Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Krani:
Gruselig und spannend
Wer die Toten stört von A. Rae Dunlap
James Willoughby ist ein junger Mann aus gutem, aber verarmtem Hause. Er will Arzt werden und kommt zum Studium nach Edinburg. Hier arbeiten die besten Anatomen jener Zeit an echten Leichen.
Die Geschichte ist sprachlich ganz im Stile jener Zeit geschrieben. Das Gruselige, das Toten anhaftet, weht geradezu durch durch die Buchseiten.
Huh! Manche der eigentlich grauenhaften Szenen erscheinen durchaus komisch. Und es ist schließlich der Beginn der modernen Medizin. Nur so kann man erfahren, wie es im menschlichen Körper aussieht: indem man ihn aufschneidet und hineinsieht.
In diesem Spannungsfeld entwickelt sich der junge James, und ebenso der Roman. Stehen zuerst noch der Gruselaspekt und die Faszination im Vordergrund, so wird das Ganze schnell zu einem Krimi und dann zu einem Thriller, in dem es darum geht, nicht selber zur Leiche zu werden, sondern Mörder zu überführen. Ganz nebenbei erlebt James noch eine ungewöhnliche Liebesgeschichte.
Es passiert also eine ganze Menge auf diesen vierhundert Seiten. Lesen!
Rezensionen von clematis:
Innere Stimme
Glimmende Himmel von Lia Scott
1868: June hat sich in der Industriestadt Bradford arrangiert mit der harten Arbeit in einer Wollspinnerei und in Hattie eine liebe Freundin gefunden. Aber das Elend der Arbeiterfamilien, die rußige Luft und die kranken Kinder kann sie nicht einfach hinnehmen. Schließlich fasst June allen Mut zusammen und legt ihre bisher verfassten Artikel über grundlegende Hygienemaßnahmen und nahrhafte Speisen einem Zeitungsredakteur vor, der diese jedoch kaum beachtet.
Und wieder taucht der undurchschaubare Ire Franky auf, der June seit ihrer ersten Begegnung in den Craven Dales nicht mehr recht aus dem Kopf gehen mag.
Mit ihrer angenehmen Sprachmelodie und bildreichen Beschreibungen setzt Lia Scott die Saga mit den denkbar schlechten Arbeitsbedingungen in den Fabriken Mitte des 19. Jahrhunderts fort, lässt die Konflikte zwischen Engländern und Iren miteinfließen und lenkt die wunderbare Geschichte wieder auf eine mutige junge Frau, welche nun endlich ihre innere Stimme erhört und merkt, dass sie selbst zu verbesserten Zuständen beitragen kann. Warmherzig und berührend erzählt die Autorin von Freundschaften und unheilbaren Krankheiten, von Familienbanden und tiefer Schuld, welche besonders Franky verfolgen muss und ihn zu unbedachten Handlungen verleitet. June entwickelt sich in diesem zweiten Teil von „Die Fasern der Welt“ deutlich weiter und beeindruckt ihr Umfeld durch ihre Wortgewandtheit und ihren Einsatz für die Armen und Kranken, indem sie ihnen Anleitung gibt, sich selbst zu helfen. Lebendige Schilderungen und eine eingehende Recherche lassen jede einzelne Szene glaubwürdig und überaus realistisch erscheinen, sodass das Lesen bis hin zum Ende große Freude bereitet. Nun ist Phantasie gefordert, denn längst sind nicht alle Fragen geklärt, aber vielleicht erscheint ja schon bald Band Nummer 3?
Eine wirklich gelungene Fortsetzung des Romans Der Wind von Yorkshire, welchen man zuvor gelesen haben sollte. Mir sind einige Figuren nun schon so ans Herz gewachsen, dass ich mich über ein Wiedersehen sehr freuen würde.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Kreative Grundidee
The Heat is on - Something's Cooking Between Us von Felicia Kingsley
Schon auf den ersten Blick versprüht "The Heat Is On" für mich pures RomCom-Feeling - Cover & Farbschnitt sind ein absoluter Traum: dieses frische Mintgrün, die verspielte Gestaltung, der moderne Look … allein optisch macht das Buch richtig Lust auf eine schwungvolle Liebesgeschichte.
… und die bekommen wir auch!
Für mich war es das erste Werk der Autorin; ihre zuvor veröffentlichte Time-Travel-Romance ("Courting – Be mine through all time") stand bereits auf meiner Wunschliste, und nun, da ich ihren Erzählton kennengelernt habe, möchte ich die Story umso mehr lesen! Felicia Kingsley schreibt nämlich genau so, wie man es sich von einer unterhaltsamen Love Story wünscht: leichtfüßig, locker, modern, frech, mit schlagfertigen Dialogen und viel Tempo.
