Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lili-Marie:
Solide Ansätze, aber mit Schwächen
Glory of Broken Dreams von Ruby Braun
Nicht nur das wunderschöne Cover sondern auch die Grundidee von Glory of broken Dreams haben mich sehr neugierig gemacht. Ein Luxushotel in dem es Magie gibt und eine Protagonistin, die alles aufgibt um dort tanzen zu können.
Der Schreibstil ist schlicht und locker, es lässt sich einfach und schnell lesen.
Allerdings wirken viele Szenen etwas langgezogen und ich hatte das Gefühl, die Geschichte kommt nicht richtig voran. Zwischendurch hat sie mich auch etwas verloren. Die Nebenfiguren bleiben leider recht blass – man erfährt wenig über ihre Motivationen oder Entwicklungen, was es schwer macht, wirklich mit ihnen mitzufühlen. Auch mit der Protagonistin wurde ich nicht warm. Ihren Traum vom Tanzen kann sie nun nachgehen aber ich hatte zu keiner Zeit das Gefühl, dass sie das Tanzen wirklich so sehr liebt wie sie sich einredet. Auch die Magie konnte ich nicht richtig greifen und verstehen. Es wirkte an einigen Stellen willkürlich auf mich.
Insgesamt ist es kein schlechtes Buch, aber es hat meiner Meinung nach Potential verschenkt. Ob ich den zweiten Band der Dilogie lesen werde, weiß ich allerdings noch nicht. Es konnte mich nicht genug packen.
Rezensionen von begine:
Liebesroman
Spät am Tag von Kristin Vego
Kristin Vego hat mit dem Roman,
Spät am Tag, ein melancholisches Werk geschaffen.
Sie lässt ihre Protagonistin Johanne ihre Erinnerungen erzählen.
Johanne ist Schriftstellerin und mietet ein Zimmer in dem Haus von Mikael.
Jetzt erinnert sie sich an die Zeit nach Mikael.
Es sind fantasievolle Erinnerungen.
Am besten gefallen mir die frühen Zeiten, als Johanne sich viel mit Rachel der Tochter Mikaels befasst. Deren Mutter ist Malerin und etwas anders.
Mikael und Sofie sind geschieden. Sie malt allerdings in der Scheune neben dem Wohnhaus. So ist sie immer präsent.
Durch die Erinnerungen springen die verschiedenen Zeiten oft hin und her. Da musste ich manchmal überlegen, wo ich gerade bin. Manchmal hatte ich das Gefühl, es fehle etwas.
Dieser Liebesroman liest sich gut.
Die Autorin hat einen einfühlsamen Stil, der mich fesseln konnte.
Rezensionen von clematis:
Melancholie der Erinnerung
Spät am Tag von Kristin Vego
Johanne blickt zurück. Zurück auf punktuelle Momente im Leben, die zu einer Erinnerung voller Melancholie verschmelzen. In einem großen weißen Haus lässt sie die Zeit hier Revue passieren und den Leser daran teilhaben, indem sie ihre Gedanken zu Papier bringt.
In zwei größere Teile gliedert Kristin Vego ihren Roman, der einerseits Johannes Flucht aus der Stadt skizziert, den Umzug aufs Land, wo sich sprichwörtlich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen und Johanne und Mikael sich näher kommen und andererseits siebzehn Jahre später in Form eines Rückblicks diese Zeit beleuchtet.
Ist Mikael vorerst nur Vermieter, entwickelt er sich zum Liebhaber und später Ehemann von Johanne, dennoch spielen auch Mikaels Ex-Frau und Tochter eine große Rolle im gemeinsamen Alltag. Irgendwie passiert kaum etwas, das Leben zieht vorüber, die einzige Konstante scheint Johannes Menstruation zu sein, die oftmals thematisiert wird, eine Metapher über Regelmäßigkeit und Vergänglichkeit gleichermaßen.
Die Autorin schreibt fließend, fast stimmungsvoll lyrisch, ein trauriger Unterton schwingt dennoch stets leise mit, sodass man der Schönheit der Landschaft kaum die positive Stimmung und Ruhe abgewinnen kann, welche Johanne hier einstmals gesucht hat. Einige Zitate aus literarischen Werken werden ins Geschehen eingebunden, am Ende des Buches gibt es Quellen und weiterführende Hinweise dazu.
Vor allem die präzise gezeichnete Stimmung ist es, die den Roman über die Liebe auszeichnet und deren Fortbestand in der Erinnerung sucht.
