Kunden em pfehlungen
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Kindgerecht, originell und unterhaltsam
Henry Kolonko und die Sache mit dem Finden von Maja Konrad
"Henry Kolonko und die Sache mit dem Finden“ erzählt von einem Jungen namens Henry, der leidenschaftlich Fundstücke sammelt. Verlorene Gegenstände oder Flugblätter über vermisste Tiere schmücke seine Pinnwand. Henry versucht die Fundstücke ihren Besitzern zurückzugeben. Dies tut er für gewöhnlich gern allein und anonym, um danach mit einem warmen Gefühl im Bauch in seinem oranges Notizbuch ein Häkchen zu machen.
Als die quirlige Pippa in Henrys Haus einzieht, ändert sich alles. Denn Henry hat etwas Wichtiges verloren, von dem er gar nicht bemerkt hat, dass er auf der Suche danach war.
Die Charaktere sind liebenswert und einfühlsam dargestellt. Pippas freudige und optimistische Art lockt Henry aus der Reserve und das bringt Schwung in die Geschichte. Gleichzeit ist sie fasziniert von Henrys guten Absichten, anderen Menschen eine Freude zu machen und unterstützt ihn, in seinem Vorhaben, bis sie auch mal etwas anders unternehmen möchte, aber Henry nicht. Warum ist ihm das Finden so wichtig? Es ist eine humorvolle und rätselhafte Geschichte, die viel tiefgründiger ist, als es auf den ersten Blick scheint. Offenkundig geht es um Freundschaft, aber auch um Verlust und Veränderung. Es gibt einige Anregungen, die zum Nachdenken und gemeinsamen Gesprächen einladen. Das macht die Stärke dieses Buches aus, welches ein ernstes Thema kindgerecht, originell und unterhaltsam präsentiert.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Hörbuch-Empfehlung zu Halloween
Das Vampirtier und die Sache mit den Tomaten,2 Audio-CD von Lotte Schweizer
Dieses witzige Hörbuch hält eine Gruselgeschichte zu Halloween bereit, in der es um ein Mädchen geht, das sich sehnlichst einen Hund wünscht, ein geheimnisvolles Vampiertier und eine unfreundliche Nachbarin mit Monster-Tomaten.
In einundzwanzig Kapiteln erzählt Lotte Schweizer von Emma. Emma lebte bisher allein mit ihrem Vater in einer kleinen Wohnung und wünscht sich nichts mehr als einen Hund.
Aufgrund einer Notsituation zieht nun Papas neue Freundin mit ihren beiden Söhnen ein - plötzlich hat Emma zwei Brüder. Als sie erfährt, dass sie auch Hunde mögen, wittert sie ihre Chance. Könnten sie gemeinsam ihren Vater endlich überzeugen? Ihre neue Familie zeigt sich begeistert, doch ein Hund aus dem Tierschutz soll es sein. Völlig unkompliziert kommt der rumänische Vierbeiner eines nachts mit der Post und ist ganz anders, als erwartet.
Die Handlung ist kurzweilig, lässig und soll in erster Linie Spaß machen. Dementsprechend ist das Erzähltempo flott und lädt zum Weiterhören ein. Die kurzerhand zusammengeführte Patchworkfamilie und die Erfüllung des Hundeswunsches bietet lediglich einen Ausgangspunkt für den weiteren, spannenderen Handlungsverlauf, aber immer wieder wird der Zusammenhalt der Patchworkfamilie deutlich. Der angenehme Gruselfaktor ist absolut kindgerecht und stimmungsvoll. Hier überzeugen die verrückten Situationen und der gute Ausgang der Geschichte, der sich selbst nicht so ernst nimmt.
Gelesen wird das Hörbuch von Katharina Thalbach, die sich als grandiose Wahl entpuppt, als der mysteriöse transsilvanische Graf seinen Auftritt hat. Insgesamt liest Katharina Thalbach sehr lebendig, setzt die richtigen Akzente und man hört einfach gerne zu.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Lieblingsbuch über Füchse
Das geheime Leben der Tiere (Wald) - Stadt der Füchse von Vanessa Walder
"Stadt der Füchse" ist der dritte Band der Wald-Reihe "Das geheime Leben der Tiere“. Hier erlebt man die Welt auf eindrucksvolle Weise durch die Perspektive eines jungen Fuches, der die Tier- und Menschenwelt erkundet, um seinen Platz in der Natur zu finden.
Über die einzigartige Geschichte möchte ich gar nicht so viel verraten, weil es sehr schön ist, diese selbst zu entdecken.
