Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Leporello Stöger

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Katja:

Hatte mehr erwartet

Doctor and CEO von Louise Bay

Kate hat ein ruhiges Leben, das durcheinander gerät als sie Vincent Cove das erste mal sieht. Der attraktive Milliardär will aus dem britischen Anwesen, in dem sie wohnt und arbeitet, ein exklusives Luxushotel machen. Mit allen möglichen Mitteln versucht Kate, die Pläne des amerikanischen CEOs zu durchkreuzen, doch dabei kann sie nicht leugnen, dass zwischen ihnen eine unerklärliche Anziehung existiert.

Und sosehr sich Kate auch dagegen wehrt, droht sie schon bald Vincents unwiderstehlichem Charme zu erliegen...

Wie von der Autorin gewohnt, ist man auch hier sogleich in der Geschichte drinnen. Ohne lange Vorworte, ohne viel Schnickschnack, ohne ausführliche Gedankengänge. So sehr mir der Schreibstil gefällt, mit den Charakteren hatte ich hier leider meine Probleme. Kate wirkte auf mich teils unreif.
Schon bei der ersten Begegnung hat Kate ein Auge auf Vincent geworfen und umgekehrt, aber das erste Zusammentreffen von denen fand ich schon etwas plump und außerdem ging mir das alles etwas zu schnell, das Knistern fehlte mir ebenfalls und es tauchte gefühlt auch nie auf.
Positiv anmerken kann ich allerdings die gut gelungene Schilderung wie das Anwesen aussieht, dadurch kam es mir so vor als hätte ich es gerade eben vor mir gesehen, auch die Nebencharaktere wirkten für mich weitaus authentischer als Kate selbst. Die Kapitel sind kurz gehalten, dadurch kam ich bei diesem Buch allerdings auch nicht so ganz in die Geschichte hinein und konnte nicht 100% eintauchen.
Mir fehlte hier leider die Tiefe und vor allem konnt eich die Protagonistin nicht wirklich verstehen, schade aber dadurch kann ich das Buch auch nicht gut bewerten.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Katja

Rezensionen von Lotta:

Hochspannung garantiert!

Krähentage von Benjamin Cors

Der erste Arbeitstag der neuen Ermittlergruppe, sie schaffen es nicht einmal bis zur Pressekonferenz und werden da schon zu ihrem ersten Mord gerufen. So schnell kann es gehen. Das Perfide: Das Mordopfer wurde nach dem Tod noch lebendig gesehen und eine ausgehungerte Krähe zurückgelassen...

Der Schreibstil ist sehr angenehm zu lesen.

Dabei ist es sehr außergewöhnlich, der Täter ist von vorne herein durch eine eigene Perspektive bekannt und dennoch nimmt das kein bisschen Spannung raus. Benjamin Cors schafft es sogar den Leser zum Lachen zu bringen ohne, dass es dabei lächerlich wird.

Das Ermittlerduo gilt es kennen zu lernen und das Team muss sich auch erstmal einfinden. Dabei ist die ein oder andere erschreckende Erkenntnis dabei.

Insgesamt ein sehr gelungenes Buch, welches Hochspannung garantiert. Ich bewerte mit 5 von 5 Sternen und würde mich freuen wieder ein Buch mit diesem Ermittlerduo zu lesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lotta

Rezensionen von _ich.lese_:

Ein Klassiker, leicht zu lesen

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen von Jane Austen; Claudia Kühn

Elisabeth Bennet, eine von fünf Töchtern und ihre Mutter leben im neunzehnten Jahrhundert, als es noch wichtig war, Töchter gur zu verheiraten, damit sie ausgesorgt hatten.
Als der vermögende, unverheiratete Mr. Bingley und sein Freund Mr. Darcy in die Nachbarschaft ziehen, ist Mrs. Bennet ganz wild darauf, dass ihre Töchter diese Herren kennenlernen.

Das zusammentreffen von Lizzy und Mr. Darcy endet aber nicht so wie geplant.


