Kunden em pfehlungen
Rezensionen von DoraLupin:
Die Welt der Sagen
Das Lied des Dionysos von Natasha Pulley
Ich lese unheimlich gerne über fantastische Sagen und Legenden der alten Zeiten und nachdem ich den Klappentext zu diesem Buch gelesen habe, war ich sehr schnell neugierig und bin froh wieder etwas in die Welt der Griechen eingetaucht zu sein, denn diese Geschichte konnte mich gut unterhalten!
Der junge Krieger Phaidros rettet in Theben ein ausgesetztes Baby, von dem eine ganz eigenartige Faszination ausgeht, vor dem sicheren Tod und bringt es zum Tempel der Artemis, in dem verwaiste Kinder aufgezogen werden.
Wer kann schon ahnen, dass mit dem kleinen Jungen unvergleichliches Unheil über ganz Theben, ja über der ganzen Welt aufzieht. Was hat es mit dem Findlingskind auf sich? Ist es ein Bastard oder vielleicht gar von Zeus gezeugt? Jahre später, Troja ist gefallen und die Soldaten um Phaidros rüsten die Schiffe zur Heimfahrt. Da begegnen sie auf einer Insel einem seltsam schönen Jüngling und nehmen ihn gefangen. Ihm droht nun das Los als, Sklave verkauft zu werden, – was für ein Frevel! Das Kentern des Schiffs ist erst der Beginn einer verheerenden Rache, des gedemütigten Dionysos. Über Theben breitet sich eine nie dagewesene Dürre aus. Aber noch schlimmer: Eine seltsame Macht ergreift Gemüt und Verstand der Menschen, der Wahnsinn geht um. Und doch hängt das Herz von Phaidros an dem Gott, der ihm in vielerlei Gestalt begegnet.
In die Geschichte habe ich ohne Probleme hineingefunden. Der Schreibstil passt sehr gut zum Genre, ist bildlich und es ist ein schöner Lesefluss gegeben. Jedoch gibt es hin und wieder ein paar Längen, die sich auch sehr zähl angefühlt haben. Die einzelnen Charaktere wurden interessant beschrieben und ich konnte mir von ihnen ein gutes Bild machen. Es handelt sich hier um einen wirklich guten Roman, bei dem man einiges dazulernen kann und der mich von Anfang bis Ende unterhalten hat. Ich vergebe dafür 4 von 5 Sternen.
Rezensionen von Dorsay:
Abgründig
No Way Home von T.C. Boyle
Der angehende Arzt Terry geht ganz in seinem Beruf auf, er bereitet sich auf die Abschlussprüfung vor, da ereilt ihm die Botschaft, dass seine Mutter verstorben ist. Sie hat ihm in Nevada ihr Haus hinterlassen. Er nimmt ein paar Tage Urlaub, um das Begräbnis und seine Erbschaftsangelegenheit zu ordnen.
In einer Bar lernt er zufällig Bethany kennen. Bethany hat ihre Beziehung zu ihrem Lebensgefährten Jesse beendet. Da sie eine neue Unterkunft braucht zieht sie praktisch ungefragt in Terrys Haus ein, während er in Los Angeles wieder seiner Arbeit im Krankenhaus nachgeht.
Es entwickelt sich eine außergewöhnliche sehr spannende Dreiecksgeschichte mit überraschendem, abruptem Ende.
Der Autor T.C.Boyle hat wieder einmal einen großartigen Roman in seinem unverwechselbarem Schreibstil verfasst. Die glaubwürdigen, außergewöhnlichen Charaktere der handelnden Personen, die Hinterlistigkeit und die Abgründe, die in jedem von uns schlummern, werden präzise herausgearbeitet, Ein absolut gelungener, spannender Gesellschaftsroman.
Rezensionen von Dorsay:
Abgründig
No Way Home von T.C. Boyle
Der angehende Arzt Terry geht ganz in seinem Beruf auf, er bereitet sich auf die Abschlussprüfung vor, da ereilt ihm die Botschaft, dass seine Mutter verstorben ist. Sie hat ihm in Nevada ihr Haus hinterlassen. Er nimmt ein paar Tage Urlaub, um das Begräbnis und seine Erbschaftsangelegenheit zu ordnen.
