Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ecinev:
tödliches Erbe
Der Nachlass von Winner Jonas
Hedda Laurent liegt im Sterben. Alle Kinder versammeln sich auf Sandwerder, einer Insel mitten in Berlin. Es ist ein großes Erbe auf das alle 10 Erwachsenen hoffen. Die Überraschung folgt bei der Testamentseröffnung. Es gilt 27 Aufgaben zu erledigen für die es Punkte gibt. Wer die meisten Punkte hat erbt.
Die ersten Aufgaben sind harmlos, ein Wissensquiz, ein Wettlauf, Singen. Doch je mehr bewältigt sind, desto abstruser werden die Aufgaben. Jetzt wird es grausam und das ganze zum tödlichen Spiel. Und Tote gibt es inzwischen auch eine ganze Menge. Darunter der Notar und Testamentsvollstrecker der in einer Kühltruhe aufgefunden wird. Wie soll der Erbe jetzt ermittelt werden?
In weiteren Abschnitten erhält man Einblicke in das Leben der 4 Kinder ihrer gemeinsamen Kindheit und einem großen Familiengeheimnis. Die Grundidee und die ersten Teile haben mir durchaus gefallen, eine gewisse Grundspannung war da, teilweise mit etwas Witz. Zum Ende hin war mir das ganze zu blutrünstig und abartig. Das war mir etwas zu viel des guten.
Der Schreibstil ist lebendig, die Personen gut geschildert. Die Spannung durchweg vorhanden. Leider fand ich das Ende doch sehr übertrieben.
kein Ausweg
Ausweglos von Henri Faber
Noah holt spätabends die Wäsche vom Dachboden und hat plötzlich ein Messer am Hals. Der Angreifer zwingt Noah in die Wohnung zu seiner Frau. Da Noah den Zweitschlüssel zu der Nachbarwohnung hat die verreist sind, öffnet er dort die Tür. Später erwacht er in der fremden Wohnung und findet die Nachbarin tot auf dem Bett ohne Ringfinger.
Die herbeigerufene Polizei erkennt die Handschrift des als Ringfinger Mörders durch die Presse gegangenen Serienmörders. Das damals gefeierte Ermittlerduo ist durch den Presseartikel in Verruf geraten. Elias strafversetzt, Matts entlassen. Trotzdem wird Elias angerufen und erkennt in dem Szenario ebenfalls den noch nicht gefassten Serientäter.
Noah, als bislang einzig Überlebender des Mörders dient als wichtiger Zeuge. Elias ermittelt auf eigene Faust und versucht schneller zu sein als seine Kollegen von der Mordkommission. Eine gnadenlos, ausweglose Jagd beginnt bis zum überraschenden Finale.
Die Geschichte wird aus Sicht von Noah, seiner überlebenden Frau Linda und Elias erzählt und enthält so immer wechselnde Sichtweisen. Der Schreibstil ist prägnant, einfach und sehr lebendig. Durch die vielen Wendungen im Lauf der Ereignisse wird es zu keiner Zeit langweilig weil man immer wissen möchte wie es weitergeht.
ein bunter Regenbogen
Mein Sternzeichen ist der Regenbogen von Rafik Schami
Schon das Cover ist außergewöhnlich und erinnert an ein Gemälde von Joan Miro. Es fällt auf jeden Fall sofort auf.
Rafik Schami erzählt in diesem Buch Kurzgeschichten in seiner unnachahmlichen Erzählart die ebenso bunt wie ein Regenbogen sind. Da geht es viel um Geburtstage, Reisen und andere Erlebnisse.
Alle unterschiedlich teilweise lustig, manche fast traurig. Man erfährt noch einiges aus dem Leben in Syrien, über Sitten und Gebräuche. Zum Beispiel das er seinen eigenen Geburtstag nicht genau kennt und die Eltern sich uneins sind wann genau er geboren wurde.
Der Schreibstil ist typisch Rafik Schami sehr dicht und lebendig. Manche Geschichten haben trotz ihrer Länge von nur knapp 20 Seiten Längen, da kommt er vom hundertsten ins tausende und der Sinn erschließt sich einem nicht gleich.
Auf alle Fälle ein Buch das man immer wieder gerne in die Hand nimmt.
Melancholisch
Raumfahrer von Lukas Rietzschel
Jan arbeitet im Krankenhaus einer sächsischen Stadt das jedoch bald geschlossen werden soll. Er kümmert sich um alles mögliche und fährt Patienten zu ihren Behandlungen. Darunter ist Herr Kern, von allen nur der Alte genannt. Er scheint einiges über Jans Vergangenheit zu wissen und lädt ihn zu sich ein.
Dort gibt er ihm eine Kiste mit Briefen und Fotos mit denen Jan so gar nichts anzufangen weiß. Dafür interessiert sich sein Vater für den Inhalt.
