Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Cornelia:
Mitreissendes Liebesdrama
Verliebt in Stockholm von Anna Lönnqvist
Mira ist mir von Beginn an sympathisch. Aus ihrer Sicht wird in der ersten Person die Geschichte erzählt. Kapitel aus der aktuellen Zeit und vor vierzehn Jahren wechseln sich ab. Zwei Männer spielen in ihrem Leben eine Rolle, ihre Jugendliebe William und der Stargeiger Alessandro.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig.
Mira wird detailliert charakterisiert, aus William werde ich nicht ganz schlau und Alessandro wird nur oberflächlich skizziert.
Häusliche Gewalt, Schuldgefühle, Trauer und Verletzungen nehmen einen großen Teil im Buch ein. Mich persönlich hat das Buch phasenweise runzergezogen, ich erwartete einen leichten Liebesroman.
Die Liebesgeschichte gefiel mir gut, die Anziehungskraft der beiden wird hautnah miterlebt, aber mir war es zu viel Drama. Also empfehle ich Verliebt in Stockholm als Liebesdrama.
Rezensionen von Alo:
Zwischen Liebe, Wut und Rache
Wut und Liebe von Martin Suter
„Ich liebe ihn, aber nicht das Leben mit ihm.“
„Wut und Liebe“ von Martin Suter taucht tief in die Abgründe des menschlichen Seins ein. Mit viel psychologischem Feingefühl, wie man es von Suter kennt, werden die Charaktere lebendig und glaubwürdig dargestellt. Es geht um verletzte Gefühle, Rache und zwischenmenschliche Spannungen, die sich nach und nach zu einem komplexen Beziehungsgeflecht verweben.
Im Mittelpunkt steht Noah, ein mittelloser Künstler, der von seiner Freundin verlassen wird. Sie liebt ihn zwar noch, aber sie erträgt das Leben mit ihm nicht mehr. Diese Entscheidung wirft ihn aus der Bahn, aber möglicherweise ist die Witwe, die er eines abends kennenlernt, eine Lösung für sein Problem. Diese möchte sich am Chef ihres verstorbenen Mannes rächen. Es folgen viele unerwartete Wendungen und Verstrickungen.
Zugegeben, der Einstieg fiel mir etwas schwer. Es dauerte, bis ich in die Geschichte fand. Doch dann entwickelte sich eine starke Sogwirkung und ich konnte das (Hör)buch kaum noch aus der Hand legen. Die Spannung bleibt bis zum Ende erhalten und dieses lässt einen auch nach dem Lesen nicht los.
Das Hörbuch ist genial eingesprochen, Gert Heidenreich ist die perfekte Besetzung!
Ein spannender, psychologisch gut erzählter Roman, der nachwirkt. 4/5 Sterne
Rezensionen von Reiseweise:
Beziehungsdramen
Wut und Liebe von Martin Suter
Noah ist Künstler - aber nicht so recht, denn als Künstler müsste man auch mal ein Werk verkaufen. Da er das aber nicht schafft, verlässt ihn Camilla, denn sie „liebt ihn, aber nicht das Leben mit ihm“. Noah will Camilla unbedingt zurückgewinnen und lässt sich von dem Deal anlocken, den ihm eine ältere Dame anbietet.
Und da beginnen die Schwierigkeiten…
Die Protagonist:innen und Nebenfiguren sind alle überzeugend gestaltet und die verschiedenen Beziehungsdramen, die sich zwischen ihnen entspinnen, sind unterhaltsam beschrieben. Auch mit Plottwists wartet der Roman auf und es wird echte Spannung aufgebaut, wenn man Noah dabei zusieht, wie er den Plan der älteren Dame versucht umzusetzen. Merkwürdigerweise ist der Roman aber sehr zeitlos - vieles wirkt eher wie in den 1980ern, auch die Gerichte, die gekocht werden, auch wenn die genannten Jahreszahlen auf die 2020er verweisen. Und es wird zu viel getrunken: Champagner, Mojito, Cuba Libre, Rotwein, Weißwein, Whiskey…
Rezensionen von Rolf Fox:
Elbnächte. Die Lichter über St. Pauli von Henrike Engel
Schauplatz diese Romans ist St. Pauli, dort landen Ella eine Ex Prostituierte die aus den Händen ihres Zuhälters geflohen ist und Louise die von heute auf morgen vor dem Nichts mit hohen Schulden dasteht, da ihr Mann Viktor einfach verschwindet und sie dadurch feststellt, das er ein Hochstapler ist.