In einer Bar lernt er zufällig Bethany kennen. Bethany hat ihre Beziehung zu ihrem Lebensgefährten Jesse beendet. Da sie eine neue Unterkunft braucht zieht sie praktisch ungefragt in Terrys Haus ein, während er in Los Angeles wieder seiner Arbeit im Krankenhaus nachgeht.
Es entwickelt sich eine außergewöhnliche sehr spannende Dreiecksgeschichte mit überraschendem, abruptem Ende.
Der Autor T.C.Boyle hat wieder einmal einen großartigen Roman in seinem unverwechselbarem Schreibstil verfasst. Die glaubwürdigen, außergewöhnlichen Charaktere der handelnden Personen, die Hinterlistigkeit und die Abgründe, die in jedem von uns schlummern, werden präzise herausgearbeitet, Ein absolut gelungener, spannender Gesellschaftsroman.
Rezensionen von DoraLupin:
Happy End- oder doch nicht?
Storybook Ending - Bis ans Ende aller Seiten von Moira Macdonald
Ich höre immer wieder sehr gerne kurzweilige Liebesgeschichten mit Irrungen und Wirrungen. Deshalb wusste ich gleich als ich den Klappentext zu diesem Hörbuch gelesen habe, dass es mein Geschmack sein kann. Ich wurde auch gut unterhalten und es war eine wirklich ungewöhnliche Geschichte, auch wenn sie ein paar Längen hatte.
April ist einsam. Seit ihre Firma angeordnet hat, dass sie dauerhaft von zu Hause aus arbeiten soll, fühlt sie sich ein wenig verloren. Um aus dem Stimmungstief herauszukommen, hinterlässt sie dem attraktiven Mann aus der Buchhandlung in ihrer Nachbarschaft eine anonyme Notiz in einem Buch. Laura ist eine gestresste alleinerziehende Mutter. Zufällig ist sie diejenige, die Aprils Notiz findet und denkt, sie sei von dem Mann, der sie in der Buchhandlung bedient hat. Ein kleiner Flirt mit einem attraktiven Mann, der Bücher liebt, könnte genau das sein, was sie braucht. Währenddessen ist Westley, gutaussehend, aber nicht sehr aufmerksam, zu sehr von den Dreharbeiten für einen Film im Laden abgelenkt, um die verstohlenen Blicke der beiden Frauen zu bemerken, die sich gegenseitig Zettel zwischen den Büchern in den Regalen hinterlassen. Die fortgesetzte anonyme Korrespondenz von April und Laura wird alle drei Figuren aus ihrem Alltagstrott reißen und einen Hoffnungsschimmer entfachen, dass sie vielleicht doch noch bekommen, was sie wollen: ein eigenes märchenhaftes Ende.
In die Geschichte habe ich ohne Probleme hineingefunden. Der Schreibstil ist locker-leicht und es ist ein schöner Hörfluss gegeben, der die Minuten nur so dahinfliegen lässt. Ich finde es zudem super, dass die Geschichte im Wechsel aus der jeweiligen Sicht von April, Laura und Westley erzählt wird. So kann man sich besser mit den Figuren identifizieren und ihr Denken und Handeln nachvollziehen und dies ist der Autorin auch wirklich gut gelungen und ist ein echter Pluspunkt gewesen.
Die Geschichte an sich ist recht interessant und unterhaltsam und es gibt durchaus auch ein paar kleine Wendungen, aber manche Passagen fand ich zu ausschweifend und gerade der Dreh im Buchladen war nicht so mein Fall und hatte seine Längen. Dafür fand ich die Personen teifgründiger als gedacht und vorallem Westley konnte mich mit seinen Gedanken auch immer wieder überraschen.
Die Sprecherin hatte eine angenehme und junge Stimme, die gut zu diesem Genre gepasst hat und gut unterhalten konnte. Ich habe ihr gerne zugehört.
