, schildert den Prozess
der Trauer so mit erlebbar, dass man glaubt, den verstorbenen Aksel
gekannt zu haben. Ein liebevolles Gedenken, mutig verarbeitet.
Mitnehmend, beeindruckend. Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann,
herausgegeben von Kiepenheuer & Witsch. Unbedingte Leseempfehlung für
nicht nur diejenigen, die einen Verlust erlitten haben.
Rezensionen von Claudia R:
spannend, spirituell und tiefgründig...
Lucy und das Wesen der Dinge von Anya Kaldek
Klappentext:
Wer warst du, bevor die Welt dir sagte, wer du bist? Was ist die machtvolle Bestimmung deiner Gedanken? Und weist du, was es mit der dunklen Nacht der Seele auf sich hat?
Lucy steht vor dem Scherbenhaufen ihres Lebens, als ein Unglücksfall in ihrer Familie sie dazu bewegt nach Spanien zu fahren.
Eine abenteuerliche Reise beginnt, die sie und ihr Leben für immer verändern wird. Auf ihrem Weg stößt Lucy auf ein Rätsel aus der Vergangenheit, trifft einen geheimnisvollen Meister und entdeckt einen magischen Kraftort. So gelangt sie zu tieferen Erkenntnissen über ihr eigenes Sein – und die damit verwobene Zukunft der Menschheit. Folge Lucy auf ihrem Weg in eine selbstbestimmte Realität.
Wir leben in einer wilden und aufwühlenden Zeit und sind Zeugen und Mitspieler einer großen Veränderung auf der Erde. Viele spüren den Wunsch, aus veralteten Strukturen auszubrechen. Unser Gefängnis ist nicht aus Beton und Eisen, sondern aus Angst. Um nicht den Mut und die Lebenslust zu verlieren, ist es hilfreich, hinter die Kulissen der Illusion zu sehen. Vieles, was lange im Verborgenen lag, kommt derzeit an die Oberfläche. Das ist zunächst verstörend, aber letztendlich wird durch dieses Aufdecken der Weg für eine harmonische und friedliche Erde frei. Wir navigieren auf etwas Gutes zu, auch wenn es noch nicht in Sichtweite ist. Wenn wir die Augen schließen, können wir es mit dem Herzen fühlen.
Das Wesen der Dinge ist immer gerecht und elementar. Es ist mehr, als wir mit unseren Sinnen erfassen.
Ein spiritueller Roman voller Abenteuer und ein Ratgeber zugleich für Leser, die sich nach Antworten zu großen Lebensfragen sehnen.
Cover:
Das Cover wirkt sehr elegant und hochwertig. die Schattierungen und auch die leichte Hintergrundschrift wirkt sehr mysteriös, aber ist einfach wunderschön gestaltet. Mit wenig Farbe kommt dieses Cover aus, es überzeugt mehr, durch die kleinen versteckten Details. Der Titel ist in goldfarben gehalten und auch extra strukturiert, so dass es auch von der Haptik her einen sehr schönen ersten Eindruck macht.
Meinung:
Spirituell, mystisch, einfühlsam, emotional und so vieles mehr ist dieses Buch. In kurzen kleinen Kapitel erlebt man hier magische und emotionale Momente. Man findet in Situationen hinein, die sehr tiefsinnig und tiefgründig erscheinen, Der spirituelle Einfluss wird hier sehr gut in die Geschichte hinein gewoben und man erlebt ganz unterschiedliche Situationen und Emotionen mit.
Ein Buch welches sehr lehrreich, aber auch sehr emotional, feinfühlig und tiefsinnig ist. Mir hat dies sehr gut gefallen. Die kurzen Kapitel lassen einen angenehmen Lesefluss zu und man kommt schnell und die Handlungen und Situationen hinein.
