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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von nanu?!:

Magische Wunder oder teuflische Zauber?

Der Vertraute von Leigh Bardugo

Luzia ist nur ein einfaches Küchenmädchen. Ihre magischen Fähigkeiten, mit denen sie ihren Alltag ab und zu erleichtert, hat sie bisher vor allen geheim gehalten. Zu groß ist die Gefahr, die Aufmerksamkeit der Inquisitoren zu erregen.
Doch Luzia war nicht vorsichtig genug, ein harmloser kleiner Küchenzauber verrät ihre magischen Fähigkeiten und Luzias Herrin, Doña Valentina, versucht nun, Kapital aus Luzias Wunder zu schlagen.

Und dann dauert es auch nicht lange, bis die richtig Mächtigen der Stadt von Luzia hören.

Leigh Bardugo verwebt in ihren neusten Roman Historie mit ein bisschen Magie. Schauplatz der Geschichte ist Madrid, der König von Spanien wirkt auf sein Volk schwach und unfähig, hat er doch gerade erst seine berühmte Armada verloren. Magische Hilfe soll Spanien im Krieg unterstützen und dazu ruft der König zu einem Torneo, einem Wettbewerb auf.
Hier sollen die fähigsten Magier des Landes gegeneinander antreten, und ihr Können unter Beweis stellen.
Und da kommt Luzia ins Spiel, die bald zwischen die Fronten gerät. Denn einige wollen sich Luzias kleine Wunder zu Nutze machen, und durch ihre Fähigkeiten die Gunst des Königs erhalten, oder wieder erlangen, je nachdem wen man fragt.

Der Wettbewerb ist spannend. Nie weiß man genau wer mit offenen Karten spielt. Intrigen und politische Machtspielchen stehen am Austragungsort des Wettbewerbs an der Tagesordnung.
Der Wettbewerb selbst ist voller Wunder, Luzia wächst über sich selbst hinaus, und trotzdem scheint sie immer wieder zu noch größerem fähig zu sein. Ihr Problem, oder auch ihr Vorteil ist es, dass sie ständig unterschätzt wird.
Der Vertraute aus dem Titel des Buches, ist auch immer wieder überrascht. Was es mit ihm auf sich hat, muss jeder Leser selber herausfinden. Es ranken sich aber um seine Person die wildesten Gerüchte, sogar mit dem Teufel soll er im Bunde sein.
Und dann ist da noch die Inquisition. Sie allein entscheidet, ob die Magie auf dem Torneo Wunder sind, oder direkt aus der Hölle geschickt werden. Und sie fackelt nicht lange, wenn sie einen Verdächtigen gefunden hat.

Leigh Bardugo hat es mal wieder geschafft, mich vollkommen zu fesseln. Von Anfang an war ich in der Geschichte drin, mit Luzia habe ich mitgefiebert, nie war von der Handlung etwas vorauszuahnen. Spanien in seinem goldenen Zeitalter wird wieder lebendig gemacht, die Atmosphäre ist greifbar. Es war für mich ein tollen Lese-Erlebnis.

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Rezensionen von LeserinLu :

Harte Realität in poetischer Sprache

Die Schönheit der Rosalind Bone von Alex McCarthy

In "Die Schönheit der Rosalind Bone" taucht man ein in die düstere und beklemmende Welt eines walisischen Dorfes, in dem zwar jeder jeden beobachtet, aber bei Problemen intensiv wegschaut und geschwiegen wird. So ist Rosalind Bone von mehreren Jahrzehnten vom Erdboden verschwunden, aber erst ihre Nichte Catrin stellt Nachforschungen an.

