Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von cosmea:

Haben wir Menschen eine Zukunft?

Tasmanien von Paolo Giordano


Der Protagonist des neuen Romans von Paolo Giordano heißt Paolo und ist ebenfalls studierter Physiker. Inzwischen arbeitet er allerdings als Journalist und Romanautor. Er ist mit der etwa zehn Jahre älteren Lorenza verheiratet, die einen Sohn aus einer anderen Beziehung hat. Paolos Ehe ist kinderlos und gerät in eine Krise, als seine Frau beschließt, keine weiteren Versuche mit künstlicher Befruchtung mehr zu unternehmen.

Der 40jährige Paolo ist unglücklich und muss sich neu orientieren. Er will so wenig wie möglich zu Hause sein. Deshalb reist er zu Veranstaltungen überall in der Welt und berichtet darüber. So ist er zum Beispiel 2015 bei der Klimakonferenz in Paris, wo er seinen Freund Guilio und den Wolkenforscher Jacopo Novelli trifft. Auch Guilio hat nach seiner Scheidung große Probleme, weil er vor Gericht um das Sorge- und Umgangsrecht für seinen Sohn kämpfen muss. Hier soll Paolo aufgrund seiner Beobachtungen eine für ihn günstige Aussage machen.
Vor dem Hintergrund seines privaten Unglücks beschäftigt sich Paolo mit all den Themen, die die Menschen bedrohen: Klimawandel, Terrorakte überall in der Welt, Kriege und nicht zuletzt die atomare Bedrohung. Er arbeitet an einem Buch über die Bombe, d.h. über die im August 1943 von den Amerikanern über Hiroshima und Nagasaki abgeworfenen Atombomben. Er nimmt deshalb in Japan an den jährlichen Gedenkfeiern zu diesem Anlass teil und wird mit dem Leid der Überlebenden und ihrer Angehörigen konfrontiert. Das trägt nicht gerade zur Aufhellung seiner Stimmung bei. Mit seinem Buch kommt er ohnehin nicht voran. Er leidet unter einer regelrechten Schreibblockade.
Giordano setzt sich in seinem Roman mit gesellschaftlich relevanten Themen wie z.B. mit den Chancen von Männern und Frauen in der Wissenschaft, aber vor allem mit all den aktuellen Bedrohungen auseinander, die die Menschen ängstigen und unsicher machen. Das wirkt sich auch auf den Leser aus, der zwar Kenntnisse hinzugewinnt, sich aber nach der Lektüre fragt, ob die Menschheit eine Überlebenschance hat. Ich halte “Tasmanien“ für ein interessantes und wichtiges Buch, das zu dem neu entstandenen Genre CliFi gehört, wie so viele andere, die gerade erscheinen, z.B. T.C. Boyle, “Blue Skies“.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von cosmea

Rezensionen von Lese:

Geheimnisse der Vergangenheit

Schwarzvogel von Frida Skybäck

An einem eisigen Wintertag eilt eine junge Frau über die gefrorene Oberfläche eines Sees. Doch das brüchige Eis gibt plötzlich nach und sie versinkt. So beginnt jene fesselnde Erzählung, die mich von den ersten Zeilen an gefangen nahm. Der Krimi ist spannungsgeladen und von geheimnisvoller Atmosphäre durchzogen.

Das sorgsam gestaltete Setting im südschwedischen Lund trägt maßgeblich dazu bei.
Polizistin Fredrika Storm kehrt nach einem einschneidenden Ereignis in ihre Heimatstadt Harlösa zurück, wo sie mit dem unkonventionellen Kollegen Henry Calment zusammenarbeitet. Die Dynamik des Ermittlungsteams hat mich von Anfang an angesprochen. Ebenso fesselnd war das Dilemma, dem sich die Ermittlerin gegenübersieht: Soll sie ihren familiären Verpflichtungen treu bleiben oder den mühsamen Weg der unbequemen Wahrheit wählen? Dieses Spannungsfeld war äußerst interessant und verlieh der Geschichte eine zusätzliche Tiefe. Abgesehen von kleinen Unstimmigkeiten ein vielversprechender und unterhaltsamer Auftakt der Krimiserie um die junge Polizistin Fredrika.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lese

Rezensionen von NR:

Die Erstbewteigung des Chomolungma bzw. Mount Everest

Zwei auf dem Everest von Uma Krishnaswami

Ein historisches Ereignis erzählt in der Ich-Form mit erfundenen Stimmen und Gedanken der beiden Hauptdarsteller Tensing Norgay und Edmund Hillary. Viele bunte Zeichnungen veranschaulichen die Abenteuer der beiden Bergsteiger. Ein Buch für große und kleine Kinder. Am Ende des Buches gibt es noch einige spannende Zahlen und Fakten zur Erstbesteigung und zum Mt.

