Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Alo:
Unbefriedigend
Ich fürchte, Ihr habt Drachen von Peter S. Beagle
Das Cover, die Idee und der Klappentext hörten sich vielversprechend an, die Umsetzung hat mir nicht gefallen.
In "Ich fürchte, ihr habt Drachen" geht es um Robert, der Drachentöter ist, Drachen aber insgeheim mag und eigentlich einen anderen Traum hat. Um eine Prinzessin, die von ihren Eltern verheiratet werden soll, obwohl sie nicht so wirklich Lust darauf hat, bis sie auf Reginald stößt.
Und um diesen Prinzen, der die Verantwortung und sein Erbe nicht haben möchte, aber zum Helden gemacht werden soll.
Der Einstieg in das Buch war sehr amüsant, Beagles Erzählweise trieft anfangs geradezu vor Sarkasmus. Es hat angefühlt wie eine ironische Märchennacherzählung, was auch zur überschaubaren Länge des Buches passt.
Allerdings konnte mich die Geschichte nicht richtig überzeugen. Die Charaktere bleiben sehr flach und sind überhaupt nicht greifbar. Einzig bei Robert mit seinen Schuldgefühlen gegenüber den Drachlingen war es etwas besser und ich konnte mich in ihn hineinversetzen. Ein paar der Erzählstränge werden nicht zu Ende erzählt und andere Themen wurden nur kurz abgehandelt, was einen unbefriedigt zurücklässt. Und dazu ist auch nicht jede Handlung oder Motivation nachvollziehbar. Die Liebesgeschichte fand ich überflüssig und vorhersehbar. Wäre das Buch nicht so kurz gewesen, hätte ich es abgebrochen.
2,5/5 Sterne
Rezensionen von Pini:
Unterhaltsam und lustig
Creeper - bis es knallt! Für Fans von Minecraft von Heiko Wolz
Das Buch "Creeper – bis es knallt!" von Heiko Wolz und André Sedlaczek wurde am 22. Oktober 2024 vom Carlsen Verlag veröffentlicht. Es handelt sich um einen Comic in Form eines gebundenen Buches und es kostet 10 Euro.
Der Einband in den Farben des Creepers passt sehr gut zum Inhalt des Comics, und jeder der Minecraft kennt wird sofort verstehen, dass das Buch davon handelt.
Meinem Sohn gefällt das Aussehen des Buches sehr gut.
In der Geschichte geht es um die drei Freunde Stefan, Anna und Brokkoli, die ihrem Dorf dabei helfen wollen ein Feuerwerk zu organisieren, doch das ist gar nicht so einfach wenn man eine Zutat nur mit großen Schwierigkeiten bekommt und so erleben die Freunde ein Abenteuer.
Mein Sohn fand die Geschichte sehr unterhaltsam. Seine Lieblingsfigur Brokkoli war wieder sehr lustig und die drei Freunde lösen ihre Probleme gemeinsam, was den Kindern vor Augen führt, wie gut Teamwork ist.
Das Buch war für den Preis zwar sehr schnell durch gelesen, aber es hat uns gut gefallen und wir könnten uns vorstellen noch mehr Bücher aus der Reihe zu kaufen.
Definitiv Empfehlenswert für kleine Minecraft Spieler und alle die es noch werden wollen.
Rezensionen von Magdalena E.:
Fesselnd, tief, bildgewaltig
In den Wald von Maddalena Vaglio Tanet
Maddalena Vaglio Tanets Roman entführt in das Piemont der 1970er Jahre - und in den Wald.
Ein junges Mädchen begeht Selbstmord, eine Lehrerin verschwindet und plötzlich sieht sich ein ganzes Dorf konfrontiert mit dem Unaussprechlichen, mit Gefühlen, die aus der Tiefe des Unbewussten hervorbrechen, und die Protagonisten mit ihren Ängsten und Sehnsüchten konfrontieren.
Während die Dorfbewohner versuchen, das Geschehene zu verstehen und verzweifelt nach der Lehrerin suchen, sinkt diese immer tiefer in das Dickicht des Waldes und ihrer Gefühle und Erinnerungen. Von Schuldgefühlen überwältigt, versteckt sie sich in der Natur, die weder Schuld noch Scham kennt. Sie entzieht sich den Zwängen und moralischen Normen der Gesellschaft und der sozialen Kontrolle. Zugleich wird sie mit ihren verinnerlichten Werten konfrontiert und zu einer Auseinandersetzung mit sich selbst gezwungen.
