Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Philiene :
Für mich der schwächste Teil der Reihe
Die verlassene Tochter von Soraya Lane
Ich habe bisher alle Teile der Reihe von Soraya Lane gelesen und habe das bisher auch sehr gerne getan. Leider konnte mich aber dieses Buch nicht überzeugen.
War es in den vorherigen Bänden noch so das mich vor allem der Teil in der Vergangenheit begeistert hat, fand ich ihn in diesem Teil eher schwach.
Die Geschichte hat mich einfach nicht überzeugt. Es gab eine verbotene Liebe und eine junge Frau die nicht so handeln konnte wie sie wollte. Die Geschichte war zwar emotional, aber auch sehr voraussehen.
Der Teil in der Gegenwart hat mir noch weniger gefallen, da ist ein Gut ohne Mitarbeiter und auch sonst einige Logikfehler, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte um niemanden zu spoilern. Rose die Protagonistin war sehr naiv dargestellt und hat meiner Meinung nach in der einen oder anderen Situation zu unüberlegt gehandelt.
Ich weiß nicht, ob es daran liegt das die Reihe aus mehreren Teilen besteht und es immer um die große Liebe geht, aber ich fand diese Geschichte längst nicht so stark wie die Anderen und sie hat mich einfach nicht gepackt.
Rezensionen von Claudia R.:
Dark Romantasy
Rabid von Ivy Asher; Raven Kennedy
Klappentext / Inhalt:
I’M NOT THE WOLF YOU WANTED, I’M THE MONSTER YOU NEEDED.
Ein neuer Stand-Alone von Spiegel -Bestsellerautorin Raven Kennedy, zusammen mit Ivy Asher. Für alle Dark-Romance- und Werwolf-Fans.
Ich träume schon mein ganzes Leben davon, mich endlich in eine Wölfin zu verwandeln.
Wie jedes Mitglied meines Rudels muss ich dazu ein Ritual vollziehen. Doch ein brutaler Angriff auf mich lässt dieses Ritual völlig aus dem Ruder laufen: Die Verbindung geht schief, und anstatt meine Wölfin zu kontrollieren, kontrolliert sie mich. Wir sind eins und doch getrennt. Wild, ungezähmt, zornerfüllt. Statt mir zu helfen, verstoßen meine eigenen Leute mich. Sie setzen mich auf dem Land des Ruin-Falls-Rudels aus, das mehr Monster als Wolf oder Mensch sein soll. Und das größte Monster von ihnen ist ihr Alpha: Tyran. Doch meine Wölfin scheint zu glauben, dass dieser Alpha genau der Richtige für uns ist, egal, wie grausam sein Ruf ist. Und es interessiert sie nicht im Geringsten, dass ich anderer Meinung bin …
Cover:
Das Cover ist kreativ und faszinierend umgesetzt und auch farblich finde ich es sehr interessant und gelungen. Auf jeden Fall ein spannender Hingucker, bei dessen Betrachtung man so einiges erst auf den zweiten Blick erkennt.
Meinung:
Ein starker und beeindruckender Dark Romantasy Band, der so einiges und überraschendes in sich birgt. Seneca ist eine starke und spannende Heldin, klug, unerschütterlich, aber auch stur und eine Kämpferin.
Zu viel zum Inhalt möchte ich hier jedoch noch nicht verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist bildlich und interessant umgesetzt. In Charaktere und Situationen findet man sich schnell hinein. Der Einstieg hat mir sehr gut gefallen, es wird schnell Spannung aufgebaut, dann hat man jedoch das Gefühl man dreht sich im Kreis und kommt nicht wirklich voran, auch die Charaktere bleiben zeitweise blass und an manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr gewünscht.
Im großen und Ganzen finde ich Idee und Storyline gut, aber es ist noch Luft nach oben.