Die herrlich kreative Grundidee habe ich geliebt: Tochter eines vermeintlichen Mafiosos trifft auf Undercover-Cop - Romeo und Julia lassen grüßen. SIE arbeitet im italienischen Familienrestaurant in New York, während ER (Dwight, Deckname: Romeo) sich undercover genau dort einschleusen soll. Allein das erste Aufeinandertreffen (- Motorrad, Spritzwasser, Lolli im Mund … Chemistry pur!) schreit förmlich nach einer Filmadaption. Überhaupt: Das atmosphärische Setting rund um das italienische Restaurant in New York war genau mein Fall!
Was für mich persönlich das Leseerlebnis etwas gebremst hat, war, dass sich die Geschichte stellenweise etwas gezogen angefühlt hat. Trotz vieler schöner (und witziger) Szenen fehlte mir zwischendurch der emotionale Sog, der mich komplett hätte mitreißen können. Ein wichtiger Punkt ist auch, dass Julia mit Morbus Crohn lebt und einen Stoma-Beutel trägt. Dieser Aspekt ist sensibel und respektvoll umgesetzt worden, und ich finde es grundsätzlich sehr wertvoll, wenn solche Themen in Romanen sichtbar gemacht werden. Julia wird bewusst nicht auf ihre Krankheit reduziert und geht bemerkenswert selbstbestimmt damit um. Für mich persönlich ist das jedoch ein Thema, das ich - wenn ich es vorher weiß - eher meide, da ich beim Lesen vor allem nach Leichtigkeit und Alltagsflucht suche.
Julia ist ohne Frage eine starke, selbstbestimmte Protagonistin, die ihren eigenen Weg geht und sich gegen einen sehr überbehütenden italienischen Vater behaupten muss. Mir wirkte sie stellenweise jedoch einen Tick zu tough und etwas überzeichnet, was es mir emotional nicht ganz leicht gemacht hat, vollständig mit ihr warm zu werden.
Fazit:
Eine humorvolle, moderne Romance mit viel Charme, einer mega originellen Idee und tollem Setting, die ich mir wunderbar als Filmadaption vorstellen könnte. Ich bin mir sicher, dass die Story für RomCom-Fans mit Faible für starke Heldinnen und temporeiche Dialoge ein perfect match ist.
Rezensionen von brauneye29:
Hab mich schwer getan
Bad Actors von Mick Herron
Zum Inhalt:
Als eine wichtige Mitarbeiterin des Premierminister verschwindet, soll ausgerechnet Claude Whelan sie finden. Er war ehemals der Chef beim MI5 und kann seine Nachfolgerin Diana Taverner nun so gar nicht leiden. Doch die Spur führt direkt zum Hauptquartier und über Umwege auch zu Jackson Lamb.
Meine Meinung:
Mir war nicht wirklich bewusst, dass es sich hier um eine Art von Serie handelt und das hat mir beim Lesen schon das Leben schwer gemacht, denn es gab manches, was wohl in den Vorgängerbänden passiert ist und da fehlte mir dann schlicht und ergreifend das Wissen zu. Insgesamt ist es mir schwer gefallen in die Geschichte rein zu kommen, gelungen ist es mir im Grunde bis zum Schluss nicht. Den Schreibstil fand ich ganz okay, den schwarzen Humor fand ich auch ganz gut.
Fazit:
Hab mich schwer getan
Rezensionen von Liselottchen:
Historischer Roman rund um die Baumwollspinnereien
Glimmende Himmel von Lia Scott
June arbeitet nun in der Baumwollspinnerei, als ihr Franklin O’Donovan wiederbegegnet. Sie ist ihm nicht wohlgesonnen, auch die Arbeit ist hart, vor allem die schlechte Luft macht ihr zu schaffen. Ein Lichtblick ist ihre Freundin Hattie und die Briefe, die sie an ihre Familie schreibt. Auch ihre medizinische Erfahrung, die sie sich als Begleitung ihrer Tante angeeignet hat, kommt ihr nun zugute und sie gewinnt an Selbstsicherheit, als es ihr gelingt, den kleinen Sohn von Franklins Freunden von seiner Durchfallerkrankung zu heilen.
Franklin ermuntert sie, sich Gehör zu verschaffen. Bei der Zeitung lernt sie den Redakteur Jacob kennen, er ebenfalls gegen die Missstände in den Spinnereien kämpft und er sorgt dafür, dass sie künftig ihre Tipps und Ratschläge in einer Kolumne veröffentlichen darf.