Es ist eine allgemein anerkannte Wahrheit, dass ein Mädchen ab und zu von der Liebe träumt.
Der wohl bekannteste Satz aus Stolz und Vorurteil. Ein Klassiker, der immer noch gelesen wird und auch immer noch geliebt wird.
Nun gibt es ihn als Graphic Novel. Sehr vereinfacht, sonst hätte er nicht in das doch dünne Büchlein gepasst, aber trotzdem wunderschön erzählt. Alles wichtige wird erwähnt, die Illustrationen sind, meiner Meinung nach, passend, mir hat es jedenfalls sehr gefallen. So können auch solche LeserInnen Klassiker lesen, die den trockenen, anstrengenden Schreibstil des Orginals bzw. der Orginalübersetzung nicht mögen. Ich mag beides und habe auch dieses Graphic Novel sehe gerne gelesen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von _ich.lese_

Rezensionen von Lotta:

Tolle Geschichten, auch Vorleser*Innen lernen etwas dazu

Die kleine Schnecke Monika Häuschen 5: Was machen die Tiere zu welcher Jahreszeit? von Kati Naumann

Die kleine Schnecke Monika Häuschen habe ich auf der Buchmesse in Leipzig 2024 kennengelernt. Dort, ganz zufällig in eine Vorstellung gestolpert, fand ich die Idee diese drei Tiere miteinander interagieren zu lassen, schon wirklich klasse.

Nun bin ich in die Welt von Monika mit Band 5 eingestiegen, es gibt zwar ab und an Hinweise auf vorherige Abenteuer, doch würde ich schon behaupten, dass alles unabhängig voneinander zu lesen ist.

Zu jeder Jahreszeit gibt es in diesem Band eine Geschichte. Dabei tauchen Charaktere (oder auch Tiere) in unterschiedlichen Geschichten auf und bieten so neben den drei Freunden Konstanten in den Geschichten.

Der Schreibstil ist sehr passend für Kinder gewählt und je nach Alter, können noch die zusätzlichen Informationsseiten mit betrachtet werden oder nicht. Dabei lernen auch Vorleser*Innen noch etwas dazu! Das empfinde ich immer als sehr angenehm beim Lesen, wenn nicht nur das Kind neues erfährt.

Insgesamt ein Rund um gelungenes Kinderbuch mit tollen Illustrationen. So bewerte ich mit 5 von 5 Sternen und freue mich auf weitere Abenteuer mit der kleinen Schnecke Monika!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lotta

Rezensionen von Lotta:

Fantasy trifft Geschichte

Der Vertraute von Leigh Bardugo

Luzia kann sich das Leben ein wenig einfacher machen, in dem sie kleine Wunder wirkt. Das Brot ist verbrannt, kein Problem für sie. Doof nur, dass sie als Küchenmädchen zu Beginn des goldenen Zeitalters in Madrid lebt. Hier muss man beweisen, dass die gewirkte Magie mit der Kirche vereinbar ist. Die Hausherrin nutzt die kleinen Wunder jedenfalls um ihre Stellung zu verbessern.

Das bleibt nicht lange unentdeckt...

Der Schreibstil von Leigh Bardugo ist wie gewohnt sehr angenehm zu lesen und die Seiten fliegen nur so dahin.
Luzia als Charakter entwickelt sich stetig weiter und hier muss nicht nur der Leser aufpassen, sie nicht zu unterschätzen. Küchenmädchen sind schließlich einfältig und dumm oder etwa nicht?

Gut dargestellt finde ich den Einfluss der Kirche auf alles. Die Verfehlungen der Menschen, die einen sehr schnell hinter Gitter bringen und dann gibt es nicht mal einen wirklichen Prozess, sondern erzwungene Geständnisse.

