Kunden em pfehlungen
Rezensionen von gerlisch:
Precious Papers
Oxen. Pilgrim von Jens Henrik Jensen
Nach „Noctis“ ist „-Pilgrim“ der sechste Teil um den hochdotierten Jägersoldaten Niels Oxen und Margrethe Franck, Angestellte beim PET, Geheimdienst der dänischen Polizei. Dieser neue spannenden Thriller von Jens Hendrik Jensen beginnt dort wo der fünfte Teil geendet hat. Somit empfehle ich zum besseren Verständnis die Vorgänger gelesen zu haben.
Nach dem traumatischen Erlebnis im düsteren Keller einer Ziegelei begibt sich Niels auf eine wochenlange Pilgerreise. Doch als Margrethe Franck ihn kontaktiert und um Hilfe bittet, bricht er seine Reise ab. Sie wurde vom Dienst suspendiert, weil sie entgegen der Weisung ihres Vorgesetzten weiter nach den Tätern der grausamen Mordspiele fahndet.
Außerdem lernen wir einen neuen Charakter kennen, Sarah Finnsen, eine engagierte Agentin, deren Bruder in „Noctis“ Opfer des Mannes mit der Mandrill-Maske wurde.
Parallel dazu bittet Axel Mossman, der ehemalige Leiter des PET, Margrethe bei einem Deal mit Datenleaks der Panama-Liste für Sicherheit zu sorgen.
Bei diesem fesselnden 6. Fall des außergewöhnlichen Teams wird durch plötzliche Perspektivwechsel schnell Spannung aufgebaut. Hochexplosive Aktionen verknüpft mit außerordentlich scharfem Verstand peitschen den Leser von Seite zu Seite.
Bei den vielschichtigen Handlungen steht diesmal eher Margrethe im Vordergrund, Oxen dagegen bleibt sehr zurückhaltend, was ich aber in Hinsicht auf sein Erlebnis in den Katakomben durchaus passend finde. Besonders hat mir sein Verhältnis zu seinem Sohn Magnus gefallen, der sonst so knallharte Jägersoldat wird bei ihm butterweich.
Lange Zeit blieb mir verborgen, wie diese beiden Handlungsstränge in dieser fiktiven Story zusammenpassen könnten, doch nach und nach fällt ein Puzzlestein nach dem anderen an seinen Platz und offenbart das wahre Ausmaß eines internationalen politischen Katz-und-Maus-Spiels mit einem erschreckenden Hinweis auf die Realität.
Rezensionen von Sabine M:
Nettes Bilderbuch mit wichtigem Thema
Vom Glück, besonders zu sein von Bas Kleinhout
Lilu hat keine Punkte und fühlt sich deshalb nicht als vollwertiger Marienkäfer.
Ich konnte mich sofort mit der kleinen Marienkäferdame identifizieren, denn mir ging es als Kind ähnlich. Ich hatte, im Gegensatz zu ihr, zwar mehr Punkte als üblich, nämlich Sommersprossen, wurde aber auch oft dafür gehänselt.
Sobald man nicht der Norm entspricht und durch seine Andersartigkeit auffällt kann so etwas leider passieren. Das Bilderbuch greift dieses sensible Thema auf. Die Zeichnungen gefallen mir sehr gut, denn sie sind kindgerecht und sehr liebevoll ausgeführt. Der kurze Text ermüdet die Kinder nicht und lässt viel Spielraum für eigene Erklärungen. Das finde ich sehr wichtig bei einem Bilderbuch für die ganz Kleinen, denn so kann man eigene Interpretationen, die man persönlich auf sein Kind abstimmen kann, einfügen. Der stabile Pappkarton hält auch einiges aus und die gerundeten Ecken verursachen keine Verletzungen. Die letzten Abbildungen mit den verschiedenen Symbolen auf dem Marienkäferkörper, statt der Punkte, sind zwar witzig und zeigen die Vielfältigkeit, sind aber etwas schwierig zu verstehen. Da hätte ich mir eher kindgerechte Symbole gewünscht. Alles in allem ist es jedoch ein schönes Bilderbuch mit einem wichtigem Thema.
Rezensionen von Jazz:
Die Liebe deines Lebens
Zwei Sterne für uns von Vanessa Jung
Kata lebt ihren Traum und studiert Kunst in New York City im Jahre 2000. Im Jahr 2017 steht sie vor den Scherben ihrer Ehe in München und packt ihre Koffer, um den Mann zu treffen, der ihr Leben in New York auf den Kopf gestellt hat. Wird sie endlich wieder zu ihrem Lebensglück finden? Und ob das nach so vielen Jahre gutgehen kann? Wenn man bedenkt, dass beide sich weiterentwickelt haben und so Kata sogar Mutter geworden ist?