Es ist ein amüsantes und packendes Abenteuer, voller Witz und Charme. Der clevere Fuchs bringt einen zum Staunen, zum Lachen, zum Mitfiebern und berührt die Herzen.
Jedes der neunzehn Kapitel ist prall gefühlt mit interessanten Eindrücken und Wahrnehmungen, neuen Blickwinkeln, aufregenden ersten Malen, humorvollen Fuchsgedanken, Lektionen für das Leben, spannender Handlung zum Mitfiebern und aufmerksam beobachteten Details. Dabei wird der Fuchs nicht vermenschlicht, sondern porträtiert, als ein heimisches Wildtier in der Natur, mit dem Instinkt zu überleben und sich fortzupflanzen.
Die Kombination aus humorvoller Tiergeschichte und kindgerechter Sachgeschichte ist so raffiniert, dass das Tierwissen beinahe mühelos einfließt. Wenn Wissen spannend vermittelt wird, ist es für Kinder besonders reizvoll. Außerdem trifft Vanessa Walter ganz vortrefflich das Lesebedürfnis von Kindern, mit kurzen Sätzen, bildhafter Sprache und feinfühliger Poesie.
Die Faszination von Füchsen wird durch die schwarz-weißen-Illustrationen von Simona M. Ceccarelli hervorragend festgehalten. Ihre Bilder rauben den Atem und machen die "Stadt der Füchse“ insgesamt zu einem Kinderbuchschatz, den man sich nicht entgehen lassen darf. Hier können auch Erwachsene noch etwas lernen und das gemeinsame Vorlesen wird zu einem schönen Erlebnis für Groß und Klein. Große Empfehlung, da auch für den kleinen Geldbeutel erschwinglich.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Absolutes Lesevergnügen
Love Will Tear Us Apart von C. K. McDonnell
Der dritte Band der "The Stranger Times“- Reihe entführt erneut in die magisch verrückte Welt und die übernatürlichen Ermittlungen der Stranger Times Redaktion, die gleich zu Beginn ein paar überraschende interne Veränderungen bereithält.
Während die lieb gewonnenen Charaktere wie gewohnt skurril und überspitzt für Lacher sorgen, erhalten sie auch neue Facetten.
Allen voran Vincent Banecroft, der versucht, die Botschaft seiner Frau zu entschlüsseln. Jedoch auch Hannah, die der Redaktion den Rücken kehrt und damit nicht nur bei ihren Freunden der Belegschaft für Fassungslosigkeit sorgt. Man erfährt etwas mehr über Stella und Stanley kommt seinem Ziel ein Stück näher. Die neu eingeführten Charaktere und „Star’s“ passen wunderbar ins Sortiment und es hat mich sehr gefreut, dass McDonnell das Universum nicht nur weiter ausbaut, sondern auch bereits bekannten Charakteren ein Comeback gewährt. Ich habe jedenfalls sehr mit den Charakteren mitgefiebert und um sie gebangt. Es ist ein Roman voller Frauenpower; mit jede Menge Action, schrägen Humor on Point, nervenaufreibende Spannung und Geheimnissen, die gelüftet werden wollen.
Besonders mag ich den lebendigen Schreibstil und finde es toll, wie McDonnell durch seine spielerische Erzählkunst, die Spannung ins unermessliche steigert, und die verschiedenen Handlungsstränge am Ende zusammenführt, wobei sich trotzdem alles rund und stimmig anfühlt. Die Mischung aus mitreißender Fantasy und amüsanter Comedy ist ausgesprochen unterhaltsam und damit avanciert diese Fortsetzung ganz weit oben bei mir. Ein großartiges Lesevergnügen! Ich kann den vierten Band kaum erwarten, den es, glücklicherweise, tatsächlich geben wird.
Rezensionen von LEXI:
Ich werde alles geben, um zu siegen!
Das Band der Brüder von Ellin Carsta
Ich werde alles geben, um zu siegen!
Durch den geschickten Schachzug eines einflussreichen und skrupellosen NSDAP-Funktionärs ist Wilhelmine von Falkenbach gezwungen, ihren geliebten Hengst „His Highness“ in einem Wettkampf einzusetzen. Das Tier ist zugleich aber auch das wichtigste Zuchtpferd der Familie von Falkenbach und Paul-Friedrich fühlt, wie ihm nach und nach die Kontrolle über die Situation zu entgleiten droht.
Darüber hinaus hat sich das Familienoberhaupt noch nicht vollständig von seinem Zusammenbruch erholt, das Suchtmittel Pervitin übt immer noch eine große Anziehungskraft auf Paul-Friedrich aus.
