Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nicole (Abby1810):
Freundschaft, Liebe und Versöhnung
Kopf hoch, Kasimir! von Rebecca Martin
Bereits das Cover dieses wertvollen Buches sieht richtig schön aus. Der Fuchs Kasimir sieht neugierig, frech und süß aus. Aber auch die anderen Waldbewohner sind dem Illustrator sehr gut gelungen.
Dieses Kinderbuch handelt um Annahme, Freundschaft, Ablehnung und Versöhnung. Das sind tatsächlich Themen, mit denen bereits die Kinder im Kindergarten zu kämpfen haben.
Gerade deshalb finde ich persönlich dieses Buch besonders wertvoll und auch hilfreich.
Kasimir ist ein süßer, schlauer und besonders lauter Fuchs. Als er eines Tages bei seinen Freunden erscheint, ist er besonders laut dabei. So laut, dass er die anderen Tiere verschreckt. Da kommt Eichhörnchen Lotti und erklärt ihm, dass er zu wild ist und die anderen Tiere sich erschreckt haben. Der kleine Hase Fridolin sagt:" Wir wollen dich nicht mehr dabei haben."
Kasimir verliert seine fröhliche Art und sein Lächeln. Er wird traurig und deprimiert. Langsam trottet er durch den Wald. Da kommt plötzlich der Igel Isidor und möchte sein Freund sein. Außerdem möchte Isidor, Kasimir helfen sein Lachen wiederzufinden. Es entwickelt sich eine schöne und wertvolle Freundschaft zwischen den beiden Waldbewohnern. Und als die anderen Tiere der Meinung sind, dass ein Fuchs und ein Igel ja gar nicht zusammenpassen, da bleiben sie dennoch Freunde. Eines Tages ergibt sich eine Situation, in der Kasimir helfen kann. Doch wird er sich trauen? Und erkennen die anderen Tiere seine Einzigartigkeit und sein liebevolles Wesen?
Das Buch beinhaltet nicht nur eine wunderbare Botschaft, sondern auch wunderschöne und ausdrucksstarke Illustrationen von Bernd Lehmann.
Rebecca Martin ist ein sehr kindgerechters Buch gegen Mobbing und für Freundschaft und Zusammenhalt gelungen. Unbedingte Leseempfehlung meinerseits!
Rezensionen von PMelittaM:
Absolut wow!
Sandman - Der Comic zur Netflix-Serie von Neil Gaiman; J. H. Williams III
Ein verrückt gewordener Stern führt das Ende der Welt herbei. Dream von den Ewigen, der daran nicht ganz unschuldig ist, versucht dem Untergang zuvor zu kommen.
Dieser Band ist ein Prequel zur Sandman-Reihe, der lange vorher spielt, aber erst nach Ende der Reihe erschienen ist. Passend zur ziemlich abgefahrenen Geschichte gibt es sehr fantastische Zeichnungen J.
H. Williams III, oft, aber nicht nur, sehr bunt, manchmal fast psychedelisch, aber immer wunderschön.
Mich hat dieser Comicband absolut geflasht. Wer die Sandman-Reihe noch nicht kennt, sollte diesen Band erst nach der Reihe lesen, es wäre sonst wahrscheinlich zu verwirrend. Man sollte Dream und die anderen Ewigen, aber auch einige Inhalte der zehn Bände der Reihe kennen.
Wunderbar fantastischer Prequel-Einzelband zur Sandman-Reihe, den man nicht auslassen, aber erst im Anschluss an die Reihe lesen sollte.
Rezensionen von clematis:
Unheilschwangere Lagunenstadt
Schatten der Gondeln von John Banville
Mit der Aussicht auf ein beträchtliches Erbe heiratet der Schriftsteller Evelyn Dolman Laura Rensselaer. Allerdings kommt es zum Streit zwischen der Ölmagnatentochter und deren Vater. Unglücklich geht die Reise zum Jahreswechsel 1899/1900 nach Venedig, wobei die unheilschwangere Lagunenstadt Evelyn fast um den Verstand bringt.