Besonders beeindruckend ist McCarthys Fähigkeit, auf wenigen Seiten ein dichtes Bild dieses Dorfes zu entwerfen. Durch die Augen verschiedener Figuren lernen wir die Verstrickungen innerhalb der Dorfgemeinschaft nach und nach kennen. Dabei wird schnell deutlich, wie viel Gewalt, Angst, Trauer und Wut in den scheinbar idyllischen Kulissen verborgen liegt. Die poetische Sprache des Autors verleiht der Geschichte eine ganz eigene Atmosphäre und ermöglicht es dem Leser, tief in die Gedanken- und Gefühlswelt der Charaktere einzutauchen. Dabei schreckt die Autorin nicht zurück, auch die Perspektive von Tätern zu übernehmen. Zudem werden dadurch die unterschiedlichen Sichtweisen auf dasselbe Ereignis deutlich. Hoffnung macht die Figur Catrin, die mit ihrem Mut und ihrer Entschlossenheit das Wegschauen und Nichtstun in Frage stellt und damit den Kern der gesellschaftlichen Missstände im Dorf offenlegt.

"Die Schönheit der Rosalind Bone" ist mehr als nur ein Roman, es ist eine eindringliche Auseinandersetzung mit Themen wie Gewalt gegen Frauen, Verdrängung und dem Streben nach Gerechtigkeit. McCarthy gelingt es, diese schwierigen Themen mit Sensibilität und Tiefe zu behandeln, ohne dabei an Intensität zu verlieren. Ein Buch, das noch lange nachklingt und zum Nachdenken anregt.

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Rezensionen von NT:

Sozialpolitische Science Fiction

The April Story - Ein wirklich erstaunliches Ding von Hank Green

Als plötzlich eine mysteriöse Riesengestalt mitten in der Stadt auftaucht, kann die Protagonistin April May nicht anders, als ein Foto zu machen und ein YouTube-Video darüber zu drehen. Damit sorgt sie nicht nur im Internet für Aufsehen und wird über Nacht zu einer der bekanntesten existierenden Personen.

..

Und WOW! Was für eine Story. Das Buch ist zwar "nur" eine neue Ausgabe desselben Buches aus dem Jahr 2018, war für mich aber trotzdem unbekannt. Dass es etwas veraltet ist merkt man tatsächlich ein bisschen an den hauptsächlich genutzten Medien (Youtube und Twitter) - heutzutage hätte April May wahrscheinlich ein Tiktok Video gedreht. Doch das tut der Story keinen Abbruch.

Hank Green ist übrigens der Bruder des bekannten Autors John Green und selbst eine bekannte Person des Internets. Deswegen war gerade das sozialpolitische Thema rund um Internetbekanntheit sehr glaubwürdig geschrieben. Die Story ist turbulent, humorvoll und hat Suchtfaktor. Man möchte einfach wissen, was hinter der Riesengestalt "Carl" steckt und wie sich die ganze Geschichte entwickelt. Tolle Idee, super umgesetzt!

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Rezensionen von Tyrolia-Testleser:

Testleserin Annika, Tyrolia-Filiale Innsbruck (16 Jahre, Telfs)

Honesty. Was die Wahrheit verbirgt von Franzi Kopka

Testleserin Annika, Tyrolia-Filiale Innsbruck (16 Jahre, Telfs)

Das Buch "Honesty" handelt von einer möglichen Zukunft, die perfekt erscheint, gelöst von den Problemen, mit denen wir heute zu kämpfen haben.
Doch ist dies wirklich die Wahrheit, oder werden in dieser Welt noch mehr Lügen gelebt als heute?
Diese Frage stellt sich die Protagonistin des Buches und stößt mit der Zeit immer weiter auf die eigentliche Wahrheit, die ihr Weltbild auf immer zerstören wird.

Das Buch besticht mit der Vorstellung, einer ganz anderen Gesellschaft. Eine Traumvorstellung für uns, wo wir doch gerade jetzt so viele Probleme zu bekämpfen haben. Doch zeigt das Buch, dass es nichts perfektes geben kann. Dass es immer Menschen gibt, die Macht an sich reißen wollen. Und es gibt Menschen, die diese Ungleichheit erkennen und das Gleichgewicht wieder herstellen wollen.

"Honesty" berichtet von diesem ewigen Kampf in der Menschheit.
Nur ist da die Frage, ob je die ganze Wahrheit aufgedeckt werden kann.



