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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von C.P.:

Nach Bridge Kingdom enttäuschend

Die Skaland-Saga, Band 1 - A Fate Inked in Blood von Danielle L. Jensen


Ich mochte Bridge Kingdom von Danielle L. Jensen an sich ganz gerne, weshalb ich sehr gespannt war auf weitere Veröffentlichungen von ihr.
Und auch wenn ich die griechische Mythologie wirklich sehr liebe, war ich doch auch bereit für und gespannt auf das nordische Setting. Dies gibt es ja in Jugendbüchern eher selten.

Den Anfang fand ich unheimlich gut und ich habe mich richtig gefreut, mehr in die Geschichte einzutauchen. Aber leider flachte mein Interesse immer mehr ab. Die Prämisse und der starke Start hatten in mir deutlich andere Erwartungen geweckt als das Buch dann letztendlich halten konnte. Während ich Freya anfangs interessant fand, weil sie sehr gegen das ihr auferlegte Schicksal kämpfte, wurde sie immer unerträglicher und egozentrischer je weiter der Plot fortfuhr. Und das, obwohl mir als Hörerin weisgemacht werden sollte, dass Freya ja so verdammt selbstlos ist und sich für ihre Familie und Umgebung aufopfert.
Generell hatte ich viel zu häufig das Gefühl, dass Emotionen in der Hörer- und Leserschaft geweckt werden sollten, indem fortwährend betont wurde, wie sehr Freya Schicksal XY am Herzen liegen würde. Aber es wurde eben nur betont, nie durch Handlungen belegt. So trifft Freya zum Beispiel auf eine Kriegerin, mit der sie erst nicht interagieren will, dann zum Training "gezwungen" wird, minimalst Zeit mit ihr verbringt und plötzlich beim Tod dieser vollkommen durchdreht a la "wie konntet ihr es wagen, mir sie [aka diese beste, tollste Freundin meines Lebens] zu nehmen". Es war jedoch vorher keine Verbundenheit, Chemie, Freundschaft in irgendeiner Weise spürbar.
Und genau so verhält es sich mit Freyas Beziehung zu allen anderen Charakteren. Durch Handlungen werden keinerlei Emotionen begründet, sie werden durch die Ich-Perspektive lediglich diktiert.
Ich habe überhaupt keine Emotionen gespürt - das ganze Buch über. Mir könnten Charaktere wirklich nicht egaler sein als in diesem Buch. Und dabei hat die Geschichte wirklich so gut angefangen!
Über den männlichen Hauptprotagonisten verliere ich mal kein Wort, der ist so austauschbar wie immer und beschrieben wie in jedem x-beliebigen Romantasybuch.
Das Ende fand ich wie den Rest des Buches - leider wirklich sehr vorhersehbar. Weil man es schon zur Genüge gelesen hat. Ja, gerade im Jugendbuch und Romantasy Feld funktioniert vieles nach Schema F, aber hier war wirklich nichts originell und so eine Schablone. Es muss nicht jedes Werk hochliterarisch sein, aber wenn ich das Abziehbild eines Abziehbildes als Buch präsentiert bekomme, reicht es mir einfach. Wer immer wieder dieselben Tropes nach demselben Muster mit denselben Charakteren nur mit anderen Namen in einem etwas anderen Setting lesen möchte: Go for it.

Ich finde die Idee mit den von den Göttern gesegneten Menschen eigentlich echt spannend und mit den Fähigkeit dieser hätte die Geschichte echt interessant sein können. Leider wurde aber hier das eigentliche Potential nicht ausgeschöpft. Schade.

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Leider schwächer als erwartet

Geheimnisse des Nil, Band 1 - What the River Knows von Isabel Ibañez

Ich hatte mich wirklich sehr auf die Veröffentlichung von "What the River knows" gefreut, weil ich das Setting so unheimlich spannend fand.
Das alte Ägypten und die ägyptische Mythologie habe ich schon immer etwas romantisierend verklärt und auf dem deutschen Jugendbuchmarkt ist das Thema doch noch deutlich unterrepräsentiert.