Als großer Monolog angelegt, erfährt der Leser ausschließlich Evelyn Dolmans Sichtweise auf das Geschehen, wodurch die nebulösen und undurchschaubaren Machenschaften so mancher einflussreichen Person auch für uns Außenstehende geheimnisvoll bleiben. Viele Gedanken und Erinnerungen Dolmans beherrschen die Handlung, nur wenige Szenen mit Dialogen bringen Lebendigkeit in die Tage am Meer. Dadurch wirkt das Ganze bisweilen ein wenig erschöpfend, andererseits wächst doch immer wieder die Neugierde, was hinter dem geheimnisvollen Verschwinden der Ehefrau steckt und was es mit den Fremden im Lokal auf sich hat, die Evelyn zu kennen vorgibt. Wer hütet das größte Geheimnis, wer leidet an Fieberträumen und was von allen Schilderungen entspricht tatsächlich der Wahrheit? Auf beeindruckende Weise spielt John Banville mit der Atmosphäre der Lagunenstadt, bedient sich bei seiner Erzählung einer geschliffenen und verführerischen Sprachmelodie. Werden sich die Nebel lichten?
Ein spannender Ausflug ins historische Venedig ist garantiert, auch wenn bei mir nicht alle Puzzelstücke an den rechten Platz gefallen sind, so haben sich doch interessante Lesestunden ergeben, welche die Phantasie beflügeln.
Rezensionen von Nicole (Abby1810):
Ein lustiges Kinderbuch mit einer positiven Botschaft
Immer locker bleiben, Berti! von Jane Chapman
Zuerst einmal möchte ich erwähnen wie entzückend und schön ich das Cover finde. Es begeistert beim Hinsehen.
Der Bär Berti und sein Freund Hase Hugo, möchten gerne den perfekten Campingausflug erleben. Dafür hat Berti auch einen Plan erstellt. Damit auch ja alles gut läuft und sie nichts verpassen, hat er sich vorab schon mal Gedanken darüber gemacht.
Sie möchten gerne einen Sonnenuntergang sehen, heiße Schokolade trinken und in einer Hängematte das Leben genießen.
Allerdings läuft nichts alles nach Plan, und die beiden müssen sich damit auseinandersetzen, dass das Leben nicht planbar ist. Zuerst lesen sie die Wegbeschreibung falsch herum, und landen wieder am Ausgangspunkt, dann kommen sie zu spät am Campingplatz an, so dass sie den Sonnenuntergang verpassen. "Ich glaub der Sonnenaufgang wird viel schöner werden", meint Hugo, und tröstet damit Berti.
Die zwei verstehen es, in jeder Situation das Positive zu erkennen und sich gegenseitig zu trösten. Die Botschaft des positiven Denkens, und nicht Aufgebens ist hier sehr zentral und gefällt mir sehr gut. Die zwei sind sympathisch und sehr entzückend. Zusammen mit den wunderschönen Illustrationen und den bunten Farben, werden die Kinder vom ersten Augenblick an gefesselt zuhören. Absolute Leseempfehlung meinerseits!
Rezensionen von Lesemama:
Wo ist Salander
Die wundersame Weihnachtsbande von Andrea Martin
Zum Buch:
Salander ist ein Spielzeugmacher. Jedes Kind drückt sich seine Nase am Schaufenster platt er darf sogar die Spielzeug für die Königin machen. Am Abend vor dem Weihnachtsfest wollte er eigentlich fünf Kuscheltiere fertig machen, aber Salander kam einfach nicht in die Werkstatt hinter dem Laden.
Für die Fünf ist klar, Salander muß was passiert sein.
Meine Meinung:
Ich mag Adventskalenderbücher, also Bücher die in 24 Kapitel eine Geschichte erzählen, so das jeden Tag ein Kapitel (Vor)gelesen werden kann. In diesem Buch sind es sogar 24 ½ Kapitel, man kann an Heiligabend entweder zwei lesen oder eines am 25.
Nun zu meiner Meinung. Mich sprach schon das Cover sehr an. Und die Illustrationen im Buch, auch die Kapitelanfänge, sind wunderschön gestaltet. Bunt und ansprechend. Die fünf Kuscheltiere haben alle noch ein Handycap. Dem Wal fehlt die Füllung, dem Fuchs ist der Mund noch verschlossen die Katze hat noch keine Augen und die Eule nur ein amgeheftetes Ohr. Nur die Schnecke scheint schon fertig zu sein. Aber die fünf ergänzen sich ganz prima und machen sich gemeinsam auf den abenteuerlichen Weg, den Spielzeugmacher Salander zu suchen. Es ist spannend, es ist kurzweilig und es machte Spaß. So verkürzt man gerne die Zeit bis Weihnachten, denn am Ende ist natürlich alles gut.
Eine schöne Adventskalendergeschichte, eine Alternative zu Schoki und für zauberhafte, gemeinsame (Vor)Lesestunden. Kann ich sehr empfehlen.
