Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Ecinev:
Schwarzes Gras
Bloom - Die Apokalypse beginnt in deinem Garten von Kenneth Oppel
Anaya ist eine von zahlreichen Allergien geplagte Jugendliche. In der Schule wird sie gehänselt wegen ihrer Akne und der heftigen Allergie. Sie hat sich mit ihrer ehemals besten Freundin, Petra, die unter einer sehr seltenen Wasserallergie leidet, hat sie sich gestritten. Als Außenseiterin fühlt sie sich zu dem merkwürdigen Jungen Seth hingezogen der einsam in einer Ecke hockt und zeichnet.
Eines Tages beginnt es heftig zu regnen und Petra ist draußen unterwegs. Merkwürdigerweise spürt sie trotz des Regens keine Beschwerden und sie genießt es einmal richtig nass zu werden. Wenig später beginnt überall schwarzes Gras zu wachsen das die ganze Ernte vernichtet. Weltweit kommt es zu diesem Phänomen. Die Pflanzen wachsen immer schneller und die Menschen beginnen unter heftigen Allergien zu leiden. Nur Anaya und die beiden anderen fühlen sich stärker als vorher. Gibt es da einen Zusammenhang?
Das Buch ist eine Mischung aus Horror und Dystopie. Die Geschichte wirkt sehr übertrieben und abstrus. Der Schreibstil ist lebendig und man ist gleich mittendrin. Das Cover ein richtiger Hingucker in jeder Buchhandlung. Manche Beschreibungen sind bestimmt nich für jede Altersgruppe geeignet. Das Buch endet mit einem fiesen Cliff-Hänger und ich bin gespannt was einem im nächsten Band erwartet.
La Bestia
American Dirt von Jeanine Cummins
Der 8-jährige Luca ist gerade im Bad als ein Schuß in der Wand einschlägt. Seine Mutter zieht ihn vom Fenster weg und die beiden verstecken sich in der abgetrennten Dusche. Nach dem Kugelhagel ist die gesamt Verwandtschaft von Lydia ausgelöscht. Alle tot, erschossen von einem Drogenkartell im mexikanischen Accapulco.
Eindrucksvoll wird die Geschichte von Lydia und der verzweifelten Flucht nach Norden erzählt. Sie ist erschüttert als ihr klar wird wer der sympatische Feingeist ist der sie zuvor wochenlang in ihrem Buchladen besucht hat. Niemand geringerer als der Chef des Kartells. Ihr Mann war Journalist und hat einen Bericht über das Kartell veröffentlicht. Dafür mußte er sterben und Lydia ist mit ihrem Sohn auf der Flucht.
Mit allem Mut den sie aufbringen kann, flieht sie mit ihrem Sohn auf dem berühmt-berüchtigten Flüchtlingszug 'La Bestia' von der mexikanischen Grenze in die USA.
Teilweise aus der Sicht des 8-jährigen Luca beschrieben, schildert das Buch erschütternde Flüchtlings Schicksale in Mexiko und den USA.
Die Geschichte packt einem und läßt einem nicht mehr los. Spannend als Roman geschrieben mit wahren Hintergründen recherchiert.
Hyänen
American Dirt von Jeanine Cummins
Ein wirklich starker Debutroman einer jungen Autorin. Erzählt aus Sicht eines anfangs 10-jährigen Mädchens in einer ganz normalen Reihenhaussiedlung. Sie liebt ihren jüngeren Bruder Gilles und beschützt ihn vor dem gewalttätigen Vater.
Die Mutter hat Angst vor ihrem Mann der außer der Jagd nur seinen Whiskey und Fernsehen mag.
Ein tragisches Ereignis im Sommer verändert alles. Das Mädchen sucht nach jemanden der sie in den Arm nimmt und die Welt wieder geraderückt. Der Bruder verändert sich zusehends. Er spricht nicht mehr und verbringt viel Zeit in dem Zimmer in dem der Vater seine Jagdtrophäen aufbewahrt.
Das Mädchen hat den sehnlichsten Wunsch eine Zeitmaschine zu bauen und die Zeit zurück zu drehen. Sie entwickelt einen starken Ehrgeiz für alles Naturwissenschaftliche. Etwas Normalität findet sie bei einem älteren Professor. Um die vor dem Vater geheimgehaltenen Stunden zu bezahlen, geht sie Babysitten bei einer jungen Familie in der Siedlung.
Als sie bemerkt das sie älter wird, fürchtet sie sich vor den Ausbrüchen des Vaters und fühlt sich zu dem Familienvater hingezogen.
Der Schreibstil ist schnörkellos und doch gewaltig. Man kann sich gut in die Gemütslage des Mädchens hineinversetzen und ist geschockt von dem Familienleben.