Everest selbst.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von NR

Rezensionen von Sago:

Traum in einem Traum?

Treacle Walker von Alan Garner

Ich hatte mir ein ähnlich magisch-mystisches Lesevergnügen erhofft wie früher von Garners "Eulenzauber" oder "Feuerfrost". "Treacle Walker" hat mich hingegen leider etwas ratlos und auch enttäuscht zurückgelassen. Nach einem stimmungsvollen, märchenhaften Start, in dem der junge Joseph dem Wanderheiler und Lumpensammler Treacle Walker begegnet, zerfaserte die kurze Erzählung in rätselhaften Dialogen und Begebenheiten, in denen zudem ein Comic für meinen Geschmack eine zu große Rolle spielte.

Die Story lässt sehr viel Raum für Interpretationen, was durchaus reizvoll sein kann. Hier entstand für mich aber der Eindruck einer wirren Seifenblase, die schnell zerplatze. Ich hätte mir wesentlich mehr Inhalt und atmosphärische Dichte gewünscht und bekam stattdessen den Eindruck eines bloßen Fragments. Schade!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Sago

Rezensionen von NR:

Es "wimmelt" am Berg

Ab in die Berge. Das Wimmelbuch von Manneh Lisa

Auf dem dicken und doppelseitig bedruckten Karton „wimmelt“ es von Details. Menschen, Tieren und Dingen in den Bergen sind dargestellt. Innerhalb eines Bildes werden unterschiedliche Szenen am Berg festgehalten - es wird gewandert, geklettert, gespielt, gerastet, geturnt, gerettet, gelacht und vieles mehr.

Für kleine und große Kinder gibt es sehr viel zu entdecken :)

im Shop ansehen weitere Rezensionen von NR

Rezensionen von Martina:

1+1=11

In seinem Element von Birgit Kubik

1+1=11. Das ist das, was für mich beim Lesen des Buches "In seinem Element" von Birgit Kubik so besonders nachklingt. Wenn sich zwei gefunden haben, für die 1+1 nicht 2 ausmacht, sondern die miteinander 11 x so stark sind - und Max sich genau diese beiden starken Menschen als seine Eltern aussuchen konnte.

Das Buch ist eine unglaublich berührende Mischung aus einerseits liebevollen, hoffnungsvollen und stolzen Mama-Momenten und andererseits aus sehr offenen Worten, dass es manchmal einfach so belastend oder viel zu belastend ist - weil es halt so ist. Und das niemals in der "Opferrolle" sondern immer wieder gibt es Momente der Dankbarkeit und Freude.

Trotz Daten, Fakten und Schilderungen können wir alle da draußen nur einen kleinen Eindruck gewinnen - aber auch der nimmt einen ordentlich mit. Das Buch ist berührend, ermutigend, kraftvoll, liebevoll und erzählt von einem ganz starken Zusammenhalt in der Partnerschaft, der Familie und darüber hinaus.

Bitte unbedingt lesen!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Martina

Rezensionen von Lerchie:

Tolle Fortsetzung

Die Reporterin - Worte der Wahrheit von Teresa Simon

Malou Graf kämpft im September 1965 darum, in ihrem Beruf als Reporterin Erfolg zu haben. Mit viel Feingefühl und Empathie entlockt sie ihren Gesprächspartnern Informationen. Doch sie stellt sie nicht bloß. Als Gräfin der Gesellschaftskolumnen wird sie bekannt. Sie spricht mir Romy, Schneider, den Rolling Stones, Roy Black.

Jeder will von ihr interviewt werden. Sie wird Mutter und versucht ihre Beziehung zu ihren Eltern zu kitten. Doch da erfährt sie schmerzhaft, wir schwierig es als Frau ist beider, nämlich Karriere und privates Glück, zu vereinen. Muss sie sich für eines entscheiden? Wird sie das überhaupt können?

