Kunden em pfehlungen
Rezensionen von C.P.:
Gut, aber leider nicht so gut wie die Vorgänger
Die Spiegelreisende 4 - Im Sturm der Echos von Christelle Dabos
Das Ende des Abenteuers von Ophelia und Thron.
Noch immer ist der Andere nicht enthüllt und die Archen drohen auseinanderzubrechen. Ophelia und Thorn versuchen gemeinsam, das Ende der Archen aufzuhalten. Aber was hat es mit den immer häufiger auftretenden Echos auf sich?
Für mich zählt „Die Spiegelreisende“ zu den besten Buchreihen, die in den letzten Jahren auf den Markt gekommen sind.
Alle drei Vorgänger waren absolute Highlights und meine Erwartungen an diesen Band unglaublich hoch. Vielleicht war ich in meinen Erwartungen zu gierig, denn leider muss ich schweren Herzens sagen, dass mir dieser Band am wenigsten gefallen hat.
Das Erzähltempo war auch in den letzten Bänden immer mal wieder unterschiedlich schnell. Rasante Erzählungen wechselten sich ab mit eher leicht plätschernden Passagen. Doch blieb das Grundtempo der Erzählung immer relativ schnell. Dies war bei diesem Band leider nicht so. Viele Abschnitte zogen sich sehr in die Länge, was das generelle Tempo sehr verlangsamte. Ein langsames Tempo kann sehr passend zu einer Geschichte sein und auch sehr schön, weil man sich in aller Ruhe in eine Geschichte vertiefen kann. Dies war jedoch hier leider nicht der Fall.
Als großer Fan der Reihe tut es mir leid, dies nun schreiben zu müssen, aber der Band passte für mich einfach nicht zu den anderen großartigen drei Büchern. Irgendwie wirkte die Geschichte viel zu gehetzt und phasenweise aufgesetzt.
Das Ende kam für mich sehr überraschend und auch nach etlichen Tagen, die seit Beendigung des Buches vergangen sind, bin ich mir noch immer nicht gewiss genug, ob ich wirklich alles so schlüssig finde. Ein Rest Unbefriedigung bleibt erhalten. Zu viele Fragen sind noch offen, zu viele Erzählstränge noch etwas zu lose.
Ein würdiger Abschluss für die Geschichte von Ophelia und Thorn war es in meinen Augen nicht. Aber nichtsdestotrotz ist das Buch sehr gut gewesen. Nur nicht gut genug gemessen an der Skala der Vorgänger, um außerordentlich gut zu sein.
Und da meine Rezension leider so negativ klingt, möchte ich hier nur noch einmal vehement betonen: Ich liebe diese Reihe abgöttisch. Für mich ist sie eine der wenigen Reihen, die den „Harry Potter“-Hunger stillen konnte. Und damit meine ich nicht eine vergleichbare Erzählstruktur und –weise, sondern das Gefühl, nicht mehr von der Geschichte loszukommen, in einen Bann geraten zu sein, der erst mit dem Zuschlagen des Buchdeckels gebrochen wird.
Die Autorin hat mir bewiesen, was für ein Talent in ihr steckt. Ich werde fortan die Augen offen halten nach neuen Werken von ihr!
Eine starke, weibliche Stimme der High Fantasy Welt, die mich restlos begeistern konnte
Der Untergang der Könige von Jenn Lyons
Khirin wächst behütete von seinem Vater Surdyeh, einem blinden Musiker, und der Bordellbesitzerin Ola auf. Während er tagsüber zusammen mit seinem Vater auftritt, schleicht er sich nachts raus, um zu stehlen. Doch einer seiner Einbrüche geht schief und Khirin sieht sich mit Problemen konfrontiert, die ein Ausmaß annehmen, mit dem er in seinen kühnsten Träumen nicht gerechnet hätte.
In seiner Welt voller Magie, Intrigen, Gewalt und bevölkert von unglaublichen Lebewesen wie uralten Drachen und Göttern muss Khirin sich von nun an behaupten.
Schon in der Verlagsvorschau der Hobbit Presse stach mir dieses Buch ins Auge. Nicht wegen des schlichten Covers oder des Titels, sondern wegen des Autorennamens. Denn High Fantasy – mein liebstes Genre – ist tatsächlich eine eher von männlichen Autoren dominierte Sparte in der Buchwelt.
Ich muss gestehen, dass ich tatsächlich nur aus diesem Grund so gespannt auf die Geschichte war, denn der Klappentext ist so nichtssagend, dass der mich einfach nicht vom Hocker reißen konnte.
Es war definitiv nicht Liebe auf den ersten Blick zwischen „Der Untergang der Könige“ und mir.
Abwechselnd erzählen Khirin und seine Wächterin Klaue die Geschichte von Khirins Leben – zumindest bis zu dem Punkt seiner Gefangennahme. Doch wird die Geschichte von den beiden nicht in chronologischer Reihenfolge erzählt, sondern in einem steten Wechsel. Khirins Part setzt zu einem viel späteren Zeitpunkt in seinem Leben an und Klaues Strang seines Lebens vor diesem. Ich brauchte einige Kapitel, um mich in der Geschichte zu sortieren und kaum hatte ich mich eingewöhnt, so kam der nächste stilistische Kniff der Autorin. Denn die Geschichte ist durchsetzt von Fußnoten, die sehr detailliert historische Personen, Gegenstände oder Ereignisse der Welt kommentierten.
So vergingen 200 Seiten und ich hatte noch immer nicht das Gefühl, wirklich zu verstehen, was die eigentliche Geschichte des Buches nun sein sollte.