Während Wilhelmine für den schicksalhaften Wettkampf trainiert und sich nebenbei im Widerstand engagiert, eckt ihre Mutter Dorothea wiederholt mit ihrer unsensiblen Art und ihrer Taktlosigkeit an. Gustav von Falkenbach ist aufgrund seiner Arbeit in der Klinik Eglfing-Haar dem körperlichen und seelischen Zusammenbruch nahe, was auch seine Ehe mit Clara beeinflusst. Während Heinrich, Ferdinand und Johannes Lehmann in der Fabrik unter scharfer Beobachtung der Nazis stehen, sucht Leopold nach einer Möglichkeit, bei seinem Einsatz an der Front in Deckung zu bleiben und den Krieg zu überleben. Paul Friedrich muss feststellen, dass die vermeintliche Sicherheit, in der er sich bislang wähnte, nicht mehr existiert. Und so setzt er wieder einmal alle Hebel in Bewegung, um die Familien zu schützen.
Der Zweite Weltkrieg und die grauenhaften Experimente an „unwertem Leben“ stellen einen bedrückenden historischen Hintergrund in dieser Geschichte dar, welche die Ereignisse des Jahres 1940 thematisiert. Auch innerhalb der Familien von Falkenbach und Lehmann kommt es zu Konflikten, schreckliche Ereignisse aus der Vergangenheit werden zudem ans Licht gebracht. Paul-Friedrich ist bemüht, den familiären Zusammenhalt aufrechtzuerhalten und die Kontrolle über die Situation zurückzugewinnen.
Nach nunmehr acht Bänden dieser Reihe sind mir die einzelnen Mitglieder der Familien ans Herz gewachsen. Der einnehmende Schreibstil der Autorin, die hohe Authentizität der handelnden Figuren, aber auch die Spannung, die das gesamte Buch hindurch aufrechterhalten wird, waren erneut ein Garant für ausgezeichnete Unterhaltung. Ellin Carsta versteht es gekonnt, ihre Leser durch berührende Passagen und mitreißende Szenen zu fesseln und geht im Nachwort detailliert auf historische Fakten und einzelne Figuren ihrer Geschichte ein.
FAZIT: Mit der aktuellen Neuerscheinung „Das Band der Brüder“ durfte ich spannende und emotionale Momente mit den Familien Lehmann und von Falkenbach erleben. Die Autorin begeistert mich stets aufs Neue mit ihren hervorragend ausgearbeiteten Charaktere, einem äußerst einnehmenden Schreibstil, einer fesselnden und unterhaltsamen Handlung, aber auch mit aufwühlenden Themen.
Begeisterte fünf Bewertungssterne und eine uneingeschränkte Empfehlung für dieses imposante Familienepos, dessen Fortsetzung ich bereits jetzt mit hoher Erwartungshaltung entgegensehe.
Rezensionen von sammy:
Eine Region zum Verlieben
111 Orte in Südböhmen, die man gesehen haben muss von Thomas Samhaber; Brigitte Temper-Samhaber
Ein etwas anderer Reiseführer, der zu eigenen Entdeckungen einlädt!
Das neueste Buch über Südböhmen ist wie die Region selbst: spannend, bunt und heiter. Zumindest haben wir das gemeinsam mit unseren Fotografen-Freunden Karin und Gerhard Schulz versucht so einzufangen.
Es war für uns eine große Freude im Auftrag des renommierten emons Verlages als Autorenduo Südböhmen erforschen und 111 besondere Plätze auswählen zu dürfen.
Darunter sollten auch unbekanntere Orte sein, abseits der bekannten Highlights wie Schloss Hluboka oder Krumau.
Und so stießen wir auf das Denkmal des Zuckerwürfels, dem Versteck im Baum, begegneten den Alchemisten, die Gold in Bier verwandelten, fanden den Teich der die Welt bedeutet und den Himmel berührt und schlüpften in die Rüstung von Tom Cruise, nachdem wir in 2 Stunden von London über Paris nach New York gewandert waren ohne Südböhmen zu verlassen...
Jedenfalls: Südböhmen ist ein unerschöpfliches Ausflugsparadies für alle, die Natur und Kunstschätze lieben, von Altem fasziniert sind und gerne Neues entdecken. Eine Region für Naturliebhaber und Menschenfreunde und besonders für alle, die wissen: ‚Simple pleasures are the best‘: böhmische Bramboráky und ein Eis oder kaltes Bier im Gastgarten an der Moldau. Seit die Region im Süden Tschechiens 1989 aus seinem Dornröschenschlaf geküsst wurde, zeigt sie sich bunt, heiter, einladend, immer wieder überraschend und mit schwejkischem Augenzwinkern!