Meine Meinung
Auch dieser Roman hat mir wieder sehr gut gefallen. Er ist, wie von der Autorin erwartet, ohne Unklarheiten im Text, die meinen Lesefluss erheblich gestört hätten, ausgekommen. Ich war schnell in der Geschichte drinnen, konnte mich gut in die Protagonistin hineinversetzen. Der erste Band, Die Reporterin Zwischen den Zeilen, endete mit einem hübschen Cliffhanger über den ich wirklich erschrocken bin. Wer ihn gelesen hat weiß, dass Malou mit Chris, dem Sohn ihres Chefs, eine Nacht verbracht hat. Aber was sie dann am Ende des letzten Bandes erfahren hat, lässt sie verzweifeln. Wird sie je erfahren, was wirklich los war? Und was diese Erkenntnis, die sie da gewonnen hat, bedeutet? Sie muss ihre Mutter endlich zum Reden bringen, denn dass sie nicht die Tochter ihres Vaters ist, das ist ihr ja schon bekannt. Doch ist dieser Mensch, den sie überraschend von hinten gesehen hat, wirklich ihr Vater? Und wer ist dann der Vater ihres ungeborenen Kindes? Der geneigte Leser wird es beim Lesen dieses Buches erfahren. Doch des ungeachtet arbeitet sie wie gewohnt weiter, auch wenn sich doch einiges ändert. Und sie muss einen Schicksalsschlag hinnehme, der viele aus der Bahn werfen würde. Wie wird es ihr letztendlich ergehen. Lesen Sie dieses Buch lieber Leser und Sie werden es erfahren. Dieses Buch Dieses Buch ist wieder sehr spannend geschrieben. Es hat mir, wie schon gesagt, sehr gut gefallen, hat mich gefesselt, mit den Protagonisten mich freuen, aber auch leiden lassen und mich sehr gut unterhalten. Eine Leseempfehlung sowie die volle Bewertungszahl von mir.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lerchie

Rezensionen von rewareni:

Seelisch tot

Die Reporterin - Worte der Wahrheit von Teresa Simon

Seit 20 Jahren sind Sarah und Timotheus schon getrennt, aber ein Anruf in der Nacht, wo ihn Sarah mitteilt, dass ihr Baby tot ist, lässt ihn sofort handeln und ohne zu zögern fährt er los um sie zu sehen. Doch ob oder wie er ihr helfen kann weiß er selber nicht.
Der Autor Jan C. Behmann nimm in dem Buch ,, Im Licht des vergessenen Zustands“ den Leser auf eine psychologisch angehauchte Reise mit, wo der ICH Erzähler Timotheus eine Achterbahn der Gefühle erlebt.

Es ist nicht immer leicht seine Gedankengänge mit zu verfolgen, da er dabei oftmals recht sprunghaft ist und von einem Thema gleich ins nächste wechselt.
Ich habe gedacht, dass man mehr über die Beziehung zwischen Sarah und Timotheus erfährt, oder dass man mehr miterlebt, was nach dem Tod von Sarahs Baby mit den beiden passiert, was aber nicht der Fall war.
So war es im Grunde mehr ein Aufarbeiten von Schuldgefühlen, Erinnerungen und Zweifeln, die den Protagonisten bis zum Schluss geplagt haben.
Mit seinen Gedankengängen über alles mögliche ob die Krankenschwester eine Männerhasserin ist oder ob er wirklich glücklich ist mit dem was er tut, bin ich nicht immer warm geworden.
Die Psychologin Lamerz hat dabei nicht nur Sarah, sondern im Grunde auch ihn betreut. Sie hat dabei recht resolut und für meinen Geschmack auch manchmal etwas über griffig gewirkt, was aber anscheinend Timotheus gebraucht hat, damit er sein Leben besser reflektieren konnte.
Das Ende ist doch etwas überraschend und wem es nichts ausmacht, dass viele Fragen in dem Roman offen bleiben, was vom Autor auch gewünscht ist, der wird mit dem kleinen Taschenbuch, das man bequem in eine Tasche stecken kann, sicher seine Freude haben.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von rewareni

Rezensionen von YvonneH:

Ein bahnbrechendes Werk über die Psychologie der Arbeit – Ein Must-Have für jeden, der sich mit Arbeitskultur befasst

Arbeit von Joachim Bauer

Ich habe Joachim Bauers Buch "Arbeit: Warum sie uns glücklich oder krank macht" in der Tyrolia Filiale in Innsbruck gekauft und bin überwältigt von den tiefgründigen Einsichten und der Klarheit, mit der Bauer dieses komplexe Thema behandelt.

Das Buch hat mich von Anfang an gefesselt.

