Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R:
quirlig
Mina Wirbelfee (Bd. 1) von Zoe Magdalena
Klappentext / Inhalt:
In Mina Wirbelfees Welt ist nicht alles rosarote Zuckerwatte. Aber mit Mut, eigenem Köpfchen und magisch guten Freunden zaubert sie sich durch jedes noch so verrückte Abenteuer.
Mina will endlich eine richtige Fee sein. So wie Oma, die Gute-Laune-Fee, oder Bert, die Zahnfee.
Aber – ACH, DU SCHRECK! Als Mina den lang ersehnten Brief mit ihrer Zauberkraft erhält, kann ihn niemand entziffern. Feenkönigin Mirabella hat aber auch wirklich eine Sauklaue!
„Dann frag ich sie eben selbst!", denkt Mina, schnappt sich Omas Dackel Rüdiger und flattert los.
Doch die Feenkönigin wohnt auf der Wolke sieben. Und wer da hinwill, muss erst mal vorbei an dem Feld der bösen Blumen, dem Wald der wehleidigen Bäume und dem Strand der starken Meerjungfrauen. Wenn das mal gut geht ...
Lustiges Kinderbuch von „heute show"-Autorin und Poetry-Slammerin Zoe Magdalena
Mit vielen bunten Bildern von Alexandra Helm
Vorlesezeit ist Familienzeit – die beste Art, aneinander gekuschelt fantastische Abenteuer zu durchleben
Cover:
Das Cover ist sehr niedlich und liebevoll gestaltet. Eine niedliche Fee mit einem Hund auf dem Arm ist hier erkennbar. Und auch der Hintergrund ist zauberhaft gestaltet, selbst die Blumen haben Gesichter, welche unterschiedliche Emotionen und Launen wiedergeben. Hier gibt es viel zu Betrachten und zu Entdecken. Ein tolles und sehr detailreiches Cover. Mir hat dies sehr gut gefallen.
Meinung:
Eine zauberhafte und kartiere Geschichte. Spannung kommt auf mit Mina Wirbelfee. Eine kleine freche Fee, die sich selbst ihren Weg bahnt.
Inhaltlich möchte ich hier gar nicht allzu viel verraten, denn kleine Fantasy fans sollten hier auf jeden Fall einen Blick hinein werfen. Wer mehr erfahren möchte, nimmt also einfach selbst das Buch zur Hand.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut und locker lesen. Schnell kommt man in die Geschehnisse und Charaktere hinein. Mina ist manchmal etwas direkt und frech, aber auch sehr liebenswert, entdeckungsfreudig und lebensfroh. Die Kapitel haben eine angenehme Länge und lassen sich dadurch auch recht schnell und gut lesen. Auch die Schriftgröße ist gut gewählt und eignet sich gut zum Vorlesen, aber auch für etwas ältere Kinder zum Selbstlesen. Die Kapitelanfänge sind deutlich erkennbar und kommen gut hervor. Die Überschriften sind gut gewählt, ohne dabei zu viel zu verraten. Die Gestaltung und Gliederung hat mir sehr gut gefallen.
In Mina findet man sich gut hinein, auch in ihre Launen, Gedanken und Gefühle. Mina wirkt sehr lebendig und man begibt sich mit ihr auf spannende Entdeckungen und Abenteuer.
Wunderschön sind auch die bunten Zeichnungen, die das Gelesene gut umsetzen und zugleich das Schriftbild auflockern. Die Bilder machen Freude beim Betrachten und es gibt viel darauf zu entdecken. Die Illustrationen sind toll gewählt und wunderschön umgesetzt.
Die Geschichte ist niedlich, spannend und unterhaltsam. Eine quirlige und aufgeweckte Geschichte, dank der Charaktere und der Umsetzung. Mir hat dies sehr gut gefallen und ich bin sehr gespannt, ob es nicht weitere Abenteuer mit Mina Wirbelfee geben wird. Mich würde es auf jeden Fall freuen, wenn ja.
Die Umsetzung ist wirklich toll und wunderschön und man merkt, dass hier sehr viel Herzblut mitschwingt. Es ist das erste Kinderbuch der Autorin und man merkt, die Liebe zum Detail und zu den Charakteren, die sehr liebevoll durchdacht und umgesetzt wurden. besonders die Charakterzüge und auch die Emotionen kommen hier sehr gut herüber. Aber auch die Spannung und Unterhaltung kommt nicht zu kurz.
