Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PMelittaM:
Auch Band 3 hat mich wieder gut unterhalten
Die letzten Hexen von Berlin - Dunkle Magie von Oliver Skuza
Mercurius wird gefangengehalten und mit Nebelgeistern gefoltert, die in seinen Geist gelangen wollen. Hilfe kann er kaum erwarten, denn seinem Freund Ferat wurde das Gedächtnis gelöscht. Nicht erwartet hat er, dass seine Mitarbeiterin Inès misstrauisch wird und sich auf die Suche nach ihm macht. Etwas Gutes hat seine Entführung trotz allem, er erfährt einiges über seine Vergangenheit und Herkunft.
Der dritte Band der Reihe führt die Geschichte nahtlos fort. Der arme Mercurius muss einiges erdulden, nicht nur seine Gegenwart, sondern auch seine Vergangenheit betreffend. Ich habe mitgelitten. Gut gefallen hat mir hier Inès, schlau, loyal und anpackend, von mir aus darf das nun gerne eine Liebesgeschichte werden.
Für uns Leser:innen gibt es einige Rückblenden ins Jahr 1973 zu Ariel, einem Sylphen, also einem Luftgeist, auch mit diesem konnte ich sehr gut mitfühlen, und hoffe, wir erfahren noch ein bisschen mehr über ihn im nächsten Band.
Auch dieser Band ist eher ein Kurzroman mit weniger als 150 Seiten, mittlerweile gibt es aber auch einen Sammelband, in dem alle vier Teile enthalten sind. Hätte ich nicht schon vorher angefangen zu lesen, hätte ich sicher das Format bevorzugt, und alles hintereinanderweg gelesen.
Auch der dritte Band der Reihe ist spannend, unterhaltsam und bringt nicht nur Überraschungen für den Protagonisten mit sich. Neuleser:innen empfehle ich zum Sammelband zu greifen.
Rezensionen von Finderfunke:
Die Schrittemacherin bringt in Bewegung
Business läuft! von Annett Liskewitsch
Annett Liskewitsch, die Schrittemacherin, nimmt in ihrem Buch „Business läuft!“ den Leser mit auf den Weg – und das wortwörtlich. Sie ist in ihren Coachings Mit-Denkerin, Impulsgeberin auf Augenhöhe und begleitet zu neuen Pfaden. Und die wichtigsten Aspekte wie Impulse gibt sie hier zum Selbstcoaching an die Hand.
Im ersten Kapitel erfährt der Leser alles über die gesundheitlichen Vorzüge des Gehens und wie entscheidend dieser Faktor selbst in unserer Sprache ist. Deswegen geht die Autorin neue Wege und bleibt nicht bei den gesundheitlichen Vorzügen wie Stärkung des Immunsystems und Stabilisierung von Muskeln und Knochen stehen, sondern nimmt die mentalen Aspekte wie Sinnsuche und Persönlichkeitsentwicklung mit. Auch die geistige Fitness, das sprichwörtliche „Luft verschaffen“ und „sich etwas von der Seele reden“ werden thematisiert. Den Fokus legt die Autorin dabei auf das Power-Walking bzw. auf das Gehen an sich.
Hier regt die Autorin auch zu GEHsprächen an und gibt clevere Anleitungen bzw. Übungen und Methoden zu Walk & Talk. Vom „BrainWalking“ und „Gedanken-Sortierung to Go“ über „GEHspräche mit dir selbst“ bis zu „Entscheidungs-Spaziergängen“ kann das Gehen je nach Bedarf angepasst werden.
Im zweiten Kapitel erfährt der Leser alles darüber, wie die durchwanderte Umgebung ihre Magie wirkt. Hier unterscheidet die Autorin zwischen „Blaue Wege“ (Meer, Fluss, See, Wasserwege), „Grüne Wege“ (Wald, Wiesen, Feld, Natur) und „Rote Wege“ (Stadt, Straße, urbaner Raum), wobei jede Umgebung ihren unterschiedlichen Nutzen für die GEHspräche hat und die psychologische Bedeutung variiert. Hier erhält der Leser zudem unterschiedliche Impulse wie „Bist du im Fluss oder steckst du im Sand?“, „Waldbaden in Deutschland“ und „Abenteuer Stadtwelt“.
