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Rezensionen von Shilo:

Zwischen Nordsee, Geheimnissen und einem neuen Anfang

Sturmland von Miriam Georg

Manchmal reicht eine einzige Entscheidung aus, damit ein ganzes Leben eine andere Richtung nimmt. Genau so beginnt Coras Geschichte. Sie muss ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und unter einem anderen Namen neu anfangen. Dabei wird schnell deutlich, wie schwierig diese Situation für sie ist. Sie kann niemandem wirklich vertrauen und muss ständig darauf achten, dass ihr Geheimnis nicht entdeckt wird.

Diese Unsicherheit begleitet Cora durch viele Momente der Geschichte. Immer wieder stellt sich die Frage, ob ihre Vergangenheit sie einholen wird und ob ihr neues Leben überhaupt eine Chance hat.
Mit Onnen kommt eine weitere wichtige Figur hinzu. Er führt ein ganz anderes Leben als Cora und trägt vieles mit sich herum, worüber er nicht spricht. Anfangs bleibt er eher verschlossen, doch nach und nach erfährt man mehr über ihn. Mit der Zeit und durch das, was sie gemeinsam erleben, kommen sich beide näher.
Die Küste und das Leben am Meer werden sehr passend beschrieben. Die Nordsee ist ständig präsent und man spürt, wie sehr die Menschen damals vom Wetter und den Bedingungen dort abhängig waren. Das Leben an der Küste war nicht einfach und genau das kommt in vielen Szenen gut zum Ausdruck.
Besonders die Momente, in denen Menschen aus Seenot gerettet werden müssen, gehören zu den spannenden Teilen des Buches. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie gefährlich diese Einsätze damals waren und wie viel Erfahrung und Mut dafür nötig waren. Auch die Anfänge der Seenotrettung sind gut in die Handlung eingebaut.
Neben der Geschichte von Cora und Onnen erfährt man auch viel über die unterschiedlichen Lebensumstände der Menschen dieser Zeit. Cora stammt aus einer wohlhabenden Familie, darf aber trotzdem nicht frei über ihr eigenes Leben entscheiden. Onnen kennt dagegen die Sorgen und Schwierigkeiten des einfachen Lebens. Dieser Gegensatz macht ihre Begegnungen interessant.
Durch die Zeit mit Emmi zeigt sich eine andere Seite von Cora. Hinter ihrer Flucht und ihrer Vorsicht steckt auch jemand, der sich um andere Menschen kümmert.
Cora und Onnen haben beide Erlebnisse hinter sich, die sie verändert haben. Dadurch lassen sich ihre Entscheidungen gut nachvollziehen. Sie wirken nicht perfekt, sondern wie Menschen mit eigenen Sorgen, Fehlern und Geheimnissen.
Bis zum Schluss bleibt die Frage offen, ob Cora ihr Geheimnis bewahren kann. Einige Situationen lassen vermuten, dass sich ihr Leben bald wieder verändern könnte.
Der erste Band der Sturmland Saga hat mir sehr gut gefallen. Die Zeit an der Nordsee, die Entwicklung von Cora und Onnen und die Einblicke in die Anfänge der Seenotrettung haben die Geschichte für mich ganz besonders gemacht. Nach dem Ende möchte man wissen, wie es mit den beiden weitergeht.
Ein schöner Beginn der Saga mit interessanten Figuren und einer Geschichte, die neugierig auf die Fortsetzung macht.
5 Sterne

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Ein Wiedersehen mit Alenja und der faszinierenden Welt der Kelten

Die Druidin der Kelten von Heidrun Hurst

Wer den ersten Band kennt, findet sich schnell wieder in der Welt der Kelten zurecht. Alenja steht inzwischen vor neuen Aufgaben und muss nicht nur für sich selbst, sondern auch für viele andere Verantwortung übernehmen. Mit jeder Entscheidung verändert sie sich ein wenig. Dabei wird deutlich, wie viel auf ihren Schultern liegt.