Um vorweg zu greifen: Ich ahne erst jetzt, was eventuell in den beiden folgenden Bänden thematisiert werden könnte. Und bin restlos begeistert!
Ja, es war nicht Liebe auf den ersten Blick, sondern eine Anziehung, die sich im Laufe der Geschichte immer mehr und mehr aufbaute und mich regelrecht süchtig werden ließ.
Auch wenn der Start in die Geschichte lange dauerte, ich mich wirklich auf das Buch konzentrieren musste, so erhöhte sich doch mehr und mehr mein Tempo und die letzten 300 Seiten des Buches musste ich einfach am Stück lesen, da ich das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen konnte. Zu spannend war der durchdachte Plot, zu sehr waren mir einige Charaktere ans Herz gewachsen. Und Jenn Lyons schaffte es immer wieder aus Neue, mich zu überraschen.
Auf Grund der Vielschichtigkeit der Geschichte kann das Buch nicht zwischen Tür und Angel gelesen werden. Das musste ich „schmerzlich“ am eigenen Leib erfahren, als ich versuchte, das Buch in der Bahn auf dem Weg in die Uni zu lesen. Da ich mich einfach nicht genug auf die Handlung konzentrieren konnte, verpasste ich wichtige Schritte und musste die Szenen noch einmal in Ruhe zu Hause lesen. (Außerdem tut es nach einer halben Stunde ganz schön in den Fingern weg, wenn man diesen Wälzer mit einer Hand hält. Auch hiervon kann ich nur abraten...)
Neben dem Wechsel der Zeiten und der Fußnoten ist die Handlung selber sehr vielschichtig und anspruchsvoll. Charaktere sind mitunter nicht die, die sie zu sein scheinen beziehungsweise vorgeben, verwandtschaftliche Beziehungen sind so eng verwoben und verstrickt und werden doch aufgelöst und neu verknüpft und die Handlungsorte können ebenso schnell wechseln wie Loyalitäten in dieser Geschichte.
Zugegeben, ein paar Namen mit anderen Anfangsbuchstaben als „K“ und „T“ hätten die Verwirrung mehr eindämmen können.
Jenn Lyons hat es geschafft, sich mit ihrem einmaligen und fantastischen Schreibstil verknüpft mit ihrem Geschick für kniffreiche Handlungen und Plottwists etwas holprig aber unumgänglich neben High Fantasy „Meister“ wie Rothfuss oder Sanderson zu stellen. Und kann sich an diesem Platz definitiv behaupten.
Ich kann die Veröffentlichung des zweiten Bandes nicht erwarten und verbleibe voller Hoffnung in diese weibliche Stimme der High Fantasy!
Tolle Umsetzung der ernsten Thematik
Über die Grenze von Maja Lunde
Gerda ist fasziniert von den Geschichten der „Die drei Musketiere“ und würde am liebsten den ganzen Tag zusammen mit ihrem Bruder Otto Schwertkämpfe durch ihr Haus in Norwegen ausfechten. Doch dann geraten ihreEltern in Schwierigkeiten und Gerda muss ihre Musketier-Qualitäten im echten Leben unter Beweis stellen.
Denn von diesen hängt das Leben von Sarah und Daniel ab, zwei jüdischen Kindern, die vor den Nazis über die Grenze nach Schweden zu ihrem Vater flüchten müssen.
Die Gräueltaten und den Schrecken der Nazis für Kinder gerechnet einzufangen und zu vermitteln halte ich für sehr schwierig. Aber gleichzeitig auch für so unheimlich wichtig.
Ich war deswegen sehr gespannt auf die Umsetzung der Autorin und wie die Geschichte den Balanceakt zwischen Wissensvermittlung und unterhaltender Handlung meistern würde.
Schon ab dem ersten Kapitel war ich gefangen von der Art und Weise, wie Maja Lunde ihre Charaktere auftreten ließ.
Die eher impulsive und stürmische Gerade stand in tollen Kontrast zu ihrem rationalen und ruhigerem Bruder Otto.
Als wäre der marsch Richtung Schweden für vier Kinder nicht schon genug, so geraten die vier immer wieder in Schwierigkeiten. Diese Schwierigkeiten waren gut in die Geschichte eingebunden und vermittelten so auf sehr einfühlsame Weise ein etwaiges Bild der damaligen Zeit. So ist die vermeintlich nette, alte Dame nur so lange nett bis sie von der religiösen Zugehörigkeit von Sarah und Daniel erfährt. Doch es gibt neben den Nazis, die die Kinder verfolgen, auch wirklich hilfsbereite und offenherzige Menschen.
Themen wie Freundschaft, Vertrauen und Schicksalsschläge werden ebenso behandelt wie die Streitigkeiten unter Geschwistern.
Der Schreibstil ist dem Alter (vom Verlag empfohlen ab 9 Jahren) angepasst mit vielen eher kurzen Hauptsätzen und sehr wenigen Nebensätzen. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten und das Buch mit gerade einmal 192 Handlungsreisenden Seiten nicht zu dick. Langeweile kommt hier bestimmt nicht auf. Das Buch eignet sich auch toll zum Vorlesen.
Und obwohl ich definitiv Nichtzulassungen Zielgruppe gehöre, habe ich das Buch wirklich genießen können und für toll befunden. Ich kann es dementsprechend auch an interessierte Erwachsene empfehlen.
