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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von jori1020:

Zwischen Herkunft, Geheimnissen und Identität

Real Americans von Rachel Khong

Aktuell kommt man an Real Americans von Rachel Khong kaum vorbei. Doch ist der Hype gerechtfertigt? Für mich: ja – und gleichzeitig nicht ganz uneingeschränkt.

Die Geschichte ist in drei Teile gegliedert, die jeweils fast für sich stehen könnten und über drei Generationen hinweg eine komplexe Familiengeschichte erzählen.

Im ersten Teil lernen wir Lily kennen, die Tochter chinesischer Einwanderer, die kaum Bezug zu ihren kulturellen Wurzeln hat. Sie spricht nur Englisch, kennt ihre Familiengeschichte in China kaum und bewegt sich scheinbar mühelos in einer amerikanischen Lebenswelt. Als unbezahlte Praktikantin verliebt sie sich in Matthew, den Sohn einer wohlhabenden Unternehmerfamilie. Anfangs wirkt alles leicht und unbeschwert, doch schnell treten Klassenunterschiede, unausgesprochene Erwartungen und soziale Spannungen in den Vordergrund. Ein Familiengeheimnis kommt ans Licht, Lily verschwindet mit dem gemeinsamen Sohn Nick.
Im zweiten Teil steht Nick im Mittelpunkt, der als Teenager beginnt, Fragen nach seinem Vater und seiner Herkunft zu stellen. Auf der Suche nach Identität gerät er immer tiefer in die verborgenen Schichten der eigenen Familiengeschichte. Der dritte Teil führt schließlich zurück zur Großmutter May, der Mutter von Lily. Hier werden die historischen und biografischen Zusammenhänge sichtbar, die die familiären Dynamiken überhaupt erst entstehen lassen, und viele unausgesprochene Geheimnisse fügen sich langsam zu einem Gesamtbild.

Der Roman verhandelt eine Vielzahl großer Themen: Liebe, Herkunft, Migration, Genforschung, Klassenunterschiede, die Geschichte Chinas und die bis heute wirksamen Formen subtilen Rassismus. Daraus entsteht eine eindrückliche, teilweise bedrückende generationsübergreifende Geschichte über Identität, Zugehörigkeit und die Suche nach Glück. Gleichzeitig wirkt das Buch stellenweise etwas überfrachtet, und durch die Vielzahl an Figuren und Themen ist es nicht immer leicht, den Überblick zu behalten.

Ich habe das Hörbuch, erschienen im Argon Verlag, gehört und war besonders von den unterschiedlichen Erzählerstimmen begeistert, die jedem Teil eine eigene Atmosphäre verleihen und perfekt zu den dargestellten Figuren passen. Gerade der Wechsel der Stimmen im dritten Teil hat mir sehr gut gefallen und die Struktur des Romans zusätzlich unterstützt.

Insgesamt ein sehr starkes Hörbuch mit großer thematischer Tiefe, das stellenweise fast zu viel auf einmal will – und dessen Stoff durchaus auch für mehrere Bücher gereicht hätte. Dennoch: eine intensive, berührende und lange nachwirkende Lektüre.

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Spannende internationale Erfahrungen einer mutigen Journalistin

Erzählen, was ist von Katrin Eigendorf

Katrin Eigendorf arbeitet seit Jahrzehnten als Fernsehjournalistin und Kriegsberichterstatterin und reist dazu regelmäßig in die Krisengebiete dieser Welt. In diesem Buch erzählt sie von den Erfahrungen, die sie dabei gemacht hat. Schwerpunktmäßig geht es dabei um Afghanistan vor 20 Jahren und heute, um die Entwicklung und Vorgeschichte des Ukrainekrieges und um den Israel-Gaza-Konflikt.

Nahbar und authentisch nimmt uns die Autorin dabei mit auf ihre Reise: wir erleben beispielsweise mit, wie sie mit ihrem Fahrer durch das immer stärker von den Taliban kontrollierte Afghanistan fährt und unter Risiko des eigenen Lebens Kontakt zu Frauen aufnimmt, die versuchen, sich für ihre Rechte einzusetzen oder als Schuldirektorin weiter auch Mädchen den Schulbesuch zu ermöglichen.