Gliederung und Gestaltung haben mir gut gefallen. Die erste Seite der Kapitelanfänge ist optisch sehr gut hervorgehoben und damit leicht ersichtlich. Die Kapitel selbst haben eine gute und angenehme Länge. Die Kapitel sind einfach durchnummeriert.
Die Charaktere sind vielschichtig und auch in diese findet man sich recht gut hinein. Spannung wird schnell aufgebaut und nimmt auch zum Ende hin nochmals zu. Zwischenzeitlich verliert es sich ein wenig, findet dann aber die Kurve. Alles in allem eine tolle und spannende Dark Romantasy Erzählung, die für gute Unterhaltung sorgt.
Fazit:
Ein starker und beeindruckender Dark Romantasy Band, der so einiges und überraschendes in sich birgt.
Rezensionen von Claudia R.:
Glücksimpulse
Ich bring dir das Glück - Vom kleinen Elefanten und seinen Glücksgeheimnissen von Anjana Gill
Klappentext / Inhalt:
Glücklich sein kann man lernen!
Morgens, wenn der kleine Elefant aufsteht, kann er es kaum erwarten, wieder in die Glücks-Schule zu gehen. In jeder Schulstunde lernt er eine neue Methode kennen, mit der man glücklich werden kann und die natürlich auch alle anderen Kinder (und Erwachsenen!) ganz einfach nachmachen können.
Ob mit Hilfe von Glückssteinen oder nützlichen Tipps gegen Angst – so steht dem Glück nichts mehr im Wege!
Ein glücklich machendes Bilderbuch für Kinder ab 4 Jahren
Cover:
Das Cover ist sehr fröhlich und liebenswert umgesetzt. Ein tanzender und lustiger Elefant, sowie ein Vogel sind darauf erkennbar. Die hellen Farbe machen das Ganze zusätzlich sehr positiv und setzen es sehr schön um. Optisch und farblich ist es sehr schön gezeichnet und umgesetzt.
Meinung:
Wusste ihr, dass es eine besondere Schule gibt, in der Glück vermittelt wird? Wäre das nicht wirklich toll und hier in dieser Geschichte bekommt ihr Einblicke was in einer solchen Glücksschule geleehrt wird.
Inhaltlich möchte ich hier nicht allzu viel verraten und halte mich daher mit weiteren Details und Informationen dazu zurück.
Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich gut und flüssig lesen. Die einzelnen Textabschnitte haben eine angenehme und gute Länge. Die Überschriften sind gut hervorgehoben und diese sind außerdem sehr passend, ohne dabei zu viel zu verraten.
Das Bilderbuch ist wundervoll umgesetzt und macht zudem sehr viel Freude und enthält viele wunderschöne Impulse und Botschaften. Toll sind auch die kleinen extra Passagen mit dem Elefanten Geheimwissen, wo tolle Glücksaspekte nochmals genauer angesprochen werden und für Impulse und Gesprächsthemen sorgen.
Das Buch ist sehr liebevoll und niedlich umgesetzt. Das Thema Glück spielt hier eine große Rolle und es enthält viele positive Herangehensweisen und liebenswerte Botschaften. Es zeigt wie wichtig es ist, wenn man mit einer guten Einstellung in den Tag startet und wie man lernt mit verschiedenen Methoden auf sein eigenes Glück zu achten und dies zu bewahren.
Die Illustrationen sind wunderschön und auch sehr liebevoll umgesetzt. Die Zeichnungen runden das Ganze sehr gut ab.
Ein wundervolles Buch über Glück unf Achtsamkeit mit vielen wertvollen und wundervollen, sowie lehrreichen Impulsen. Ein tolles Buch für Groß und Klein, denn hier kann die Ganze Familie etwas lernen.
Fazit:
Ein wundervolles Kinderbuch mit vielen lehrreichen, hilfreichen und positiven Impulsen um für mehr Glück und Achtsamkeit im Leben zu sorgen.
