Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lesebienchen36:
Sturmmädchen - Emotional und schockierend zu gleich
Sturmmädchen von Lilly Bernstein
Nach den Romanveröffentlichungen „Trümmermädchen“ und „Findelmädchen“ hat Lilly Bernstein nun ihr neustes Werk „Sturmmädchen“, dass im Februar 2024 im Ullstein Verlag erschienen ist, vorgelegt. Leider muss ich gestehen, dass ich zwar von der Autorin und ihren Büchern schon gehört, aber bisher noch nicht gelesen habe.
Dies sollte sich nachdem ich den Klapptext inkl. der dazugehörigen Leseprobe gelesen hatte, ändern. Meine Neugierde war mehr als nur geweckt worden.
Auf Anhieb gefiel mir der flüssige und leichte Schreibstil und so tauchte ich bereits nach der ersten Seite in die Geschichte, um Elli und ihren zwei Freundinnen ein und ab. Währen des Lesens merkt ich, wie mich dieses Buch immer mehr und mehr in seinen Bann zog und ich es kaum noch aus den Händen legen konnte. Zu jedem Zeitpunkt musste ich wissen, wie es mit den drei jungen Frauen weitergehen wird. Aber nicht nur der bildhafte Erzählstil trug dazu bei, dass diese Reise zu einem bewegten Leseereignis wurde, sondern auch die dargestellten Charaktere. Lilly Bernstein hat nicht nur authentische und lebensnahe Figuren erschaffen, nein, sie hat ihnen regelrecht Leben eingehaucht. Man hätte meinen können, dass sie die Personen persönlich kannte, aber leider sind sie fiktiver Natur. Hinzu kommt noch die brillant eingefangene Kulisse, die wirklich nicht besser hätte sein können. Für mich war es das beste Kopfkino, dass ich je hatte.
Die Geschichte handelt von drei jungen Mädchen, die eine wunderbare Freundschaft pflegen. Elli, Käthe und Margot sind fast unzertrennlich und unternehmen viel. Bei einem ihrer Badeausflüge treffen sie auf eine Gruppe Halbstarker, die der Hitler-Jugend angehörten. Dieses Aufeinandertreffen geht zwar glimpflich von statten, aber es hinterlässt einen bitteren Beigeschmack. Die politische Situation spitzt sich immer weiter zu. Für die junge Jüdin Margot geht es bald um Leben und Tod. Die Judenverfolgung nimmt drastisch zu. Geschäfte werden geplündert und Synagogen brennen. Während Elli sich um Margot sorgt, hat Käthe das Lager gewechselt. Sie ist jetzt Mitglied der NAT. SOZ. Frauenschaft. Können sie ihren damaligen Freundschaftseid aufrechterhalten und sich aufeinander verlassen? Oder zerbricht ihre Freundschaft an der politischen Lage? Eine emotionale und sehr bewegende Reise beginnt.
Sturmmädchen ist zwar eine fiktive Geschichte, die aber auf einen wahren Hintergrund basiert. Lilly Bernstein hat, dank zahlreicher Recherchen und sammeln von Fakten und Informationen, ihrem „Sturmmädchen“, die nötige Authentizität verliehen. Sie schildert die damalige Zeit, der Judenverfolgung und deren Schikanen so deutlich und schonungslos, dass bei mir alle möglichen Emotionen hochkamen. Vom blanken Entsetzen, über Wut bis hin zur Trauer war alles dabei. Aber nicht nur das, ich freute mich über den Mut von den Menschen, die sich über das Regime hinwegsetzen und anderen aus ihrer Not halfen. Besonders gut hat mir Ellis Entwicklung, von dem einst wohl behüteten Mädchen bis zur starken Frau, sehr gut gefallen. Aber auch bei den anderen Charakteren hat die Autorin ein sehr gutes Händchen bewiesen. Nichts wirkt unlogisch oder überhastet, nein, die Entwicklung jedes Einzelnen ist brillant durchdacht und umgesetzt worden. Kompliment an Lilly Bernstein.
