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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von Anilam:

Zwischen Chaos, Körper und Freundschaft

Zum ersten Mal von Gesina Demes; Annika Prigge

In dem Buch ''Zum ersten Mal'' erzählen zwei Freundinnen von ihrem Aufwachsen – von Pubertät, ersten Erfahrungen, Körperchaos, Freundschaft, Unsicherheiten und diesem ganzen Gefühlsdurcheinander, das irgendwie dazugehört. Es geht um kleine und große Momente, die einen prägen, auch wenn man sie damals vielleicht lieber vergessen hätte.

Der Schreibstil ist super leicht zugänglich. Man kommt sofort rein und kann den Geschichten total gut folgen, weil alles so ehrlich und direkt erzählt wird. Es fühlt sich eher wie eine lange Sprachnachrichten von einer guten Freundin, die einfach offen teilt, was sie erlebt hat.
Ich habe mich in vielen Gedanken und Situationen wiedergefunden – dieses Sich-schämen, dieses Vergleichen, dieses „Bin ich eigentlich normal?“. Genau das macht das Buch so stark: Man merkt beim Lesen, dass man mit vielen Gefühlen eben doch nicht allein ist.

Für mich ein sehr nahbares, ehrliches Buch über das Erwachsenwerden, das Mut macht und vieles ausspricht, worüber man früher vielleicht nicht laut gesprochen hat. Ich persönlich kann mir das Buch zum Beispiel als Geschenk für meine jüngere Schwester sehr gut vorstellen.

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Ein wunderschöner Einblick in Pessach für Kinder

Nadja und Elias feiern Pessach von Eva Lezzi; Anna Maria Praßler

In Nadja und Elias feiern Pessach geht es um zwei beste Freunde, die gemeinsam den Sederabend erleben – und ganz nebenbei lernt man, was dieses wichtige jüdische Fest eigentlich bedeutet.

Ich finde das Buch richtig schön gemacht. Es erklärt Pessach kindgerecht und ohne komplizierte Worte, sodass auch schon Vierjährige gut mitkommen.

Man begleitet Elias durch den Abend, entdeckt den Sederteller, die besonderen Speisen und versteht Schritt für Schritt, warum zu Pessach zum Beispiel keine Kekse im Haus sind. Das wird alles ganz natürlich in die Geschichte eingebaut und wirkt überhaupt nicht belehrend oder ähnliches.

Besonders toll finde ich die Freundschaft zwischen Nadja und Elias. Da geht es nicht um Unterschiede oder ''anders sein'' - sondern um Neugier, Offenheit und Miteinander. Genau so sollte interreligiöses Lernen aussehen – unkompliziert und auf Augenhöhe.

Auch die Illustrationen passen wunderbar zur Geschichte und machen das Ganze total toll lebendig. Für Familien, Kitas oder den Einstieg ins Thema Religion ist das Buch wirklich eine schöne Möglichkeit, ins Gespräch zu kommen.

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Zwischen Schönheit und Schuld

Das schönste aller Leben von Betty Boras

In Das schönste aller Leben schreibt Betty Boras von zwei Frauen aus unterschiedlichen Jahrhunderten, deren Leben durch das Banat und durch Erwartungen an Schönheit und Anpassung miteinander verbunden sind. Während eine nach der Flucht nach Deutschland mit Schuldgefühlen kämpft, wird die andere im 18.

Jahrhundert für ihre Schönheit zum Opfer gesellschaftlicher Machtstrukturen.

Mich hat schon der Anfang komplett gepackt. Diese ehrlichen und absolut schonungslosen Gedanken über Schönheit und gesellschaftlichen Druck – das ist intensiv und tut teilweise richtig weh beim Lesen. Der Schreibstil ist unglaublich klar. Keine unnötigen Ausschmückungen, sondern starke Bilder, die sofort eine Wirkung auf mich hatten.

Was mir besonders gefallen hat: Wie fein das Thema Schönheit, Schuld und der Blick der Gesellschaft verhandelt wird. Man wird total zum Nachdenken angeregt, für mich immer ein Zeichen, dass das Buch bei mir gut Wirkung zeigt.
Ein sehr eindrucksvoller Roman über Herkunft, Muttersein und die Frage, was ein „schönes Leben“ eigentlich bedeutet. Es ist überhaupt kein leichtes Buch zum Mal eben weg lesen, dafür aber um mal wieder richtig ins Nachdenken gebracht zu werden.

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Zwischen Realität und Fantasie

Lola im Spiegel von Trent Dalton

Lola im Spiegel von Trent Dalton ist ein sehr intensiver und irgendwie richtig besonderer Roman über Identität, Trauma und darüber, wie sehr Kunst beim Überleben helfen kann. Erzählt wird die Geschichte eines siebzehnjährigen Mädchens, das mit seiner Mutter ohne festes Zuhause lebt und sich mit Zeichnungen, Fantasie und Gedanken so eine eigene kleine Welt schafft, um klarzukommen.