P.S.: in dem handlichen Format passt es ganz genau unter jeden Christbaum!
und in der Buchhandlung Spazierer wartet schon dein/Ihr Exemplar
Rezensionen von Manfred Fürst:
Ein guter Thriller zwischendurch
DAS ENDE - Dein letzter Tag ist gekommen von Jan Beck
Mir scheint, Jan Beck ist im vierten Teil etwas die Luft ausgegangen zu sein. Was ich an einer Trilogie schätze, sind die drei Bände, diesen vierten halte ich für zu viel des Guten.
Wie auch immer.
Mit dieser literarischen Qualität wird er zwar nicht den Ingeborg-Bachmann-Preis gewinnen, geschweige dafür nominiert zu werden, was allerdings der ungeheuren Spannung, die der Plot bietet keinen Abbruch tut.
Ein Pageturner allemal, doch ich war froh, dass „DAS ENDE“ gekommen war. Einladung zu einem Krimifest wäre jedoch keine Überraschung.
Tödlichster Anschlag auf eine der reichsten Familie Hollands: Ein angekündigtes Attentat: Der Ehemann Ruben wurde ermordet, der Ehefrau wurde durch einen Messerstich das Rückenmark durchtrennt und der Embryo getötet. „Ich möchte anderen Manschen in ähnlicher Lage helfen, sich zu schützen. Mit allen was ich habe…wollen Sie mir dabei helfen?“ (S. 7) In diesem Prolog wird mit dem Ansinnen der Dame das Motto dieses Thrillers angedeutet.
Menschen sterben, bizarre Todesfälle und das Internet online dabei. Unser Duo von Europol, Super Recognizer Inga Björk und Topermittler Christian Brand, ermitteln in einem Spiel auf Zeit. Stopp, alles neu bei Europol. Europol-Direktorin Leona Willems ernennt überrascht die beiden Ermittler Björk und Brand mit der neu zu gründender Abteilung „Internationale Serienkriminalität“, mit Brand als Chef und dem überambitionierten PR- und Social-Media-Spezialist Luca Gasser.
Es wird düster, mysteriös, perfid und schockierend. Wer stellt die Killerszenen online?
Gewohnte wilde Jagd durch Europa, rapide Ortswechsel und in einem Besenkämmerchen…
Rezensionen von manu63:
Billies neues Leben
Nachtschwarz (Nachtschwarz-Sternenhell, Bd. 1) Aufregende Urban-Fantasy-Dilogie über die Magie der Sterne und eine große Liebe - Buchumschlag mit Perlmuttglanzeffekt + Character Card in der 1. Auflage! von Saskia Louis
Nachtschwarz ist der erste Band der Dilogie Nachtschwarz-Sternenhell geschrieben von der Autorin Saskia Louis.
Als die 17 Jährige Billie mit ihrem Vater nach Amber Lake umziehen muss, denkt sie das es so wie immer sein wird. Sie ist die Neue die sich erst mal einsam fühlt. Doch es kommt anders als gedacht und das liegt an ihren neuen Mitschülern und Mitschülerinnen und vor allen Dingen am geheimnisvollen Ash, der sie anzieht wie die Motte das Licht.
Die Autorin schafft ein interessantes Gesamtbild in dem sich die Charaktere entfalten können. Die Geschichte ist gut aufgebaut und Billes Perspektive gibt gute Einblicke in ihre Gedankenwelt. Nach und nach enthüllen sich neue Wendungen und ich kann gut nach voll ziehen was in Billie vorgeht.
Die Dialoge sind geprägt von Herzlichkeit und einer Prise Humor. Gerade der Schlagabtausch zwischen Ash und Billie hat mich mehr als einmal amüsiert. Der Spannungsbogen wird immer wieder gut aufgebaut, wobei es auch ruhiger Sequenzen gibt die einen guten Übergang zu neuen Wendungen ergeben.
Nun bin ich neugierig auf den zweiten Band und was noch alles rund um Billie passieren wird.
Rezensionen von Tara:
Stefan Zweig in Wort und Bild
Das Stefan Zweig Album von Oliver Matuschek
„Das Stefan Zweig Album“ ist ein umfassendes Werk über den Bestsellerautor der 1920er-Jahre Stefan Zweig des Politologen Oliver Matuschek.
Mit diesem Buch hat Oliver Matuschek wirklich ein umfassendes Werk über den Autor Stefan Zweig erschaffen. Seine bedeutsamsten Veröffentlichungen kennen die meisten von uns, aber mehr wissen wohl nur die wenigsten.