Gut durchdachter Plot mit unheimlich interessanter Ausgangssituation
Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle von Stuart Turton
Bevor ich mit meiner Rezension richtig beginne, möchte ich an dieser Stelle eine Empfehlung aussprechen: Ich habe das Buch ohne viel Wissen gelesen, bis auf ganz grundlegende Empfehlungen anderer, die wenig in die Tiefe gingen, habe ich vom Inhalt und der Storyline kaum etwas erfahren. Ich kann von daher nur jedem interessierten Leser empfehlen, das Buch einfach in die Hand zu nehmen und sich den Spaß der Entdeckungen nicht durch Hinweise in Rezensionen nehmen zu lassen.
Je weniger Ahnung man von der Geschichte hat, desto mehr wird man von dem sog der Geschichte mitgenommen werden!
Die Familie Hardcastle lädt zu einem Maskenball auf dem Anwesen Blackheath ein. Doch der Abend endet in einer Tragödie, wird doch die Tochter der Hardcastles – Evelyn – ermordet. Doch dies ist nicht der erste Mord, der auf Blackheath begangen wurde. Aber wer ist der Täter?
Mit dieser Frage sieht sich auch Aiden konfrontiert, dem eine Aufgabe von einem maskierten Mann übertragen wird. Kann er den Mord als Erster aufklären, darf er Blackheath verlassen, gelingt ihm dies nicht, ist er weiterhin gefangen in der Geschichte. Denn Aiden erwacht jeden Tag in dem Körper eines anderen Gastes und erlebt den selben Tag immer und immer wieder.
Da ich schon viele positive Äußerungen über das Debüt von Stuart Turton gehört hatte, war meine Neugier geweckt worden. Zugegeben, „Täglich grüßt das Murmeltier“ gehört nicht zu meinen liebsten Filmen und Bücher mit ähnlichen Ausgangssituationen wie zum Beispiel das Jugendbuch „Wenn du stirbst, zieht dein ganzes Leben an dir vorbei, sagen sie“, konnten mich bisher nicht ganz vom Hocker hauen.
Doch „Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle“ zog mich so sehr in seinen Bann, dass ich das Buch regelrecht verschlungen habe.
Aiden, der den Mord an Evelyn aufklären soll, um Blackheath zu entkommen, erwacht jeden Morgen in einem neuen Körper eines Wirtes. Dabei stehen all die Wirte in irgendeiner Verbindung zu Evelyn und sind geladene Gäste der Hardcastles.
Eine detailreiche Charakterbeschreibung würde bei diesem Buch wirklich den Rahmen einer Rezension sprengen, erwacht Aiden doch in verschiedenen Wirten im Laufe der Geschichte. Doch ganz klar herausstellen kann ich an dieser Stelle, dass jeder der Wirte auf seine ganz eigene Art und Weise porträtiert wurde und sich die Charaktere wirklich grundlegend voneinander unterschieden.
Während der eine Wirt eher weichlich war, suchte der andere regelrecht die Konfrontation. So kann in diesem speziellen Fall nicht von einem Protagonisten geredet werden, sondern vielmehr von verschiedenen Hauptcharakteren.
Der Plot war unglaublich gut durchdacht, dicht verwoben und am Ende doch gut verknüpft. Während sich beim Lesen ab und an mein Kopf drehte, um die einzelnen Stränge in logische Verbindung zu setzen, behielt Turton mit einer Lässigkeit die Zügel in der Hand und gab erst zum Ende der Geschichten hin alles preis.
Die Irrungen und Wirrungen von Aiden übertrugen sich beim Lesen auch auf mich als Leser. Wem kann man trauen? Welche Geheimnisse lauern auf den nächsten seiten? Und wer ist Freund, wer Feind und auf wen sollte man sich weniger konzentrieren?
Das Ende konnte mich tatsächlich noch einmal sehr überraschen und lieferte sehr schlüssige Erklärungen für die Lücken, die mir im Laufe der Geschichte vermeintlich aufgefallen waren.
Ich werde den Autor auf jeden Fall im Augen behalten. Wenn mich schon ein Debüt so sehr mitreißen konnte, bin ich unglaublich gespannt auf die weitere Entwicklung von Stuart Turton!
Schwächer als erwartet
Kingdoms of Smoke - Die Verschwörung von Brigant von Sally Green
Catherine, Tochter von König Aloysius, lebt ein gefährliches Leben. Hineingeboren in eine Welt, die von Männern und dem Krieg dominiert wird, haben Frauen kaum eigene Rechte. Ein falscher Schritt oder ein unbedachtes Wort können den Tod bedeuten. Nun soll sie Brigant verlassen, um den Prinzen von Pitoria zu heiraten.
Ambrose, Catherines Leibwächter, kann seine Gefühle für die Prinzessin nur schwer verstecken. Doch muss er fliehen, droht ihm doch sonst der Tod.
Tash, ein junges Mädchen, jagt mit einem älteren Mann Dämonen. Eine gefährliche und verbotene Aufgabe, die einem schnell den Tod bringen kann.
March, ein Diener des Königs von Calidor, tritt die Flucht an, um endlich Rache an dem Menschen nehmen zu können, der sein gesamtes Volk ausgelöscht hat.
Edyon, ein Dieb, kann seiner vorausgesagten Zukunft nicht entkommen und muss sich endlich den Konsequenzen seines Handelns stellen.
Fünf junge Menschen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, kämpfen jeder auf seine Weise um ihr Leben und ihre Zukunft.
Ich schätze Geschichten mit verschiedenen Erzählsträngen und unterschiedlichen Perspektiven sehr. Die Verwendung dieser Stilmittel ermöglicht es dem Leser, aus verschiedenen Richtungen an den Kern der Handlung herangeführt zu werden. Ich bewundere dabei vor allem immer das Geschick der Autoren, denn so muss nicht nur ein Hauptcharakter überzeugen, sondern gleich mehrere Charaktere.