Bauer, ein anerkannter Neurowissenschaftler und Psychotherapeut, nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise durch die komplexen Zusammenhänge von Arbeit, psychischem Wohlbefinden und sozialer Interaktion. Sein Schreibstil ist zugänglich, aber wissenschaftlich fundiert, und er schafft es, komplexe neurobiologische Konzepte verständlich und relevant zu machen.

Besonders beeindruckt hat mich die Art und Weise, wie Bauer die Bedeutung von Empathie und sozialen Beziehungen im Arbeitskontext hervorhebt. In einer Zeit, in der Burn-out und Arbeitsstress allgegenwärtige Themen sind, bietet das Buch wertvolle Einsichten darüber, wie wir eine gesündere und erfüllendere Arbeitskultur schaffen können.

Das Buch lässt jedoch nicht nur Wissenschaftler und Fachleute zu Wort kommen, sondern berücksichtigt auch lebensnahe Beispiele und Fallstudien, die die Theorien in den Kontext der realen Welt setzen. Dies gibt dem Leser die Möglichkeit, die Auswirkungen von Bauers Thesen auf das tägliche Leben besser zu verstehen.

Ich muss zugeben, dass dieses Buch weit mehr als nur ein wissenschaftlicher Text ist. Es ist ein Appell für eine menschlichere Arbeitswelt, in der Empathie und soziale Beziehungen nicht als Schwächen, sondern als wesentliche Bestandteile für unser Wohlbefinden und unsere Produktivität betrachtet werden.

Für jeden, der sich ernsthaft mit der Kultur der Arbeit und ihren Auswirkungen auf unser Leben auseinandersetzt, ist dieses Buch ein unverzichtbares Werkzeug. Es ist nicht nur eine fesselnde Lektüre, sondern auch eine, die Ihr Verständnis von Arbeit und Wohlbefinden erweitern wird.

Fünf Sterne sind nicht genug für ein Buch, das das Potenzial hat, unsere Sicht auf die Welt der Arbeit so nachhaltig zu verändern.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von YvonneH

Rezensionen von YvonneH:

Schönes Buch für den Sommer -- ließ mich allerdings ein bisschen leer fühlen

Tschick von Wolfgang Herrndorf

"Tschick" von Wolfgang Herrndorf ist zweifellos eines der bemerkenswertesten Bücher, die in den letzten Jahren im deutschsprachigen Raum erschienen sind. Ein Coming-of-Age-Roman, der eine episodische Reise durch ländliche Gebiete Deutschlands schildert, hat er definitiv etwas Besonderes.

Es ist ein Buch, das nach Sommer riecht – das Gefühl von Freiheit, von Abenteuer, die lockere und oft humorvolle Erzählweise machen es zur perfekten Sommerlektüre.

Es fängt die Unbeschwertheit der Jugend ein und zeichnet dabei eine Welt, die zwar von Erwachsenenproblemen umgeben ist, diese jedoch aus der kindlichen Perspektive betrachtet. Man kann die warme Sommerluft fast spüren und möchte selbst in einen klapprigen Lada steigen, um ein Abenteuer zu erleben.

Das Buch ist rasant und witzig, und die Charaktere sind charmant in ihrer Unvollkommenheit. Maik und Tschick sind zwei Teenager, die aus verschiedenen Gründen am Rande der Gesellschaft stehen, und ihre Reise ist ebenso eine innere wie eine äußere.

Jedoch muss ich sagen, dass das Buch mich am Ende ein wenig leer hat fühlen lassen. Die Geschichte fließt gut, es gibt Höhepunkte und spannende Momente, aber irgendwie vermisst man den tiefgreifenden Einblick. Es fehlt ein gewisses "Etwas", das den Leser nach dem Zuschlagen des Buches nachdenklich macht oder eine tiefere Emotion hinterlässt. Es ist, als würde man einen Sommerflirt erleben, der Spaß macht, während er dauert, aber keinen bleibenden Eindruck hinterlässt.

Insgesamt verdient "Tschick" definitiv vier Sterne. Es ist eine angenehme, mitreißende Lektüre, ideal für den Sommer und definitiv ein Buch, das man gerne in einem Rutsch durchliest. Aber erwarten Sie nicht, dass es Sie emotional stark berührt oder Ihnen tiefgreifende Einblicke in die menschliche Seele gibt. Es ist ein Abenteuer, aber vielleicht nicht eines, das Sie ein Leben lang begleiten wird.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von YvonneH