Die vorgestellten Routen sind für die Gegend um Rostock konzipiert, aber die Methode lässt sich weitestgehend auf die eigene Umgebung übertragen. (Meer wird zwar nicht immer möglich sein, aber häufig findet sich doch ein Gewässer für die blauen Wege. Zudem gibt es immer einen Abschnitt „Und wenn das Meer / der Wald / die Stadt unerreichbar ist bzw. nicht in der Nähe ist“ sowie Rezepte für Diffuser-Mischungen bzw. Anregungen für die anderen Sinne.)
Das dritte Kapitel befasst sich ganz mit dem Zusammenhang zwischen Gehen und dem Business-Kontext. So findet sich hier Input zu dem Thema „Wie du mit jedem Schritt deinem Business näher kommst“.
Hier regt die Autorin an, mit Meetings den Konferenzraum zu verlassen, dass das Netzwerken durchaus dynamisch sein kann und dass das Team nicht nur nebeneinander arbeiten, sondern auch nebeneinander gehen kann. Denn Gehen bringt die Gedanken in Bewegung, eröffnet neue Perspektiven und löst Blockaden. (Wobei Methoden wie „Brainstorming to Go“ ebenso wie das TeamWalking (gut für Teambuilding, Visionsentwicklung, Stärkung des Miteinanders, frische Energie ...) sicherlich auch für Schulklassen machbar wären.) Auch hier gibt die Autorin Denkanstöße mit auf den Weg. So zum Beispiel zum Thema Perspektivwechsel: „Was würde meine Lieblingskundin dazu sagen?“ oder „Was, wenn ich das Problem in ein Spiel oder Bild verwandele?“
Im letzten Abschnitt finden sich noch einige Anregungen zur zukünftigen Ausrichtung. Wohin soll es gehen und was wäre der nächste Schritt, der zu mir passt, sowie weiter buchbare Angebote von Annett Liskewitsch.
Im Buch finden sich zudem QR-Codes mit Zusatzmaterialien wie Routenbegleitern, Geh-Meditationen zum Anhören, Podcast-Episoden und Blogartikeln aus „Im Gehen läuft’s besser“.
Fazit: Ganz gleich, für was der Leser sich interessiert, mit „Business läuft!“ kann er in seinem Tempo vorwärts gehen. Das Buch richtet sich dabei mehr an Frauen und alle, die beim Gehen sich transformieren wollen. Denn besonders für „Frauen, die oft so viel im Kopf haben und noch mehr im Herzen tragen, kann Gehen zu einem Anker werden – zu einem zuverlässigen Wegbegleiter durch Veränderung, Zweifel, Aufbruch und Wachstum“.
Der Mehrwert des Gehens wird in diesem Buch klar aufgezeigt, denn „Walk & Talk ist nicht nur Gehen plus Gespräch. Es ist ein Raum, in dem Gedanken sich bewegen dürfen – und zwar im Dialog.“
Rezensionen von begine:
Unterhaltsam
Lass uns noch bleiben von Saskia Luka
Lass uns noch bleiben, ist ein feinsinniger Roman der Schriftstellerin Saskia Luka.
Sie lässt ihre Protagonistin Anne mit viel Gefühl ihre Empfindungen erzählen. Anne besitzt einen Pflanzenladen und malt Bilder. Man lernt auch den Nachbarn kennen, der Antiquariat hat.
Man kommt leicht in die Geschichte hinein und kann alles leicht mitempfinden.
Ich wurde wunderbar unterhalten und kann den Roman gerne weiterempfehlen.
Rezensionen von Niko:
"Heimat"
Heimat von Hannah Lühmann
Der Roman "Heimat" von Hannah Lühmann erzählt die Geschichte von Jana und ihrer Familie, die auf Land ziehen und an einer idyllisches Leben hier träumen.
Zum dritten Mal schwanger, kündigt Jana ihr Job in der Stadt und lebt nun nur im Vorstadt, wo sie neue Freundinnen findet. Sie merkt nicht wie, langsam aber sicher, ihre Ideen von den neuen Freundinnen beeinflusst werden.
Die Atmosphäre ist am Anfang idyllisch und im Laufe des Buches wird alles bedrückender.
