Kunden em pfehlungen
Rezensionen von fantasia:
absolut empfehlenswert
Pearly Everlasting von Tammy Armstrong
Absolut empfehlenswert
Die Autorin erzählt eine bewegende Geschichte über die tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Tier.
Gemeinsam von Pearlys Mutter gesäugt, wachsen Pearly Everlasting und Bruno, der Bärenjunge, Seite an Seite in den weiten Wäldern Kanadas auf.Es ist eine raue Welt, die sich da ab 1918 auftut, gestrandete Menschen, von der Weltwirtschaftskrise und Arbeitslosigkeit geplagt, sind sie einem geldgierigen Boss eines Holzfällercamps ausgeliefert, der nur eines kennt: seinen Profit.
Dabei kennt er keine Grenzen - die müden, vom Leben und vom Leben in der Kälte gezeichneten Männer schuften bis zum Umfallen, Unfälle sind an der Tagesordnung- sie haben Angst, ihren Job und ihre Hütte zu verlieren und riskieren alles. In dieser doch bedrückenden Atmosphäre von Armut, Ausbeutung und Naturgewalten ist die Beziehung zwischen Pearly, ihrer Familie und Bruno etwas Besonderes. Wenn es darauf ankommt, halten aber auch die Männer zusammen. Pearlys Mutter kümmert sich bei Unfällen, Krankheiten um sie und Pearlys Vater bekocht sie.
Doch dann beschuldigt man Bruno, den Campboss getötet zu haben. Nachdem Bruno ohne Wissen der Familie weggebracht wurde, macht Pearly sich auf die Suche nach ihm durch die tief verschneite Gegend. Gezwungenermaßen kommt sie auch in eine Dorfgesellschaft – doch hier zeigt sich, dass das Leben dort fast unmenschlicher ist als im Wald. Letzten Endes kommt es zu einem Happy-end, eine kleine Liebesgeschichte bahnt sich auch an.
Ein Buch mit Sogwirkung, das einem nicht loslässt und man nach Stunden aufschaut und sich wundert, dass es schon zu Ende ist und man nicht in Kanadas Wäldern, sondern im kalt gewordenen Wohnzimmer sitzt.
hätten sie doch nur miteinander geredet ....
Die Summe unserer Teile von Paola Lopez
„Die Summe unserer Teile“ ist der Titel dieses Buches und er passt wunderbar zu den drei Frauen, die in diesem Buch dargestellt werden. Jede hat ihre eigene Geschichte und trägt viel Ballast mit sich. Die Großmutter ist aus Polen geflohen, die Mutter wächst im Libanon auf, den sie für ein Leben in Deutschland verlässt.
Und die Tochter zieht in Deutschland in eine andere Stadt.
Diesen Ballast könnte man besser ertragen, wenn man miteinander reden würde, aber das tun die drei nicht. Das ändert sich allmählich, als die Jüngste - Lucy - sich auf Spurensuche nach Polen begibt. Anlass war das Klavier ihrer Großmutter, das auf Veranlassung ihrer Mutter unvermittelt in ihrer Wohnung stand. Der Roman beginnt aus ihrer Perspektive, die dann mit der Perspektive der anderen beiden Frauen wechselt: Daria und Lyudmiła. Die Mutter-Tochter- Beziehung ist komplex, was deutlich wird, als Lucy und Daria in Polen aufeinandertreffen und sich öffnen. Das Ende bleibt offen, macht aber Hoffnung für eine positive Weiterentwicklung.
einfühlsam
Das Herz kennt keine Demenz von Jim Ayag
Demenz ist ein Thema, das unsere Gesellschaft zunehmend beschäftigt. Der Autor Jim Ayag nennt in seinem Werk die Zahl von 1,8 Millionen betroffenen Menschen.
Er eröffnet sein Buch mit einer Fantasiereise in die Welt einer dementen, fiktiven Person und sensibilisiert so die Leserinnen und Leser für das Thema.
Als gelernter Altenpfleger bringt Ayag nicht nur berufliche Erfahrung ein, sondern auch eine persönliche Verbindung: Seine Eltern, die sich in einem Altersheim kennengelernt haben, waren ebenfalls in der Pflege tätig. Trotz ihrer Warnungen vor den Herausforderungen dieses Berufsfeldes fand der Autor nach einer Phase beruflicher Orientierung schließlich seinen Weg in die Pflege – und entdeckte darin seine Berufung. Die anfangs beschriebene fiktive Person Frau Tippelkamp begleitet durch das Buch.
Interessant ist seine Schilderung des Umgangs mit älteren Menschen im Herkunftsland seines Vaters, den Philippinen, wo Fürsorge und Respekt gegenüber Älteren eine andere gesellschaftliche Bedeutung haben.