Testleserin KIRA, Tyrolia-Filiale Innsbruck (13 Jahre, Innsbruck)

Maeander, genannt Mae, lebt in einer Welt, in der Lügen unmöglich ist.
Nur das Gebiet des heutigen Deutschlands ist noch bewohnt. Dieses ist in acht Ringe unterteilt. Je nach Sozialstatus lebt man in einem höheren
oder niedrigeren Ring. Sie selbst lebt in Ring 5, hat jedoch einen Freund aus einem höheren Ring. Aiden entschließt sich jedoch, Anna zu heiraten, damit diese nicht in Ring 8 abgeschoben wird, als ein neues Gesetz veranlasst, dass alle über einundzwanzig verheiratet sein müssen.
Nun muss Mae auch noch in ein Camp gehen, um den perfekten Partner zu finden. Dort lernt sie Grayson kennen, der ein Liar zu sein scheint, also lügen kann. Was wird sie tun?
Mir hat das Buch sehr gut gefallen, da es sehr spannend war und ich empfehle es allen, die Fantasy mögen.

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Rezensionen von chabli:

Die Kehrseite der Medaille

Insight - Dein Leben gehört mir von Antonia Wesseling

„Insight“ ist ein Buch von Antonia Wesseling aus dem Jahr 2024. Valerie Sophie ist eine erfolgreiche Influencerin. Sie teilt täglich ihr Leben und versucht gerade, mit einer eigenen Kosmetiklinie, in weiteren Branchen Fuß zu fassen. Nach und nach erhält sie jedoch immer mehr eigenartige Nachrichten, Briefe und Pakete und ist sich irgendwann sicher, dass ein Stalker es auf sie abgesehen hat.

Sie erstattet Anzeige gegen unbekannt, aber ihr wird kein Glauben geschenkt. Einzig der Polizist Paul, den Valerie aus ihrer Schulzeit kennt, nimmt sich der Sache an und versucht ihr zu helfen.
Sowohl Cover als auch Buchschnitt sind wahnsinnig gut gelungen. Die kräftigen Farben fallen sofort ins Auge und bereichern jedes Bücherregal. Auch die Spannung, die immer weiter aufgebaut wird, hat mir gut gefallen. Ich konnte Valeries Situation sehr gut verstehen und nachvollziehen, welche Ängste sie auszustehen hat.
Zu den Personen konnte ich, mit Ausnahme von Valerie, leider keine große Beziehung aufbauen, weil sie meiner Meinung nach zu farblos dargestellt wurden.
Jedoch fand ich die Auflösung sehr konstruiert und hab schon mindestens ab der Hälfte genau gewusst, in welche Richtung es gehen würde. Außerdem wirkte das Ende sehr gehetzt, als wolle die Autorin entweder fertig werden oder hätte keine Ideen mehr.
Die Spannung des Buches war sehr schön. Es ist zwar kein Jahreshighlight, hat mich dennoch gut unterhalten und mir spannende Lesestunden beschert.

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Rezensionen von Natalie:

Aufarbeitung

Neue Zeiten auf der Kö – Die Journalistin von Bettina Lausen

Düseldorf, 1950. Wir begleiten die zwanzigjährige Eva, die sich mitten in ihrer Ausbildung befindet und kurz vor ihrer Hochzeit mit Gert steht, dem Sohn einer befreundeten Familie. Im Zuge ihrer Ausbildung nimmt Eva auch am Politikunterricht teil. Hier erfährt sie erstmals von den wirklichen Gräueltaten Hitlers, welche ihre Eltern bis jetzt totschweigen.

Eva ist entsetzt und beginnt mit Hilfe ihres Politiklehrers sich eingehender damit zu beschäftigen. Dabei erfährt sie nicht nur, dass sie selbst als vierjährige von ihren Eltern für NS-Propaganda instrumentalisiert wurde, sondern steckt plötzlich in einem tiefen Konflikt mit ihren Eltern, der ihre Grundfeste erschüttert. Je tiefer Eva gräbt, umso mehr Entsetzliches kommt hoch. Sie will nicht länger alles totschweigen und bemüht sich, als Journalistin Fuß zu fassen. Doch wird sie trotz aller Widerstände ihren selbstbestimmten Weg gehen können?
 
