Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Claudia R.:
Western Feeling
Abby II von Claudia Fischer
Klappentext / Inhalt:
Butch Cassidy kehrt 1910 unerkannt in die USA zurück und sucht seine einstige Weggefährtin Abby auf, die seit 16 Jahren mit ihrer Familie in San Francisco lebt.
Abby erkennt durch ihn, dass sie im Verlauf ihrer Ehe alles einbüßte, was ihr einst wichtig war.
Als Butch ihr vorschlägt, mit ihm neu zu beginnen, fällt ihr die Entscheidung leicht, auch wenn ein Leben an der Seite des gesuchten Outlaws Verzicht und eine ungewisse Zukunft bedeutet.
Zunächst muss Abby jedoch ihrer eigenwilligen Tochter Alison alle Wege ebnen und ihr zeigen, was wahre Freiheit bedeutet.
So begeben sich Mutter und Tochter auf eine abenteuerliche Reise, die sie einander näherbringen und ihr Leben für immer verändern wird.
Cover:
Wild West Feeling und wundervolle Atmosphäre wird durch dieses Cover vermittelt. Es gibt bereits mehrere Auflagen mit unterschiedlichen Covern. Innerhalb der Auflage sind die Cover jedoch entsprechend passend zu den anderen der Reihe angeglichen. Optisch und auch farblich ist es toll umgesetzt.
Meinung:
16 Jahre sind vergangen und nicht nur in Abbys Leben hat sich so einiges getan. Als Butch Cassidy unerkannt in die USA zurückkehrt sucht er seine einstige Weggefährtin Abby auf und an alte Zeiten erinnert, fühlt Abby was sie vermisst und das Abenteuer kann erneut beginnen.
Zu viel vom Inhalt möchte ich hier nicht verraten, da ich nicht Spoilern will. Mit weiteren Informationen und Details halte ich mich daher zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut und flüssig lesen. In die Wild West Atmosphäre und dieses Setting findet man sich schnell hinein. Es handelt sich hierbei um den zweiten band. Man kann diesen durchaus unabhängig lesen, da zwischen den Bänden schon etwas Zeit vergangen ist, um aber alle Zusammenhänge greifen zu können ist ein Lesen in Reihenfolge schon vorteilhaft.
Die Stimmung und Atmosphäre kommt hier sehr gut auf und es ist spannend und unterhaltsam umgesetzt. Auch die Charaktere sind klasse und gut durchdacht. Man trifft auf alte Bekannt, aber auch neue kommen hinzu und fügen sich sehr gut ein. Die Geschichte fesselnd und so einige Wendungen sind nicht vorhersehbar und überraschend.
Schnell ist man im Geschehen und wird von diesem erfasst und mitgenommen.
Die Gliederung und Gestaltung hat mir auch hier sehr gut gefallen. Die Kapitelanfänge sind sehr gut erkennbar und ersichtlich. Die Überschriften sind passend gewählt ohne zu viel zu verraten. Die kleinen Illustrationen an den Anfängen lockern es auf. Richtig klasse sind auch die großen schwarz-weiß Illustrationen zwischendurch, welcher dem Ganzen noch mehr Tiefe und Atmosphäre verleihen. Diese runden das Ganze perfekt ab. Die Bilder sind stimmungsvoll umgesetzt und veranschaulichen die Szenerie. Toll für den Gesamteindruck.
Auch dieser band ist spannend und eine gelungene Fortsetzung der Reihe. Western Atmosphäre, starke Charaktere und wundervolle Unterhaltung sorgen dafür, dass ich dieses Buch und auch diese Reihe gern weiterempfehle.
Fazit:
Western Atmosphäre, starke Charaktere und wundervolle Unterhaltung...
Rezensionen von Marw76:
Interessanter Roman über drei Frauen verschiedener Generationen
Vor hundert Sommern von Katharina Fuchs
Cover: Das Cover gefällt mir persönlich nicht ganz so gut wie die anderen Romane der Autorin. Meiner Meinung nach ist das Cover ziemlich neutral gehalten und könnte auch zu jedem anderen Sommerroman passen. Aber es kommt ja auf den Inhalt des Buches an und dieser war interessant zu lesen.
Ausserdem sind Cover natürlich immer auch Geschmacksache.