Insgesamt trifft hier Fantasy auf Geschichte und der Ausflug nach Madrid hat mir recht gut gefallen. So bewerte ich mit 4 von 5 Sternen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Lotta

Rezensionen von Petra Gruber:

Beste Freunde

Die Sache mit Rachel von Caroline O'Donoghue

Rachel jobbt neben ihrem Studium in einer Buchhandlung. Dort lernt sie auch den neuen Kollegen James kennen. Und es ist Freundschaft auf den ersten Blick. Bald leben sie in einer WG zusammen, lachen über die selben Dinge, vertrauen sich alles an und sind beste Freunde.

Rachel schwärmt für ihren Professor Dr.

Byrne und um ihm nahe zu kommen organisieren sie und James eine Buchpräsentation seines neuen Buches. Doch es kommt alles ganz anders. Und ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt.

Die Sache mit Rachel besticht vor allem mit seinem Erzählstil. Es ist witzig, wortgewandt, immer wieder stehen Bücher und Filme im Mittelpunkt. Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet. Und es wird vor allem sehr schön erzählt, wie sie sich verändern, wie sie nach ihren Träumen suchen, dabei manchmal erfolgreich sind, sich aber auch verstricken, hängen bleiben und dann doch wieder in die Gänge kommen.

Ich habe diesen Roman sehr gerne gelesen. Einen Stern Abzug gibt es für das Ende, das mir dann doch zu sehr auserzählt und alles zu einem Happy End gebracht schien.

Dennoch: Sehr schön erzählter, spannender Roman für alle, die Coming-of-Age-Geschichten, Bücher über Freundschaft und Familien mögen. Mir hat er gefallen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Petra Gruber

Rezensionen von Bellis-Perennis:

Penibel recherchiert und gekonnt erzählt

Der Traum vom Tor von Juliana Weinberg

Wenn sich in den Wochen vom 14. Juni 2024 bis 14. Juli 2024 das Leben (fast) ausschließlich um den Männerfußball dreht, darf nicht vergessen werden, dass es zahlreiche Frauen gibt, die den Männern in nichts nachstehen, wenn sie dem runden Leder nachjagen. Dass es heute Meisterschaften und Turniere für Fußballerinnen gibt, davon kann Luise, die Hauptperson in diesem historischen Roman, der im Nachkriegsdeutschland von 1954 spielt, nur träumen.

Luise wächst mit ihren drei sportbegeisterten Bruder ohne Vater auf in einfachen Verhältnissen auf. Georg, der älteste Bruder nimmt sich die Rolle des Familienoberhauptes selbstherrlich heraus und tyrannisiert nicht nur Luise sondern auch die Mutter, die nach wie vor mit der Trauer um den gefallenen Ehemann kämpft. Um den Lebensunterhalt zu bestreiten geht sie putzen und strickt auf der Strickmaschine Pullover und Westen. Auch Luise muss ihren Lohn, den sie im Schneideratelier verdient abgeben.

Nun freut sich die ganze Familie über den Weltmeistertitel der deutschen Nationalelf, zumal fünf der Spieler aus der Heimatstadt Kaiserslautern stammen.

Als in Kaiserslautern eine Frauenfußballmannschaft, der FC Petticoat“ unter dem engagierten Trainer Max entsteht, ist Luise mit Feuereifer beim Training dabei. Sie kann ihre Leidenschaft nur heimlich ausleben, denn es wird behauptet, dass Fußball die Weiblichkeit und die Fruchtbarkeit der Frauen beeinträchtigt. Frauen sind zum Kochen, Waschen, Putzen und zum Kinderkriegen da. Die Indoktrination der NS-Zeit ist nach wie vor in den Köpfen der Menschen vorhanden.

Als der Deutsche Fußballverband den Frauenfußball verbietet und für jene Vereine, die Frauen ein Training ermöglichen, Strafen verhängt, muss Max recht kreativ sein, um Trainingsmöglichkeiten zu suchen.

Meine Meinung:

Mir hat dieser historische Roman sehr gut gefallen, obwohl ich ob der Präpotenz von Georg mehrmals die Fäuste geballt und vor Wut tief Luft holen musste, um weiterlesen zu können.