Rezensionen von clematis:
Meier an der Bar
Der Barmann des Ritz von Philippe Collin
Nach einem Aufenthalt in Amerika tritt der Österreicher Frank Meier während des Ersten Weltkriegs in die Fremdenlegion ein, überlebt die Kriegswirren und übernimmt im Jahre 1921 als französischer Staatsbürger die Bar des legendären Hotel Ritz in Paris. Im Jahre 1940 besetzen die Deutschen die Hauptstadt und lassen sich gerne von Meier dessen großartige Kreationen servieren.
Dabei muss er höllisch aufpassen, dass er seine jüdische Identität nicht preisgibt.
In eher sachlich-nüchterner Weise beschreibt Philippe Collin das Leben von Frank Meier während der deutschen Besatzung. Der getaufte Jude mit französischen Papieren verschmilzt gleichsam mit seinem Interieur an der Bar, fügt sich so unauffällig ins Geschehen, dass kaum jemand auf die Idee kommt, dass er gar nicht hier sein dürfte. Verschwiegen und loyal mixt er für jeden Wunsch den passenden Cocktail, hört aufmerksam zu und behält in allen möglichen Szenarien sein Pokerface bei. Nach bekannten Größen wie Coco Chanel und Ernest Hemingway sind es nun die Nationalsozialisten rund um Goebbels, welche hier diskutieren und feiern und im Luxus frönen als würde niemand Hunger leiden. Was mir ein wenig fehlt, sind mehr persönliche, emotionale Szenen, die den Roman noch authentischer hätten erscheinen lassen, denn auch die (fiktiven) Tagebuchauszüge von Meier sind eher informativ als gefühlsbetont. So werden beispielsweise die Ängste, die der Barmann mit hoher Wahrscheinlichkeit ausgestanden hat, kaum spürbar, ebenso seine Zuneigung zu Blanche Auzello, was ich ein wenig schade finde, denn dadurch wäre das Buch doch viel lebendiger geworden.
Nichtsdestotrotz ein interessantes Portrait von Frank Meier, der von 1884 bis 1947 gelebt hat und mehr als 25 Jahre lang für die Bar des Ritz verantwortlich war.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Eine junge Frau kreist um sich selbst
Junge Frau mit Katze von Daniela Dröscher
Von Daniela Dröscher habe ich schon die autofiktionalen Werke "Lügen über meine Mutter" sowie "Zeige deine Klasse" gelesen, die mir beide auf ihre Art sehr gut gefallen haben. So war ich sehr neugierig auf ihr neuestes Buch "Junge Frau mit Katze", in dem das Kind Ela aus dem Mutter-Buch nun eine erwachsene Frau ist.
Die Lektüre des Buches lässt mich mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Worum geht es? Ela plagt sich seit fünf Jahren mit ihrer Promotion in Literaturwissenschaften herum. Ansonsten lebt sie ein sehr vergeistigtes, stressiges und von ihrem Körper abgespaltenes Leben alleine in einer kleinen Wohnung mit ihrem Kater. Eine weitere wichtige Rolle in ihrem Leben spielt ihre gute Freundin Leo, für deren 5-jährige Tochter Ela immer wieder mal die Babysitterin spielt.
Ansonsten gibt es noch, in deutlicherer Distanz, den im Ausland lebenden schwulen Bruder, der seine Hochzeit plant, einige entferntere Freunde und Bekannte, einen wissenschaftlichen Kollegen, mit dem sie ihr kleines Zimmer am Institut teilt, den Doktorvater und die Zweitprüferin, eine Psychotherapeutin sowie, nochmal weiter weg, die Schatten aus der Vergangenheit: die Mutter Elas, mit der sie regelmäßig telefoniert, die sie aber kaum sieht, und den Vater, zu dem nur mehr wenige Male im Jahr Kontakt besteht. So weit zu Elas sozialer Einbettung.
Ansonsten konzentriert sich Ela auf den Abschluss ihrer Promotion. Unbedingt will sie dabei die Bestnote erzielen, denn sie ist sehr ehrgeizig und außerdem fürchtet sie, sich nur so eine der wenigen begehrten Postdoc-Stellen sichern zu können. Eine solche hat ihr der Doktorvater schon in Aussicht gestellt und lange sieht Ela die Fortführung der wissenschaftlichen Karriere hin zur ersehnten Professur als einzige erstrebenswerte berufliche Möglichkeit für sich. Das macht natürlich enorm Druck.