Wieder einmal führt uns dieser Roman vor Augen, welche Gräueltaten der zweite Weltkrieg mit sich brachte. Ich kann, nein, ich will dieses Buch unbedingt weiterempfehlen, weil er eine Geschichte in sich trägt, die sich auf keiner Weise wiederholen darf.
Rezensionen von yellowdog:
Dieo und Zazie
Weiße Wolken von Yandé Seck
Weiße Wolken ist ein deutsch-senegalischer Familienroman, in dem besonders die Schwestern Dieo und Zazie im Mittelpunkt stehen. Während Dieo mit Simon verheiratet ist und 3 Kinder hat, ist die 7 Jahre jüngere Zazie noch etwas orientierungslos. Den Weg ins Leben zu suchen ist ein wichtiges Thema im Buch.
Die Schwestern sind zwar sehr unterschiedlich, aber sie verstehen sich dennoch und sind sich nahe.
Die Kapitel wechsel zwischen Dieo und Zazie. Auch Simon hat ab und zu mal sein Kapitel.
Als der Vater der Schwestern plötzlich an einem Herzinfarkt stirbt, reise sie nach Senegal zur Beerdigung. Leider sind die Senegal-Passagen kurz gehalten, aber ansonsten hat mich die Plotgestaltung überzeugt. Es ist interessant gemacht und gut geschrieben. Vor allen sind die Figuren lebensecht und man kann ihnen gut durch das Buch folgen. Die Figurenentwicklung ist eine Stärke der Autorin und sie kann die Beziehungen zueinander zeigen. Es ist ein gutes Schwesternporträt.
Mit der in Heidelberg geborene Yandé Seck ist ein vielversprechende, neue literarische Stimme aufgetaucht
Rezensionen von PMelittaM:
Ziemlich abgefahren
Ein ko(s)mischer Auftrag von Patrick von Wantoch
Eigentlich will der Privatdetektiv Thomas Lohbeck sich gerade umbringen, doch dann erhält er einen Auftrag, dem er sich nicht verweigern kann. Dafür sorgt schon der sprechende Teddybär, der vor ihm steht.
Patrick von Wantoch hat sich offenbar dem skurrilen und abgefahrenen Genremix verschrieben.
Ich weiß gar nicht, in welche Kategorie ich diesen Roman einsortieren sollte. Ein bisschen Crime noir, ein bisschen Fantasy, ein bisschen Horror und ein gut Teil Science-Fiction ergibt jedenfalls einen Roman, auf den man sich einlassen muss, damit er einen gut unterhalten kann, und das ist nicht immer einfach, vor allem, wenn er hin und wieder ziemlich derbe wird. Kennt jemand den Film „Ted“? An ihn musste ich bei Bo Bär, dem Teddy-Protagonisten direkt denken. Ähnlichkeiten gibt es einige. Apropos Film: Der Roman bietet einige popkulturelle Anspielungen, nicht nur aus dem Film-, sondern auch aus dem Serien- und Musikbereich. So ist Bo ein großer Fan des „King of Pop“, Thomas dafür einer des „King of Rock 'n' Roll“.
Nicht nur Bo ist ein sehr skurriler Charakter, neben Thomas, der noch am normalsten ist, schließt sich dem Team noch der „Infomann“ Werner, der sich als Prepper einen Bunker unter einer Bibliothek eingerichtet hat, und der „Waffenmann“ Harald, der ein früherer Polizeikollege Thomas' ist, und wirklich alles beschaffen kann, an. Der ko(s)mische Auftrag des Teams ist übrigens nichts anderes als die Rettung der Welt, wie sie vom tatsächlichen Auftraggeber nach einer Reise mit einem Raumschiff ans andere Ende des Universums erfahren. Und auch dort, wird es ziemlich skurril.