Das Cover ist verwirrend und erinnert mit dem springenden Hasen eher an ein anderes bekanntes Buch. Auf jeden Fall ist es ein Hingucker und absolut lesenswert.
Inselschule
Die Schule am Meer von Sandra Lüpkes
Juist im Jahre 1925. Nach einer langen Reise trifft das Lehrerehepaar Reiner mit seinen Kindern endlich auf der Insel ein. Zusammen mit anderen Lehrerkollegen wollen sie auf der kargen Nordseeinsel eine neue Schule gründen. Reformpädagogik, zu dieser Zeit ein Fremdwort und entsprechend kritisch wird die Schule von den Insulanern beäugt.
Beschrieben wird der abenteuerliche Alltag der Schüler beim Aufbau der neuen Schule. Ein Lernen im Einklang mit der Natur mit einem täglichen Tauchbad in der kalten Nordsee. Auf der anderen Seite sind die Insulaner die in der Zeit des aufkommenden Nationalsozialismus die Schule als Hort von Kommunisten und Juden sehen.
Insulaner die in der Schule einen neuen Arbeitgeber gefunden haben aber auch der Bürgermeister der um seine Wiederwahl bangen muss. So begleiten wir die Schüler und Bewohner der Insel von der Gründung der Schule bis zu deren Schließung kurz vor Beginn des 2. Weltkrieges in recht kurzen Kapiteln. Dabei geht es um Freundschaft, erste Liebe, aber auch Missgunst und Verrat.
Das Buch hat einige Längen, lässt einem aber dennoch wunderbar für einige Zeit den Alltag vergessen. Der Schreibstil ist sehr lebendig, klare einfache Sätze, fast spürt man das raue Klima der Nordsee.
Starke Frauen
Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani
Solene ist eine erfolgreiche Anwältin. Aufopferungsvoll hat sie jede freie Minute ihrer Freizeit genutzt um für ihre Mandanten das beste herauszuholen. Als sich ein Mandant nach einem verlorenen Fall vor ihren Augen das Leben nimmt, bricht sie zusammen. Diagnose Burn out. Nur mühsam kommt sie wieder auf die Beine kann aber nicht mehr in der Kanzlei arbeiten.
Ihr Therapeut schlägt eine ehrenamtliche Tätigkeit vor. Anfangs kann sie sich damit auch nicht recht anfreunden findet dann aber eine Stelle als Schreiberin in einem Haus für Frauen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten engagiert sie sich immer mehr und lernt die dort lebenden Frauen und ihre persönlichen Schicksale kennen.
In einem anderen Erzählstrang wird der Aufbau des Hauses vor fast 100 Jahren erzählt. Von einer starken Frau die ihr Leben ganz der Heilsarmee gewidmet hat und gemeinsam mit ihrem Mann das Haus aufgebaut hat.
Diese Erzählung hat mich voll in ihren Bann gezogen. Der Schreibstil ist anfangs etwas befremdlich, er kommt ohne wörtliche Rede aus und wirk merkwürdig distanziert. Trotzdem fiebert man mit. Einmal in der Gegenwart wie es Solene gelingt das Vertrauen der Frauen zu gewinnen und in der Vergangenheit ob es Blance Peyron gelingt in einer von Männern dominierten Zeit ihr Vorhaben durchzusetzen.
Renato Bialetti
Zu wahr, um schön zu sein von Gabriella Engelmann
Caro steht ausgerechnet bei dem Fest zu ihrer Silberhochzeit vor den Scherben ihrer Ehe. Und auch sonst gerät einiges durcheinander. Ihr Mann hat sein Coming out und zieht zu seinem Geschäftspartner. Der pubertierende Sohn schwänzt den Sportunterricht. Ihre esoterische Hippie Mutter verliebt sich.
Caros Halbtagsstelle in einer Bücherei wird weg rationalisiert. Zum Glück gibt es die Espressomaschine Renato, ihre Freundin Sylvia und die betagte Vermieterin Hedwig die so manches besser durchschaut als Caro.
Insgesamt wirkt das Buch etwas chaotisch und Caro tappt mitunter von einem Fettnäpfchen ins nächste. Am Ende passt aber alles zusammen und es gibt Hoffnung auf einen guten Neustart.
Der Schreibstil ist einfach, die kurzen Kapitel lassen sich schnell lesen, einfach ein Wohlfühlroman für zwischendurch.
Fasten auf Sylt
Sylt oder Sahne von Claudia Thesenfitz
Nele hatte schon immer ein paar Pfunde zu viel auf der Waage doch als der Schaffner in der Bahn Jugendliche auffordert der Schwangeren Platz zu machen, zieht sie die Reißleine und bucht einen Fastenurlaub auf Sylt.
