Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Pure Spannung
9mm Cut von Sybille Ruge
Mit „9mm Cut“ ist der Autorin Sybille Ruge ein spannender und intensiver Thriller gelungen, der ohne unnötiges Drumherum auskommt.
Es geht rasant und verwirrend los. Sybille Ruge wirft ihre Leser mitten in die Handlung und ich habe einige Seiten benötigt, bis ich den roten Faden gefunden hatte.
Die Protagonistin und Ich-Erzählerin ist Privatermittlerin und soll unter dem Namen Eve Klein in die Schweiz fliegen. Dort ist der Sitz der NGO Interni, in der es zu Unstimmigkeiten gekommen ist. Da es sich beim dem Sponsor dieser Stiftung um den Leiter eines großen Lebensmittelkonzerns handelt, befürchtet er Schaden zu nehmen.
Mit Eve Klein hat Sybille Ruge eine interessante und unbequeme Protagonistin erschaffen. Sie ist äußerst clever, laut, unangepasst und handelt pragmatisch und wenig emotional.
Der Schreibstil ist sehr präzise, es gibt keine unnötige Worte, dafür aber passende Weisheiten, die mich in dieser ansonsten rasanten Handlung überrascht haben.
Es ist ein Ausflug in die Welt der Reichen, die von der Gier nach Macht und noch mehr Geld geprägt ist. Thematisch passt der Krimi ganz hervorragend in unsere Zeit.
Insgesamt hat mir hat der Thriller - der absolut kein Mainstream ist - gut gefallen, aber er erfordert zu Beginn ein wenig Geduld, die durchaus belohnt wird.
Rezensionen von begine:
Unterhaltsam
Der Lärm des Lebens von Jörg Hartmann
Der Schauspieler Jörg Hartmann hat in seinem Roman, Der Lärm des Lebens, seine Erimmerungen aufgeschrieben.
Er ist aus den Tatort bekannt.
Er schildert alles sehr angenehm und oft mit viel Humor.
Es beginnt mit seinem Anfang als Schauspieler, da brauchte es viel Geduld und Cleverness.
Dann geht es viel in seine Erinnerungen, die nicht chronologisch kommen, sondern hin und her gehen.
Das macht Spaß zu lesen.
Besonders interessant waren seine Geschichten über seine gehörlosen Großeltern.
Der sieben jährige Sohn, der Vater des Autors erlebt das besonders intensiv, da sie in der Zeit des Krieges besonders gefährdet waren.
Die Einwürfe des Klangs des Ruhrgebiets passt gut in die Geschichte.
Es ist keine Biografie, sondern Ein Buch der Erinnerungen. Die Familie Hartmann ist sympathisch.
Ich habe das Buch gerne gelesen,. Es war als wenn man bei der Familie dabei war.
Ich wurde gut unterhalten-
Rezensionen von Tara:
Eine magische Geschichte über Kraft und Identität
Academy of the Sun - Onyekas Superkraft von Tolá Okogwu
„Academy of the Sun. Onyekas Superkraft“ ist eine spannende und fantastische Geschichte der in Nigeria geborenen Autorin, Journalistin und Haarpflegeberaterin Tọlá Okogwu.
Die Protagonistin Onyeka ist eine Einzelgängerin. Durch ihre wilden, kaum zu bändigenden Haare fällt sie auf und muss einiges von ihren Mitschülern einstecken.
Was sie zunächst selbst nicht weiß, sie ist eine Solari und in ihren Haaren stecken magische Superkräfte. Auf der Academy of the Sun lernt sie weitere Solari-Kinder kennen.
Für Tọlá Okogwu war es ein persönliches Anliegen über eine Protagonistin mit wilden und nicht zu bändigenden Haaren zu schreiben, da sie selbst als Kind immer etwas Negatives damit verbunden hat. Mit Onyeka hat sie eine tolle Protagonistin erschaffen, deren Entwicklung ich gerne verfolgt haben.
Am Ende des Buches gibt es ein Glossar nigerianischer Ausdrücke und eine Erklärung zu Pidgin. Das nigerianische Pidgin-Englisch hat sich zur besseren Verständigung der in Nigeria lebenden Menschen unterschiedlicher Herkunft entwickelt hat und ist eine Mischung aus Englisch vielen anderen Sprachen.
Die Botschaft des Buches, sich selbst zu akzeptieren so wie man ist, wurde hier ganz wunderbar in eine magische und spannende Geschichte voller Action gepackt und ich freue mich auf die Fortsetzung, da noch ein paar Dinge offen geblieben sind.