Leider ist dies Sally Green nur bedingt geglückt.
Gleich zu Beginn führt die Autorin vier verschiedene Charaktere ein, so dass es schwer fällt, flüssig in die Geschichte eintauchen zu können. Auch wenn ein Schubs ins kalte Wasser oftmals funktioniert, hier hätte es mir besser gefallen, wenn der Fokus auf maximal zwei Charakteren gelegen hätte und die weiteren erst nach und nach eingeführt worden wären.
Bei insgesamt fünf Perspektiven und sich unterscheidenden Charakteren braucht es viel Zeit, um jedem Charakter gerecht zu werden. Auch das ist nicht ganz geglückt. Catherine und Ambrose blieben mir auch nach Beenden der Geschichte im Gedächtnis, die anderen drei schon nur in Teilen. Bis zum Erscheinen des zweiten Bandes werde ich sicherlich noch mehr Merkmale der Charaktere vergessen haben, da sie teilweise etwas oberflächlich beschrieben wurden.
Dennoch haben mir die fünf Charaktere gut gefallen.
Catherine fand ich toll. Eine starke, junge Frau aufgewachsen in einer Welt, in der Frauen unterdrückt werden. Doch als sie die Chance wittert, sich selber groß zu machen und für ihre eigenen Ziele einzustehen, zögert sie nicht lange. Man merkt deutlich, wie wichtig der Autorin dieser Charakter ist, was vor allem in der Danksagung noch einmal zum Ausdruck gebracht wird.
Ambrose ist zwar auch gut beschrieben, mir jedoch viel zu glatt gebügelt. Der unfehlbare, tadellose und gutaussehende junge Mann ohne Fehler ist für mich genauso langweilig wie der Bad Boy in jedem YA/NA-Roman.
Tashs Strang fand ich ganz spannend, doch viel nehme ich von ihrer Geschichte nicht mit. Dazu sind mir einfach zu viele Fragen offen geblieben. Ich hoffe sehr, dass der zweite Band diese etwas mindern kann.
Bei Edyon und March verstehe ich noch nicht so ganz, weshalb die beiden so viel Raum in der Geschichte eingenommen haben. Sicher, vieles wird im zweiten Band sehr relevant werden, doch hätten den beiden in diesem Teil nicht allzu viel Zeit geopfert werden müssen. Dennoch verfolgte ich die Geschichten der beiden sehr gerne, auch wenn ich nicht gänzlich den übergeordneten Sinn in diesem Band für sie gesehen habe.
Der Plot an sich war in Ordnung, doch nicht wirklich überraschend. Es gab einzelne Szenen, in denen mich die Autorin durchaus überraschen konnte. Doch größtenteils war die Handlung sehr vorhersehbar.
Warum die Welt auf Schutzumschlag oder Internetseite als „episch“ ausgezeichnet wird, kann ich mir nicht erklären. Das World Building war kaum vorhanden, von der Welt erfährt der Leser kaum etwas, außer, dass es dieses eine Stück Land gibt, das niemand betreten darf.
So platt wie World Building und Setting ist leider auch der Kernaufbau: Gut gegen Böse. Und Böse ist einfach richtig böse, ohne Schattierung und ohne Grund.
Während bei den fünf Charakteren durchaus auf Ecken und Kanten geachtet wurde, wurde es bei der Ausgangssituation, die erst zu Konflikten und Spannung führt, leider missachtet. Da hätte ich lieber weniger von Ambrose gelesen und mehr über die Bösen der Geschichte erfahren.
Der Schreibstil gefiel mir gut. Eher umgangssprachlich und einfach gehalten, war ein rasches Lesetempo möglich. Die Seiten flogen nur so unter meinen Fingern dahin und durch die abwechselnden Kapitel, die immer sehr spannend endeten, wollte ich das Buch kaum aus den Fingern legen.
Die Aufmachung des Buches mit den abgedruckten Karten hinten und vorne gefiel mir gut. Ein Personenverzeichnis ist auch vorhanden, doch ich hätte mir dieses zu Beginn des Buches und nicht am Ende gewünscht. Gerade durch die wechselnden Erzählstränge und Perspektiven war es gerade zu Beginn des Buches nicht immer leicht, die Personen sofort richtig zuzuordnen.
Jedes Kapitel war versehen mit dem Namen des Charakters und dem Handlungsort, was mir gut gefiel. Was ich absolut gelungen fand, waren die kleinen Illustrationen, die zusätzlich über dem Namen abgedruckt waren. So zierte ein Schwert immer den Beginn von einem Kapitel aus Ambrose Perspektive. Da ich gerne dazu tendiere, Kapitelüberschriften zu überlesen, war dies wirklich toll.
Die Kapitel von Catherine hatten auch immer eine Unterüberschrift, die meist Zitate aus Briefen, Büchern oder Schriften aus zum Beispiel Brigant waren. Diese waren immer gut auf den Inhalt des Kapitels abgestimmt, so dass es möglich war, über die Handlung des jeweiligen Kapitels zu spekulieren.
Trotz Kritik hat mir das Buch gut gefallen und ich bin wirklich sehr gespannt, was der zweite Teil so mit sich bringen wird. Nichtsdestotrotz hatte ich mehr von dem Buch erwartet.
Solider Krimi mit tollen Charakteren
Im Wald der Wölfe (Jan-Römer-Krimi 4) von Linus Geschke
Jan Römer möchte einfach mal abschalten und Abstand zu seiner Tätigkeit als Journalist gewinnen. Dafür mietet er sich in eine Waldhütte am Thüringer Wald ein. Kaum Empfang, viel Wald um ihn herum und endlich Ruhe.