Fazit:
Liebevolle, aufgeweckte und quirlige Kinder-Fantasy-Geschichte.
Rezensionen von Claudia R:
Rückblenden für mehr Einblicke
Lichtungen von Iris Wolff
Klappentext / Inhalt:
»Du hättest zurücksehen müssen, dachte er, allein um zu wissen, ob sie sich nach dir umgewandt hat.«
Zwischen Lev und Kato besteht seit ihren Kindertagen eine besondere Verbindung. Doch die Öffnung der europäischen Grenzen weitet ihre Lebensentwürfe und verändert ihre Beziehung für immer.
Voller Schönheit und Hingabe erzählt Iris Wolff in ihrem großen neuen Roman von zeitloser Freundschaft und davon, was es braucht, um sich von den Prägungen der eigenen Herkunft zu lösen.
Als der elfjährige Lev über Wochen ans Bett gefesselt ist, wird ausgerechnet die gescheite, aber von allen gemiedene Kato zu ihm ans Krankenbett geschickt, um ihm die Hausaufgaben zu bringen. Zwischen dem ungleichen Paar entsteht eine unverbrüchliche Verbindung, die Lev aus seiner Versteinerung löst und den beiden Heranwachsenden im kommunistischen Vielvölkerstaat Rumänien einen Halt bietet. Ein halbes Leben später läuft Lev noch immer die Pfade ihrer Kindheit ab, während Kato schon vor Jahren in den Westen aufgebrochen ist. Geblieben sind Lev nur ihre gezeichneten Postkarten aus ganz Europa. Bis ihn eines Tages eine Karte aus Zürich erreicht, darauf nur ein einziger Satz: »Wann kommst du?« Kunstvoll und poetisch verwandelt Iris Wolff jenen Moment in Sprache, wenn ein Leben ans andere rührt, und zeichnet in ihrem großen europäischen Roman das Porträt einer berührenden Freundschaft, die sich als Reise in die Vergangenheit offenbart und deren Leuchten noch lange nachklingt.
Cover:
Das Cover hat eine filigrane Schönheit. Der Vogel ist in all seinen Details sehr schön und faszinierend dargestellt. Optisch und farblich ist das Cover wunderschön umgesetzt.
Meinung:
Einblicke in das Leben und die Geschehnisse vom Jetzt in die Vergangenheit. Lev und Kato prägt eine ganz besondere Freundschaft und bereits seit Kindertagen sind diese verwoben, doch als sich die europäischen Grenzen öffnen, verändert sich die Beziehung.
Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details dazu zurück.
Schreibstil und Anordnung sind besonders. Es beginnt mit Kapitel neun in der Gegenwart und es wird runter nummeriert und geht weiter in die Vergangenheit zurück. Anfangs war dies etwas irritierend, aber ein guter Schachzug, wie sich später herausstellt.
Der Schreibstil ist sehr poetisch und auch tiefgründig angehaucht und die Beschreibungen sind sehr zart, aber auch sprachgewaltig. Die Formulierungen sind gut gewählt. Kein ganz einfach zu lesendes Werk, aber sehr beeindruckend. Die Kapitel sind teils recht kurz und andere wieder etwas länger. Sie geben immer mehr Einblicke Preis und gehen weiter in die Vergangenheit zurück. Die Charaktere sind sehr gut durchdacht und werden genau beschrieben und erörtert.
Durch Levs Sicht bekommt man Einblicke in die rumänische Geschichte, Leben, Alltag, Politik und auch Fragen über Freundschaft und Identität treiben ihn herum. Diese Gedankengänge und Überlegungen fließen geschickt mit ein. Die Handlungen und Geschehnisse sind gut beschrieben und auch in die Situationen und Charaktere findet man sich mehr und mehr hinein.
Die Kapitelnummerierung abwärts gerichtet ist ungewohnt und irritiert anfangs. Die Kapitelanfänge sind sehr gut und deutlich erkennbar und auch die Gestaltung und Gliederung hat mir gut gefallen.
Toll fand ich auch die einleitenden Zitate vor en Kapiteln. Deren Übersetzung findet man hinten im Buch. Die Zitate bringen ebenso Tiefe hinein und unterstreichen die poetische Note. Diese Erinnerungen und Rückblenden geben dem Ganzen seine eigene Note und faszinieren mich als Leser. Man taucht ein in eine Erzählung von Erinnerungsfetzen, Gedanken und Überlegungen. Man wird überwältigt von Prägungen, Wahrnehmungen und Verbindungen. Nach und nach taucht man tiefer ein und versteht diese.