Der Schreibstill ist flüssig und die Geschichte war die ganze Zeit spannend. Die Atmosphäre habe ich ständig zweideutig gefunden, man glaubt man hat Freunden gefunden, man rückt aber sehr leicht in Extremen. Diese Veränderung spürt Jana nicht an sich selber, obwohl sie ist die, die sich verändert hat, sondern sie spürt nur die Entfremdung von Noah, ihr Mann, der im Laufe des Bucher sich gar nicht verändert hat.
Das Buch ist ein gutes Spiegelbild der heutiger Gesellschaft. Wenn man naiv genug ist und die Sachen nicht gut genug hinterfragt, rücks man in Extreme schneller als man glauben kann.
Für mich war "Heimat" von Hannah Lühmann ein tolles Buch, das ich gerne weiterempfehlen kann.
Rezensionen von MarcoL:
Auf den Punkt gebrachte Dystopie über die gegenwärtige Frauenfeindlichkeit, verpackt in einen aberwitzigen Roman
Hotel Love von Petra Piuk
Roman gönnt sich was. Denn er ist der ärmste und bedauernswerteste Mann auf der ganzen Welt. Denkt er, weil seine über alles geliebte und vergötterte Julia ist nicht mehr an seiner Seite. Und es ist natürlich nur alles ihre Schuld und die ihrer Freundinnen, und außerdem und überhaupt. Zum Glück regiert jetzt die Männerpartei, Frauen werden in Camps gehalten oder werden systematisch eliminiert.
Gibt es doch so lebensechte Androidinnen für alle erdenklichen Lebens (- und Liebes)lagen. Und das allerbeste: im Hotel Love kann Mann sich binnen weniger Tage seine Wunschfrau zusammenstellen lassen und diese heiraten. Als kostenpflichtige Option kann man dann auch gleich ein Kind, vorzugsweise einen Sohn, mit dazu bestellen. An manchen Tagen gibt es dafür sogar einen lukrativen Rabat. Oder für einen zweiten Kopf der Auserwählten. Oder einem eigenen Satz Zungen mit mehreren Geschmacksrichtungen.
Und was macht Roman: er lässt sich natürlich seine Julia 1:1 nachbauen. Sogar die Anzahl der Sommersprossen ist identisch. Julias 2.0 einprogrammiertes Primärziel lautet Roman glücklich zu machen. Was gar nicht so einfach ist, denn es stellt sich im Laufe des Romans heraus, wie Roman wirklich tickt. Eifersucht bis zum Platzen, Kontrollwahn, sprich die personifizierte Toxizität. Da tut sich dann sogar eine KI schwer damit. Aber es wäre nicht eine KI, wenn sie am Ende keine Lösung parat hätte. Und die gilt dann im Kollektiv für alle als Frauen programmierte Roboter … und alle werden glücklich, oder so ...
Der Roman ist mehr als eine wunderbare Satire auf das Patriarchat, dem eigentlich die gesamte Menschheit auf Gedeih und Verderb ausgeliefert ist. Man kann ihn eine Dystopie nennen, oder einfach eine nur sehr klug inszenierte, natürlich (sehr) überspitzte Metapher darüber, wie es in der männerdominierten Welt abläuft. Wir kennen alle die gesellschaftlichen Ungleichheiten zwischen Frauen und Männern. Aber dank der Männerpartei, die Roman natürlich nie und nimmer gewählt hätte, wären ihm all die Konsequenzen bewusst gewesen, sind diese nun obsolet.
Aber eine richtige Julia wäre ihm schon lieber gewesen …
Man muss unweigerlich beim Lesen schmunzeln und gleichzeitig den Kopf schütteln, das Lachen könnte einem im Halse stecken bleiben.
Geschickt inszeniert, wechselnd von der nahen Zukunft im Love-Ressort zu Rückblenden ins gemeinsame Leben von Julia (der aus Fleisch und Blut) und Roman, entpuppt sich sehr schnell, welchen Geistes Kind er ist.
Und der allgemein gültige und verwendete Gruß „Love Kanzler“ zu Ehren des neuen Kanzlers der Männerpartei erinnert mich schon stark an jene faschistische Grußformel, die vor ca. 90 Jahren in aller Munde zu sein hatte.
Mit einem schnellen Erzähltempo rauscht man durch das Buch, kann trotz der vielen, oftmals nur angedeuteter Kritik an unserer Gesellschaft, diesen wunderbaren Roman von Petra Piuk nicht mehr aus der Hand legen.