Der Roman ist sehr einfühlsam geschrieben.
So kann man sich gut in die Gefühlslage von Kata hineinversetzen. Allerdings sollte man kapitelweise Wechsel der Zeitebenen mögen. Denn hier reist man andauernd zwischen 2000 und 2017 und einigen Städten hin und her. Ansonsten ist der Roman sehr leicht zu lesen. Mir persönlich stürzt sich Kata jedoch zu oft in die Arme von Männern, wenn sie mit Problemen konfrontiert wird und landet anschließend auch extrem schnell und oft im Bett und anderen Orten für gewisse Schäferstündchen. Man hätte hier leicht ein paar Seiten cutten oder statt der vielen expliziten Stellen einfach etwas mehr Drama und Inhalt einbauen können.
Daher empfehle ich den Roman Frauen, die gern solide Romane lesen, mit einer Protagonistin, die schnelllebig ist, ihren Weg sucht und dabei zu oft bei Männern endet. Das Ende konnte mich absolut versöhnen.
Rezensionen von yellowdog:
Vor Schuld kann man nicht weglaufen
Die Schuld von Samuel W. Gailey
Eine junge Frau wacht verkatert neben einem toten Mann und dessen Drogengeld auf. Das gibt Ärger und so gibt es schon früh im Buch Action. Später wird es ruhiger, aber eine latente Bedrohung bleibt.
Dieser Plot ist nicht neu, aber funktioniert ein weiteres mal. Es fehlt ein wenig das Überraschende.
Man bekommt, was man erwarten kann.
Hinzu kommt aber das Trauma der Protagonistin Alice, die vor einigen Jahren als Babysitter nicht auf ihren kleinen Bruder aufpasste, der dann ums Leben kam.
Die Kombination der Themen Schuld und Überlebenskampf machen den Plot aus.
Die Handlung wechselt zwischen 2005 und 2011.
Dann begegnet Alice der jugendlichen Delilah, die weggelaufen ist. Alice erkennt sich in ihr wieder und hilft ihr. Gemeinsam reise sie in Alice alte Heimat.
Gleichzeitig kommen die Verfolger, die ihr Geld zurückwollen, immer näher.
Es wird ein spannendes Buch und ich mag die Figuren, insbesondere Alice, die mit ihren Schuldgefühlen mutig kämpft.
Samuel W.Gailey schreibt geradlinig und kommt schnell auf den Punkt. Ich schätze das.
Rezensionen von yellowdog:
Meditativ
Die Verletzlichen von Sigrid Nunez
Der Plot von Sigrid Nunez neuen Roman erinnert leicht an ihr wunderbares Buch Der Freund. Da hatte sie einen Hund gesittet. In Die Verletzlichen ist es ein Papagei.
Außerdem ist es die Zeit der Pandemie in New York. Und die Zeit der Präsidentschaft von Donald Trump.
Diese Zeit in den USA hat etwas befremdendes.
In der Handlung kommt ein junger Student hinzu, der zeitweise ebenfalls in der Wohnung des zu betreuenden Papageis lebt. Er ist ein Freund der Familie.
Trotz gewisser Vorbehalte gehen die Gedanken der Protagonistin oft zu dem viel jüngeren Mann, der gelegentlich Wutausbrüche hat und sich über den Zustand der Welt chauffiert.
Sowohl der Papagei Eureka als auch der junge Student sind wirklich lebendige Charaktere.
Die Protagonistin ist sehr nachdenklich und reflektierend. Dabei ist ihr oft die Welt der Literatur nahe. Zum Beispiel nimmt sie einmal ausführlich Bezug zu einem Essay von Joan Didion.
Insgesamt hat das Buch etwas meditatives. Auch das ist typisch für Sigrid Nunez Prosa.
Rezensionen von NT:
Brutale Morde in Hamburg
Agonie von Lea Adam
Agonie ist der zweite Teil der Reihe MILOSEVIC UND FREY ERMITTELN - jedoch ist es nicht wichtig, den ersten Band gelesen zu haben. Ohne Vorwissen aus dem ersten Teil habe ich Agonie zu lesen begonnen und wurde direkt aufgeklärt, was im letzten Fall passiert ist.
Auch der neue Fall ist spannend: Eine bekannte Tierschützerin/Influencerin wurde ermordet in ihrem Loft in der Hamburger Hafencity aufgefunden.
Abgeschlachtet wie ein Schwein. Hier beginnt der gesellschaftskritische Krimi und führt uns durch Hamburg und seine Nachbarorte, durch Schlachthäuser und Bauernhöfe...