Es gibt einige Irrungen und Wirrungen bis es am Ende ein Happy-End gibt, das ich auch bei einem solchen Roman natürlich erwartet habe. Mich hat die kurzweilige Geschichte gut unterhalten und ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.
Rezensionen von Dorsay:
Abgründig
No Way Home von T.C. Boyle
Der angehende Arzt Terry geht ganz in seinem Beruf auf, er bereitet sich auf die Abschlussprüfung vor, da ereilt ihm die Botschaft, dass seine Mutter verstorben ist. Sie hat ihm in Nevada ihr Haus hinterlassen. Er nimmt ein paar Tage Urlaub, um das Begräbnis und seine Erbschaftsangelegenheit zu ordnen.
In einer Bar lernt er zufällig Bethany kennen. Bethany hat ihre Beziehung zu ihrem Lebensgefährten Jesse beendet. Da sie eine neue Unterkunft braucht zieht sie praktisch ungefragt in Terrys Haus ein, während er in Los Angeles wieder seiner Arbeit im Krankenhaus nachgeht.
Es entwickelt sich eine außergewöhnliche sehr spannende Dreiecksgeschichte mit überraschendem, abruptem Ende.
Der Autor T.C.Boyle hat wieder einmal einen großartigen Roman in seinem unverwechselbarem Schreibstil verfasst. Die glaubwürdigen, außergewöhnlichen Charaktere der handelnden Personen, die Hinterlistigkeit und die Abgründe, die in jedem von uns schlummern, werden präzise herausgearbeitet, Ein absolut gelungener, spannender Gesellschaftsroman.
Rezensionen von DoraLupin:
Actionreich
Lichterloh - Himmel in Flammen von Sarah M. Kempen
Während die Bewohner von Rußstadt Cleo und Gwynnie für tot halten, planen die Schwestern aus dem Untergrund die Befreiung der Stadt. Denn erst wenn der stetig rauchende Industrieschlot vernichtet und die Industriellen entmachtet wurden, kann sich das Leben in Rußstadt wirklich zum Besseren wandeln.
Doch Toska Liebkind ist nicht bereit, kampflos aufzugeben und die Wut der Bürger auf die Schornsteinfeger wächst weiter. Cleo sorgt sich um Leander, der als Mitglied der Gilde in Gefahr schwebt. Und noch immer weiß er nicht, dass sie überlebt hat ... Als die Kohleversorgung der Stadt zum Erliegen kommt und die Ereignisse drohen, aus dem Ruder zu laufen, müssen Cleo und Gwynnie sich entscheiden: Handeln sie weiter im Verborgenen, oder geben sie sich als Rebellinnen zu erkennen – auch wenn das ihren Tod bedeuten könnte?
Der Schreibstil ist wieder sehr angenehm zu lesen und vorallem versteht es die Autorin die Stadt und ihre Bewohner bildhaft und anschaulich zu beschreiben. Man kann den Ruß in der Luft regelrecht schmecken und sieht die Flammen in den Himmel steigen. Im Buch geht es um das ärmere Volk und die reichen Industriellen und den Kampf in einer Stadt zu überleben. Es geht um arm und reich, um Ansehen und Freiheit um Freundschaft und Kampf! Ich habe die ganze Trilogie sehr geliebt und war total fasziniert von dieser Stadt, den Menschen, den Vierteln, den Zusammenhalt, wenn es draufankommt und dem Wunsch nach der Änderung zu einem besseren Leben und schließlich dem Kampfesmut! Das Finale ist actionreich und gewaltig und eine echte Explosion am Ende einer langen Reise durch diese Welt!
Fazit: Wer auf Freiheit, Zusammenhalt, Schornsteinfeger und Kampfesmut steht, der ist hier goldrichtig.Ich kann die gesamte Trilogie nur empfehlen und war mehr als begeistert von der Geschichte!
Rezensionen von DoraLupin:
Beeindruckender Spannungsroman
Schattengrünes Tal von Kristina Hauff
Ich kenne die Autorin bereits von ihrem Roman "Blaukalter Tiefe" und wurde von diesem Buch damals unheimlich mitgerissen. Deshalb wollte ich nun auch unbedingt ihr neuestes Werk lesen und bin wieder sehr begeistert von diesem tollen Spannungsroman!