Leider war das Buch doch nicht ganz so gut wie ich mir erhofft hatte.
Dabei wurde hier wirklich viel echt richtig gemacht. An sich ist die Storyline wirklich spannend, die Elemente von historischer Erzählung und ein wenig Magie sind gekonnt miteinander verflochten und die Informationen über historische Ereignisse/das alte Ägypten wirklich informativ.
Aber ich wurde mit den Charakteren einfach nicht so richtig warm. Inez hatte einen wahnsinnig starken Start und ich freute mich wirklich darauf, sie auf ihrer Reise zu begleiten. Leider verlor sie viel von ihrem anfänglichen Charme und Witz, wurde mehr und mehr zu einer echt flachen Protagonistin, die nur noch Mittel zum Zweck war.
Und ich verstehe nicht, warum einige der Charaktere so widersprüchlich beschrieben wurden. Ja, ich finde es gut, dass Inez nicht ohne Probleme ihr Ding durchziehen kann, sondern auch im Buch immer wieder herausgestellt wurde, wie abhängig Frauen zur damaligen Zeit von Männern waren. Aber mal sind Charaktere liebevoll und umsorgend, dann wieder unnötig abweisend. Dies fühlte sich einfach nicht natürlich an, sondern sehr konstruiert. Je nachdem, was die Autorin gerade von den Nebencharakteren benötigte.
Whit war auch einfach nicht mein Ding. Hier wurde versucht, viel vom Esprit von Indiana Jones oder der Funken von Rick und Evelyn aus der Mumie hervorzurufen. Aber er blieb für mich einfach zu glatt. Die einzige Kante in seinem gebügelten Charakter ist eine ziemliche Alkoholabhängigkeit. Und auch wenn Indy und Rick keine Saubermänner sind, so überzeugen sie einfach auf Grund ihres Charmes, den Whit leider nicht hat.

Es ist wirklich schade, man spürt so viel Passion der Autorin. Ich mochte auch das Framing der Aneignung von kulturellen Gegenständen und der Erläuterung der Kolonialisierung durch die Briten sehr. Leider wird das geschmälert durch die für mich etwas zu vernachlässigte Beziehung der Charaktere zueinander und eher schwachen Haupt- und Nebencharakteren. Auch der Magieaspekt ist irgendwie einfach da, ohne Erläuterung, ohne System. Vielleicht wird im zweiten Band nochmals mehr darauf eingegangen, aber hier reichte mir die (eher fehlende) Erklärung einfach nicht aus.

Das Ende aber hat wirklich vieles für mich noch einmal rausgerissen. Obwohl ich den Plot an sich vollkommen vorhersehbar fand, war doch das letzte Kapitel gerade noch einmal so spannend, dass ich nun doch den zweiten Band lesen möchte.

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Beklemmend, aktuell und wichtig

Das Lied des Propheten von Paul Lynch

Beklemmend ab der ersten Seite und wirklich geschrieben, um hin- und hergerissen zu sein. Immer wieder musste ich das Buch pausieren und mich fragen, wie ich an Eilishs Stelle gehandelt hätte. Wäre ich früher gegangen? Was hätte ich an dieser Stelle getan, was hätte ich gefühlt, wie wäre ich damit umgegangen?

Die Atmosphäre ist wirklich unheimlich gut eingefangen und geht unter die Haut.

Beklemmung ist die treffende Beschreibung für das Gefühl, das ich das ganze Buch über hatte. Und Hoffnung, auch wenn diese mit zunehmendem Fortschritt der Handlung weniger wurde.
In einem Beitrag fiel das Wort "klaustrophobisch" und das passt wirklich gut zum Buch. Man ist gefangen zwischen den Seiten, merkt eine Bedrohung von überall und kann doch nicht aufhören, Eilish zu folgen.

Doch ab und an stolperte ich über sehr merkwürdige Formulierungen und Sätze, die einfach sehr unpassend wirkten und mich aus dieser beklemmenden Atmosphäre rissen. Ein Lächeln, das aus dem Kiefer auf den Boden rutscht zum Beispiel. Zum einen spannend, weil ich über solche sehr beschreibenden Formulierungen manchmal nachdachte und sie mir bildlich vorstellen wollte, zum anderen aber auch sehr ablenkend von einer Handlung, die diese Ablenkung nicht gebrauchen kann.
Gerade im ersten Drittel fand ich es dann doch eher störend, weil ich das Hörbuch pausierte, um nachzudenken und so wirklich ein paar Anläufe brauchte, um der Geschichte ohne Ablenkungen folgen zu können. Im letzten Drittel war dies gar kein Problem mehr, da fesselte mich die Handlung komplett an das Hörbuch.

Und so furchtbar die Handlung auch ist, irgendwie sind dann doch auch viele tröstende Stellen im Buch. Ganz klein, im großen Bild eigentlich kaum wahrnehmbar und ohne große Kommentare. Aber Eilish stößt mitunter schon auf Menschen, die helfen, auf Zusammenhalt. Auch wenn diese positiven Dinge im Schrecken einfach untergehen.