Neben den Aufgaben als Rigani spielt auch das private Glück von Alenja eine wichtige Rolle. Umso mehr fällt auf, wie schnell sich alles verändern kann. Die Freundschaft zu Muria bringt zwischendurch schöne Momente, doch im Hintergrund wächst die Gefahr immer weiter. Als Airell wieder auftaucht, wird schnell klar, dass für Alenja und ihr Volk keine einfache Zeit bevorsteht.
Die Geschichte hielt von Anfang bis Ende mein Interesse wach. Es gibt ruhigere Abschnitte, aber auch viele Momente, in denen ich wissen musste, wie es für Alenja weitergeht. Besonders gut gefallen hat mir auch, dass nicht nur die großen Ereignisse im Mittelpunkt stehen, sondern auch die kleinen Augenblicke dazwischen. Dadurch bekommen viele Szenen eine besondere Nähe.
Die Menschen in der Siedlung bekommen ebenfalls ihren Platz. Dadurch beschränkt sich die Geschichte nicht nur auf die großen Ereignisse. Manche Entscheidungen überraschen, andere regen zum Nachdenken an. Vor allem Alenja zeigt immer wieder, wie schwer es sein kann, Verantwortung zu tragen und dabei den eigenen Weg nicht aus den Augen zu verlieren.
Die Zeit der Kelten wird anschaulich beschrieben und fügt sich ganz selbstverständlich in die Geschichte ein. Bräuche, das Leben in der Siedlung und die Arbeit der Druiden passen gut zu dieser Zeit und lassen die Welt der Kelten vorstellbar werden.
Die Geschichte verbindet das Leben der Kelten mit den Schicksalen ihrer Figuren auf eine besondere Art. Mit jeder Seite wird deutlicher, wie alles zusammenhängt. Bis zum Ende bleibt die Neugier, wie sich Alenjas Weg entwickeln wird. Am Ende schließt sich der Kreis um Alenja auf eine Weise, die gut zur ganzen Geschichte passt.
5 Sterne.

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Was von einer Freundschaft bleibt

Der Betrachter von Judith Fanto

Ein Brief bringt Manno viele Jahre nach dem Ende des Krieges wieder zu den Erinnerungen zurück, die ihn nie ganz losgelassen haben. Dabei geht es nicht nur um seine eigene Geschichte, sondern auch um sechs junge Menschen, die viele Sommer miteinander verbringen und fest zusammenhalten. Doch die Jahre bringen Veränderungen mit sich, auf die keiner der Freunde vorbereitet ist.

Alle sechs Figuren bekommen ihren eigenen Platz in der Geschichte. Mit jeder Seite wird klarer, was sie bewegt und was ihnen wichtig ist. Die gemeinsamen Tage in Altaussee zeigen, wie viel ihnen diese Freundschaft bedeutet. Umso schwerer sind die Entwicklungen, die später folgen.
Die Geschichte verbindet Mannos Erinnerungen mit den Ereignissen seiner Zeit. Dabei wird spürbar, wie sich das Leben der Freunde langsam in verschiedene Richtungen entwickelt. Was früher nebensächlich war, bekommt plötzlich eine ganz andere Bedeutung und verändert den Umgang miteinander.
Die Zeit in Wien wirkt dabei glaubwürdig beschrieben. Vieles verändert sich zunächst kaum sichtbar und wird erst mit der Zeit immer deutlicher. Dadurch bekam ich ein Gefühl dafür, wie schwierig es gewesen sein muss, in dieser Zeit Entscheidungen zu treffen.
Die Sprache bleibt angenehm und passt gut zu den Protagonisten. Besonders die Gespräche zwischen den Freunden wirken natürlich und zeigen, wie sie miteinander verbunden sind. So lässt sich die Entwicklung der einzelnen Personen über viele Jahre hinweg gut verfolgen.
Zum Ende hin werden viele Zusammenhänge klar. Einige Gedanken aus der Geschichte begleiten den Leser noch nach Beendigung der Lektüre. Der Roman zeigt nicht nur eine besondere Freundschaft, sondern auch, wie politische und gesellschaftliche Veränderungen das Leben einzelner Menschen beeinflussen können.
Eine Geschichte über Freundschaft, die Herausforderungen einer schweren Zeit und Menschen, die ihren Weg finden müssen.
5 Sterne.

