Kunden em pfehlungen
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Der Sparks-Zirkus verändert die Welt
Sparks von J.R. Dawson
«Sparks - Die Magie der Funken» ist ein komplex anspruchsvoller Fantasy-Debütroman von J.R Dawson, der aus zwei Zeitebenen und Perspektiven erzählt wird. Die Sichtweise um die Zeitspringerin Ringmaster führt uns ins Jahr 1926, indem sie mit ihrem Zirkus immer „zur richtigen Zeit in der richtigen Stadt“ auftritt, um mit ihren Aufführungen Leben zu verändern.
Hier ist der Funke Magie ganz entscheidend. Neben Ringmaster, auch Rin genannt, und ihrer Frau und Heilerin Odette komplettiert die Seherin Mauve das Trio. Diese drei Frauen haben große Ambitionen, wollen sie doch mit ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten den Zweiten Weltkrieg verhindern. „Zwischen dem Albtraum der Vergangenheit und der Traum von der Zukunft lag die Gegenwart wie eine Durchgangsstation, in der alle die Orientierung verloren zu haben schienen.“ Es gibt noch andere, die über die Sparks, also besonderes Fähigkeiten verfügen.
In der zweiten Erzählperspektive führt uns der siebenzehnjährige Edward King in das Jahr 1917 und wir verfolgen seinen Lebensweg. Dieser Handlungsstrang konnte mich überraschenderweise deutlich mehr mitreißen, als die Bemühungen der Sparks, den Krieg zu verhindern. Wobei die interessanteste Figur sicherlich Rin ist. Generell lag der Fokus stark auf der Charakterentwicklung. In der erste Hälfte viel es mir schwerer, reinzukommen, denn die Geschichte ist sprunghaft, überladen, düster und trägt „die Last von Krieg und Krankheit auf den Schultern.“ Ingesamt tat ich mich mit dem sprunghaften Schreibstil zunehmend schwer, fand aber das Setting und die Charaktere faszinierend. Völlig überzeugen konnte es mich demnach nicht, weshalb ich 3 Sterne vergebe. Es wird aber ganz sicher seine Fans finden und ist ein lesenswertes Debüt.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Holy Moly!
Nic Blake - Die Prophezeiung der leuchtenden Welt von Angie Thomas
«Nic Blake - Die Prophezeiung der leuchtenden Welt» erzählt die Geschichte der 12-jährige Nic Blake, die mit ihrem Vater als begabt Ungewöhnliche in der Welt der Gewöhnlichen lebt. Zu ihrem Geburtstag treffen Nic und ihr allerbester Freund JP ihr großes Idol und dann passiert etwas Unerwartetes, das einige unglaubliche Steine ins Rollen bringt, was Nic´s gewohntes Weltbild völlig auf den Kopf stellt.
Schließlich muss sie die verschollene Waffe Msaisdizi finden, um ihren Vater zu retten. Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn in diesem temporeichen Buch werden schnell einige Geheimnisse aufgedeckt, die Nic in ein großes Abenteuer und mehr zu sich selbst führt. Es gibt aufregende Herausforderungen und magische Wesen, wie Höllenhunde oder Vampire, auf ihrer Reise quer durch den Süden der USA, doch mit ihren Verbündeten, könnte Nic es vielleicht schaffen, zu überleben, um die Msaidizi zu finden.
Angie Thomas konzentriert sich auf eine wendungsreiche Handlungen mit viel Einfallsreichtum, die Abwechslung bietet und durch die kurzen Sätzen ein schnelles Lesen gewährleistet. Lediglich die Fantasy-Begrifflichkeiten bringen einen ins Stolpern. Es ist ziemlich amerikanisch, was erfrischend wirkt und ich finde, dass sie kunstvoll die Geschichte der afroamerikanischen Bevölkerung mit der Handlung verwebt. Dabei gibt es eine authentische Szene, in der die drei Freunde in einen Supermarkt gehen, die auf eine für Kinder verständlicherweise darstellt, dass hier etwas ziemlich falsch läuft. Insgesamt ein filmreifes Abenteuer, voller Magie und toller Charaktere, das von Zusammenhalt und Freundschaft erzählt. Rasant, wendungsreich und spannend.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Keine Empfehlung
Die Auszeit von Emily Rudolf
Die Influencerin Viktoria Kaplan will mit ihren engsten Vertrauten in einem abgeschiedenen Retreat in den Alpen entspannen. Im Gegenzug möchte der Besitzer Pierre Karthee, dass sie auf ihrem Kanal Werbung für sein Retreat macht und will ihnen eine gute Zeit bescheren, denn sein großer Traum hängt davon ab.