Fazit:
Rückblenden in die Vergangenheit eröffnen mehr Einblicke und zeigen wie zeitlos Freundschaft sein kann.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Einfach ausprobieren
Weight Watchers - der neue 4 Wochen Powerplan von Weight Watchers
Nach den Feiertagen haben Abnehm-Bücher wieder Hochsaison. Weight Watchers, in meinem Umfeld liebevoll-spöttisch „Gewichtssekte“ genannt, bildet da keine Ausnahme.
In seiner langen Geschichte hat Weight Watchers mehrmals die Richtlinien geändert. Seit rund 20 Jahren gibt es nun das Punktesystem für Lebensmittel.
Damit fällt das oft lästige Kalorienzählen weg. Zusätzlich hat es einen psychologischen Nebeneffekt: die Zero-Points. Das sind Lebensmittel, die so wichtig für den Körper sind, dass sie jedenfalls gegessen werden müssen, also z.B. Eiweiß. Das suggeriert natürlich, dass hier gevöllert werden darf.
Doch zurück zu diesem 160-seitigen Kochbuch.
Gut gefällt mir, dass die meisten Rezepte für Einzelportionen berechnet sind!
Nach dem Inhaltsverzeichnis gibt es eine Einführung über gesunde Ernährung und das Abnehmen. Man erfährt etwas über das Punktesystem und ZeroPoint Lebensmittel. Man muss kein Mitglied von WeightWatchers sein, um diese Rezepte nachkochen zu können. Bei diesem 4-Wochen-Power-Plan sind zwei Mahlzeiten vorgeplant, die aus den Rezepten zusammengestellt werden können. Um die Abnehmwilligen bei der Stange zu halten erzählen erfolgreiche Mitglieder (Achtung, „Gewichtssekte“!) wie sie ihr Wunschgewicht erreicht haben. Dass es ohne Bewegung nicht geht, ist klar.
Dann sind schon die Rezepte an der Reihe. Mir regen auf den ersten Blick Folgende an, die ich demnächst ausprobieren werde:
Buntes Frühstücks-Snack-Board
Pak-Choi-Tatar-Pfanne mit Reis
Hüttenkäse-Bowl-mit Räucherlachs und Ei
Blumenkohlreis-Bowl mit Garnelen
Zitronige Eistörtchen
Die meisten Zutaten sind das ganze Jahr über erhältlich. Bei vielen Rezepten bleiben Reste von Zutaten (halbe Salatgurke, halbe Avocado etc.) übrig. Da gibt es dann einen Vorschlag, wie diese Reste am nächsten Tag verwertet werden können. Das gefällt mir sehr gut, denn ich finde es immer schade, Lebensmittel wegwerfen zu müssen.
Fazit:
Es ist nicht notwendig, Mitglied von WW zu sein. Die Rezepte bringen Farbe und eine ausgewogene Ernährung auf den Teller. Dass sie einfach zuzubereiten sind und (hoffentlich) schmecken, ist ein angenehmer Nebeneffekt. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Wettstreit unter Wissenschaftlern
Die Entschlüsselung der Hieroglyphen von Edward Dolnick
Edward Dolnick, von dem ich erst kürzlich „Der Nazi und der Kunstfälscher“ gelesen habe, entführt uns diesmal nach Ägypten, genauer gesagt zum Stein von Rosette und der Entschlüsselung der Hieroglyphen. Es ist jener Wettstreit zwischen den Gelehrten Thomas Young und Jean-Francoise Champollion, der letztlich 1822 Erfolg zeitigt und den Franzosen als Sieger (wenn man in der Wissenschaft von Siegern sprechen darf) hervorgehen lässt.
In einem Prolog, dem 32 spannende, detailreiche Kapitel über Ägyptens Geschichte folgen sowie einem Epilog, der den Triumph von Jean-Francoise Champollion beschreibt, erfahren wir, welche mühevolle Kleinarbeit samt Fehlschlägen, Falschinterpretationen und Irrtümern der Entschlüsselung der Hieroglyphen vorangegangen ist. Anschließend sind rund 50 Seiten Literaturhinweise und Quellenangaben angehängt. Eine Zeittafel am Beginn hilft bei der zeitlichen Einordnung.