Rezensionen von Lesemama:
Hatte mehr erhofft
Winterträume in der kleinen Pension am Meer von Julia Rogasch
Zum Buch:
Kurz vor Weihnachten steht es nicht so gut für die Pension von Clara und ihrer Mama. Die Buchungen bleiben aus. Dann kommt ein männlicher Langzeitgast, zu dem sich Clara sehr hingezogen fühlt, bis sie ihn zusammen mit der neuen Chefin eines großen Hotels sieht. Auf einmal stellt sie alles in Frage, wie es mit Pension und Geschenkeladen weitergehen soll im neuen Jahr.
Meine Meinung:
Ich las schon einige Romane von Julia Rogasch, auch schon welche, die zur Weihnachtszeit spielen, aber dieses Mal sprang einfach der Funke nicht über. Ich wurde mit Clara und auch mit ihrer Mama nicht warm, mir fehlte das weihnachtliche..Lediglich das Setting hat mich von Beginn an mitgenommen, ich konnte den Sand fast spüren.
Am Ende überschlugen sich die Ereignisse dann dermaßen und auf einmal war alles so perfekt, so überdeckend, das es mir echt zuviel war. Es blieb nette Unterhaltung für kurzweilige Lesestunden ohne große Überraschung. Beim nächsten Mal wird es sicher wieder besser für mich. Diesmal hat es nicht so gepasst.
Rezensionen von readpassion9:
das Graumädchen
Rostiges Grab von Anders de la Motte
"Rostiges Grab" ist der dritte Fall für Leo Asker und ihre Abteilung der verlorenen Seelen. Worum geht es diesmal? Zwei Urban Explorer machen eine Exkursion zu einer lange brachliegenden Torffabrik im Roskogen, einem Waldgebiet. Dort wurde vor 10 Jahren eine Frau ermordet aufgefunden, einer ihrer Finger war abgetrennt und nicht auffindbar.
Genau wie bei dem sogenannten Graumädchen, einer uralten Moorleiche aus dem Roskogen. Die Urban Explorer sind zu Tode erschrocken, als plötzlich eine Frau vor Ihnen erscheint und ihnen einen abgetrennten Finger präsentiert. Ein perfekter Fall für Leo Asker und ihr Team.
Anders de la Motte würzt seine Story mit viel einer dichten, düsteren und unheimlichen Atmosphäre, die Gänsehaut beschert. Die Szenerie im Roskogen mit einem alten, teils überwucherten Autofriedhof mitten im Wald ist unheimlich und perfekt eingefangen, ich hatte Kopfkino.
Leo Asker ermittelt mit ihrem Team in dem Fall, wobei jemand es darauf angelegt hat, ihre Karriere endgültig zu beenden. Ihr Jugendfreund Martin Hill stellt unabhängig von Leo Nachforschungen an, die Zusammenarbeit der beiden ist diesmal problematisch.
Ich fand die Geschichte spannend, es gibt einige Überraschungen und einen Twist am Ende, der mich kalt erwischt hat. Ein Cliffhanger, so dass ich die Fortsetzung kaum erwarten kann.
Fazit: Sehr genialer Teil der Reihe, der mit viel Atmosphäre und Spannung punktet. Verdiente 5 Sterne.
Rezensionen von buchina:
Spannende Dystopie mit etwas Luft nach oben
To Cage a Wild Bird von Brooke Fast
Endlich mal wieder eine Dystopie. Vor einigen Jahren gab es einen richtigen Hype, der aber nachgelassen hatte. Vielleicht geht es jetzt wieder los.
Die Autorin hat eine Welt geschaffen, bei der nach einer großen Katastrophe die Menschen sich neu orientieren mussten und ein stark hierarchischer Stadtstaat geschaffen haben.
Die Spaltung zwischen Arm und Reich ist enorm, was zu Konflikten führt. Offiziell zur Abschreckung gibt es eine Gefängnisanlage namens Endlock (wie passend), bei der die Menschen nicht einfach nur eingesperrt werden, sondern sie dürfen auf einer dafür vorgesehenen Anlage gejagt werden, gegen ein üppiges Entgelt natürlich. Perfektes System in einer kapitalistischen Gesellschaft, wo das einzelne Leben nichts zählt.
In dieser Gesellschaft wächst Raven auf. Seit dem Tod ihrer Eltern kümmert sie sich um ihren jüngeren Bruder und arbeitet als Kopfgeldjägerin. Als ihr Bruder festgenommen wird und nach Endlock kommt. Versucht Raven auch ins Gefängnis zu kommen, um ihren Bruder zu retten. Dabei muss sie sich auf die Rebellen verlassen und einem Menschen vertrauen, der eigentlich auf der anderen Seite steht.
