Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Daggy:
Kochkurs für Qualle
Qualle in der Küche von Lena Raubaum
Auf dem Cover sieht man den fast zehnjährigen Qualle beim Zwiebel schneiden. Seine große Schwester macht ein Foto von ihm und Mamas großer Bruder Wolfgang genannt Dachs.
Dieser Onkel, den alle Dachs nennen, kommt mehrmals im Jahr mit seinem Bus „Herbert“ für einige Tage zu Besuch. Diesmal hat Qualle, der seinen ungewöhnlichen Spitznamen am Anfang des Buches erklärt, den Wunsch bei seinem Onkel kochen zu lernen, denn wenn Dachs da ist, gibt es immer besonders leckere Gerichte.
Meist beginnt er mit „Pasta à la Dachs“ und dabei darf Qualle natürlich helfen und die Zwiebeln kleinschneiden. Natürlich geht das nicht ohne Tränen ab, aber der Dachs hat da seine Erfahrung und eine gute Idee, wie ihr ja auf dem Cover sehen könnt. Weil der Pizzateig in sechs Teile geteilt wurde, ergibt es sich, dass Qualles Freund Öner eingeladen wird.
Wir erfahren viel über das Kochen, die Kochsprache, das Improvisieren und haben an verdrehten Worten für die Gerichte wie „Sudeln mit Nose“ unseren Spaß. Und Spaß macht das Lesen dieses nicht ganz 100 Seiten dünnen Buches in jedem Fall. 18 kurze Kapitel mit kleinen Bleistiftillustrationen sind schnell gelesen und am Ende gibt es noch ein kleines Lexikon, das Worte, weil sie aus dem Österreichischen stammen oder weil sie nicht ganz so geläufig sind, erklärt. Wer nach der Lektüre Lust zum Kochen hat, der findet die Rezepte auf der Homepage des Verlages.
Dies ist schon das dritte Buch über Qualle, man kann es aber, so wie ich, gut als erstes lesen. Allerdings hat man dann Lust die anderen auch noch zu lesen. Denn Qualle ist ein netter Typ mit einer lieben großen Schwester und einer harmonischen Familie und einem Onkel, der ihm das Kochen beibringt. Mehr geht ja kaum.
Rezensionen von Daggy:
Der Verlust des Kuscheltiers
Oh Schreck, der Luis ist weg! von Kirstin Schwab
Als Samuel noch ganz klein war kam die verrückte Tante Ludmilla zu Besuch und in ihrer großen Tasche waren nicht nur viele Pfefferminzbonbons, sondern noch darunter versteckt, lag Luis. Luis ist ein Elch dessen eines Geweih rot ist, aufgrund der vielen Bonbons riecht er nach Pfefferminz, allerdings ist er dann noch in den Teich gefallen und deshalb riecht er auch nach Ententeich.
Samuel nimmt Luis immer mit, inzwischen ist er schon in der Schule, aber Luis muss immer dabei sein. Doch an diesem Donnerstagmorgen, an dem das Buch beginnt, ist er nirgends zu finden. Samuels Suche wird von seinen Eltern unterstützt und sie weitet sich immer weiter aus und bleibt trotzdem ergebnislos. Ich will aber nicht verraten, wie es doch noch ein gutes Ende gibt.
Mein Enkel hat eine Katze, die er immer mitnimmt und die schon einige Ausbesserungsversuche hinter sich hat. Schrecklich der Gedanke, dass Maui verloren gehen könnte. Die Lücke, die Luis hinterlässt wird in dem Buch sehr schön beschrieben, auch die verzweifelte Suche der ganzen Familie. Ich stoße mich ein wenig daran, dass die Tante ohne ersichtlichen Grund als „verrückt“ bezeichnet wird. Sie ist es doch sicher nicht im medizinischen Sinne und als Beschreibung empfinde ich dieses Wort als Beleidigung.
Durch die groß gedruckten Buchstaben und die vielen farbigen Illustrationen lässt sich das Buch sehr gut lesen und ist für Leseanfänger sicher schon geeignet.
Rezensionen von Daggy:
Ein gieriger Unternehmer wird entlarvt
Ben Silber & Co - Das Geheimnis der Riesenpraline von Martina Klein
Das Frühstücksbuffet ist aufgebaut und Ben, der nach dem Tod seiner Eltern bei seiner noch sehr fitten Oma wohnt, muss erleben, dass seine Oma mitten im Wort gelähmt ist und nichts mehr sagen und sich nicht mehr bewegen kann. So hatte er sich seinen 12. Geburtstag nicht vorgestellt. Seine Freunde Pia und Kirill versuchen ihn zu unterstützen, aber zunächst wird der Notarzt angefordert.