Die beiden jungen Frauen lernen sich in ihrer neuen Heimat Hamburg kennen und befreunden sich sofort. Von da ab machen sie alles gemeinsam. Louise trägt sogar Mitschuld an einem Todesfall, doch Paul eine Ex-Polizist ist immer an ihrer Seite, denn sie geraden in so manche zwielichtige Situationen. Ella und Louise bauen sich so nach und nach ein neues Leben auf. Auf St. Pauli, wo Ella und Luise jetzt leben, herrscht ein anderen Ton, dort sind Verbrechen wie Mord und Totschlag usw. an der Tagesordnung. Doch die Beiden sind starke Frauen die über sich hinauswachsen und es am Ende sogar schaffen eine Bar auf St. Pauli zu eröffnen.
Fazit:
Ein toller spannender und brillanter Roman, der einen sofort mitnimmt. Die Handlung ist immer fesselnd, es kommt sogar im Herbst zu einer Fortsetzung, die ich kaum erwarten kann. Besteller für mich.
Rezensionen von clematis:
Straßenstrich
Teufels Tanz von Ursula Poznanski
Ein Achtzigjähriger am Straßenstrich – und kurz darauf tot. Ungewöhnlich, aber rasch aufgeklärt, als man den Zuhälter erwischt. Doch die Serie von Toten in ähnlichem Alter scheint erst zu beginnen und die Mordgruppe zwei des LKA Wien in Atem zu halten.
Aufregend und abwechslungsreich geht es dahin bei Poznanskis Wien-Krimi-Serie, die mit Fina Plank eine überaus sympathische - weil lebensnahe - Ermittlerin präsentiert.
Sie hat es nicht leicht, sich beruflich in der männerdominierten Abteilung durchzusetzen und privat mit ihrer Schwester verglichen zu werden. So kann man sich in so mancher Situation sehr gut in die junge Polizistin hineinversetzen und ihre Gedanken und Gefühle verstehen. Der Fall selbst ist diesmal besonders raffiniert, er entführt an die letzten Straßenstriche Wiens und in die endlosen Gänge des Allgemeinen Krankenhauses und stellt Ermittler sowie Leser vor das Rätsel, wer es denn auf alte Männer abgesehen haben könnte, die ohnehin bald eines natürlichen Todes sterben würden. Ein untrügliches Bauchgefühl und logische Kombinationsgabe führen Fina auf die richtige Spur und damit letzten Endes in ein schwerwiegendes Dilemma. Wie sie damit umgehen wird, bleibt auch nach Auflösung dieses bemerkenswerten Falles spannend.
Ursula Poznanski schreibt gewohnt bildhaft und lebendig, sodass man sich wie selbstverständlich mit den verschiedensten Figuren durch Wien bewegt und den aufgeworfenen Geheimnissen auf den Grund geht. Die zwischendurch eingestreuten Kapitel aus Tätersicht setzen den Aufbau der vorangegangenen Bände gelungen fort, sodass eine erkennbare Einheit in der Serie gegeben ist. Aufgrund der Thematik und der schlüssigen Klärung der Dinge hat mir dieser Teil bislang am besten gefallen. Leseempfehlung (unter Berücksichtigung der Reihenfolge)!