Doch dann stolpert eine verletzte Frau in seine Hütte und erzählt ihm von den Morden, die in der Vergangenheit in der Gegend verübt worden sind.
Einen ermittelten Täter gab es nie, denn die Opfer haben kaum Gemeinsamkeiten. Außer ein Wolfsmal, das als Brandmal auf der Haut der Toten verewigt wurde. Für Jan Römer ist es mit der Ruhe im Urlaub vorbei und mit vollem Tatendrang stürtzt er sich auf die Recherche über den „Wald der Wölfe“.
Für mich ist „Im Wald der Wölfe“ das erste Buch des Autors gewesen.
Ich hatte anfangs Bedenken, dass ich mich nicht zurecht finden würde, da ich die vorhergehenden drei Teile nicht kannte, doch meine Bedenken waren vollkommen unbegründet. Auch ohne mein Vorwissen kam ich gut in die Geschichte rein und hatte durch die geschickte Wortwahl des Autors auch relativ schnell die Charaktere einander zugeordnet. Die Geschichte konnte mich wirklich fesseln und ich war ganz positiv überrascht davon, wie gut mir der Krimi von Anfang an gefiel.
Jan Römer ist ein interessanter Protagonist, dem ich gerne folgte. Mit Ecken und Kanten ausgestattet, wirkte er weder blass noch farblos. Durch sein Zögern und Überdenken von Situationen empfand ich ihn als sehr authentisch und sympathisch.
Die Nebencharaktere – vor allem die drei Freunde, die ihm Unterstützung bei der Recherche bieten – empfand ich als ebenso sympathisch und gut ausgearbeitet. Vor allem Linus Geschkes Spiel mit Vorurteilen und wie unsinnig und unbegründet diese sein können beziehungsweise sind, gefiel mir sehr gut.
Neben dem Strang um Jan Römer existiert noch ein weiterer, der dem Leser Rückblicke in das Leben des „Wolfs“ bietet. Somit erfährt der Leser schon viel eher und viel mehr etwas von der Existenz dieser Person als Jan Römer. Spannend, um wen es sich denn letztendlich wirklich handelt bleibt es jedoch das ganze Buch über.
Die Geschichte ist eher ruhig. Es handelt sich wie auf dem Cover angegeben ganz eindeutig mehr um einen Kriminalroman, als um einen actionreichen Thriller. Für mich passte das Buch dadurch gut in den Sommerurlaub.
Gegen Ende hin wendet sich dann aber das Blatt, es kommt viel Bewegung in die Handlung und das große Finale rauscht nur so auf den Leser zu. Leider passte dieses Tempo einfach nicht zum Rest des Buches und viele Fragen blieben am Ende ungeklärt. Somit blieb ich mit einem eher unbefriedigten Gefühl zurück.
„Im Wald der Wölfe“ ist ein solider und guter Kriminalroman mit tollen Charakteren.
Endlich wieder ein Jugendbuch, das mich begeistern konnte!
One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt (Epische Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) von Jennifer Benkau
Für Mailin ist nur eines wichtig: Immer für ihre Schwester da zu sein. Denn Vicky fiel vor sieben Jahren in ein Wachkoma und ist noch immer nicht aus diesem erwacht.
Doch dann passiert Mailin etwas Unglaubliches. Stand sie gerade noch in der Umkleide ihrer Kampfschule in Irland, findet sie sich plötzlich in einem ihr vollkommen fremden Wald wieder.
Während sie in diesem Wald in eine Notsituation gerät, trifft sie auf einen jungen Mann, der ihr eröffnet, sie würde sich fern ab ihrer Heimat in einem Land namens Lyaskye befinden. Gemeinsam mit dem jungen Mann macht Mailin sich auf den Weg in die Hauptstadt von Lyaskye, um dort jemanden zu finden, der sie zurück nach Irland und zu Vicky bringen kann. Doch Mailin ahnt nicht um die Gefahren, in denen sie schwebt. Denn in Lyaskye ist niemand jemals wirklich sicher.
Mit „One True Queen“ ist etwas geschehen, dass ich nicht mehr für möglich gehalten habe: Ein Fantasy Jugendbuch, bei dem sich nicht aller Klischees bedient wurde und ich nicht ein Mal entnervt mit den Augen rollen musste!
Ich hatte keine hohen Erwartungen an das Buch, da in den Glauben in den Bereich des Buchmarktes wirklich mit der Zeit verloren habe. Doch die Leseprobe fand ich ganz gut, weshalb ich - neugierig auf den Rest – das Buch doch gerne lesen wollte. Hatte ich geplant, das Buch als Lückenfüller und Zeitvertreib in der Bahn zu lesen, musste ich sehr schnell feststellen, dass ich ganz fix von meinem hohen Ross namens „Jugendbuchfantasy wird sowieso nur nach Schema X abgekupfert“ hinuntersteigen und mir selber eingestehen musste, dass ich das Buch grundlegend unterschätzt habe.
Ich fand alles, was ich suchte, in diesem Buch. Eine tolle Protagonistin, einen spannenden Plot, innovative und fantastische Gestalten und immer wieder Plottwists, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Von dem zart-verspielten Cover sollte man sich nicht ablenken lassen, diese Geschichte hat es wirklich in sich gehabt.
