Kunden em pfehlungen
Rezensionen von S.:
Wahrheit oder nicht
Die Lügnerin von Friedemann Karig
Clara Konrad „liest“ Personen. Was sie ihnen erzählt, wird wahr. Ist sie Hellseherin, Wahrsagerin oder Prophetin? Drei Jahre lang hat man ihr immer geglaubt. Egal, was sie sagte. Aber: Wo ist sie jetzt? Was hat sie getan? Was tut sie hier?
Genau das erschließt sich nicht wirklich. In einer Privatklinik erzählt sie einer Therapeutin, was bisher geschah.
Das tut sie in wohlgesetzten Worten, hält die Spannung hoch. Ständig erwartet man irgendeinen Knüller. Kryptische Aussagen, Andeutungen und Menschengeschichten bestimmen den Gesprächsverlauf. Dazwischen oft Verschwommenes, Nebulöses, auch Poetisches, Ausschweifendes, das die beschriebenen Geschehnisse umhüllt. Über sich sagt sie: „Ich bestimme, was Sie denken, was Sie sehen, sogar was Sie fühlen.“ Ist das so? Die Frage bleibt: was ist Wahrheit, was ist Lüge?
Ein Buch von Friedemann Karig, auf das man sich einlassen muss. Diese Clara ist eine begabte Erzählerin. Wer mysteriöse Geschichten mag, dem wird dieses Buch gefallen.
Rezensionen von Ecinev:
Beutekunst
Die Akte Madrid von Andreas Storm
Der deutsche Verteidigungsminister beauftragt den Kunstexperten Lennard Lomberg ein verschwundenes Gemälde, von dessen Existenz er bis vor kurzem gar nichts wusste, wieder aufzuspüren. Durch das Erbe seines Vaters gelangt er an ein Nebengebäude des Paradores in Granada, dort hing angeblich ein surrealistisches Gemälde einer Künstlerin.
Das Gemälde wird der Beutekunst aus der Frankozeit zugerechnet und kann zu politischen Verwicklungen führen.
Detailgenau in drei Zeitebenen wird die Ermittlung geschildert. Beim Lesen muss man schon sehr genau aufpassen in welcher Zeit man gerade ist. Manches wird da schon sehr ausufernd beschrieben und hemmt den Lesefluss und die Spannung. Besonders gefallen hat mir der Bezug zur Frankozeit in Spanien.
Obwohl ich den ersten Teil nicht kenne, kann man dieses Buch auch ohne Vorkenntnis gut lesen es eignet sich aber definitiv nicht als nebenbei Urlaubslektüre. Geschichts- und Kunstbegeisterte kommen hier jedoch auf ihre Kosten.
Rezensionen von Claudia R:
humorvolle Abenteuergeschichte
Zari und der Göttertau von Mark Wamsler
Klappentext / Inhalt:
Zari, eine junge Biene aus Afrika, entkommt durch aufregende Umstände den Kriegswirren ihrer Heimat. In einem fremden Land angekommen, wird die kleine Biene nicht nur mit ihrer Angst, sondern auch mit Vorurteilen und Ablehnung konfrontiert. Auf der Suche nach einem Weg zurück zu ihrem Bruder Kijani und dem Rest ihrer Bienenstockfamilie trifft sie auf skurrile Charaktere und findet neue Freunde.
Doch schon bald droht Gefahr und Zari muss sich ganz anderen Herausforderungen stellen. Der dunkle Wespenlord lauert hinterm Bibberwald und verfolgt einen düsteren Plan ...
Cover:
Niedlich und gruselig zugleich. Denn im Vordergrund ist eine wirklich sehr niedliche und süße Biene erkennbar, dahinter ist jedoch eine monströse und gruselige Kreatur erkennbar, welche ein ziemlicher Kontrast zu der bildlichen Biene darstellt. Auch die Spinnenweben erzeugen eine eher düstere Atmosphäre. Das Cover macht auf jeden Fall neugierig auf diese Geschichte.
Meinung:
Zari entkommt den Kriegsgeschehen aus ihrer Heimat, aber in dem neuen fremden Land hat sie es anfangs nicht nicht wirklich leicht. Neben ihren Ängsten trifft sie auch auf Vorurteile, aber durch ihren Mut findet sie zum Glück auch schnell neue Freunde.