Rezensionen von Frechdachs:
Entzündet J.R. Dawsons Buchdebüt wie ein kleiner Funke ein loderndes Feuer in mir?
Sparks von J.R. Dawson
Das Erstlingswerk "Sparks - Die Magie der Funken" von J.R. Dawson kommt mit einem bezaubernden Einband und Cover daher, dass die schillernde und funkelnde Zirkuswelt ziemlich stark greifbar macht.
Der Teasertext als solches lies mich persönlich dann aufhorchen und ich wollte hinter das Geheimnis der Sparks und deren Zirkus blicken.
Vielleicht muss ich hier gleich noch mit vorausschicken, dass ich ziemlich hohe Erwartungen an das Buch hatte.
Dawson lässt Interessierte zurück in der Zeit anfangs des letzten Jahrhunderts reisen und beginnt ihre Erzählung in der Zeit nach den Wirren des Ersten Weltkriegs.
Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist dabei Ringmaster (aka Rin), welche die Geschicke des Phantastischen Zirkus von Windy van Hooten leitet. Dabei stehen ihr ihre engsten Vertrauten Odette und Mauve an der Seite, die auch in der gesamten Storyline dann immer wieder eine tragende Rolle spielen.
Die Erzählung selbst wechselt immer wieder die Perspektiven und Zeiten ziemlich schnell, so dass eigentlich nie so richtig Langeweile aufkommt. Einige Zeitsprünge konnte ich persönlich nicht unbedingt nachvollziehen und waren für mich leider nicht wirklich immer von allerhöchstem Interesse.
Der Phantastische Zirkus selbst bekommt nicht nur Konkurrenz, sondern wird regelrecht vom Circus King verfolgt. Wie die Schicksale der beide dann zusammenhängen ergibt sich mit Fortlauf der Geschichte immer weiter.
Ich hatte bereits ziemlich am Anfang eine Vorahnung in welche Richtung es vielleicht gehen könnte und mein Sherlock-Gen hat mich hier nicht im Stich gelassen, so dass ich schlussendlich richtig lag. Dies war allerdings der Spannung nicht unbedingt förderlich.
Zu den Handelnden habe ich leider nie so wirklich eine sehr innige Beziehung aufbauen können. Dawsons Debütroman wird dem Fanatsygenre zugeordnet und mir waren hier persönlich leider dann viel zu wenig Fantasyelemente eingearbeitet.
Der Funke wollte bei mir einfach nie so richtig zünden, obwohl die Story selbst denke ich noch sehr viel mehr hergegeben hätte.
Rezensionen von Tara:
Ein vielschichtiger Jugendroman
The Fort von Gordon Korman
„The Fort - Das Geheimnis eines Sommers“ ist ein vielschichtiger und abenteuerlicher Jugendroman des kanadischen Autors Gordon Korman.
Ein Sturm hat die Kleinstadt Canaan verwüstet und dabei im Wald einen alten Bunker freigelegt. Dieser wird von Evan, Jason, Mitchell, C.J. und Ricky entdeckt und er wird zu ihrem Rückzugsort, in dem sie sich treffen und Schutz suchen.
Die fünf Freunde könnten kaum unterschiedlicher sein. Evan Donnelly lebt seit dem Verschwinden seiner Eltern mit seinem großen Bruder Luke bei den Großeltern. Ricky Molina kommt bei ihnen unter, da sein Zimmer durch den Sturm verwüstet wurde. Er ist hochbegabt und gehört nicht so richtig zu den anderen Jungs, die sich schon seit Jahren kennen und zusammen aufgewachsen sind.
Der Vater von C. J. Sciutto ist gewaltätig. Jason Brax lebt im Wechsel bei seinem Vater und seiner Mutter, weil seine Eltern getrennt sind und Mitchell Worth leidet unter Zwangsstörungen.
Der Schreibstil von Gordon Korman liest sich angenehm leicht und flüssig. Mit jedem Kapitel wechselt er die Perspektive zwischen den Freunden, so dass man sie der Reihe nach gut kennenlernt und sich in die einzelnen Charaktere hineindenken kann.
Thematisch werden hier eine Menge Themen angeschnitten. Es geht um Freundschaft, Zusammenhalt, Schutz, Drogen, Misshandlung, Scheidung, Zwangsstörungen, Hochbegabung und vieles mehr. Obwohl das alles keine leichten Themen sind, gelingt es dem Autor immer wieder ein wenig Humor unterzubringen.
Das Buch hat durch seine Themenvielfalt eine unerwartet Tiefe bekommen, die mir richtig gut gefallen hat und aufgrund derer ich es gerne weiterempfehle.