Rezensionen von Streiflicht:
Goldig wie immer
Der kleine Maulwurf als Maler von Zdeněk Miler; Simone Nettingsmeier
Wir lieben den kleinen Maulwurf seit unserer Kindheit, der gehört bei uns immer dazu. Egal, ob auf Tassen, Kissen, Bettwäsche und natürlich Büchern ... Jetzt ist mein kleiner Neffe im richtigen Alter und liebt die Bücher sehr. Da musste es natürlich jetzt auch das Osterbuch sein, das uns so sehr erfreut hat.
Voller Begeisterung haben wir mitverfolgt, wie der kleine Maulwurf und seine Freunde sich als kreative Maler betätigen und sogar den fiesen Fuchs erschrecken. Wir haben total gelacht, als wir die bunten Tiere gesehen habe. Ist ein Maulwurf scharz oder rot? Oder vielleicht sogar geringelt?
Wieder ein wunderbares Buch, das nicht nur die Kleinen, sondern auch die Großen begeistert und zum Lachen bringt. Der kleine Maulwurf macht immer gute Laune und lädt zum gemeinsamen Schmökern ein. Die Zeichnungen sind herrlich zeitlos und einfach schön!
Rezensionen von Tinimore:
Idee hui, Umsetzung pfui.
Das Ministerium der Zeit von Kaliane Bradley
In "Das Ministerium der Zeit" von Kaliane Bradley begleiten wir eine namenlose Ministeriumsmitarbeiterin. Sie ist eine Begleitperson, eine sogenannte "Brücke", für den Zeitreisenden Graham Gore, Commander der Royal Navy, aus 1847. Sie soll Graham im 21. Jahrhundert auffangen und ihn gegenwartstauglich machen.
Wie man sich denken kann ist das nicht alles. In abwechselnden Kapiteln erfahren wir außerdem mehr über Graham Gore und seine missglückte Mission in die Arktis.
Zu Beginn der Geschichte war ich begeistert. Man landet direkt mitten im Geschehen und es ist sehr spannend. Die Idee fand ich großartig. Leider wurde ich dann immer mehr enttäuscht. Schnell wurde die Erzählung langatmig, schwer zu folgen und "all over the place." Es wurden wahllos Absätze eingestreut die nichts mit der Handlung zu tun haben. Es gab mir zu viele Sachverhalte, die einfach plötzlich da waren ohne erklärt zu werden. So zum Beispiel auch die Faszination unserer Protagonistin für Graham.
Die Sprache hat zu meiner Enttäuschung einen großen Teil beigetragen. Sie ist teils merkwürdig, übertrieben theatralisch und bildhaft. Es gibt immer wieder Sätze oder Phrasen, die ich nicht verstehe. Eventuell liegt das auch an der Übersetzung. Hierfür ein paar Beispiele: "Porridge-milder Mittwoch", "Meine Knie rebellieren wie zwei eingesperrte Frösche.", "Ich wollte in einen Zug beißen oder vielleicht einen vögeln." Außerdem hat mich der exzessive Gebrauch von Ellipsen (...) massiv gestört. Das wirkte teilweise wie ein Chatverlauf.
Immerhin wurde es gegen Ende wieder etwas spannender. Allerdings konnte mich das Ende auch nicht abholen. Es war für meinen Geschmack etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen.
Das Buch hat sich für mich angefühlt wie eine Story für jüngere Leser*innen, was allerdings nicht sein kann, da extrem explizite Sexszenen beschrieben wurden. Also ich weiß nicht, wem ich das Buch empfehlen würde.
Rezensionen von Streiflicht:
Sehr atmosphärisch
The Surf House von Lucy Clarke
Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, weil es so gehypt wurde. Dann bin ich immer neugierig und oft bin ich dann enttäuscht, weil ich mehr erwartet hatte. Bei diesem Buch war es anfangs auch so, dass ich dachte, das ist irgendwie nicht so toll wie erwartet. Ich habe lange nicht verstanden, worauf es rauslaufen soll und wie das alles zusammenpasst.