Was hat es damit auf sich und mit einem Bild von Georg Baselitz? Dieser Frage geht dieses Buch nach. Der Schreibstil ist sehr melancholisch, die tristen Plattenbauten der ehemaligen DDR mit zunehmendem Verfall werden sehr realistisch beschrieben. Leider habe ich den Roten Faden in dem Buch bis zum Ende nicht gefunden. Passagen aus Jans Suche nach der Geschichte wechseln mit Briefen und Erzählungen der Brüder Baselitz.
Das Cover, die Silhouette einer Stadt im Abendrot vermittelt eine Trostlosigkeit wie sie das ganze Buch über bleibt. Da ich über das Leben in der damaligen DDR nichts weiß, hatte ich mir hier ein wenig Hintergrund über die Lebensgewohnheiten vorgestellt. Leider hat mich das Buch ziemlich verwirrt und melancholisch zurückgelassen.
oh wie peinlich
Wie man seine Eltern richtig groß rausbringt (Eltern 6) von Pete Johnson
Luis möchte Comedian werden als Luis die Lachnummer. Geübt hat er schon in einem You Tube Kanal doch jetzt möchte er vorsprechen bei einer Talentshow für junge Komiker. Der Produzent dieser Sendung logiert in einem Hotel in der Nähe und Luis und seine Managerin Maddy planen ihn dort aufzusuchen.
Schon dieser erste Einstieg lässt einem schmunzeln denn es geht so einiges schief. Auch ansonsten verläuft seine Kariere nicht so wie Luis es sich vorstellt. Statt ihm sind seine Eltern auf einem Video im Internet zu sehen nach ihrem Achtsamkeitskurs. Sie erhalten mit ihrer ehrlichen unbedarften Art sogar einen Fernsehauftritt. Gott ist das peinlich für Luis der sich für seine peinlichen Eltern schämt.
Dies ist der erste Band dieser Reihe den ich gelesen habe. Ich hoffe auf weitere Gelegenheiten. Der Schreibstil ist kindgerecht, humorvoll in Tagebuchform geschrieben. Die Personen werden gut dargestellt und das Cover ist liebevoll gestaltet mit Luis und seinen Eltern in ihren peinlichen Klamotten.
Outlaw
Von hier bis zum Anfang von Chris Whitaker
Die 13 jährige Duchess Day Radley hat es nicht leicht im Leben, sie kümmert sich rührend um ihren kleinen Bruder Robin und um ihre Mutter. Diese hat nach dem Tod ihrer Schwester den Tritt im Leben verloren, nimmt Drogen und trinkt.
Als der als 15 jähriger verhaftete Mörder ihrer Schwester wieder frei kommt ist die Stimmung in der kalifornischen Kleinstadt Cape Haven angespannt.
Auch Walk, Polizist in dem Ort und Freund des Verurteilten hat es nicht leicht. Dann geschieht ein weiterer Mord, Star, die Mutter von Duchess und Robin wird tot aufgefunden, Vincent ist am Tatort und hat selbst die Polizei gerufen. Er lässt sich widerstandslos festnehmen und unternimmt keine Anstalten sich zu erklären.
Duchess und Robin kommen zu ihrem Opa auf eine entlegene Farm in Montana. Duchess ist so voller Hass, dass sie alles ablehnt und sich selbst als Outlaw bezeichnet. Einzig von der Unschuld seines Freundes ist Walk der nun alles dran setzt den wahren Täter zu finden.
Die Auflösung war dann eine Überraschung für mich. Der Schreibstil ist eindrucksvoll, kurze knappe Sätze eine sehr melancholische Grundstimmung. Auch wenn das Buch im mittleren Teil viele Längen hat in dem sich Duchess immer und immer wieder als Outlaw bezeichnet, hat mir das Buch sehr gut gefallen.
Das Cover hat mir gut gefallen, passend zum Titel, eine weite Landschaft in der Abendstimmung.
blutige Kunst
Der Blutkünstler von Chris Meyer
Tom Bachmann kommt als bekannter Profiler aus den USA zurück nach Deutschland. Gerade zur rechten Zeit denn es wird eine grausam inszenierte Leiche gefunden und das BKA bietet ihm gleich die Stelle des Leitenden Ermittlers an. Als später weitere als Kunstwerk inszenierte Leichen gefunden werden, ist klar, ein Serienmörder ist unterwegs.
Erfahrung mit Mördern hat Tom genug, im Prolog und kurzen Sequenzen wird seine eigene traurige Vergangenheit beleuchtet. Die Ermittlungen kommen schwer in Gang, denn es steht fest, die Öffentlichkeit soll von den Tatorten nichts erfahren.
