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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Ecinev:

Wenn Mauern sprechen könnten

Treppe aus Papier von Henrik Szántó

In ungewöhnlicher Erzählweise wird hier die Lebensgeschichte eines 100 jährigen Mietshauses und deren Bewohner erzählt. Vom Eigentümer, einem jüdischen Uhrmachers der 1941 gezwungen wird das Geschäft einem windigen Arier zu verkaufen bis hin zur inzwischen 16jährigen Nele die mit ihrer Familie nun in dessen Wohnung wohnt und die Geschichtshausarbeit durch die Erzählung der 98jährigen Irma aufwertet.

Hier trifft man auf die Vergangenheit und der Familie von Irma als klassisch deutsches Kind entsprechend streng erzogen wird und Ruth, Kind der jüdischen Eigentümer Familie die sich nicht mit Irma anfreunden darf. In der Gegenwart versucht Nele mit ihren Eltern über die Zeit der eigenen Großeltern im 3. Reich zu sprechen was kein leichtes Unterfangen ist.

Der Wechsel der Zeiten ist fließend was nicht immer leicht einzuordnen ist. Der Schreibstil aus Sicht des Hauses ist eigentümlich und wirkt seltsam distanziert. Hier gibt es keinen lebendigen Wortwechsel was den Einstieg nicht leicht macht. Wenn man sich darauf eingelassen hat, findet ein nachdenklich machendes Buch.

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Rezensionen von Ecinev:

Der Weg ist das Ziel

Sunbirds von Penelope Slocombe

Torran, Sohn von Anne und Robert wird seit nunmehr 7 Jahren vermisst. Er spazierte aus einem Hotel in Indien und ward nicht mehr gesehen. Während Robert sich inzwischen mit dem Tod des Sohnes abgefunden hat, gibt Anne die Hoffnung nicht auf ihren Sohn wieder zu finden. Sie ist inzwischen schon Monate selbst in Indien.

Die Cousine von Torran, Journalistin, hat dagegen neue Hinweise bekommen von einer ehemaligen Indien Aussteigerin. Sie reist ebenfalls nach Indien um mit Anne gemeinsam auf die Suche zu gehen. Doch möchte Torran überhaupt gefunden werden?

In den 70er Jahren haben sich viele junge Menschen auf den Weg in das Land gemacht und leben teilweise noch heute der Wirklichkeit entrückt ein glückliches Leben. Mit traumhaften Schilderungen wird die lange Wanderung in ein abgelegenes Tal im Himalaya geschildert und die vorsichtige Annäherung der beiden Frauen die sich nichts mehr zu sagen hatten. Es ist ein Buch der ruhigen Worte und einem offenen Ende. Denn ausgezogen den vermissten Sohn zu finden, findet Anne am Ende ihren eigenen Weg.

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Rezensionen von Ecinev:

Beindruckende Frau

In uns der Ozean von Theresia Graw

Rachel Carsons größter Traum ist es am Meer zu leben und zu studieren. Doch kurz nachdem sie die Möglichkeit erhalten hat in Maine zu studieren, verändert ein Schicksalsschlag ihre Zukunft. Statt zu promovieren ist sie gezwungen zu arbeiten und die Familie zu ernähren. Durch ihre Arbeit bei der Fischereibehörde kommt sie an einen Job Geschichten fürs Radio zu schreiben.

Diese sind sehr erfolgreich doch als Frau im Jahre 1930 damit leben zu können undenkbar. Durch ihren für Laien verständlichen Schreibstil wird sie bekannt und veröffentlicht ihr erstes Buch. Der Erfolg wird jedoch durch den Beginn des Krieges ausgebremst.

Durch harte Arbeit gelingt es ihr am Ende in einem Haus am Meer zu leben und zu forschen obwohl sie es nie geschafft hat zu studieren. Ihre Bücher werden zu einem Welterfolg und rütteln letztendlich auch die Politik auf was zum weltweiten Verbot des Insektizits DDT führt.

Mir war der Name bislang nicht bekannt, das Buch jedoch hat mich vollends gefessekt. Lebendig in Romanform wird hier die beeindruckende Lebensgeschichte von Rachel Carson beschrieben, die nie aufgegeben hat für eine bessere Welt zu kämpfen.