Franklin hingegen befindet sich in einer Abwärtsspirale. Obwohl er und June sich näherkommen, hält er sich für nicht gut genug und trifft falsche Entscheidungen.
Ich war sehr gespannt auf den zweiten Teil. Voran möchte ich schicken, dass man zuvor den ersten Teil gelesen haben sollte, denn sonst ist vieles vermutlich unklar. Ein bisschen enttäuscht wurde ich, weil rund um Franklins Geschichte nichts aufgeklärt wurde. Man bleibt im Dunkeln, was es mit seiner ersten Frau auf sich hat, warum er seinen kleinen Sohn in die Obhut seiner Schwester gegeben hat und sich nicht einmal nach ihm erkundigt. Seine Figur entwickelt sich in diesem Band kaum weiter.
June hingegen reift ungemein und ihre Persönlichkeit wird zum starken Charakter, was mir sehr gut gefiel. Viel Historisches ist in den Roman eingearbeitet, die katastrophalen Zustände in den Baumwollspinnereien, die Profitgier der Besitzer und das unhygienisch elende Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter.
Nur wenig erfährt man von Junes Familie, das fand ich schade. Doch ist vermutlich von einem Mittelteil zu erwarten, dass das meiste offenbleibt.
Der Schreibstil ist wie beim ersten Teil flüssig zu lesen, die Dialoge der damaligen Zeit angepasst. Ich warte mit Sehnsucht auf Band 3.
Rezensionen von Shilo:
Leben zwischen Fabriken und Träumen
Glimmende Himmel von Lia Scott
Dieser zweite Teil knüpft eng an den Auftakt der Dilogie an und führt die Reise von June weiter. Nach ihrer Zeit in den Craven Dales lebt sie nun in einer Stadt, die von Fabriken, Armut und Hoffnungslosigkeit geprägt ist. Durch die Arbeit in der Spinnerei versucht sie, ihrer Schwester einen Aufenthalt am Meer zu ermöglichen, der für deren Gesundheit entscheidend ist.
Schon die ersten Kapitel machen deutlich, wie hart das Leben der Arbeiterinnen und Arbeiter hier wirklich ist.
Lia Scott zeigt erneut ein feines Gefühl für Figuren, die zweifeln, wachsen und immer wieder Mut beweisen. June begegnet Menschen, deren Leben durch die Fabrik völlig bestimmt wird. Durch Franky, den sie aus den Craven Dales kennt, lernt sie eine Familie kennen, die kaum genug zum Leben hat. Diese Begegnung verändert in ihr viel, denn jetzt will June nicht mehr nur zuschauen. Sie versucht, mit Wissen und Worten gegen das Elend anzukämpfen, und findet in dem Journalisten Jacob Ford einen Verbündeten.
Franky selbst trägt aus seiner Vergangenheit eine schwere Schuld mit sich herum. Zwischen ihm und June keimt eine Zuneigung auf, die beide jedoch nicht akzeptieren wollen. Dagegen bringt Jacob zugleich neue Gedanken, neuen Schwung und auch eine neue Unsicherheit in Junes Leben.
Die Atmosphäre der Industriestadt ist eindrucksvoll beschrieben. Die gedrängten Wohnungen, die Krankheiten und die vielen erschöpften Kinder lassen schnell spüren, wie belastend das Leben dort ist. Dennoch verliert die Geschichte nie ihren warmen Kern.
Mehrere Wendungen sorgen dafür, dass der Roman durchgehend spannend bleibt. Die Entwicklung der Protagonisten wirkt nachvollziehbar und sehr menschlich. Ganz besonders hatte es mir der kleine Tommy angetan. Seine Klugheit, sein Mut und sein großes Herz waren stets Lichtblicke in den zum Teil sehr bedrückenden Momenten der Handlung.
Dieser zweite Band erzählt mit Gefühl und Spannung von Mut, sozialer Verantwortung und dem Willen eines einzelnen Menschen, etwas zu bewegen. Die Geschichte zeigt, wie wichtig Zusammenhalt und Mitgefühl gerade in schweren Zeiten sind.
Auch wenn sich dieses Buch sehr gut alleine lesen lässt, empfiehlt es sich doch zum besseren Verständnis der Handlung, mit dem ersten Teil "Der Wind von Yorkshire" zu beginnen.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.
