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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PeLi:

ein sehr berührendes Thema

Alte Eltern von Volker Kitz

In diesem Buch "Alte Eltern" erzählt der Autor Volker Kitz, über die Demenzerkrankung seines Vaters und wie er die schwierige Zeit von der Diagnose bis zu seinem Tod mit ihm erlebt hat. Er berichtet darüber, wie schwer es war, so eine Diagnose überhaupt zu akzeptieren und wie traurig es war, als dann die ersten wirklich spürbaren Veränderungen im Wesen des Vaters auftauchten.

Ich glaube, fast alle Menschen haben Angst vor dieser Diagnose, denn ,gibt es etwas schlimmeres, als die Vorstellung, dass sich ein geliebter Mensch immer mehr von einem entfernt und vielleicht eines Tages nicht mal mehr die eigenen Kinder erkennt? Für mich ist diese Vorstellung sehr beängstigend und auch, dass ich selbst irgendwann an Demenz erkranken könnte und meine Familie und alles, was mir sonst noch wichtig ist, einfach vergessen könnte.

Volker Kitz hat sehr liebevoll und einfühlsam über diese schwierige Zeit mit seinem Vater berichtet. Eine Zeit, die manchmal schwer auszuhalten war, in der es aber auch sehr nahe und schöne Momente gab. Sogar ein paar Erlebnisse mit dem Vater, ein paar Äußerungen, die schon von der Krankheit kamen, über die er aber sogar manchmal trotzdem schmunzeln konnte. Man spürte in den Passagen, in denen es ganz persönlich um die gemeinsamen Monate mit seinem Vater ging, die Liebe zu ihm und die Trauer über dieses Schicksal des Vaters. Ein großer Teil des Buches ist allerdings eher wie ein Sachbuch, es geht um Studien und medinische Erkenntnisse über diese Erkrankung. Einiges davon fand ich etwas langatmig, weil wirklich eher wie ein medizinisches Sachbuch.
Mir gefiel der persönliche Teil also auf jeden Fall am besten, aber auch beim sachlichen Teil war schon einiges für mich interessant.

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Der Club der heimlichen Witwen

Ein Mann zum Vergraben von Alexia Casale

Die ganze Welt steht Kopf, Corona-Lockdowm, die Kontakte sind sehr eingeschränkt und was in den Wohnungen der Nachbarn so vor sich geht, bekommt keiner mehr mit. Besonders schlimm für Frauen, die nun mit ihren gewalttätigen Männern in ihren vier Wänden gefangen sind. Sally ist eine dieser bedauernswerten Frauen, die so ein Ekelpaket von Mann hat und dessen Grausamkeiten werden von Tag zu Tag schlimmer.

Bis Sally eines Tages zurückschlägt und da steht sie nun mit einer blutigen Pfanne und ihrem toten Mann zu Füßen. Der erste Schock klingt schnell ab, sie fühlt sich sogar seit langer Zeit zum ersten Mal irgendwie glücklich und befreit. Doch was soll sie nun bloß mit der Leiche auf ihrem Küchenboden anstellen? Klar, der Lockdowm gibt ihr jetzt eine kleine Schonfrist, doch irgendwann wird der auch wieder vorbei sein und dann muss nicht nur die Leiche weg sein, sondern sie braucht auch eine Erklärung, was mit ihrem Mann passiert sein könnte. 

Was Sally zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, es gibt noch ein paar andere Frauen, die gerade vor genau dem gleichen Problem stehen. Da wehrt man sich endlich mal und schon steht man vor der schwierigen Aufgabe, die Leiche des tyrannischen Mannes entsorgen zu müssen. Gut, wenn man dann feststellt, dass man nicht alleine ist mit diesem Problem und so schließen sich die heimlichen Witwen zusammen und gründen eine Selbsthilfegruppe der besonderen Art. Das Problem der Leichenbeseitigung ist damit zwar noch nicht gelöst, doch zumindest überlegt es sich zusammen schon mal leichter. Wäre da nicht noch die neugierige Nachbarin, die ganz genau darauf achtet, dass auch wirklich sämtliche Corona-Auflagen eingehalten werden und vor deren wachsamen Augen man sicher nur schwer vier tote Männer verbergen kann . 


Ich hatte sehr viel Spaß bei "Ein Mann zum Vergraben" Schon, als ich Titel und Cover sah, dachte ich mir, "das könnte gut werden" Eigentlich ist der Hintergrund zu diesem Buch sehr ernst, die Autorin arbeitete lange Zeit mit Organisationen für Menschenrechte mit dem Schwerpunkt Gewalt gegen Frauen und Mädchen zusammen. Und es gibt weltweit sehr sehr viele Frauen und Mädchen, die diese Gewalt erleben. Das ist furchtbar und gerade während des Corona-Lockdowns steigerten sich diese Gewalttaten noch und es war durch die Isolierung umso schwerer, Hilfe von außen zu bekommen.

 Alexia Casale, die Autorin, hat dieses schlimme Thema mit viel schwarzem Humor zu diesem Roman verarbeitet und ich finde die Geschichte, zwar verrückt und unglaubwürdig, aber gerade deshalb hat sie so viel Spaß gemacht . Ich muss sagen, ich habe es diesen fiesen Männern so gegönnt, dass ihre Frauen sich endlich gegen sie gewehrt haben. Es war witzig, was sie alles versucht haben, ihr spezielles Entsorgungsproblem zu lösen, aber das Buch bietet noch viel mehr als Mord und Totschlag, es geht um Freundschaft, Liebe, Hoffnung, Trauer, bei mir wechselte es ständig zwischen Lachen und Weinen. Ich bin begeistert von diesem Buch und wenn ich könnte, würde ich 10 Sterne dafür vergeben.