Je mehr man liest - oder in meinem Fall hört - desto mehr verweben sich die einzelnen Teile der Geschichte und die Schicksale der Figuren. Das Buch ist unglaublich atmosphärisch und das ist aus meiner Sicht die ganz große Stärke. Man spürt die Hitze Marokkos, den Sand, fühlt den heißen, süßen Tee auf der Zunge, sieht die Wellen und hört ihr Rauschen, ...
Gerade das letzte Drittel des Buchs ist wirklich spannend und voller interessanter Wendungen, die ich so nicht erwartet hatte.
Fazit: Anfangs etwas zäh und langwierig, dann immer besser bis zu einem ziemlich krassen Ende.
Rezensionen von LeserinLu :
Berührend
Beeren pflücken von Amanda Peters
Im Sommer 1962 verschwindet die kleine Ruthie spurlos vom Rand eines Beerenfeldes in Maine. Ihre Mi'kmaq-Familie ist aus Nova Scotia angereist, um als Saisonarbeiter:innen Blaubeeren zu pflücken. Joe, das nun jüngste Kind der Familie, macht sich Vorwürfe, weil er Ruthie zuletzt gesehen hat. Was folgt, ist eine Erzählung voller Schmerz und Schweigen: Die Familie wird nie ganz heilen, besonders Ruthies Bruder Joe bleibt ein Leben lang gezeichnet von der Ungewissheit und dem Verlust.
Parallel dazu begleitet der Roman Norma in Maine. Sie wächst unter der kühlen Strenge ihres Vaters und der klammernden Liebe ihrer Mutter auf. Wiederkehrende Albträume und ein tiefes Gefühl von Unstimmigkeit und fehlender Zughörigkeit begleiten sie bis ins Erwachsenenalter.
Amanda Peters gelingt es auf sehr einfühlsame Weise, zwei Welten miteinander zu verweben: Die indigene Perspektive, geprägt von Armut, Rassismus und tiefer Familientrauer, und die privilegierte Welt Normas, in der die Wahrheit ebenso sorgfältig verdrängt wird wie das eigene Unbehagen. Die Sprache, gelungen übersetzt von Brigitte Jakobeit, ist schlicht, aber eindringlich.
Sowohl Joe als auch Norma wachsen nicht glücklich auf und leiden im Erwachsenenalter unter ihren Gefühlen von Unzulänglichkeit und Schuld, aber auch unter anderen Schicksalsschlägen wie Krankheit und Tod. Schmerz und Schweigen sind eigentlich immer präsent. Deshalb war die Lektüre für mich recht düster. Das wird zwar mit dem letzten Teil des Romans etwas ausgeglichen, dennoch ist dieser so auf Rührung ausgelegt, dass man Taschentücher bereit halten sollte. Wenn man das mag, ist es wirklich ein Roman, der zu Herzen geht – und einem das Herz auch mal schwer macht.
Rezensionen von BR:
Suche
Unsere Suche nach Zärtlichkeit von Martin Ehrenhauser
Die ruhige, detailreiche Erzählung am Anfang hat mir sehr gut gefallen. Die Beschreibungen von Situationen und Empfindungen an dem Abend bei der Telefonseelsorge waren großartig in Worte gefasst. Dass der Protagonist Sebastien Dumont von den wenigen Worten einer Frau am Telefon dazu angeregt wurde nach Antibes zu reisen hat mich eher überrascht.
Mir war nicht klar, was er dort zu finden erhofft.
Und so verlässt die Erzählung sehr schnell alles rund um die Telefonseelsorge und somit den eigentlich erwarteten Inhalt. In Antibes begegnet Sebastien Florence und die beiden freunden sich an. Anfänglich war die Begegnung geprägt von dem angenehmen Gefühl, einen Mensch kennenzulernen und schöne Stunden gemeinsam zu verbringen. Doch dann wechselte es zu unangenehmen Situationen mit zähem Hin und Her.
Die Erzählung bleibt leise und gut beobachtend, aber trotz der insgesamt geringen Seitenanzahl des Buches zog sich die Geschichte in Antibes ziemlich in die Länge und hat sich für mich von der Faszination des Anfanges entfernt.











