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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Danislesestube:

Tolle Idee, wenig Abwechslung

Knochenblumen welken nicht von Eleanor Bardilac

Heute habe ich ein weiteres Buch für euch, welches ich von der VIECC mitgenommen habe. Ich wollte schon seit Längerem ein Buch von Eleanor Bardilac lesen und habe nun endlich diesen Schritt gewagt. Von Außen betrachtet ist es wirklich hübsch. Nicht übertrieben, wirkt recht düster. (Passend zu Handlung) Aber wie sieht es innen aus? Hat es sich gelohnt, das Buch zu lesen? Schauen wir uns das wie immer im Detail an.

Aurelia, unsere Protagonistin, verfügt über eine magische Begabung, was an sich super ist, jedoch in ihrer Umgebung nicht gerne gesehen wird. In der Stadt Vhindona ist man viel mehr auf geschickte Erfinder und reiche Händler stolz. Durch Zufall ergibt es sich, dass sie von dem mächtigen Nekromanten Marius Cinna als Schülerin zugeteilt wird. So beginnt eine spannende Geschichte zweier spannender Charaktere. Einer davon trägt ein dunkles Geheimnis mit sich herum, welches erst am Ende gelüftet wird. Vorher dürften wir Aurelia bei ihrem Lernprozess und Alltag mit ihrem Lehrmeister begleiten. Glücklicherweise trifft sie auch auf andere Mitmenschen bzw. Wesen, die meistens recht freundlich und vor allem sehr hilfreich sind. Was fehlt noch? Richtig, eine spannende Handlung.
Spätestens hier könnten sich die Geister scheiden. Die meiste Zeit über ist die Geschichte recht gemächlich. Aurelia und Marius werden kaum aus ihrem gewohnten Alltag gerissen. Was einerseits gut ist, so lernen sich die beiden und wir sie besser kennen. Andererseits humpelt alles andere vor sich hin. Auch wenn recht früh angedeutet wird, welcher der Charaktere am Ende „böse“ ist, passiert bis zum Ende nicht wahnsinnig viel. Interessant fand ich vor allem die titelgebenden Knochenblumen, schon toll, was sich die Autorin da ausgedacht hat. Der Einbau von Diversität und den flexiblen Geschlechterrollen verlieh der Handlung etwas mehr Flexibilität. Schön, das in dieser unaufdringlichen Form zu lesen. Das hilft leider alles nichts, denn die Handlung ist, wie schon erwähnt, sehr gemächlich am Weg. Es kann also passieren, dass man sich beim Lesen etwas langweilt. Nicht viel, aber die Tendenz ist da. Ich musste recht viele Pausen einlegen, weil es mir sonst zu eintönig wurde.
Insgesamt ein spannendes Buch mit interessanten Charakteren und einem guten Ende. Jedoch mit Schwächen.

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Rezensionen von clematis:

Cöln im Ausnahmezustand

Sündflut 1784 von Marco Hasenkopf

Nach der verheerenden Flutkatastrophe 1784 herrscht in Cöln der Ausnahmezustand, viele Häuser sind fortgerissen, Hab und Gut verloren, natürlich sind auch Menschenleben zu betrauern. Mitten in den Ruinen sucht die Witwe Anna-Maria Scheidt nach brauchbaren Überresten aus ihrer Apotheke und wird prompt des Mordes an einem Advocaten bezichtigt.

Während sie im Kerker darbt, versucht Henrik van Venray, Amtmann für policeyliche Wohlfahrterei, ihre Unschuld zu beweisen.