Als versierte Krimileserin war die Handlung eher vorhersehbar. Da das Thema des Buches aber so aktuell und brisant ist, konnte ich das Buch trotzdem nicht aus der Hand legen. Die Autorinnen schaffen es, das Thema Tierschutz, Vegetarismus und Hass im Netz in einem runden Krimi unterzubringen. Dabei regen sie den ein oder anderen Fleischesser (hoffentlich) zum Nachdenken an. Für mich ein gelungener Krimi und als Veganerin eine erneute Bestätigung für meinen gewählten Lebensstil.
Rezensionen von liesmal:
Novel Graphic hat mich hoffnungslos überfordert
Die Leiche und das Sofa von Tony Sandoval
Das Cover gefällt mir auf den ersten Blick recht gut. Das große Format sieht aus wie ein Bilderbuch für Kinder. Dagegen spricht allerdings der Titel.
"Ist dir schon mal aufgefallen, dass Makel die Dinge interessanter machen?" Sätze wie diesen und dazu die Erklärung mit dem tropfenden Wasserhahn und was sich dadurch bedingt alles entwickelt, finde ich gut.
Allerdings sind sowohl die Illustrationen als auch die Handlung im weiteren Verlauf wirklich sehr speziell. Dabei bin ich immer offen für Neues. Aber mit dieser Art der Erzählung und der Illustrationen kann ich leider nichts anfangen und bin trotz aller Bemühungen hoffnungslos überfordert. Die Poesie zwischen Werwolf und Vampir, erster Liebe, Sex und einer verwesenden Leiche habe ich nicht entdecken können.
Rezensionen von MarcoL:
Sprachmagie vom Feinsten
Lichtungen von Iris Wolff
Lange erwartet, heiß ersehnt, die Erwartungen hoch … und wurden erfüllt. Voll und ganz. Iris Wolff übt auf ihre Leserschaft eine ganz besondere Sprachmagie aus. Sie schafft es mit ruhigen Worten ihre beschriebene Welt derart darzustellen, als wäre man mitten drin. Ihre Protagonist:innen erwachen zum Leben, man begleitet sie, als wären es reale Personen, welchen man auf Schritt und Tritt folgt.
Auch die Chronologie der Erzählung ist hier sehr besonders. Sie beginnt in der Gegenwart und tastet sich mit jedem der neun Kapitel in die Vergangenheit. Die Kapitel selbst beginnen mit einem ausgewählten Zitat in der Originalsprache (mit Übersetzung im Anhang).
Lev und Kato kennen sich von Kindheit an. Es entwickelt sich eine innige Freundschaft, zuerst wider ihrer beider Willen, die die Jahre und spätere geographische Trennung überdauert.
Die Handlungen spielen hauptsächlich in Rumänien, im Banat und in Siebenbürgen, statt. Land und Leute sind geprägt von dem Regime, erdulden und erleiden es bis zu dessen Ende. Sie bleiben das, was sie sind, sprechen Deutsch in ihrer ausländischen Heimat. Der Wunsch, der Diktatur zu entfliehen in den gelobten Westen ist omnipräsent. Aber wehe die Mauern fallen, dann scheint sich eine andere Art von Ohnmacht einzuschleichen.
Mit viel Feingefühl zeichnet Wolff ihre Figuren, ihre Rituale und Lebensumstände. Der Fall des Regimes in Rumänien verändert vieles, auch die Beziehung zu Lev und Kato. Während Levs Großvater die Flucht nach Wien schon früher gelang (und sich als Vielvölkermischling sieht), nutzte Kato erst nach dem Öffnen der Grenzen die Möglichkeit, um „zu verschwinden“. Mit dem Fahrradtouristen Tom machte sie sich auf und davon. Sehr zum Leidwesen von Lev. Dieser verharrte an Ort und Stelle, verfiel in eine Art nostalgische Melancholie. Erst eine Aufforderung von Kato, sie in Zürich zu besuchen, löste ihn von seiner Ortsverbundenheit.
Viel mehr kann und will ich über den Inhalt nicht verraten, jedes erwähnte Detail wäre zu viel. Also selber lesen, denn es lohnt sich allemal. Ganz große Leseempfehlung für diesen wirklich sehr gelungenen Roman. Sprachpoesie vom Feinsten.
Rezensionen von Lerchie:
Frauen in den Sechzigern
Morgen ist ein neuer Tag von Beate Sauer
Dieses Buch spielt Ende der Sechzigerjahre, nämlich 1968. Die Zwillingsschwestern Lilly und Franzi genannt Franka Vordemfelde können unterschiedlicher nicht sein. Lilly hat sich dem Unterhaltungsfernsehen verschrieben und arbeitet bei Der goldene Schuss sowie Spiel ohne Grenzen als die Endausscheidung in Deutschland stattfindet.
