Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tiroler Zeilenreisende:
gelungener Abschluss der Trilogie
Die Frauen vom Lindenhof - Gemeinsam der Zukunft entgegen von Katharina Oswald
Ich weiß nicht, ob man von einem historischen Roman sprechen kann, wenn man die Zeit selbst erlebt hat. Der dritte Band der Lindenhofreihe spielt im Jahr 1999 und ist ein gelungener Abschluss der Trilogie. In der Hauptrolle ist Franziska, die mit ihren achtzehn Jahren eine sehr junge Protagonistin ist.
Sie hat es schwer, denn Missverständnisse, wie sie häufig zwischen den Generationen innerhalb einer Familie entstehen, treffen sie hart. Gleichzeitig führen gerade diese dazu, dass sie ihren Weg findet und sich zu einer selbstbewussten Frau entwickelt, die genau weiß, was sie will und sich behauptet. Schockiert war ich vom Verhalten ihrer Großmutter Marianne, das herzlos und gemein war. Dabei finde ich es faszinierend, wie die Autorinnen gerade ihr Leben innerhalb der gesamten Trilogie durchleuchten, denn im ersten Band lernen wir Marianne als junge Frau voller Elan, Freundlichkeit und Tatendrang kennen und im zweiten werden die Weichen für ihre Entwicklung im Alter gestellt.
Die ersten Kapitel haben mich wegen der Personenzahl herausgefordert. Da hätte es geholfen, wenn ihre jeweiligen Beziehungen zueinander kurz erwähnt würden. Wer war noch mal wer? Aber man kommt rein und wenn der zeitliche Abstand zwischen dem Lesen der einzelnen Bände kleiner ist, ist das kein Problem.
Mir gefällt die Entwicklung der Geschichte, ich finde alle Charaktere sympathisch (außer die "Bösewichte"). Die Leidenschaft für das Arbeiten mit Holz ist regelrecht spürbar.
Vor allem im dritten Band werden Themen behandelt, die auch in unserer Zeit immer wieder für Furore sorgen. In dem unterhaltsamen, unkomplizierten Buch versteckt sich eine tiefe Moral.
Geschrieben ist das Buch in der 3. Person, aus wechselnden Perspektiven.
Die Hardware gefällt mir besonders gut. Das Buch fühlt sich toll in der Hand an.
Rezensionen von Gaby 2707:
Die Kripo Wattenmeer ermittelt wieder
Der Deichgraf von Kampen von Ulrike Busch
Der selbsternannten Deichgrafen von Kampen auf Sylt ist tot. Bendik Budde liegt erschlagen im Teich der aus 12 Häusern bestehenden Wohnanlage „Luv und Lee“. Wer hatte solch einen Hass auf den ehemaligen nicht unumstrittenen Banker, dass er zugeschlagen hat? Oder war es eine der alleinstehenden Frauen der Anlage?
Für Kommissar Kuno Knudsen ist der Traum vom entspannten Urlaub mit seiner Frau Bente mit Ausflügen nach Föhr und auf die Halligen erst mal ausgeträumt.
Also fährt Bente zu einer Freundin, die sie jetzt braucht und Kuno steigt in die Ermittlungen ein.
Wow, was für ein Verwirrspiel hat sich Autorin Ulrike Busch da wieder einfallen lassen. Ich konnte mir bis zum Ende fast alle Personen als Mörder vorstellen. Nur den richtigen musste ich mir vom Team der Kripo Wattenmeer präsentieren lassen. Es gibt nämlich einige Menschen, die den despotischen Bendik Budde nicht ausstehen konnten. Und auch mir wurde der Mann, je mehr ich über ihn erfahren habe, immer unsympathischer. Aber gleich umbringen? Daher tun sich die Kommissare Kuno Knudsen und Arne Zander mit den Ermittlungen auch nicht leicht. Und die ständigen Bewohner der exklusiven Wohnanlage im Kampener Norden mauern oder geben ihr Wissen immer nur scheibchenweise an die Ermittler weiter.