Ob die Rettung der Welt gelingt, verrate ich hier natürlich nicht. Es gibt auf jeden Fall ein passendes Ende, und bis dahin geht es sehr actionreich und teilweise recht blutig zu. Und es wird nebenbei eine der bekanntesten Fragen der Welt beantwortet.
„Ein ko(s)mischer Auftrag“ ist ein ziemlich abgefahrener Genremix, dessen Titel perfekt passt. Mich hat der Roman gut unterhalten, mit seinem skurrilen Geschehen und ebensolchen Charakteren. Gut haben mir auch die vielen popkulturellen Referenzen gefallen. Ich werde sicher weitere Romane des Autors lesen, einer liegt bereits auf meinem Reader.
Rezensionen von yellowdog:
Inszenierung eines alten Hauses
Das Haus verlassen von Kat Menschik; Jacqueline Kornmüller
Ein altes Haus, mehr als 140 Jahre alt. Das färbt auf die Schreibe der Autorin Jacqueline Kornmüller ab. Ihre Sprache wirkt gewollt altmodisch, um die Poesie alter Zeit einzufangen. Dennoch ist die Erzählerin im Heute und sie will das Haus verkaufen. Ganz sicher ist sie sich aber nicht.
Das Haus scheint zu leben.
Auch das gelebte vergangene Leben von Vorbewohnern ist noch irgendwie spürbar.
Ein wenig inszeniert ist das ganze schon. Aber man spürt die Verbundenheit der Protagonistin mit dem Haus und hält einen inneren Dialog aufrecht. Das finde ich schön gemacht.
Erwähnt werden müssen natürlich auch die aufwendigen Illustrationen von Kat Menschik, die gut zum Buch passen.
Rezensionen von Gaby 2707:
Mein Geschmack ist hier voll getroffen
Die pure Lust in dir 3 | Erotische Geschichten von Millicent Light
Ich liebe Kurzgeschichten und diese elf aufreizenden Erzählungen erfüllen voll meine Wünsche, die ich an eine erotische Geschichtensammlung stelle.
Da ist eine Frau, die nicht nur magische Hände hat; ein Event, bei dem auf der Einladung auf einen spärlichen Kleidungsstil hingewiesen wird; ich mache mich zusammen mit Elena für eine Oldtimerralley zurecht; bin undercover auf dem Strich unterwegs und schaue auch mal bloß zu, wie sich andere vergnügen.
Millicent Light bringt mich an den unterschiedlichsten Orten mit interessanten Menschen zusammen und ich lerne deren ganz besondere Vorlieben kennen. Für mich war es das erste Buch, das ich von ihr gelesen hab. Aber es wird definitiv nicht das letzte gewesen sein. Mir gefällt ihr leichter, lockerer, sehr freizügiger Erzählstil, der mich direkt in den Hafen der Erregung und der Lust mitnimmt, sehr gut. Mit ihren Geschichten knipst sie sofort mein Kopfkino an, das dann heiß läuft. Meinen Geschmack hat sie mit ihren elf erotischen, prickelnden, abwechslungsreichen Geschichten sehr gut getroffen.
Zum Abschluss bekomme ich als kleines Goodie noch einen Gutschein-Code, mit dem ich mir eine weitere heiße exklusive Geschichte der Autorin als E-Book aus dem Internet herunter laden kann. Und wie üblich ist auch hier ein Lesezeichen passend zum Buch mit dabei.
Rezensionen von LEXI:
Ich hatte mein ganzes Leben lang das Gefühl gehabt, nicht gewollt zu sein.
Zusammen sind wir Zuhause von Amanda Cox
Ich hatte mein ganzes Leben lang das Gefühl gehabt, nicht gewollt zu sein.
„Wir brauchen alle einen Zufluchtsort und Bestätigung. Gott schickt uns Menschen, die uns unterstützen, die unser Dasein reicher machen. Ich glaube nicht, dass wir dazu geschaffen sind, die Schlachten in unserem Leben allein zu schlagen.