In vielen kleinen Begegnungen mit unterschiedlichsten Menschen, von denen sie erzählt, macht die Autorin spürbar, was die jeweiligen Konflikte für die betroffenen Menschen bedeuten. Dabei zeigt sie auch langjährige Entwicklungen auf und sensibilisiert damit für die Wurzeln der aktuellen Konflikte, die oft Jahrzehnte zurück liegen und komplex sind.

Ich habe dieses Buch als Hörbuch gehört, gesprochen von der Autorin selbst. Mir hat diese Art, mich mit dem Inhalt zu befassen, sehr gut gefallen, weil es der Autorin gelingt, auf neutrale und dennoch persönliche Art und Weise so zu erzählen, dass man sich ihr und dem von ihr Erlebten und Berichteten nahe fühlt, gleichzeitig unglaublich viel lernt und Empathie für die betroffenen Menschen sowie Hochachtung vor dieser mutigen Journalistin entwickelt.

Ich habe viel gelernt: über den Beruf der Kriegsberichterstatterin, über die Regionen, von denen Frau Eigendorf erzählt, aber vor allem auch darüber, was es bedeutet, auch unter schwierigen Bedingungen Haltung zu bewahren und zu den eigenen Werten zu stehen. Großartig ist auch, wie die Autorin aufzeigt, wie wichtig es ist, alle Seiten zu hören und zu versuchen, sie zu verstehen, was aber nicht heißt, dass jede Meinung gleich gewichtet werden muss. Leider hat sie im anonymen Internet immer wieder viel Hass für ihr Engagement geerntet, auch davon berichtet sie gegen Ende des Buches.

Zurück bleibt auch ein Gefühl der Betroffenheit und der Wunsch, im Rahmen der eigenen Möglichkeiten alles zu tun, um sich wieder für eine freundlichere Gesprächskultur unter den Menschen, als wichtigen Baustein für langfristigen Frieden, einzusetzen.

Insgesamt ist es ein tolles Buch, das ich auch in der Hörbuchversion allen, die sich für diesen Beruf oder für die tieferen Hintergründe diverser aktueller geopolitischer Konflikte interessieren, nur wärmstens empfehlen kann!

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Rezensionen von Eternal-Hope:

Anspruchsvolle rechtsphilosophische Gedanken zum Thema Gerechtigkeit

Gerechtigkeit von Bernhard Schlink

Bernhard Schlink ist vielen vorrangig als Romanautor bekannt, sein bekanntestes Werk ist "Der Vorleser". Außerdem ist er vom Grundberuf her Jurist und, mittlerweile emeritierter, Hochschullehrer. In "Gerechtigkeit" kehrt er zu diesen Wurzeln zurück, es ist kein literarisches Werk, sondern eine rechtsphilosophische Abhandlung zum Titelthema.

Dabei ist dem Autor Verständlichkeit sehr wichtig und er betont gleich zu Beginn, dass er versucht hat, einen Mittelweg zwischen rechtsphilosophischer Korrektheit und allgemeiner Verständlichkeit zu finden.

Das ist ihm insgesamt gut gelungen. Es handelt sich um einen interessanten Essay, der auf verschiedene rechtsphilosophische Themen und Quellen Bezug nimmt und dabei sehr zum Denken anregt. Es geht darum, was Gerechtigkeit überhaupt sein könnte, beginnend mit der Grundannahme, dass die meisten Menschen erwarten, gleich behandelt zu werden, es sei denn, es gibt gute, sachliche Gründe für eine Ungleichbehandlung. Was diese sein könnten, ist je nach historischer Epoche und kultureller Verortung unterschiedlich, aber jedenfalls ein Aushandlungsprozess. Auch auf verschiedene Formen der Gerechtigkeit und dahinter liegende philosophische und politische Strömungen wird eingegangen: ist es etwa am gerechtesten, Güter nach Leistung zu verteilen (und was ist Leistung)? Oder nach Bedarf (und wie wird dieser ermittelt)? Oder jedem genau das gleiche?