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Was eine Familie über Generationen verbindet

Dattelpalmen vor tiefblauem Himmel von Laila El Omari

Mitten im Alltag einer Mutter verändert sich plötzlich der Blick auf das eigene Leben. Amelie kämpft mit den Problemen rund um ihre Tochter und ahnt zunächst nicht, dass die Antworten in der Geschichte ihrer eigenen Familie liegen. Genau dieser Gedanke zieht sich durch den ganzen Roman.
Besonders gut gefallen haben mir die Kapitel, die viele Jahre früher in Tripolis spielen.

Dort begleitet man Zayn und seine Familie nach ihrer Flucht aus Jaffa. Nach und nach wird klar, was sie erlebt haben und warum manches noch viele Jahre später eine Rolle spielt. So greifen Vergangenheit und Gegenwart immer besser ineinander.
Keine der Figuren wirkt vollkommen. Sie machen Fehler, zweifeln und treffen Entscheidungen, die nicht immer einfach sind. Und gerade das macht sie glaubwürdig. Vor allem Zayn ist eine Figur, deren Weg gut in Erinnerung bleibt.
Die Geschichte nimmt sich Zeit für ihre Menschen. Dadurch entsteht schnell das Gefühl, sie ein Stück ihres Weges zu begleiten. Die Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen haben mir dabei besonders gut gefallen, weil sie immer wieder neue Zusammenhänge zeigen.
Neben Flucht und Verlust geht es auch um Familie, Vertrauen und die Frage, wo Heimat eigentlich beginnt. Das nimmt viel Raum ein, ohne zu schwer zu wirken. Immer wieder gibt es kleine Momente, die zeigen, wie wichtig Zusammenhalt sein kann.
Die Sprache ist gut verständlich und lässt sich angenehm lesen. Auch die Beschreibungen der Orte fügen sich ganz selbstverständlich in die Geschichte ein und machen es leicht, sich alles vorstellen zu können.
Zum Ende fügt sich vieles zusammen. Manche Entscheidungen werden erst dann richtig verständlich und einige Fragen beantworten sich fast von selbst.
Zurück bleibt eine Familiengeschichte, die zeigt, wie lange Erlebnisse Menschen begleiten können. Sie erzählt von Herkunft, von Neuanfängen und davon, wie wichtig es manchmal ist, den eigenen Wurzeln nachzugehen. Ein bewegender Roman mit glaubwürdigen Figuren, der mich von Anfang bis Ende überzeugt hat. Sehr gerne vergebe ich für dieses Buch fünf Sterne.

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Mitreißend

Vor uns ein heller Morgen von Margit Steinborn

Die Geschichte wirkt ruhig erzählt und nimmt sich Zeit für ihre Figuren. Nach und nach wird deutlich, dass ein Ereignis aus der Vergangenheit die beiden Familien auch neun Jahre später noch prägt. Auf Gut Traubnitz liegt vieles unter der Oberfläche, auch wenn nach außen hin der Alltag weitergeht.

Helena lebt in einer Situation, in der vieles schon festgelegt scheint. Die geplante Verbindung mit Albin Westphal gehört zu ihrem Weg, ohne dass sie ihn wirklich hinterfragt. Als Edgar auf dem Gut auftaucht, verändert sich die Atmosphäre spürbar. Seine Anwesenheit bringt Dinge ins Rollen, die lange nicht ausgesprochen wurden. Mit der Zeit fügen sich einzelne Hinweise zusammen und zeigen ein anderes Bild der Vergangenheit.
Auch Benedikt bleibt eng mit dieser Geschichte verbunden. Der Kontakt zwischen den Familien ist längst abgebrochen, trotzdem sind die alten Erinnerungen nicht verschwunden. Gerade in kleinen Begegnungen oder kurzen Momenten wird sichtbar, wie stark das Früher noch nachwirkt.
Gut Traubnitz steht im Mittelpunkt des Geschehens. Der Alltag dort, die klaren Regeln innerhalb der Familie und die Spannungen zwischen den Figuren ergeben ein lebendiges Bild der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Vieles wird einfach aus der Situation heraus verstanden.
Die Figuren sind unterschiedlich angelegt und handeln nicht immer eindeutig. Jede bringt eigene Erfahrungen und Gedanken mit. Dadurch entstehen viele Szenen, in denen Entscheidungen manchmal erst später verständlich werden. Genau das gibt der Geschichte ihre besondere Stimmung.
Am Ende bleiben noch einige Fragen offen. Die Geschichte wirkt nicht abgeschlossen, sondern wie ein Anfang. Der Blick richtet sich automatisch darauf, wie es weitergeht und was aus den Figuren noch wird.
5 Sterne.