(Miriam Lashley)“
Als der obdachlose Harvey James im Wald einen ausgesetzten Säugling entdeckt, begibt er sich aus seiner selbstgewählten Isolation, um diesem unschuldigen winzigen Wesen ein Leben voller Zuneigung und Liebe zu ermöglichen. Die kleine Yvy Rose bahnt sich ihren Weg innerhalb von Sekunden pfeilgerade in Harveys Herz und der einfühlsame Mann, der in seinem Leben bislang nur Zurückweisung erfahren hat, tut fortan alles in seiner Macht Stehende, um dieses kostbare Baby vor den Widrigkeiten der Welt zu beschützen.
Als Pastor Thomas Lashley Harvey dabei überrascht, während dieser sich an den Sachspenden für mittellose Mütter bedient, möchte er dem verwahrlost aussehenden Mann helfen und bietet ihm eine Stelle als Hausmeister an. Harvey ist fortan für alle anfallenden Reinigungs- und Instandhaltungsarbeiten des Kirchengebäudes zuständig, zwischenmenschliche Kontakte meidet er aber nach wie vor.
Im kleinen Häuschen neben der Kirche lebt die verwitwete Pastorengattin Pearl Howard, die ihrem Ehemann zeitlebens unterstützend zur Seite stand. Die liebenswürdige ältere Dame mit dem Herzen aus Gold musste nach dem Tod ihres Gatten einen weiteren schweren Verlust verarbeiten, ihr Glaube ist das Einzige, das ihr Mut und Hoffnung verleiht. Als Pearl den menschenscheuen neuen Hausmeister bei der Gartenarbeit erblickt, geht sie trotz seines ungepflegten Äußeren und seiner abweisenden Art mit offenen Armen auf ihn zu. Doch Harvey ist nicht dazu bereit, sich einem anderen Menschen zu öffnen, er befürchtet, dass er die kleine Yvy Rose dann verlieren könnte.
Diese faszinierende, auf zwei Zeitebenen basierende Geschichte aus der Feder der großartigen christlichen Romanautorin Amanda Cox hat mich vom ersten Augenblick an in den Bann gezogen. Ich fühlte mit den Menschen, die durch dieses ausgesetzte Neugeborene nach und nach Heilung erfahren. Die Autorin hatte sich bereits mit ihrem beeindruckenden Roman „Der Laden der unerfüllten Träume“ in mein Herz geschrieben, meine an sich bereits hohe Erwartungshaltung wurde durch dieses Buch aber noch bei Weitem übertroffen.
Tiefgründige Dialoge und die facettenreichen und sympathischen Figuren bewirken eine starke emotionale Einbeziehung des Lesers, die hervorragende, in hohem Maße überzeugende Charakterzeichnung erstreckt sich auch auf die Nebenfiguren. Die Protagonisten Harvey, Reese und Ivy Rose besaßen für mich die größte Authentizität, ihre Entwicklung wurde sowohl durch deren innere Gedankengänge, als auch durch ihre Interaktionen glaubwürdig dargestellt. Meine favorisierte Nebenfigur war die Pastorenwitwe Pearl, die trotz ihrer eigenen schmerzlichen Verluste ein Licht für andere Menschen ist. Pearls tiefer und unerschütterlicher Glaube, ihre Zuversicht, ihre Stärke, ihr Mut und ihre Liebe zu den Menschen machten sie zu einer ganz besonders eindrucksvollen Sympathieträgerin.
Die Autorin besitzt einen äußerst einnehmenden Schreibstil und versteht es vortrefflich, die Gefühle und Beweggründe ihrer Figuren zum Ausdruck zu bringen. Ich habe mich Hals über Kopf in diese herzzerreißende Geschichte verliebt. Die Probleme von Pflegekindern wurden ebenso wie die Themenbereiche Vergangenheitsbewältigung, Verlust und Loslassen, Vertrauen, Umgang mit Ablehnung, Verlassenwerden und Einsamkeit auf behutsame und wundervoll einfühlsame Weise behandelt. Eine starke Gewichtung auf den christlichen Glauben rundet diese Geschichte ab.