Bettina Lausens Roman ist ein Buch, welches tief berührt. Es geht um Schuld, Familiengeheimnisse, das Aufarbeiten der Kriegserlebnisse. Vieles wird totgeschwiegen, eigene Meinungen, besonders von Frauen wie Eva, sind nicht gewünscht. Eva muss nicht nur mit der Vergangenheit kämpfen, sondern auch mit den vorherrschenden Vorurteilen. Nur wenige, wie etwa ihr Politiklehrer oder ihre Oma, unterstützen sie ihren eigenen Weg zu gehen. Mit Eva ist dabei eine großartige Hauptprotagonistin entstanden, welche viel Mut beweist, zu ihren Überzeugungen steht und sich nicht von Hindernissen stoppen lässt. Die Mischung aus geschichtlichen Fakten, den toll ausgearbeiteten Charakteren und einer bewegenden Liebesgeschichte lässt einen das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Hervorheben möchte ich auch noch Evas Oma Ida, welche mit ihrem Dialekt so liebenswürdig dargestellt wird und dem Buch noch mehr Authentizität verleiht.
Von mir eine große Leseempfehlung für diesen Roman.

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Rezensionen von Kathie:

Pferde, Freundschaft und Abenteuer

Fest im Sattel von Faith Erin Hicks

Viktoria liebt Pferde und das Reiten, doch der Stress und die Kosten von Turnieren belasten sie. Sie beschließt, dem Wettkampfdruck zu entfliehen und nur noch aus Spaß zu reiten. Doch dieser Schritt kostet sie ihre beste Freundin Taylor, die Profireiterin werden will.
Das Comic begeistert mit seinen tollen Illustrationen und liebevoll gezeichneten Charakteren.

Die Atmosphäre des Reiterhofs wird durch die passenden Illustrationen spürbar. Die kindgerechte Sprache und die spannende Handlung machen es zu einem unterhaltsamen Leseerlebnis. Dabei werden wichtige Themen wie Beziehungen, Vorurteile und Akzeptanz auf einfühlsame Weise behandelt.
Meine Enkelinnen haben das Comic in einem Stück gelesen und waren begeistert von der Geschichte. Die bunten Farben und die vielschichtigen Charaktere haben sie vollkommen in den Bann gezogen.

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Rezensionen von Katzenmicha:

Ich-wir backen das

Ich back das von Sylvia Zuech


Von süß bis herzhaft ist hier alles dabei- Brötchen, Plätzchen, Kuchen, Pancakes und Waffeln.Auch Hefeteig ist kein Problem mit den Kindern zu machen.Die Rezepte werden alle ausführlich und kindgerecht beschrieben und sind durch die Bechermethode und Schritt-für-Schrittanleitung auch gut nachzumachen.

Die Kinder können mit diesen Rezepten ganz leicht leckere Köstlichkeiten zaubern.Ich habe mit meinen Enkel am Oma Tag einige Rezepte schon gemacht,wobei die Frühstücks-Hörnchen zu unserem Favoriten geworden ist-mal mit Füllung(Nutella),mal ohne Füllung.Sehr gerne 5 Sterne und wir werden sicherlich noch einige der leckeren Rezepte ausprobieren.

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Rezensionen von Katzenmicha:

Neuanfang in Berlin in einer WG

Was geht, Annegret? von Franka Bloom

Nach dem Tod ihres Mannes Paul kommt raus, dass er Annegret jahrelang belogen und Schulden gemacht hat, jetzt muss sie ihr Haus verkaufen in Ostfriesland.Wenn es nach ihrer Tochter Julia ginge, zieht Annegret sofort in ein Seniorenheim.Aber Enkelin Isabelle hat was dagegen und nimmt Annegret mit in ihre Studenten-WG nach Berlin-Kreuzberg.