Was mich aber wirklich sehr gestört hat ist das Fehlen jeglicher Stellungnahme des Autors im Werk. Ich hoffe, dass ich es entweder überhört habe oder einfach nur in der Audioversion fehlt, die mir zur Verfügung gestellt wurde. Aber letztlich ist dieses Werk unteranderem deswegen so erfolgreich, weil es so aktuell und auf die reale Welt so leicht zu übertragen ist.
Dass dann mit keinem Wort das Leid, die Qual und Angst, die Not und das Überleben von Flüchtlingen anerkannt und geframet wird, ist mir echt sauer aufgestoßen. Ich möchte auf keinen Fall damit sagen, dass ich nicht glaube, dass der Autor dies nicht gemacht hat. Es fehlt aber einfach in diesem Buch, das mit einer möglichen Flucht über das Meer endet.
Ich bin der Meinung, dass Autor:innen über alles schreiben können und sollen, eben auch über Dinge, die sie (zum Glück) nicht selber erfahren mussten. Und natürlich sind Geschichten hilfreich, um einzelne Schicksale besser nachvollziehen zu können, die in einer Masse häufig untergehen.
Aber letztlich wird hier Profit aus einer Geschichte geschlagen, die für so viele Menschen Realität ist.

Für mich steht das Buch außerhalb eines Bewertungsrahmens. Da ich Punkte/Sterne vergeben muss, sit die volle Anzahl nur angemessen. Generell ist dies jedoch ein Buch, über das sich jede:r eine eigene Meinung machen sollte.

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Spannende Prämisse, Umsetzung leider nicht wie erhofft

Verbrannte Gnade von Margot Douaihy

Ich mochte den Schreibstil und Einstieg in die Geschichte wirklich gerne. Gleich zu Beginn liegt eine Anspannung in der Luft und die atmosphärischen Schilderungen und Beschreibungen der Umgebung ließen New Orleans sehr gekonnt vor meinem inneren Auge beim Lesen entstehen.

Das Buch ist in der Ich-Perspektive gehalten, was zum einen sehr spannend ist, um einen tieferen Einblick und ein besseres Verständnis für Schwester Holiday zu schaffen, indem immer wieder Rückblicke in ihre Vergangenheit und in ihre Gefühlswelt so möglich sind.

Zum anderen aber leidet die Perspektive etwas an Schwester Holidays Wahrnehmung. Die Beschreibung von Nebencharakteren ist mitunter sehr stereotyp, was ich damit erkläre, dass Schwester Holiday als Person diese Figuren so stereotyp wahrnimmt. Übersetzt bedeutet das natürlich auch, dass die Figuren einfach sehr stereotyp geschrieben sind. Ich bin mir nur unsicher, ob dies mit Absicht geschehen ist und es somit als Stilmittel dient oder ob die Figuren einfach nicht gut ausgearbeitet sind.
Auf Grund von Schwester Holidays Vergangenheit kann ich in Grenzen schon verstehen, wenn Personen eher stereotyp wahrgenommen werden von ihr und gleich in Schubladen gesteckt werden. Nachvollziehen kann ich ein solches Vorgehen natürlich nicht und ich fand es auch für die Geschichte nicht von Vorteil.
Die Nebencharaktere finde ich aus dem genannten Grund sehr austauschbar, wirklich in Erinnerung bleiben wird mir kaum eine Figur. Es sorgt auch nicht dafür, dass ich den zweiten Band, der bereits auf Englisch publiziert wurde, eine Chance geben würde.

Ich hatte mit ein wenig mehr Finesse gerechnet, schließlich betitelt sich Schwester Holiday selber als Detektivin. Diese Tätigkeit beschränkt sich leider sehr darauf, einfach nur mit ausgewählten Personen zu sprechen und dann lauter haltlose Verdächtigungen auszusprechen. Im Kern ist das, wenn auch etwas stümperhaft, schon "Detektivarbeit". Aber mit fehlt dabei einfach ein bisschen das Geheime. Als Leser:in kann man schwer miträtseln, da auch hier wieder die Perspektive sehr im Weg steht. Schwester Holiday ist eingeschossen auf einzelne Personen, also muss man als Leser:in mit dieser Wahrnehmung mitgehen und andere Möglichkeiten werden wenig ausgelotet. Für mich persönlich ist dies auch die größte Schwachstelle des Buches, denn ich rätsel gerne mit, wer als Täter:in in Frage kommen könnte.