Auch dieser Fall ist in sich abgeschlossen und kann sehr gut ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Ulrike Busch stellt das Stammpersonal der Reihe zu Beginn des Buches kurz vor, was für Neueinsteiger bestimmt hilfreich ist. Ich persönlich genieße es, die Kommissare und ihr Umfeld seit Beginn der Ermittlungen immer besser kennenzulernen und ihre Entwicklung stetig mit zu verfolgen.
Ulrike Busch ist auch diesmal ein spannender Nordseekrimi mit interessanten Menschen und dem Flair der Insel Sylt gelungen. Ich habe mich auf Sylt wieder richtig wohl gefühlt und wurde sehr gut unterhalten. Besonders die Dialoge, die die Geschichte so lebendig machen, haben auch diesmal keine Langeweile aufkommen lassen. Ganz im Gegenteil.
Ich komme sehr gerne wieder und schaue der Kripo Wattenmeer bei ihren Recherchen über die Schulter.
Rezensionen von Bücherwurm78:
Spannendes Rätselraten
Ingenium von Danielle Trussoni
Mike Brink hat nach einer schweren Hirnverletzung beim Football die Fähigkeit in Sekundenschnelle schwierigste Rätsel zu lösen, er kann Bücher sehr schnell lesen und auch Sprachen in kürzester Zeit lernen. Er soll das Geheimnis um einer seltsamen Zeichnung lösen, diese stammt von Jess Price, welche wegen Mordes im Gefängnis sitzt.
Er stimmt zu aber wird dadurch in ein unglaubliches Mysterium hineingezogen.
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Am Anfang war mir noch nicht so richtig klar in welche Richtung es gehen wird, aber je länger man liest desto mehr wird man in den Bann des Buches gezogen. Vor allem als von der Vergangenheit erzählt wurde, fand ich es spannend und war neugierig wie es wohl weiter gehen wird. Es ist sehr gut geschrieben, es gibt keine langweiligen Passagen im Buch. Einzig die Erklärungen rund um die Religionen etc. waren mir manchmal zu „schwierig“. Aber trotzdem habe ich nie den Faden im Buch verloren und es war spannend bis zum Schluss.
Was mir aber wirklich auch sehr gut gefällt ist die Gestaltung des Buches, ein sehr schön gestaltetes und ansprechendes Cover, abgerundet durch den Farbschnitt des Buches.
Ich bin gespannt auf die Fortsetzung „Invictum – Das zweite Rätsel“.
Rezensionen von heinoko:
Ein Stück Zeitgeschichte, vielschichtig erzählt
Kajzer von Kaiser Menachem
Dieses Buch schlug ich erst einmal mit gewissen Vorbehalten auf. Wollte ich wirklich lesen über ein Thema, das schon in zig Variationen in der Literatur und in Filmen seinen Niederschlag gefunden hatte? Ich war irgendwie des Themas überdrüssig, wohl wissend, dass gerade in unserer heutigen Zeit solche Bücher nicht nur wichtig, sondern dringend notwendig sind.
Aber in meinem höheren Alter war ich es satt, wieder und wieder über das Entsetzliche zu lesen.
Menachem Kaiser, im fernen Toronto lebend und eigentlich ohne Bezug zu seiner Familiengeschichte, macht sich auf den Weg nach Polen. Es gibt dort ein Mietshaus, einst in Familienbesitz, dann von den Nazis enteignet. Der Autor versucht, dieses einstige Familieneigentum wieder zu erlangen. Dass diese Reise sowohl in die Vergangenheit, wie in das Leben seines Großvaters, führt als auch in die Gegenwart, in der Skurriles und fast mystisch Anmutendes gleichermaßen zu finden ist, erzählt Menachem Kaiser staunend, irritiert, genervt, bewegt und durchaus auch mit einem leisen Humor. Und genau dieser leise Humor machte das Buch für mich gut lesbar. Auch wenn manche Passagen bzw. Erzählstränge für mein Empfinden zu breit erzählt werden. Auch wenn nicht chronologisch erzählt wird und damit mitunter dem Geschehen schwierig zu folgen war.