Ganz große Leseempfehlung, und bestimmt ein Jahreslesehighlight.
Rezensionen von kabo16:
Grenzenlose Tierliebe
Streuner - von der Straße direkt ins Herz von Vanessa Magalhaes
Das Foto vom Cover zieht jeden Hundeliebhaber und Besitzer in seinen Bann. Ein toller Schnappschuss von Dreien, die sich verstehen. Nürliche Schönheiten. Die sich hier wie auf dem Präsentierteller präsentieren.
Die Autorin hat diese tolle Aufnahme von ihren Hunden gemacht, das erfährt man nach dem Durchlesen dieses aufrüttelnden Buches.
Man schaut nur in die ausdrucksstarken Gesichter der Tiere. Mir ist die Prothese nicht aufgefallen. Bis ich es gelesen habe.
Die Autorin erzählt hier offen und unverblümt nicht nur über den Tierschutz, Hundeadoptionen, Angsthunde und ihr Leben. Es gibt sehr viele Informationen, insbesondere BEVOR man sich einen Hund anschafft!
Dies ist für mich eigentlich immer die Grundvoraussetzung, wenn ich mir ein Tier anschaffe.
Was will ich persönlich mit diesem Hund machen. Stundenlange Spaziergänge, Mantrailing oder einen anderen Sport mit Hund?
Nicht immer klappt es dann mit meinen Erwartungen, aber das ist kein Problem. Denn ich habe nun einen neuen Partner in der Familie und da passen wir uns an. Genau wie bei einem Baby, auch die sind nicht immer pflegeleicht.
Bei einem älteren Hund ist es natürlich noch viel komplizierter.
Viele unterschiedliche Geschichten von Pflegehunden zeigen dem Leser, wie es laufen kann. Nicht immer ganz einfach, aber mit ganz viel Geduld und Hilfe von außen kann man ein eingespieltes Team werden.
Im Anhang findet man alles was es dazu braucht. Checklisten für alles Mögliche und ganz viele Adressen aus dem Aus- und Inland.
Rezensionen von Eternal-Hope:
Ein Mord an einer Frau: eine Mama, Freundin, Tochter fehlt für immer
Da, wo ich dich sehen kann von Jasmin Schreiber
Die Familie der 9-jährigen Maja liegt in Scherben: die Mutter Emma ist tot, ermordet von ihrem Mann, der Vater als Mörder im Gefängnis. Und mittendrin ein kleines Mädchen, das sich selbst schuldig fühlt, weil es den Papa ja auch irgendwie liebt, aber sich das nicht mehr erlauben will. Nicht einmal in den Spiegel schauen will Maja mehr, denn dort sieht sie ihre roten Locken, genau die gleichen, wie ihr Papa hat.
Ob sie viel von ihm hat? Ob in ihr auch eine Mörderin steckt? Da gibt es diese dunklen Stimmen, die ihr Ungutes zuflüstern... vielleicht wird sie auch bald im dunklen, feuchten Grab liegen und von den Würmern gefressen werden, so wie Mama? Oder wird ihr Papa auch sie mal ermorden, da er ja ein Mörder ist?
Im Zentrum dieses berührenden Buches steht also dieses kleine Mädchen, das nach dem Femizid an der Mutter quasi elternlos und schwer traumatisiert zurückgeblieben ist. Es ist ein fiktiver Roman, aber er hat einen wahren Kern: leider werden jedes Jahr auch in Deutschland, in Österreich und in vielen anderen Ländern unzählige Frauen von ihren Partnern oder Ex-Freunden ermordet. Oft dann, wenn sie sich aus einer gewalttätigen Beziehung lösen möchten, sich nicht mehr alles gefallen lassen oder es ihnen schon gelungen war, sich aus dieser Beziehung zu befreien. Auch die Autorin Jasmin Schreiber hat so einen Fall in ihrem Umfeld erlebt und widmet das Buch ihrer "Nachbarin, die dieses Jahr von ihrem Ehemann vor den Augen ihres gemeinsamen Kindes in ihrer Wohnung erstochen wurde."