Die bildgewaltige Sprache der Autorin lässt Wald und Dorf, Gegenwart und Vergangenheit vor den Augen der Lesenden wachsen, und gewährt tiefe Einblicke in die Gefühlswelt der handelnden Personen. Der Wald nimmt einen gefangen, man versinkt in der Geschichte und wächst mit den Protagonisten. Eine absolute Leseempfehlung für alle, die gerne eintauchen in fremde Gefühlswelten, die sich an Sprache erfreuen und Natur schmecken wollen.
Rezensionen von Magdalena E.:
Langsam und kurzweilig
Gefährliche Betrachtungen von Tilo Eckardt
In „Gefährliche Betrachtungen“ nähert sich Tilo Eckardt dem Schriftsteller Thomas Mann, den er in den Aufzeichnungen des Übersetzers Miuleris lebendig werden lässt. Dieser, inzwischen hochbetagt, erinnert sich an die (fiktiven) Begebenheiten im damals ostpreußischen Kurort Nidden. Eindrucksvoll zeichnet der Autor Bilder der Ostsee-Landschaft und lässt das soziale Leben von Kurgästen und Künstlern lebendig werden.
Dabei sollen die Aufzeichnungen, wie der Erzähler im Roman schreibt, „zerstreuen und die Neugierde auf den unbekannten Thomas Mann stillen“. Wobei er diese wohl eher weckt, als stillt. Doch auch für all jene Lesenden, die weder Die Buddenbrooks noch ein anderes Werk des Nobelpreisträgers kennen, bietet das Buch kurzweilige Unterhaltung in Form eines langsamen, ruhigen Kriminalromans, der jedoch durchaus Spannung bietet, und im Verlauf der Geschichte auch an Tempo zulegt.
Rezensionen von brauneye29:
Keine durchgängige Spannung
Minus 22 Grad von Quentin Peck
Zum Inhalt:
Als Laura mit ihrem Rad nachts im Wald unterwegs ist, wird sie plötzlich von einem SUV attackiert und vom Weg abgedrängt. Als sie wieder wach wird, sitzt sie in einer Art Käfig aus Plexiglas und der Entführer verlangt von ihr das sie ein Rätsel lösen muss oder sonst sterben wird. Zeitgleich bekommt Lauras Mutter sonderbare Post.
Kommissar Lukas erkennt die Handschrift eines nie gefassten Killers.
Meine Meinung:
Ja, die Idee hinter dem Plot ist gut. Auch die Auflösung hatte durchaus was. Spannung habe ich aber im Grunde nur ganz am Anfang empfunden als Laura von dem SUV bedrängt wurde. Das Buch wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Zum Teil auch von Personen, die man zunächst nicht zuordnen kann, aber natürlich gleich weiß, dass es da einen Zusammenhang geben muss. Gerade die Rückblicke in die Vergangenheit zeigen eine Mutter, die als Politikerin alles unternimmt, dass es ihr Kind es immer leicht hat und nie Konsequenzen tragen muss, sei ihr Verhalten auch noch so übel und dabei springen dann auch schon mal Menschen über die Klinge. Insgesamt habe ich mich trotz der wenigen Spannung gut unterhalten gefühlt.
Fazit:
Keine durchgängige Spannung
Rezensionen von Kwinsu:
Eine umgekehrte Welt
White Lives Matter von Jasmina Kuhnke
In "White Lives Matter" finden sich die Leser:innen in einer umgekehrten Welt wieder: Menschen mit weißer Hautfarbe sind die Unterdrückten, wohingegen die schwarze Gesellschaft rassistische Unterdrückung ausübt. Hauptprotagonistin ist die junge Studentin Anna, die es als eine der wenigen geschafft hat, an der Uni studieren zu können.
Mit außerordentlichen Eifer treibt sie ihr Geschichtestudium voran, um gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen. Einer ihrer Professoren bittet sie, eine Hausarbeit über die Unterdrückung der Weißen zu schreiben und akribisch, wenn auch mit anfänglichen Widerwillen, beginnt sie zu recherchieren, stößt immer wieder auf fatale Geschichten einzelner, die aufgrund der kolonialen Unterdrückung ihr Leben lassen mussten. Schnell erkennt sie, dass diese Geschichte der Unterdrückung bislang in der Forschung kaum beleuchtet wurde, was ihren Forscher:innenergeiz vorantreibt. Bis ein schrecklicher Vorfall ihr einen geliebten Menschen entreißt und sie zur Mitbegründerin von "White Lives Matter" macht.