Inhalt: Das Buch dreht sich einmal um Lena und ihre Mutter Anja, die gemeinsam die Wohnung der Großmutter ausräumen und dabei den Nachlass von Anjas Großtante Clara entdecken, über deren Leben stets der Schatten von etwas Unausgesprochenem lag. Im Berlin der 1920er Jahre interessiert sich die junge Clara kaum für Politik und eröffnet irgendwann ihren eigenen Hundesalon. Hundert Jahre später muss sich Lena der Vergangenheit stellen, um ihre eigene Zukunft zu gestalten. Sie erkennt, dass Scham und Schuld aus längst vergangener Zeit ihre Familie bis heute prägen. Und Anja muss sich mit dem aufkommenden Antisemitismus in den Bibliotheken der Universitäten auseinandersetzen.
Meine Meinung: Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, da die Autorin einen fesseln kann und die Personen und Orte sehr lebendig beschreibt. So war ich zum Beispiel sofort mit Clara im Berlin der 20er Jahre und habe sie gerne begleitet oder war mit Anja in Bremen und Hamburg unterwegs. Aber der Roman hat auch seine Längen, was man sich bei der Dicke des Buches auch möglicherweise denken kann. Die Autorin schreibt ausschweifend und wiederholt sich auch mal, gerade wenn es um die Stränge von Lena und Anja in der Gegenwart geht. Die Geschichte an sich habe ich sehr gerne gelesen, wobei der Strang in der Vergangenheit rund um Clara noch besser gefallen hat. Auch mit Anja habe ich gerne mitgefiebert wobei ich Anja am Anfang noch besser verstanden habe und ihr verhalten dann nicht immer nachvollziehen konnte, gerade wenn es um ihre Familie ging. Mit Lena hingegen habe ich mich von Anfang an etwas schwer getan und konnte mich nicht immer in sie einfühlen. Die erste Hälfte des Buches konnte mich überzeugen, dann jedoch gab es zu viele Wiederholungen in der Gegenwart und die Vergangenheit kam zu wenig in den Vordergrund. Das Ende wurde mir dann zu schnell erzählt und ein paar Fragen sind offen geblieben. Ich mochte das Buch insgesamt gerne und fand es interessant zu lesen, es hatte aber auch ein paar Schwächen.
Rezensionen von Nele33:
falsche Erwartungen
Haus Waldesruh von David Krems
"Haus Waldesruh" des Autors David Krems habe ich fälschlicherweise für mich unter dem Genre Krimi verordnet, doch dem war nicht so.
Eine ehemalige Schülerclique Anna, Lea, Ferdy und Marco trifft sich 15 Jahre nach der Matura (Abitur) in der Waldhütte genannt Waldesruh von Marcos Onkel, der sie alle dahin eingeladen hat.
Im ersten Moment überwiegt die Wiedersehensfreude, doch schon nach kurzer Zeit kommt ein komisches Gefühl auf und unterschwellige Konflikte bestimmen den Raum. Damals waren sie noch 5 in der Clique, einer fehlt: Max, dieser hat sich kurz nach dem Abitur suizidiert, zudem war er der Freund von Anna, einer der Protagonistinnen.
Die Stimmung ist passen zum Standort der Hütte von der ersten Seite an dunkel, geheimnisumwittert und bedrückend. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und wirken authentisch. Leider konnte mich die Sprache nicht wirklich erreichen, was das Lesen etwas mühselig machte. Für ein Kammerspiel aber super geeignet. Und genauso war das Buch ja auch deklariert, habe ich nur überlesen. Darum ist meine Enttäuschung über dieses Buch mir zuzurechnen. Im Verlauf der Geschichte habe ich einige Ungereimtheiten für mich entdeckt und auch das Ende war für mich zu abrupt und nicht ganz schlüssig.
Der Spoiler im Klappentext zum Gast war in meinen Augen da auch ausschlaggebend.
Fazit:
sehr gute Atmosphäre
ansprechende Charaktere
Rezensionen von Claudia H.:
Genau mein Humor
Lauf, Mama, lauf! von Mareike Barmeyer
Worum es geht:
Dieses süße kleine Büchlein von 176 Seiten beinhaltet kleine nette Anekdoten zum Thema Kind und Familie.