Rezensionen von yellowdog:
Die Entenfrau
Insel am Rand der Welt von James Rebanks
Es ist das Buch einer Begegnung. Zum einen die des Autors mit Anna, einer Frau, die mit der Natur in Einklang lebt und dann auch mit der Natur der Insel in Norwegen.
James Rebanks schreibt einen zugänglichen, ansprechenden und passenden Stil, der an die große Reiseliteratur eines Bruce Chatwin erinnert.
Vielleicht ist er sprachlich zu weich. An das große Vorbild kommt er nicht ran.
Annas Leben auf der Insel entspricht den Traditionen, was ihre Familie seit Generationen auszeichnete. Sie widmet sich der Pflege der Eiderenten-Nester.
Anna ist nicht mehr jung. Es wird ihre letzte Saison auf der Insel sein, dann geht sie in den Ruhestand.
James Rebanks, der sich in England in einer leichten Midlifekrise wähnte, dient ihr als Katalysator für ihre Geschichten, deren Aufbewahrung sie sich wünscht.
Viele Passagen sind interessant, manche wirken zu beiläufig.
Fans von Enten werden vor allen in der zweiten Buchhälfte voll auf ihre Kosten kommen.
Es ist ein teilweise poetisch wirkender Text, den ich überwiegend gerne gelesen habe.
Rezensionen von gerlisch:
Ein besonderes Leseerlebnis
Das Buch der verlorenen Stunden von Hayley Gelfuso
Lisavets Familie ist jüdisch und als sie in Reichskristallnacht bedroht werden, wird sie von ihrem Vater im Zeittunnel versteckt, dies ist ein riesiger Raum voll mit Büchern in denen Erinnerungen aufbewahrt werden. Dort verbringt sie Jahre ihres Lebens und trifft dort immer wieder auf Zeithüter, die diese Bücher zerstören wollen.
Lisavet macht es sich zur Aufgabe diese Erinnerungen zu retten.
In unterschiedlichen Zeitebenen erzählt die Autorin von Lisavets diversen Reisen durch Zeit und Raum. Die einzelnen Erzählstränge sind geheimnisvoll und düster und verbinden sich nach und nach zu etwas Gefährlichem.
Die Mischung aus mehreren Genres macht diese Geschichte zu etwas Besonderen. Reales historisches Geschehen trifft auf Romance und Fantasy verknüpft mit CIA-Agenten-Vibes. Der Schreibstil ist fesselnd und gut zu lesen, aber die Geschichte ist anspruchsvoll und komplex. Ein interessanter Storyaufbau, man muss sich aber auf die Geschichte einlassen um komplett in ihr abtauchen zu können.
Geradezu philosophische Sätze bringen den Leser dazu über Erinnerung und die Zeit nachzudenken. Die Vorstellung, dass unsere Erinnerung in Bücher gesammelt und somit aufbewahrt werden können ist magisch. Die immer mal wieder eingeschobenen wunderschönen, zu Herzen gehenden Zitate regen zum Nachdenken an.
Die Story brachte einiges an Anlauf um Tempo aufzunehmen, dafür waren die Handlungen zum Ende mehr gerafft und für meinen Geschmack zu schnell erzählt. Für das große Finale hätten es gerne ein paar Seiten mehr sein dürfen. Ein bewegendes Leseerlebnis.
Rezensionen von peppi:
berührend
Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén
Die Autorin erzählt die Geschichte des 89jährigen Bo. Seine Welt ist still geworden. Von der Frau , mit der er sein Leben geteilt hat, bleibt ihm nur noch ein Schal, der ihren Geruch trägt. Sie ist demenzkrank und erkennt ihn nicht mehr. Sie wird nun in einem Pflegeheim betreut.
Sein letzter Halt im Leben ist sein Hund Sixten.
Aber genau diesen letzten Anker will ihm sein Sohn nehmen. Aus dieser existenziellen Bedrohung heraus beginnt der alte Mann die entscheidenden Momente seines Lebens neu zu betrachten. Auf Entscheidungen, die er getroffen hat, seine Liebe und Dinge, die er tat, die ihm im Nachhinein nicht mehr richtig erscheinen und die Frage , was am Ende zählt.