Das Gedankenexperiment, das Jasmina Kuhnke zu wagen versucht, ist großartig - wie fühlt es sich an, zum unterdrückten Teil der Gesellschaft zu gehören, was macht das mit den Leser:innen, wenn plötzlich Weiße diskriminiert, gefoltert, aufs grausamste zur Schau gestellt und getötet und grundsätzlich als minderwertige, ja teils animalische Menschen behandelt werden? Was macht das mit einer/m, den Rassismus umzukehren? In "White Lives Matter" ist die Welt und deren Geschichte umgekehrt, Schwarze sind hier die herrschenden Eliten. Die Autorin ersetzt einfach schwarz gegen weiß, lässt aber jegliche geografische Verordnung außen vor. Lediglich "Norden" und "Süden" dienen als geografische Orientierung. In kurzen Blitzlichtern wird in die Vergangenheit geblickt und beschrieben, wie Weiße auf bestialische Art zu Tode kamen, meist durch die Hand ihrer Unterdrücker, auf alle Fälle aber mit deren Zutun.
Die Hauptprotagonistin Anna versucht es allen recht zu machen, versucht nicht aufzufallen und glaubt anfangs mit Ehrgeiz und Unauffälligkeit weiterzukommen. Sie muss einiges an Diskriminierung aushalten, schluckt es, auch wenn es sie innerlich zerfrisst. In den ersten zwei Dritteln des Buches wirkt sie recht naiv. Ein besonderes Augenmerk wird auf ihr Verhältnis zu ihrem Bruder gelegt und hier reagiert Anna oft mit kindlichem Trotz auf Konflikte. Ihr Bruder, der die gesellschaftlichen Verhältnisse so nicht hinnehmen will, reagiert auf jede Diskriminierung mit Widerstand, etwas, was Anna falsch findet. Auch wenn sie sich im Verlauf des Buches emanzipiert, ist das meiner Meinungen einer der Schwachstellen in der Geschichte.
Der Mann als Widerständiger und die Frau als jene, die alle Unterdrückung schluckt, ist ein Rollenbild, das lang tradiert wurde - und noch immer wird. Deshalb finde ich es auch sehr schade, dass Anna diese Rolle lange Zeit inne hat. Besonders im ersten Drittel erfahren wir viel von Annas (oft trotzigem) Innenleben, was aber im Laufe der Geschichte etwas abnimmt, das mich aber aufgrund der folgenden Ereignisse etwas verwundert. Grundsätzlich finde ich die Aufteilung des Romans etwas unausgewogen, erfahren wir im ersten Teil doch sehr viel über ihre Lebenssituation, wie es im Studium läuft, wie das Zusammenleben in der WG funktioniert (Anna ist hier die einzige Weiße), ein bisschen etwas über ihre Freundschaften und ihre Familie. Das einschneidende Erlebnis, bei dem ein ihr geliebter Mensch stirbt und der darauffolgende Widerstand gegen die Unterdrückungsverhältnisse und das System werden relativ rasch abgehandelt. Ein weiterer Kritikpunkt meinerseits ist zudem, dass beschrieben wird, wie Anna zur Geschichte der Unterdrückung recherchiert - als Studentin der Geschichtswissenschaft - und hier passieren die Einschübe aus der Vergangenheit, bei denen jeweils eine Geschichte des Zutodekommens einer weißen Person beschrieben wird. Danach folgt die Beschreibung, wie Anna das gerade Recherchierte aufnimmt. Das ist für mich etwas unglaubwürdig, denn es wird nicht erklärt, welche Quellen Anna hier verwendet hat - vermutlich auch deshalb, weil es dazu keine gegeben haben könnte, denn die Geschichte der Unterdrückten wurden so gut wie nie aus ihrer eigenen Perspektive festgehalten, sondern wenn dann aus der Sicht der Unterdrücker.
Mein Fazit: "White Lives Matter" ist ein Roman, der die Welt der Unterdrückung aus einer fiktiven Umkehr der Machtverhältnisse erzählt. Die Idee ist großartig, kann sie doch den Unterdrückenden einen Spiegel vor Augen halten. Leider hat mich jedoch die Umsetzung nicht wirklich überzeugt, ist die Hauptprotagonistin doch sehr im patriarchalen Rollbild gezeichnet. Außerdem wirkte für mich die Geschichte und deren Erzählweise an Geschehnissen etwas unausgewogen.