Mein Fazit:
Mareike Barmeyer trifft hier genau meinen Humor. Ich habe mich bei der Lektüre köstlich amüsiert und häufige schallend gelacht. Das Buch ist sehr flüssig zu lesen.
Ich habe es in einem Rutsch durchgelesen. In einigen Storys findet man sich und seine Familie wieder, bei anderen ist man froh, dass einem so etwas nicht passiert ist. Dadurch, dass es sich um kurze einzelne Storys handelt, ist das Buch auch hervorragend für Leserinnen und Leser geeignet, die nicht viel Zeit zum Lesen haben. Das einzige, nicht ernst gemeinte, negative an dem Buch ist, dass es zu kurz ist. Ich hätte liebend gerne noch mehr gelesen. Das Buch ist für alle geeignet, die mal wieder Lust haben herzhaft zu lachen. Auch als Geschenk ist es gut geeignet, oder zum Vorlesen.
Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und volle 5 Sterne.
Rezensionen von Jazz:
Rache oder Gerechtigkeit
How To Kill a Guy in Ten Ways von Eve Kellman
Millie hatte kein leichtes Leben. Es beginnt mit ihrem eigenen Vater, der ein Alkoholiker war und seine Frau schlug und auch Millie vor ihm nicht sicher war. Sie deutet an, dass er ihr erstes Opfer war...
In der Zwischenzeit lernen wir sie persönlich besser kennen. Sie hat nach dem Schulabschluss keine Ambitionen gehegt und arbeitet daher demotiviert in einer Rahmenwerkstatt, wofür sie sich nicht begeistern kann.
Action bietet ihr daher die Suche nach dem Täter... Millie erklärt, dass sie nach der Vergewaltigung ihrer kleinen Schwester, die danach das Haus nicht mehr verlassen will, auf Rachefeldzug zu gehen, bis ihr der richtige Täter ins Auge springt.... Dabei bietet Katie ihr kaum Hilfe, da sie nur wenige Anhaltspunkte liefert, mit denen Millie den Täter finden muss.
So beginnt ihr phänomenaler Feldzug, bei dem sie der Frauenwelt ein Stück mehr Gerechtigkeit bringt. Sie jagt Männern hinterher, die Frauen belästigen, filmen,... Immer mit dem Ziel eines Nachts den Vergewaltiger ihrer Schwester zu erwischen.
Der Roman ist absolut für Frauen zu empfehlen, die mit dem aktuellen Justizsystem ebenfalls nichts anfangen wollen, welches Täter schützt. Ist es Selbstjustiz oder Gerechtigkeit, was Millie durchzieht?
Der Roman ist zudem leicht zu lesen. Man fliegt förmlich durch die Seiten. Sehr spannend und mit einem richtig umwerfenden Ende.
Rezensionen von Marw76:
Abenteuer in der Welt der Fantasie
Artemis - Abenteuer auf dem Meer der Wünsche von Fabiola Turan
Cover: Das Cover ist wunderschön und passt sehr gut zum Inhalt des Buches. Auf dem Cover ist Artemis selbst zu sehen, ausserdem das Schiff auf dem Meer der Wünsche und die Akademie im Hintergrund. Mitten auf dem Cover sieht man den großen Kompass der ebenfalls eine Rolle in der Geschichte spielt.
Das Cover ist sehr gut gewählt und macht sofort Lust auf den Inhalt.
Inhalt: Artemis findet eine Stickleiter im Wald und findet sich plötzlich an Bord eines fliegenden Schiffes wieder! Die Crew der Dreamcatcher besteht aus magisch begabten Kindern, die das Meer der Wünsche vor einem machthungrigen Baron beschützen. Um ihren Teil dazu beizutragen, muss Artemis die Wolkenmagie in sich erwecken und sich auf eine gefährliche Reise begeben. Dabei wird ihr mehr abverlangt als erwartet und bald droht das Abenteuer aus dem Ruder zu laufen. Haben die Kinder gemeinsam eine Chance, gegen das Böse zu bestehen und das Meer der Wünsche zu retten?