Neben der gut eingefangenen Atmosphäre mochte ich die queere Repräsentation sehr in diesem Buch. Schwester Holiday ist ein sehr mehrdimensionaler und spannender Charakter, leider wird der Plot dieser wirklich guten Figur nicht ganz gerecht.

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So unterhaltsam wie erhofft

Long Live Evil von Sarah Rees Brennan

Das ist ein phantastisches Buch gewesen!
Ist es vorhersehbar? Ja, aber auch immer wieder doch überraschend.
Bedient es Stereotypen? Ja, in Massen, aber irgendwie auf eine sehr humorvolle Art und Weise.
Es ist erfrischend anders, aber irgendwie doch auch wie so viele andere Bücher aus dem NA Fantasy Reigen.

Ich fand es auf jeden Fall sehr unterhaltsam und es war genau das Buch, was ich brauche, um mich nach den Sommermonaten aus meiner jährlichen Leseflaute zu holen.

Die Prämisse fand ich von Anfang an total spannend. Eine Protagonistin, die nicht die strahlende Heldin sein will, sondern die Rolle der Schurkin auskundschaftet. Und Rolle ist hier wirklich die richtige Bezeichnung, denn durch das Spiel von einer fiktiven Welt innerhalb des Plots konnte man als Leser:in nicht nur Rae als Protagonistin ihrer eigenen Geschichte sondern auch der Rolle einer zweiten Geschichte kennenlernen.
Irgendwie liebe ich solche Geschichten, in denen Person sich plötzlich in einer anderen Welt wiederfinden (wie zum Beispiel Narnia). Und vor allem mag ich es, wenn es eine der Figur bereits bekannte Welt ist, die sie durch Bücher schon vorher entdeckte.
Dieser Wissensvorsprung war wirklich schön umgesetzt und ich fand es toll, wie die Autorin mit dem Stilmittel spielte.

Rae als Protagonistin fand ich toll. Ich mochte ihre beiden Seiten und fand viele ihrer Gedankengänge ganz spannend. Teils nur fand ich sie naiv und wahnsinnig blind für ihre Mitmenschen. Das kann man auf den Stress und die Ausnahmesituation schieben, ich bin aber mal gespannt, wie dies im zweiten Teil sein wird. Falls sich dementsprechend nichts ändert, wäre ich schon enttäuscht.
Ansonsten fand ich die Nebencharaktere auch gut. Klar, ein paar von ihnen bleiben etwas blass und entsprechen sehr Stereotypen. Aber es ist schwer, dies zu kritisieren, schließlich ist eben dieses stereotype ein Stilmittel und wird eigentlich sehr gekonnt umgesetzt. Die Charaktere sollen also teilweise sehr oberflächlich und dumpf wirken, überraschen aber dann teils auch wieder mit Ecken und Kanten.

Es ist kein herausragendes Buch, diesen Anspruch hat es aber auch nicht. Es ist aber ein unglaublich unterhaltsames Buch, das ich auf jeden Fall noch einmal lesen werde. Und das ist für mich inzwischen der Aspekt, der bei Rezensionen sehr ins Gewicht fällt. Denn meine Zeit ist kostbar, mit jedem verstreichenden Jahr schätze ich meine verfügbare Freizeit immer höher ein und diese möchte ich nicht mit mittelmäßigen Büchern verbringen, sondern mit Büchern, die ich immer wieder lesen würde. Und dies ist auf jeden Fall ein solches Buch. Für 5 Sterne reicht es mir nicht ganz, ich würde am liebsten 4.5 Sterne vergeben, runde hier aber wegen kleinerer Schwächen auf 4 Sterne ab.
Ich freue mich jetzt schon auf den (leider noch nicht angekündigten) zweiten Band!

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Informativ und wichtig

Sorry not sorry von Anika Landsteiner

Das Hörbuch hatte mich ab der ersten Minute schon auf seiner Seite. Ich entschuldige mich auch immer viel zu häufig und das "störe ich gerade?" am Telefon ist ein ständiger, unterbewusster Einschub. Ich habe mich also in vielem widergespiegelt gefunden, habe einige interessante Denkanstöße mitbekommen und auch den ein oder anderen neuen Fakt noch gelernt.