Das Buch lässt sich erstaunlich gut lesen, denn der Schreibstil ist launig, bisweilen humorvoll und zahlreichen Abbildungen ergänzen den Text. An dieser Stelle empfehle ich, das Buch am PC zu lesen, denn am Reader sind die Skizzen und Bilder schlecht zu erkennen.
Dieses Buch ist eine sehr gute Ergänzung zur Biografie „Wie der Hieroglyphen-Code geknackt wurde: Das revolutionäre Leben des Jean-François Champollion“ von Andrew Robinson.
Interessant ist, dass Thomas Young es niemals für notwendig erachtet hat, Ägypten zu bereisen und seine Arbeit an der Entschlüsselung quasi am „grünen Tisch“ bewerkstelligt hat. Jean-François Champollion gelingt es erst 1828/29, das Land seiner Träume zu besuchen.
Fazit:
Wer sich für das alte Ägypten und die Hieroglyphen interessiert, kommt an diesem Buch nicht vorbei. Gerne gebe ich diesem Einblick in die mühevolle Arbeit der Entschlüsselung der Hieroglyphen 5 Sterne.
Rezensionen von Kwinsu:
Detailverliebte und manchmal überfordernde Fantasie
Die Entschlüsselung der Hieroglyphen von Edward Dolnick
Ich habe ja schon einiges an Erfahrung im Lesen und auch im Rezensionen-Schreiben, aber ich kann mich nicht erinnern, dass es mir jemals schon so schwer gefallen ist, über ein gelesenes Buch zu reflektieren...
Nachdem ich die Leseprobe von "Pionéa - Loop" gelesen habe, war ich gebannt - der Schreibstil, der sehr ausschmückend ist, ist irgendwie bezaubernd und hat mich sofort in eine etwas märchenhafte Welt versetzt.
Deshalb freute ich mich sehr auf das Buch. Nach rund zwei Monaten ist es mir geglückt, es auszulesen - kann es jedoch weder fassen noch verstehen...
Trotzdem der Autor es schaffte, mich mit seinem etwas mystischen Schreibstil in den Bann zu ziehen, ging es mir oft so, dass ich nach ein paar Seiten nicht mehr wusste, was ich da jetzt eigentlich gelesen hatte. Das ging mir vor allem am Anfang so, da war ich vermutlich zu unkonzentriert und so musste ich zahlreihe Seiten noch einmal lesen. Meine Erkenntnis: um sich auf das Buch einzulassen, sollte man sich Zeit nehmen und genügend Konzentration mitbringen. Zudem sollte eine Vorliebe für lange Schachtelsätze bestehen (was bei mir grundsätzlich vorliegt). Mir wurde die Erzählung immer wieder zu anstrengend und ich musste Pionéa weglegen, um zwischendurch etwas Leichteres zu lesen. Was mich am Stil Martainns noch etwas irritierte, war der starke Kontrast zwischen dem fast lyrischen Schreibstil an sich und den teilweise ins Vulgäre gehenden Aussagen der Protagonisten.
Wie bereits angedeutet, werden die Charaktere, Orte und Ereignisse sehr, sehr, sehr detailliert beschrieben. Ich mag grundsätzlich konkretere Beschreibungen gerne, allerdings finde ich es wichtig, dass immer auch noch Platz für die eigene Fantasie bleibt - hier hat Martainn für meinen Geschmack etwas übertrieben. Zudem muss ich gestehen, dass mich einige Charaktere besonders am Anfang ziemlich genervt haben - allen voran Jay (er drängte sich für mich zu sehr in den Vordergrund). Aber irgendwie sind die meisten Protagonist:innen trotzdem alle sehr liebenswürdig und wir können tief in ihre Gedankenwelten eintauchen, was bei mir fast immer ein wohliges Gefühl hinterließ (wenn ich gerade folgen konnte).