Rezensionen von Anilam:
Eine Geschichte, die Vergangenheit lebendig macht
Die Welt in unseren Händen von Emily Walton
Die Welt in unseren Händen von Emily Walton verbindet auf wunderschöne Weise Gegenwart und Vergangenheit. Ausgehend von einem scheinbar ganz normalen Besuch bei der Großmutter entfaltet sich eine beeindruckende Geschichte über Krieg, Liebe und Lebensentscheidungen. Der Roman führt von England bis nach Ägypten und schafft dabei eine richtig lebendige und fesselnde Atmosphäre.
Die Geschichte rund um June hat mich besonders berührt. Ihre Zeit im Zweiten Weltkrieg, der Weg von England bis Ägypten und die Begegnung mit Ken sind total spannend erzählt. Ich mochte im Roman auch sehr, dass wir nicht nur Junes Geschichte kennenlerne, sondern auch Emma beginnt ihr Leben neu zu betrachten. Das hat mich persönlich sehr abgeholt - vor allem mit dem Hintergrundwissen, dass die Geschichte auf dem echten Leben der echten Großmutter der Autorin basiert.
Der Schreibstil von Emily Walton ist flüssig zu lesen. Ich konnte während des Romans eine Achterbahnfahrt der Gefühle durchmachen, da die Autorin einige Situationen so präzise und gut gelungen rüber gebracht hat, dass sie mir sehr nahe gingen.
Für mich ist Die Welt in unseren Händen ein sehr bewegender und historischer Roman gewesen, der mir auf jeden Fall noch etwas im Gedächtnis bleibt. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
To Cage a Wild Bird
To Cage a Wild Bird von Brooke Fast
Ich habe schon lang keine Dystopie mehr gelesen, daher habe ich mich schon sehr auf die Welt von "To Cage a Wild Bird" gefreut. Das Setting ist auch durchaus düster, Dividium eine in sich geschlossene Gemeinschaft, die auf klare Unterschiede zwischen den einzelnen Bereichen setzt und damit von dem grundlegenden World-Building etwas an "Die Tribute von Panem" erinnert.
Tatsächlich hätte ich persönlich mir etwas mehr Informationen zur Welt, der Entstehung und den Strukturen gewünscht, Autorin Brooke Fast gibt aber insgesamt genug Informationen, so dass Dividium eine ausreichend strukturierte dystopische Welt ist. Das Gefängnis Endlock ist wirklich ein grausiger Ort, wenngleich mir einige Strukturen vor Ort zu gut ins Bild gepasst haben und für die Komplexität der Handlung zu platt waren.
Hauptcharakter Raven ist mir sympathisch, auch die Charakterentwicklung im Verlauf der Handlung gefällt mir gut. Auch hier gab es einen kleinen Holperer in der Charakterdarstellung, der mich inhaltlich nicht überzeugen konnte, aber für den Spannungsaufbau nützlich war. Vale war ein ebenso spannender Protagonist, die Anziehung zwischen ihm und Raven hat mir gefallen, die Spice-Szenen haben im Großen und Ganzen auch gut in die Story gepasst. Auch bei Vale gab es für mich kleinere Umgereimtheiten in der Charakterdarstellung, die das Gesamterlebnis aber nicht unbedingt schmälern.
Für mich ist "To Cage a Wild Bird" ein gelungenes Debut, das mich trotz kleinerer Schwächen im Storytelling (unelegante, etwas platte Lösungen für Herausforderungen) sehr gut unterhalten hat. Vor allem auch der angenehme Schreibstil und die genutzte Sprache, in Übersetzung durch Bettina Ain haben zu einem guten LEse-Erlebnis beigetragen.
Rezensionen von Daggy:
Einfühlsam geschilderte Wendegeschichte
Fritzi war dabei. Eine Wendewundergeschichte (gebundene Ausgabe) von Hanna Schott
Der hellblaue Trabant wird gewaschen und Fritzi kommt mit ihrem Tornister des Wegs, so ein ähnliches Bild haben wir von der ehemaligen DDR in unseren Köpfen.
Am 1. September beginnt nach den Sommerferien wieder die Schule und Fritzi ist auch irgendwie froh, dass der Schulalltag wiederkehrt. Allerdings ist der Tag auch der Beginn eines ganz besonderen Herbstes, denn wir schreiben das Jahr 1989.
Der erste Schultag beginn mit dem Fahnenappell und Fritzi ist stolz, dass sie jetzt ein rotes Tuch auf ihrer weißen Bluse tragen darf. Das dazugehörende Bild zeigt die Kinder mit ihrer strengen und linientreuen Lehrerin unter der Fahne. In der Klasse stellt sich heraus, dass Sophie fehlt und die Lehrerin macht eine Bemerkung, die Fritzi nicht verstehen kann. Doch in der nächsten Zeit ist immer wieder von Ungarn die Rede und sowohl Mama als auch Papa beklagen, dass Kolleg*innen nicht mehr zur Arbeit kommen. Mama entschließt sich in die Nikolaikirche zu gehen und nimmt ihre Tochter mit. Beim Verlassen der Kirche werden die beiden gefilmt und die Reportage wird im Westfernsehen ausgestrahlt.