So hat es mich als Leserin nicht verwundert, dass Ela - die bisher ihrem Körper wenig Beachtung geschenkt hat und sich in Abgrenzung zu ihrer Mutter und den abwertenden Blick des Vaters auf diese mit übernehmend als attraktiv und dünn und damit vermutlich automatisch auch als gesund angesehen hat - diverse scheinbar unzusammenhängende körperliche Symptome entwickelt: beginnend mit einer anhaltenden Entzündung im Hals ohne klar erkennbare Ursache über Herzrhythmusprobleme bis hin zu heftigen allergischen Hautreaktionen.
So beginnt eine Odyssee zu Ärzten und Ärztinnen, Heilpraktikerinnen und Energetikern, die meiste Zeit im Hintergrund begleitet von einer Psychotherapie sowie von ihren Ängsten und Neurosen. Ela muss sich damit konfrontieren, möglicherweise den geplanten Promotionstermin nicht einhalten zu können und nicht mehr so leistungsfähig zu sein wie bisher, was ihr anfangs sehr schwer fällt. Immer noch ist sie extrem darauf bedacht, ein gewisses Bild nach außen zu wahren, so versucht sie etwa, innerhalb von sechs Wochen Japanisch von null auf Konversationsniveau zu lernen, nachdem aufgrund eines Missverständnisses, das sie nicht den Mut hat aufzuklären, am Institut vermutet wird, sie beherrsche diese Sprache.
Es zeigt sich das Bild einer enorm getriebenen, kopflastigen und leistungsorientierten jungen Frau, die immer noch sehr mit ihrem Herkunftsmilieu kämpft und dessen Schatten nicht loswird.
Sprachlich ist es ein unterhaltsam und gut geschriebenes Buch, Daniela Dröscher beherrscht ihr Handwerk, wie sie ja auch schon in ihren vorigen Büchern gezeigt hat. Inhaltlich hat mich das Buch aber eher enttäuscht: die vielen Arztbesuche nehmen einen enormen Anteil des Buches ein, bei dem sich für mich erst spät eine Weiterentwicklung und ein relevanter Erkenntnisgewinn gezeigt hat.
Das alleine hätte mich aber noch nicht so sehr gestört wie etwas anderes: der weitgehend unreflektiert negative Blick der Tochter und des Sohnes auf die Mutter allein aufgrund von deren Figur sowie für mich kleinlich anmutende Schuldzuweisungen an diese aufgrund vermeintlicher Fehler. Es ist ein sehr ungnädiger Blick der erwachsenen Kinder auf die Mutter, der sich hier offenbart.
Die Tochter meint, ihr Bruder würde die Mutter am liebsten von seiner eigenen Hochzeit ausladen, weil er so ein Faible für Schönes hätte und sich für deren Übergewicht schämen würde. Sie selbst definiert sich in Abgrenzung zur Mutter: "So ungefähr, dachte ich immer, verhält es sich mit uns. Meine Mutter ist dort, ich bin hier, sie ist die sehr Dicke, ich bin die Dünne. Oder in den Worten meines Vaters: Ich bin die Schöne, sie ist die Hässliche." (S. 9)
Als die Mutter nach der Trennung von ihrem abwertenden Ehemann neu ihr Glück findet, einen liebevollen und freundlichen neuen Partner an ihrer Seite hat, unternehmungslustig mit diesem durch die Welt reist, fitter wird und abnimmt, kann ihr die Tochter dieses Glück auch kaum gönnen, sondern beklagt, dass sie als junge Frau mit ihren Krankheiten kämpfe, während die Mutter herumreise, obwohl es nach ihrem Gerechtigkeitsempfinden eher umgekehrt sein solle.
Ein autofiktionaler Roman ist keine Biographie und somit soll und kann man Ela sicher nicht komplett mit Daniela Dröscher gleichsetzen, zum Glück. Denn die Ela aus diesem Roman empfinde ich als ziemlich undankbar, abwertend, um sich selbst kreisend und wenig reflektiert. Aus einem grundsätzlich sehr privilegierten Leben mit vielseitiger Unterstützung in eine temporäre, aber am Ende lösbare, gesundheitliche Krise geworfen, bemitleidet sie sich selbst und hat wenig Mitgefühl für andere.
Das wird auch nicht ganz kompensiert durch die kurzen Minikapitel zwischendurch, bei denen es um die Mutter und deren in den Augen der Tochter ungelebtes Leben geht. Am interessantesten am Buch war für mich noch der Aspekt, ob und auf welche Weise es durch die langwierige Krankheitsgeschichte zu einem Perspektivenwechsel Elas auch in Bezug auf ihre beruflichen Möglichkeiten und ihre Prioritäten kommt.