Ich las dieses Buch in der englischen Originalfassung „The Edge of Belonging“. Es war ungemein fesselnd, hat mir ausgezeichnet gefallen und stellte für mich persönlich ein herausragendes und absolut überwältigendes Lesehighlight dar. Ich möchte besonders den wundervollen Schreibstil, die exzellent ausgearbeiteten Charaktere und die Einbindung gewichtiger Themen wie Schuld, Vergebung und Versöhnung hervorheben. Dem Leser werden zudem auch seelische Verletzungen von Pflegekindern vor Augen geführt. Die herzergreifende Geschichte von Harvey und Ivy ist durchdrungen von starken Emotionen, sie ist ein großartiges Werk der christlichen Autorin Amanda Cox, deren wertvolle und tiefgründige Romane ich über alle Maßen schätze.
„Zusammen sind wir Zuhause“ bzw. „The Edge of Belonging“ war für mich ein Lesevergnügen der ganz besonderen Art und zugleich eines der schönsten, tiefgründigsten Bücher meines Lebens. Nur wenige Bücher schaffen es, den Leser bis ins Innerste zu bewegen – dieses hier war eines davon. Es hat mich vollkommen überwältigt und so sehr berührt, wie kaum ein anderes Buch zuvor.
Ich vergebe völlig begeisterte fünf Bewertungspunkte und eine uneingeschränkte Leseempfehlung für diesen einzigartigen Roman!
Rezensionen von Manfred Fürst:
Kein leichter Job für Renée Ballard beim LAPD
Dunkle Stunden von Michael Connelly
Nach zahllosen Soloauftritte seines edlen Ritters Detective Harry Bosch rückt Michael Connelly diesen zu Gunsten seiner neuen und unnachgiebigen Detective Renée Ballard in den Hintergrund; das bereits zum vierten Mal und diesmal ist Ballard endlich die Hauptprotagonistin.
In der „Late Show“, der Nachtschicht, hat LAPD-Detective Renée Ballard auch in der Neujahrsnacht Dienst.
Sie hofft, ein Paar Serienvergewaltiger im Polizeijargon „Midnight Men“ genannt zu fassen. Die Neujahrsschießerei „deckt“ einen Mord, einem Mann wird in den Hinterkopf geschossen. Obwohl Ballard nicht für Mordermittlungen zuständig, beginnt sie nachzuforschen. Die Forensiker bringen den Mord mit einem alten Fall in Verbindung. Mit diesem „Cold Case“ tritt der pensionierte Harry Bosch auf, der damals in diesem Fall ermittelt hatte. Ballard und Bosch arbeiten in beiden Fällen zusammen, kommen den Täuschungen und Unwahrheiten auf die Schliche und wollen herausfinden was wirklich passiert ist. Ballard setzt sich hartnäckig über alle Einschränkungen hinweg, mit dem einen Ziel, die Fälle zu lösen. Im Mordfall darf Ballard solange ermitteln, bis die Mordkommission übernimmt. Mordermittlungen sind ihr nicht unbekannt, bevor sie in die „Late Show“ „strafversetzt“ wurde war sie Mitglied im West Bureau Homicide.
Wenn sie ein wenig Ablenkung suchen, besprechen und bearbeiten sie den Fall Midnight Men. Ballard ist auf der Suche nach einem Schema und der möglichen Vorplanung der Übergriffe. Könnten die Vergewaltigungsopfer alles andere als zufällige Angriffe sein?