Doch dann geschieht ein Mord. Die denkbar schlechteste Werbung…
Erzählt wird aus mehreren Perspektiven, auf unterschiedlichen Zeitebenen. Von der Ankunft der Gruppe in den Alpen bis zum Mord, wobei der Countdown die Spannung anheizen soll. Dann erfährt man abwechselnd, was nach dem Verbrechen passierte. Der Retreat in den Alpen steht für Entspannung und Urlaubsfeeling, wobei der Kontrast zu der Gruppe nicht größer sein könnte, deren Angespanntheit sich auch auf das Personal überträgt. Schnell ist klar, das ist alles nur Show. Es geht um Eifersucht, Intrigen und Hass, gespickt mit Liebe und Sex. Der Schreibstil passte für mich nicht so richtig zum Genre. Das vergrößerte das Ungleichgewicht zunehmend. Die Atmosphäre ist tatsächlich soghaft, aber faszinierend, fand ich die Figuren gar nicht. Das führte leider dazu, dass ich nicht richtig mitfiebern konnte. Sie sind das „beste Beispiel für das, was in unserer Welt schiefläuft.“ Ich hätte mir mehr Raffinesse und Originalität gewünscht, denn für mich waren die Twists nicht so überraschend, wie erhofft. Dadurch konnte mich der Thriller nicht packen, obwohl ich bis zum Ende gelesen habe und ich würde ihn nicht weiterempfehlen. Wahrscheinlich gehörte ich einfach nicht zur Zielgruppe. Thriller-Einsteiger könnten vielleicht besser unterhalten werden.
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Natur erleben für die ganze Familie
Familien-Naturführer von Katharina Hedder
Der «Familien-Naturführer» von Kosmos ist in zwei Teile eingeteilt. Zuerst findet man 50 Activitys zum Mitmachen für Garten, Wald, Feld und Wiesen, das Meer oder Bäche und Seen. Darunter sind auf jeder Doppelseite Rezepte, Bastelideen, Experimente, Bauanleitungen, Spiele oder Achtsamkeitsübungen.
Die Übersicht ist gelungen, weil man Infos darüber erhält, was man braucht und wieviel Zeit man einplanen sollte. Lediglich eine übersichtlichere Einteilung der Jahreszeiten würde bei der Vorbereitung helfen. Insgesamt eine Menge toller Ideen für ein Erleben und Entdecken der Natur. Der zweite und größere Teil stellt 300 verschiedene Arten vor, um die Tier- und Pflanzenwelt zu entdecken und benennen zu können. Eingeteilt in Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien, Insekten und Spinnen, Würmer und Schnecken, Wildblumen und Gräser sowie Bäume und Sträucher. Mithilfe der farblichen Markierung lässt sich nach der Einteilung einfach finden, was man sucht. Zur Bestimmung gibt es zu jedem Porträt eine aussagekräftige Aufnahme, die manchmal auch Kennzeichnungen erhält, mithilfe dessen man genau die Merkmale überprüfen kann. Die Arten werden kurz steckbriefartig vorgestellt, wobei manchmal unter „Typisch“ noch interessante Eigenschaften und Lebensweisen zu finden sind, was uns besonders gefallen hat. Dabei nimmt das Foto die Hälfte der Seite ein, weshalb nicht viel Platz übrig bleibt. Besonders wenn zwei Porträts auf einer Seite unterkommen müssen. Daraus resultiert die etwas zu kleine Schrift. Immer wieder finden sich im Buch niedliche Figuren und besonders toll sind die Specials, die beispielsweise ökologisch nützliche Heckenpflanzen für den Garten vorstellen oder das Verhalten der Vögel am Vogelhaus. Es wäre toll gewesen, wenn überall Vogel-Silhouetten abgebildet gewesen wären und vor allem Tierspuren bei den Säugetieren, die man viel öfter zu Gesicht bekommt, als die Tiere selbst. Gerade für Kinder wäre das besonders spannend gewesen. Insgesamt hätte ich mir mehr Kreativität und ungewöhnliche Fakten, die nicht jeder kennt, gewünscht.