Doch zu viel vom Inhalt möchte ich hier noch nicht verraten und halte mich daher mit genaueren Details dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr gut und flüssig lesen. Die Schrift ist recht klein und dadurch auch die Kapitel durchaus etas länger, so dass es hier durchaus schon für etwas geübtere Leser ist. Die Kapitel sind gut gewählt und auch die Einteilung, Gliederung und Gestaltung hat mir gut gefallen. Die Kapitelüberschriften sind recht aussagekräftig, verraten aber dennoch dabei nicht zu viel.
Die Geschichte gewinnt nach und nach mehr an Spannung, aber auch die Emotionen kommen nicht zu kurz und werden gut vermittelt. Neben der Spannung spielen auch Freundschaft, Vorurteile, Mut und Hilfsbereitschaft eine Rolle. Eine Geschichte mit Spannung und Tiefe und wirklich tollen Charakteren.
Niedlich sind auch die kleinen und teils auch etwas größeren schwarz-weiß Illustrationen, welche sich gut in die Geschichte einfügen und so auch das Schriftbild gut auflockern und abrunden.
Eine tolle Idee fand ich auch die Erklärung und Aufzeichnung der Verteilung der Rollen in einem Bienenstock. Da erfährt man nochmals einiges Wissenswertes und auch die bildliche Veranschaulichung finde ich gut gelungen und umgesetzt.
Eine spannende und zugleich auch lehrreiche und humorvolle Geschichte. Abenteuer, aber auch Tiefe verleiht diesem Buch etwa besonderes. Zari ist mir schnell ans Herz gewachsen und auch Mini-Kater Bakari und die schwäbelnde Taube Karl konnten mein Herz erobern. Diese bringen auch eine gehörige Portion Humor mit hinein.
Fazit:
Eine spannende und zugleich auch lehrreiche und humorvolle Geschichte.
Rezensionen von Ecinev:
Wo ist meine Mutter
Eine glückliche Familie von Jackie Kabler
Beth, eine heute erwachsene Frau, geschieden mit 2 jungen Kindern ist im ständigen Kampf ihren Alltag zu meistern, zwischen Arbeit, Privatleben und einem kranken Vater. Daneben ist sie psychich sehr labil und in Gedanken noch immer bei ihrer Mutter die aus heiterem Himmel die Familie vor 30 Jahren verlassen hat und einer Tat aus ihrer Jugend.
Dann steht eines Tages eine Frau vor ihrer Tür und gibt sich als ihre Mutter aus. Beth ist hocherfreut, erkennt sie anhand eines Tatoos und bittet sie herein. Was sie sich damit ins Haus geholt hat entwickelt sich erst nach und nach. Dinge verschwinden, die Freundinnen aus der Nachbarschaft wenden sich ab und auch Robin, die tüchtige Haushälterin.
Beth zweifelt an ihrem Verstand, trinkt zu viel Alkohol und droht alles zu verlieren. Bis es bei der Geburtstagsfeier zu einem beinahe tödlichen Unfall kommt. Es dauert noch einige Zeit bis die Identität der Frau klar wird und Beth ihre wahre Mutter am Ende trifft.
Das Buch entwickelt sich langsam, und hat etliche Längen. Spannung kommt so gut wie keine auf und der Schreibstil ist recht simpel. Schade, mit dem Klappentext hätte man mehr aus der Geschichte holen können.
Rezensionen von begine:
3 Generationen
Das Licht zwischen den Schatten von Michaela Beck
Die Schriftstellerin Michaela Beck hat in ihrem Roman, Licht zwischen den Schatten, verschiedene Charaktere geschaffen.
Da ist den 1920er Jahre der 11jährige Konrad, er verliebt sich in die Mitschülerin Selma.
Es ist kurz nach dem Krieg in der DDR,
die Pastorentochter Brigitte glaubt erst noch an Hitler.
Sie behauptet sich immer wieder. Die findet sich dann plötzlich in der BRD wieder.
Dann ist da Jahre später, das Andre bei Pflegefamilien lebt, seine Eltern sollen tot sein. Er ist in einem Sportkader.
Er wünscht sich eigentlich ein Familienleben, aber das lernt er nicht kennen. Man weiß nie, wie seine Vergangenheit war, da wird oft nicht die Wahrheit gesagt.
Von den drei Personen wird abwechselnd von ihren Leben erzählt.