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Rezensionen von Claudia R.:

Fantasie vs. Realität

Dodo von Mohana van den Kroonenberg

Klappentext / Inhalt:

„Do…do…“ Weiter kommt Dorian nicht, als er sich in der neuen Klasse vorstellen soll. Alle lachen, selbst sein bester Freund Ramses. Dorian beschließt, nie wieder zu sprechen. Er sagt selbst dann kein Wort, als seine Klassenkameraden ihn im Naturkundemuseum zu einem riesigen, ausgestopften Vogel führen: einem Dodo.

Seltsamerweise spürt er sofort eine tiefe Verbindung zu dem Vogel …
Eine Geschichte über die Kraft der Fantasie, über beste Freunde und darüber, dass die Dinge manchmal doch anders sind, als man denkt.

Cover:

Das Cover zeigt einen Jungen und einen Dodo. Es erinnert an einen comichaften Zeichnstil und ich muss ehrlich sagen, dass das Cover nicht unbedingt meins ist. Der Hintergrund ist mir zu blass, die Umsetzung sehr einfach und nichts herausragendes, auch die Dopplung des Titels mit blauem Schatten hinter schwarzen Buchstaben, ist nicht so meins, daher hatte mich hier weniger das Cover, sondern mehr die Beschreibung angesprochen. Das Cover selbst blieb für mich eher im Hintergrund. Aber dies ist ja zum Glück Ansichtssache.

Meinung:

Emotionsreiche Geschichte über Selbstwertgefühlt, die Kraft der Fantasie und wahre Freundschaft. Dorian hat es am ersten Schultag nicht leicht und als ihm die Stimme versagt, beschließt er nie mehr zu sprechen und zieht sich mehr und mehr in einer Fantasiewelt zurück. Sein imaginärer Freund Dodo steht ihm zur Seite, aber kann man so auch seine realen Probleme lösen?

Inhaltlich möchte ich hier noch nicht zu viel verraten und halte mich mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.

Der Schreibstil ist angenehm und locker und lässt sich sehr leicht und flüssig lesen. Schnell findet man sich in Charaktere und Situationen hinein. Schon am Anfang vor der Klasse tut einem Dorian leid und gern würde man ihm zur Seite stehen. In seine Gedanken und Emotionen findet man sich sehr gut hinein. Durch die Ich-Perspektive von Dorian kann man alles sehr gut nachempfinden und verstehen. Die Ich-Perspektive macht es sehr nah spürbar und auch nachvollziehbar.

Die einzelnen Kapitel sind recht kurz und haben eine sehr angenehme Länge und ermöglichen so auch einen guten Lesefluss und erhöhen so auch das Tempo und die Spannung. Die Kapitelanfänge sind sehr gut erkennbar und die kleinen Illustrationen unterstützen das Ganze zusätzlich sehr gut. Die Überschriften sind passend gewählt und verraten gleichzeitig nicht zu viel.

Die Geschichte ist toll umgesetzt und auch die Entwicklungen haben mir sehr gut gefallen. Das Ende ist sehr schön und passend gewählt und auch hier werden nochmals sehr viele Emotionen hineingelegt und es zeigt, wie wichtig es ist, sich den realen Problemen zu stellen, um diese zu lösen. Es regt zum Nachdenken an, gibt aber auch Lösungen und thematisiert Selbstbewusstsein, wahre Freundschaft und Problemlösung.

Die Fantasiewelt und die wahre Welt werden gut beschrieben und umgesetzt und auch die Charaktere sind gut gewählt. Das Ende ist sehr schön umgesetzt und man kann hier so einiges mitnehmen. Eine Geschichte, die zu Herzen geht und die die Macht der Worte verdeutlicht.

Fazit:

Emotionsreiche Geschichte über Selbstwertgefühlt, die Kraft der Fantasie und wahre Freundschaft.

