Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ecinev:
im finsteren Wald
Der Mädchenwald von Sam Lloyd
Elijah wächst fern der zivilisierten Welt mit seinen Eltern und einem älteren Bruder auf. Er geht nicht zur Schule, kennt keine Handys kein Internet. Den ganzen Tag ist er im Wald unterwegs. Er weiß, dass dort schon einige Mädchen verschwunden sind.
Elissa, hochbegabte Schachspielerin ist bei einem Jugend Schachturnier und wird während einer Pause entführt.
Als sie erwacht ist es dunkel. Sie erkundet ihre Umgebung und findet Gegenstände die ihr zeigen, sie ist nicht die erste und es war eine geplante Aktion. Eines Tages kommt Elijiah vorbei. Eine Hoffnung? Er weiß zwar, dass es nicht richtig ist das Elissa gefangen gehalten wird doch mit wem soll er darüber sprechen ohne selbst in Gefahr zu geraten.
Dann ist da noch die von persönlichen Problemen belastete DI MacCullagh die mit allen Mitteln versucht Elissa zu finden.
Das Buch wird abwechselnd aus Sicht der drei Haupt Protagonisten erzählt in kurzen Kapiteln. Es ist nicht immer einfach zu erkennen zu welcher Zeit von wem jetzt die Rede ist. Auch hat das Buch ziemlich viele Längen. Die Atmosphäre ist düster und wird durchweg so beschrieben. Am Ende wartet noch ein unerwarteter Twist in dem trotzdem einige Fragen offen bleiben.
komplexer Politkrimi
Final Control von Veit Etzold
Ein Start-Up Unternehmen für künstliche Intelligenz und umfassende Kontrolle in China sucht neue Wege und drängt nach Europa. Dort ist gerade die EU zerbrochen und die Verfassungsorgane verlieren nicht nur ihre Macht sondern auch ihre Bedeutung.
Ein aktuelles gut recherchiertes Buch von Veitz Etzold mit sehr aktuellem Hintergrund.
Die Kapitel sind sehr kurz gehalten, aus unterschiedlichen Blickwinkeln, Personen und Orte. Das macht es nicht leicht sich in das komplexe Thema einzuarbeiten dazu sind viele Abschnitte gespickt mit Fachvokabular.
Die Vorstellung der totalen Überwachung lässt es einem kalt den Rücken herunterlaufen. Und doch ist vieles davon heute schon Realität in Asien.
Leider blieb für mich die Spannung durch die unterschiedlichen Personen und Orte auf der Strecke und ich habe das Buch nicht beendet.
Skurril
Bären füttern verboten von Rachel Elliott
Sydney verbringt mit ihrer Familie viele Jahre ihren Urlaub in St. Ives. In einem Kaufhaus sieht sie das erste Mal einen Toten. Bis ihre Mutter tödlich verunglückt. Als Erwachsene ist sie begeisterte Free Runnerin und Cartoon Zeichnerin. Jetzt führt sie ihr Weg das erste Mal wieder nach St. Ives wo sie über die Dächer rennt und jede Menge merkwürdige Leute trifft.
In kurzen Kapiteln, auch aus Sicht eines Hundes der die Menschen ganz genau beobachtet wird die Geschichte erzählt und wirkt wie eine Aneinanderreihung von skurillen Lebensläufen die nicht sehr viel miteinander zu tun haben.
Wie Sydney die den Erinnerungen ihrer Kindheit davonläuft laufen die Gegebenheiten in dem Ort durch das Buch. Der Schreibstil ist nicht einfach und man braucht Zeit sich darauf einzulassen. Die Beschreibung und die Personen wirken sehr distanziert.
Cold Case im Allgäu
Funkenmord von Klüpfel Volker; Kobr Michael
In diesem nunmehr 11 Fall mit Kommissar Kluftinger geht es um einen Cold Case. Vor rund 30 Jahren wurde eine junge Lehrerin verbrannt aufgefunden. Der vermeintliche Täter wurde damals schon von Kluftinger aufgespürt. Doch jetzt kommen ihm Zweifel und er möchte den Fall neu aufrollen. Durch moderne Ansätze ergeben sich auch schnell neue Verdächtige.