Welches Rechtssystem könnten wir als Menschen uns wünschen, wenn wir nicht wüssten, welche Position in der Gesellschaft wir einnehmen werden, also unter dem Schleier des Nichtwissens? Hier bezieht sich der Autor auf das berühmte Gedankenexperiment von John Rawls.

Wie gestalten wir praktisch eine als möglichst fair empfundene und tragbare Gesellschaftsordnung, basierend auf rechtsphilosophischen Prinzipien? Und was ist der Preis der zunehmenden Gerechtigkeit, mit der aber auch eine immer stärker eingehende Normierung der Gesellschaft einhergeht?

Es sind viele kluge Fragen, die in diesem Buch diskutiert werden, und die zum weiteren Recherchieren und eigenen Nachdenken anregen. Insgesamt richtet sich das Buch mit seinem Anspruch klar an philosophisch vorgebildete oder zumindest sehr daran interessierte, bildungsaffine Menschen. Beispiele finden sich nur vereinzelt in dem Text, mehrheitlich ist es eine theoretische Abhandlung und anspruchsvolle Lektüre, die konzentriertes Mitdenken erfordert.

Kann und will man sich darauf einlassen, dann ist es aber eine sehr gewinnbringende Abhandlung, die den eigenen Horizont erweitert und gleichzeitig aufzeigt, was für ein enormes philosophisches Untergebäude unter einem als einigermaßen gerecht empfundenen Rechtssystem besteht, aber auch, wie eng Philosophie und Rechtswissenschaften miteinander verbunden sind.

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Rezensionen von Lesemama:

Es hat mich total überrascht

Heated Rivalry von Rachel Reid

Bewertet mit 4,5 Sternen

Zum Buch:

Für den Kapitän des Eishockeyclubs Montreal.Voyageurs, Shane Hollander, zählt nur der Sieg. Für Ilya Rozanov, den Stürmerstar der Boston Bears gilt das genauso. Auf dem Eis sind sie fie größten Konkurrenten, danach sieht es ganz anders aus und das bringt Shane ganz schön durcheinander.

Meine Meinung:

Sportromance lese ich sehr gerne, Eishockey steht dabei auf erster Stelle und dieses Buch hatte mich tatsächlich von der ersten Seite an.
Über einen Zeitraum von acht Jahren begleiten wir Shane und Ilya. Vom ersten Kennenlernen bis zum absolut berührenden Ende.
Ilya, sehr selbstbewusst, hat Shane von Beginn an in seinen Bann gezogen. Während Shane ein eher ruhiger, schüchterner Charakter ist, ist Ilya zumindesr im Bett das ganz Gegenteil. Aber Shane darf für ihn nie mehr als eine nette, vor allem aber heimliche Affäre sein. Als Russe darf er nie offen Homosexuell sein und vor allem sind die beiden offiziell größte Feinde, die in ständiger Konkurrenz zueinander stehen.

Es hat mich sehr berührt, vor allem die Zerissenheit von Shane, der einen so zarten Charakter für einen so starken Sport hat. Behutsam aufgewachsen, tolle Eltern und trotzdem so ein großes Geheimnis. Im Bett, oder auch woanders, geht es ordentlich zur Sache, aber das passt sehr gut in die Story. Die LeserInnen sollten trotzdem "gewarnt" sein, es ist ziemlich spicy, aber vor allem absolut lesenswert, die Story ist so berührend und schön erzählt. Ich will mehr von der Aurorin.

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Rezensionen von DoraLupin:

Action in Ägypten

Im Zeichen der Kobra von Fabian Lenk

Ein spannender Sommer in Ägypten: Die Zwillinge Yana und Yamon (12) reisen mit ihrer Schwester Anouk, einer schlagfertigen Archäologiestudentin, und ihrem Onkel Professor Klawitter ins Tal der Könige. Dort entdecken sie eine bisher unentdeckte Grabkammer – und darin eine magische Formel, mit der sie sich in heilige Tiere verwandeln: Bastet die Katze, Horus den Falken und Anubis den Hund.