Ballard spürt den Gegenwind, dem die Polizei ausgesetzt ist; nach tödlichen ‚Zwischenfällen‘ und dem Aufkommen der Black lives Matter-Bewegung steht die Polizei unter Druck. Bei den Kollegen ist Dienst nach Vorschrift angesagt. Ballard ist desillusioniert und stellt sich die Frage, wie die Polizei geändert werden kann, von innen, oder von außen? Sie fühlt ihr Ende bei LAPD rückt näher. Ihr ehemaliger Mentor Bosch mach ihr ein Angebot.
Dass in Los Angeles zum Zeitpunkt der Handlung die Covid-19-Pandemie ihren Höhepunkt erreicht und das Capitol in Washington von Trumpanhängern gestürmt wird, verschärft die Situation.
Connelly projiziert ursprüngliche Polizeiwerte auf Ballard: in keiner festen Beziehung, Hund Pinto ihr einziger treuer Begleiter, liebt und hasst ihren Job gleichermaßen, im Dauerzwist mit ihren Vorgesetzten und schert sich nicht um Vorschriften.
Michael Connelly, ein wahrer Meister in der Präsentation minutiöser polizeilicher Ermittlungsarbeit, dem die Wertschätzung der Polizei in der Öffentlichkeit ein echtes Anliegen ist. Ihm ist wieder einmal ein echter Pageturner gelungen mit der Option des Durchlesens.
Connelly pflegt den Bosch-Kult, doch diesmal gelingt es Renée Ballard ein eigenes starkes Profil entwickeln und aus Boschs Schatten zu treten.
Good news for Ballard fans: „Desert Star“ Renée Ballard #5 available.
Rezensionen von drachenzahn:
Wenn die Nacht erwacht
Die Traumspinnerin von Simone Veenstra
„Die Traumspinnerin“ ist ein fantasievolles Gutenacht-Buch für Kinder ab drei Jahren, das leise und unaufgeregt den Kleinen die Nacht zeigt und das Träumen lehrt. Meine zweieinhalb Jahre alte Tochter war sofort von dem Zauber der Geschichte gefangen und staunte darüber, was es alles auf den Seiten zu entdecken gab.
Luca, die Hauptperson und dessen Geschlecht niemals eindeutig bestimmt wird, möchte statt einer Gutenachtgeschichte lieber erfahren, was des Nachts geschieht. Und so geht der Papa mit seinem Kind hinaus und zeigt, wie die Welt im Dunkeln zu träumen beginnt. Dabei ist es gar nicht der Anspruch des Buches eine reale Nachtwelt zu zeichnen. So vermischen sich vielmehr Fakt und Fantasie. Die Kühe lauschen dem Wind, die Bauarbeiter sind noch nach Dienstschluss tätig und lassen die Funken sprühen, die Blumen sammeln Sternschnuppen, die Igel spielen im Mondschein Fangen und Mama gibt Träumen eine Gestalt aus rosa Wolken.
Toll finde ich, dass ganz bewusst traditionelle Rollenbilder durchbrochen werden. Nicht die Mama, sondern der Papa bringt das Kind ins Bett und liest noch Gutenachtgeschichten vor. Die Mama geht stattdessen nachts noch auf Arbeit. Der Name Luca ist zudem bewusst neutral gewählt, sodass die Kinder bzw. die Eltern selbst entscheiden können, ob sie darin eher ein Mädchen oder einen Jungen erkennen. Pronomen wie „er“ oder „sie“ werden komplett übergangen und auch die Abbildungen lassen sich keinem Geschlecht eindeutig zuordnen.
Im Grunde passiert nicht wirklich etwas Spannendes in der Geschichte. Vielmehr entdeckt man mit Luca zusammen eine traumhafte Nacht. Die Dunkelheit wird sowohl in Wort als auch im Bild durch Mondschein, Sternschnuppen und Glühwürmchen erhellt. Überhaupt sind die Illustrationen wunderschön und nehmen der Nacht jeglichen Schrecken. Die Sprache ist leicht poetisch, bleibt aber immer einfach und anschaulich, sodass Kleinkinder dem Geschehen problemlos folgen und darüber staunen können.