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Rezensionen von Neuleser:

Hinein ins Blaue

Rocky Winterfeld von Marie Hüttner

Was macht man, wenn ein guter Freund 1.121 Kilometer weit weg zieht? Ganz klar, man lässt nichts unversucht, um den Kontakt aufrechtzuerhalten. Doch schon bald beginnt die Entfernen die Freundschaft zu beschweren. Wenn dann noch ein leiser Zweifel an einem nagt, ob der Freund wirklich so ein guter Freund ist, heißt es der Sache auf den Grund zu gehen; zumal Rocky Emotionen etwas anders verarbeitet.

Doch als sich ihm die Gelegenheit bietet, an einem Wissenschaftswettbewerb teilzunehmen, welcher ihn ganz in die Nähe seines Freundes führt, packt er die Gelegenheit beim Schopf.
So beginnt ein Roadtrip der besonderen Art, bei dem jeder der Beteiligten seine eigene Geschichte im Gepäck hat.

Hier erhält der Leser eine Geschichte, welche Kinder wie Erwachsene sowohl unterhält als auch bewegt. Denn ob im autistischen Spektrum angesiedelt oder nicht, wenn ein Freund wegzieht, erschüttert das einen jeden; unabhängig davon, wie alt man ist oder ob man Special Needs hat. - Darin sind wir uns alle gleich und die Autorin versteht es gekonnt, diese Seite in uns anzusprechen. Marie Hüttner schreibt dabei packend als auch kindgerecht. Und so macht sich der Leser zusammen mit Rocky auf eine Reise, deren Ziel einerseits gewiss ist und sich andererseits als so unberechenbar wie das Leben erweist. Doch wenn einen ein paar Freunde auf der Reise begleiten, kann ein wunderbar sonniges Ende gelingen.

Eine abenteuerlichen Fahrt über Freundschaft, persönliches Wachstum und darüber, wie Energy Drinks und Proteinriegel ein Hasenleben retten können.

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Rezensionen von Karina :

no pain, no gain

Gym von Verena Keßler

Hm, ich weiß nicht so recht, wie ich das Buch bewerten soll.
Ich hatte mich ziemlich auf 'Gym' von Verena Kessler gefreut. Mein Gefühl sagte mir, dass das ein Buch für mich ist.
Am Anfang hat es mir auch echt gut gefallen, und wäre es in dem Stil weitergegangen, hätte ich es auch zufrieden beenden können.

Aber es ist mir etwas zu sehr in die Richtung von 'Nightbitch' abgedriftet und da war ich ja auch schon kein besonderer Fan von.
Wie gesagt, es fängt gut an und zwar bewirbt sich die namenlose Ich-Erzählerin in einem Fitnessstudio, dem Mega-Gym.
Ihre kleine Notlüge am Anfang, sie wäre frisch gebackene Mama und deshalb etwas außer Form geraten, bringt sie des Öfteren in Erklärungsnöte, und das war lustig zu lesen.
Als sie anfing, ihren Body zu transformieren, dachte ich noch: Ach Schade -, aber war gespannt, wie es weitergeht und vor allem, was in ihrer Vergangenheit passiert ist und wann der Showdown kommt, der das ganze Kartenhaus zum Einstürzen bringt.
Es kam anders, als ich dachte, und vielleicht stand mir dann auch mein im Kopf vorgesponnenes Ende im Weg, kann gut sein.
Ich mochte alle Figuren wirklich gerne, die waren sehr passend und gut gezeichnet.
Die Protagonistin hat mich auch nur zum Ende hin verloren, anfangs war alles super.
Der Roman hat natürlich eine absolute Sogwirkung entwickelt, aber hat mich dann etwas erschöpft wieder ausgespuckt.
Ich kann allerdings auch die begeisterten Stimmen verstehen, es ist einfach anders, und wer es etwas abgedreht und überzeichnet mag, der wird seine Freude dran haben.
Meinen Geschmack hat es nicht zu hundert Prozent getroffen.

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Rezensionen von Cellissima:

Gilmore Girls in Buchform - das perfekte Buch für den Herbst

Falling Like Leaves von Misty Wilson

Teenager Ellis weiß schon ganz genau, an welcher Universität sie studieren und was sie später beruflich machen möchte. Sie arbeitet nur auf dieses Ziel hin. Doch alles ändert sich, als ihre Eltern Eheprobleme haben, ihre Mutter auf einer Auszeit besteht und zumindest vorübergehend zu ihrer Schwester in das kleine, beschauliche Bramble Falls zieht - und Ellis muss mitkommen! Für Ellis ist das das Ende der Welt, ist sie doch das Leben in New York gewohnt und sieht sie nun alle ihre Ziele und Träume gefährdet.