Der Aufbau könnte nicht übersichtlicher und einfacher sein. Die Kosmos-Farbcode hilft bei der Einordnung und dient als erste Orientierung. Robust, etwas dick und schwer, aber handlich fügt es sich optisch harmonisch in die KOSMOS-Reihe 'Nature Guide’ ein. Zeitlos, modern und leiht verständlich macht dieser Naturführer für die ganze Familie Lust, die Natur- und Tierwelt zu entdecken. Außerdem gibt es mit der App die Möglichkeit,Tierstimmen zu hören. Ein kleines Highlight, mit spielerischem Lerneffekt. Insgesamt für Groß und Klein sehr zu empfehlen.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Tragisch, poetisch, überladen
i fell in love with hope von Lancali
In diesem Liebesdrama geht es um todkranke Jugendliche, die im Krankenhaus behandelt werden, zu einer verschworenen Gemeinschaft zusammenwachsen und ihren eigenen Weg finden, mit ihrem Schicksal umzugehen.
In sanfter, poetischer Sprache geht es um existentielle Fragen, schmerzhafte Gefühle, Freundschaft, Liebe und Tod.
Der Vergleich wird als rhetorisches Stilmittel sehr häufig genutzt, und erschafft blumige und bildhafte Sprachbilder, in denen man sich verlieren kann. Die „Worte falten sich umeinander, tanzen miteinander…“ Oft durchlässig, liest es sich wie ein ewiges Flüstern und Hauchen. Dieser außergewöhnliche Stil aus Poesie und kurzen Sätzen ist angesichts der hohen Seitenzahl eine Herausforderung und war mit irgendwann einfach zu viel. Gut gesetzte Akzente hätten mir besser gefallen und wären authentischer gewesen. Die Handlungsdichte ist verhältnismäßig gering und spielt sich, wie zu erwarten, fast ausschließlich im Krankenhaus ab. Kleine Momente werden bedeutungsschwer ausgedehnt.
«i fell in love with hope» ist insgesamt eine gefühlsschwere und leidvolle Liebesgeschichte, die wie ein großer, kunstvoller Verarbeitungsprozess wirkt, begleitet von melancholischen Gedankenspielen über Hoffnung und Gründen, die es nicht braucht. Sam ist Erzählfigur und beobachtet, ist aber auch ein geheimnisvoller Teil der Geschichte, die auch rückblickend erzählt wird. „Wie ich schon sagte, ich fühle selten etwas. Wenn ich es tue, ist es gedämpft, absichtlich, wie die Dunkelheit.“ Mich hat die Geschichte irgendwann verloren. Rückblickend fand ich den Schluss passend und es einige denkwürdige Textstellen. Deshalb würde ich diese Buch allen empfehlen, die es tragisch, poetisch und überladen mögen. Der Roman braucht auf jeden Fall ausreichend Lesezeit, die richtige Stimmung und man sollte die Triggerwarnungen beachten. Die schöne Buchgestaltung mit Farbschnitt ist sehr passend und letztlich wird das Buch seine Fans finden.
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Vorhersehbar
Schneesturm von Tríona Walsh
«Schneesturm» führt in klirrender Winterkälte auf die irische Insel Inishmore, die, vom Schneesturm abgeschnitten, zu einem Tatort wird. In der alten Heimat treffen sich sechs Freunde, um den vor zehn Jahren verstorbenen Cillian zu gedenken. Cara ist zudem Sergeant auf der Insel und sie beginnt zu ermitteln, denn das Opfer stand ihr sehr nahe.
Wie bei einer Schnitzeljagd folgt Cara den Hinweisen, um am Ende auf Eifersucht, Wut, Lügen und Gewalt zu stoßen.
Erzählt wird der Thriller in der dritten Person und bleibt konsequent in der Perspektive von Cara, die, ähnlich wie der Schneesturm, aufwühlende Erkenntnisse verarbeiten muss. Die beeindruckenden Landschaften und abergläubischen Mysterien werden stimmungsvoll und glaubhaft erzählt. Die zunehmende Angespanntheit im Freundeskreis ist spürbar und der Kreis der Verdächtigen ist klein. Zu klein, denn man kommt schnell dahinter, wer es sein könnte. Etwas enttäuschend, wenn einem Details nicht entgehen und man daraus (zu früh) die richtigen Schlüsse zieht. Das wirkt sich auch auf die Spannung aus, die erst in der zweiten Hälfte Fahrt aufnimmt, wenn sich die Ereignisse überschlagen. Von der Atmosphäre und dem Stil her gelungen, gefiel mir die Story leider nur bedingt und ich fand das Ende einfach zu schwach, auch wenn einige Wendungen für Unterhaltung sorgen.