Durch das Buch wurde mir wieder klar, was für ein Wunder wir doch 1989 erleben durften und mit welcher Freude wir uns auf ein Zusammenleben mit „den Brüdern und Schwestern im Osten“ gefreut haben. Hier erleben wir die Ereignisse aus Sicht der neunjährigen Fritzi, die eine Oma in München hat, die sie von Zeit zu Zeit in Leipzig besucht. Die uns aber die Sichtweise eines im Sozialismus lebenden Mädchens aufzeigt. Gerade für mich, die ich immer im Westen gelebt habe und die auch keinen Bezug zur DDR hatte, ist das eine interessante Erfahrung.
Mit seinen 87 Seiten und vielen erklärenden Illustrationen ist das Buch sehr gut zu lesen und zu verstehen. Ich denke, es ist wichtig, dass die Kinder auf diesem Weg von der jungen deutschen Geschichte erfahren und die Form, dass ein Mädchen aus Ihrem Alltag berichtet, ist hervorragend gewählt.
Rezensionen von La Calavera Catrina:
Eine Ritual voller Vorfreude in der Adventszeit
Dein Advent - 24 Glücksmomente nur für dich von Tanja Köhler
Ein Adventskalender, um in Weihnachtsstimmung zu kommen und die Adventszeit schöner zu machen - für sich selbst und für andere.
Die harmonische Gestaltung und die gleichbleibende Strukturierung gefiel mir besonders gut und weckte meine Vorfreude, auf das „Öffnen“ der 24 Glücksmomente. Jedes der Türchen beginnt mit einer Illustration und einer seitenlangen Geschichte, in der man eine Frau durch die Adventszeit begleitet.
Danach folgen ein paar Fragen und drei Empfehlungen für Glücksmomente, die hier „Happy Moments“ genannt werden. Am Ende folgen Tipps und ein Abschlussgedanken, die nachhaltiger sind. Wie kann ich das Gefühl der Verbundenheit entwickeln? Wie kann ich mir Freiräume schaffen? Wie kann ich mich öfter selbst verwöhnen?
Dabei bewegt sich alles im Rahmen eines Themas für das jeweilige Türchen. Es dauert maximal zehn Minuten, sich den Text zu jedem Türchen durchzulesen.
Die Vielzahl an Anregungen und Möglichkeiten pro Türchen hat mich überwiegend inspiriert. Es war oft etwas dabei, was sich auch ins knappe Zeit- und Geldbudget integrieren lässt. Ein Besuch auf dem Weihnachtsmarkt, der im 11. Türchen beschrieben wird, erfordert natürlich einen anderen Aufwand, als die Gedankenspiele in dem Format „Fragen für dich“, die zu interessanten Gesprächen geführt haben, die aber nicht unbedingt etwas mit Weihnachten zutun hatten.
Ansonsten wird das Weihnachtsthema durch Nächstenliebe, ehrenamtliche Unterstützung, Genussmomente und Traditionen aber immer wieder aufgegriffen und durch positive und wertschätzende Formulierungen unterstrichen. Am meisten mag ich allerdings die modern gehaltene Geschichte der namenlosen Frau. Für mich immer wieder eine wohlige Auszeit, weil diese so bildhaft und stimmungsvoll geschrieben ist.
In erster Linie ist es schön, jeden Tag etwas Neues zu entdecken und sich wohlwollend und achtsam inspirieren zu lassen.
Die Illustrationen waren mir persönlich zu einfach. Sie zeigen traditionelle Elemente der Weihnachtszeit, auch im humorvollen Kontext aber ich hätte mir mehr Details gewünscht, die zum Verweilen einladen.
Fazit:
Weckt Weihnachtsstimmung und kann den Stress der Vorweihnachtszeit mildern. Denn es entsteht ein schönes Ritual bei dem man sich von jedem Kapitel überraschen lässt. Der Inhalt geht noch über die 24 Türchen hinaus (weitere Tipps und kurze Informationen zu den darauffolgenden Rauhnächten).
Ein schönes Geschenk für sich selbst oder andere, wenn man einen stimmungsvollen Adventskalender mit achtsamen Impulsen sucht.