Besonders gut hat mir auch die gesamte Gestaltung des Buches gefallen. Der Aufbau, die kleinen Illustrationen und Verzierungen der Kapitel sind einfach wunderschön und sehr passend gewählt. Das Thema der Spiritualität kommt auch in den Grafiken sehr gut hervor. Besonders gut haben mir auch die Zitate und Sprüche zu Beginn der Kapitel gefallen. Diese sind sehr tiefgründig und gt gewählt. Solche Zitate regen zum Nachdenken an und auch um selbst in sich hinein zu blicken. Dadurch gibt einem das Buch noch sehr viel mehr, als einfach nur Unterhaltung, sondern lässt einen auch über die geschriebenen Texte und Zitate nachdenken.
Der Schreibstil ist sehr angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Die Charaktere sind gut durchdacht und haben mir persönlich sehr gut gefallen. Lucy und ihre Weggefährten nehmen einen mit auf eine unglaubliche, besondere und spirituelle Reise. Lass auch du dich dahin entführen.
Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten, da ich nicht zu viel vorweg nehmen möchte. Wer der Spiritualität offen gegenüber steht, sollte auf jeden Fall in dieses Buch hineinlesen.
Eine wunderschöne Geschichte, spannend, spirituell und sehr tiefgründig. Sein Leben anzupacken und in Lebenssituationen einzugreifen, lehrreiche Situationen in einer liebevollen Geschichte verpackt begleitet man hier als Leser und denkt dabei selbst über die Geschehnisse und den Sinn und Nutzen, den man daraus ziehen kann, nach.
Gespannt bin ich auch, wie es weitergeht und freie mich schon über weitere Teile mit und über Lucy.
Fazit:
Eine wunderschöne Geschichte, spannend, spirituell und sehr tiefgründig.
Rezensionen von brauneye29:
Schöne Geschichte
Freddy Sidebottoms absolut peinliche Welt von Rebecca Patterson
Zum Inhalt:
Freddy ist das was man den totalen Tollpatsch nennt. Egal was er macht oder anfasst, irgendwas geht immer schief. Er stürzt im Zoo in ein Gehege, die Badehose verrutscht, einfach nichts klappt- Dann schenkt ihm sein Großvater eine Art Zauberwürfel. Dieser Würfel hat besondere Fähigkeiten, denn er kann scheinbar die peinlichen Situationen verhindern.
Meine Meinung:
Das ist schon ein ganz schön abgedrehtes Kinderbuch, aber ich glaube Kinder werden es lieben. Es ist auch recht amüsant zu lesen, was Freddy alles so passiert. Interessant ist auch die Entwicklung, die Freddy im Laufe des Buches nimmt. Der Schreibstil hat mir gefallen, wird einer jüngeren Leserschaft auf jeden Fall gerecht. Die kleinen Illustrationen passen auch immer gut zum Erzählten und lockern das Buch entsprechend auf. Gerade für Jungen würde ich das Buch empfehlen.
Fazit:
Schöne Geschichte
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Naja...
Zwischen uns nur ein Wort von Renée Carlino
Ich falle gleich mit der Tür ins Haus: Leider konnte mich dieser Roman, erschienen im Juni 2021 bei Lübbe Belletristik, nicht überzeugen. Für mich war es das erste Buch von Renée Carlino und angetan vom wunderschönen, in zarten Lilatönen gehaltenen Cover, auf dem im Hintergrund die Skyline von New York City zu erkennen ist, sowie vom vielversprechenden Klappentext, erhoffte ich mir eine tiefgründige, süße Romanze und war äußerst gespannt auf die Story.
Mia, die gerade ihren Vater verloren hat, und der Musiker Will lernen sich während eines Fluges nach New York kennen. Aufgrund ihrer gemeinsamen Begeisterung für Musik bauen sie schnell eine Bindung zueinander auf und als sie sich knapp einen Monat später wiedersehen, dauert es nicht lange, bis Will bei Mia einziehen darf. Die Regeln sind klar: Nur Freundschaft. Immerhin möchte Mia sich "nicht auf eine Beziehung mit einem fast dreißigjährigen Musiker einlassen, der am Hungertuch nagt" (S. 67). …was durch die gegenseitige Anziehungskraft allerdings erschwert wird.