Ein weiterer Punkt, den es für mich nicht einfach machte, "Pionéa - Loop" vollends zu genießen, war die Einteilung in Abschnitte / Kapitel. Ich habe das E-Book gelesen und rein gefühlt, war der komplette Text ohne Absätze. Grundsätzlich gibt es eine Kapitel- und Abschnittseinteilung (3 Abschnitte, 9 Kapiteln), bei meinem Gerät konnte ich aber nur auf die einzelnen Abschnitte zugreifen, was es bei der komplexen und seitenintensiven (über 800!) Geschichte extrem mühsam macht, wenn man etwas, was weiter vorne erwähnt wurde, nochmal nachlesen will, um die Geschichte besser zu verstehen. Unabhängig davon wäre es wirklich sehr leser:innenfreundlich, wenn es mehr Unterteilungen geben würde!
Zur Geschichte an sich: ich bewundere es sehr, wie viel Fantasie der Autor hat, dass er so eine komplexe Story erzählen kann! Die verschiedenen Raum- und Zeitebenen geben den Gehirnwindungen ordentlich zu tun, leider ist es mir nicht immer geglückt, die Geschichte auch nachvollziehen zu können. Meines Erachtens wäre es schöner gewesen, wenn der Autor ein wenig detailunverliebter gewesen wäre und die Geschichte klarer und kürzer erzählt hätte. Nichts desto trotz hege ich den Gedanken, das Buch in mittelfristiger Zukunft noch einmal zu lesen und liebäugle mit den kommenden Teilen...
Mein Fazit: "Pionéa - Loop" ist eine komplexe, detailverliebte Geschichte, die große Aufmerksamkeit, Neugierde und Durchhaltevermögen erfordert. Für meinen Geschmack geht der Autor zu oft zu sehr ins Detail, nichts desto trotz ist es eine lohnenswerte Reise in eine fantastische Welt.
Rezensionen von drachenzahn:
So klug wie Einstein
Einstein, der kleine Pinguin von Iona Rangeley
Bei „Einstein, der kleine Pinguin“ handelt es sich um eine amüsante Geschichte für Kinder ab 6 Jahren zum Vorlesen, die auch Erwachsene zum Schmunzeln bringen wird. Die Handlung ist ein wenig verrückt und keineswegs realistisch, aber überaus spannend und voller skurriler Ideen.
Familie Stewart besucht eines Tages den Tierpark und staunt am nächsten Tag, dass der zuvor gesehene Pinguin plötzlich vor ihrer Tür steht.
Die Eltern entschließen unter großer Begeisterung der Kinder, ihn vorerst bei sich wohnen zu lassen. Da der Tierpark keinen Pinguin vermisst, machen sich die Kinder Arthur und Imogen selbst auf die Suche nach dem Geheimnis ihres neuen tierischen Freundes Einstein.
Die Geschichte ist durchaus spannend und in sich schlüssig. Allerdings sollte man nicht zu sehr hinterfragen, warum dieser Pinguin eigentlich so intelligent ist. Er kann rechnen, lesen, schreiben, allein verreisen und sich in der Welt zurechtfinden. Einstein ist aber durchaus sehr liebenswert und man muss ihn sowie seine Adoptivfamilie einfach mögen.
Was mich ein wenig an der Geschichte gestört hat, ist die Tatsache, dass sowohl Mrs und Mr Stewart als auch ihre Kinder, immer wenn etwas schief ging (z.B. als im Kaufhaus etwas versehentlich zerstört wurde), einfach weggerannt sind bzw. sogar bewusst anderen etwas vorgetäuscht haben. Einerseits ist das durchaus witzig und man kann sich herrlich darüber amüsieren, andererseits bin ich mir nicht sicher, ob ich das meinem eigenen Kind als richtiges Verhalten vermitteln möchte.
Das Buch wird zudem von zahlreichen großen und kleineren bunten Bildern begleitet, die sehr gut zu den Charakteren sowie zur Handlung passen, ohne dabei zu süß oder zu detailverliebt zu sein. Ich finde es jedoch etwas schade, dass nicht jede Doppelseite illustriert wurde, da Kinder in dem Alter häufig noch eine bildliche Motivationsstütze brauchen.
Insgesamt hat mir das Abenteuer rund um Einstein sehr gut gefallen und ich würde es jedem empfehlen, der originelle und etwas ausgefallenere Tiergeschichten mag.
Rezensionen von gerlisch:
Späte Rache
Taubenschlag von Dennis Jürgensen
Im zweiten Fall von Kriminalassistentin Lykke Teit aus Dänemark und dem deutschen Kriminalkommissar Rudi Lehmann geht es um brutale Morde, einer alten Schreibmaschine und tote Tauben die im Schoss der Opfer drapiert wurden.