Generell ist es ein Buch, was ich allen Leser:innen oder Hörer:innen uneingeschränkt empfehlen würde. Ich muss aber auch zugeben, dass für mich nicht viele neue Dinge dabei waren. Einige der angesprochenen Themen des Buches sind nichts neues für mich gewesen, da ich schon andere Bücher über diese Themen, wie zum Beispiel "invisibile women" von Caroline Criado-Perez, bereits gelesen habe.
Dennoch habe auch ich noch Passagen mir rausziehen können, über die ich länger nachgedacht und auch mit meinem Partner diskutiert hatte. So zum Beispiel die Farbe Pink, die bei Mädchen als süß, niedlich und "mädchenhaft" ausgelegt wird, sobald eben jenes Mädchen in die Pubertät kommt plötzlich ganz anders gelesen wird und teils assoziiert wird mit zickig oder arrogant.

Das einzige, was ich wirklich als schade empfinde, ist das Fehlen jeglicher Quellenangaben. Ja, Buchtitel werden referenziert, aber es wurden viele Studien am Rande erwähnt, die ich mir im Nachhinein gerne einmal näher angesehen hätte. Eine Quelle habe ich mehr oder weniger erfolglos dann recherchiert und fand es schade, dass ich die Originalquelle nicht finden konnte und sich somit viel auf online Quellen gestützt wurde. Kann man machen, geht aber auch wirklich besser.

Das Hörbuch, das von der Autorin selber eingesprochen wurde, ist wirklich gut vertont. Ich finde es immer toll, wenn Werke von den Autor:innen selber präsentiert werden, da auf Grund der Nähe zum eigenen Werk manchmal Nuancen hintergründig nochmals anders präsentiert werden. Und in diesem Fall bot sich ja auch durch die Erfahrung als Sprecherin durch die Podcasts von Anika Landsteiner wirklich gut an.

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Gelungene Adaption

Stolz und Vorurteil - Die Graphic Novel nach Jane Austen von Jane Austen; Claudia Kühn


Es ist so schön, dass auch der deutsche Buchmarkt inzwischen Graphic Novels sehr verstärkt verlegt und es inzwischen eine ganze Fülle an tollen Werken gibt.
Ob nun eigene Schöpfungen als Graphic Novel wie "Nimona" oder eine Adaption eines publizierten Werkes wie diese Ausgabe von "Stolz und Vorurteil", ich lese Graphic Novel einfach unheimlich gerne.

Die Finesse bei künstlerischen Adaptionen bereits publizierter Werke in Form eines Graphic Novels ist es, so viel Kontext wie möglich aus den Büchern zu übermitteln, so dass die Geschichte auch durch Bilder übermittelt werden kann. Bei der Adaption des Buches "Meine geniale Freundin" von Elena Ferrante zum Beispiel gelang diese Übermittlung nicht gut. Die Zeichnungen reichten nicht aus, um die Geschichte verständlich zu transportieren und ohne das Buch gelesen zu haben, hätte die Handlung keinen Sinn ergeben. Dies ist hier definitiv nicht der Fall. Bild und Text passen harmonisch zusammen, so dass die Handlung von Stolz und Vorurteil wirklich gut vermittelt wird und man als Leser:in des Graphic Novels lückenlos folgen kann.
Ich habe vor Urzeiten das Buch gelesen, doch vor allem Szenen aus dem Film mit Keira Knightley kamen mir immer wieder in Erinnerung. Was vielleicht auch daran liegt, dass bestimmte Szenen des Films derzeit wieder sehr populär auf TikTok und Instagram sind.
Um jede Tochter auseinanderzuhalten, ist ein bisschen Vorerfahrung beziehungsweise erste Berührungspunkte mit dem Originalwerk schon relevant. Ich hätte mir gewünscht, dass eine Übersicht der Figuren zu Beginn der Graphic Novel - zumindest der Bennets - angefügt worden wäre. So wäre es doch etwas einfacher gleich zu Beginn, die Schwestern auseinanderzuhalten, denn außer Jane sehen sich fast alle sehr ähnlich.

Mich hat der Zeichenstil total angesprochen. Ich fand ihn sehr passend zur Geschichte, mit vielen schönen und detailreichen Abbildungen der Landschaft.
Während die eigentliche Handlung eher ruhig gehalten ist, sind die Farben teilweise unheimlich hell und fröhlich gehalten.

Für mich ist es zum einen eine tolle Ergänzung zum Werk von Jane Austen, kann aber durch den eher jugendlichen Stil durchaus auch jüngere Leser:innen ansprechen. Für Jugendliche könnte es so also einen interessanten Einstieg in die Welt der Jane Austen Romane ermöglichen. Für Liebhaber:innen der Bücher ist es mitunter eine schöne Adaption. Ich bin weder das eine, noch das andere, wurde aber unheimlich gut unterhalten und hatte erneut eine tolle, wenn auch kurze, Zeit mit einer Graphic Novel.