Dieser Auftakt ist sehr blutrünstig und mit Sicherheit nichts für schwache Nerven. Mit einigen psychologischen Abschnitten kam für mich irgendwie keine richtige Spannung auf wo ich unbedingt erfahren wollte wer der Täter ist dazu waren einige Schilderungen wahrlich ekelig. Der Showdown war für mich auch etwas zu übertrieben.
Der Schreibstil sehr detailliert und blutig lässt sich aber gut und schnell lesen. Ob ich weitere Teile lesen möchte weiß ich aber noch nicht.
Das Cover ist sehr schön gestaltet, trifft das Thema des Buches und wirkt nicht zu grausam.
Rache im Urlaub
Der Blutkünstler von Chris Meyer
Nachdem Sarah ihre Stelle in einer kleiner Hamburger Buchhandlung verloren hat will sie ihren Freund der für ein halbes Jahr in LA ist dort überraschen. Doch am Flughafen entdeckt sie, dass Florian sie betrügt und ihr Drehbuch als seines ausgibt. Kurzentschlossen bucht sie ihren Flug um und fliegt stattdessen in die Provence zu ihrer alten Schulfreundin Cleo.
Sie wird dort herzlich empfangen und findet ein traumhaftes Ferienhaus mitten in den Weinbergen. Dort kann sie wieder zu sich selbst finden und am Ende auch eine neue Liebe und Berufung.
Hannah Juli gelingt es in diesem Roman richtige Urlaubsgefühle aufkommen zu lassen. Der Schreibstil ist locker und leicht ohne großen Längen. Die Personen werden gut eingeführt und Sarah ist und bleibt eine bodenständige Person die man einfach gern haben muss.
Gerne habe ich mich auf dem heimischen Balkon in die Provence entführen lassen. Ein perfekter Sommerroman.
Rache im Urlaub
Tod auf Madeira von Tomás Bento
Laura braucht eine Auszeit. Ihr Mann geht fremd, ihre Mit Autorin hat sie vor die Tür gesetzt, die Tochter geht nach Schottland. Da trifft es sich gut, dass ihre beste Freundin Britta mit anderen ehemaligen Schulfreundinnen wie jedes Jahre eine Woche Wanderurlaub auf Madeira macht. Doch schon bald wird der Urlaub zu einem Albtraum als einer der Teilnehmer nach einem Allergie Schock stirbt und seine lebensrettenden Medikamente spurlos verschwunden sind.
Die örtliche Polizei geht zunächst von einem Unfall aus doch eine Mitreisende ist überzeugt, das Stephan ermordet wurde. Nur widerwillig übernimmt Kommissar Mauricio Torres die Ermittlung. Er ist zu sehr in seinen eigenen Problemen gefangen nachdem seine Frau vor 2 Jahren tödlich verunglückte. Laura übernimmt als Übersetzerin eine große Rolle und fühlt sich als Krimiautorin berufen den Fall zu lösen.
Nach und nach wird die Reisegruppe durchleuchtet und es stell sich heraus, dass jeder ein Hühnchen mit dem Toten zu rupfen hätte und alle potentiell verdächtig sind. Die eigentliche Aufklärung hat mich dann aber überrascht.
Das Buch ist eine Mischung aus Reiseführer von Madeira. Die Landschaft, Orte und Gebräuche werden gut beschrieben und man bekommt Lust auf einen Urlaub auf Madeira. Aber auch ein wenig Psychothriller kommt durch, wenn das hinterlistige Tun der Reisegruppe beleuchtet wird. Am Ende auch ein bisschen Liebesroman die zarte Romanze von Laura und dem Kommissar. Alles in allem ein netter Krimi für zwischendurch.
Senioren ermitteln am Donnerstag
Der Donnerstagsmordclub von Richard Osman
In einer Luxus Senioren Residenz im englischen Kent treffen sich vier ältere rüstige Rentner aus allen Berufsschichten Donnerstags im Puzzlezimmer um über ungelöste Kriminalfälle zu spekulieren. Bis ein Mord in der Nachbarschaft passiert und sie gleich der örtlichen Polizei mit Rat, Tat und viel Witz beiseite stehen.
Der Handlanger des Besitzers der Senioren Residenz ist erschlagen worden. Der windige Besitzer der große Pläne mit dem großräumigen Gelände hat wollte ihn ohnehin loswerden. Doch wer ist der wahre Täter.
Anfangs habe ich mir schwergetan mit dem unterschiedlichen Schreibstil einmal in Form eines Tagebuches, aus Sicht der anderen Senioren und aus Sicht der Polizei. Das Buch hat etliche Längen die das Buch aufblähen. Der ansonsten lockere Grundton und die gute Beschreibung der verschiedenen Personen lässt einem das Buch trotzdem schnell lesen. Ein typisch englischer Krimi ohne viel Blutvergießen ein spannendes Lesevergnügen.