Die Autorin zeichnet ein authentisches Bild der Nachkriegsjahre. Die Verdienste der Frauen in den Kriegsjahren sind schnell vergessen. Für die Söhne ist es selbstverständlich, in den Vordergrund zu drängen und die Schwester und Mütter hinter den Herd zu verbannen.

Mehrmals musste ich schmunzeln, wie Luise ihren Bruder austrickst, um ihrer Leidenschaft nachgehen zu können.

Jedem der 20 Kapitel Kapitel steht ein Zitat eines männlichen Fußballers voran, die bis in die 2010-er Jahre den Frauenfußball lächerlich machen oder ganz ablehnen. Selbst das Lob (?) von Lothar Matthäus von 2011 wird spätestens mit seinem letzten Satz abgewertet:

„Vor zwanzig Jahren sind die Frauen noch über den Ball gefallen und gestolpert. Das hatte mit Fußball wenig zu tun. Mittlerweile spielen die Spielerinnen einen technisch und taktisch sauberen Fußball. Einige finde ich auch sehr hübsch.“

Da gefällt mir das Statement von Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache 2006 anlässlich der anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft der Männer vor dem Epilog gleich viel besser:

„Die Frauenfußball-Nationalmannschaft ist schon ja schon Fußballweltmeister, und ich sehe keinen Grund, warum Männer nicht das Gleiche leisten können wie Frauen.“

Man muss den Satz allerdings laut vorlesen, um die feine Ironie herauszuhören. Apropos, Weltmeister 2006 wurde Italien. Ob es der deutschen Männer-Elf 2024 gelingen, den Titel zu erringen?

Fazit:

Gerne gebe ich diesem historischen Roman, der uns in die Anfänge des Frauenfußballes entführt, 5 Sterne.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von Bellis-Perennis

Rezensionen von KimVi:

Spannender Pageturner!

Der Totenarzt von Chris Carter

Die Gerichtsmedizinerin Dr. Hove stößt bei der Autopsie eines Unfallopfers auf Ungereimtheiten. Ihre Untersuchungen ergeben, dass die tödlichen Wunden nicht vom Unfall stammen können. Dr. Hove hat den Verdacht, dass durch den Unfall ein Mord verschleiert werden soll. Deshalb leitet sie ihre Ergebnisse an Robert Hunter und Carlos Garcia vom LAPD weiter und bittet die beiden, sich das genauer anzuschauen.

Hunter und Garcia nehmen die Ermittlungen auf. Doch wo sollen sie ansetzen? Als sich bei der Routine-Autopsie eines Selbstmörders, der von einer Brücke sprang, herausstellt, dass dieser ebenfalls vorher ermordet wurde, wissen Hunter und Garcia, dass sie es mit einem Serienkiller zu tun haben, der äußerst geschickt vorgeht....

"Der Totenarzt" ist bereits der dreizehnte Fall für Robert Hunter und seinen Partner Carlos Garcia. Da die Fälle in sich abgeschlossen sind und sich dieses Mal die privaten und beruflichen Nebenhandlungen in Grenzen halten, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann mühelos folgen, wenn man noch keinen Teil dieser Serie gelesen hat.

Chris Carter versteht es wieder von Anfang an, Interesse an der Handlung zu wecken. Deshalb ist man sofort mitten im Geschehen. Da Handlungsorte und Protagonisten lebendig beschrieben werden, kann man sich mühelos auf die Jagd nach dem mysteriösen Killer einlassen.

Hunter und Garcia stehen vor einem Rätsel, denn es ist äußerst schwierig, einen Täter zu jagen, der sorgsam darauf bedacht ist, keine Spuren zu hinterlassen, die auf ein Verbrechen und schon gar nicht auf ihn selbst deuten. Da die Handlung aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet wird und man dabei sowohl dem Täter als auch seinen Opfern, über die Schulter schauen darf, weiß man zwar etwas mehr als die Ermittler, erhält aber dennoch nicht alle Informationen zur Identität des Killers. Dieser geht mit seinen Opfern nicht gerade zimperlich um. Deshalb sollte man beim Lesen nicht zu zartbesaitet sein, auch wenn bei diesem Teil, im Vergleich zu anderen Bänden der Serie, das Blutvergießen etwas milder ausfällt.