Mit ebenso akribischer Recherche zur Lebensweise der Menschen im 18. Jahrhundert wie beim Vorgänger Eisflut besticht Autor Marco Hasenkopf und lässt ein bildgewaltiges Schauspiel vor dem Auge des Lesers entstehen. Die Handlung erstreckt sich über die Monate März und April 1784, passenderweise als Lenzing und Launing bezeichnet. Auch sonst ist die Sprache so gewählt, dass man sich in die entsprechende Zeit zurückversetzt fühlt, die sorgfältig verwendeten Ausdrücke für Berufsbezeichnungen, Gewand oder Werkzeuge tun ihr Übriges für die spürbare Atmosphäre. Und schon ist man mittendrin in der aufregenden Geschichte, die in die Stuben der Reichen und Mächtigen führt, aber auch ins hiesige Hurenhaus und ein Netzwerk an Intrigen ans Licht befördert. Obgleich dieser Roman in sich abgeschlossen ist, ist es vorteilhaft, die Hauptfiguren schon aus Eisflut zu kennen, wodurch Zusammenhänge möglicherweise besser greifbar werden.

Mit vielen Einzelheiten zeichnet Hasenkopf eine überzeugende Ansicht von Cöln und dem benachbarten Mühlheim, charakterisiert seine Figuren aufs Genaueste. Der Ablauf der Geschehnisse ist logisch durchdacht und wird auf spannende Art und Weise zu Papier gebracht. Wenngleich die ersten Absätze noch gewöhnungsbedürftig scheinen in ihrer Ausdrucksweise, so taucht man recht schnell ein in die meisterlich eingefangene Stimmung der Zeit. Der Scheiterhaufen ist aufgeschichtet, Venray kämpft gegen Windmühlen und ein Urteil nach dem berüchtigten Hexenhammer – Spannung ist garantiert.

Akribische Recherche, historische Details samt Glossar und geschichtlicher Einordnung im Nachwort, gelungene fiktive Handlung – Sündflut liefert alles, was ein ausgezeichneter Historischer Roman bieten muss, somit auch diesmal eine Leseempfehlung!

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Rezensionen von greenpanda:

Eine eindringliche, atmosphärische Reise ins Ungewisse

Ruf der Leere von Daniel Alvarenga

„Ruf der Leere“ von Daniel Alvarenga entfaltet eine Sogwirkung, die man anfangs kaum erwartet. Der Roman verbindet psychologische Spannung mit einer fast poetischen Erkundung innerer Abgründe. Besonders stark wirkt die Art, wie Alvarenga seine Figuren an den Rand des Fassbaren führt, ohne je ins Plakative abzurutschen.

Der Autor arbeitet mit einer dichten, manchmal beklemmenden Stimmung, die sich wie ein feiner Nebel über die Handlung legt. Die Sprache ist präzise, oft bildhaft, und erzeugt ein Gefühl von ständiger Unruhe. Man spürt, dass hier jemand schreibt, der genau weiß, wie man Spannung nicht nur aufbaut, sondern hält.

Die Protagonistinnen und Protagonisten wirken glaubwürdig, verletzlich und komplex. Ihre inneren Konflikte stehen im Zentrum, und gerade diese psychologische Tiefe macht das Buch so fesselnd. Themen wie Identität, Verlust und die Sehnsucht nach Bedeutung ziehen sich wie ein roter Faden durch die Geschichte.

Einziges kleines Minus: Manchmal verliert sich der Roman etwas in seiner eigenen Symbolik. Einzelne Passagen wirken dadurch leicht überladen oder verlangsamend. Das schmälert den Gesamteindruck aber nur minimal.

Fazit:
„Ruf der Leere“ ist ein kraftvoller, nachdenklicher Roman, der lange im Kopf bleibt. Wer psychologisch dichte Literatur mit einem Hauch Mystery schätzt, wird hier definitiv fündig.

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Rezensionen von Normanfips:

Nicht nur ein Krimi

Minnesota von Jo Nesbø

Mit Spannung habe ich das neue Buch des Autors erwartet. Dieses Mal entführt er uns nach Minnesota. Der Krimiroman spielt auf zwei Zeitebenen. 2022 reist ein norwegischer Schriftsteller nach Minnesota, dort möchte er weitere Recherchen betreiben und sich in die Psyche des Täters einfühlen. Der Großteil der Handlung spielt allerdings in 2016.