Nach „Gezeitenmord“ ist auch in diesem Teil der Leser aufgrund eines rasanten Erzählstils gleich zu Beginn mittendrin im Geschehen.
Der Autor lässt uns an einigen Szenen, die die Morde betreffen teilhaben, sodass wir dem Ermittlerteam einiges voraushaben. Trotzdem sind die Überlegungen von Rudi und Lykke zum Tathergang uns wie sie die einzelnen Puzzleteile zusammensetzen, sehr interessant.
In „Taubenschlag“ geht es um menschliche Tragödien in der DDR-Zeit, die Stasi und deren Machenschaften. Schnell wird klar, dass hier jemand grausame, brutale Rache nimmt. Allerdings blieb das Motiv lange Zeit im Dunkeln, auch hinsichtlich des Täters und dem wahren Ausmaß der Gräueltaten hinter dem Eisernen Vorhang blieb noch nicht ganz aufgeklärt.
Die beiden Ermittler harmonieren sehr gut miteinander, es erscheint wie ein gutes Vater-Tochter-Verhältnis und die humorvollen Dialoge erzeugen eine tolle Dynamik.
Dieser überaus komplexe Fall hat mir sehr gut gefallen, deshalb bekommt das Buch von mir eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von nil_liest:
Kiew vor 100 Jahren mit tiefschwarzem Humor
Samson und das gestohlene Herz von Andrej Kurkow
Was für ein Analytiker: Andrej Kurkow! Ich hatte die Gelegenheit während der Buchmesse bei einer Lesung im Rahmen von Open Books zu lauschen. Mich hat bereits der Roman ‚Graue Bienen‘ schon überzeugt und nun wurde ich mächtig gut unterhalten von seiner Reihe um Samson. Bisher sind zwei Bände erschienen.
Für das Wissen um die Figuren ist es ratsam den ersten Band zu lesen: „Samson und Nadjeschda“. Wenn man diesen gelesen hat, wurden man nicht nur bestens unterhalten, sondern kennt auch den Rahmen und wie Samson in seiner Stellung landete verstanden.
Die Reihe spielt (bisher) während des Bürgerkrieges (1918-1921) in dem insgesamt 6 (!) verschiedene Gruppen gegeneinander vorgehen und die rote Armee der Sowjetunion hat, während die Reihe, spielt die Oberhand.
Nun gibt es wieder einen neuen Fall für Samson und seinen Kollegen Cholodnij bei der sowjetischen Polizei. Denn es wurde illegal Fleisch verkauft. Nach dem damaligen allerneusten Gesetzt, dürften die Ukrainer zwar Tiere halten, aber weder das Fleisch noch das Leder verkaufen. Außerdem erhält Samson einen neuen Kollegen, der Tschekist (KGB-Vorgänger) Abjasow, der nun auch seine Lauscher weit aufsperrt.
Kurkow schafft es die Absurditäten der Zeit und die verhängnisvolle Lage der Bevölkerung gut in Szene zu setzen um uns Außenstehenden zu vermitteln was damals los war. Jeder kämpfte ums Überleben. Natürlich lies er es sich nicht nehme auch ein Kuriosum einzubauen. Denn Samson hat sein rechtes abgeschlagenes Ohr in einer Schachtel. Das Ohr kann noch immer was Ohren und Samson nutzt das. Ein wenig Fantastik, aber das passt gut zu den anderen Absurditäten.
Ich habe viel über die Vergangenheit der Ukraine und der Sowjetunion gelernt und es ist fast traurig wie gegenwärtig dieser Machtkampf wirkt. Spannende Fakten sind eingesponnen, die es sich lohnt weiterzuverfolgen wie die Chinesen in der Roten Armee oder das Möbelgesetzt, weswegen jede Familie pro Person nur einen Stuhl hatte und einen weiteren für Gäste.
Ich freue mich schon auf Band 3 der Reihe um dem frisch vermählten Samson wieder zu folgen.