Es ist ein aufrüttelndes, berührendes Buch, das die Tragik hinter all diesen Femiziden und das Leid all der Menschen, die davon betroffen sind, spürbar macht, das betroffen und wütend machen kann und im besten Fall dazu beiträgt, sich dafür einzusetzen, dass sich endlich etwas ändert in unserer Gesellschaft, in der immer noch viel zu oft, wie im Buch erwähnt wird, manche Männer Frauen einfach ermorden, weil sie es wollen und weil sie es können.
Die Buchkapitel sind abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven geschrieben: da gibt es die schon erwähnte kleine Maja, die erst einmal bei den Großeltern mütterlicherseits unterkommt, bis die Obsorge endgültig geklärt ist. Die sich dort zusätzlich zum Verlust der Mutter in ein neues Umfeld eingewöhnen muss und bei lieben Verwandten ist, die sie zwar über alles lieben und sich liebevoll um sie kümmern, die aber selbst schwer getroffen vom Tod der eigenen Tochter sind. Dann gibt es Liv, ehemalige Astrophysikerin und jetzige Lehrerin, begeisterte Naturwissenschaftlerin und langjährige beste Freundin von Emma, die eigentlich bewusst kinderfrei lebt, aber Emmas Patentante ist und nun immer mehr in die Rolle einer Ersatzmama für das kleine Mädchen kommt und sich nicht sicher ist, ob sie dieser Aufgabe gewachsen ist und wie sie sie ausfüllen soll. An ihrer Seite ist die alte Hündin Chloé, zu der Emma eine tiefe Verbindung spürt und die aber leider schon eher am Ende ihrer Lebenszeit angekommen ist. Später kommen noch weitere Charaktere dazu, etwa die Großeltern väterlicherseits, zu denen Maja vor dem Tod ihrer Mutter sogar engeren Kontakt hatte, weil sie in der Nähe gewohnt haben - aber vielleicht auch, weil ihr manipulativer Vater daran gearbeitet hat, die Tochter bewusst nicht nur von ihrer Mutter, sondern auch von deren Eltern zu entfremden.
Sehr sympathisch finde ich, dass alle Charaktere tiefgründig und facettenreich geschildert sind. Hier gibt es kein reines Schwarz-Weiß und ich konnte zum Beispiel nicht nur mit den eindeutigen vordergründigen Sympathieträgern Maja, Liv und den Großeltern mütterlicherseits, die ihre Tochter verloren haben, sondern auch mit den Großeltern väterlicherseits, die entsetzt feststellen mussten, dass ihr Sohn ein Mörder ist, sehr mitfühlen.
Gestaltet ist das Buch insgesamt sehr liebevoll, aufwendig und authentisch: da gibt es Kinderzeichnungen von Maja, Gespräche mit einer Kinderpsychologin, Obduktionsakten, Gerichtsprotokolle, das Nachdenken über Parallelwelten, in denen jemand anders gehandelt hätte und Emma noch am Leben wäre, und vieles mehr. Alles davon ist jeweils sprachlich passend dargestellt. Dadurch ist es der Autorin gelungen, sich dem Thema Femizid von vielen Seiten anzunähern. Besonders ist hervorzuheben, dass es dabei um die Perspektive all der Opfer - der Ermordeten und der Menschen, die vom Mord an ihr am stärksten betroffen sind - und nicht um die Perspektive des Mörders geht; jenem wird somit keine Bühne geboten.
Es ist ein Buch, das literarisch ausgezeichnet geschrieben ist: berührend, authentisch, mit tollen, zu den jeweiligen Charakteren passenden Sprachbildern und die Trauer tief fühlbar zeigend. Ich kann das Buch insgesamt einem breiten Publikum absolut empfehlen, es verdient es, gelesen zu werden und dazu beizutragen, für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.
Rezensionen von clematis:
Todesbiss
Mord auf der Klosterinsel von Heidrun Hurst
Auf der Klosterinsel Reichenau im Bodensee kommt es zu brutalen Mordfällen. Jedes Mal ist der Hals des Opfers so zugerichtet, als hätte ihm ein Werwolf den Todeskuss verpasst. Abt Walahfrid Strabo hat es nicht leicht, den Täter zu finden, obwohl ihn seine vorwitzige Nichte, die Witwe Lindberga, tatkräftig unterstützt.