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Mut zur Lücke

Allzumenschliches von Catherine Meurisse


Ich finde es so schön zu sehen, dass Graphic Novels immer mehr und mehr auch in Deutschland verlegt werden. Vor allem in Frankreich und den USA sind Graphic Novels sehr viel populärer als bei uns und mit jedem neuen Werk auf dem deutschen Buchmarkt steigt meine Begeisterung.
Catherine Meurisse arbeitete jahrelang als Zeichnerin bei der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo, inzwischen sind neben "Allzumenschliches" noch drei weitere Graphic Novel von ihr im Carlsen Verlag erschienen.

Auf jeweils einer Doppelseite widmet sich Catherine Meurisse einem großen Philosophen oder auch Philosophin. Wobei jene deutlich in der Unterzahl sind, was im Anbetracht des Frauenbildes in einer patriarchalisch geprägten Vergangenheit kein Wunder ist.
Ich habe Philosophie weder in der Schule gehabt (lediglich in "Ethik" haben wir ab und an mal einen tieferen Exkurs in die Philosophie unternommen), noch studiert. Im Studium habe ich jedoch von einigen Philosophen, die in diesem Werk vorkommen, Texte durchgenommen. Ich hatte also bereits erste Berührungspunkte mit einigen, doch kein wirklich umfangreiches Wissen über viele.
Und dies wurde mir beim Lesen etwas zu Verhängnis, denn die pointierten Witze funktionierten teilweise so nicht ganz bei mir. Um ganz ehrlich zu sein fühle ich mich nun, nach Beenden des Buches, schlicht und ergreifend ziemlich unwissend.
Bei Philosoph:innen hingegen, die mir vertrauter waren, war ich doch erheitert über die Art und Weise der Darstellung. Catherine Meurisse hat einen wunderbaren Humor und wirklich einzigartigen Stil.
Die gesamte Aufmachung des Buches gefällt mir sehr gut, besonders die Informationen über jede Person am Ende jedes Comics fand ich sehr hilfreich und interessant. So wäre es bei Interesse jederzeit möglich, sich noch näher mit den Personen, Theorien oder Werken auseinanderzusetzen.

Meine Bewertung muss ich in diesem Fall eher unabhängig von meinem Verständnis machen. Schließlich kann die Autorin nichts für meine Bildungslücken und dahingehend mein fehlendes Verständnis bei einigen Witzen. Die, die ich verstanden habe, fand ich ausgezeichnet.
Ich kann in diesem Fall etwas Mut zur Lücke empfehlen, denn wer wie ich auch nicht jede:n Philosoph:in und die dazugehörende Theorie kennt, wird trotzdem unterhalten werden. Das Buch eignet sich aber auf jeden Fall ganz hervorragend als Geschenk für Personen, die sich sehr für Philosophie interessieren.

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Sehr viel schwächer als erhofft

Weil ich an dich glaube - Great and Precious Things von Rebecca Yarros

Wie so viele andere Leser:innen konnten mich die beiden Bücher Fourth Wing und Iron Flame von Rebecca Yarros vollkommen begeistern. Beide haben eine unglaubliche Sogwirkung auf mich gehabt und ich habe die Bücher innerhalb kürzester Zeit verschlungen.
Ich war einfach gespannt, wie viel Einfluss die Fantasy-Elemente auf meine Begeisterung hatten, schließlich ist Fantasy mein Wühlfühlgenre.

Es ist immer wieder echt spannend zu sehen, wie Autor:innen in verschiedenen Genres schreiben. Aus diesen Gründen war ich sehr neugierig auf das (für mich) erste Romance Buch der Autorin.
Da ich von den Fanatsy Werken so begeistert war, konnte ich leider nicht verhindern, dass ich die Bücher immer wieder mit diesem Buch verglichen habe. Ich konnte dies schon beim Lesen/Hören des Hörbuchs schlecht voneinander trennen, deswegen finden sich die Vergleiche auch immer wieder in dieser Rezension wieder.