Rezensionen von LEXI:
Schicksalhafte Entscheidungen in unsicheren Zeiten
Der Aufbruch der Geschwister von Ellin Carsta
Schicksalhafte Entscheidungen in unsicheren Zeiten
Deutschland leidet unter der Willkür des Nazi-Regimes, Hass, Folter und Tod stehen an der Tagesordnung. Die Menschen fühlen sich wie Gefangene in ihrem eigenen Land und leben unter dem Joch eines Wahnsinnigen, dessen Anhänger keine Grenzen kennen.
„Eines Tages würden diese elenden Nazis aus dem Lande vertrieben sein und ruhigere Zeiten anbrechen. Doch bis dahin musste er funktionieren wie ein Uhrwerk und ihnen stets einen Schritt voraus sein. Denn wenn nicht, bedeutete es den vollkommenen Verlust von allem, was ihm jemals etwas bedeutet hatte – vermutlich sogar den Verlust seines Lebens.“
Das strategische Geschick des vorausschauenden, stets besonnen handelnden Gutsbesitzers Paul-Friedrich von Falkenbach ist im Juni des Jahres 1941 mehr denn je gefordert. Durch seine Weigerung, dem Bezirksverbandspräsidenten Christian Weber seinen edlen Zuchthengst „His Highness“ zu überlassen, weckte er den Unmut dieses skrupellosen und machthungrigen Nationalsozialisten. Paul-Friedrich möchte seine geliebten Pferde um jeden Preis dem gierigen Zugriff seines Widersachers entziehen. Doch mit seinem waghalsigen Schachzug begibt er sich in höchste Gefahr und riskiert, alles zu verlieren.
Ich verfolge die Geschicke der Familien von Falkenbach und Lehmann bereits seit dem ersten Band und finde, die Autorin hat sich diesmal wirklich übertroffen. Ellin Carsta kreiert einen außergewöhnlich hohen Spannungsfaktor, der am Ende des Buches seinen Höhepunkt erreicht. Abgesehen von der permanenten latenten Bedrohung durch die Schergen der Nationalsozialisten herrschen auch innerhalb der Familien Unstimmigkeiten. Während Gustav beinahe an den Vorgängen in der Heil- und Pflegeanstalt in Eglfing-Haar zerbricht, wächst Claras Angst vor der Enthüllung ihrer dunklen Geheimnisse. Die bislang stets leichtsinnige und kein Blatt vor den Mund nehmende Wilhelmine agiert in diesem Band gefestigter und gereift. Sie beweist innere Stärke und Weisheit und wächst in einer prekären Situation geradezu über sich hinaus. Paul-Friedrich hat alle Hände voll zu tun, um das Ruder herumzureißen und die Familie vor dem drohenden Untergang zu bewahren, während Dorothea mit inneren Konflikten zu kämpfen hat. Auch Elisabeth Lehmann ist mit ihrer Situation unzufrieden und verhält sich den anderen gegenüber gereizt, ihr Verhältnis zu ihrer Schwiegermutter Käthe ist angespannt. Wilhelm und Johannes Lehmann unterstützen Paul-Friedrich bei seinen geheimen und äußerst riskanten Schachzügen, und schließlich trifft sogar ein Brief von Leopold aus Warschau ein.
Nachdem ich diese beiden Familien nun schon einige Zeit begleiten durfte, sind mir die handelnden Figuren mittlerweile ans Herz gewachsen, es war schön, ihnen im neunten Band dieser Buchreihe wieder zu begegnen. Man merkt zunehmend, wie der Zusammenhalt innerhalb der Familien zeitgleich mit der Bedrohung durch das Naziregime immer stärker wird. Die Autorin lässt sowohl altbekannte Gesichter, als auch eine unerwartete neue Bedrohung in Form eines unscheinbar wirkenden Mannes den Schauplatz des Geschehens betreten. Dieser entpuppt sich in einem aufregenden Cliffhanger als brandgefährlicher und nicht zu unterschätzender Gegner. Ellin Carsta präsentiert ihren Lesern schließlich ein nervenaufreibendes Finale, welches eine spannende Fortsetzung verheißt.
Das wunderschöne Cover besticht mit einer malerischen Abbildung einer Szene aus dem Inhalt dieses Buches und stellt einen echten Blickfang dar. Die gefällige Optik animiert regelrecht dazu, dieses Buch zur Hand zu nehmen und sich in den Klappentext zu vertiefen. Dennoch würde ich für ein besseres Verständnis jedem interessierten Leser ans Herz legen, die Reihenfolge bei der Lektüre der einzelnen Bände einzuhalten.