Als sie beim Besuch im Ägyptischen Museum Zeugen eines Raubüberfalls werden, bei dem unter anderem Tutanchamuns Maske und eine Mumie entwendet werden, kommt es zu einer halsbrecherischen Verfolgungsjagd. Und der Drahtzieher kennt das Geheimnis der magischen Formel! Wird es den drei Geschwistern gelingen, die historischen Schätze zurückzuholen?

Der Schreibstil ist altersgerecht und lässt sich sehr locker und leicht lesen, deshalb kommt man im Buch auch sehr schnell voran. Das Buch ist einerseits aus Sicht der Zwillinge Yana und Yamon geschrieben, aber auch der "Schurke" kommt immer mal wieder zu Wort. Dieser Perspektivwechsel tut der Geschichte gut und macht sie abwechslungsreich. Vorallem der Hund des Schurken, ein Dackel, sorgt immer wieder für Humor.

Der erste Teil der Geschichte ist richtig schön und man taucht in Mumiengräber ab und entdeckt Neues über Ägypten in einem berühmten Museum. Der zweite Teil ist dann die Detektivgeschichte die sehr actionreich und schnell daherkommt. Es war teilweise etwas zu viel Action, aber dies ist ja immer auch Geschmackssache. Ausserdem wäre es schön gewesen wenn der Charakter der Zwillinge noch etwas mehr herausgekommen wäre, sie wirkten immer als Team aber Einzeln ein wenig blass.

Zu erwähnen sind auch die schwarz-weiss Zeichnungen im Buch, die gut zum Inhalt passen und diesen ergänzen und auflockern. Auch das Cover ist toll gestaltet und macht Lust auf die Geschichte.

Insgesamt eine unterhaltsame Geschichte, die sehr actionreich daher kommt, im ersten Teil des Buches erfährt man aber auch etwas über Ägypten und die damaligen Herrscher. Ein gelungener Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe mit etwas Tier-Magie.

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Rezensionen von DoraLupin:

Auch Grause Nr. 3 liest sich ganz wundervoll!

Willkommen bei den Grauses 3: Der normale Schulwahnsinn von Sabine Bohlmann

Jetzt wird’s ernst: Muh und Wolfi sollen ganz normal auf eine ganz normale Schule gehen – mit Stundenplan und Pausenbrot. Doch was alles schiefgehen kann, wenn ein Werwölfchen und ein Dilldapp auf normale Schulkinder treffen, wird ihnen erst nach und nach klar. Zwischen Feueralarm, Gesangswettbewerb und gruseliger Grause-Musik muss auch ihre Freundin Ottilie lernen, für sich selbst einzustehen – und vor allem für ihre Freunde.

Denn manchmal ist das Schräge genau das, was uns stark macht.

Mein Sohn und ich kennen bereits die anderen Teile der Reihe und mussten natürlich wissen wie es mit der schräg-liebevollen Familie Grause weitergeht, die wir richtig ins Herz geschlossen haben! Der Schreibstil war wieder ganz zauberhaft! Sehr locker und leicht zu lesen passt er sehr gut zur Altersgruppe, aber auch Erwachsene haben hier viel Spaß!

Wir lieben die Familie sehr, die für Andersartigkeit, Toleranz und Familienzusammenhalt steht! Diesmal geht für die Kinder der Grauses in die Schule und das ist natürlich erst mal nicht ganz leicht für sie- wie schön, dass die Eltern aber immer für ihre Kinder einstehen! Und auch sonst jagt in diesem Buch ein Abenteuer das nächste, egal ob ein schräger Besuch im Museum, die Bandproben für einen großen Auftritt oder ein lustiges Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel. Mit den Grauses wird es niemals langweilig!

Das Buch ist ein toller Mix aus Humor und Spannung und ganz viel Zusammenhalt und Spaß sind auch immer dabei. Großartig sind auch die wunderbaren Zeichnungen im Buch, die den Text ganz liebevoll und besonders begleiten. Wir sind wieder sehr begeistert und können es kaum erwarten bis ein vierter Band der Grauses rauskommt!