Hier gibt es nun Informationen über seine Familie und sein gesamtes Leben.
Zunächst interessiert sich der Stefan Zweig nur wenig für Politik, meldet sich aber zu Beginn des Ersten Weltkriegs freiwillig bei der Armee. Seine Kriegsbegeisterung ist aber nur äußerlich. Seine schriftlich verfassten Gedanken zeigen schon hier Verzweiflung.
Wegen seiner jüdischen Herkunft wurde sein Leben in der Folgezeit zusehends schwieriger und er wurde auf die Liste der verbotenen Autoren gesetzt.
Stefan Zweig war ein sehr empathischer und sensibler Künstler, der sich gemeinsam mit seiner zweiten Ehefrau Lotte das Leben nahm.
Sein Leben wird hier nicht allein durch Worte, sondern mit vielen Fotos, Manuskripten, Briefen und handschriftlichen Werken gelungen untermalt und dargestellt.
Auch wenn es hier primär um Stefan Zweig geht, so ist es nicht allein sein Leben, das sich in diesem Werk wiederfindet. Es ist ein Stück Zeitgeschichte mit vielen Facetten.
Wer sich für das Leben von Stefan Zweig, historische Briefe, Schriftstücke, Manuskripte und zeitgeschichtliche Ereignisse interessiert, wird begeistert sein. Die hier gesammelten Informationen sind eine kompakte Fassung eines intensiven Lebens und die optische Aufbereitung durch Originalbilder ist perfekt gelungen.
Rezensionen von Manfred Fürst:
Mikrostudie von Lebensverhältnissen
Wovon wir leben von Birgit Birnbacher
Julia, sechsunddreißig Jahre, erzählt ihre Geschichte. Als Krankenschwester ist ihr bei der Behandlung einer Patientin ein Fehler unterlaufen. Nach der Verabreichung eines falschen Medikaments hat sie statt dem Not-, den Herzknopf gedrückt. Die Patientin hat’s überlebt, nicht so Julia, denn nun ist sie den Job als Krankenschwester los.
Zunächst im Krankenstand, wegen ihres Asthmas, das sich durch die Aufregung zusätzlich verstärkt.
„Alles kann man nicht auf die Organe schieben“, so die Lungenärztin (S. 8); Kündigung nach Ende des Krankenstandes. Einher gehend der Verlust der Personalwohnung, das Ende ihrer Affäre mit dem verheirateten Johannes und das Abhandenkommen ihrer einzigen Freundin Gerlinde. Es geht noch tiefer, denn der Exit heißt zurück in ihr Heimatdorf, zu Vater und Bruder, dorthin wo sie nie sein wollte. Die Mutter ist ab in den Süden, nach Sizilien geflüchtet. Bruder David lebte nach einer Hirnhautentzündung, die der Betriebsarzt falsch diagnostiziert hatte, als vegetierender Rest in einem Heim.
Vater holt sie vom Krankenhausparkplatz ab, Julia schnauft tief: „Ich bin knapp am Sauerstoff vorbei“ (S. 30).
Provinzielle Trostlosigkeit in strukturschwacher Gegend, in der die großen Arbeitgeber dichtgemacht haben. „Schwarzbach ist jahrzehntelang im Tageslist verblasst“ (S. 33). Das Dorf im Innergebirg, nur eine Stunde von der Stadt entfernt, aber durch ein ganzes Bergmassiv von der Sonne abgeschnitten.
Schmerzhaft genau und ziemlich traurig. Nur Oskar könnte für Julia einen Hoffnungsschimmer bedeuten. Nach einem Luxus-Herzinfarkt auf Reha. Da könnte was entstehen, aber es ist kompliziert, zwischenmenschlich, in der Familie, im Dorf – und überhaupt.
Nach knapp zweihundert Seiten ist das Lesen zu Ende und ich muss den Atem anhalten. Mit eigenwilligem Rhythmus und kristallklaren Sätzen, ohne Effekthascherei und Pathos beweist Birnbacher ihre Souveränität in dieser „Mikrostudie von Lebensverhältnissen“.
Birnbachers klare Sprache, benennt die Probleme dieser spießig-patriarchalen Welt deutlich mit Vermessung des österreichischen Wirtshauskosmos, nicht anklagend, sondern als aufmerksames, lesenswertes Protokoll, mit einem Schuss Hoffnung - zum Schluss.
Birgit Birnbacher ist nominiert für den Österreichischen Buchpreis 2023.