In wechselnden Erzählperspektiven begleiten wir unter anderem den Täter, der nach Rache dürstet für seine ermordete Familie. Aber auch Bob Oz, den Ermittler. Er könnte fast mit der Figur Harry Hole verwandt sein. Er hat Probleme mit dem Alkohol, den Frauen und seinen Aggressionen. Aber er ist ein guter und verbissener Ermittler. Neben dem Fall lässt Jo Nesbø viel Sozialkritik einfließen. Er greift Themen wie Rassismus, Korruption, Religion und Waffenbesitz auf und lässt einem den Beruf des Taxidermisten näher kennenlernen. Jo Nesbø kann wirklich gut erzählen und er kann vor allem gebrochene und schwierige Charaktere gut zeichnen. Allerdings war mir der Anfang des Buches zu langatmig und zäh, danach baut sich der Spannungsbogen immer mehr auf. David Nathan hat wie gewohnt einen guten Job gemacht und ich mag seine Art zu sprechen sehr gerne.

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Rezensionen von Gilasbuecherstube :

Eine emotionale, düstere und unglaublich fesselnde Fortsetzung

To Love a God von Anna Benning

Auch wenn mir der Einstieg zunächst etwas schwergefallen ist, hat mich "To Love a God" am Ende vollkommen überzeugt und emotional sehr berührt. Da es fast ein Jahr her ist, dass ich den ersten Band gelesen habe, brauchte ich einen Moment, um wieder vollständig in die komplexe Welt einzutauchen.

Sobald die Geschichte jedoch Fahrt aufnimmt, entwickelt sie einen starken Sog, dem man sich kaum entziehen kann.

Aurora steht in diesem Band vor vielen Herausforderungen, die sie deutlich reifer und stärker wirken lassen. Besonders gefallen hat mir, wie sie mit Coldens Gedächtnisverlust umgeht. Sie drängt ihn nicht, sondern respektiert seine Grenzen – auch wenn ihr das selbst sehr wehtut. Diese Zurückhaltung gibt ihrem Charakter viel Tiefe.
Colden ist durch den Verlust seiner Erinnerungen kaum wiederzuerkennen. Seine frühere Härte und Distanz stehen im starken Gegensatz zu dem Gott aus Band eins. Trotzdem verliebt er sich erneut in Aurora – langsam, vorsichtig und ganz ohne gemeinsame Erinnerungen. Diese zweite Annäherung hat für mich eine ganz besondere emotionale Intensität.

Auch das Worldbuilding entwickelt sich sehr gut weiter. Neue Schauplätze, politische Machtspiele, Intrigen und moralische Grauzonen sorgen für durchgehende Spannung. Besonders das Decidium und die damit verbundenen Wendungen bringen viel Dynamik in die Handlung.

Mit Cassius tritt zudem eine neue Figur auf, die mich sehr fasziniert hat. Er ist geheimnisvoll, strategisch und schwer einzuschätzen.
Der Schreibstil von Anna Benning ist wie gewohnt ein großes Highlight: flüssig, atmosphärisch und emotional. Spätestens in der zweiten Hälfte konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen. Für mich ist To Love a God alles andere als ein schwacher Mittelband. Die starke Figurenentwicklung, die neuen Konflikte und die emotionale Tiefe machen diesen Teil besonders gelungen. Das Ende hat mich sprachlos zurückgelassen – und der Cliffhanger tut richtig weh.

Fazit:
Eine mitreißende, gefühlvolle und düstere Fortsetzung mit starken Charakteren, intensiver Romantik und einem Worldbuilding, das immer mehr Tiefe bekommt. Für Fans von Enemies-to-Lovers, Forbidden Love und epischer Romantasy ein absolutes Highlight.
✨ Ganz klare 5 von 5 Sternen! ✨

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Rezensionen von Immenhof:

Lustig

Dreh-das-Rad-Buch: Füttere dein Monster von Anna Milbourne

Die Buchseiten sind aus dicker Pappe und sind somit für unvorsichtige Kinderhände wunderbar geeignet. Ob die Drehscheiben dauerhaft ebenfalls Stand halten, muss sich im Langzeittest zeigen.
Die Idee an sich ist lustig. Das Monster muss durch drehen an den Scheiben gefüttert werden. Dabei werden auch lustige Sachen angezeigt, wie z.