Der Prolog hat mir aufgrund des überraschend poetischen, nachdenklich machenden Schreibstils noch enorm gut gefallen. Er wird, ebenso wie der Epilog, aus der Sicht einer Frau namens Lauren erzählt, die eine Zufallsbekanntschaft der weiblichen Hauptprotagonistin (Mia) ist, was ich – insbesondere auf den Übergang von Prolog zum ersten Kapitel – einen sehr kreativen Einstieg in die Handlung finde. Die restlichen Kapitel werden im Präteritum der Ich-Form aus Mias Perspektive erzählt; lediglich in zwei Bonuskapiteln am Ende des Werkes erhält man einen Einblick in die Gedanken und Gefühle der männlichen Hauptfigur (Will).
Aus Laurens Perspektive wirkt Mia recht sympathisch. Leider änderte sich dieser Eindruck bereits im ersten Kapitel, in welchem Mia mir unnahbar und als Protagonistin nicht greifbar erschien. Eigentlich sollte doch gerade der Beginn einer Geschichte die Leser/innen dermaßen fesseln, dass sie unbedingt weiterlesen möchten – für mich gehört dafür zwingend dazu, dass die Hauptcharaktere mir sympathisch sind. Als ich mich nach Beendigung des ersten Kapitels schon zum Weiterlesen aufraffen musste, hoffte ich noch, dass Mias Ankunft in New York dem Ganzen mehr Schwung verleihen und mehr positive Charaktereigenschaften aus ihr herauskitzeln würde. Jedoch wurde ich im Laufe des gesamten Romans überhaupt nicht warm mit ihr und empfand sie überwiegend als anstrengend. Sie verhält sich häufig egoistisch und - laut ihren eigenen Gedanken - wie ein "launischer Teenager" (S. 218), wobei sie Will oftmals "falsche Hoffnungen" macht (S. 242) oder ihn "ohne triftigen Grund verletzt" (S. 65) bzw. vor den Kopf stößt.
"Ich wusste selbst nicht, warum ich so schroff war; er hatte eigentlich keine Grenze überschritten […]". (S. 219)
Will wird als lockerer Lebemensch dargestellt, der das Herz am rechten Fleck hat und in Bezug auf Mias Sperenzchen eine Engelsgeduld beweist. Größtenteils konnte ich nicht nachvollziehen, warum er sich das antut. Regelmäßig hatte ich einfach nur Mitleid mit ihm. Dass er Mia von Anfang an entweder "Baby" oder "Süße" genannt hat, empfand ich als unangenehm; es hatte etwas Übertriebenes, Aufgesetztes, was im Grunde gar nicht zu seinem Charakter passte.
Die Annäherung zwischen den beiden Protagonisten erreichte mich nicht. Das Prickeln fehlte, wobei dies nicht zwingend an den betreffenden Szenen, sondern eher am Schreibstil lag. Die Dialoge erschienen mir oft hölzern und unauthentisch (und enthielten z.B. Wörter, die umgangssprachlich eher selten verwendet werden, wie 'Komposita'), und über allem lag eine unterschwellige Schwermut, die im direkten Kontrast zum Leichtigkeit verströmenden Cover stand. Die fehlende emotionale Tiefe konnte auch nicht durch die (in meinen Augen unnötigerweise) eingeflochtenen dramatischen Elemente ausgeglichen werden (Stichwort: Jennys Schicksalsschlag sowie Jackson), vielmehr machten mir diese die Distanz zu den Figuren noch offensichtlicher bewusst.
Fazit: Leider kann ich nicht mehr als 2 ½ Sterne vergeben (für das Cover, die Grundidee und z.T. die Nebenfiguren).