Rezensionen von PucKker:
Das Leben als Kind alkoholkranker Eltern
Säuferkind von Cornelia Hoppe; Wigbert Löer
Cornelia Hoppes „Säuferkind“ ist ein autobiografisches Werk, und solche Bücher zu bewerten, ist immer schwierig. Hoppes Geschichte ist zutiefst erschütternd und macht betroffen: Als Kind alkoholkranker Eltern wächst sie unter katastrophalen Bedingungen auf und heiratet später selbst einen Mann, der trinkt.
Viele ihrer Erlebnisse gehen unter die Haut und schärfen den Blick für die Lebens- und Gefühlswelten von Kindern, die unter ähnlichen Umständen aufwachsen. Es ist ein Buch, das sensibilisiert und sicherlich auch für Hoppe selbst eine Art Therapie war – dafür ziehe ich meinen Hut.
Der Schreibstil hat mich allerdings nicht überzeugt. Viele Sätze beginnen mit „und“, wirken unfertig, fast wie ein Entwurf. Die Sätze sind teilweise so kurz, dass der Lesefluss abgehakt ist. Besonders in den ersten Kapiteln, die die Zeit vor Hoppes Geburt thematisieren, gibt es viele Sprünge. Es liest sich wie eine lose Aneinanderreihung von Stichpunkten. Im weiteren Verlauf wird das zwar um einiges besser, aber ein literarisches Highlight darf man hier nicht erwarten.
Die zwischendurch eingeschobenen Kurzinfos zu Webseiten, Studien und Interviews fand ich ebenfalls störend. Sie reißen einen aus der Erzählung und nehmen dem Buch etwas von seiner Intensität. Für mich haben sie wenig zum Verständnis beigetragen und eher den Lesefluss behindert.
Trotz dieser Schwächen ist Säuferkind ein wichtiges Buch. Es öffnet die Augen für ein oft verdrängtes Thema und erzählt eine Geschichte, die lange nachwirkt. Wer sich nicht am Stil stört, wird hier einen tiefen Einblick in ein Leben finden, das so viele Menschen betrifft und doch so selten zur Sprache kommt.
Rezensionen von Kwinsu:
Keine:r sah es kommen
Was wir nicht kommen sahen von Katharina Seck
Ada ist 18, als sie sich das Leben nimmt. Ihr Suizid ist für ihre Eltern Jenny und Dominik anfangs unerklärlich, doch sie machen sich auf Spurensuche und blättern nach und nach auf, welchem Terror sich ihre Tochter unterziehen musste. Ada wurde Opfer einer ganz perfiden Art von Cybermobbing, das auch auf ihr physisches Leben übersprang.
Und keiner konnte ahnen, wie belastet die junge Frau wurde...
Katharina Seck ist mit "Was wir nicht kommen sahen" ein mitreißender Roman gelungen, welcher der Gesellschaft einen Spiegel vorhält - und das mit Nachdruck. Sie thematisiert so viele unterschiedliche gesellschaftliche Aspekte, wie das nach wie vor vorherrschende Patriarchat, Mobbing in seinen unterschiedlichsten Formen (physisch & digital & hybrid), Incels, fehlende Aufklärung im Schulsystem und allgemein in der Gesellschaft was den digitalen sozialen Raum betrifft, um nur einige wenige zu nennen.
Die Erzählperspektive macht das Buch neben der relevanten Themen noch spannender - wir wechseln uns beim Lesen ab zwischen Ada und ihrer Mutter Jenny, wobei auch immer wieder in der Zeit gewechselt wird - wir erleben, wie Jenny und Dominik mit Adas tot und der Trauer kämpfen, aber auch den schweren Kampf, den Ada gegen die digitalen Trolle führte. Nach und nach recherchieren ihre Eltern, welche Ereignisse ihre Tochter durchleben musste, ohne dass sie auch nur einen Funken davon mitbekommen hatten (kaum gab es einen treffenderen Buchtitel!). Den Schreibstil der Autorin finde ich sehr eindringlich, er ist direkt und philosophisch und gesellschaftskritisch durch und durch - und erinnert mich sehr an den Stil von Mareike Fallwickl.
Besonders hervorheben möchte ich, dass zwischendurch auch immer wieder "die Anonymität" zum Erzählen kommt: in diesen kurzen Kapiteln werden Menschen, über deren Identität wir nichts genaueres erfahren, beschrieben - wie sie denken und fühlen, beispielsweise ein Incel, der über seinen Frauenhass und seine Incel-Gruppe berichtet, aber auch eine junge Frau aus schwierigen Verhältnissen, die (Mobbing-) Täterin und Opfer zugleich ist. Das finde ich deshalb so gut, da hier ohne Wertung auch die "Gegenseite" gezeigt wird, die nämlich auch Menschen und meist selbst in irgendeiner Weise Benachteiligte der Gesellschaft sind. Aber auf sie wird nicht mit dem Finger gezeigt, sondern durch die objektive Beschreibung dieser Charaktere den Lesenden veranschaulicht, dass es eben auch eine andere Seite mit eigenem Schicksal gibt - toll!