Meine Meinung: Der Schreibstil der Geschichte ist recht einfach und gut lesbar, dennoch sollten die Kinder schon geübte Leser sein, da die Schrift recht klein ist und es auch sonst keine weiteren Illustrationen im Buch gibt. Man kommt im Buch gut vorran und ich hatte es in wenigen Tagen gelesen, auch wenn das Buch in der ersten Hälfte auch die ein- oder andere kleine Länge hatte und der Einstieg in dem Lernkurs hätte gekürzt werden können. Dann jedoch hat der Spannungsbogen mächtig angezogen und die zweite Hälfte des Buches war wirklich spannend und voll von Action, Abenteuer und Magie. Im Buch geht es um Gut gegen Böse, um Freundschaft und Zusammenhalt aber auch um die eigenen Fähigkeiten, Träume und Fantasien. Zum Schluss konnte ich das Buch kaum noch zur Seite legen und gebe daher sehr gute 4 von 5 Sternen.
Rezensionen von Sophie H.:
Bayrischer Kinderkrimi
Der Schrazelschatz von Susanne Ospelkaus
Im kleinen beschaulichen Bergdorf Oberauf, wo jeder jeden kennt, verschwinden seit ein paar Tagen immer wieder Gegenstände. Glänzende Gegenstände aus Metall. Die Freunde Leni, Bene und Anton wollen herausfinden, wer dahintersteckt. Unterstützung bekommen sie dabei von ihrer zahmen Dohle Corax. Auch die Dorfbewohner überlegen längst, wer der Dieb sein könnte.
Ist es Walburga, die zurückgezogen alleine im Wald lebt und von allen nur Walla genannt wird? Oder hat der Köhler etwas damit zu tun? Und einige verdächtigen sogar die Dohle Corax. Und was hat es mit den uralten Schrazellöchern auf sich, die angeblich alle unzugänglich sind? Ehe die drei Freunde sich versehen, sind sie mitten in einer spannenden Ermittlung und am Ende ist alles ganz anders, als alle gedacht haben. Eine Geschichte über Freundschaft, Zusammenhalt, Vorverurteilung und über das Anderssein.
Mich konnte das Buch leider nicht hundertprozentig überzeugen. Laut Angabe des Verlags ist das Buch für Kinder ab 8 Jahren gedacht. Die Schrift ist groß gewählt und die Sätze sind auch relativ kurz, sodass Kinder in dem Lesealter das Geschriebene gut erlesen können. Allerdings dürften Kinder, die nicht in Bayern groß werden, mit manchen Ausdrücken ihre Schwierigkeiten haben, weil sie z.B. in Norddeutschlang komplett unbekannt sind. Hier hätte ich mir ein Glossar gewünscht, dass die Begriffe kurz erklärt. Auch der christliche Glaube kommt mir viel zu kurz. Stattdessen spielen Aberglaube und Mythen eine herausragende Rolle. Richtig gut gefallen hat mir, dass man viel über das fast ausgestorbene Handwerk des Köhlers lernt.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Eine gelungene Fortsetzung
Das große Promi-Sterben von Sebastian Thiel
„Lewwer duad üs Slaav“
In diesem dritten Band dieser Reihe bekommt es Oberkommissarin Lene Cornelsen nicht nur mit ihrem Ex-Mann Hendrik, der nun eine Folge der aktuellen Staffel der Reality-Show „Trash Island - Das große Promi-Sterben“ auf der Insel Sylt managt, sondern auch mit den unheimlichen Gongern, den Sagengestalten aus dem 17.
Jahrhundert, zu tun.
Statt leichter Sommerkost und Zickenkrieg im TV wird eine Kandidatin, Shirin Engler, trotz lückenloser Überwachungskameras und Waffen tragenden Security-Mitarbeitern vor laufender Kamera direkt vom Set entführt. Um die Frau zu retten, muss sich ausgerechnet Lene auf ein perfides Ratespiel einlassen, bei dem nun ganz Deutschland vor den Bildschirmen sitzt und zusieht. Der Wettlauf um Shirins Leben gerät im Kompetenzgerangel nicht nur einmal beinahe ins Stocken.
Lange ist nicht klar, welches Spiel Lenes Ex-Mann und Ex-Polizist Hendrik, hier verfolgt, zumal er mit Hauptkommissar Helge „Android“ Mathissen, dem ziemlich humorlosen Chef von Lene, gut bekannt zu sein scheint.