Mailin gefiel mir als Protagonistin wirklich gut. Besonnen, aber doch nicht auf den Mund gefallen, war sie ein angenehmer Charakter, dem ich gerne durch die Geschichte folgte. Auch die vielen Nebencharaktere gefielen mir gut. Einigen von ihnen fehlte es leider etwas an Tiefe, sodass diese für mich blass und farblos blieben. Es wurde sich mehr auf die Charakterentwicklung von zwei Charakteren fokussiert, sodass der Raum für die Entwicklung der Nebencharakter nicht immer gegeben war. Auch wenn ich es nicht weiter dramatisch finde, so ist es doch etwas schade. Denn die Autorin hätte definitiv das Können dafür gehabt!
Das Setting und World Building haben mir für ein Jugendbuch wirklich sehr gut gefallen. Lyaskye war toll ausgearbeitet und die Autorin konnte mich mit ihrer Fantasie begeistern. Die Lebewesen, die Lyaskye bevölkern, fand ich grandios und hätte mir noch mehr Szenen und noch mehr Lebewesen gewünscht. Auch wenn es ein sehr gieriger Wunsch ist, wurden doch genug Geschöpfe vorgestellt. Aber ich bin so angetan von der Fantasie der Autorin, dass ich ein ganzes Buch voller Beschreibungen der Welt und der sie bevölkernden Wesen lesen würde.
Der Plot war super gut ausgearbeitet und konnte mich immer wieder durch nicht ganz vorhersehbare Wendungen überraschen. Ich wollte das Buch nicht aus der Hand legen und las die letzten 200 Seiten wie im Rausch abends im Bett – auch wenn ich vorgehabt hatte, früh schlafen zu gehen. An Schlaf war wahrlich nicht zu denken gewesen, ich musste einfach immer weiter lesen. Ein Gefühl, dass ich inzwischen leider viel zu selten habe. Umso glücklicher bin ich über die Situationen, wenn sie dann mal kommen und schätze sie viel mehr wert als früher. One True Queen ist für mich eine Geschichte gewesen, die mich in ihrem Sog gefangen nahm und bis zum Ende hin nicht mehr losließ.
Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und passt durch Verwendung der Umgangssprache gut zu dem Genre. Mir gefiel der Witz und Humor gut, der auch in den schlimmsten Situationen zu Tage trat und das Geschehen etwas auflockerte.
Ich erwarte jetzt ganz gespannt das Erscheinen des zweiten Bandes!
Ein Roman, der absolute Sehnsucht nach Syrien in mir weckte
Die geheime Mission des Kardinals von Rafik Schami
Damaskus, 2010. Die Leiche eines Kardinals wird in einem Ölfass versteckt in die italienische Botschaft geliefert. Nun soll Kommissar Barudi mit Fingerspitzengefühl den Fall aufklären. Um Syriens guten Willen zu beweisen, wird der italienische Kommissar Mancini zu dem Fall hinzugezogen. Gemeinsam beginnen die beiden die Ermittlung, wer hinter dieser Tat stecken könnte und was die eigentliche Mission des Kardinals gewesen sein könnte.
Für mich war „Die geheime Mission des Kardinals“ das erste Buch von Rafik Schami. Andere, von ihm publiztierte Titel sind mir zwar bekannt gewesen, aber ein Buch wirklich in die Hand genommen und gelesen habe ich bisher nicht. Sehr zu meinem Leidwesen, denn dann hätte ich schon längst in den Genuss des wunderbaren Schreibstils des Autors kommen können!
So aber bleibt mir der Trost, die Bücher nun nach und nach auf mich für entdecken zu können.
Ich verliebte mich schon nach den ersten paar Kapiteln in Damaskus. Eine Stadt, von der viele aus meinem Bekanntenkreis nun immer sehr wehmütig schwärmen. Und auch mir versetzte es immer wieder Stiche ins Herz bei dem Gedanken an Syrien so, wie es heutzutage ist. Die Liebe des Autors zu diesem Land ist in jeder Zeile spürbar und steckte mich sofort mit Fernweh an. Auch die vielen Beschreibungen des regionalen Essens regten nicht nur meinen Appetit an, sondern trugen sehr viel zu dem authentisch geschilderten Bild von Syrien bei.
Doch wird hier kein weichgezeichnetes Bild betrachtet durch eine rosarote Brille von Syrien gemalt. Ganz im Gegenteil, immer wieder äußert sich Kommissar Barudi sehr gesellschaftskritisch, vor allem im Bezug auf die Machenschaften des syrischen Geheimdienstes. Korruption, Vertuschung und Verleumdung spielen eine ebenso große Rolle wie der arabische Mokka mit Kardamom.
Die Charaktere gefielen mir allesamt wirklich gut. Allen voran natürlich Kommissar Barudi und Mancini, doch auch die Assistenten von Barudi, Ali und Nabil, konnten mich überzeugen. Die Charaktere besaßen Alleinstellungsmerkmale und Charaktertiefen, obwohl viele von ihnen nur wenig Auftritte hatten. Schreiben kann der Autor einfach wahnsinnig gut, das Können ist absolut spürbar und eine wahre Freude beim Lesen gewesen!
Auch die Handlung konnte mich in ihren Bann ziehen und phasenweise begeistern. Auf Grund des Klappentextes und der Thematik kann man einen Krimi erwarten, doch wie bereits auf dem Cover kenntlich gemacht handelt es sich mehr um einen Roman mit gewissen Zügen, die an einen Krimi erinnern.