Bei dem Buch handelt es sich um eine wunderschöne, entspannte Gutenachtgeschichte, die bewusst die traditionellen Rollenbilder aufbricht und Kinder zum Träumen anregt. „Doch wie sagt Mama immer? Die buntesten Träume kommen zu jenen, die am tiefsten schlafen.“
Rezensionen von Mona Abl:
Ich kehre mit vielen Fragen von diesem Ausflug zurück!
Der Ausflug - Nur einer kehrt zurück von Ulf Kvensler
Der Rahmen des Buches, eine anspruchsvolle Wanderung durch den Sarek-Nationalpark im schwedischen Lappland, war vielversprechend; ebenso die Auszeichnung des Buches mit dem Swedish Crime Writers Award.
Nach Beendigung der Lektüre bleibe ich etwas ratlos zurück. Hat mir das Buch gefallen oder eher nicht? Ja, dem Autor gelingt ein guter Spannungsaufbau.
Die Handlung, stets geschildert aus der Sicht von Anna, steigert sich, bis die zwei Pärchen im Nationalpark Sarek eintreffen und die ersten Wandertage hinter sich gebracht haben. Aber ab dem Moment, wo sich Jacob, der Neuzugang in der Wandergruppe, der weiblichen Hauptfigur Anna gegenüber daneben benimmt und seine Aktionen immer bedrohlicher werden, wurde die Geschichte für mich überladen, unglaubwürdig und unnötig dramatisch.
Gegen Ende wird die Geschichte aus Sicht der zweiten weiblichen Figur, Milena, ganz anders erzählt, wobei die zwei Männerfiguren sehr undurchsichtig geschildert werden. Ist Henrik, Annas langjähriger Partner, wirklich depressiv, ohne dass sie das bemerkt hat, und wie „böse“ ist Jacob wirklich? Was steckt hinter seinem manipulierenden und aggressiven Verhalten? Auch das Ende kommt irgendwie zu schnell und ließ mich etwas ratlos zurück – das war´s?
Gut gefallen haben mir die Schilderungen der nordschwedischen Bergwelt, des Weitwanderns, der wilden Natur, in der eine Menschengruppe sehr schnell sehr hilflos und klein wirken kann.
Bei der Handlung wäre „weniger mehr“ gewesen – weniger Action und Nebengeschichten, dafür lieber mehr Beleuchtung des Innenlebens der einzelnen Personen. Als Leserin blieb ich seltsam distanziert und mit einigen Fragezeichen zurück.
Rezensionen von Sandy3333:
Großartig tiefgründig
Wellness von Nathan Hill
Von sandy3333
Wellness von Nathan Hill hat mich bereits optisch immer wieder auf sich aufmerksam gemacht und wollte ich dieses Buch auch deshalb lesen, weil ich oft von seinem besonderen Schreibstil gehört habe.
Was soll ich sagen, dies kann ich absolut bestätigen. Es handelt sich hierbei um einen über 700 Seiten gewichtigen Roman, welcher eigentlich abgesehen von ein paar Höhen und Tiefen vor sich "hinplätschert".
Doch diese sehr ruhige und detaillierte Erzählstil und Beschreibung von 4 Jahrzehnten der beiden Protagonist/innen tut der Geschichte absolut keinen Abbruch und macht sie erst besonders.
Denn Nathan Hill schafft es mit seiner ganz eigens besonderen Art zu erzählen, dass ich von Seite 1 bis zum Ende gespannt dabei war und den Roman schwer aus der Hand legen konnte.
Ich bin sehr neugierig auf seinen Vorgänger und Debütroman „Geister“ den ich als nächstes von ihm lesen möchte.
Empfehlung an alle die gerne tiefgehende Geschichten die nicht die große Action brauchen um gut zu wirken lesen.