Ein stiller Roman über Würde, Verlust und die Kraft der Erinnerungen , der mich berührt hat. Dieses Buch bringt einen dazu darüber nachzudenken wieviel Mut es braucht alt zu werden und wieviel Kraft in Erinnerungen steckt.
Leseempfehlung!
Rezensionen von Sheilo:
Nervenkitzel garantiert
Beautiful Venom (Vipers, Band 1) von Rina Kent
Daliah will Rache, denn sie macht eine Geheimorganisation namens Vencor für das Koma ihrer Pflegeschwester verantwortlich und will den Täter aufspüren. Nur muss sie sich dafür selbst in Gefahr bringen und so versucht sie über Kane, den Kapitän des College-Eishockey Teams, an Informationen zu gelangen.
Nur weiß sie da noch nicht, dass sie so direkt in Kanes Fänge gerät.
"Beautiful Venom" ist der erste Band der "Vipers"-Reihe von Rina Kent und die Geschichte von Daliah und Kane hat mich ab der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Die Spannung im Buch sorgt für so manchen Nervenkitzel und ich liebe den Plot-Twist wirklich sehr. Der Schreibstil der Autorin ließ mich nur so durch die Seiten fliegen und es fiel mir wirklich schwer, das Buch zur Seite zu legen.
Daliah ist sehr aufgeschlossen und clever, indem sie versucht, unerkannt gegen die Mitglieder der Geheimorganisation zu ermitteln. Daliah hat in ihrem Leben schon einiges durchgemacht und ein wahres Wechselbad der Gefühle wartet auf sie.
Kane ist ein Charakter, der in der Öffentlichkeit nur seine harte, distanzierte Schale zeigt. Er lässt wenige Menschen an sich heran und dazu zählen vor allem seine beiden besten Freunde und Teamkollegen, Jude und Preston, mit denen er aufgewachsen ist. Ich selbst mag die Entwicklung von Kane im Buch wirklich sehr und er hat sich auch in mein Herz geschlichen.
Natürlich finden sich im Buch so einige explizite Szenen, die für mich wirklich gut zu den beiden Protagonisten passen. Außerdem gibt es viele emotionale Szenen, in denen ich vor allem Daliah am liebsten in den Arm geschlossen hätte.
"Beautiful Venom" ist für mich ein perfekter Mix aus Dark und Eishockey Romance sowie einem spannenden Suspense-Anteil, den ich wirklich sehr genossen habe. Ich selbst kann es kaum erwarten, dass es mit dem zweiten Band der Reihe weitergeht. Ich kann diesen fantastischen Reihenauftakt sehr empfehlen.
Rezensionen von stina23:
Frauen in den 1930ern – ein bisschen anders und ganz viel gleich
Was vor uns liegt von Alba de Céspedes
Wie viele Bücher und die darin erhaltenen Geschichten wohl schon vergessen wurden? Das Werk „Was vor uns liegt“ von Alba de Céspedes wurde im Jahr 1938 erstmals in Italien herausgebracht und von den Faschisten sogleich wieder verboten. Durch die Neuauflage, beinahe 90 Jahre später, wird es vor dem Schicksal des Vergessens bewahrt.
Im Konvikt Grimaldi leben und studieren Frauen im Rom der 1930er. Mit dem Erhalt von Bildung erhoffen sie sich die Möglichkeit, ihr Leben freier gestalten zu können, denn die damals vorherrschenden Rollenbilder erlauben ihnen wenig Spielraum. Dieses gemeinsame Bestreben lässt die acht Frauen, die im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen, zusammen ihren Weg gehen, obwohl sie etwa Alter, Herkunft, ihr bisheriges Schicksal oder ihre Geheimnisse trennen könnten.