Robert, der Notarzt hat schon eine lange Schicht hinter sich und ist schrecklich müde, auch der Hausarzt von Oma Wally wirkt nicht fit, denn er hat in der Nacht an seinem Modell von Moskau gebaut. Nachdem alle Bemühungen der Ärzte zeigen keine Wirkung zeigen, machen sich die Kinder auf und erforschen, wo die Oma zu letzte unterwegs war. So stoßen wie auf eine Schokoladenfabrik, die in einem ungewöhnlichen Gebäude untergebracht ist, denn das Haus sieht wie eine riesige Praline aus. Schnell erkenne die Kinder, dass hier einige ungewöhnliche Dinge geschehen.
Die am Anfang sehr doch etwas fantastische Geschichte entwickelt sich dann doch sehr real, denn hier tut ein gieriger Mann alles, um noch mehr Geld zu scheffeln und dabei geht er im wahrsten Sinne über Leichen, denn Oma Wally konnte nur durch den Scharfsinn und die Ermittlungen der Kinder gerettet werden.
Zwölf fantasievolle Kapitel und die Spannung steigt mit jedem Kapitel, dass man liest. Freunde, die zusammenhalten, Oma und Enkel, die sich sehr liebhaben. Besonders liebe ich ja das Lesebändchen, obwohl ich es wenig gebraucht habe, weil ich das Buch so schnell gelesen habe. Ich kann nur raten, dass Geheimnis mit Ben und seinen Freunden zu lösen.
Rezensionen von Daggy:
Ein Sommer in Kroatien
Der Sommer, als ich fliegen lernte von Jasminka Petrovic
Sofija aus Belgrad muss ihre Ferien zusammen mit ihrer Oma auf der kroatischen Insel Hvar bei deren Schwester Lucija verbringen. Diese Tante ist so ganz anders als ihre ängstlich Oma, die ihr am liebsten alles verbieten würde und die als „Hauptdarsteller“ immer im Vordergrund stehen muss. Nachts muss Sofija das Schnarchen ihre Oma und Massen von Mücken ertragen, alle anderen Leute um sie herum sind alt und es gibt kein Internet.
Also alles in allem der pure Horror. Hier wird auch ein andrer Dialekt gesprochen, Bodulisch, den Soija schwer versteht. Einige Sätze der deutschen Übersetzung lassen uns den Dialekt durch Verschlucken einiger Buchstaben nachempfinden, einige Worte, wie z.B. škure für Fensterläden ist ein fester Begriff im Text. Sofija liest gerne und sie stellt, sich durch die „Unendliche Geschichte“ angeregt, vorzufliegen. Diese Flüge beruhigen sie und lassen sie die Welt aus einer anderen Perspektive sehen.
Im Laufe des Buches wird Sofija erwachsener und sie löst sich von den Freuden zu Hause und findet auf dieser beliebten Urlaubsinsel Anschluss.
Die Geschichte umfasst 23 Kapitel, die mit den entsprechenden Nächten überschrieben sind. Abends im Bett mit der schnarchenden Oma lässt Sofija den Revue passieren, unterbrochen durch das Erschlagen der Mücken. Ich habe mich sehr schwer getan mit diesen Nächten, die von den gleichförmigen langweiligen Tages erzählten, vom Streit der alten Schwestern und von ihren Marotten. Dazu kamen einige Kontakte mit zu Hause über das Internet, aber da war es für mich nicht immer einfach die Namen mit Personen zu verbinden, da diese ja nur am Rande vorkamen. So musste ich die Hälfte des Buches lesen, um endliche etwas Interessantes zu erfahren, erst in den letzten Kapitel kam dann etwas Spannung auf.
Auf dem Cover springt eine junge Frau im Bikini begeistert ins Meer, von dieser Begeisterung war im Buch wenig zu spüren, obwohl es manchmal auch Tage gab an denen Sofija Spaß mit den alten Damen hatte.
Rezensionen von Marie aus E.:
Ganz anders als erwartet
Mein Name ist Lilith von Nikki Marmery
Die Kurzmeinungen zum Buch waren alle so euphorisch, auch der Klappentext hat mich sofort angesprochen. Ich bin also voller Vorfreude und auch mit großen Erwartungen ans Lesen gegangen.
Leider war es dann so gar nicht wie erhofft.