Wird Lene das Rätsel um die Gonger lösen können? Unterstützung erhält sie wieder von ihrem Vater, dem Münchener Journalisten Michi und Victor, dem dänischen Archäologen, der im ersten Fall ihr Hauptverdächtiger war.
Meine Meinung:
Gleich vorweg, diese Art von Fernsehprogramm ist so gar nicht meines. Allerdings habe ich die Mechanismen, die hinter dieser Sendung stecken, recht bald durchschaut.
Gut gefallen haben die Ausflüge in das historische Sild (Sylt) des 17. Jahrhunderts, in dem Teile von Norddeutschland unter dänischer Herrschaft und Willkür standen. Die wohl bekannteste Sage ist jene von Pidder Lüng, die auch hier geschildert wird.
Schmunzeln musste ich wieder über Helge „Android“ Mathissen, der allerdings situationsbedingt den einen oder anderen menschliche Zug zeigt.
Das verheißt für kommende Fälle noch reichlich Spannung.
Fazit:
Gerne gebe ich dieser gelungenen Fortsetzung 5 Sterne.
Rezensionen von Jenny:
Tolles Buch
If We Were Gods von Lara Große
If we were Gods ist eine Geschichte, die einen mitfiebern und mitfühlen lässt, aber auch zwischendurch zum Kopfschütteln führt.
Olivia ist eine zivile Studentin aus Prag, die als Naturtalent die Risse in den Ebenen spüren kann. Sie ist arm und kommt durch ein Stipendium an die Schule, voller reicher Jugendlichen, die zum Teil eine lange Familiengeschichte in den arkanen Künsten haben.
Sie wird einer 6 köpfigen Expeditionsklasse zugeteilt und sehr schnell beginnen die 6 Studenten mit einem verbotenem Vorhaben mit weitreichenden Folgen...
Die Geschichte ist wundervoll geschrieben. Die einzelnen Schritte der Gruppe sind super erklärt, es wird aber nicht langweilig durch die Erzählungen. Der Schrreibstil ist manchmal etwas herausfordernd. Eine Seite nur mal kurz zu „überfliegen“ ist
nicht ratsam, da auf jeder Seite immer interessante und wichtige Infos stecken.
Die Personen sind gut ausgearbeitet. Oskar, Saxa, Tamara, Milo und Nasir sind die typischen „rich kids“, wo man manchmal einfach nur denkt, die haben keine anderen Probleme. Bei der Hauptperson Olivia runzel ich allerdings häufiger die Stirn. Ja, sie ist arm und will dazu passen. Deshalb lügt sie die anderen an über ihre Familienverhältnisse. Das ist das eine. Aber wie man sich innerhalb von wenigen Stunden von diesen Leuten überreden lassen kann gegen die Gesetze zu verstoßen und dann auch noch so begeistert dabei mitzumachen, obwohl man keine Optionen hat, was man nach einem Rausschmiss machen will... Versteh ich nicht. Und auch nach den Schwierigkeiten und dem Erkennen, dass da etwas gewaltig schief läuft, tut sich bei ihr nichts. Sie hat sich einfach an die ersten Leute geklammert, die ihr sagten was sie tun soll und nett waren, anstatt auf die innere Stimme zu hören, aber gut. Hätte sie das nicht gemacht, gäbe es die Geschichte nicht. Ebenfalls zu dem Thema Darstellung der Charaktere anzumerken ist, dass hier sowohl hetero-, homo- als auch bisexuelle Persönlichkeiten aufeinandertreffen. Finde ich bei 6 Leuten etwas viel geballt, aber es wird nicht übertrieben und zerstört auch nicht den Lesefluss oder die Geschichte.
Die Gestaltung des Buches kann ich nicht besser als atemberaubend beschreiben. Das Buch an sich ist komplett in Gold gehalten. Der Schutzumschlag, der darüber gelegt wird wiederum in Schwarz und hat einen Riss in der Mitte, der den Riss zwischen den Ebenen darstellt. Ich finde es super anschaulich, natürlich muss man allerdings aufpassen, dass man den Schutzumschlag nicht einreißt. Klappt man den Buchdeckel oder den Buchrücken um, kann man an beiden Stellen ein Foto der Gruppe oder einen kleinen Ausschnitt aus einem Tagebuch sehen.