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Rezensionen von yellowdog:

Über was nie gesprochen wurde

Ich möchte zurückgehen in der Zeit von Judith Hermann

Das neue Buch der Kultautorin Judith Hermanns ist schwer einzuordnen, aber das kennt man von ihr schon, zum Beispiel durch „Wir hätten uns alles gesagt“.
Das autobiografische Element ist prägend. Ausgangspunkt ist die Beschäftigung mit dem Großvater, der vor ihrer Geburt gestorben ist. Im Krieg war er bei der Waffen-SS und in Polen.

Viel kann Judith Hermann, die schließlich selbst nach Polen reist, nicht recherchieren.
Ihre Unterhaltungen mit ihrer 80jährigen Mutter über den Großvater sind wenig ergiebig, lösen Spannungen aus und am Ende hat die Mutter eine vorübergehende Amnesie.
Es geht aber nicht nur um den Großvater. Judith Hermann reist schließlich auch nach Italien, wo ihre Schwester lebt.
Die geöffnete Tür auf dem Cover täuscht. Es bleiben mehr Fragezeichen als Erkenntnisse hängen und vielleicht muss man sich mehr als einmal mit diesem Buch beschäftigen. Dass das Buch sprachlich gut gestaltet ist, merkt man aber sofort.

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Rezensionen von Miro:

Alles im Wandel

Sommer auf Perigo Island von Perry Chafe

Ein Sommer auf Perigo Island, einer rauen Insel vor Neufundland im Jahr 1991.

Pierce und seine zwei Freunde verbringen die Ferien meist am Hafen um sich ein bisschen Geld bei den Fischern zu verdienen. Es gilt den gefangen Kabeljau abzuladen und den Fischen die Zungen rauszuschneiden und an Touristen zu verkaufen.

Die wenigen Bewohner der Insel leben vom Meer. Die Fischer fahren morgens raus und der Fang wird direkt auf der Insel verarbeitet, wo hauptsächlich die Frauen Arbeit in der Fabrik finden. Doch der Fang geht zurück, es gibt nun Tage ohne Arbeit und die ersten verlassen die Insel.

Für Pierce ist das keine Option. Er fühlt sich an die Insel gebunden und fürchtet doch das offene Meer, das ihm seinen Vater genommen hat.

Doch in diesem Sommer ist alles anders. Anna ist verschwunden und niemand weiß, ob ihr etwas zugestossen ist, oder ob sie weggelaufen ist. Und Emily taucht auf. Sie verbringt den Sommer mit ihrer Mutter hier, denn diese stammt von der Insel. Emily fügt sich erstaunlich gut in die Gruppe der drei Jungs. Sie ist wild und unbeschwert und Pierce verfällt ihr schnell. Das Gefüge gerät ein bisschen ins Wanken, aber ihre Freundschaft ist stark genug, das auszuhalten.

Auf der Suche nach Anna lernen sie einen eremitischen Meeresbiologen kennen, sich ihren Ängsten zu stellen und über sich hinauszuwachsen. Sie lernen, ihre Grenzen zu verschieben und sich für neue Perspektiven zu öffnen. Wir finden hier die klassischen Merkmale eines Coming-of-Age Romans, aber diese Buch ist mehr. Es ist auch ein Abenteuerroman mit atemberaubenden Naturbeschreibungen, ein Umweltroman, der aufmerksam auf Veränderungen und die Auswirkungen der Menschheit auf die Natur macht und ein bisschen ist es auch ein Krimi.

Perry Chafe ist hier ein atmosphärisch dichter Roman gelungen, der von der ersten Seite an seinen Zauber wirkt und fesselt. Ich bin restlos begeistert und empfehle das Buch gerade im Freundschaftskreis. Es ist genau mein Beuteschema.

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Rezensionen von Caro S-F:

Rezension zu „Der Schatz im Kinderzimmer“

Der Schatz im Kinderzimmer von Steve Heitzer

„Der Schatz im Kinderzimmer“ ist ein Buch voller Leben – warmherzig, klug und tiefgehend. Von der ersten Seite an fühlt sich die Lektüre an wie ein persönliches Gespräch: es ist zugewandt und ehrlich und man liest aufmerksam, was der Autor zu sagen hat. Man reflektiert und beginnt, die eigenen Erfahrungen neu zu betrachten.