Brooke Fast ist eine sehr spannende Dystopie gelungen, die zum Teil sehr grausame und menschenverachtende Gesellschaft aufzeigt. Die Szenen im Gefängnis sind sehr realistisch beschrieben. Es war manchmal keine leichte Kost. Die Liebesgeschichte empfand ich persönlich als eher störend und sie hat mich auch nicht so sehr berührt. Ich hätte es spannender gefunden die Dynamik zwischen den Gefangenen stattdessen noch mehr in den Blick zu nehmen und auch Ravens Bruder mehr Raum zu geben. Denn er blieb die ganze Zeit eher blass. Raven dagegen ist ein gut ausgearbeiteter Charakter, in die ich mich gut hineinfühlen konnte. Auch das Setting ist gut gelungen.
Bei der geplanten Flucht gab es für mich ein paar Ungereimtheiten, aber insgesamt war die Story logisch aufgebaut. Der Roman liest sich gut, vor allem der Spannungsaufbau ist gelungen. Ich bin gespannt, wie es weitergeht und hoffe auf ein wenig mehr Infos zur Gesellschaft und den Rebellen.
Rezensionen von gabiliest:
Menschenjagd
Wolfskälte von Laura McCluskey
Die australische Autorin Laura McCluskey hat mit “Wolfskälte” ihren ersten Roman, einen Krimi, vorgelegt. Das gelungene, stimmungsvolle Cover entführt die Lesenden nach Eilean Eadar, eine einsame Insel vor der Westküste Schottlands.
Ein Todesfall ist ungeklärt, Verbrechen oder Selbstmord? Der achtzehn Jahre alte Alan ist vom Leuchtturm der Insel gestürzt.
Die Detective Inspectors Georgina - genannt George- Lennox und Richard Steward, die aus Glasgow vom Festland kommen, sollen die Umstände aufklären. Auf dieser einsamen Insel toben Stürme, die Bewohner sind auf sich selbst und einander angewiesen, vom Festland kommt keine Unterstützung. Alles erscheint wie in alter Zeit.
George und Richard werden von den Inselbewohnern vordergründig höflich aufgenommen, dennoch ist eine starke Abneigung gegen sie spürbar; es kommt zu Verwünschungen und sogar Tätlichkeiten. Dabei hat George genug mit sich selbst zu tun: Bei einem Einsatz vor einigen Monaten wurde sie schwer verletzt und hat jetzt noch an den Folgen zu tragen. Doch sie verbirgt ihre Schmerzen, auch vor ihrem Kollegen, der ihre Dienstfähigkeit mehr und mehr in Zweifel zieht. Verdächtig und verschlossen sind die Inselbewohner, die den Priester, Pater Ross, zu fürchten scheinen. Er tritt als moralische Autorität auf, gibt sich sehr um seine Gemeindemitglieder bemüht, dennoch bleibt seine Rolle undurchsichtig.
Laura McClusky beschreibt eindringlich die düstere und unheilschwangere Atmosphäre auf der abgeschotteten Insel, die von Unwettern heimgesucht wird. Der dort ohne Schule, Arzt und gängige Technik lebende Menschenschlag ist argwöhnisch und hat seine eigenen, uralten Bräuche, die den Priester nicht zu stören scheinen. Als George und Richard versuchen, den Tod von Alan aufzuklären, stoßen sie neben vielen Sagen und Legenden, denen die Dorfbewohner anhängen, auch auf das weit zurück liegende Verschwinden von drei Leuchtturmwärtern. Was ist damals geschehen? Hängt dieses in der Vergangenheit liegende Geheimnis mit Alans Tod zusammen?
“Wolfskälte” ist geprägt von ausgezeichneten Charakterschilderungen der einzelnen Protagonisten. Sowohl die Inspektoren als auch die Dorfbewohner in ihrem mittelalterlichen Aberglauben, ihrer Furcht und ihrer zusammengeschweißten Gemeinschaft, die nach archaischen Regeln lebt, werden realitätsnah dargestellt. Die Lesenden werden schnell in das Geschehen involviert, dennoch erscheint es lange unmöglich, die begangenen Verbrechen aufzuklären.
Vor allem das Verhalten von George steht im Vordergrund, die verbissen darum kämpft, nach ihrer schweren Verletzung im Außendienst zu bestehen. Sie ist ungeheuer willensstark, neigt aber immer wieder zu Alleingängen und bringt sich dadurch oft in Gefahr. Erst spät erkennt George, was der Mensch mit der Wolfsmaske, der sie durch ein Fenster beobachtet, ihr zeigen will. Dann jedoch werden ihre schlimmsten Befürchtungen und Vorstellungen durch die Realität übertroffen. Was bleibt, ist Entsetzen!