Rezensionen von brauneye29:
Interessanter Roadtrip
Das Universum ist verdammt groß und supermystisch von Lisa Krusche
Zum Inhalt:
Gustav ist nicht glücklich, er mag den neuen Freund der Mutter nicht und jetzt will sie auch noch mit ihm in Urlaub. Das geht ja mal gar nicht und er beschließt nicht mehr zu sprechen, bis der Mann weg ist. Dann lernt er Charles kennen und sie geht mit seinem Opa und ihm auf eine Reise um den Vater von Gustav zu suchen.
Er wird eine spannende Reise.
Meine Meinung:
Das war eine schöne Reise mit Charles, Gustav und seinem Opa. Eine Art Roadtrip der aber mit sehr viel Herz geschrieben ist. Ich möchte die Protagonisten sehr und auch die Art, wie das Buch geschrieben ist. Der Schreibstil ist lesbar sowohl für de Zielgruppe als auch ältere Semester. Das Cover fand ich von Anfang an klasse und es passt auch sehr gut zur Geschichte. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und kann es nur wärmstens empfehlen. Die Leseempfehlung ab 10 finde ich gelungen, jünger sollten die Kinder für dieses Buch nicht sein.
Fazit:
Interessanter Roadtrip
Rezensionen von OWI:
Ein historischer Roman - viel Historie, wenig Roman
Harte Jahre von Mario Vargas Llosa
Vargas Llosa beschreibt in diesem "Roman" die Geschichte Guatemalas im Zeitalter des Kalten Krieges. Es geht dabei hauptsächlich darum, wie skrupellos die USA in ihrem "Hinterhof" vermeintlich kommunistische Regierungen, auch wenn sie demokratisch gewählt worden waren, stürzen ließen und durch gefügige Regime, die das Kapital und vor allem die United Fruit Company schützen, ersetzt haben.
Man nahm billigend in Kauf, dass es sich dabei um Diktatoren handelte, wichtig war nur, dass sie die Interessen der USA vertraten.
Weitgehend beschreibt Vargas Llosa hier Geschichte. Alle wesentlichen Figuren sind echte historische Personen. Nur einige, eigentlich für den Lauf der Historie nebensächliche, sind fiktiv, so die Hauptfigur, eine schillernde Frau, die als Geliebte eines von den USA protegierten Diktators dem Buch einen Rahmen gibt. Und gleichsam, weil sie die Sicht der USA vertritt, vom Autor "benutzt" wird, um die verlogenen und zweifelhaften Positionen des angeblichen "Mutterlandes der Freiheit und der Demokratie" zu entlarven bzw. zu kommentieren.
Die Hauptpointe am Ende ist, dass sie sich als alte Frau erfreut zeigt, dass ein gewisser Donald Trump gerade Präsident geworden ist. So schlägt Vargas Llosa die Brücke in die Gegenwart: Trump ist nur das, was die USA seit dem Zweiten Weltkrieg immer waren.
Empfehlenswert!
Rezensionen von OWI:
Ein historischer Roman - viel Historie, wenig Roman
Harte Jahre von Mario Vargas Llosa
Vargas Llosa beschreibt in diesem "Roman" die Geschichte Guatemalas im Zeitalter des Kalten Krieges. Es geht dabei hauptsächlich darum, wie skrupellos die USA in ihrem "Hinterhof" vermeintlich kommunistische Regierungen, auch wenn sie demokratisch gewählt worden waren, stürzen ließen und durch gefügige Regime, die das Kapital und vor allem die United Fruit Company schützen, ersetzt haben.
Man nahm billigend in Kauf, dass es sich dabei um Diktatoren handelte, wichtig war nur, dass sie die Interessen der USA vertraten.