Fazit: Ein Buch, das zwischen erzählender Literatur und Sachbuch einzuordnen ist. Ein Buch, das ein Stück Zeitgeschichte sowohl aus dem distanzierten Blickwinkel eines jüngeren Menschen als auch aus dem familiären persönlichen Betroffensein erzählt wird, vielschichtig und mit leisem Humor, manchmal langatmig, manchmal berührend. Ein durchaus wichtiges Buch, wie ich finde.
Rezensionen von Claudia R:
gelungener Genremix
Die Drachenverschwörung von Tankred Kiesmann
Klappentext / Inhalt:
Im Hannoveraner Naturkundemuseum wird eine Mitarbeiterin der paläontologischen Abteilung ermordet. Der Mörder hinterlässt eine seltsame Nachricht, die nicht nur die ermittelnde Kommissarin Alina Gerdes vor ein Rätsel stellt. Ein Freund der Ermordeten holt Privatdetektiv Jonas Harder ins Boot.
Seltsame Ergebnisse bei der DNA-Analyse der Toten verstärken die Ahnung, dass es nicht mit rechten Dingen zugeht. Was haben Drachen und Dinosaurier mit dem Fall zu tun? Jonas, Alina und ihre Mitstreiter sehen sich unvermittelt unbekannten Gefahren gegenüber. Plötzlich sind Geheimdienste mit im Spiel und sie müssen feststellen, dass sie in eine weltumspannende Verschwörung hineingeraten sind.
Tankred Kiesmanns dritter Roman vereint Kriminalroman und Fantasy-Thriller in einem Werk. Stellen Sie sich darauf ein, nach der Lektüre dieses Buches Drachen, Dinosaurier und Reptilien aller Art mit anderen Augen zu sehen.
Cover:
Das Cover ist einfach fantastisch, mystisch und geheimnisvoll. Das große Auge des Drachen schaut einen direkt an und ist ausdrucksstark dargestellt. Auch die Schuppenzeichnung ist einfach toll. Optisch und farblich ist es toll umgesetzt.
Meinung:
Eine gelungene Mischung aus Fantasy, Crime, Unterhaltung und ein wenig Thrill. Ein Mord Drachen, Ermittlungen und eine extrem spannende Story konnten mich als Leser schnell überzeugen.
Dies ist bereits das dritte Buch des Autors. Jedes steht für sich und auch das dritte Buch ist wieder sehr besonders und ein einzigartiges Werk mit fantastischen Elementen, vielen Wendungen und Überraschungen.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht zu viel verraten und auch nicht zu viel ins Detail gehen, da ich nicht spoilern möchte. Lest einfach selbst mal hinein.
Der Schreibstil ist durchweg spannend und fesselnd. Schnell ist man in den Geschehnissen und Charakteren drin. Die unterschiedlichen Perspektiven erzeugen zusätzliche Spannung und bringen Tempo hinein. Die Schreibweise ist zudem bildlich, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Emotionen und Gedanken kommen gut herüber. In den Mord und die Ermittlungen findet man schnell hinein. Dennoch bleibt es geheimnisvoll und spannend und wird zugleich noch phantastischer mit der Aufnahme an Fantasy Elemente. Auch kleinere Thriller Elemente sind zu finden, so dass hier ein toller Genre Mix entsteht.
Auch die Gliederung und Gestaltung hat mir gut gefallen und man findet sich schnell in die Szenen und Handlungen hinein und zurecht. Der Storyaufbau und auch der Spannungsbogen wurden gut umgesetzt.
Alles in allen eine gelungene Geschichte mit tollen Ermittlungen, einen guten Mix aus Crime und Fantasy, welcher überzeugt. Ich fand es spannend und geheimnisvoll und besonders die Ermittlungen und Gedankengänge wurden gut umgesetzt und auch ich kam hier zimmermal wider zum Nachdenken über die Geschehnisse und das Drumherum. Toll gemacht und empfehlenswert.
Fazit:
Eine gelungene Mischung aus Fantasy, Crime, Unterhaltung und ein wenig Thrill.
Rezensionen von S.:
Gerechtigkeit
Mord im Christmas Express von Alexandra Benedict
Mitten in der Weihnachtsnacht, mitten in einem Zug: Schreckliches geschieht! Eine bunte Gesellschaft will doch bloß nach Fort Williams, will doch bloß eine entspannte Zugfahrt genießen, und dann das! Verschiedenste Charaktere werden vorgestellt, es gibt die Bekannte, die Direkte, die Zickigen, den Stinker usw.