Der Unterschied zu ihren bisherigen Leben und dem beschaulichen Ostfriesland könnte kaum größer sein,ein Kulturschock mit vielen Fragezeichen.Ihre neuen Mitbewohner Enkelin Isi, Felix und Lea sind nicht nur viele Jahrzehnte jünger, und sie haben auch komplett andere Vorstellungen vom Leben.Annegret soll nur noch putzen, wenn sie damit dran ist. Und auch nur Secondhand oder recyelte Möbel und Kleindung kaufen.Es wird in der Gemeinschaft gekocht und das ausschließlich mit veganen Zutaten.Änni beginnt ein Seniorenstudium,hilft zusammen mit Siggi ihrer neuen Freundin-die in Ännis Alter ist- im Petit Café von Noah aus und backt kuchen.Kocht für die Conscious Kitchen und kauft bei bei Hamdi, dem türkischen Nachbarn ein.Alles was sie vor ein paar Wochen nicht mal gedacht hätte.Zudem trifft sie auf einen charmanten, viel jüngeren Professor, in den sie sich verliebt…..

Die Autorin Franka Bloom hat einen fließenden und bildhaften Schreibstil.Mir hat es sehr gut gefallen ,wie alle miteinander versuchten klar zu kommen und nach anfänglichen Schwierigkeiten alles lief.Während bei Änni sich alles immer mehr einspielte,hat ihre Tochter Julia Sorgen, Änni und ihre Enkelin Isi versuchten zu helfen.Das angespannte Verhältnis zwischen Tochter und Mutter und Mutter und Tochter löste sich am Ende auf.So das sie ein super schönes Verhältnis hatten,sehr gerne 5 Sterne.

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Rezensionen von nil_liest:

In was für einer Welt wollen wir leben?

Und alle so still von Mareike Fallwickl

Fürsorgearbeit, Care-Arbeit, Mental Overload. Schön, dass es für alle diese Dinge Begriff heutzutage gibt, aber die Benennung und die Sichtbarkeit ist ein Schritt von vielen den wir als Gesellschaft gehen müssen.
Mareike Fallwickl hast bereits mit „Die Wut, die bleibt“ ein Roman erschaffen, der in diese Kerbe haut und das schmerzhaft literarisch verarbeitet was auf unseren Schultern lastet.

Weiter geht es mit „Und alle so still“, wieder ein Roman der nuanciert sichtbar macht, was uns umtreibt oder umtreiben sollten. Gelungen ist dabei vor allem die Schattierungen der Charaktere. Klar, gibt es in ihrem Roman auch die ausgelaugte, am Ende der Leistungsmaschinerie vollkommen zermürbte Krankenpflegerin, alleinerziehend. Das ist Ruth. Sie ist Mitte 50, hat ihre Glaubensätze nie in Frage gestellt und fühlt sich verpflichtet. Auf ihre Kosten, ihrer Gesundheit, ihr Lebensglück.
Ganz im Gegenteil dazu steht Elin, erst einmal wundert man sich über diese Figur. Eine junge Influencerin, die scheinbar, auf den ersten Blick, kein Thema mit Carearbeit hat. Aber dann doch, denn die leistungsafine und stets 100%-perfektionsgedrillte Mutter beschert ihr die mentale Last einer Hochperformaerin und eigentlich tief in ihrem Inneren will sie ausbrechen. Raus aus dem Hamsterrad.
Sehr schön finde ich, dass auch ein Mann mit von der Partie ist: Nuri. Er kann kaum von dem Geld leben, dass er mit seinen Stundenjobs als Minderqualifizierter erwirtschaften kann. Hier geht es auch um die übergeordnete Kritik an unserer Gesellschaft.
Mareike Fallwickl spricht vielen aus der Seele mit ihrem Roman, er prangert in bester Prosa an und verpackt Gesellschaftskritik in einer fiktiven Umgebung. Wer sich nicht angesprochen fühlt, sollte diesen Roman als Ansporn lesen um mehr Empathie für Dritte und die Welt aufzubringen.
Wahnsinnig wertvoll. Wahnsinnig gut geschrieben.
Fazit: It is all connected. Indirekt betrifft es uns alle, ein Roman der sensibilisiert, auch wenn er keine Spaßlektüre ist.

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