Interessant und spannend. Das hat die Autorin perfekt verwebt.
Ich habe das Buch verschlungen.
Rezensionen von Petra:
Hebamme Henni
Wie ein Stern in mondloser Nacht von Marie Sand
Der neue Roman der Autorin Marie Sand spielt in Berlin in den 50er Jahren. In dieser Geschichte ist Henni Bartholdy die heimliche Heldin. Henni ist Hebamme . Mit Sorge sieht sie , dass die Kluft zwischen Arm und Reich in der Zeit des Wirtschaftswunders in Deutschland immer größer wird. Verzweifelte Mütter setzen ihre Neugeborenen aus oder töten sie sogar.
Das alles aus wirtschaftlicher Not oder Scham. Henni, die selbst aus armen Verhältnissen kommt, weiß, dass sie handeln muss. Sie arbeitet als selbstständige Hebamme in einem Geburtsraum. Hier stellt sie im Hinterhof eine Apfelsinenkiste auf, die Müttern, die keinen anderen Ausweg sehen, die Möglichkeit gibt dort ihr Kind anonym abzulegen. Wenige Wochen will sie sich um das Kind kümmern und den Müttern damit die Möglichkeit geben sich umzuentscheiden. Irgendwann liegt tatsächlich ein Baby in der Kiste...
Eine anrührende Geschichte, um die Entstehung von Babyklappen.
Leseempfehlung!
Rezensionen von Claudia R:
Piratengeschichte
Die Völker von Calvaria von Renate Tintenheld Felderer
Klappentext / Inhalt:
Calvaria, das Land der Piratenvölker! Eine Welt voller Gegensätze, magischer Kreaturen und besonderen Fähigkeiten und nur eine Regel: Befolge den Kodex!
Die Geschwister Arius und Saria Vane müssen wie alle Calvarier eine Prüfung durchlaufen, um rechtmäßige Piraten zu werden.
So fordert es der Piratenkodex. Aber was, wenn plötzlich die kodexverachtenden Feueraugen zwei Kandidaten zur Prüfung stellen und ein magisches Logbuch nichts Gutes verspricht? Während die Kandidaten eine Prüfung nach der anderen bestehen, decken sie unglaubliche Geheimnisse auf. Ihr Kampf für die Freiheit von Calvaria beginnt und Arius und Saria merken, dass weit mehr in ihnen steckt, als sie immer geglaubt hatten.
Das erste Abenteuer der Vane-Geschwister voller gefährlicher Prüfungen, fantastischer Orte und besonderer Freundschaften!
Cover:
Das Cover verspricht Abenteuer pur. Man erkennt ein Mädchen und einen Jungen und einen etwas düsteren Schädel eines Skeletts mit einem Piratenhut darauf. Die dunkleren Farben machen eine düstere Atmosphäre, die aber gut und stimmig passt. das Cover macht neugierig auf mehr.
Meinung:
Eine spannende Piratengeschichte, die einen schnell in ihren Bann zieht. Arius und Saria sind Geschwister und auch sie müssen die Prüfung, wie alle Calvarier durchlaufen, um rechtmäßige Piraten zu werden. Dabei decken sie unglaubliche Geschehnisse und Geheimnisse auf. Ein Buch voller Spannung und Wendungen, dass den Leser schnell fesselt.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details dazu bedeckt.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut und flüssig lesen. Die einzelnen Kapitel haben eine angenehme Länge und ermöglichen einen guten Lesefluss. Die Kapitelanfänge sind deutlich hervorgehoben und die Gestaltung und Umsetzung der Geschichte ist sehr gut und stimmig durchdacht. Die Gestaltung ist passend umgesetzt. Auch die vielen kleinen und teils auch etwas größeren schwarz-weiß Illustrationen passen sehr gut und runden die Geschichte sehr schön ab.
Die Illustrationen sind stimmungsvoll und lockern zudem das Schriftbild auf. Auch geben sie das Gelesene gut wieder. Mir haben die Illustrationen gut gefallen und sie machen die Geschichte besonders, da sie die gezeichneten Elemente und das Gelesene gut vereinen.
Auch die Karte zu Beginn ist wirklich toll, da sie eine gute Orientierung bietet. Solche Elemente machen das Ganze sehr rund und stimmig.