Der Schreibstil der Autorin ist angenehm zu lesen. Sie eröffnet Stück für Stück den Zugang zu den verschiedenen Charakteren und ihren Lebenswelten. Dabei lernt man die acht Frauen mit ihren Gedanken, Sehnsüchten und Vorstellungen besser kennen und wie universell und zeitlos so vieles davon ist. Obwohl sich große Teile der Lebensumstände in den letzten fast 100 Jahren verändert haben (manches leider jedoch noch sehr ähnlich gestaltet ist), ist doch das Fühlen der Menschen und was sie an- und umtreibt, meiner Ansicht nach, noch recht gleichgeblieben. Genau in diesen Passagen fand ich das Buch kurzweilig, interessant und ansprechend.
Ich kann das Buch weiterempfehlen, da es für mich einen Ausdruck von innerer Verbundenheit von Menschen über die Zeit hinweg transportiert.
Die Idee, Bücher vor dem Vergessen zu bewahren, ist einfach großartig!
Rezensionen von Tara:
Spannende Unterhaltung mit tollen Protagonistinnen
Down Cemetery Road von Mick Herron
„Down Cemetery Road“ ist der erste Band des in Oxford lebenden Autors Mick Herron mit den Protagonistinnen Zoë Boehm und Sarah Tucker. Die Handlung hat er in seiner Heimat Oxford angesiedelt.
Sarah Tucker lebt mit ihrem Mann Mark in einem ruhigen Vorort von Oxford. Als Hausfrau ist Sarah für den reibungslosen Ablauf ihrer Dinnerpartys zuständig und hat mit der Einladung ihrer Gäste für eine explosive Mischung gesorgt.
Das ist allerdings nicht das einzige, was an diesem Abend explosiv ist. In der Nachbarschaft kommt es zu einer Gasexplosion, bei der zwei Menschen ums Leben kommen und lediglich ein kleines Kind - Dinah - durch einen glücklichen Zufall überlebt. Als Sarah das Mädchen im Krankenhaus besuchen möchte, ist es verschwunden. Sarah will Antworten und wendet sich an einen Privatermittler wodurch sie in der Folge auf Zoë Boehm stößt.
Der Schreibstil von Mick Herron liest sich leicht und flüssig. Dennoch dauert es bis es erste Zusammenhänge gibt, da sie Schauplätze immer wieder wechseln und eine recht große Anzahl an Charakteren eingeführt wird.
Die zahlreiche Dialoge machen die Handlung lebendig und durch den schwarzen Humor des Autors habe ich beim Lesen permanent vor mich hingegrinst. Bis sich Spannung aufbaut und auch bis Zoë Boehm auftaucht, dauert es allerdings ein wenig länger.
Sarah und Zoë sind zwei sehr kontrastreiche Protagonistinnen. Während Sarah zunächst eine etwas planlose, gelangweilte Hausfrau ist, die unter den antiquierten Ansichten ihres Manns Mark leidet, ist Zoë hartnäckig und ein wenig eigenwillig. Beide sind keineswegs perfekt und wirken dadurch authentisch.
Das Buch ist weniger ein Thriller, sondern eher ein komplexer Spannungsroman, den ich gerne gelesen habe und der mich nun gespannt auf die Fortsetzung warten lässt.
Rezensionen von FogandBooks:
Wenn Liebe bleibt, auch wenn Worte fehlen
Harpers Ferry. Lose Me Once von Christina Kaspar
Manche Bücher liest man – andere fühlt man. Harpers Ferry – Lose Me Once gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Es ist eine Geschichte, die sich leise entfaltet, dabei aber emotional tief greift und lange nach dem letzten Kapitel im Inneren nachhallt. Schon äußerlich überzeugt der Roman durch seine zurückhaltende, winterliche Gestaltung.
Der Farbschnitt wirkt nicht laut oder effekthascherisch, sondern fügt sich harmonisch in die Atmosphäre der Geschichte ein. Diese Unscheinbarkeit passt erstaunlich gut zum Inhalt: Auch hier geht es nicht um große Gesten, sondern um das, was zwischen den Zeilen liegt.