Hervorheben möchte ich auch das beigelegte Lesezeichen, das für mich inzwischen zu einem vertrauten und unverzichtbaren Extra geworden ist. Die übersichtliche Darstellung der Familienstammbäume in Form dieser auch optisch ansprechenden Beilage fungiert als praktische Orientierungshilfe.
Fazit: Ich empfand „Der Aufbruch der Geschwister“ dank des einnehmenden Schreibstils der Autorin, sehr gut recherchierter historischer Hintergründe, hervorragend gezeichneter Charaktere und eines rasanten Plots als fesselndes und beeindruckendes Leseerlebnis. Das Buch hat mich ausgezeichnet unterhalten und ich vergebe auch für diesen neunten Band der Reihe um Gut Falkenbach begeisterte fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung!
Rezensionen von Petra:
Vergangenheit
Wort für Wort zurück ins Leben von Beth Miller
Pearl ist Anfang fünfzig und lebt mit ihrem Mann, der sie liebevoll und achtsam umsorgt, in einem abgeschiedenen Waldgrundstück in Frankreich.
Der geregelte Tagesablauf wird durch die Nachricht, die aus Großbritannien kommt, durcheinander gebracht. Sie erfährt, dass ihr Vater Francis im Sterben liegt.
Obwohl Vater und Tochter seit einigen Jahrzehnten ohne Kontakt waren, hinterlässt er ihr seine Tagebücher. Sehr zum Ärger von Jeanie, der zweiten Frau des Vaters und deren Tochter Andrea ,sind die in Kurzschrift verfassten Tagebücher nur für Pearl bestimmt.
Pearl erfährt, dass ihr Vater sie nie, wie sie immer glaubte, vergessen hatte und sich regelmäßig über ihr Leben informiert hat. Seine Berichte lassen sie den Vater besser verstehen und sie beginnt sich auch ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen.
Ein gelungener Roman über verpasste Gelegenheiten, Entfremdungen, zweite Chancen und späte Versöhnung.
Rezensionen von _ich.lese_:
Adele und die Klischees
Die schreckliche Adele und die Galaxie der Bizarren von Mr. Tan; Diane Le Feyer
Die Eltern sind auf einen fernen Planeten verbannt, die Kinder regieren die Galaxie. Auch Adele ist natürlich vorne mit dabei. Dann gibt es Streit mit Jade, die mit ihrem Glitzer die ganze Galaxie bedroht. Und alle außer Adele scheinen klein beizugeben. Adele sagt Jade den Kampf an.
Eine Geschichte voller schwarzen Humor und voller Klischees und es macht einfach Spaß.
Ich las schon einiges von Adele, ihre "normalen" Comicstrips sowie das Märchenbuch. Und auch mit diesem hier hatte ich meinen Spaß. Toll gezeichnet, total witzig und so überzogen, dass es nur noch lustig ist. Der Kampf zwischen Adele und Jade ist einfach nur unterhaltsam. Mir hat es jedenfalls sehr viel Spaß gemacht, Adele auf ihrem Kapmf zu begleiten.
Rezensionen von Anndlich:
Leben bis zum Tod
i fell in love with hope von Lancali
Nach einem tragischen Verlust hat Sam sich fest vorgenommen, sich nie wieder zu verlieben. Auf der Krankenstation lernt Sam Neo, Sony und Coeur kennen und drei eint, dass sie eine schreckliche Krankheit schwächt. Gemeinsam möchten die Vier sich das holen, was ihnen verwehrt bleibt und schaffen sich Erinnerungen.
Eines Tages kommt Hikari auf Station und weckt neues Leben in grauen Wänden. Sam erinnert sich an früher und an seine alte Liebe.
i fell in love with hope von Lancali musste ich mir sofort holen, nachdem ich den Klappentext gelesen hatte. Dieser klang nach purem Herzschmerz, aber auch nach Hoffnung und nach Erkenntnissen darüber, was wichtig im Leben ist.
Doch aller Anfang ist schwer. Wir erleben die Geschichte aus der Sicht von Sam und dieser sagt selbst von sich „ich fühle selten etwas“. Eine eigentlich emotionale Geschichte aus der Sicht eines eher emotionslosen zu erleben, sorgt auch dafür, dass bei mir die Emotionen der Gegebenheiten nicht ankamen. Die Einzelschicksale sind tragisch, aber dennoch haben mich die Gefühle nicht erreicht. Der eher blumig-poetische Schreibstil erschwert zudem den Lesefluss und lässt einen den Text auch distanzierter wahrnehmen. Außerdem erleben wir viele Zeitebenen, die gerade zu Beginn für mich nicht direkt als solche einzuordnen waren.