Doch Bramble Falls ist nicht so schlimm wie befürchtet - was nicht zuletzt an Cooper liegt. Ein paar Sommer zuvor waren Ellis und Cooper beste Freunde und haben ihren Kuss miteinander erlebt, doch was dann geschah, ließ Cooper tief verletzt zurück.
Ellis muss feststellen, dass Cooper mittlerweile der heißeste Junge in ganz Bramble Falls ist - und auch seine Harvest Spice Lattes und seine selbstgebackenen Cookies machen süchtig ...
Die Anziehungskraft zwischen den beiden ist größer als je zuvor - haben Ellis und Cooper noch eine Chance?
******
Schon optisch ist "Falling Like Leaves" das perfekte Buch für den Herbst, und auch der Inhalt klang ganz danach.
Es ist ein Jugendbuch, es gibt viel Kleinstadtleben, eine Teenie-Liebesgeschichte, daneben spielen Familie und Freundschaften, das Erwachsenwerden, Lektionen, die gelernt werden, der Herbst, der regelrecht zelebriert wird etc. eine große Rolle.
Misty Wilson schreibt gut, die Geschichte lässt sich angenehm flüssig lesen, ist herrlich bildhaft und atmosphärisch, versetzt den Leser schnell nach Bramble Falls.
Mir haben die Figuren, v.a. auch Ellis´ Entwicklung, gut gefallen.
Die Handlung an sich mag für erwachsene Leser jedenfalls stellenweise etwas simpel und langatmig sein, für die Hauptzielgruppe, und nur auf diese kommt es für die Bewertung an, ist sie aber perfekt, weil sie sich damit perfekt identizifieren kann.
Es ist ein Buch für entspannte, gemütliche Lesestunden zum Träumen, perfekt für einen Herbsttag oder ein Herbstwochenende - am besten gemeinsam mit einem Pumpkin Spice Latte und Cookies!
Natürlich ist diese Geschichte relativ vorhersehbar - doch darüber kann man hinwegsehen, die Hauptzielgruppe vermutlich noch viel eher.
Es ist einfach eine Geschichte zum Wohlfühlen und Genießen, Gilmore-Girls in Buchform und das perfekte Buch für den Herbst.
Ich empfehle "Falling Like Leaves" allen, die die Gilmore Girls lieben, Jugendbücher mögen und auf der Suche nach einem schönen herbstlichen Wohlfühlbuch sind.

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Rezensionen von div:

stilles, aber tiefes Buch

Spät am Tag von Kristin Vego

stilles, aber tiefes Buch

Spät am Tag ist ein stilles, aber tiefes Buch. Es erzählt von Momenten im Leben, die zuerst klein und unscheinbar wirken, aber eigentlich sehr viel über uns und die Welt sagen. Der Roman handelt von Johanne, die uns in Tagebuchaufzeichnungen an ihrem Leben teilnehmen lässt.

Sie ist bei Mikael als Untermieterin eingezogen ist, die beiden verlieben sich ineinander und es beginnt ein Auf und Ab von Gefühlen.

Die Sprache ist ruhig, klar und manchmal traurig. Kristin Vego beschreibt Gefühle und Gedanken so bildhaft, dass man sich selbst darin wiederfindet. Es geht oft um das Alleinsein, um Erinnerungen und um das, was zwischen Menschen unausgesprochen bleibt.

Das Cover ist malerisch und farbenfroh gestaltet.

Teilweise ist das Buch etwas langatmig und eine Spur zu ruhig, daher ein Stern Abzug.

Von mir gibt es eine Empfehlung - ein Buch, das beschäftigt.