Obwohl ich die Handlung an sich wirklich gut und schlüssig fand, so gab es im letzten Drittel Szenen, die für mich überhaupt nicht zur eigentlichen Handlung und Art des Romans passten und mich etwas aus dem Lesefluss rissen. Lange grübelte ich über die wahre Authentizität dieser Szenen nach, komme aber nun wirklich zu dem Schluss, dass mir diese Art einfach nicht gefiel und die Szenen mir zu sehr aus der Rahmenhandlung fielen. Schade, eine andere Szenenkonstellation hätte für mich das Highlight unter den Romanen dieses Jahr bedeutet. So ist das Buch nun keineswegs schlecht – ganz im Gegenteil! Doch die Euphorie, die ich in den Kapitel vor diesen Szenen verspürte, konnte einfach nicht widererweckt werden.
Dies ist definitiv nicht das letzte Buch von Rafik Schami für mich gewesen!
Interessanter Einstieg in das Thema mit vielen vegangen Rezepten
Intervallfasten von Petra Bracht
Intervallfasten ist seit einigen Jahren schon in aller Munde. Ich nahm mir vor Monaten schon vor, mich mit dem Thema mehr auseinander zusetzen, da ich noch immer auf der Suche nach einer für mich gut funktionierenden Ernährungsweise bin, um gesund abzunehmen und fitter zu werden. Doch wie es so oft im Leben ist, verdrängte ich das Thema.
Zumindest bis mir dieses Buch in die Hände fiel.
Anmerken möchte ich an dieser Stelle, dass die Ernährung eine sehr persönliche Angelegenheit ist. Aus diesem Grund ist meine Rezension auch sehr persönlich geworden und ich habe viele Kritikpunkte angesprochen, die für jemand ganz anderen vielleicht sehr hilfreich sein könnten.
Dr. med. Petra Bracht (Ärztin für Allgemeinmedizin und Naturheilverfahren) und Mira Flatt schrieben das Buch gemeinsam. Beide Autorinnen erklären in eigenen Kapiteln, weshalb sie sich für die Methode des Intervallfastens entschieden haben.
Das Prinzip des Intervallfastens ist in der Theorie denkbar einfach, folgt man der 16/8-Methode: 16 Stunden fasten und ein Zeitfenster von 8 Stunden, in dem man zwei bis drei Mahlzeiten zu sich nimmt. Hierbei sind die 16 Stunden Essenspause das Mindestmaß.
Nach der Theorie des Intervallfastens folgen etliche kleine Absätze über Vitamine, Ballaststoffe oder auch Nachhaltigkeit. Diese haben mir wirklich gut gefallen und ich konnte noch die ein oder andere halbwegs neue Information aus diesen kurzen Absätzen gewinnen. Auch Tipps um dem Heißhunger auszuweichen, findet man, wobei diese Dinge hinlänglich bekannt sein sollten.
Wie auch andere Rezensenten habe ich es überlesen, dass es sich bei den abgedruckten Rezepten um rein vegane Rezepte handelt. Ich probiere gerne viel aus und habe schon etliche vegane Rezepte nachgekocht. Für eine rein pflanzenbasierte Ernährung möchte ich mich zum derzeitigen Stand aber nicht entscheiden. Dass ich den Klappentext nur sehr dürftig überflogen habe, da ich mich generell für das Thema interessiere und vom Titel schon so eingenommen war, und diesen etwas fehlinterpretiert habe, kann man dem Buch nicht anlasten, weshalb dieser Punkt nicht in meine Bewertung einfließt. Ich wollte nur andere interessierte Leser darauf aufmerksam machen. Es wäre vom Verlag in meinen Augen etwas geschickter gewesen, vegan mit in den Titel aufzunehmen um eben solche Missverständnisse gleich zu umgehen.
Kritik möchte ich bei dem Thema lieber zwar auch an der Stelle doch auf andere Art und Weise üben. Der Großteil der Bevölkerung ernährt sich nicht vegan. Dieses Buch ist auf eine sehr bestimmte Zielgruppe zugeschnitten und bedient dadurch nicht die breite Masse. Ich hatte mir Rezepte gewünscht, die sich leicht in meinen Alltag integrieren lassen und die - zumindest in Teilen - zu meiner gewohnten beziehungsweise alltäglichen Ernährungsweise passen. Mahlzeiten durch vegane Rezepte zu ersetzen, fällt mir nicht schwer. Meine Ernährung jedoch komplett vegan umzustellen hatte und habe ich nach wie vor nicht vor. Aber das ist auch kein Muss, das gefordert wird!
Somit nehme ich viele tolle Rezepte mit, die ich definitiv in meine Wochenpläne integrieren werde, doch es wird im Buch leider wenig Rücksicht genommen auf andere Ernährungsarten. Schade, ein Mix aus veganen und zumindest vegetarischen Gerichten wäre mir viel lieber gewesen.
Aufgegliedert ist der Rezeptteil des Buches in vier Bereiche: Erste Mahlzeit („Frühstück“), Zweite Mahlzeit (kohlenhydrate-lastig), Dritte Mahlzeit (Eiweiß) und „Süße Sünden“.
Der Frühstücksteil war für meinen Geschmack viel zu Smoothie-lastig. Für jemanden, der abnehmen möchte, eignen sich diese Rezepte leider nicht so gut. Es macht viel mehr satt, wenn man die Zutaten der Smoothies getrennt zu sich nimmt. Somit viel für mich ein großer Teil der Frühstücks-Rezepte weg. Wer jedoch gerne mit Smoothies experimentieren möchte, da diese sich nun wirklich gut zum Mitnehmen eignen, der wird hier definitiv fündig werden.
Sehr interessant fand ich die Rezepte zu selbstgemachten Nuss- und Pflanzendrinks. Vielleicht werde ich von diesen auch in der Zukunft einmal eines ausprobieren. Doch im Moment greife ich lieber auf im Supermarkt erhältliche Packungen zurück.