Statt Empowerment für Frauen eine zähe Geschichte, die zwischen "Alle Männer sind völlige Trottel" und einer insgesamt langwierigen und leider für mich auch langweiligen Handlung balanciert.
Während ersteres unpassender Klamauk war, fand ich die Umsetzung der eigentlich so großartigen Grundidee so enttäuschend.
Denn die Schöpfungsgeschichte aus weiblicher Sicht erzählt, nämlich aus der Liliths, das wäre so spannend! Anfangs fand ich es auch noch interessant, die Vertreibung aus dem Paradies aus einer anderen Perspektive, aber schon da hat mich der Schreibstil nicht abgeholt. Es war mühsam zu lesen, jede Seite musste ich mir erarbeiten.
Zwei Sterne, weil ich die Grundidee des Buches nach wie vor sehr gut finde. Die Umsetzung war aber leider so gar nicht meines.
Rezensionen von Jule:
Sehr präsent
Yellowface von R. F. Kuang
"Yellowface" von Rebecca F. Kuang ist ein Buch, das auch lange nach dem Lesen noch in den Gedanken herumgeistern wird.
Es ist während des Lesens auf so vielen Ebenen präsent, dass man sich nur schwer losreißen kann.
Von den Protagonisten bis hin zum Schreibstil harmoniert vieles.
Mit June haben wir eine Protagonistin, zu der man als Leser eine besondere Beziehung aufbaut.
Dadurch, dass die Geschichte eben aus ihrer Sicht geschrieben ist, bekommt man einen sehr tiefen Einblick in ihre Gefühle und Gedanken. So wusste ich beim Lesen irgendwann nicht mehr, ob ich Mitleid mit ihr haben soll oder nicht.
Man gerät in einen Zwiespalt und fängt an, über das Geschriebene nachzudenken.
Ich persönlich habe mich immer wieder sehr unwohl gefühlt, wenn ich in die Geschichte eingetaucht bin. Da dies wahrscheinlich gewollt ist, passt es gut in die Handlung.
Generell ist dieses Buch sehr raffiniert geschrieben und veranschaulicht die tiefen Abgründe der Literaturbranche deutlich. Rebecca F. Kuang hat einfach einen sehr besonderen Schreibstil und weiß mit Wörtern umzugehen.
Dennoch konnte mich das Buch nicht komplett überzeugen. Es gab immer wieder Stellen, an denen ich mir gewünscht hätte, dass mal etwas anderes passiert und es nicht so repetitiv ist.
Auch das Ende hat mich leer hinterlassen. Es bleiben so viele Fragen offen und man wird mit vielen Gedanken alleine gelassen.
Schlussendlich bleibt zu sagen, dass diese Geschichte auf vielerlei Ebenen präsent ist.
Es kommt so rüber, als wäre das Geschriebene wirklich passiert und keinerlei Fiktion.
"Yellowface" ist ein Buch für alle, die sich nicht davor scheuen, sich beim Lesen schlecht zu fühlen und bereit für eine Geschichte sind, die noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Rezensionen von brauneye29:
Hat mir gefallen
Das Licht in den Birken von Romy Fölck
Zum Inhalt:
Thea kehrt nach über zwanzig Jahren in Portugal zurück in die norddeutsche Heimat. Zusammen mit ihren beiden Ziegen landet sie auf dem Hof von Benno, der zwar ein Händchen für Tiere hat, aber eher abweisend gegenüber Menschen ist. Als Thea und Benno zusammen einer jungen Frau, Juli, helfen, ändert sich das Verhältnis etwas.
Und Juli und Thea setzen alles daran Bennos Hof zu retten.
Meine Meinung:
Bisher kannte ich von der Autorin eigentlich im Wesentlichen durch ihre Krimis und war durchaus neugierig, wie sie denn in einem anderem Genre ist und ich fand das Buch gar nicht schlecht. Gerade die Protagonisten, allen voran Benno, fand ich sehr gut ausgearbeitet und gut vorstellbar. Aber auch Thea und Juli haben mir gefallen. Ich hatte das Hörbuch und fand es gut gelesen. Das ist beim Hörbuch besonders wichtig, denn ich mag es nicht sonderlich, wenn zu viel interpretiert wird. Ich mag es lieber, wenn einfach vorgelesen wird.
Fazit:
Hat mir gefallen.