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Zwischen Krieg, Angst und Hoffnung

Stunden des Umbruchs von Elisa Rimpach

Nach vielen gemeinsamen Jahren mit der Familie Hartmann fällt der Abschied nicht leicht. Die Figuren sind längst vertraut geworden, deshalb fühlt sich dieser letzte Band noch einmal besonders an.
Die letzten Kriegsmonate stellen die Familie vor schwere Entscheidungen. Paul versucht den Weg nach Hause zu finden und muss sich gleichzeitig mit dem auseinandersetzen, was der Krieg aus ihm gemacht hat.

Erika lebt mit der Angst, entdeckt zu werden. Während sie heimlich Informationen an den Widerstand weitergibt, bringt ihre Liebe zu einem französischen Kriegsgefangenen sie immer wieder in schwierige Situationen. Als dann auch noch die Familienfabrik zerstört wird, scheint kaum noch Hoffnung zu bleiben.
Pauls Entwicklung gehört zu den stärksten Teilen der Geschichte. Seine Gedanken und Entscheidungen verändern sich Schritt für Schritt und genau das wirkt überzeugend.
Auch Erika steht immer wieder vor Entscheidungen, die nicht leicht sind. Sie lebt mit der Angst, entdeckt zu werden, und versucht trotzdem, ihren eigenen Weg zu gehen. Dadurch lassen sich ihre Entscheidungen gut nachvollziehen.
Auch in schweren Zeiten verlieren die Figuren den Blick nach vorn nicht ganz. Das macht die Geschichte abwechslungsreich und sorgt dafür, dass die Hoffnung nie völlig verloren geht. Viele Situationen wirken nachvollziehbar und passen gut zu den Menschen, um die es hier geht.
Die Geschichte spielt in den letzten Monaten des Krieges. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Menschen mit ihren Sorgen, ihren Verlusten und der Frage, wie es für sie weitergehen kann. Genau das macht das Buch für mich so lesenswert.
Für die Familie Hartmann endet der gemeinsame Weg auf eine passende Weise. Nicht jede Wunde kann heilen, doch viele offene Fragen finden ihren Abschluss. Ein gelungener Abschluss, der die Geschichte der Familie Hartmann passend zu Ende bringt.
5 Sterne.

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Zwischen Inselträumen, Familiengeheimnissen und neuen Wegen

Das Strandhotel auf Borkum – Zeit der Hoffnung von Ocke Aukes

Auf Borkum geht das Leben im Hotel Bakker weiter, doch diesmal liegt von Anfang an eine spürbare Unruhe über der Geschichte. Im Hotel gibt es viele Veränderungen und für Hermine wird der Alltag nicht leichter. Mit jeder Seite kommen neue Herausforderungen dazu.
Hermine rückt dieses Mal noch mehr in den Mittelpunkt.

Ihr Wunsch, sich im Hotel zu beweisen, wirkt glaubwürdig. Ihre Entscheidungen wirken deshalb nachvollziehbar. In der Familie Bakker spitzen sich die Konflikte nach und nach zu. Oft ist nicht klar, wem sie wirklich vertrauen kann.
Mit dem Bau des neuen Strandhotels kommen weitere Probleme dazu. Immer wieder tauchen neue Fragen auf. Dadurch bleibt die Neugier bis zum Schluss erhalten.
Besonders Hermine bleibt in Erinnerung. Sie wirkt fleißig und mutig und gibt auch dann nicht auf, wenn ihr Steine in den Weg gelegt werden. Auch die anderen Figuren überraschen mehr als einmal. Manche verhalten sich ganz anders, als es am Anfang den Anschein hat.
Borkum mit seinem Hotel gehört einfach zur Geschichte dazu. Das Leben auf der Insel wirkt glaubhaft und macht die Zeit von damals gut vorstellbar. Rund um das Hotel verändert sich vieles. Dabei wird deutlich, dass neue Pläne nicht ohne Schwierigkeiten gelingen.
Nicht jede Figur zeigt von Anfang an ihr wahres Gesicht. Manche überraschen im Laufe der Geschichte, andere bleiben lange schwer einzuschätzen. Das sorgt bis zum Ende immer wieder für neue Fragen.
Der zweite Band erzählt die Geschichte rund um das Hotel Bakker stimmig weiter. Viele Fragen werden beantwortet, gleichzeitig entstehen neue. Dadurch macht das Ende neugierig auf die Fortsetzung.
4 wohlverdiente Sterne.