Der Roman verbindet ziemlich harte Themen wie Gewalt, Armut und Angst mit einer sehr poetischen, fast märchenhaften Sprache. Der Spiegel steht dabei nicht nur für Selbstfindung und Zukunft, sondern auch für die Risse aus der Vergangenheit. Besonders berührend ist die Beziehung zwischen Mutter und Tochter, die gleichzeitig total stark, aber auch kompliziert und schmerzhaft ist.

Richtig cool fand ich, dass im Buch immer wieder Illustrationen auftauchen. Die sind nicht nur Deko, sondern passen total gut zur Geschichte und machen die Gefühle der Protagonistin noch greifbarer. Dadurch fühlt sich das Ganze irgendwie wie ein Mix aus Roman und Kunstbuch an, was das Lesen nochmal intensiver macht.

Die Sprache ist sehr direkt, emotional und trotzdem immer wieder überraschend warm und humorvoll. Lola im Spiegel ist kein Buch, das man mal eben so nebenbei liest, aber genau deshalb bleibt es richtig lange im Kopf und geht einem ziemlich nahe.

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Eine gnadenlose Zeit

TINTE und SCHWERT – Verwandlung (Band 1) von Matthias Soeder

Tinte und Schwert entführt mitten in den Dreißigjährigen Krieg – in eine Zeit voller Glauben, Gewalt, Angst und Willkür. Anna und Jacob geraten zwischen religiösen Wahn, Machtinteressen und militärische Grausamkeit. Schnell geht es nicht mehr nur ums Überleben, sondern um Schuld, Moral und die Frage, ob man das Böse bekämpfen darf, indem man selbst schuldig wird.

Worte werden gefährlich, Entscheidungen haben Folgen, und nichts bleibt ohne Preis.

Der Schreibstil ist richtig gut und sehr angenehm zu lesen. Er ist direkt, flüssig und trotzdem detailliert genug, um sich alles gut vorstellen zu können. Die Spannung baut sich stetig auf – mal schleichend, mal sehr brutal – und lässt kaum Pausen zum Durchatmen. Gerade das Wechselspiel zwischen ruhigen Momenten und harter Gewalt hat mich ganz schön gepackt.

Besonders stark fand ich die Figurenzeichnung. Anna und Jacob wirken nicht perfekt. Sie sind menschlich, widersprüchlich und dadurch total greifbar. Ihre innere Zerrissenheit, ihre Zweifel und auch ihre Fehlentscheidungen machen die Geschichte sehr glaubwürdig. Gleichzeitig regt das Buch immer wieder zum Nachdenken an, vor allem über Macht, Religion und Verantwortung.

Alles in allem ein richtig starkes historisches Buch, das spannend ist, unter die Haut geht. Ich bin definitiv neugierig auf die Fortsetzung.

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Wenn Liebe kippt und Wut bleibt

Gelbe Monster von Clara Leinemann

Gelbe Monster erzählt die Geschichte von Charlie, die mit einem blauen Auge in der U-Bahn sitzt und plötzlich an einem Punkt ist, an dem einfach nichts mehr so funktioniert wie vorher. Es geht um eine Beziehung, die am Anfang perfekt scheint und dann langsam kippt – um Wut, Abhängigkeit und darum, wie schwer es ist, sich selbst ehrlich zu betrachten.

Der Schreibstil ist sehr klar, direkt und gleichzeitig richtig angenehm zu lesen. Trotz der ernsten Themen wirkt der Roman nicht schwer, sondern eher leicht, stellenweise sogar ziemlich witzig. Man kommt gut voran, bleibt dran und ist schnell mitten in Charlies Gedankenwelt. Vor allem diese Mischung aus Humor und Ernst fand ich richtig gelungen.

Viele Stellen regen doch ziemlich zum Nachdenken an – über Liebesbilder, Verantwortung, emotionale Gewalt und darüber, wie viel man sich selbst auflädt. Trotzdem wird das alles nicht überanalysiert. Genau das passt, denn es ist eben ein Roman und kein Sachbuch.

Insgesamt ein richtig gutes Debüt, das wichtige Themen anspricht, ohne sie zu zerreden, ich kann das Buch auf jeden Fall guten Gewissens weiterempfehlen!

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Wenn sich Opa Bär verändert

Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank von Paul Maar; Anne Maar

Opa Bär und die Schuhe im Kühlschrank hat mich mehr berührt, als ich vorher gedacht hätte. Eigentlich ist es ja ein Kinderbuch, aber beim Vorlesen (oder auch einfach beim Durchblättern) merkt man ziemlich schnell, dass da ein Thema drinsteckt, das auch Erwachsene ganz schön mitnimmt.

Was ich besonders schön fand: Demenz wird hier total kindgerecht erklärt, ohne das Wort überhaupt groß in den Vordergrund zu stellen.

Es wird einfach gezeigt – durch diese kleinen, scheinbar lustigen Situationen, wie eben Schuhe im Kühlschrank. Für Kinder ist das erst mal komisch und witzig, aber gleichzeitig merkt man als Erwachsene*r sofort: Da stimmt was nicht. Und genau das macht es so gut. Es ist nicht belehrend, sondern ganz nah am echten Leben.