Die Autorin nimmt den Lesenden diesmal mit in den Schwarzwald, dort liegt das Hotel »Zum alten Forsthaus«, das seine besten Tage längst hinter sich hat.
Nur wenige Gäste verirren sich in das zunehmend verfallende Haus. Umso überraschender, dass sich Daniela, eine schutzbedürftig wirkende Fremde, dauerhaft einquartiert. Lisa, die erwachsene Tochter des Besitzers, nimmt sich ihrer an. Während Daniela aufblüht und sich schnell in die Dorfgemeinschaft eingliedert, wenden sich enge Vertraute von Lisa ab – zuletzt sogar ihr Ehemann. Als schließlich der Herbst Einzug hält, die Tage kälter und die Schatten im grünen Tal immer dunkler werden, beginnt Lisa zu ahnen, dass ihre Welt auseinanderzubrechen droht.
Ich habe ohne Probleme in die Geschichte hineingefunden, denn der Schreibstil war einfach traumhaft: locker-leicht, schön bildlich, so dass ich mich die ganze Zeit inmitten des Geschehens wiedergefunden habe. Wie die Landschaft beschrieben wurde, war ebenfalls einfach nur toll. Und zudem war ein sehr schöner Lesefluss gegeben, der die Seiten nur so dahinfliegen gelassen hat. Die Charaktere waren sehr gut ausgearbeitet und rätselhaft, nach und nach bekommt man immer mehr mit und dies hat die Spannung hochgehalten. Ausserdem wurde das Buch immer wieder aus einer wechselnden Perspektive beschrieben, sodass man die Geschichte immer wieder neu und anders miterlebt, je nachdem wer sie gerade erzählt.
Ich wurde auf jeden Fall wieder sehr gut von der Geschichte unterhalten. Ich konnte das Buch nicht mehr zur Seite legen und vorallem die überraschenden Wendungen und die Spannung haben mich in ihren Bann gezogen. Ein wirklich tolles Buch, das von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Ich vergebe dafür ganz klar von 5 von 5 Sternen.
Rezensionen von DoraLupin:
Unterhaltsame Mystery- Geschichte
Death at Morning House von Maureen Johnson
Als ich den Klappentext zu diesem Buch gelesen habe, war ich sofort Feuer und Flamme dafür. Nachdem ich die Geschichte nun gelesen habe, kann ich sagen, dass ich auch als Erwachsene wirklich gut unterhalten wurde und ein paar tolle Lesestunde damit verbracht habe.
Inhaltlich dreht sich die Story um Marlowe, nachdem sie wegen einer explodierenden Kerze aus Versehen das Haus ihrer Nachbarn niederbrennt und zum Gespött der Stadt wird, nimmt sie einen Ferienjob auf einer abgelegenen Insel an.
Gemeinsam mit einer Gruppe anderer Teenager soll sie Führungen durch eine alte verfallene Villa anbieten. Doch die Idylle bleibt nicht lange so sonnig, denn schon bald wirft die Vergangenheit einen düsteren Schatten über die Insel. In den Dreißigerjahren hat dort ein Arzt mit seinen Adoptivkindern gelebt, bis sie nach einer Tragödie das Anwesen verlassen haben und nie zurückgekehrt sind. Zunehmend vermischt sich Früher mit Heute, Spekulation mit Verdacht – und die tödlichen Gefahren der Insel sind keineswegs Geschichte.
Der Schreibstil ist altersgerecht und locker-leicht zu lesen, ich bin deshalb gut in die Geschichte reingekommen. Ausserdem war die Geschichte zeitweise sogar etwas humorvoll, womit ich nicht gerechnet habe. Der Schreibstil ist ausserdem schön bildlich und es hat sich ein schöner Lesefluss ergeben, der die Seiten nur so dahinfliegen lässt, ich hatte die Geschichte in wenigen Tagen verschlungen. Mit Marlowe konnte ich die ganze Zeit über mitfiebern und fand ihre Handlungen meist nachvollziehbar und authentisch. Stellenweise hätte die Story für mich noch einen Tick spannender sein können, aber da es sich um ein Jugendbuch handelt, war es so völlig in Ordnung.