B. alte Socken. Die Augen des Monsters machen dabei ebenfalls lustige Gesten, was amüsant ist anzuschauen.
Generell ist der Text sehr gelungen und nicht zu lange. Wie bei so vielen Kinderbüchern ist es für die Zielgruppe ein Buch, welches sicherlich öfter gelesen wird, auch wenn wir Erwachsenen es schnell gesehen haben.
Die Drehscheiben finde ich ein gelungenes Element, da sie zum Greifen, Drehen und Handeln einladen und das Buch sich dadurch von anderen Kinderbüchern unterscheidet.
Wer auf der Suche nach etwas Abwechslung ist und gerne ein animierendes, lustiges Buch sucht, wird hier sicherlich zufrieden sein.

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Rezensionen von Petra Gruber:

Drei Frauen, drei Generationen

Die Riesinnen von Hannah Häffner

Ein kleines Dorf im Schwarzwald. Die Grenzen sind eng. Wer nur irgendwie anders ist, gehört nicht dazu. Liese Riessberger ist eine von denen, für die es schwer ist. Groß, dünn, rothaarig. Ihr ganzes Leben wird sie gemobbt und schief angesehen. Auch die Ehe mit dem angesehenen Fleischersohn ändert daran nichts.

Als sie schwanger wird, hoffen alle auf einen Sohn, einen Erben. Doch das Leben hat eigene Pläne. Es ist eine Tochter. Cora Riessberger. Der Vater stirbt früh, seine Tochter hat er nie geliebt. Auch sie groß, dünn und rothaarig. Liese nimmt ihr Leben in die Hand. Sie wählt nicht den leichten Weg, kämpft für sich und ihre Tochter und schafft viel. Cora will wie ihre Mutter weg aus dem Dorf. Freiheit, Leben, die Welt sehen. Und dann studieren. Aber erstmal unterwegs sein. Auch hier hat das Leben andere Pläne für sie. Auch sie kehrt wieder zurück ins Dorf. Auch sie hat eine Tochter, Eva. Eva hat den Rückhalt und die Liebe ihrer Mutter und Großmutter. Doch im Gegensatz zu ihnen liebt sie es, im Dorf zu leben. Sie kommt mit den Mitschüler:innen zurecht, kümmert sich nicht um die Meinung der anderen. Ihre Vorfahrinnen wünschen ihr Freiheit, ihr steht die Welt offen. Aber eigentlich ist sie am liebsten im Wald. Und so ist sie die erste, der drei Frauen, die freiwillig und glücklich zurückkommt.
Mich hat der Roman von Anfang an in seinen Bann gezogen. Ich mochte die Sprache und auch die Ehrlichkeit, mit der erzählt wurde. Die Frauen haben Ecken und Kanten, die Geschichten wählen nicht den leichten Weg, die Männer, die ihnen begegnen sind nicht die Prinzen, die sie plötzlich glücklich machen. Und dennoch ist es ein positives Buch. Es sind starke Frauen und vor allem starke Mütter. Aber auch ihre Grenzen werden nicht ausgespart.
Sehr gelungen fand ich auch, wie im Laufe der Geschichte, die Perspektiven wechseln. Erst wird aus Lieses Sicht erzählt, dann aus Coras und schließlich aus Evas. Das passiert sehr stimmig, ohne Bruch, wie ein fließender Übergang.
Ich habe das Buch sehr geliebt. Es war schön erzählt, alles sehr realistisch, die Figuren mit viel Hintergrund und Tiefgang und gelungen aufgebaut.
Definitiv ein Buch, das ich empfehlen kann.