Bisweilen bleibt der Inhalt oberflächlich - er ist sicherlich nichts für Menschen, die vom Fach sind. Eher für solche, deren Interesse der Autor für diesen Beruf wecken möchte. Die Sprache ist nicht anspruchsvoll und für die Zielsetzung passend.
zäh und ermüdend
Heimweh im Paradies von Martin Mittelmeier
Wer sich für die Zeit des Nationalsozialismus interessiert und insbesondere für die Literatur jener Epoche, wird hier sicherlich fündig. Gerade für Liebhaber von Thomas Mann und anderen Exilautoren ist dieses Werk eine spannende Entdeckung. So dachte ich anfänglich.
Allerdings fiel es mir extrem schwer, mich an diesen Schreibstil zu gewöhnen, in die Historie hineinzufinden.
Ein Beispiel: „Mit Schmerzen notiert er die Versuche einer solchen Idee auf der Ebene, auf der es am Ende auch ankommt: der Regierungen.“(S.149)
Die Thematik ist nach wie vor spannend. In den dargestellten bewegten Zeiten leben viele Schriftsteller im Exil, fernab ihrer Heimat, entwurzelt und wie hier einige in einer paradiesischen Umgebung. Viele Autoren werden genannt, ihr Miteinander und dann wieder Gegeneinander, ihre Rangeleien, Eifersüchteleien, Eitelkeiten etc. Der Autor zeigt die vielschichtige Persönlichkeit von Mann.Der preisgekrönte Schriftsteller wird einem dabei nicht unbedingt sympathisch: „Er nimmt, was er für das Seine hält, wo immer er es findet.“- so sein Bezug zu seiner Tochter Erika.“ (S.156)
Aktuell sind solche Aussagen wie – Demokratie kann nur siegen, wenn sie auch siegen will. Laut Mann nicht mit den gemäßigten Mitteln des Abwägens, Entgegenkommens, Verhandelns (nach S.6).
so süß
3 Streuner wittern das Abenteuer von Anja Fröhlich
Schon das Cover lädt mit seiner freundlichen und ansprechenden Gestaltung zum lesenein. Drei bezaubernde Hunde unterschiedlichster Art blicken mit großen, treuen Augen fröhlich in die Welt. Dazu passt auch der Name der Autorin. Es geht fröhlich zu.
Die drei Hauptfiguren sind ehemalige spanische Straßenhunde, die ein neues Zuhause in einer außergewöhnlichen Familie finden, die sie in ihre Heimat mitnimmt.
Dort treffen sie auf eine Welt voller neuer Eindrücke und Überraschungen. Die Erlebnisse der drei Streuner werden mit liebevollen Bildern begleitet und kurzweilig erzählt.
Mit viel Charme schildert die Autorin, wie die Hunde ihre neue Umgebung wahrnehmen: Regenjacken erscheinen ihnen als Demütigung, Kotbeutel sind höchst suspekt und Schleifchen im Fell der Hundedamen gehen gar nicht. Doch das tut der sich anbahnenden Freundschaft keinen Zwang. Eine besondere Rolle spielt auch die weise Schildkröte aus dem Familiengarten, die mit klugen Sprüchen das Geschehen bereichert.
Einfach nett! Dieser erste Band ist ein gelungener Auftakt und lässt darauf hoffen, dass noch weitere Abenteuer folgen werden.
Viele Anregungen
52 wilde Fermente von Alexis Goertz; Jonas Grube
Fermentieren ist angesagt, hier mit Wildpflanzen, die sich in unserer Natur befinden.
Dieses Buch aus dem Kosmos-Verlag ist schön gestaltet, die Fotos sind ansprechend, die Schriftgröße gut lesbar und die Seiten übersichtlich aufgebaut. Man erfährt allerlei Wissenswertes, insbesondere welchen Nutzen die Fermentierung für die Gesundheit hat.
Ebenso lernt der Leser wichtige Fermentationstechniken kennen.
Es gibt viele Anregungen, wie man Wildpflanzen verwerten kann. Das reicht von den allseits bekannten Brombeerblättern oder dem Giersch, den jeder Gärtner in seinem Garten hat und nicht wirklich liebt, bis hin zu ausgefalleneren Pflanzen, die weniger bekannt sind, wie z.B. dem Schwefelporling.
Ob ich das in meinen Alltag integrieren kann, werde ich ausprobieren. Am besten mit dem Giersch, vielleicht kann ich ihm so noch etwas abgewinnen.
fesselnd
Dunkle Asche von Jona Thomsen
„Dunkle Asche“ ist ein fesselnder Krimi, der schon mit seinem Cover neugierig macht. Die dunklen Farbtöne schaffen eine geheimnisvolle und bedrohliche Atmosphäre, die perfekt zur Geschichte passt.
Besonders gut gefällt mir, dass der Fall logisch und fundiert aufgebaut ist. Statt verworrenen, schwer durchschaubaren Wendungen bleibt die Handlung klar und bodenständig, eingebettet in die Kulisse der Ostsee.
Dadurch wirkt die Geschichte authentisch und greifbar.