Im Zentrum steht Emery, eine Protagonistin, die von Beginn an durch ihre Unvollkommenheit berührt. Nach dem Tod ihrer Grandma kehrt sie nach Harper’s Ferry zurück – an einen Ort, den sie eigentlich hinter sich lassen wollte. Emery ist keine starke Heldin im klassischen Sinn, sondern eine Figur, die trauert, zweifelt, flieht und reflektiert. Gerade das macht sie so glaubwürdig. Ihre Trauer ist nicht dramatisch inszeniert, sondern still, präsent und dauerhaft spürbar. Wer selbst schon einen geliebten Menschen verloren hat, wird sich in vielen ihrer Gedanken wiederfinden. Harper’s Ferry selbst ist mehr als nur ein Schauplatz. Die Kleinstadt entwickelt eine fast eigene Persönlichkeit: warm, vertraut, voller Zwischenmenschlichkeit. Dieses Setting erinnert an klassische Kleinstadt-Erzählungen, ohne dabei klischeehaft zu wirken. Vielmehr entsteht ein Gefühl von Geborgenheit, das im Kontrast zu den inneren Konflikten der Figuren steht – ein Spannungsfeld, das die Geschichte besonders trägt.
Luke, der männliche Gegenpart, bleibt zunächst sperrig. Gerade in den Rückblicken wirkt er distanziert, manchmal arrogant, schwer greifbar. Doch mit fortschreitender Handlung öffnen sich Schicht für Schicht neue Perspektiven. Die Beziehung zwischen Emery und Luke ist von einer spürbaren Intensität geprägt – nicht laut, nicht kitschig, sondern voller unausgesprochener Worte, Schuldgefühle und Sehnsucht. Es ist diese Art von Liebe, die nicht einfach verschwindet, selbst wenn sie keine Chance hatte, gelebt zu werden. Besonders gelungen ist die Erzählstruktur mit ihren Zeitsprüngen. Vergangenheit und Gegenwart greifen ineinander, ohne verwirrend zu wirken. Stattdessen entsteht das Gefühl, dass man als Leserin nur Bruchstücke erhält – genau wie im echten Leben, wenn man versucht, Vergangenes zu verstehen. Diese Fragmentierung verstärkt die emotionale Wirkung enorm.
In den letzten Abschnitten zieht das Tempo spürbar an. Der Spannungsbogen steigert sich, Geheimnisse werden offengelegt, Erwartungen bewusst unterlaufen. Einige Wendungen kommen überraschend und sind emotional fordernd. Gerade hier zeigt sich die Stärke des Romans: Er scheut sich nicht davor, dunklere Wege einzuschlagen und moralische Grauzonen offenzulegen. Einziger Kritikpunkt bleibt das Ende. Nicht in Bezug auf die emotionale Auflösung zwischen den Figuren, sondern hinsichtlich der Konsequenzen bestimmter Handlungen. Das offene, beinahe resignative Zurücklassen einiger Aspekte fühlt sich nicht vollständig befriedigend an und hinterlässt gemischte Gefühle. Gleichzeitig passt genau diese Offenheit zur Grundstimmung des Buches – zum Leben, das nicht immer klare Gerechtigkeit bereithält.
Trotz – oder gerade wegen – dieser Ambivalenz ist Harpers Ferry – Lose Me Once ein Roman, der berührt. Er erzählt von Trauer, von Liebe, von Schuld und davon, wie schwer es sein kann, Vergangenes loszulassen. Es ist ein Buch, das weh tut, das tröstet und das man nicht einfach abschüttelt. Ein emotional tiefgehender Roman mit starken Figuren, atmosphärischem Setting und einer Liebesgeschichte, die unter die Haut geht. Kleine Schwächen im Abschluss mindern den Gesamteindruck kaum. Ein Buch, das man nicht nur liest, sondern mitnimmt.