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Rezensionen von yellowdog:

Gewalttätige Impulse

The Exes von Leodora Darlington

Leodora Darlington hat in ihrem Erstlingswerk mit Natalie eine zwiespältige Protagonistin geschaffen. Ihr Leben wird von Beziehungen mit Männern bestimmt, die sie schlecht behandeln. Mehrere Exfreunde sind tot.
Jetzt lebt sie mit ihrem Mann James.
Der Romanaufbau ist ein ziemliches hin und her. Jetzt, damals, Briefe, Boyfriend 1, Boyfriend 2, früher usw.

Hinzu kommen noch Therapiesitzungen. Das ist schon viel, aber man kann sich da rein finden.
Bei Natalie stört mich, dass sie so stark von ihren Gefühlen beherrscht wird. Es gibt anscheinend eine Vorgeschichte von Gewalt in der Kindheit. Das sie immer wieder auf gewalttätige Männer trifft, kann kein Zufall sein.
Natalie tut mir leid, aber als likeable Charakter nehme ich sie nicht wahr.
Mit zunehmender Handlung kommen einige massive Wendungen.

Das Buch ist nicht ganz einfach einzuordnen. Ein konventioneller Thriller ist es nicht, aber nur als Drama sehe ich es auch nicht. Das Buch ist nicht direkt spannend, aber überwiegend packend. Mit hat es so Mittel gefallen. 3,5 Sterne!

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Rezensionen von Streiflicht:

Wie eine Freundin ...

Drei kleine Buchläden am Ende der Welt von Ruth Shaw

Nachdem ich erst vor Kurzem das erste Buch von Ruth Shaw „Der Buchladen am Ende der Welt“ gelesen habe, war ich natürlich begeistert, als ich gesehen habe, dass es eine Fortsetzung gibt. Schon das erste Buch hat mich gut unterhalten, aber es ist phasenweise sehr traurig und düster, weil die Lebensgeschichte von Ruth es eben ist.

Dieses zweite Buch ist deutlich positiver und hat mir daher auch noch ein bisschen besser gefallen. Es ist, als würde eine Freundin aus ihrem Leben erzählen und immer wieder schöne Geschichten aus ihrer Vergangenheit erzählen.
Am besten haben mir immer die Geschichten gefallen, in denen es um Tiere geht, oder diejenigen, die aus dem Alltag in den Buchläden erzählen. Ich stelle mir gerne vor, ich hätte auch so einen Buchladen, das wäre sicherlich einfach schön. Zu gerne würde ich die drei Buchläden am Ende der Welt mal sehen und Ruth und ihren Mann Lance dort in Neuseeland besuchen.
Die Reise durch das Leben von Ruth und ihren Lieben, die Geschichten aus den Buchläden und ihr Kampf für die Natur und Tierwelt Neuseelands haben mich wieder bestens unterhalten. Ein warmherziges Buch über eine starke Frau, die man gerne kennenlernen würde!

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Eine ganz normale außergewöhnliche junge Frau

Finding My Way. Ein Memoir von Malala Yousafzai

Malala Yousafzai ist mittlerweile 28 Jahre alt, fast doppelt so alt als damals, als ihr die Taliban in den Kopf schossen, weil sie sich schon als Kind und Jugendliche, unterstützt von ihrem Vater, mutig für das Recht pakistanischer und afghanischer Mädchen auf Bildung einsetzte.

In diesem Memoir spricht sie in ihren eigenen Worten über die Zeit danach.

Mit dem Mordanschlag auf sie änderte sich ihr Leben komplett: sie überlebte nur knapp, wurde mit ihrer Familie nach Birmingham in Großbritannien ausgeflogen und musste über die Jahre viele Operationen über sich ergehen lassen, um ihre Gesichtsfunktionen einigermaßen wiederherzustellen. Bis heute kann sie kaum einen Schritt machen, ohne Leibwächter hinter sich zu haben, denn die Taliban haben die Drohung, sie zu ermorden, schon mehrmals wiederholt. Gleichzeitig öffneten sich ein neues Leben und neue Perspektiven für sie als Botschafterin für Mädchenbildung und Friedensnobelpreisträgerin.