Um der Rezension schon einmal vorzugreifen: Von der Geschichte war ich leider am Ende eher enttäuscht.
Es gibt eine Fülle an wirklich wichtigen und spannenden Themen in dem Buch, doch war es für mich einfach ein bisschen zu viel des Guten.
Der Umgang mit einem dementen Angehörigen, Auswirkungen eines traumatischen Erlebnisses, das ethische Dilemma von Dingen, die man als Angehöriger für richtig hält, die für die betreffende Person jedoch die falschen sind, die starren und unveränderlichen Meinungen in einer Stadt, in der jeder jeden kennt, große Gefühle, die man sich nicht eingestehen möchte, Drama, noch mehr Trauma durch noch mehr schreckliche Vorkommnisse in der Vergangenheit.
Auf fast 500 Seiten wird versucht, sich all diesen Themen anzunehmen und es klappt leider nicht wirklich gut. Ja, jedes Thema bekommt irgendwie einen eigenen Raum in der Geschichte, doch wirklich tiefer gehen sie dann doch nicht.

Ich habe das Hörbuch vor einigen Tagen beendet und muss mir schon jetzt eingestehen, dass ich bereits vieles über die Charaktere schon wieder vergessen habe und mir zum Glück während des Hörens Notizen gemacht habe.
In der Retrospektive ist mir vor allem Cam im Gedächtnis geblieben, der deutlich ausgearbeiteter war als Willow. Willow ist um ehrlich zu sein ein total austauschbarer Charakter. Erstaunlicher Weise ist es hier, anders als in vielen YA und NA Büchern so, dass nicht der männliche Hauptcharakter eine Schablone ist, die mit austauschbaren Elementen versehen wurde, sondern in diesem Fall trifft es mal die weibliche Hauptfigur. Mir sind die Beschreibungen von Willows Haus mehr in Erinnerung geblieben als Informationen über sie.

Ein Punkt, den ich Contemporary Büchern einfach nicht verzeihe, ist körperliche Gewalt. Ja, dies ist durchaus ein Punkt von mir, der kritisiert werden kann, schließlich fand ich Fourth Wing so gut, obwohl es in diesem Buch sehr gewalttätig und brutal zugehen kann. Für mich ist es jedoch „moralisch“ ein Unterschied, ob sich diese in einem fantastischen Setting abspielt, einer Welt, die sich ohnehin weit weg und unerreichbar anfühlt, oder in einem realen Setting wie einer (fiktiven, aber durchaus so bestehend könnenden) Kleinstadt.
Cam wird in einer Szene provoziert (klar, blöde Situation und Provokationen muss man sich nicht einfach gefallen lassen), flippt aber vollkommen aus, obwohl (!) er weiß, dass er stärker und seinem Gegenüber überlegen ist. Für mich ist das einfach vollkommen inakzeptabel.

Ich habe außerdem mit „military fiction“ ein großes Problem und einen Trope gefunden, den ich wirklich ungern lese. Ich denke auch, dass dieses Buch in Deutschland niemals verlegt worden wäre, wäre Fourth Wing nicht so dermaßen eingeschlagen.

Der Twist am Ende, von dem ich in so vielen Rezensionen auf Goodreads gelesen habe, kam jetzt nicht wirklich überraschend. Das Einzige, was mich überrascht hat, war, dass der Plottwist ernsthaft so geschrieben wurde, weil ich ihn unglaublich plump finde. Während mich die Plottwists in Fourth Wing und Iron Flame noch mehr an die Geschichte fesselten, war hier das Gegenteil der Fall. Ich kann nun einige Leser:innen deutlich besser verstehen, die ebendiese Twists in den Fantasy Büchern nicht gelungen fanden. Schon erstaunlich, wie gut Punkte in einem Genre für mich als Leserin funktionieren können, in einem anderen Genre jedoch einen ganz anderen Effekt haben.

Der letzte Punkt könnte ein kleiner Spoiler sein, deswegen der Hinweis an dieser Stelle: Im nächsten Absatz beschreibe ich einen Punkt, der mich etwas gestört hat und der mit einem der Hauptcharaktere zu tun hat. Bitte notfalls überspringen:
Ich verstehe einfach nicht, warum alle Cam so schrecklich finden. Rebecca Yarros hat unheimlich viel dafür getan, ihn als den großen, bösen Außenseiter mit ganz weichem Kern darzustellen, aber es ergibt einfach keinen Sinn. Als ob wirklich eine gesamte Stadt ein Kind (!) schon als böse empfunden und diese Einstellung niemals revidiert hat. Das war mir einfach zu konstruiert und unglaubwürdig.