Besonders die Trauer und Verzweiflung von Adas Mutter Jenny werden so absolut nachvollziehbar beschrieben, dass ich beinahe das Gefühl hatte selbst in ihrer Haut zu stecken. Auch die Beziehung zu ihrem Mann Dominik, die in der Trauer nicht nur Höhen erlebt, wird authentisch dargestellt. Einen kleinen Punkteabzug gebe ich aber trotzdem, da für mich die Figur Ada nicht ganz greifbar ist. Sie wird als so starke und kämpferische junge Frau dargestellt, dass für mich der radikale Schritt Suizid nicht wirklich nachvollzogen werden kann. Ich möchte keinesfalls herunterspielen, dass das was sie durchmachten musste, an Heftigkeit kaum zu überbieten ist, hinzu kam ein persönlicher Vertrauensbruch als letztes Tüpfelchen - und trotzdem fühlte sie sich wie eine Person an, die gegen das System kämpft und nicht aufgibt.
Mein Fazit: "Was wir nicht kommen sahen" ist ein Buch, was alle Eltern von Teenagern lesen sollten, um etwas mehr von ihrer Lebensrealität zu verstehen. Es wäre außerdem ein hervorragendes Buch für den Unterricht, um das Thema Cybermobbing zu reflektieren. Im Stil von Mareike Fallwickl hält Katharina Seck der Gesellschaft eine Spiegel vor, der einen ordentlich zum Nachdenken bringt und auch etwas fragend hinterlässt.
Rezensionen von Michaela:
Spannend mit leichten Längen in der Mitte
Minus 22 Grad von Quentin Peck
'Minus 22 Grad' beginnt sehr spannend. Laura Gehler wird nachts bei einer Radtour entführt und erwacht in einem gläsernen Käfig. Kurze Zeit später erhält ihre Mutter eine Puppe zugesendet, welche den ermittelnden Kriminalkommissar Lukas Johannsen auf die Spur eines ungeklärten Falls bringt. In einem Nebenstrang lernen wir Ariane kennen, welche Tom an einem eiskalten Abend vor dem Ertrinken im Eiswasser rettet.
Wie werden diese beiden in die Geschichte passen?
Der Spannungsaufbau am Beginn ist meines Erachtens wirklich sehr gut gelungen. Ich kann das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil ist eingehend und unterhaltsam. Leider schwächt sich dieser Eindruck nach ca. einem Drittel ab. Ich hatte dann das Gefühl, dass die Geschichte nicht vorankommt und über viele Seiten zu viele unwichtige Details viel Raum bekommen. Ca. im letzten Drittel kommt wieder Bewegung in die Geschichte und es wird wieder richtig spannend, mit unerwarteten Wendungen. Also durchhalten lohnt sich!
Rezensionen von yellowdog:
Loretta Darling
Not your Darling von Katherine Blake
Es sind die fünfzigern Jahre. Margaret aus England will unbedingt in die USA, nach Hollywood und sie ist entschlossen sich durchzusetzen. Als Maskenbildnerin für die Stars.
Das Cover gefällt mir gut und genau so, wie die Frau mit Hut und dem spöttischen Blick darauf aussieht, habe ich mir die Protagonistin beim Lesen vorgestellt.
Margarete nennt sich schließlich Loretta Darling.
Ihre originelle, schlagfertige Erzählstimme dominiert den Text. Sie nimmt die Umgebung mit kritischen Blick wahr, hat immer auch ihren Vorteil im Blick.
Das Erzähltempo ist recht hoch, das passt zur Handlung.
Katherine Blake hat einen filmreifen Stil. Man glaubt beim lesen, die Szenen direkt vor sich zu haben.
Mutig, so eine egozentrische Hauptfigur einzusetzen, das erinnert mich an Emma Clines Protagonistin aus Die Einladung.
Doch Loretta hat auch eine weiche Seite, die sich darin zeigt, dass immer wieder Briefe an ihre Schwester nachhause schreibt.Erst am Ende erfährt man dazu noch etwas entscheidendes.










