Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Anilam:
Ein Klassiker in starken Bildern neu erlebt
Romeo und Julia von Steve Shakespeare; Steve Barlow; Steve Skidmore
Diese Graphic Novel zu Romeo und Julia hat mich von Anfang an begeistert und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Besonders die Illustrationen sind sehr sehr toll: Sie sind so toll detailreich und ausdrucksstark. Emotionen wie Verliebtheit, Wut, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit werden visuell so stark dargestellt, dass sie oft mehr sagen als der Text allein - so wie es bei einer Graphic Novel optimal immer ist.
Die Bilder tragen die Geschichte und machen die Tragödie richtig spürbar.
Auch inhaltlich überzeugt mich die Umsetzung. Die Sprache ist zugänglich und flüssig, ohne den Kern der Originalgeschichte zu verlieren, und der Wechsel zwischen ruhigen, romantischen Momenten und dramatischen, düsteren Szenen gelingt hervorragend. Auch meine Tochter konnte das die Graphic Novel so ohne große Nachfragen verstehen.
Besonders gelungen finde ich außerdem das ergänzende Material, das Hintergründe zum Stück, zu Shakespeare und zur Erzählstruktur liefert und das Buch sinnvoll erweitert. Für mich ist dieses Buch keine bloße Nacherzählung, sondern eine visuell starke, emotionale Annäherung an einen Klassiker, die neugierig auf das Original macht. Eine klare Leseempfehlung. ????????
Wer wir sind und woher wir kommen
Real Americans von Rachel Khong
Real Americans von Rachel Khong hat mich schon durch sein ruhiges, eher schlichtes Cover angesprochen, weil es sofort den Eindruck eines nachdenklichen, literarischen Romans vermittelt. Nach dem Lesen kann ich sagen, dass dieser Eindruck sehr gut zum Inhalt passt. Die Geschichte beschäftigt sich mit Themen wie Herkunft, Identität, Familie und der Frage, wie sehr unser Leben von äußeren Umständen geprägt wird.
Besonders gefallen hat mir, dass die Handlung nicht dramatisch erzählt wird, sondern sich langsam entfaltet und nah am Leben spielt. Gerade dadurch wirkt sie sehr realistisch.
Der Schreibstil ist ruhig, klar und bildhaft. Viele Gefühle und Gedanken werden nicht direkt ausgesprochen, sondern ergeben sich zwischen den Zeilen. Dadurch entsteht eine besondere Tiefe, die mich beim Lesen sehr angesprochen hat. Die Figuren, vor allem die Protagonistin Lily, wirken authentisch in ihren Unsicherheiten und inneren Konflikten. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen, weil ihre Gedanken und Zweifel sehr menschlich wirken.
Insgesamt ist Real Americans für mich ein Roman, der zum Nachdenken anregt und noch lange im Kopf bleibt. Er erzählt keine spektakuläre Geschichte, sondern eine ehrliche und berührende.
Mehr als eine Liebesgeschichte
Mo & Moritz von Julya Rabinowich
Der Einstieg in Mo & Moritz gelingt sehr gut und macht schnell neugierig auf die beiden Hauptfiguren. Erzählt wird die Geschichte von Mo und Moritz, zwei Jugendlichen, die sich ineinander verlieben und dabei nicht nur ihre Gefühle füreinander, sondern auch ihre Herkunft, ihr Umfeld und ihre eigene Identität neu hinterfragen müssen.
Besonders mutig finde ich, wie viele gesellschaftlich relevante Themen Julya Rabinowich in dieses Jugendbuch packt. Es geht hier bei weitem nicht nur um die Liebe zwischen zwei Jungen, sondern auch um Religion, kulturelle Prägung, familiäre Erwartungen, Vorurteile, Ausgrenzung und die Suche nach dem eigenen Platz in der Welt. Diese Themen sind wichtig und aktuell, gleichzeitig waren es für mich persönlich stellenweise sehr viele auf einmal. Gerade weil alles sehr nah an der Lebensrealität erzählt wird, hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass man kaum Zeit bekommt, einzelne Aspekte mal wirken zu lassen.
Trotzdem bleibt das Buch gut lesbar. Der Schreibstil ist angenehm, flüssig und altersgerecht. Die Perspektivwechsel sorgen dafür, dass man beide Jungen gut versteht und ihre inneren Konflikte nachvollziehen kann.
Ein weiterer Pluspunkt ist für mich das Cover. Die zarten Farben sprechen mich persönlich sehr an und passen gut zur nachdenklichen Stimmung des Buches. Insgesamt ist Mo & Moritz ein wichtiges und mutiges Jugendbuch, das viele Denkanstöße liefert. Für mich war es thematisch etwas überladen, aber dennoch absolut lesenswert – deshalb solide vier Sterne.