Privat hat er es auch nicht leicht, seine Frau ist gesundheitlich angeschlagen und das Enkelkind soll getauft werden. Er muss auf seine geliebten Kässpatzen verzichten und öfter im Haushalt mithelfen. Die Beschreibung mit seiner ersten Begegnung mit der Waschmaschine ist zwar sehr lustig, wirkt aber eher peinlich. Überhaupt trifft Kluftinger wieder einmal gekonnt jedes sich ihm bietende Fettnäpfchen, die Vorführung des Thermomix, seine deutsch-englische Email an den japanischen Schwiegervater wegen der Taufe.
Das Buch hat doch sehr viele Längen und der eigentliche Kriminalfall gerät zunehmend in den Hintergrund. Die Auflösung geht zwischen den ganzen Neben Schauplätzen fast verloren.
Vergangenheitsbewältigung
Ada Roman von Christian Berkel
Ada wurde 1945 in Deutschland geboren. Schon kurz nach der Geburt ging sie mit ihrer jüdischen Mutter nach Buenos Aires. Erst mit 9 Jahren kehrt sie nach Deutschland zurück und muss erst mit der ungewohnten Umgebung klar kommen. Sie fühlt sich nirgends richtig zugehörig, auf ihre vielen Fragen erhält sie keine Antwort.
Auch das Zusammenleben mit ihrem Vater ist nicht leicht. Im gewissen Sinne ist 'Der Apfelbaum' der erste Teil dieser Familiengeschichte aber auch ohne dieses Buch zu kennen kommt man mit dem Buch mit.
Ada erzählt im Rahmen einer Psychotherapie viel aus den 1968 Jahren zwischen Wirtschaftswunder und Mauerbau, ihren Zwiespalt der Frage ihrer Wurzeln und ihrer Identität. Sie ist katholisch aufgewachsen mit einer jüdischen Mutter die ihre Vergangenheit verschweigt.
Der Schreibstil ist nicht einfach und doch mit einem guten Erzählfluss. Die vielen Zeitsprünge machen es einem aber manchmal nicht richtig leicht. Das Ende ist leider sehr abrupt und einige Fragen bleiben offen.
emotional schön
Marigolds Töchter von Woolf Julia
Marigold kümmert sich aufopferungsvoll um ihre Familie und den kleinen Dorfladen mit Poststelle. In ihrem Haus wird es noch etwas enger als die älteste Tochter wieder in das Elternhaus zurückkehrt in das sie vorher schon ihre Mutter aufgenommen hat.
Schon bald bemerkt sie dass sie immer mehr vergisst und ein kleines Notizbuch wird ihr ständiger Begleiter in dem sie alles aufschreibt.
Auch die Familie merkt bald das etwas ganz und gar nicht in Ordnung ist.
Der einfühlsame ruhige und lebendige Schreibstil macht das Buch sehr lesenswert und läßt einem fast den Schrecken einer Demenz Diagnose vergessen. Auch humorvolle Gegebenheiten lockern die eigentlich traurige Geschichte immer wieder auf.
Was am Ende zählt ist, dass die Familie zusammenhält und Marigold hilft ihr Leben so zu leben wie sie ist.
Das Cover ist sehr schön gestaltet und erinnert an Rosamunde Pilcher Filme
Schönes Buch
Super reich von Polly Horvath
Rupert Brown lebt mit seinen zahlreichen Geschwistern am Rande der Stadt in ärmsten Verhältnissen. Er hat keinen Mantel und keine Winterschuhe, zu Essen gibt es dünnen Haferschleim mit Essensresten aus dem Müll den der arbeitslose Vater beschafft. Die Mutter arbeitet als Putzfrau im örtlichen Stahlwerk.
Doch Rupert möchte später seiner Familie etwas zurückgeben und geht gerne zur Schule. An einem kalten Wintertag ist er alleine unterwegs und kommt am Haus der Familie Rivers, der reichsten Familie des Ortes vorbei wo er durch einen Unfall im Garten landet. Turgid, ein Mitschüler nimmt ihn mit ins Haus. Es ist Weihnachten und so verbringt Rupert einen beeindruckenden Weihnachtstag mit der super reichen Familie. Es gibt Essen im Überfluss und Geschenke. Bei gemeinsamen Spielen gewinnt Rupert eine Menge nützlicher Sachen die er behalten darf. Doch beim alles entscheidenden letzten Spiel verliert er alles und kehrt mit leeren Händen nach Hause zurück.
Die Familie Rivers versucht in den nächsten Monaten Rupert ein wenig aufzuheitern und nimmt ihn mit auf abenteuerliche Reisen. Von der Reise in einer Zeitmaschine bis zu einem Bankraub.