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Rezensionen von Marie aus E.:

Fängt stark an, lässt dann aber stetig nach

I Know Where You Buried Your Husband von Marie O'Hare

Das erste Viertel des Buches wurde ich gut unterhalten. Es geht um Sofia und ihre Freundinnen.
Sofias Ehemann ist fürchterlich und Sofia schmiedet seit geraumer Zeit Pläne, wie sie ihn ohne Scheidung elegant loswerden kann.
Doch eines Abends kommt sie nach einem Mädels-Abend mit ihren Freundinnen nach Hause und findet ihren Ehemann tot vor.

Offenbar wollte nicht nur sie ihn loswerden.
Die Frauen beschließen ihn zu vergraben, die Beweggründe nicht die Polizei zu rufen waren gerade noch so nachvollziehbar.

Ab etwa dem ersten Viertel des Buches geht es aber dann leider steil bergab. Alle Freundinnen werden ausgiebig vorgestellt, die Handlung immer schleppender und vom erhofften schwarzen Humor konnte ich leider auch nichts erkennen. Zumindest war es nicht mein Humor.

Zudem war eine der Frauen noch von Magie überzeugt, weswegen es Ausflüge auch dorthin gab. Damit konnte ich null anfangen, es war jetzt aber glücklicherweise nicht besonders ausgeprägt.

Die Freundinnen an sich fand ich gut beschrieben, ihr aktuelles Leben und ihre Unzufriedenheit damit konnte ich nachvollziehen.

Das Handeln der Charaktere und der Verlauf war für mich aber auch überhaupt nicht realistisch.
Mir ist schon klar, dass es da für einen spannenden Verlauf auch gewisse schriftstellerische Freiheiten braucht, hier konnte ich es aber halt so gar nicht nachvollziehen.

Zu guter Letzt das Ende: ich fand die Auflösung auch schwach und sehr vorhersehbar, da hatte ich ja noch ein wenig auf einen Paukenschlag gehofft.

Insgesamt laste ich dem Buch aber vor allem eines an: habe ich mich beim Lesen sehr gelangweilt.
Ach ja: den englischen Titel finde ich auch doof.

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Rezensionen von carola1475:

Persönliche Sorgen der Erwachsenen überschatten aktuelle und schwerwiegende Probleme Jugendlicher

Gerächt sein sollst du von Kaisu Tuokko

Im idyllischen Küstenort Kristinestad wird die Leiche des siebzehnjährigen Jonas im Meer gefunden. Die Ermittlungen unter Leitung von Kriminalkommissar Mats Bergholm ergeben ein verstörendes Bild des zurückhaltenden Jungen, wie war Jonas wirklich? Auch die Journalistin Eevi Manner recherchiert zu dem Fall, der den kleinen Ort aufwühlt, in dem jeder jeden kennt.

Erzählt wird aus den wechselnden Perspektiven Mats' und Eevis. Beide stammen aus Kristinestad, kennen sich seit der Jugend, und Gefühle füreinander flackern wieder auf, obwohl es eine Ehefrau bzw. einen Lebenspartner gibt. Mats' Gedanken kreisen oft um seine unglückliche Ehe und Eevis Gefühlswelt wird von ihrem unerfüllten Kinderwunsch beherrscht, diese privaten, oft wiederholten Sorgen waren mir schnell zu viel und störten für mich auch den eher flachen Spannungsbogen.

Kaisu Tuokkos Schreibstil ist angenehm zu lesen, aber ihr Textrhythmus zu gleichförmig, ein Cafébesuch wird genau so detailliert beschrieben und scheint genau so wichtig wie die Befragung eines Angehörigen. Ermittler verhalten sich unprofessionell oder bleiben Stereotypen, im allgemeinen ist die Figurenzeichnung blass, während die angesprochenen Themen Mobbing, physische und psychische Gewalt und Misogynie, real und in den Social Media, durchaus empathisch und glaubhaft dargestellt werden, aber leider fast in den Sorgen der Erwachsenen untergehen. Die überraschende Auflösung des Falls ist stimmig.
Das atmosphärische Cover passt zum Krimi und man merkt der finnischen Autorin ihre Verbundenheit zum Heimatort an. Ungeklärte Fragen zur Vergangenheit von Eevi und Mats werden bis zu einem Folgeband warten müssen, denn 'Gerächt sein sollst du' ist ein Reihenauftakt. Ich vergebe 2,5 Sterne für diesen Debütroman.

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