Offen und persönlich erzählt Malala in diesem Buch von ihren Hoffnungen und Träumen, von ihren Erfolgen und Rückschlägen, und von dem großen Spagat, den es erfordert, einerseits eine weltberühmte Bildungsbotschafterin und Friedensnobelpreisträgerin zu sein, ständig in dieser Mission um die Welt zu fliegen, dabei Geld für ihre Familie und Verwandtschaft zu verdienen und gleichzeitig zu versuchen, eine ganz normale junge Frau zu sein, zur High School zu gehen und dann in Oxford zu studieren, Freundschaften zu knüpfen, tanzen zu gehen, und sich vor einem nach wie vor kulturell sehr konservativen Hintergrund zu verlieben, mit einer tiefgehenden Skepsis gegenüber der Institution Ehe und allem, was damit einhergehen kann.

Wir begleiten Malala durch eine einsame Zeit im britischen Schulsystem, erst einmal ohne Freundinnen. Wir erleben ihre Schwierigkeiten damit, in diesem neuen Schulsystem und auch auf der Uni, wo Verständnis viel wichtiger ist als in Pakistan, wo es nur um Auswendiglernen, ging, zurechtzukommen, selbständig ihre Defizite zu beheben und überhaupt neben all ihren anderen Aufgaben genug Zeit für akademische Belange zu finden.

In Malalas Herkunftskultur ist das Konzept, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten, ein noch nicht sehr verbreitetes und so dauert es einige Zeit, bis ihr bewusst wird, dass sie unter Panikattacken und einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, doch dann nimmt sie mutig Psychotherapie in Anspruch. Eine von ihr gegründete Mädchenschule im ländlichen Pakistan wird auch eine der ersten sein, in der es zusätzlich das Angebot einer psychosozialen Beratung gibt, die von den Mädchen begeistert angenommen wird.

Doch es gibt auch herbe Rückschläge: wie bekannt ist, haben die Taliban Afghanistan nach dem Rückzug der amerikanischen Truppen wieder für sich eingenommen und seitdem werden Mädchen und Frauen dort wieder stark unterdrückt und aus dem Berufsleben, der Öffentlichkeit und von Bildung ausgeschlossen. Sehr traurig für die Welt und auch für Malala und ihren Einsatz für Mädchenbildung!

Sie erzählt auch, wie sehr diese Entwicklungen sie getroffen haben und wie desillusionierend es für sie war, wie wenig es auf der Welt um Information und wie viel es um Macht zu gehen scheint und wie viel Online-Hass sie immer wieder für ihre Auftritte erntet, doch ist sie entschlossen, ihren tapferen Kampf für eine bessere Welt weiterzuführen.

Das Buch ist in eher einfacher Sprache verfasst, doch gerade das macht es sehr authentisch und für viele Menschen überall auf der Welt zugänglich. Es braucht keine akademische Bildung, um Malalas Geschichte zu verstehen und sich von ihr berührt zu fühlen. Besonders berührt hat mich, wie diese mutige junge Frau gleichzeitig in so vielen anderen Bereichen einfach ein ganz normales Mädchen und eine ganz normale heranwachsende Frau ist: eine, die Freude am Leben hat, mit Freundinnen lacht, gerne tanzt und sich verliebt. Auch ihre Familie lernen wir ein bisschen kennen, genauso wie ihre tiefe Liebe zur Heimat, die sie nach einigen Jahren unter strengen Auflagen und gut geschützt kurz wieder besuchen kann.

Insgesamt ist es ein sehr berührendes Werk, das ich einer breiten Leserschaft wärmstens empfehlen kann.

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