Steve Heitzer verbindet auf beeindruckende Weise fundiertes Fachwissen mit berührenden Geschichten aus seinem eigenen Alltag sowie aus dem Leben anderer Familien. Ergänzt durch ausgewählte Zitate entsteht eine lebendige, anschauliche Mischung, die sowohl inhaltlich trägt als auch emotional berührt. Theorie und Praxis greifen ineinander. Das macht das Buch nicht nur informativ, sondern auch authentisch und nahbar.

Besonders bemerkenswert ist die Haltung, die das gesamte Werk durchzieht: Es geht nicht um Rezepte oder starre Konzepte. Es gibt keinen erhobenen Zeigefinger, keine Patentlösungen und keine „So-musst-du-es-machen“-Anleitungen. Stattdessen wird man dazu eingeladen, sich selbst zu öffnen, eigene Erfahrungen zu reflektieren und den individuellen Weg im Familienleben bewusst zu gestalten. Diese Einladung wirkt ermutigend.

Beim Lesen entsteht immer wieder Raum zum Innehalten. Eigene Erlebnisse mit den Kindern kommen einem in den Sinn, neue Perspektiven eröffnen sich. Das Buch stärkt nicht nur das Verständnis für kindliche Entwicklung und Bedürfnisse, sondern fördert auch die Selbstreflexion. Es schenkt Wissen für den Kopf und Empathie für das Herz – für die Kinder wie auch für sich selbst.

Zentrale Themen wie Achtsamkeit, Akzeptanz, Präsenz und Verantwortungsübernahme ziehen sich wie ein roter Faden durch das Buch. Dabei bleibt der Ton stets wertschätzend und praxisnah. In jedem Teil des Buches gibt es die wiederkehrende Rubrik „Für den Alltag“. Auch hier finden sich keine starren Handlungsanweisungen, sondern inspirierende Impulse, die dazu anregen, das Gelesene in den eigenen Alltag zu integrieren – nicht als weiteres „To-do“, sondern als Einladung zu bewusstem Erleben und Handeln.

„Der Schatz im Kinderzimmer“ inspiriert dazu, den Reichtum im gemeinsamen Familienleben neu zu entdecken. Es macht Mut, genauer hinzusehen, präsenter zu sein und Beziehung als etwas Lebendiges zu sehen, zu begleiten und zu gestalten.

Ein Buch, das seinen Platz als Schatz im Bücherregal (aus dem es bitte immer wieder zum Lesen geholt wird) mehr als verdient hat.

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Rezensionen von S.L. :

Annis Leben

Das gute Leben von Nadine Schneider

Interessantes hatte ich erhofft; nämlich eine Zeitgeschichte, beginnend in den 60ern in einer Gegend in Deutschlands Süden.
Bekommen habe ich eine Lebensgeschichte. Oma Anni, eingewandert aus Rumänien, vererbt Enkelin Chrissy ihr Haus bei Nürnberg. Das geplante Aufräumen wird zu einer
Reminiszenz.

Beim Durchstöbern lernt Chrissy ihre Oma wirklich kennen. Ihre Mutter, selbst ungewolltes Kind, hat sie dort abgeliefert und ist nach Amerika ausgewandert. Omas Leben ist überwiegend von der Arbeit bei der Firma Quelle bestimmt. Ihr Anfang im erträumten Land war nicht leicht. Recht eigennützig quartiert sie sich beim Bruder ein, staunt, dass er über ihr Auftauchen und darüber, dass sie ihn ausnutzt, nicht begeistert ist. Genauso ärgert sie sich über den aufnahmeunwilligen Onkel. Wovon sollen denn sie und ihr Kind leben, ohne Geld, ohne Einkommen?
Nadine Schneider beschreibt Annis Leben ausführlich, detailliert beobachtet, analysiert Gefühle, berichtet ungeschönt. Positive Seiten klingen nur an, werden nicht gewertschätzt. Man sieht eine Anni, die ständig voller Zorn ist, den sie auch weitergibt. Sympathie erweckt keiner der Charaktere des Buches.
Ein gutes Leben? Kann man so oder so sehen.

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