Die Sprache ist einfach, ruhig und sehr liebevoll, also wirklich so, dass Kinder gut mitgehen können. Nichts wirkt übertrieben oder künstlich erklärt. Und die Illustrationen unterstützen das Ganze total – sie fangen die Stimmung super ein, zeigen Verwirrung, Nähe, Zuneigung, ohne traurig zu sein.

Was mir auch hängen geblieben ist: Das Buch zeigt nicht nur, dass sich Opa Bär verändert, sondern auch, dass die Beziehung trotzdem bleibt. Dass man jemanden lieb haben kann, auch wenn Dinge plötzlich anders sind. Und das finde ich ehrlich gesagt total wertvoll – gerade für Kinder, die so etwas vielleicht selbst erleben.

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Schwere Kost, aber unglaublich eindringlich

Eine vergessene Schuld von Arne Jensen

„Eine vergessene Schuld“ von Arne Jensen erzählt von Menschen, deren Leben durch Krieg, Schuld und familiäre Verstrickungen auf tragische Weise miteinander verbunden sind. In mehreren Zeitebenen entfaltet sich nach und nach eine Geschichte, die zeigt, wie Entscheidungen aus der Vergangenheit bis weit in die Gegenwart hineinwirken.

Was mir wirklich sehr gefallen hat, ist der Schreibstil. Arne Jensen schreibt ruhig, klar und irgendwie unaufgeregt, aber genau dadurch extrem wirkungsvoll. Er erklärt nicht alles bis ins Kleinste, sondern lässt vieles einfach stehen – und das arbeitet dann im Kopf weiter. Gerade diese leisen, fast beiläufigen Sätze haben mich immer wieder getroffen, weil sie so ehrlich wirken und nicht auf Effekte aus sind.

Das ist definitiv kein Buch für mal eben zwischendurch. Man kann das hier nicht einfach weglesen und abhaken. Mich hat die Geschichte wirklich lange beschäftigt, auch nachdem ich das Buch schon zugeklappt hatte. Immer wieder musste ich an einzelne Szenen denken und an die Fragen, die der Roman aufwirft: Schuld, Verantwortung, Wegsehen. „Eine vergessene Schuld“ ist keine leichte Lektüre, aber eine, die hängen bleibt – und genau das macht sie für mich so besonders.

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Ein Klassiker in starken Bildern neu erlebt

Romeo und Julia von Steve Shakespeare; Steve Barlow; Steve Skidmore

Diese Graphic Novel zu Romeo und Julia hat mich von Anfang an begeistert und bis zum Schluss nicht mehr losgelassen. Besonders die Illustrationen sind sehr sehr toll: Sie sind so toll detailreich und ausdrucksstark. Emotionen wie Verliebtheit, Wut, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit werden visuell so stark dargestellt, dass sie oft mehr sagen als der Text allein - so wie es bei einer Graphic Novel optimal immer ist.

Die Bilder tragen die Geschichte und machen die Tragödie richtig spürbar.

Auch inhaltlich überzeugt mich die Umsetzung. Die Sprache ist zugänglich und flüssig, ohne den Kern der Originalgeschichte zu verlieren, und der Wechsel zwischen ruhigen, romantischen Momenten und dramatischen, düsteren Szenen gelingt hervorragend. Auch meine Tochter konnte das die Graphic Novel so ohne große Nachfragen verstehen.

Besonders gelungen finde ich außerdem das ergänzende Material, das Hintergründe zum Stück, zu Shakespeare und zur Erzählstruktur liefert und das Buch sinnvoll erweitert. Für mich ist dieses Buch keine bloße Nacherzählung, sondern eine visuell starke, emotionale Annäherung an einen Klassiker, die neugierig auf das Original macht. Eine klare Leseempfehlung. ????????

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Wer wir sind und woher wir kommen

Real Americans von Rachel Khong

Real Americans von Rachel Khong hat mich schon durch sein ruhiges, eher schlichtes Cover angesprochen, weil es sofort den Eindruck eines nachdenklichen, literarischen Romans vermittelt. Nach dem Lesen kann ich sagen, dass dieser Eindruck sehr gut zum Inhalt passt. Die Geschichte beschäftigt sich mit Themen wie Herkunft, Identität, Familie und der Frage, wie sehr unser Leben von äußeren Umständen geprägt wird.

Besonders gefallen hat mir, dass die Handlung nicht dramatisch erzählt wird, sondern sich langsam entfaltet und nah am Leben spielt. Gerade dadurch wirkt sie sehr realistisch.

Der Schreibstil ist ruhig, klar und bildhaft. Viele Gefühle und Gedanken werden nicht direkt ausgesprochen, sondern ergeben sich zwischen den Zeilen. Dadurch entsteht eine besondere Tiefe, die mich beim Lesen sehr angesprochen hat. Die Figuren, vor allem die Protagonistin Lily, wirken authentisch in ihren Unsicherheiten und inneren Konflikten. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen, weil ihre Gedanken und Zweifel sehr menschlich wirken.

Insgesamt ist Real Americans für mich ein Roman, der zum Nachdenken anregt und noch lange im Kopf bleibt. Er erzählt keine spektakuläre Geschichte, sondern eine ehrliche und berührende.

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