Rezensionen von Claudia R:
besondere Verbindung
Die Seelenpferde von Ventusia, Band 3 - Sturmmädchen von Jennifer Benkau
Klappentext / Inhalt:
Hinter den Winden, in einer anderen Welt, liegt Ventusia. Hier hat jeder eine magische Verbindung zu seinem Seelenpferd. Doch vor vielen Jahren wurden alle Mädchen von Ventusia in unserer Welt versteckt, um sie zu beschützen. Und seither suchen ihre Seelenpferde nach ihnen …
Pferde bedeuten Sophie alles, doch sie fühlt sich in ihrem Reitstall nicht mehr wohl.
Ihrer strengen Reitlehrerin geht es nur um Turniererfolge, nicht um die besondere Verbindung zwischen Mensch und Tier. Als ein schwarzer Hengst auf dem Hof auftaucht, spürt Sophie sofort, dass er kein normales Pferd ist. Sie ahnt nicht, dass er sie nach Ventusia bringen soll, um ihr Seelenpferd zu finden. Denn nur so kann sie mit den anderen Mädchen das lebensgefährliche Pferderennen reiten und Ventusia retten.
Die abenteuerliche Pferde-Fantasy-Reihe von Dein-SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau.
Cover:
Mensch und Pferd in Einklang, dies symbolisiert dieses wunderschöne Cover. Und auch die vielen kleinen und sehr schönen Details im Hintergrund runden das ganze toll ab. Wunderschöne Natur und auch die Farbenpracht machen das Cover zu etwas wunderschönem. Optisch und auch von der Gestaltung passt das Cover sehr gut zu den anderen der Reihe und ein Wiedererkennungseffekt ist hier auf jeden Fall vorhanden. Auch die Haptik gibt hier einiges her, da einige der Elemente und Verzierungen gesondert hervorgehoben werden.
Meinung:
Es handelt sich hierbei bereits um den dritten Band der Reihe. Hier lernen wir das dritte Mädchen kennen, denn hier steht Sophie im Vordergrund. Und auch, wenn jeder Band sich besonders um ein Mädchen dreht, so würde ich dennoch empfehlen die Bücher in der chronologischen Reihenfolge zu lesen, um alle Zusammenhänge und Geschehnisse zu verstehen und zuordnen zu können.
Inhaltlich möchte ich an dieser Stelle nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich sehr locker und flüssig lesen. Schnell kommt man die Handlungen und auch die Charaktere hinein. Sophie ist schön besonders und man kann sich in ihre Emotionen und Situationen gut hineinversetzen, da alles sehr bildlich und gut beschrieben wird. Auch die Emotionen und Gedanken wirken sehr nah und spürbar.
Die Kapitel haben eine angenehme Länge und ermöglichen so einen guten Lesefluss. Die Kapitelanfänge sind deutlich erkennbar und schön verziert.
Eine wunderschöne Geschichte nicht nur für Pferdefans, auch wenn diese besondere Beziehung schon im Fokus steht und hier sehr spürbar, liebevoll und herzerwärmend umgesetzt wird.
Auch dieser Band ist spannend und unterhaltsam angelegt und zudem auch emotional umgesetzt. Mir hat auch dieses Buch sehr gut gefallen und bestätigt, dass diese Reihe Suchtpotenzial hat und ich schon sehr auf mehr gespannt bin.
Fazit:
Mensch und Pferd als eine besondere Einheit und auch dieser Band ist extrem spannend und gut gelungen.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Politischer Krimi
One-Shot Harry von Gary Phillips
Gary Phillips entführt seine Leser in das Frühjahr von 1963 in die USA, wo Rassismus von weißen Amerikanern gegen Afroamerikanern und Indigene auf der Tagesordnung stehen. Weiße Polizisten prügeln wahllos Schwarze, einfach so, einfach, weil sie es straffrei konnten. Es ist die Zeit von Präsident John F.
Kennedy (1917-1963) und Martin Luther King (1929-1968). Noch weiß niemand, dass beide jeweils einem Attentat zum Opfer fallen werden. Kennedy schon im November 1963, King im April 1968.
Harry Ingram, ein farbiger Koreakrieg-Veteran und Fotograf, arbeitet als Prozessbevollmächtigter, indem er juristische Dokumente zustellt. Zusätzlich hört er den Polizeifunk ab und ist immer dort, wo sich die unschönen Dinge des Lebens und Sterbens ereignen. Schießereien, Verkehrsunfälle, häusliche Übergriffe oder Polizeigewalt.