Dorfidylle mit Abgrund
Tannengrab - Karla Sommerfeld ermittelt von Ines Buck
Ich habe Tannengrab – Karla Sommerfeld ermittelt als Hörbuch gehört und war von Anfang an gefesselt. Die Geschichte entwickelt sich erstmal sehr ruhig und wir dann stetig spannender. Dieses unaufgeregte Erzählen hat bei mir direkt eine beklemmende Atmosphäre entstehen lassen. Hinter der scheinbaren Normalität des Dorfes lauert von Beginn an etwas Mysteriöses bzw.
Komisches.
Der ''Schreibstil'' ist total toll bildhaft und als Hörbuch funktioniert die Geschichte besonders gut. Die Sprecherin hat mir sehr gefallen: Sie liest ruhig, einfühlsam und mit genau dem richtigen Gespür für Spannung und Emotionen. Dadurch konnte ich mich sehr gut in die Figuren hineinversetzen und habe dem Geschehen aufmerksam bis zum Schluss gelauscht.
Karla Sommerfeld ist mir als Ermittlerin sehr sympathisch, weil sie menschlich wirkt und nicht perfekt sein muss. Auch die Nebenfiguren sind total authentisch und tragen viel zur Stimmung bei. Die Auflösung kam für mich überraschend, war aber schlüssig und nachvollziehbar umgesetzt.
Ein atmosphärischer, spannender Krimi, der als Hörbuch besonders gut funktioniert und bei dem ich gerne weitergehört hätte. Ich freue mich sehr auf weitere Fälle mit Karla Sommerfeld. Absolut verdiente fünf Sterne.
Wenn Realität und Fantasie verschwimmen
Ignael von Wolfgang Rauh
In „Ignael“ von Wolfgang Rauh geraten Realität und Fantasie zunehmend aus dem Gleichgewicht, während die Geschichte immer tiefer in eine düstere, psychologisch geprägte Welt führt. Was zunächst wie Mystery wirkt, entwickelt sich Schritt für Schritt zu einem intensiven Horrorroman, der vor allem im Kopf der Figuren stattfindet.
Der Schreibstil hat mir unglaublich gut gefallen! Er ist sehr bildhaft und flüssig, sodass man sich die Schauplätze und Szenen mühelos vorstellen kann. Besonders die ruhigeren, inneren Momente sind fein ausgearbeitet und geben der Geschichte viel Tiefe, ohne den Lesefluss zu bremsen. Die Atmosphäre ist irgendwie unheimlich aber total spannend, ohne auf permanente Schockeffekte angewiesen zu sein.
Auch die Charaktere haben mich überzeugt. Davids innerer Konflikt steht im Zentrum und wird emotional und konsequent erzählt. Anna bildet mit ihrer Menschlichkeit einen wichtigen Gegenpol, während Rebecca im Laufe der Geschichte spürbar wächst und am Ende einen stimmigen Abschluss erhält.
Insgesamt ein ungewöhnlicher aber sehr starker Roman mit psychologischem Tiefgang. Für mich absolut verdiente fünf Sterne.
Dystopie mit Ecken und Kanten
Dogma der Wahrheit von E.X. Behemoff
Dogma der Wahrheit ist ein düsterer, anspruchsvoller Thriller mit interessanten Ideen und viel Gesellschaftskritik. Besonders die Fragen nach Wahrheit, Manipulation und Kontrolle fand ich spannend und teilweise auch erschreckend aktuell.
Allerdings hat mich die Geschichte immer wieder überfordert.
Die starke Vermischung von Realität und Vorstellung war zwar sicher gewollt, hat mir aber stellenweise den Halt in der Handlung genommen. Auch die sehr expliziten Gewaltdarstellungen waren für meinen Geschmack oft zu dominant und haben es mir schwer gemacht, wirklich emotional dranzubleiben.
Die Figuren haben dennoch Eindruck hinterlassen – vor allem Big, dessen Schicksal mich sehr berührt hat. Einige Entwicklungen wirkten für mich jedoch zu schnell oder nicht ganz nachvollziehbar. Das Ende ist konsequent und offen genug für eine Fortsetzung, konnte mich emotional aber nicht vollständig abholen.
Mein Fazit:
Ein Buch mit starken Ansätzen und guten Ideen, das mich jedoch durch seine Härte und Komplexität nicht durchgehend überzeugen konnte. Wer düstere, fordernde Dystopien mag, könnte hier trotzdem glücklich werden.
Geschichte, die zum Nachdenken anregt
Zurück unter Mördern von Michael Jensen
Zurück unter Mördern beschäftigt sich mit Verbrechen aus der Vergangenheit und der Frage, was sie für die Gegenwart bedeuten – erzählt in einer Geschichte, die zum nachdenken anregt und nicht einfach loslässt. Genau das hat mich beim Lesen besonders beeindruckt und beschäftigt.