Durch unterschiedliche Perspektiven und geschickt angelegte Szenenwechsel, wird schon früh ein hohes Tempo aufgebaut, dem man sich kaum entziehen kann. Dieser ungewöhnliche Fall ist durchgehend spannend und gipfelt in einem Finale, das man geradezu atemlos verfolgt.

Wieder ein äußerst spannender Fall, der sich schon früh zu einem Pageturner entwickelt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von KimVi

Rezensionen von div:

historische Reise

Savannah - Aufbruch in eine neue Welt von Malou Wilke

historische Reise

Das Cover ist schön gestaltet, eine schöne Farbauswahl und es zeigt eine vielversprechende neue Welt und passt somit auch hervorragend zum Buch.

Nell hatte es nicht leicht. Durch eine Vergewaltigung wurde sie schwanger und dann von ihrem Vater auf Grund der Schwangerschaft aus dem Haus geschmissen.

In diesem Buch dürfen Nell's Reise nach Savannah verfolgen. Man erlebt ihre Höhen und Tiefen, sie findet Freunde, sie erlebt Schmerz. Sie baut sich ein neues Leben auf.
Die Erzählung wird mit vielen historischen Fakten und Wissen untermauert, und das passt sehr gut - wirkt auch gut recherchiert, sodass man sich in die damalige Zeit hervorragend hineinversetzen kann.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und sehr angenehm zu lesen.

Mir hat das Buch gut gefallen, eine interessante Unterhaltung, von mir gibt es eine Empfehlung für diese Auswanderreise.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von div

Rezensionen von LeserinLu :

Aktuell

Das Befinden auf dem Lande. Verortung einer Lebensart von Björn Vedder

„Das Befinden auf dem Lande“ von Björn Vedder ist ein aufschlussreiches Sachbuch, das sich mit Rechtsextremismus und Wertekonservatismus in der deutschen Provinz auseinandersetzt und die Provinzialisierung auch der deutschen Städte diagnostiziert. Besonders im Licht der jüngsten Wahlen gewinnt das Buch an Aktualität und bietet eine erfrischend kritische Perspektive auf das Landleben.

Vedder geht in seinem Buch der Frage nach, warum das Landleben für viele Menschen so anziehend erscheint, während er gleichzeitig die oft unsichtbaren Schattenseiten dieser Idylle aufdeckt. Hinter den idyllischen Fassaden ländlicher Gemeinden verbirgt sich seiner Meinung nach eine bedenkliche Mischung aus Vermögens- und Familienwerten, Statuskonsum, Anpassungsdruck und sozialer Kontrolle. Diese Mischung führt dazu, dass schon kleine Abweichungen von der Norm zu sozialer Ächtung und Scham führen können.

Das Buch ist durchzogen von Vedders persönlichen Erfahrungen, was es trotz der Schwere der Themen unterhaltsam macht. Besonders gelungen sind die zahlreichen soziologischen und literarischen Bezüge, die Vedder herstellt, um seine Thesen zu untermauern. Diese Referenzen reichen von klassischen Werken der Literatur bis hin zu aktuellen soziologischen Studien, was das Buch sowohl für akademisch Interessierte als auch für den allgemeinen Leser bereichernd macht. Einige Passagen, insbesondere im letzten Drittel des Buches, ziehen sich jedoch etwas. Dennoch bot das Sachbuch mir insgesamt viele Diskussionsanregungen, auch wenn ich insbesondere die Positionen zur Pandemie nicht immer teilen konnte. Wer sich für die Dynamiken zwischen Stadt und Land sowie die gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland interessiert, wird in diesem Buch also eine anregende Lektüre finden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von LeserinLu