Was wie ein beschauliches Weihnachtsmärchen begann wird dann sehr abenteuerlich. Der Schreibstil ist für die Altersgruppe geeignet und das Buch lässt sich flüssig lesen. Auch humorvolle Abschnitte sind enthalten.
Büchse der Pandora
Das Tartarus-Projekt von Gerd Schilddorfer
Was mit einer feucht fröhlichen Party im Milieu der Münchner Reichen und Schönen beginnt, endet in einer rasanten Jagd mit dem israelischen Geheimdienst in Wien
Michael Landorff, ein Autor mit mäßigen Erfolg wird zu einer Party eines Münchner Neureichen eingeladen obwohl er diesen gar nicht kennt.
Die Party endet mit dem grausamen Mord des Reichen der angekettet in der eigenen Wohnung verbrannt wird.
Landorff plant mit seiner neuen Agentin ein neues Buchprojekt und begibt sich auf die Jagd. Als erstes stößt er auf eine Pokerspielerin Alexandra Buschmann die ebenso wie Landorff den Partygeber nicht kannte. Gemeinsam tauchen sie in die Geschäfte des neureichen ein und stoßen auf eine neuartige raffinierte Waffe.
Der Schreibstil ist leicht verständlich, anfangs teils humorvoll später oft wissenschaftlich aber dennoch lebendig, man fiebert mit den beiden der Aufklärung entgegen.
Von Gerd Schilddorfer hatte ich vorher noch nie gehört und nichts gelesen. Auch das Cover konnte ich nicht richtig einordnen. Hier wird ein brisantes Thema in einem rasanten Buch verpackt und hat mir gut gefallen.
Gejagter oder Jäger
Baskische Tragödie von Alexander Oetker
In dem nunmehr vierten Fall um Luc Verlain ist es hochspannend. An einem Strand in der Aquitaine werden kleine Päckchen angespült. Ein kleiner Junge probiert von dem 'Puderzucker' und fällt ins Koma. Das ruft Kommissar Luc Verlain und sein Team auf den Plan. In den Päckchen ist reinstes Koks.
Zu Hause erhält Luc einen Brief mit einem Vaterschaftstest.
Er ist Vater einer Tochter von der er nichts ahnte. Mit einem Verdacht macht er sich auf den Weg über die Grenze nach San Sebastian. Unterwegs wird er von einer Polizeikontrolle verhaftet und kommt wegen Drogenschmuggels und Mordverdacht in Untersuchungshaft. Doch auf dem Weg dorthin wird er von einem Kommissar freigelassen und entkommt.
Plötzlich gerät Luc von der Seite der Jäger auf die Seite der Gejagten bis es zum großen Showdown kommt.
Alexander Oetker gelingt es wirklich ausgezeichnet die Landschaft und die besonderen Gerichte der Gegend mit einer spannenden Geschichte zu verbinden. Der Schreibstil ist sehr lebendig und man kann wirklich in die Grenzregion um das Baskenland eintauchen.
Lediglich der Showdown erschien mir etwas übertrieben und war für mich eine Ernüchterung. Trotzdem freue ich mich im nächsten Jahr auf den nächsten Fall.
Strafarbeit
Baskische Tragödie von Alexander Oetker
Nachdem sein Vater ausgezogen und ein neuer Freund bei seiner Mutter eingezogen ist, lebt Pascal im Internat Karlssee. Auch die Ferien verbringt er oft dort. Er ist Einzelgänger und immer für Streiche gut. Als er aber den Rollator einer alten Frau in den See schubst ist Schluss mit lustig. Als Strafarbeit soll er in den Sommerferien in der nahegelegenen Seniorenresidenz Sonnenstrahl helfen.
Dort trifft er Ingelotte deren Rollator er im See versenkt hat und sie ist so ganz anders als die anderen Faltenhunde. Sie erzählt ihm von einem Schatz der noch in ihrem ehemaligen Haus versteckt ist. Gemeinsam mit Ingelottes Enkel und einem syrischen Flüchtling hecken sie einen Plan aus in das Haus einzubrechen.
Der Buch und das Cover ist schön gestaltet mit Daumenkino und Illustrationen. Der Schreibstil ist altersgerecht leicht und flüssig zu lesen. Trotz dem heiteren Grundton hat das Buch doch eine Botschaft.