Als er bei einer Fotosession Arbeiter im Rennstall des Hollywood Parks fotografiert, gibt es ein unerwartetes Wiedersehen mit (dem weißen) ehemaligen Kriegskameraden Ben Kinslow. Man trifft sich wenig später auf einer Party. Doch die Wiedersehensfreude währt nur kurz, denn Ben kommt bei einem Verkehrsunfall auf dem Mulholland Drive ums Leben. Harry, der wieder einmal den Polizeifunk abhört, eilt zur Unfallstelle und glaubt nicht an die Unfallversion, denn Ben war ein begnadeter Fahrer. Während Harry seine Fotos schießt, versuchen ihn die (weißen) Polizisten mit Gewalt an seiner Arbeit zu hindern.
Harry entdeckt auf einem dieser Fotos einen Hinweis, dass Ben, der ihm einst in Korea das Leben gerettet hat, vermutlich einem Mordkomplott zum Opfer gefallen ist und beginnt zu recherchieren. Schon bald sieht er sich extra auf ihn angeheuerten Killern ausgesetzt, die für eine Gruppe weißer Rassisten arbeiten. Denn Ben Kinsows Aktentasche, die Harry zugespielt wird, enthält brisantes Material ....
Meine Meinung:
Gary Phillips, ein in Amerika hoch angesehener, in Deutschland mangels Übersetzungen, bislang nahezu unbekannter Autor. Gekonnt verbindet Krimi und Literatur miteinander und bietet seinen Lesern gleich einmal eine Geschichtsstunde in Rassismus.
Die Figur des Harry Ingram ist an den historischen schwarzen Fotografen Harry Adams angelehnt, der den Spitznamen One-Shot Harry getragen hat.
Sehr geschickt flicht Gary Phillips die rassistischen Spannungen, die am Vorabend der Freedom Rally und der Rede von Martin Luther King zu eskalieren drohen, in die Handlung ein. Er lässt seinen Harry Ingram mehrmals von rassistischen Polizisten verprügeln nehmen und zwischen die Fronten der unterschiedlichsten (weißen) Interessensgruppe geraten.
Neben Rassismus, Polizeigewalt und der Bürgerrechtsbewegung rund um Martin Luther King, dürfen die traumatischen Folgen des Korea-Krieges, unter denen Soldaten wie Ingram leiden, sowie diverse Verschwörungstheorien nicht fehlen. Wobei, wenn man sich die Nachrichten der letzten Jahre ansieht, so sind nicht alle Verschwörungstheorien nur Planspiele. So Mancher möchte seine Macht und seinen Einfluss mittels abstruser Brandreden und unter zu Hilfenahme eines entfesselten Mobs erhalten, wie Chris Harding Thornton („Pickard County“) in seinem Nachwort zu diesem Krimi anführt.
Der Schreibstil ist dem Thema und der Zeit angemessen, das heißt der rassistische Wortschatz entspricht dem Land und den Leuten.
Fazit:
Diesem tiefgründigen wie politischen Krimi, der auch heute noch (oder wieder?) aktuell ist, gebe ich gerne 5 Sterne.
Rezensionen von Novalie:
Jahreshighlight!
Bible Bad Ass von Edith Löhle
Jahreshighlight!
Klara reicht es. Ihr Chef ist ein sexistisches Arschloch, ihr Freund treibt sie noch ins Burn-Out und auch dessen Schwiegermutter hat grenzüberschreitende Erwartungen an sie. Bei der Recherche für einen Artikel über eine motorradfahrende Pastorin, gerät sie plötzlich in einen Chat mit Frauenfiguren aus der Bibel.
Diese Frauen sind jedoch ganz anders, als erwartet und erzählen ihre Geschichten, die kaum etwas damit gemein hat, was von den Kirchenvätern erzählt wurde.
Es gibt Bücher da passt einfach alles! Die Optik, die Idee, die Story, die Charaktere, die Sprache und die Message. Die Protagonistin war sympathisch, die Handlung unvorhersehbar, die Idee hinter der Geschichte genial und ich war durchgehend begeistert.
Die biblischen Figuren wirken sehr lebensnahe und die gemeinsamen Chats fand ich extrem humorvoll und realistisch.
Ich bin mir ziemlich sicher, dass dieses Buch nicht massentauglich ist, aber ich war auf jeden Fall genau die Zielgruppe.
Da die Story sehr skurril ist, sollte man offen für schräge Wendungen sein, und nicht unbedingt alles kritisch hinterfragen, aber wenn man sich auf das Buch einlässt, kann es unseren Zugang zu Frauenrollen und Religion in ein ganz neues Licht rücken.
Mal bissig bösartig, mal humorvoll versöhnlich (oder vertöchterlich?) aber durchgehend unterhaltsam.
Ich habe das Buch sehr geliebt und schon fleißig verschenkt.