Die Geschichte selbst baut sehr gut die Spannung auf und man ist schnell in den Geschehnissen drin. In die Charaktere findet man sich auch sehr schnell und gut hinein. Arius und auch Saria habe ich schnell ins Herz geschlossen und habe ihre Handlungen gebannt verfolgt. Der bildliche Schreib- und Erzählstil veranschaulicht die Situationen und so kann man sich alles sehr gut vorstellen und nachvollziehen.
Auf weitere spannende Abenteuer bin ich sehr gespannt und würde mich sehr freuen, wenn es hier bald noch weitere Bände geben würde.
Fazit:
Eine spannende Piratengeschichte, die einen schnell in ihren Bann zieht.
Rezensionen von Claudia R:
bildgewaltig
Erinnerungen des Waldes von Mickaël Brun-Arnaud
Klappentext / Inhalt:
Warm, witzig, wunderbar, weise und waldig – einfach WooW
In einer großen, alten Eiche, mitten im Dorfwald von Schönrinde, führt Archibald Fuchs seine eigene Buchhandlung. Er liebt sein ruhiges Leben, die geordneten Regale und die unterhaltsamen Gespräche mit seinen Kunden.
Eines Tages jedoch bringt sein Freund und Stammkunde Ferdinand Maulwurf die Ordnung völlig durcheinander. Ferdinand wird zunehmend zerstreuter und vergesslicher und kann seine Frau nicht mehr finden. Nun hofft er in seiner Autobiografie Antworten zu finden. Diese hat Archibald jedoch vor einigen Tagen verkauft. Kurzerhand erklärt sich der Fuchs bereit, seinem Freund zu helfen. Die beiden machen sich auf den Weg quer durch den Wald, und ein großes Abenteuer beginnt – werden die beiden Ferdinands Frau finden?
Cover:
Das Cover zeigt einen Fuchs und einen Maulwurf bei ihrer Reise durch den Wald. Besonders der Maulwurf scheint schon etwas betagter zu sein. Optisch ist es sehr schön umgesetzt, die Farben etwas zurückhaltender und es verleiht dem Ganzen ein etwas nostalgischen Charme.
Meinung:
Eine sehr feingliedrige, emotionale und bewegende Geschichte, in der viel Tiefe steckt. Schwierige Themen, wie Demenz werden hier sehr bildlich und auch für jüngere greifbar erklärt und eingebunden. Sehr wortgewandt und auch fast etwas poetisch, ist der Schreibstil anfangs für jüngere Leser vermutlich nicht ganz einfach, aber in der Geschichte steckt viel Tiefe und wichtige Botschaften.
Die Empfehlung liegt bei ab 8 Jahren, was ich teils etwas früh finde, bzw. dann in Begleitung mit einem Erwachsenen gelesen werden sollte bzw. bei Fragen jemand vorhanden sein sollte.
Die Geschichte ist berührend und bewegend zugleich und regt zum Nachdenken an. Wortgewandt und spielerisch, werden die Handlungen und die Umgebung bildlich beschrieben und umgesetzt. Auch die Freundschaft zwischen den Charakteren wird sehr deutlich und auch die Situation in der sie sich befinden.
Ferdinand Maulwurf vergisst immer mehr und der Schleier des Vergessens wird immer größer. Das Krankheitsbild von Demenz wird hier angesprochen und veranschaulicht umgesetzt. Man kann sich durch die bildliche Schreib- und Erzählweise sehr gut hineinversetzen.
Inhaltlich möchte ich hier jedoch nicht zu viel vorgreifen und halte mich daher mit weiteren Details dazu zurück.
Der Schreibstil ist besonders, passt aber auch sehr gut zur Geschichte und den Handlungen. Die einzelnen Abschnitte und Kapitel haben eine angenehme Länge. Die Kapitelanfänge sind deutlich erkennbar und auch die Kapitelüberschriften sind passend, ohne zu viel zu verraten. Zu Beginn der Kapitel gibt es kleine Illustrationen, welche das Kapitel gut einleiten.
Auch die Illustrationen und Bilder zwischendurch sind toll gewählt und bringen die Stimmung und Atmosphäre sehr gut wieder. Durch die gediegener Farben kommt eine Art antiquierter bzw. nostalgischer Charme auf.