Insgesamt ist es für mich das bisher schwächste mir bekannte Buch dieser sonst von mir durchaus geschätzten Autorin. Dass die Autorin viele Themen sehr wohl vielseitiger und kritischer reflektieren kann, hat sie in ihren anderen Büchern bewiesen, hier zeigt es sich mir zu wenig. Deshalb empfehle ich dieses Buch eher nur Fans der Autorin, die sich für einen weiteren Aspekt der bekannten Geschichte interessieren. Wer die Autorin hingegen noch nicht kennt und sie neu entdecken möchte, dem rate ich eher zu einem ihrer anderen Werke.
Rezensionen von clematis:
Die Suche
Erebos 3 von Ursula Poznanski
Kaum ist Spiel Nummer 2 zu Ende, schon wird Nick wieder von Erebos rekrutiert. Diesmal werden die Spieler auf die Suche geschickt, aber niemand weiß, wer oder was gesucht werden soll. Dabei läuft die Zeit gnadenlos, denn es geht ums Überleben.
Raffiniert und mit einer gewissen selbstgefälligen Art agiert Erebos auch diesmal wieder, wobei die Überwachung nach wie vor lückenlos stattfindet und Nick sich dem Ganzen praktisch nicht entziehen kann.
Die Abwechslung zwischen realem Leben und dem Computerspiel ist bestens gelungen, der wechselseitige Einfluss aufeinander großartig dargestellt. Selbst wenn einige Ähnlichkeiten zu den Vorgängerbänden auffallen, so ist doch auch hier wieder Nervenkitzel spürbar und das Mitfiebern mit den Hordenmitgliedern, welche Nick/Sarius rekrutieren und anführen muss, stellt sich automatisch ein. Die Spannung wird stetig weiter nach oben getrieben und gipfelt in einer äußert schwierigen Situation, vor der die Suchenden schlussendlich landen.
Packend in Worte gefasst, erliegt der Leser nun zum dritten Mal einem großartigen Sog, welcher dieses Spiel und damit auch dieses Buch auslöst. Ich hatte großen Spaß und empfehle Erebos 3 daher alle jenen weiter, die Spannung suchen rund ums Thema Computerspiel und Abhängigkeit.
Rezensionen von S.:
Poppy mit den bunten Haaren
Red Flags von Sophie Jo
Mit 11 Jahren beschließt Poppy, nur ihren absoluten Traummann zu akzeptieren. Mit weniger als aufgelisteten Eigenschaften wird sie sich nicht zufrieden geben. Nie.
Nur: ihre Ansprüche sind sehr, sehr hoch. Die Chance, ihrem Traumprinzen zu begegnen, ist gering. Sehen ihre Freundinnen auch so, wollen aber, dass sie einen Freund findet und sich bindet.
Sie wetten: Poppy soll es zwei Monate mit einen Date aushalten, dann wird man sehen. Wenn sie das nicht schafft, darf sie weiter an allen herummäkeln.
Bus-Boy Cam hält es auch nicht lange mit Mädchen aus. Mit seiner Kumpel- Freundin macht er aus, dass seine nächste „Freundin“ die Beziehung beendet, nicht er. Dafür nimmt er so Einiges in Kauf. Cam hat viele Gedanken, die ich eher Teeniemädchen zuschreiben würde.
Es läuft erwartungsgemäß. Poppy legt ein übertrieben feministisches Verhalten an den Tag. Cam mutiert zu einem Ekel, … . Na gut, ist eben eine Romcom für Teenies. Den Kerlen wird es hier mal richtig gezeigt!
Die Idee der Zwangsdates ist nicht schlecht, hat Potenzial. Sophie Jos Schreibstil ist locker, liest sich luftig- leicht. Nicht originell ausgebaut, aber das Richtige als Sommer- Sonne- Strand Lektüre.
Rezensionen von yellowdog:
Die Wüste lebt
Desert Moon von James Anderson
Der Roman wird sehr durch den Ton des Icherzählers geprägt. Ben führt als 1-Mann-Firma einen Lieferdienst in der Wüste Utahs. Er ist ein einfacher, direkter Mann mit einem grimmigen ironischen Humor.
Der Plot konnte mich nicht ganz überzeugen, aber das Setting in der Wüste mit nur wenigen Menschen, die zum Teil kauzig wirken, erzeugt eine eigene stimmungsvolle Atmosphäre.
Rezensionen von Shilo:
Liebe, Mut und Verzweiflung in Zeiten des Krieges
Kohlenträume von Annette Oppenlander
"Kohlenträume" ist ein zutiefst bewegender Roman, der mir sehr unter die Haut gegangen ist. Die Geschichte spielt während des Zweiten Weltkriegs und erzählt abwechselnd aus der Sicht von Marie, einer jungen Frau aus Deutschland, und Adrien, einem französischen Zwangsarbeiter. Schon nach wenigen Seiten war ich emotional ganz in der Geschichte gefangen.