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Pädagogisch wertvoll
Ein Zuhause für deinen Drachen von Ulrike Felber
«Ein Zuhause für deinen Drachen» ist eine märchenhafte Geschichte, in der es um das Erkennen, Benennen und Annehmen von Gefühlen geht. Mitten in der wildesten Wildnis begegnen sich eine Wanderin und ein kleines lockiges Mädchen namens Mari. Sie kommen ins Gespräch und Mari erzählt von ihrem Drachen.
Dieses kunstvollen Bilderbuch zeigt, wie wertvoll es ist, einander zuzuhören und voneinander zu lernen. Daraus resultiert eine ungeahnte Freiheit, denn Mari möchte auch gern auf Wanderschaft gehen, aber sie erzählt der Frau, dass sie nicht fort gehen kann. Es ist eine vorstellungsreiche Metapher, die es Kindern erleichtern, über ihre Gefühle zu reden und ihre Fantasie beflügelt. Es regt zum Nachdenken an und lädt zum mehrmaligen Vorlesen ein. Gemeinsam kann man sich dann große Abenteuer mit dem Drachen erträumen.
Die Geschichte hat viel Text und prächtig farbige Doppelseiten mit weichen Illustrationen und grünen Landschaften. Der Stil und die Geschichte erinnert an die Kurzfilme von Disney. Der Schreibstil ist bildhaft, dialogreich, emotional und aussagekräftig. Die minimalistische Darstellung präsentiert sich reizarm, unaufgeregt und subtil spannend, weil alle neugierig sind, was mit dem Drachen passiert. Daher eignet es sich wunderbar für das abendliche Vorleseritual. Ich hätte mir lediglich mehr Variationen in den Illustrationen und bei der Textdarstellung gewünscht. Trotzdem 5 Sterne für dieses pädagogisch wertvolle Bilderbuch. Sehr empfehlenswert!
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Birnam Wood
Der Wald von Eleanor Catton
Erzählt wird der Ökothriller durch unterschiedliche Perspektiven in der dritten Person. Die wichtigsten Figuren sind dabei Mira Bunting als Gründerin einer Guerilla-Gardening-Gruppe namens Birnam Wood, die nach Möglichkeiten sucht, das Projekt langfristig rentabel zu machen, und Robert Lemoine, der mysteriöse amerikanische Milliardär, dem Mira auf dem scheinbar verlassenem Farmgrundstück der Darvish`s, die ebenfalls eine Rolle einnehmen, begegnet, das durch einen Erdrutsch abgeschnitten ist.
Roberts Absichten bleiben undurchsichtig und trotzdem gehen beide einen weitreichenden Handel ein.
Eleanor Cattons Schreibweise ist komplex, bildhaft und anspruchsvoll, dank ausgefeilter Schachtelsätze. Daraus ergeben sich detailreiche Figurenzeichnungen, die tiefgründige Einblicke gewähren. Mit der Zeit bin ich gut reingekommen und mochte den seichten Humor, den stetig steigenden Spannungsbogen und das ungeahnt dramatische Finale, obwohl es für Spekulationen sorgt und (leider) einiges der Fantasie überlässt. Insgesamt ein origineller Ökothriller mit einer hervorragend durchdachten Handlung, mit interessanten Charakteren und klugen, gesellschaftskritischen Beobachtungen über Moral und Macht, die unter die Haut gehen.
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Sehr empfehlenswertes Leseerlebnis
Mein ziemlich seltsamer Freund Walter von Sibylle Berg
Vorhang auf! «Mein ziemlich seltsamer Freund Walter» ist ein berührender Comicroman des gleichnamigen Theaterstücks und erzählt in drei Teilen von der unglücklichen neunjährigen Lisa, die als Außenseiterin unter Einsamkeit, Armut und Ängsten leidet. Zuhause muss sie viel Verantwortung übernehmen, weil ihre Eltern sich nicht um sie kümmern.
Szenenhaft begleitet man sie auf ihrem Schulalltag, geprägt von Mobbing und Ausgrenzung, und empfindet großes Mitgefühl für die schlaue Lisa, die nicht weiß, wie sie sich aus dieser Lage befreien soll. Viel zu viel Ballast für ein Kind, was man auch beim Lesen spürt. Der außerirdische Walter ist als Tourist auf der Erde und für Lisa wie eine Art Befreiungs-Couch, der ihr mit Rat und Tat zur Seite steht. Als unsichtbarer Freund zeigt er ihr Lösungen auf, berichtet von einer anderen Welt und baut ihr mit modernster Technik ein cooles Gadget. Das hat mir sehr gut gefallen, weil er viele Aspekte aufgreift, gepaart mit einer Portion Fantasie, von denen man beim Lesen profitiert, auch wenn es stark vereinfacht ist. Es geht um Freundschaft, Anderssein, Mut und Toleranz, das Verständnis für ein gelungenes Miteinander und gegenseitige Unterstützung.