Weit zurück in der Zeit führt uns dieser Krimi, nämlich ins Jahre 842, als die Karolinger an der Macht waren. Historisch belegte Details und fiktive Krimielemente werden von Heidrun Hurst zu einem stimmigen Roman verwoben, der noch dazu reale Figuren einbindet ins Geschehen. So erfahren wir von einem schielenden Abt, der mit Ruhe und Besonnenheit das Benediktinerkloster geleitet und sich für die Gärtnerei und Dichtkunst interessiert hat. Auch wenn er im wahren Leben nichts mit den Mord und Totschlag zu tun gehabt hat, wirkt er hier verblüffend glaubwürdig, so, wie er bei der Aufklärung der Verbrechen vorgeht. Das Leben auf der Insel, die einfachen Köhler und Rebleute, sowie der Alltag im Kloster werden bildhaft vorgestellt, die schwierige Aufgabe des Ermittelns vor dem Hintergrund des Aberglaubens und der Furcht vor dem Werwolf gut eingefangen. Der ruhige Schreibstil ohne reißerische Szenen passt gut zum Gesamteindruck.
Wer gerne hinter die Kulissen eines Klosters blickt und gut recherchierte historische Details schätzt, wird mit diesem Krimi interessante Stunden verbringen.
Rezensionen von brauneye29:
Wunderschönes Buch
Jetzt gerade ist alles gut von Stephan Schäfer
Zum Inhalt:
Ein eigentlich harmloses Ereignis, ein Schnitt am Finger, bringt den Erzähler durch eine Sepsis fast um. Er überlebt zwar, aber das Erlebte bringt ihn ins Grübeln. Nach dem Krankenhaus wird er zum Sammler von kostbaren Momenten und sucht nach dem, was wirklich wichtig ist und entdeckt dabei, dass oft vermeintlich kleine und scheinbare unwichtige Dinge überraschend
wichtig sein können.
Meine Meinung:
Ja, manchmal zeigt einem das Leben auf, dass man vielleicht mal inne halten sollte um herauszufinden, was wirklich wichtig. Zumeist überrennt einen aber dann doch wieder das Leben und man ist wieder im Trott. Dieses Buch und auch das gut gelesene Hörbuch könnten vielleicht einen Anstoß geben doch mal ab und an "anzuhalten" und zu schauen. Die Art und Weise, wie das Buch geschrieben wurde, hat mir gut gefallen. Und ich fühlte mich von der Art auch irgendwie an 25 letzte Sommer erinnert, dass ich auch schon super fand.
Fazit:
Wunderschönes Buch
Rezensionen von LeserinLu :
Unterhaltung und Kapitalismuskritik
Hustle von Julia Bähr
Julia Bährs Debütroman „Hustle“ ist eine ebenso unterhaltsam leichtfüßige Lektüre wie bittere Bestandsaufnahme des Lebens im Spätkapitalismus. Im Zentrum steht Leonie, die für einen neuen Job nach München ziehen muss und dort schnell merkt, dass man mit einem akademischen Abschluss in Biologie dort keine Miete zahlen kann.
Bald merkt sie, dass sie in München nur gut leben kann, wenn sie aufhört, sich an die Regeln zu halten. So findet sie Anschluss an eine Freundinnenbande, die mit Kreativität und krimineller Energie ihre Ziele verfolgt.
Mir hat der Roman sehr gut gefallen: Er liest sich leicht, ist zügig und locker erzählt und trifft den Ton unserer Zeit erstaunlich genau. Bährs Sprache ist pointiert und ironisch, ohne die sozialen Probleme zu verharmlosen. Besonders gelungen fand ich, wie sie humorvoll, aber scharf beobachtet zeigt, dass in Großstädten selbst ein solides Gehalt kaum noch für eine Wohnung reicht. Das Thema hat mich persönlich sehr angesprochen – die Wohnungsnot, das Dauerhustle, der Druck, immer mehr leisten zu müssen.
Der Roman bietet damit nicht nur Unterhaltung, sondern auch Kapitalismuskritik für den Alltag: klug, charmant und mit viel Gespür für die Widersprüche moderner Lebensentwürfe. Ein kurzweiliger, relevanter Roman, der Spaß macht und gleichzeitig zum Mitdenken und Mitfiebern anregt. Ich werde die Autorin definitiv im Auge behalten!