Die Autorin versteht es, eine konstant spannende Atmosphäre zu erschaffen. Die Hauptfigur ist überzeugend dargestellt, sodass man schnell eine Verbindung zu ihr aufbaut. Ihr Handeln ist nachvollziehbar, man entwickelt Sympathie für sie und kann ihr Handeln nachvollziehen.
Ein besonders interessanter Aspekt ist, dass hier ein alter, ungelöster Fall – ein sogenannter Cold Case– wieder aufgerollt werden. Die Einbindung neuer Ermittlungsmethoden macht die Geschichte nicht nur spannend, sondern auch realistisch und aktuell. Diese Mischung aus Vergangenem und modernen Ermittlungsansätzen sorgt für einen besonderen Reiz, der das Buch zu einem gelungenen Leseerlebnis macht.
Skurril, brutal und wenig überzeugend
Sing mir vom Tod von Ivy Pochoda
Dieser Thriller ist anders. Direkt und ungeschönt zieht er den Leser in die düstere Gefängniswelt – sprachlich wie inhaltlich. Eine der drei Hauptfiguren geht brutal auf einen Mithäftling los und wird kurz darauf selbst zum Opfer. Der Stil passt dazu: kurze, harte Sätze, ein markanter Wortschatz.
Das muss man mögen.
Die Handlung ist zunächst verwirrend. Zwei Frauen, beide im Gefängnis, beide zur gleichen Zeit entlassen. Doch eine von ihnen ist alles andere als harmlos – und die andere ahnt es. Ergänzt wird das Trio durch eine Polizistin, die ebenso kompromisslos agiert und mit ihrer Gewalterfahrung ins Bild passt.
Die Leseprobe hatte noch ihren Reiz, doch das Gesamtwerk konnte mich nicht überzeugen. Warum dieser US-Thriller so viel Anklang findet, kann ich nicht nachvollziehen. Zu brutal, zu skurril und verworren – nichts für mich.
von hier aus ... nicht wirklich weiter
Von hier aus weiter von Susann Pásztor
Das Cover hat mich sofort angesprochen und neugierig gemacht, diesen Roman zu lesen. Die stimmungsvollen, farblich sehr schön gestalteten Wolken ziehen passend zum Titel "Von hier aus weiter".
Auch der Klappentext macht Lust auf die Geschichte: Eine Frau, die den Suizid ihres Mannes verarbeiten muss, findet durch Begegnungen mit alten und neuen Freunden wieder ins Leben zurück.
Das klingt zunächst vielversprechend und berührend.
Leider verliert die Handlung für mich schon nach wenigen Seiten an Tiefe. Die Ereignisse wirken oft oberflächlich und wenig glaubwürdig: Von der Trauerfeier, bei der ein Kranz der Kreissparkasse on top liegt, über ein seltsames Durchwinden unter einer klemmenden Toilettentür, bis hin zu dem Rezeptbriefkasten einer Apotheke, in dem die Hauptfigur umweltfreundlich ein suizidales Mittel "entsorgt". Auch die aufgesetzte Beziehung zu einem Klempner, der kurzerhand bei der Hauptfigur einzieht, und dessen Liebesbeziehung mit der Ärztin der Hauptfigur, tragen nicht dazu bei, die Geschichte realistisch erscheinen zu lassen.
Ein weiterer befremdlicher Moment ist die Begegnung in einer skurril dekorierten Autobahnkneipe zu Halloween – mit einem nicht existenten Mann. Diese Szene soll den Wendepunkt in der Trauerbewältigung darstellen, hat mich jedoch eher ratlos zurückgelassen.
Feinen Witz oder berührende Tiefe, die ich mir von einem solchen Thema erhofft hatte, konnte ich leider nicht entdecken.
wunderbar
Birding – Entdecke die Wunderwelt der Vögel. von Silke Hartmann
Vogelbeobachtung oder Birding - so der Titel dieses Buches - ist dank dieser Lektüre wissensreich und voller Überraschungen.
Und das nicht nur für Kinder! Für diese bietet das Buch mit seinen vielen Mitmachaktionen, vom Ausmalen bis zu "Spezialaufträgen" so viel
Spannendes und Schönes und nicht zuletzt Lehrreiches zur Wunderwelt der Vögel.
Mit dem Blick auf die Vogelwelt wird aber auch etwas anderes erreicht - der Blick wird geschult auf unsere Natur, auf das, was uns umgibt und zu dieser Welt dazu gehört. Und erhalten werden muss!
Nicht früh genug kann man dies Kindern/Jugendlichen vermitteln und man sollte auch bei Erwachsenen nicht aufgeben, dies zu verdeutlichen.
Schön illustriert und äußerst liebevoll gestaltet kann man nur hoffen, dass diese Reihe fortgesetzt wird und andere Lebewesen sowie ihr Umfeld thematisiert und darstellt werden.
Chapeau für dieses Buch!