Die Geschichte ist etwas besonderes und sehr charmant und bewegend verpackt. Die Emotionen kommen sehr nachvollziehbar herüber. Die Charaktere sind passend gewählt und alles in allem berührt und bewegt es mich, als Leser. Tiefgründig, bildgewaltig und ausdrucksstark, hallt diese Geschichte auch im Nachhinein noch lange nach. Mir hat dies sehr gut gefallen.
Fazit:
Die Geschichte ist etwas besonderes und sehr charmant und bewegend verpackt.
Rezensionen von Anndlich:
Schicksal oder Zufall
Die Butterbrotbriefe von Carsten Sebastian Henn
Kati Waldstein ist mit fast 40 unzufrieden mit ihrem Leben und möchte einen Neuanfang starten, doch dafür muss sie mit ihrem alten Leben abschließen können. Deswegen entschließt sich Kati dazu allen, die sie positiv oder negativ prägten, einen Abschiedsbrief zu schreiben. Damit sie weiß, dass diese Worte auch bei den Personen ankommen, schreibt sie die Briefe nicht nur, sondern liest sie den Adressaten die Briefe vor.
Die Butterbrotbriefe ist der neuste Roman von Carsten Henn, der bereits mit Der Buchspazierer und Der Geschichtenbäcker seine Leser begeistern konnte.
Ein Grund, weswegen auch ich unbedingt Die Butterbrotbriefe lesen mussten und der Schreibstil steht seinen Vorgängern in nichts nach. Poetisch geschrieben, liest sich das Buch wunderschön und bringt eine melancholische Stimmung mit sich.
Mir gefiel auch die Idee, dass man sich den Personen öffnet, die einen geprägt haben. An dieser Stelle gibt Carsten Henn dem Leser viel zum nachdenken mit und zeigt die Wichtigkeit des ‚Redens‘, auch wenn es manchmal nicht leichtfällt. Schwierig fand ich jedoch, dass die Personen eigentlich keine Chance hatten sich zu rechtfertigen/erklären, aber nun, das war eben das Konzept der Kati Waldstein.
Kati, die sich Severin gegenüber jedoch extrem offen zeigt. Das ging mir phasenweise zu fix und wirkte nicht realistisch. Severin hatte diese Szenen sogar gut reflektiert (d.h. der Autor hat diesen Konflikt erkannt), aber Kati nicht so gehandelt, wie man es vermuten würde. An so einigen Stellen musste ich mein Gefühl von Authentizität etwas zurückstellen.
Denn auch Severin ist so ambivalent gestaltet, dass seine aktuellen Handlungen und Gedanken, nicht zu denen von vor drei Jahren passen. Natürlich entwickelt man sich weiter, jedoch hatte er diese drei Jahre auch Zeit die Vergangenheit nicht Vergangenheit sein zu lassen.
So konnten mich eher die Nebencharaktere, vor allem Martin und Madame Catherine, von sich überzeugen.
Trotz der Kritik haben mich auch Die Butterbrotbriefe überzeugen können. Denn wenn ich das Verhalten der Protagonisten außenvorlasse und mich nur auf die Quintessenz des Buches beziehe, dann steckt hier viel zum Nachdenken drin. Darüber wie man sich anderen gegenüber verhält, wie man sie beeinflusst und welche Rolle man für sie spielen kann. Darüber wie man von anderen beeinflusst wird und welche Rolle andere spielen können und darüber an welche Wege wir gegangen sind, deren Gabelung uns auch an einen Ort hätte führen können. Schicksal oder Zufall, wer weiß das schon. Aber auch, dass wir miteinander reden müssen.
Rezensionen von yellowdog:
Literatur von und für die Millennials
Nichts Besonderes von Nicole Flattery
Nichts besonderes ist der erste Roman der Autorin, doch sie war bereits durch ein Erzählungsband aufgefallen.
Die rische Schriftstellerin Nicole Flattery lässt die Leser einen Blick ins New York der sechziger Jahre werfen. Die Protagonistin heißt Mae und sie setzt sich viel mit ihrer Mutter auseinander, die Alkoholikerin war.
Ich würde die Figur mehr als beobachtend als agierend einstufen. Darin liegt auch eine gewisse erzählerische Ruhe.
Sprachlich fand ich das Buch bei aller Zurückhaltung ansprechend, von der Handlung her scheint es nach meiner Empfing irgendwann stecken zu bleiben und es wird eintönig.