Mein Fazit: Schöne Geschichte, die die arkanen Künste beinhaltet. Fantasie-, aber auch lehrreich. Wer zu hoch fliegt, kann sehr tief fallen.
Rezensionen von MarcoL:
Wunderbarer Debütroman über Trauer, Liebe, und die Sehnsucht nach Leben. Ganz große Leseempfehlung!
Und dann springen wir von Gianna Lange
Dieses Debüt von Gianna Lange hat es in sich. Ein wunderbar aufgebauter, liebevoller Roman in einer poetischen Sprache, die einen von Anfang an fesselt und mitnimmt. Selten habe ich mich in den Zeilen derart wohl gefühlt. Da gibt es kein Holpern, kein Ruckeln, sondern einen sehr harmonischen Flow rund um die Geschichte von Rosa.
Rosas Familienleben ist nicht einfach. Sie hat mir ihrer Mutter Elise eine besondere Beziehung. Und Elise hat Schwierigkeiten mit ihrem Leben. Es gibt dunkle Momente, aber auch sehr Helle. Rosa erinnert sich an eine gemeinsame Reise, eine Art Road Trip, der die beiden über Berlin, Prag, Budapest bis nach Mostar und in die Herzegowina führte. Sie standen auf der Brücke und sahen den Wagemutigen zu, die hinunter in den Fluss sprangen. Sie beschlossen, es auch zu tun – wenn sie das nächste Mal wieder in der Stadt wären.
„… und dann springen wir …“
S. 48: „Wer ist Elise? Zutreffende Antworten an solchen Tagen: Glück und Leichtigkeit. Nudeln mit Tomatensoße, Vanilleeis im Gefrierfach. Worte, Taten, Lieder. Leben.“
Doch dann stirbt Elise. Ihr geschwächter Körper kann dem Druck der Tuberkuloseerkrankung nicht mehr standhalten. Und Rosa steht alleine da, muss die Beerdigung organisieren, muss mit ihrer Trauer fertig werden. Und sie muss, ob sie will oder nicht, Kontakt zu ihrem Vater aufnehmen. Der ist eines Tages gegangen, hat die beiden verlassen und eine neue Familie gegründet. Der Kluft ist groß, besonders weil Rosa es so wollte.
Bis zur endgültigen Beisetzung nach der Einäscherung hat Rosa Zeit, weiß nicht viel mit sich anzufangen, und beschließt, den Trip von damals zu wiederholen. Alleine.
Sie trifft auf eine Bekannte – Emma. Emma ist ganz besonders. Während Rosas Familie ein Trümmerhaufen ist, der vielleicht zum Teil wieder gekittet werden kann, ist Emma als Adoptivkind auf der Suche nach ihren Wurzeln. Emmas und Rosas Suche führt sie wieder nach Mostar. Und dort, ja was dort alles passiert, müsst ihr selber lesen. Schmerzliches und viel Herzliches, soviel kann ich noch verraten.
Parallelen zur Seele von Elise und der Stadt sind nicht von der Hand zu weisen, und in diesem Roman spielerisch miteinander verstrickt.
S.123: „Für Elise war es Mostar gewesen. Das Ziel ihrer Flucht. Die Stadt hatte etwas Brutales, sie war vernarbt und hatte Brüche und Risse von all den Schlägen, die sie eingesteckt hatte. Dem setzte sie trotzig ihre überwältigende Schönheit entgegen.“
Familie, Trauer, Suche nach sich selbst, nach dem Leben selbst – das und so vieles mehr steckt in diesem Roman, der, wie ich schon erwähnte, mich sehr begeistert hat. Und er ist nebenbei eine versteckte Liebeserklärung an die Stadt Mostar und die Herzegowina. Man möchte sich sofort auf diesen Roadtrip begeben.
S.8: „Ich hielt den Blick geradeaus gerichtet, wo sich die Nacht zwischen die Bäume schlich. Vielleicht sollten wir bleiben, Elise. Doch Elise war nicht mehr da.“
Was für ein Debürtoman! Ganz große Leseempfehlung. Da kann man sich sehr auf hoffentlich noch viele Romane von Gianna Lange freuen.