Dort angekommen, entpuppt sich ihr gebuchtes Einzelzimmer mit Meerblick als ein Dreierzimmer.
Sie muß den Urlaub also mit Wildfremden Frauen beginnen oder gleich wieder abreisen. Sie läßt sich darauf ein und lernt die lebenslustige Sabine kennen. Der Urlaub beginnt, der Hunger ist groß und auch nach Tagen stellt sich das Glücksgefühl nicht ein.
Der Schreibstil ist angenehmt, die Schilderungen der Insel Sylt mit seinen Originalen. Mit diesem Buch kann man sich herrlich in Urlaubsstimmung versetzen und einen Moment vom Alltag ablenken lassen.
Das Thema ist gut, für jeden der mit ein paar Pfunden zu viel zu kämpfen hat ist der Teufelskreis in dem Nele steckt nachvollziehbar.
Österreichischer Schmäh
Verkauft von Constanze Dennig
Nach einer Fehlgeburt ist Alma Liebekind im Krankenhaus und entdeckt dort einen Todesfall der offensichtlich vertuscht werden soll. Gemeinsam mit ihrer Mutter will sie nachforschen und deckt einen Skandal auf zum Thema Kinderwunsch und Asylpolitik.
Der Roman spielt in Wien, in unzähligen Fußnoten werden Begriffe erklärt, teils vollkommen unnötig manchmal hilfreich.
Die Hauptpersonen, Alma Liebekind, Psychiaterin in Wien, ihre Mutter, die Herrin in der Praxis, ihr Liebhaber fürs Bett eine Polizistinfreundin.
Das Thema ist durchaus sehr aktuell und brisant, Der Schreibstil flüssig und humorvoll aber irgendwie werde ich nicht richtig warm mit dem österreichischen Schmäh.
Dies ist mein erstes Buch von Constanze Demnig und ich fürchte es wird auch mein letzter sein.
Wahrheit oder Recht
Echo des Schweigens von Markus Thiele
Hannes Jansen, ein engagierter Strafverteidiger steht vor einen großen Herausforderung. Ihm winkt die Partnerschaft in einer großen Anwaltssozität. Er verteidigt einen Polizisten der wegen Mordes an einen Asylbewerber angeklagt ist. Jansen ist überzeugt von der Unschuld seines Mandanten doch kurz vor dem großen Plädoyer wird ihm ein Tagebuch zugespielt und er bekommt Zweifel.
Privat verliebt er sich in Sophie Tauber, eine Ärztin die er zufällig bei einer Auktion kennenlernt. Er ahnt nicht, das sie es ist die ein neues medizinischen Gutachten geschrieben hat das seinen Mandanten schwer belastet.
Sopie Tauber ist nach dem Tod ihrer Mutter auf der Suche nach ihrem Vater der die Familie schon vor vielen Jahren verlassen hat. In einzelnen Erzählsträngen wird die Geschichte der Familie Tauber von der jüdischen Großmutter bis zum emotionalen Zusammentreffen mit dem verschollenen Vater erzählt. Die Jahreszahlen in den einzelnen Kapiteln helfen bei der Orientierung.
Der Gerichtsprozeß gerät eher in den Hintergrund und wird erst am Ende fortgeführt denn eigentlich sind es drei Geschichten die in diesem Buch erzählt werden. Keine der Geschichten ist langweilig und der Schreibstil ist recht anspruchsvoll aber zwischendurch fragt man sich was das alles mit dem Klappentext zu tun hat. Irgendwie wäre manchmal etwas weniger mehr gewesen. Man hat den Eindruck der Autor wollte den Prozess der auf einer wahren Begebenheit beruht, in einen recht dicken Roman verpacken.
Was bleibt am Ende
Nach Mattias von Peter Zantingh
Ein berührendes Buch über Verlust eines geliebten Menschen und Trauer von Peter Zantingh wird hier vorgelegt.
Mattias ist tot, soviel erfährt man schon zu Beginn, um das Wie und Warum geht es zunächst nicht. In einzelnen Kapiteln kommen Menschen zu Wort die Mattias kannten und einen kleinen Abschnitt in seinem Leben begleitet haben.
Seine Freundin, sein bester Freund, seine Großeltern, seine Mutter und andere Bekannte.
Erst am Schluß erfährt man was passiert ist.
Der Schreibstil ist eher ruhig und einfühlsam. Manche Stellen sind humorvoll, andere dagegen sehr traurig. Es werden viele brandaktuelle Themen angesprochen ohne bewertend zu sein. Es zeigt auch wie die Menschen mit der Trauer umgehen.
Ein Buch das mich sehr berührt hat.