Ihr Partner Richard ist als ihr Vorgesetzter älter und gelassener. Er hat die Gabe, Menschen ins Gespräch zu ziehen, doch er ahnt nicht, was wirklich hinter den mysteriösen Todesfällen steckt. Er versucht, Georges Alleingänge zu verhindern, was allerdings nicht gelingen will. So ist es letztlich doch George, die das furchtbare Geheimnis dieser entlegenen Insel und ihrer nach alten Traditionen und Wertesystemen lebenden Bewohner entschlüsselt.
Laura McClusky beschreibt in mitreißendem Erzählstil die Engstirnigkeit und Angst der Inselbewohner sehr plastisch, es gelingt ihr hervorragend, eine beklemmende Atmosphäre zu schaffen. Man wird von Kapitel zu Kapitel neugieriger auf die Auflösung dieser verworrenen Geschehnisse. Der Roman hält den Spannungsbogen bis zum Schluss und bietet eine unerwartete, jedoch glaubhafte Auflösung des Geschehens. Mir hat dieses Buch, das durchaus auch Thrillermomente zu bieten hat, sehr gut gefallen und ich empfehle es allen Krimi- und Thrillerfans gerne weiter.
Rezensionen von Havers:
Hohe Erwartungen...leider nicht erfüllt
Down Cemetery Road von Mick Herron
Als „Die Hard Fan“ der auf das Abstellgleis Slough House verfrachteten „Slow Horses“ habe ich mich sehr auf „Down Cemetery Road“ gefreut, dabei aber leider außer Acht gelassen, dass dies der allererste Roman von Mick Herron war.
Im Vergleich schneidet dieser Reihenauftakt wesentlich schlechter ab, was definitiv dem gesamten Aufbau geschuldet ist.
Und wenn wir schon dabei sind, angeblich ermittelt, so man dem Untertitel Glauben schenken kann, Zoë Boehm in Oxford. Leider ist von der besonderen Atmosphäre dieser alten Universitätsstadt genauso wenig zu spüren wie von der Gegenwart der genannten Ermittlerin, die erstmalig im letzten Viertel des Romans aktiv ins Geschehen eingreift.
Der Großteil der Handlung kreist um Sarah Tucker, Teilzeit-Restauratorin und Hausfrau, die mit ihrem ereignislosen Leben höchst unzufrieden ist. Das ändert sich, als bei einer Dinner-Einladung das Nachbarhaus explodiert. Einzig das Kleinkind mit den gelben Gummistiefeln überlebt, wird aber in der offiziellen Berichterstattung nicht mehr erwähnt. Ein Umstand, der nicht nur Sarahs Misstrauen weckt, sondern auch dazu führt, dass sie mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln den Verbleib des Kindes herausfinden möchte. Die Behörden geben keine Auskunft, die Nachforschungen des von ihr beauftragten Privatdetektivs führen zu dessen Tod. Und seine Gattin, besagte Zoë Boehm, hat außer flapsigen Bemerkungen auch herzlich wenig zur Klärung beizutragen. Unterstützung erhält Sarah Tucker durch einen vom Tod gezeichneten Ex-Militär, dessen schockierende Informationen Hinweise darauf geben, worum es in diesem Fall eigentlich geht. Und die zahlreichen bösen Buben, die auf der Payroll der Regierung stehen und unmittelbar darauf die Bühne betreten, wollen und sollen mit aller Macht verhindern, dass die Schweinereien der Regierung ans Licht kommen. Auch wenn das die Leben von Unbeteiligten kostet.
Sarah Tucker wirkt unglaubwürdig, ist nervig und agiert planlos, stolpert ohne Sinn und Verstand durch eine Handlung, die sich über weite Strecken im Kreis dreht und mit Nebensächlichkeiten und ständigem Hin und Her künstlich aufgebläht wird. Und das ändert sich auch kaum, als endlich Zoë Boehm, eine zutiefst unsympathische Person, ins Geschehen eingreift. Qualifikation für den Job? Keine. Und der Showdown? Ach ja, da war doch was. Konnte aber auch nicht überzeugen.
Natürlich darf man die Erwartungen bei einem Debüt nicht zu hoch schrauben, wer aber hofft, zumindest ansatzweise eine gut geplottete Story in der Qualität der Slough House-Reihe zu bekommen, wird enttäuscht sein, denn nur in ganz wenigen Passagen blitzt der Herron‘sche Sarkasmus auf, der diese Reihe so lesenswert macht.