Weitgehend beschreibt Vargas Llosa hier Geschichte. Alle wesentlichen Figuren sind echte historische Personen. Nur einige, eigentlich für den Lauf der Historie nebensächliche, sind fiktiv, so die Hauptfigur, eine schillernde Frau, die als Geliebte eines von den USA protegierten Diktators dem Buch einen Rahmen gibt. Und gleichsam, weil sie die Sicht der USA vertritt, vom Autor "benutzt" wird, um die verlogenen und zweifelhaften Positionen des angeblichen "Mutterlandes der Freiheit und der Demokratie" zu entlarven bzw. zu kommentieren.
Die Hauptpointe am Ende ist, dass sie sich als alte Frau erfreut zeigt, dass ein gewisser Donald Trump gerade Präsident geworden ist. So schlägt Vargas Llosa die Brücke in die Gegenwart: Trump ist nur das, was die USA seit dem Zweiten Weltkrieg immer waren.
Empfehlenswert!
Rezensionen von Petra Gruber:
Der Junge aus dem Vorort von Brisbane
Der Junge, der das Universum verschlang von Trent Dalton
Autofiktion ist dieses Jahr ein großes Thema. Manches gelingt, vieles geht für meinen Geschmack daneben, weil die Distanz zur eigenen Geschichte fehlt. Dieser Debütroman des australischen Journalisten Trent Dalton ist ein gutes Beispiel dafür, wie es klappen kann.
Aufmerksam auf den Roman wurde ich durch den Klappentext.
Aufgewachsen unter Kriminellen und Drogendealern? Der Babysitter ein verurteilter Mörder? Den Traum, Journalist zu werden verwirklicht? Das klang spannend. Und auch die Leseprobe gefiel mir, ich wollte weiterlesen. Mit dem Buchgewinn klappte es nicht, aber zum Glück gibt es ja noch meine Lieblingsbuchhandlungen. Dann lag der Roman eine ganze Weile auf dem Stapel, weil sich immer wieder andere Bücher vordrängten. Jetzt war es dann aber endlich so weit!
Trent Dalton nennt sein Alter Ego Eli Bell. Wie der Autor selbst wächst er in einer Vorortsiedlung auf. Seine Mutter ist heroinabhängig, ihr Lebensgefährte ein Dealer, beiden gelingt der Entzug, sie bemühen sich um ein normales Leben, was, wenn man dealt und von Verbrechern umgeben ist, nicht so einfach ist. Eli Bell und sein Bruder August, der seit einem traumatischen Vorfall nicht mehr spricht, sind sich gegenseitig Halt, sie sind intelligent, ehrgeizig in der Schule und haben ihre Träume. Ihr Babysitter ist ein verurteilter Mörder, der sie abgöttisch liebt und sich gut um sie kümmert und mit Geschichten und Weisheiten versorgt. Als der Lebensgefährte der Mutter verschwindet, und sie selber im Gefängnis landet, kommen die Brüder zu ihrem Vater, einen Alkoholiker mit Panikattacken und Lesesucht.
Für Eli Bell ist diese Welt völlig normal, er empfindet all das gar nicht traumatisch, ist eher genervt von allen, die ihm „helfen“ wollen. Er hat seinen Traum: Schreiben für The Courier-Mail, eine Zeitung.
Viel davon ist autobiografisch, allerdings ergänzt der Autor seinen eigenen Hintergrund mit den Schicksalen von Menschen, die unter ähnlichen Umständen aufgewachsen sind, erweitert sie mit einer fantastischen Note, einer Prise Humor, einer Krimihandlung, in der es um Gerechtigkeit geht, einer kleinen Liebesgeschichte und viel Optimismus. Der Roman steckt voller Weisheiten, voller Freundlichkeit, ohne auch nur im Geringsten unkritisch zu sein. Der Erzählstimme Eli Bells hört man gerne zu, man kann gar nicht mehr aufhören zu lesen, leidet mit ihm mit, hofft für ihn und seinen Bruder.
Ein schöner, spannender, sehr ungewöhnlicher Roman. Mich hat er begeistert!