Fazit: Unterhaltsame Mystery- Geschichte, die mich als Erwachsene gut unterhalten konnte.
Rezensionen von Eternal-Hope:
In der Seele endet der Krieg nie
Blinde Geister von Lina Schwenk
Eigentlich gab es in Mitteleuropa viele Jahrzehnte der Friedenszeiten nach dem 2. Weltkrieg. Doch bei vielen, die den Krieg erlebt haben, ist das in der Seele nie angekommen und die Traumata werden auch über Erziehung und familiäre Bindungen und Muster an die jüngeren Generationen weitergegeben.
Das zeigt "Blinde Geister" von Lina Schwenk, das meiner Ansicht nach völlig zu Recht auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis 2025 gelandet ist, sehr eindringlich.
In vielen kleinen Szenen wird eine Familie porträtiert, nicht immer in chronologischer Form und nicht notwendigerweise einem klaren Muster folgend, aber immer die Angst und den Schmerz der Traumatisierung aufzeigend.
Da gibt es den Vater Karl, der im Krieg war und diesen in den Jahrzehnten danach mit seiner Familie nachinszeniert: bei den kleinsten Anlässen muss in den feuchten, dunklen Keller geflüchtet werden, um sich vor einer vermeintlichen Gefahr zu schützen, zu einer Zeit, in der längst Frieden herrscht. Doch er ist nicht der einzige: Tochter Olivia wird im Turnunterricht regelrecht gedrillt und muss sich dort paramilitärischen Übungen unterziehen, die erst nach Elternprotesten etwas abgemildert werden. Ob und was der Mutter Rita, die "den Krieg am Land zu Hause sitzend abwarten konnte" während dieser Zeit passiert ist, darüber wird nicht gesprochen. Jedenfalls macht sie bereitwillig mit, wenn ihr Mann Karl mit der ganzen Familie seine Kellerübungen abzieht, und beginnt erst spät, diese vor den Töchtern zu hinterfragen.
Eine der Folgen all dieser Störungen in der Familie: die erwachsene Tochter Rita wird psychotisch, hört Stimmen und muss immer wieder in die geschlossene Psychiatrie eingeliefert werden, während ihre Schwester es zumindest an der Oberfläche schafft, ein normal wirkendes, angepasstes Leben zu führen.
Es ist ein relativ kurzes Buch, das aber aufgrund der nicht-chronologischen Erzählweise nicht ganz einfach zu erschließen ist und durchaus seine Zeit braucht. Die Autorin findet viele bemerkenswerte und eindringliche Sprachbilder, die die beklemmende Atmosphäre des Aufwachsens mit einem kriegstraumatisierten Vater sehr spürbar machen, hier ein paar Beispiele:
"Karl lehnte sich immer nur irgendwo an und rief nach Rita. Wenn es nichts zum Anlehnen gab, griff er nach seinen Hosenträgern wie nach einem schweren Rucksack." (S. 23)
"Ich konnte schon morgens spüren, wie der Tag werden würde, an der Art, wie Karl in die Küche kam." (S. 33)
"Ich bin jetzt erwachsen. Ich wasche meine Kleidung selbst und regele meine Arzttermine. Meine Pullis habe ich dieses Frühjahr gespendet. Es war so kalt. Sogar den Mantel habe ich abgegeben, dabei steht der wirklich niemandem. Ich konnte nicht ertragen, dass so viele da draußen frieren." (S.47)
"Du kannst meistens hören, ob du sicher bist", hatte Karl mir bei einem der seltenen Waldspaziergänge erklärt. "Lausche einfach ganz genau, sei geduldig, atme ruhig, und wenn du die Geräusche nicht kennst, warte ab." (S. 58)
"Trotzdem gibt es Dinge, die habe ich ihm nicht erzählt. Dass man einen Keller braucht. Dass es nicht falsch ist, eine gepackte Tasche im Schrank zu haben, mit Büchern und Batterien. Dass es mit Kind schwieriger wird, sich zu verstecken." (S. 91)
"Sie wusste, für Karl war Sicherheit entweder vier geschlossene Wände unter der Erde oder ein komplett freier Himmel über dem Land." (S. 155)
Mich hat das Buch sehr berührt und mich an vielen Stellen daran erinnert, auf wie viele Weisen auch mein Familiensystem nach wie vor von den Kriegstraumata der Vorgenerationen berührt wird, dabei bin ich, wie die Autorin dieses Buches, in den 1980er Jahren geboren. Kurz thematisiert das Buch auch sehr aktuelle Themen wie den momentanen Krieg in der Ukraine, und wie durch diesen alte Traumata wieder hochkommen können.