Aus dem Frühstücks-Teil nehme ich aber auf jeden Fall die Rezepte für Bircher Müsli und auch die Erdbeer-Basilikum-Bowl mit.
Die Rezepte für die zweite Mahlzeit fand ich durchweg gut. Viele der Zutaten sind wahrscheinlich nicht in jedem Küchenschrank zu finden, doch einmal gekauft, halten sie sich lange und finden oft Verwendung in den Rezepten. Nur bei einigen wenigen Zutaten hatte ich Probleme, diese zu besorgen, da diese gerade nicht die Saison für diese ist oder meine Supermärkte diese nicht vorrätig hatten. Ein paar Rezepte – vorwiegend die mit Grünkohl – werde ich später im Jahr definitiv einmal ausprobieren.
Die Eiweiß-Rezepte der dritten Mahlzeit konnten mich eher weniger vom Hocker reißen. Wirklich innovative und neue Rezepte fand ich in diesem Abschnitt nicht, doch ein, zwei Rezepte habe ich mir für die kommenden Wochen vorgemerkt, unter anderem ein Curry mit Süßkartoffeln und Erbsen. In einen möglichen Essensplan für meine Intervallfasten-Reise werde ich aus dem Kapitel für den Beginn weniger Rezepte einplanen. Doch es ist gut zu wissen, dass ich zur Not in einer ideenarmen Zeit auf das ein oder andere zurückgreifen kann.
Die süßen „Sünden“ fand ich wiederum ganz gut und viele der Rezepte werde ich hier zu Hause integrieren, da ich mit einer wahren Naschkatze als Freund gesegnet bin. Somit finden wir beide einen guten Kompromiss (der Kokosmilchreis kam auf jeden Fall schon super an!). Viele dieser Rezepte interessieren mich sehr. Kekse mit Avocado habe ich zum Beispiel noch nie gebacken und diese finde ich wirklich sehr spannend.
Die Wirkungsweisen der einzelnen Lebensmittel kann und möchte ich nicht bestreiten, fehlt mir doch dazu definitiv das Wissen für diese. Auch eine wissenschaftliche Abhandlung über das Thema Ernährung habe ich in diesem Buch nicht finden wollen und auch nicht erwartet. Für meinen Geschmack war bei diesem Buch einfach etwas zu viel Geschwurbel dabei. Ob goldene Milch nun mein „inneres Feuer aktiviert“ oder eben nicht , mir sträuben sich bei solchen Formulierungen einfach die Nackenhaare. Ein solides „tut dem Körper gut, weil [...]“ beziehungsweise eine nüchternere Betrachtungsweise hätten mir an vielen Stellen einfach gereicht. Im Laufe des Buches nahmen diese Formulierungen jedoch deutlich ab und lassen sich vermehrt nur im ersten Drittel des Buches finden.
Alles in allem hat mir das Buch durchaus weiterhelfen können und hat mir das Thema Intervallfasten näher gebracht.
Spionage im Kalten Krieg und ein toller Ermittler
Die stille Tochter von Sveen
In einem See bei Oslo wird die Leiche einer Frau gefunden, Tommy Bergmann nimmt die Ermittlung auf. Und bald wird ihm klar, dass hinter diesem Mord sehr viel mehr steckt. Seine Recherche führt ihn mitten hinein in die verworrenen Geflechte der Spionage im Kalten Krieg. Handelt es sich bei der Leiche wirklich um die verschollene Christel Heinze, die für den KGB tätig war?
Als dann auch noch mit Arvid Storholt ein weiterer vermutlicher Agent ermordet aufgefunden wird, beginnt für Tommy Bergmann eine Ermittlung, dessen Ausmaß er selber kaum fassen kann.
Die Reihe rund um Tommy Bergmann war mir bis zu diesem Buch kein Begriff, doch der Klappentext machte mich neugierig. Ich bin gerade sehr auf einem Podcast-Trip und in einer Folge eines Podcasts ging es um Spionage nach dem zweiten Weltkrieg. Da passte das Buch einfach zu gut und ich begann ohne weitere Vorkenntnisse der Reihe, das Buch zu lesen.
Ich kam unheimlich schnell und gut in die Geschichte rein. Sehr spannend war der Beginn der Handlung, wobei diese Spannung leider nicht gänzlich gehalten werden konnte. Phasenweise war mir die Handlung etwas zu ruhig und plätscherte mehr vor sich hin, vor allem im ersten Drittel des Buches. Gegen Ende hin nahm die Handlung dann jedoch deutlich an Fahrt auf und die letzten 100 Seiten verschlang ich innerhalb kürzester Zeit.
Tommy Bergmann gefiel mir sehr gut als Ermittler und ich werde die anderen Bände der Reihe auf jeden Fall nun auch noch lesen. Seine ruhige Art und die Betrachtung der Welt um ihn herum wirkten auf mich sehr sympathisch. Verbunden mit seinem scharfen Verstand ergab er für mich den perfekten Protagonisten.
Die Geschichte an sich gefiel mir gut. Die Handlung springt immer wieder in der Zeit zwischen Tommy 2016 und Christel ab 1973 hin und her. Die Geschichte rund um Christel fand ich sehr spannend und die Einblicke in ihr Leben sehr interessant.
Am Ende des Buches blieben ein paar Fragen für mich leider nicht ganz zufriedenstellend unerklärt. Doch die eigentliche Auflösung des Falls war sehr schlüssig und verständnisvoll geschrieben.