Rezensionen von April1985 :
eine queere Liebe, die sich in einem erbitterten Wettkampf behaupten muss
Cliffworth Academy – Between Lies and Love von Jennifer Wiley
Jennifer Wiley hat mich schon mit ihrer Lullaby University-Reihe ziemlich begeistert, weshalb ich ohne groß darüber nachzudenken auch zu ihrem neuen Dilogieauftakt gegriffen habe. Und ich wurde nicht enttäuscht. Die Gründe das Buch zu lesen sind klar: ein tolles Akademiesetting an der malerischen und windumtosten Küste von Wales, ein erbitterter Wettkampf zwischen zwei konkurrierenden Studentengruppierungen, jede Menge Lügen, und Intrigen und inmitten all dessen eine queere Liebe, die sich gegen alle Widerstände behaupten muss.
Als Macy einen der wenigen Plätze im Sommerprogramm der berühmten Cliffworth Academy ergattert, hat sie nur ein Ziel vor Augen: eines der heiß begehrten Stipendien zu erlangen. Nie hätte sie gedacht, dass sie sich für die Erfüllung ihres Traumes in einem erbitterten Wettkampf beweisen muss. Die Regeln sind klar. Nur eine der beiden Gruppen erhält die Chance auf einen Studienplatz. Schnell gerät der Wettkampf außer Kontrolle. Zwischen Lügen, Intrigen und dem Versuch sich gegenseitig auszuspielen, entdeckt Macy Gefühle für Vada – eine ihrer Konkurrentinnen.
Neben Jennifer Wileys sehr unaufgeregten und bildhaften Schreibstil, sind es vorallem die aufgeheizte Wettkampfatmosphäre und die Dark Academia-Vibes, die mich ans Buch gefesselt haben. Die Handlung ist für eine Liebesgeschichte unerwartet spannend. Ich hatte Herzklopfen, wurde in finstere Machenschaften verstrickt, habe dunkle Geheimnisse erfahren und mit Macy und Vada mitgefiebert.
Ich fand die Entwicklung der Liebesgeschichte wunderschön; vom Kennenlernen bishin zu ersten Intimitäten authentisch und vorallem sehr gefühlvoll.
Macy ist ein sehr ruhiger Charakter. Sie liebt Bücher und ist in sich gekehrt. Genau das Gegenteil von Vada. Nur den Traum vom Stipendium haben sie gemeinsam. Doch wie weit sind sie bereit für ihren Traum zu gehen?
Die Liebesgeschichte fügt sich wunderbar in den nervenaufreibenden Wettkampf ein. Die Balance zwischen Spannung und Gefühl ist ausgeglichen.
Absolut lesenswert.
Fazit:
‚Between Lies and Love‘ ist Programm und der Titel sagt eigentlich alles. Eine junge Liebe, die sich in einem erbitterten Wettkampf voller Lügen, Intrigen und Verrat behaupten muss. Jennifer Wiley Schreibstil ist wahnsinnig bildhaft und schön zu lesen, die Story fesselt mit Dark Academia-Vibes. Sehr lesenswert!
Rezensionen von nil_liest:
Für den erweiterten Blick in die Welt
Das Minarett in den Bergen - Porträt eines unvermuteten Europas von Tharik Hussain
Gerade in diesen Tagen, wo die politische Lage so angespannt ist und sich viele zurückziehen und sich nicht mehr öffentlich an Diskursen und echter Auseinandersetzung teilnehmen, finde ich es gerade wichtig den Blick zu weiten und auch mal Bücher zur Hand zu nehmen, die eventuell sonst nicht so von Interesse wären.
So verhält es sich mit dem recht speziellen Titel „Das Minarette in den Bergen“ von Tharik Hussain. Ein Buch, dass im englischsprachigen Raum eine gute und große Resonanz bekommen hat.
Tharik Hussain verbindet Reisen mit dem themenspezifischen Erkunden des Islams in der Gegend des westlichen Balkans – Bosnien-Herzegowina, Kosovo, Albanien, Serbien, Nordmazedonien und Montenegro. Er selbst lebt mit seiner Familie in Großbritannien und hat einen Sommerurlaub genutzt um das muslimische Europa zu erkunden wo einst auch das osmanische Reich seine Grenzen fand. Spannend wie alte Gebäude und heutige Begegnungen beschrieben werden. Klar, ist dies ein sehr subjektiver Reisebericht. Er bleibt nie lange an den Orten und die Abgrenzung ob nun religiös begründet oder einfach lokale Verhaltensweisen, ist nicht immer so eindeutig. Aber nimmt man das in Betracht, ist es eine schöne Erweiterung des Blickwinkels.
Ein wenig Toleranz in alle Richtungen tut heutzutage besonders gut.