Es ist insgesamt ein sehr wichtiges Buch, das ich einer breiten Leserschaft empfehlen kann, sofern man im eigenen Leben gerade auch psychisch und emotional genug Raum findet, sich auf dieses schwere Thema einzulassen.
Rezensionen von DoraLupin:
Beeinduckende, starke Frau
In uns der Ozean von Theresia Graw
Bereits der Klappentext hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht, denn ich mag Geschichten sehr, die über starke Frauen erzählen, und diese hat sogar tatsächlich einmal gelebt und vieles erreicht! Ich habe das Hörbuch regelrecht verschlungen, denn von der Handlung wurde ich mehr als mitgerissen.
Inhaltlich dreht sich das Hörbuch um Rachel, diese will nur eins: Für immer am Meer leben und forschen. Doch 1929 verliert ihre Familie alles, Rachel muss ihre Promotion abbrechen und für ein Einkommen sorgen. Statt in der Wissenschaft zu arbeiten, schreibt sie Geschichten fürs Radio, bald veröffentlicht sie ihr erstes Buch. Die Leser lieben, wie sie die Natur in ihren Texten lebendig werden lässt.
Als ihr auf einem Spaziergang ein toter Vogel vor die Füße fällt und sie wahrnimmt, wie die Welt um sie herum verstummt, beginnt sie zu recherchieren: Was hat es mit dem Wundermittel DDT auf sich, das neuerdings in allen Wäldern, Wiesen und Feldern versprüht wird? Wenn die Insekten ausgerottet werden, wie lange gibt es dann noch Vögel? Rachel weiß: In der Natur hängt alles mit allem zusammen. Und wenn sie ihre Recherchen veröffentlicht, dann sticht sie in ein Wespennest …
In die Geschichte habe ich ohne Probleme hineingefunden, der Schreibstil gefällt mir absolut gut. Er ist locker-leicht und schön bildlich. Ich habe mich die ganze Zeit inmitten des Geschehens gefühlt und konnte mich sehr gut auf die Handlung konzentrieren. Die einzelnen Personen wurden interessant beschrieben und vor allem Rachel ist mir richtig ans Herz gewachsen. Sie ist eine so starke und kämpferische Frau, die mich richtig beeindrucken konnte weil sie nicht aufgibt und für ihre Sache einsteht und kämpft! Ausserdem ist das Buch sehr aktuell, obwohl es im 20. Jahrhundert spielt. Aber auch heute noch ist der Natur- und Tierschutz manch großen Konzernen nicht sehr wichtig und wir müssen immer im Hinterkopf behalten was passieren kann wenn die Tierwelt einmal nicht mehr ist...Langweilig wurde es bei dem Hörbuch jedenfalls nie. Im Gegenteil: Mitreißend wird die Storyline erzählt mit einigen überraschenden Wendungen, die ich so nicht erwartet hätte. Ich wurde auf jeden Fall unglaublich gut von dem Roman unterhalten und vergebe ganz klar 5 von 5 Sternen.
Die Sprecherin hatte eine angenehme Stimme, die gut zum Hörbuch gepasst hat. Ich habe ihr gerne zugehört und sie hat lebendig und schön vorgelesen.