Eine unheilvolle Vorahnung von etwas Bösem liegt in der Luft.
Alexandra Benedict verleiht ihren Figuren Charakter. Einige mag man sofort, andere so gar nicht. Jeder hat sein Schicksal, kämpft mit Problemen. Und fast alle wissen nicht, was auf sie zukommt.
Sehr spannend beschrieben. Der Druck, unter dem die Passagiere stehen, wird nachvollziehbar geschildert.
Rezensionen von Bibibabby:
Wichtiges Thema aber nicht für so junge Kinder
Mieko tanzt von Mariko Miyata-Jancey
Dieses Buch hat eine Altersempfehlung von 3 Jahren. Doch als Mutter von kleinen Kindern würde ich ihnen dieses Buch nicht vorlesen, aus rein praktischen Gründen.
Durch das Buch werden Kinder ermutigt, ihren eigenen Weg zu finden. Sie lernen, dass sie nicht immer tun müssen, was die Anderen tun.
Wer Kinder hat, weiß: Kinder in dem Alter (3, 4) haben schon ihre eigenen Meinungen. Sie sind schon bockig genug und brauchen keine weiteren Vorbilder um noch weitere Sachen zu hinterfragen.
Darüber hinaus, auch wenn ich glaube, dass man heutzutage das Geschlechts-Thema aufgeschlossen betrachten sollte, finde ich es unnötig, kleine Kinder so früh mit diesen Ideen zu konfrontieren. Sie haben eh kein klares Konzept von Geschlecht. Mein Fünfjähriger glaubt, zum Beispiel, dass Glotzen nur für Mädchen sind.
Die Aufmachung des Buches finde ich auch enttäuschend. Der Zeichenstil gefällt mir gar nicht: die Figuren wirken etwas unsympathisch und beinahe stereotypisch. Es sind auch Tippfehler im Text.
Insgesamt: bin nicht so begeistert.
Rezensionen von S.:
Gedanken einer Flucht
Die Kinder des Don Arrigo von Ivan Sciapeconi
Sehr anschaulich und sogar poetisch beschreibt der Ich-Erzähler seine ersten Jahre, seine Eltern, seinen Bruder Sami. Ein zufriedenes Leben in Berlin-Charlottenburg.
Bis der jüdische Vater abgeholt und Natan allein auf „Reise“ geht.
Diese Reise rettet sein Leben. Sie ist gefahrvoll, kompliziert, es geht über viele Stationen, das Ende ist ungewiss, aber stets ist da die Hoffnung, dass es weitergeht, sich Jemand kümmert.
Die Kinder und Jugendlichen haben Glück und viele Helfer. Aber ein tief sitzendes Misstrauen, Rachsucht, große Angst und Wut bleiben. Vor allem Wut auf die, die anders hätten handeln sollen.
Ivan Sciapeconi beschreibt sehr gut, vorstellbar. Er fängt Stimmungen ein, beschreibt die Gefühle ausführlich, schildert minutiös die Etappen der Flucht.
Helfer werden bewusst namentlich genannt, sie alle und ihre Taten, ihr Mut und das Risiko, das sie eingingen, sollen nicht vergessen werden. Ein ehrenvolles Gedenken an die Gerechten der Völker.
Rezensionen von Novalie:
Anders als erwartet
Brynmor University - Geheimnisse Brynmor-University-Trilogie von Dominik Gaida
Anders als erwartet
Samuel kommt nach Brynmor um herauszufinden, was vor zehn Monaten mit seinem Bruder passiert ist. Dieser liegt seitdem im Koma und eine mysteriöse Studentenverbindung mit gefährlichen Aufnahmeritualen könnte etwas damit zu tun haben. Allerdings rechnet er nicht mit Connor und den Gefühlen, die er in ihm auslöst.
Der Anfang klang richtig vielversprechend und ich konnte sehr gut in die Geschichte eintauchen. Die feinfühligen Protagonisten habe ich sofort ins Herz geschlossen, aber mir hat leider das Mitfiebern, die Spannung und das Rätseln gefehlt.