Erst nach etwa 2/3 der Geschichte ändert sich die Ebene und der Text wird etwas gefühlvoller und zugänglicher. Langsam wurde ich mit den Charakteren warm, jedoch war dann die Geschichte auch schon fast vorbei. Schade, denn hätte sich der Schreibstil zu Beginn so gelesen, dann hätte ich das Buch mit Sicherheit mit einem anderen Gefühl gelesen und beendet.
Die Charaktere: Sam als Erzählfigur, Neo der an Anorexie leidet und immer schlecht gelaunt ist, Sony, die nur einen Lungenflügel hat, Coeur, dessen Herzen versagt und Hikari, die nur das Dunkle sieht, sind grundsätzlich tolle Charaktere. Grundverschieden und dennoch eine Einheit.
Sie alle haben das Potenzial einen ans Herz zu gehen, mich konnten sie aber leider erst sehr spät erreichen.
Die Auflösung oder die Richtung, welche die Auflösung nehmen wird, warum Sam im Krankenhaus ist, ließ sich ziemlich schnell erahnen. Dennoch wäre auch das eine Sache gewesen, die das Lesen vermutlich gefühlvoller gemacht hätte, wenn es einem bereits zu Beginn bewusst gewesen wäre.
Dennoch konnte i fell in love with hope mich phasenweise und vor allem im letzten Drittel überzeugen. Die Geschichte gibt keine Hoffnung auf ein unendliches Leben, aber sie zeigt worauf es im Leben ankommt und dass wir jeden Tag unseres Lebens genießen und wertschätzen sollten. Eine Hommage an das Leben und an die Endlichkeit!
Rezensionen von Jule:
Sachlich
Leute von früher von Kristin Höller
"Leute von Früher" von Kristin Höller ist ein Buch mit einer tollen Idee und großen Kontrasten, die Verlauf des Buches immer deutlicher herausstechen.
Mit Marlene finden wir eine Protagonistin vor, die noch nicht so recht weiß, wo sie in ihrem Leben hin möchte. Sie ist Jemand, der schwer zu beschreiben ist.
Mal wirkt sie kühl und distanziert, dann fängt sie an offener und fröhlicher zu werden, lässt davon aber kurze Zeit später nichts mehr nach außen.
Zu ihr habe ich nie einen Draht entwickeln können. Es blieb immer distanziert und ihr Verhalten hat mich des öfteren auch mal verwirrt.
Sie ist zwar Ende zwanzig, hat allerdings immer wieder den Eindruck vermittelt, als wäre sie viel älter.
Nichtsdestotrotz hat man ihr angemerkt, wie unerfahren sie in manchen Dingen ist, gerade wenn es um das Thema Liebe ging.
Ihre Beziehung zu Janne ist, in diesem Buch, sehr wechselhaft und auch Janne bleibt über viele Strecken eher undurchsichtig.
Auch ihr Geheimnis, das weit in die Vergangenheit reichen soll - laut Klappentext - rückt erst gegen Ende ein wenig in den Fokus. Die damit einhergehende Auflösung fand ich enttäuschend. Irgendwie habe ich einfach mehr erwartet. Genauso wie vom Ende des Buches, dass ebenfalls eher enttäuschend war, da auf einmal alles so schnell ging und vieles offen gelassen wurde.
Schade, denn da hätte man deutlich mehr rausholen können.
Der Schreibstil dagegen passt zu den Protagonisten. Er ist etwas kühl und distanziert, sorgt zwischendurch trotzdem für ein bisschen Nähe.
Er besticht durch simple Dialoge, die ohne viele Details auskommen und kreiert eine bedrückende Atmosphäre, die sich über die gesamte Geschichte legt.
Die einfachen Beschreibungen des Settings ermöglichen es zudem, sich die Insel gut vorstellen zu können.
Ebenfalls harmonieren Cover und Inhalt miteinander. Beides wirkt eher kühl und sachlich.
Alles in allem ist es ein Buch, das mich nicht so recht überzeugen konnte. Besonders beim Ende habe ich einfach etwas anderes erwartet. Mir haben tief gehende Emotionen gefehlt und die Nähe zu den Protagonisten.
Einfach schade, weil ich finde, dass dieses Buch super viel Potenzial hat, das nicht genutzt wurde.
Trotzdem bin ich mir sicher, dass viele Menschen an dieser Geschichte viel Freude haben werden.