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Auf der Suche nach dem, was lange verborgen blieb

Lori von Anousch Mueller

In dieser Familie gibt es Fragen, auf die niemand eine Antwort gibt. Leni wächst damit auf und merkt früh, dass manches nicht zusammenpasst. Erst viele Jahre später beginnt sie, den Spuren ihrer eigenen Geschichte zu folgen. Dabei stößt sie auf Ereignisse, die weit vor ihrer Kindheit liegen und bis heute das Leben ihrer Familie bestimmen.

Das Buch hat mich vor allem wegen seines Themas angesprochen. Familiengeheimnisse und die Zeit der DDR sind eine Mischung, die bei mir fast immer Interesse weckt. Nach und nach kommen neue Einzelheiten ans Licht. Dadurch wurde immer verständlicher, weshalb die Figuren so handeln und warum vieles über Jahre unausgesprochen geblieben ist.
Besonders gefallen hat mir, dass nicht sofort alle Antworten geliefert werden. Vieles fügt sich erst mit der Zeit zusammen. Das hat dafür gesorgt, dass die Neugier erhalten blieb und ich wissen wollte, wie sich alles entwickelt.
Je mehr Seiten vergingen, desto deutlicher wurde, wie eng die einzelnen Ereignisse miteinander verbunden sind. Immer wieder tauchen kleine Hinweise auf, die erst später ihren Platz finden. Gerade das hat den Reiz beim Lesen ausgemacht, weil nicht alles sofort erklärt wird.
Inhaltlich hat das Buch genau den Geschmack getroffen. Weniger leicht fiel dagegen der Zugang zu den Figuren. Durch die häufigen Wechsel zwischen den einzelnen Perspektiven blieb Leni für meinen Geschmack etwas auf Abstand. Dadurch war es nicht immer einfach, ihre Gedanken und Gefühle wirklich nachzuempfinden. Das hat meinen Lesefluss an einigen Stellen etwas gebremst, auch wenn die Geschichte selbst durchgehend interessant geblieben ist.
Bis zur letzten Seite blieb die Frage offen, wie sich alles auflösen wird. Genau das hat dafür gesorgt, dass das Interesse nicht nachgelassen hat. Auch wenn mich der Schreibstil nicht vollständig überzeugen konnte, wollte ich das Buch immer weiterlesen.
Für alle, die Familiengeschichten mit historischem Hintergrund mögen, ist dieses Buch auf jeden Fall einen Blick wert. Das Thema ist gut gewählt und die Idee dahinter hat mir gefallen. Beim Erzählen hätte ich mir etwas mehr Nähe zu den Figuren gewünscht. Trotzdem habe ich das Buch gern gelesen und vergebe deshalb gute vier Sterne.

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Wo ein Fluss Geschichten erzählt

Tage am Fluss von Jochen Mariss

Sara Harmsen lebt ein Leben, das ganz von ihrem kleinen Haus am Fluss, der Fähre und den täglichen Aufgaben geprägt ist. Vieles läuft nach festen Abläufen, bis eines Tages Leon verletzt bei ihr auftaucht. Mit ihm kommt langsam Bewegung in Saras gewohnten Alltag.
Die beiden gehen vorsichtig miteinander um.