Es sind alles Kleinigkeiten, Punkte, die eigentlich nicht großartig dramatisch sind, in der Fülle und in ihrer Gesamtheit aber leider dazu führen, dass ich das Buch letztendlich nicht gut fand.
Was in Fantasy Werken durchaus funktionieren kann, funktionierte hier einfach nicht für mich.
Es war für mich einfach nicht die passende Geschichte. Das Buch hat seine Schwächen, ist aber nicht schlecht, doch auch nicht wirklich gut.
Ich werde mich in Zukunft weiterhin wie eine Besessene auf die Fantasy Bücher von Rebecca Yarros stürzen, ihre Romance Bücher jedoch auslassen. Für all jene, die sich an solchen Büchern erfreuen: Bereits im August diesen Jahres wird mit „Alles, was ich geben kann“ ein weiteres Romance Buch von Rebecca Yarros im dtv Verlag erscheinen.

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Tolles Sommer-Buch

The Summer of Broken Rules von K. L. Walther

Mich konnte Martha’s Vineyard bei einer Tour an der Ostküste der USA vollkommen verzaubern. Es ist wirklich eine unglaublich idyllische Insel mit einem absoluten „Friede, Freude, Eierkuchen“-Flair.
Und ebendiese Atmosphäre erhoffte ich mir auch von „The Summer of Broken Rules“.

Ich mochte sowohl Meredith als auch Wit echt gerne.

Meredith, die mit spürbarem Schmerz ihre Schwester vermisst, versucht sich selber etwas ins Leben zurückzukämpfen und Rituale nicht zu vergessen, sondern neue Erinnerungen neben den wundervollen mit ihrer Schwester zu schaffen. Sie ist witzig, sehr familienorientiert und nicht auf den Kopf gefallen.
Wit ist charmant und humorvoll, bleibt aber ein bisschen blass neben Meredith.
Eigentlich mag ich Insta Love als Trope überhaupt nicht, Meredith und Wit aber sind jedoch so nett zusammen geschrieben, dass es mir zwar aufgefallen ist, aber nicht so stark stört wie in anderen Büchern mit diesem Trope. Nichtsdestotrotz fehlte mir etwas die Grundlage, es ging für mich ein Ticken zu schnell zwischen den beiden.

Es gibt durch das Aufeinandertreffen mehrerer Familien zur Hochzeit eine Fülle an Charakteren. Für meinen Geschmack wurden zu viele namentlich erwähnt, die eigentlich keine Relevanz für die Geschichte hatten. Der Stammbaum zu Beginn der Geschichte war zwar hilfreich, aber es waren dennoch viel zu viele Namen und Informationen über Personen, die für die Geschichte eigentlich vollkommen irrelevant waren. Es ist zwar toll, wenn Autor:innen mit einer solchen Akribie arbeiten und selbst Nebencharaktere auftauchen, die sonst im Hintergrundrauschen untergehen würden, aber eben diese Akribie fehlte dann doch ein kleines bisschen bei der Verbindung von Meredith und Wit.

Das Spiel fand ich eigentlich ganz witzig und auch die Ernsthaftigkeit, mit der fast alle gespielt haben. Es war ein guter Aufhänger, damit Meredith und Wit als Team agieren können und die Stunts fand ich tatsächlich für ein eher jugendliches Buch ganz amüsant umgesetzt.
Was mich jedoch irritierte und ab und an aus meinem Lesefluss riss war die Sprache, die häufig im krassen Gegensatz zur Atmosphäre stand.
Wie erhofft ist diese nämlich sehr sommerlich und eher positiv aufgeladen. Das Buch passt ans Meer oder gut zu einem Eis, der Sommer tropft förmlich von den Seiten und die Stimmung ist sehr fröhlich und ausgelassen. Und eigentlich passt der Schreibstil auch gut zu der Atmosphäre, immer wieder gibt es Beschreibungen des Flairs, der sommerlichen Umgebung oder von Aktivitäten der Jahreszeit wie dem Entspannen am Strand oder Baden im See.
Dann jedoch stolpert man immer wieder über Beschreibungen des Spiels „Killer“, die sehr kriegslastig sind und überhaupt nicht zum Rest der Geschichte passen. Es wird abgeschossen, eine Waffe auf Zielpersonen gerichtet, eliminiert, gekillt oder ähnliches. Irgendwie hat mich das doch immer mehr gestört. Interessant wäre für mich nur, ob es an der Übersetzung liegt und es im Original vielleicht mehr untergeht, aber die Differenz im Deutschen fand ich schon eher groß.

Trotz kleinerer Schwächen bleibt es ein Sommer-Buch, das mich gut unterhalten konnte.

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