Franzi politisiert, denn ihr gefallt das brutale Vorgehen der Polizei gegen die Proteste der Studenten nicht. Es motiviert sie, mit dem modernen Medium Fernsehen die Welt verändern zu wollen. Doch wie schon bei Eva steht den beiden Schwestern die Fessel der Zeit im Weg. Aber auch ihr Vater, der Frankas Vorgehen gar nicht gerne sieht. Wieder müssen die Frauen der Familie kämpfen. Für ihr Glück, die Freiheit und de Liebe.
Meine Meinung
Ich habe schon den ersten Band dieser Saga sehr gerne gelesen und fand ihn super. Dieses Buch schließt, zwar nicht nahtlos, aber doch an den Vorgängerband an. Ein paar Jahre sind inzwischen vergangen. Eva ist inzwischen eine gefragte Kostümbildnerin und arbeitet in den USA bei Paramount. Sie ist glücklich mit dem Mann mit welchem sie dort lebt. Lilly arbeitet bei Der goldene Schuss und darf auch bei der Endausscheidung von Spiel ohne Grenzen dabei sein. Franke ist schwieriger, denn sie ist irgendwie politisch engagiert, weil es sie stört, wie die Polizei bei der Demonstration in Berlin vorgegangen ist. Sie versucht ein Volontariat beim WDR zu bekommen. Wird ihr das gelingen? Und wenn ja, wird sie überhaupt so arbeiten können, wie sie es gerne möchte? Frauen durften zu dieser Zeit eben noch nicht alles. Und in einer Männerwelt muss sich Frau erst mal behaupten. Was den Vater betrifft, er wurde nach London versetzt, was ihm sehr gefiel, doch erhofft er sich nun eine Stelle, die vielleicht sogar noch attraktiver ist. Was dies ist, werde ich natürlich nicht verraten. Auch nicht, ob es damit klappt. Außerdem gibt es massive Spannungen zwischen dem Ehepaar Vordemfelde. Wie diese ausgehen wird der Leser beim Lesen dieses Buches erfahren. Im Nachwort erklärt die Autorin ihre künstlerischen Freiheiten , die sie sich genommen hat. Sie erklärt, was historisch und was fiktiv ist, sowie manches, das sie zeitlich verschoben hat. Einen Fehler konnte ich jedoch in dem Buch entdecken. Und eigentlich wollte ich wegen dieses Fehlers einen Stern abziehen, denn irgendwie fand ich den schon gravierend, gerade weil ich davon ausgegangen bin, dass die Autorin gründlich recherchiert. Es ist möglich, dass das ihr Fehler war, doch hat auch das Lektorat dann nicht aufgepasst, denn es fällt wirklich auf, zumindest wenn man sich ein bisschen auskennt. Wer weiß, vielleicht hat das ja auch noch jemand anderes bemerkt. Ich werde den Fehler jetzt hier nicht nennen und man kann auch einfach darüber hinwegsehen, denn Auswirkungen hat es eigentlich nicht. Und das Buch war letztendlich auch so spannend, hat mich so gefesselt und gut unterhalten, dass ich ihn für die Sternebewertung nun doch aus meinem Gedächtnis streiche und eine Leseempfehlung ausspreche sowie doch die volle Bewertungszahl vergebe.
Rezensionen von Kathie:
Ansprechendes Erstlesebuch
Emily Meermädchen, Band 3 - Die Kette des Königs von Liz Kessler
"Emily Meermädchen: Die Kette des Königs" ist der dritte Band dieser Reihe, in dem Emily, das liebenswerte Meermädchen, auf ein neues Abenteuer geht. Die Geschichte beginnt, als Emily die Insel ihres Freundes, des Meerjungen Aaron, besucht. Gemeinsam mit einem weiteren Meermädchen namens Hanna stoßen sie auf ein beeindruckendes Schiff.
Doch die Männer an Bord benehmen sich merkwürdig und als Aaron versucht, heimlich auf das Deck zu gelangen, wird er plötzlich gefangen genommen.
Die Erstlesereihe ist speziell für Kinder ab 6 Jahren. Durch die fantasievollen Bilder kann man in die spannende Handlung eintauchen. Besonders geeignet ist die Reihe für Mädchen und Jungen in der 1. oder 2. Klasse. Obwohl dies der erste Band der Serie ist, den wir gelesen haben, hat er meiner Enkelin gut gefallen. Die kurzen Kapitel, angemessene Schriftgröße, wenig Text, lebendige Bilder und einfache Sprache machen das Buch besonders zugänglich für die Zielgruppe.