Die Gestaltung ist originell und verspielt, sowohl die Texte als auch die Schwarz-Weiß-Illustrationen, die mit Aussagekraft und Humor überzeugen. Die wörtliche Rede ist fett gedruckt und passende Köpfe lassen keinen Zweifel an der Zuordnung. Eine Erzählstimme füllt die Geschichte mit Kontext, quasi ein Hörspiel für die Augen. Außerdem agieren die Figuren mit dem Text, wie auf einer Seite, als Lisa auf ein Wort zeigt, welches sie nicht kennt. Überhaupt begeistern die liebevollen Details oder die Erschaffer Sibylle Berg und Julius Thesing, die auch im Buch zu finden sind. Der Comic hat überraschend viel Tiefe, wenn man die Lesedauer bedenkt, denn durch die „Großartigkeit“ von Wort und Bild fliegt man förmlich durch die Seiten. Mir fällt absolut nichts ein, was dagegen spricht, dieses Buch zu lesen. Selbst wenn man sonst keine Comics liest, wird man feststellen, dass dieses Werk eine „neue Dimension“ an Möglichkeiten bietet, Geschichten zu erleben. Ich bin jedenfalls begeistert und empfehle besonders Kindern ab zehn Jahren, die sich traurig und nicht dazugehörig fühlen, diese hoffnungsvolle Geschichte.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Von alten Programmen und Mustern befreien
REMIND Dein Gehirn kann viel mehr, als du glaubst von Yvonne Diewald
„REMIND - Dein Gehirn kann viel mehr, als du glaubst“ ist für alle, die eine Veränderung in ihrem Leben herbeiführen wollen und sich dafür neue Ansätze wünschen. Yvonne Diewald erzählt in ihrem Buch von Klienten, die sie verzweifelt aufgesucht haben, nachdem sie viele Möglichkeiten (Therapie, Sachliteratur) bereits ausgeschöpft hatten.
Deren negativen Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster belasteten sie, aber sie verstanden nicht, warum sie dieses Problem überhaupt hatten. Das REMIND®-Programm ist eine Methode, sich davon dauerhaft zu befreien. Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein, oder? Ein bisschen, denn ohne Hilfe ist das gar nicht so einfach. Grundlegend ist das Wissen, wie das Gehirn funktioniert, eine hirngerechte Strategie, entsprechende Unterstützung und ein geduldiger Blick auf den Veränderungsprozess. Yvonne Diewald schafft es hier wirklich Mut zu machen, denn „du bist weder zu dumm, zu schwach, zu willenlos noch zu unmotiviert. Dein Gehirn arbeitet lediglich mit einem Programm, das die Lösung nicht vorsieht.“ Sie liefert die neurowissenschaftlichen Grundprinzipien zum Thema Gehirnentwicklung und Lernprozesse, sodass man ein gutes Verständnis dafür bekommt, wie das Gehirn funktioniert und wie es gelernt hat, Probleme zu entwickelt, die mit „stetigem Versuchen und Scheitern“ einhergehen.
Yvonne Diewald`s hoffnungsspendende Geschichte mit ihrem Sohn ist sehr berührend und lässt ihre Motivation, Kompetenz und Erfahrung auf diesem Gebiet erkennen. Das zeigen auch die verständlich beschriebenen Zusammenhänge, die nicht nur Theorie vermittelt, sondern auch praktische Beispiele heranziehen und mit Aufgaben zur Selbstreflexion anregen. Beim Lesen hat man sicher den ein oder anderen Aha-Effekt, denn es werden viele Bereiche (Schubladendenken, Stress, Fehlwahrnehmungen, Stimmung, Gefühle, Beeinflussung etc.) des Lebens besprochen, bevor es im dritten Teil konkret um das REMIND®-Programm zur neuronalen Umprogrammierung geht. Hier durchläuft man einen Prozess und erhält viele Impulse. Manchmal hätte ich mir dazu eine ausführlichere Beschreibung gewünscht, im Grunde erhält man aber alles, was man braucht, ohne das es zu komplex wird. Einige Ansätze habe ich zufällig vor Jahren ausprobiert, ohne ihren wissenschaftlichen Hintergrund zu kennen und weiß, dass es tatsächlich funktioniert. Diesmal also mit mehr Wissen und Durchhaltevermögen dranbleiben.