Marie lebt allein auf einem kleinen Hof, ihr Mann ist an der Front. Als ihr die SS die geliebten Ziegen wegnimmt, verliert sie nicht nur ihre Lebensgrundlage, sondern auch ein Stück Hoffnung. Der Schmerz darüber ist spürbar, und ich habe mit ihr mitgelitten. Der Alltag im Krieg, die ständige Angst, die Entbehrungen – all das ist sehr real beschrieben.
Adrien, ein junger Franzose, wird gegen seinen Willen zur Zwangsarbeit nach Bochum gebracht. Seine Erlebnisse im Bergwerk Schwarzenberg sind bedrückend und bedrückend ehrlich erzählt. Ich habe beim Lesen oft innegehalten, weil mich die Ungerechtigkeit und die Härte des Arbeitslagers zutiefst erschütterten. Und trotzdem bleibt Adrien menschlich, mitfühlend und tapfer.
Besonders berührend ist, wie zwischen Marie und Adrien langsam eine zarte Verbindung wächst – trotz Verboten, Gefahr und Misstrauen. Diese leise, verbotene Liebe ist kein kitschiges Märchen, sondern wirkt echt, mutig und zutiefst menschlich. Ihre Begegnungen sind voller Spannung, Hoffnung und auch Angst. Ich hatte beim Lesen oft einen Kloß im Hals – und die letzten Kapitel haben mir tatsächlich Tränen in die Augen getrieben.
Was mich besonders mitgenommen hat, war die Darstellung des Lebens der Zivilbevölkerung und der Zwangsarbeiter. Und, wie wenig wir eigentlich über deren Schicksale wissen, obwohl es so viele betroffen hat. Dieses Buch hat mich nicht nur emotional berührt, sondern mir auch ein neues Bewusstsein für dieses dunkle Kapitel der Geschichte gegeben.
"Kohlenträume" ist ein stilles, starkes Buch über Menschlichkeit in unmenschlicher Zeit. Es wird mir noch lange im Herzen bleiben.
Mein Fazit:
Ein absolutes Muss für alle, die historische Romane lieben und die Wahrheit hinter der Geschichte nicht vergessen wollen. 5 Sterne und eine uneingeschränkte Leseempfehlung.
Rezensionen von Alexandra:
Die Schwanengarde – Eine mitreißende Geschichte voller Mut, Freundschaft und Selbstverwirklichung
Die Schwanengarde von Katharina Salbaum
Schon der Ausgangspunkt von "Die Schwanengarde" klingt spannend genug, um sofort zu diesem Buch zu greifen: Die rein weibliche Leibgarde der Königin und eine junge Frau, deren Lebenstraum es ist, Teil dieser Garde zu sein. Daraus entspinnt sich eine mitreißende, fesselnde und oft auch humorvolle Geschichte, die all jene anspricht, die Abenteuer, aber auch eine feine Portion Romantik lieben.
Die Figuren sind liebevoll ausgearbeitet, allen voran die mutige und selbstbewusste Protagonistin Astra. Man verfolgt neugierig ihren Weg und beobachtet, wie sie im Verlauf der Handlung über sich hinauswächst. Sóley, ihre beste Freundin, besticht durch Kühnheit und Witz. Die Garde beeindruckt mit ihrer faszinierenden Struktur und den coolen Bezeichnungen für die Ränge. Besonders eindrücklich sind die Beschreibungen des Palastes: Man kann sich darin förmlich verlieren und wünscht sich, selbst einmal in einer lauen Sommernacht durch den herrlichen Garten zu schlendern.
Nachdem ich das Buch schon einmal gelesen hatte (und kürzlich den zweiten Durchlauf gestartet habe), habe ich es nun auch für eine Freundin als Geburtstagsgeschenk bestellt – einfach, weil ich finde, dass diese Geschichte von noch viel mehr Menschen entdeckt werden sollte. Beim zweiten Lesen spüre ich erneut, wie mich die Erzählung sofort in ihren Bann zieht. Die Schilderungen von Orten und Ereignissen sind so lebhaft und eindringlich, dass man sich mitten im Geschehen wiederfindet – als würde man selbst Astra durch ihr Abenteuer begleiten.
Insgesamt kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Es ist ein Vergnügen, sich in diese Welt hineinfallen zu lassen, und ich möchte das Buch allen ans Herz legen, die auf der Suche nach neuem Lesestoff sind!