Sara lässt nicht schnell jemanden an sich heran und auch Leon trägt Erlebnisse mit sich, über die er nicht sofort spricht. Zwischen den täglichen Arbeiten mit den Tieren, am Haus und an der Fähre lernen sie sich immer besser kennen.
Sehr schön beschrieben ist das Leben am Fluss. Die Fähre, die Wiesen, die Tiere und die Natur gehören ganz selbstverständlich dazu. Ohne die Fähre wäre das Dorf schlechter erreichbar. Für Sara gehört sie ganz selbstverständlich zu ihrem Leben dazu und ist ein wichtiger Teil ihres Alltags.
Die geplante Brücke sorgt im Dorf für Diskussionen. Nicht alle sehen darin eine Verbesserung und auch Sara kämpft darum, dass sich ihr vertrautes Leben nicht einfach verändert. Gerade weil beide Zeit brauchen, wirkt ihre Annäherung passend erzählt.
Später sorgt auch das Hochwasser noch einmal für neue Situationen und bringt Bewegung in die Geschichte.
Nicht jede Stelle hat gleich gut funktioniert. Einige Abschnitte hätten etwas mehr Tempo vertragen, denn manchmal nimmt sich der Roman sehr viel Zeit. Trotzdem bleibt die Entwicklung von Sara und Leon interessant.
Viele schöne Momente entstehen in den alltäglichen Situationen. Das Leben am Fluss, die Tiere und die Natur begleiten Sara und Leon durch die Geschichte. Auch die Dinge, die beide aus ihrer Vergangenheit mitbringen, spielen immer wieder eine Rolle.
Nach dem Ende bleiben vor allem die Bilder vom Fluss, der Fähre und dem Leben an diesem Ort im Kopf. Manche Passagen hätten etwas mehr Tempo vertragen, trotzdem passt die ruhige Erzählweise gut zu Sara und Leon. Ein Buch für alle, die gerne Geschichten über Menschen lesen, deren Leben sich langsam verändert. Vier Sterne passen deshalb gut zu diesem Roman.

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Bewegende Spuren einer verlorenen Heimat

Ferne Heimat Altmontal von Michael Riepl

Von dieser Geschichte bleibt vor allem die Hauptfigur im Gedächtnis. Hedwig Krämer erlebt Dinge, die heute kaum noch vorstellbar sind. Hunger, Krieg, Abschiede und die ständige Unsicherheit prägen ihr Leben schon in jungen Jahren. Trotzdem verliert sie ihren Mut nicht.
Die Grundlage des Buches sind die Erinnerungen der Großmutter des Autors.

Gerade das macht vieles so eindringlich. Beim Lesen entsteht oft das Gefühl, nicht eine aufbereitete historische Darstellung vor sich zu haben, sondern die Erzählung eines Menschen, der all das selbst erlebt hat.
Besonders interessant ist die Verbindung zwischen den Aufzeichnungen aus der Vergangenheit und den Erfahrungen des Autors in der heutigen Ukraine. Dadurch wird deutlich, wie nah manche Themen auch heute noch sind. Gleichzeitig rückt immer wieder die Frage nach einer Heimat in den Mittelpunkt. Was bleibt von einem Ort, wenn Menschen ihn verlassen müssen? Das Buch gibt darauf keine einfachen Antworten.
Bei mir sind die Schilderungen des Alltags hängen geblieben. Es sind nicht nur die großen Ereignisse, sondern auch die kleinen Beobachtungen, die ein Bild dieser Zeit entstehen lassen. Viele Szenen wirken deshalb glaubwürdig und greifbar.
Die Geschichte einer jungen Frau, die trotz aller Schwierigkeiten ihren Weg gehen möchte und sogar den Wunsch verfolgt, Ärztin zu werden, verleiht dem Buch zusätzliche Stärke. Gerade in den schweren Abschnitten zeigt sich, wie viel Durchhaltevermögen in ihr steckt.
Nicht jede Passage hat das gleiche Tempo. Gelegentlich ziehen sich einzelne Abschnitte etwas länger, vor allem wenn zwischen verschiedenen Zeiten gewechselt wird. Insgesamt hat das den Lesegenuss aber nur wenig beeinträchtigt.
Am Ende bleibt vor allem Respekt vor dem Leben dieser Frau und vor dem Weg, den sie gehen musste. Das Buch verbindet persönliche Erinnerungen mit Zeitgeschichte und macht beides auf verständliche Weise zugänglich. Sehr lesenswert, 4 Sterne.

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