Das Buch spricht wichtige und teils unbequeme Themen an.
Man wird zum Nachdenken angeregt, es geht um Schuld, Verantwortung und darüber, wie lange Taten nachwirken können, selbst wenn sie längst vergangen scheinen. Ich habe gemerkt, dass mich diese Themen sehr berührt haben, deshalb habe ich dieses Buch auch sehr bewusst gelesen. Es ist meiner Meinung nach kein Buch zum schnellen weg lesen, sondern eins was Zeit braucht - wenn man gerne nachdenkt über Geschriebenes. Der Schreibstil ist ruhig, aber eindringlich und schafft es, die Schwere der Themen greifbar zu machen, ohne dabei erdrückend zu wirken.
Für mich ein top Buch, vor allem für Leute die gerne Krimis mit geschichtlichen Settings mögen.
Ein Rauhnachtsbuch mit besonderer Magie
Die Stille der Rauhnächte von Christine Rechl
Ich habe mich bereits viel mit den Rauhnächten beschäftigt und auch schon einige Bücher zu diesem Thema gelesen – doch keines hat bei mir einen so wohlwollenden, stimmigen Eindruck hinterlassen wie Die Stille der Rauhnächte. Obwohl mir vieles nicht völlig neu war, habe ich dennoch das ein oder andere dazugelernt.
Der Schreibstil ist ruhig, warm und sehr einfühlsam und passt perfekt zu der besonderen Stimmung der Rauhnächte. Fast schon magisch sind auch die Illustrationen und Bilder im Buch – sie unterstreichen die Atmosphäre wunderbar und haben das Lesen für mich noch intensiver gemacht.
Sehr schön fand ich außerdem den Anteil für persönliche Eintragungen. Dadurch wird das Buch nicht nur zum Lesen, sondern auch zum Begleiter durch diese besondere Zeit. Für mich ist es ein rundes, liebevoll gestaltetes Buch, das Wissen, Gefühl und Raum für eigene Gedanken auf eine ganz besondere Weise verbindet. Absolute 5 Sterne!
Ruhige Geschichte mit viel Gefühl
Mindmates - Bergflüstern von Marie Wollatz
Mindmates – Bergflüstern ist für mich eine ruhige und sehr besondere Geschichte, die mich vor allem mit ihrer Stimmung und ihrer angenehmen und wohltuenden Atmosphäre überzeugt hat. Ich mochte das Setting in den Bergen sehr, ich konnte während des Lesens einfach gut abschalten und in die Berge abtauchen.
Die Geschichte nimmt sich Zeit für ihre Figuren, ihre Gedanken und Emotionen.
Frieda ist ein junges Mädchen, welches sensibel aber nicht schwach wirkt. Ihre Wahrnehmung der Welt und die Verbindung die sie zu anderen Figuren hat fühlt sich erstmal ungewöhnlich, aber dennoch total stimmig an. Das Thema Verbundenheit – auf eine andere, tiefere Art – zieht sich ruhig durch die ganze Handlung und regt zum Nachdenken an.
Der Schreibstil ist ruhig und angenehm zu lesen, eher gefühlvoll als actionreich. Wer eine laute oder schnelle Geschichte erwartet, könnte enttäuscht sein – wer sich aber auf Atmosphäre, leise Spannung und emotionale Nähe einlässt, wird hier ein schönes Leseerlebnis finden. Für mich ein angenehmes und schönes Buch.
Krimi mit Tiefgang
Hauptkommissar Häcker von Gerd Raguß
Mich hat Hauptkommissar Häcker positiv überrascht. Ich habe einen klassischen Krimi erwartet und auf jeden fall mehr bekommen: eine spannende Geschichte, die mich nicht nur unterhalten hat, sondern auch sehr nachdenklich gemacht hat. Die Figur des Manfred Häcker wirkt angenehm menschlich und authentisch – mit Zweifeln, Ecken und einer Vergangenheit, die ihn sehr prägt.
Gerade das hat ihn für mich glaubwürdig und auch sympathisch gemacht.
Besonders gut gefallen hat mir, dass das Thema Umweltaktivismus nicht schwarz-weiß dargestellt wird. Der Roman stellt Fragen, ohne einfache Antworten zu liefern und regt dazu an, eigene Standpunkte zu hinterfragen. Die Handlung bleibt dabei durchgehend spannend, auch wenn sie stellenweise etwas ruhiger erzählt ist.
Der Schreibstil ist klar und gut zu lesen. Insgesamt ein Krimi mit Tiefgang, vor allem weil er mich über mein eigenes Handeln nachdenklich machen konnte. Ich habe das Buch gern gelesen.