Für meinen Geschmack war die Geschichte nicht wirklich Dark-Academia-mäßig, da es eigentlich überhaupt nicht Dark war und das akademische Setting wirklich nur das Setting war und kaum in die Story hineingegriffen hat.
Dadurch, dass die Geschichte aus zwei Sichtweisen erzählt wird, war schnell klar, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln wird und leider konnte ich sehr viel vorhersehen. Die Geschichte ist realistisch, nahbar, sehr sensibel und reflektiert. Ich hätte mir allerdings mehr Plottwists, falsche Fährten und verworrenere Hinweise gewünscht.
Es ging alles ein bisschen zu glatt und ich hätte nicht gedacht, dass ich das jemals schreiben würde, aber mir hätte ein bisschen mehr Drama gut gefallen.
Die Geschichte war süß und lebensnahe, aber ich habe durch den Klappentext eher eine mysteriöse, geheimnisumwobene Verschwörung und mehr Einfluss des Settings erwartet. Die Story hat aber eine interessante Message und ich wurde gut unterhalten.
Rezensionen von drachenzahn:
Wunderschönes Buch über die Macht der Farben
Die graue Stadt von Torben Kuhlmann
Das neueste Buch „Die graue Stadt“ vom renommierten Künstler Torben Kuhlmann, den viele sicher von seiner genialen Mäuse-Reihe kennen, ist optisch ein absoluter Traum. Die großformatigen Zeichnungen sind ein beeindruckendes Spiel mit den Farben und bringen diese wirkungsvoll zur Geltung. An sich hätte ich diesem Buch gern fünf Sterne gegeben, aber leider war ich dann von der allzu raschen Auflösung doch etwas enttäuscht.
Robin zieht mit ihrem Vater in eine seltsam graue Stadt. Farben scheinen überall zu fehlen und von allen abgelehnt zu werden. Robins gelbe Regenjacke ist den Autoritäten ein Dorn im Auge. Robin und ihr Freund Alani wollen sich dem eintönigen Grau jedoch nicht unterwerfen und versuchen, dem Geheimnis der Grauwerke auf die Spur zu kommen.
Auch in diesem Buch hat Kuhlmann einen kleinen wissenschaftlichen Ausflug eingebaut. In diesem Fall erklärt er die Brechung des Lichts sowie die Verfahren der Farbmischung. Die Idee hinter dem Buch ist definitiv spannend und wichtig. Die Kinder lehnen sich gegen die hiesigen Konventionen auf, die jede Individualität und Kreativität im Ansatz ersticken wollen und somit natürlich ebenfalls das freie Denken. Die Botschaft ist überaus wichtig und wird anhand der genialen Illustrationen toll veranschaulicht.
Ich bin allerdings etwas enttäuscht von der allzu schnellen Problemlösung. Die Kinder müssen am Ende gar nicht viel tun, um den Grauwerken das Handwerk zu legen. Da fragt man sich schon, wie sie überhaupt die Macht übernehmen konnten, wenn sich alle so blitzschnell wieder vom Grau abwenden. Der Schluss macht insofern in meinen Augen wenig Sinn.
Es wäre auch interessant zu wissen, was Robins Vater über die graue Stadt dachte oder über das rebellische Verhalten seiner Tochter. Leider spielt er selbst überhaupt keine Rolle. Sie lehnt sich allein gegen letztlich namenlose, anonyme Figuren auf und nicht gegen solche, die ihr tatsächlich auch etwas bedeuten. Überhaupt bleiben die Grauwerke und deren Ursprung sowie deren Motive im Dunkeln.
Das Buch „Die graue Stadt“ ist wirklich wunderschön und allein die Illustrationen sind ein Kauf wert. Des Weiteren hat die Geschichte gute Ansätze. Ich wünschte mir aber noch mehr Tiefe und Hintergründe. Ansonsten handelt es sich aber um ein weiteres gelungenes Werk von Torben Kuhlmann, das ich allen Kindern ab acht Jahren uneingeschränkt empfehlen kann.