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emotionale Reise

Graceland – Die Geschichte eines Sommers von Kristen Mei Chase

Grace konnte es gar nicht erwarten, nach ihrer Schulzeit ihr Elternhaus so schnell wie möglich zu verlassen und so ihrem alkoholabhängigen , gewalttätigen Vater endlich zu entkommen. Inzwischen ist ihr Vater zwar tot, aber auch zu ihrer Mutter hält sie nur noch aus Pflichtgefühl Kontakt und das nur sehr selten, denn ihr hat sie bis heute nicht verziehen, dass sie sie nicht vor dem Vater beschützt hat und sich völlig zurückgezogen hatte in ihre eigene Welt, die sich nur um Elvis drehte.

 

Nun, zu ihrem 70. Geburtstag wünscht sich ihre Mutter ausgerechnet, eine Reise auf den Spuren ihres großen Schwarms Elvis und Grace soll ihre Mutter auf dieser über 1000 Meilen langen Reise begleiten. 

Zuerst zögert Grace noch, denn sie hat keine große Lust, so viel Zeit mit ihrer exzentrischen Mutter Loralynn zu verbringen, deren schrille Outfits im Stil von Priscilla Presley überall für Aufsehen sorgen. Doch dann passiert etwas in Graces eigenem Leben, vor dem sie auch am liebsten erst einmal flüchten möchte und so sagt sie ihrer Mutter zu, sie doch zu fahren. 

Anfangs ist die Stimmung auf der Reise nicht gerade gut, unschöne Erinnerungen und Verletzungen aus ihrer Vergangenheit kommen wieder hoch, doch irgendwann beginnen die beiden Frauen vorsichtig mit Gesprächen, die sie schon vor Jahren hätten führen sollen und für die es jetzt hoffentlich noch nicht zu spät ist.

Mir hat "Graceland" von Kristen Mei Chase sehr gut gefallen, auch, wenn ich etwas gebraucht habe, um richtig in die Geschichte eintauchen zu können. Der Anfang zog sich etwas, aber je weiter Grace und Loralynn fuhren und je persönlicher ihre Gespräche wurden, je emotionaler auch die Begenungen auf ihrer Reise, umso gefesselter war ich von diesem Buch und am Ende ging es mir fast zu schnell, ich hätte die beiden gerne noch etwas länger nach ihrer gemeinsamen Reise, begleitet.

Ein schönes Buch, das zu Herzen geht und das ich auf jeden Fall empfehlen würde.

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was für ein krasses Buch

Krähentage von Benjamin Cors

Schon das Cover gefällt mir sehr gut, düster und gruselig, passt es perfekt zum Inhalt. Und der hat es wirklich in sich:

Mila Weiss und Jakob Krogh sollen gemeinsam die neu gegründete "Gruppe 4" leiten, eine Einheit zur Aufklärung von Serienstraftaten. Gerade angereist, um ihr neues Team kennenzulernen, müssen sie schon in ihrem ersten, ziemlich gewalttätigen Fall ermitteln.

Dass dieser aber erst der Anfang von noch etwas viel grausameren ist, ahnen sie zu der Zeit noch nicht. Doch, als kurz darauf eine schrecklich zugerichtete Leiche gefunden wird und es auch nicht bei dieser einen Leiche bleibt, wird ihnen schnell klar, dass sie es mit einem richtig kranken Täter zu tun haben. Besonders rätselhaft an den Fällen, ist, dass es Zeugen gibt, die die Opfer noch lebend gesehen haben wollen, nachdem sie aber ganz sicher schon tot waren. Wie kann das sein? Und was soll die Botschaft bedeuten, die der Täter bei jedem seiner Opfer zurücklässt?
Klar ist den Ermittlern jedenfalls eins, sie dürfen keine Zeit verlieren, denn hier haben sie es mit einem Psychopathen zu tun, der nicht aufhören wird, sich immer neue Opfer zu suchen.

Was für ein krasses Buch, ich bin immer noch ganz aufgewühlt nach dieser Geschichte. Schwache Nerven sollte man nicht haben, für "Krähentage", denn es wird richtig blutig und der Autor war nicht zimperlich bei der Beschreibung der Morde. Aber wenn man nicht empfindlich ist, dann hat man hier einen wahnsinnig fesselnden Psychothriller, den man fast nicht mehr aus der Hand legen kann. Was mir besonders gefiel, der Täter selbst kommt zwischendurch auch immer wieder zu Wort, man erfährt im Laufe der Geschichte, was er so für kranke Gedanken hat, wie er tickt und ganz am Ende auch, was der Auslöser für seine irren Taten war.
Die Identität des Killers ist schon früh bekannt, was aber die Spannung überhaupt nicht schmälert. Ich fand es sogar besonders beängstigend, zu wissen, wer er ist, während seine Umgebung noch völlig im Dunkeln tappt.
Das neu gegründete Ermittlerteam gefällt mir ebenfalls sehr gut, jeder für sich hat so seine Eigenheiten und Geheimnisse. Da am Ende nicht alle Rätsel gelöst wurden, gehe ich ganz stark davon aus, dass es auf jeden Fall noch weitere Bände mit diesem Team geben wird, und ich freue mich jetzt schon darauf. Den Namen Benjamin Cors , den ich bisher noch gar nicht kannte, werde ich mir auf jeden Fall merken und ich hoffe, er schreibt noch sehr viele weitere Bücher dieser Art.

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Drei Frauen und das Stettiner Haff

Unter dem Moor von Tanja Weber

In "Unter dem Moor" erzählt uns Tanja Weber die Geschichte von drei Frauen. Alle drei hatten zu unterschiedlichen Zeiten ein ganz einschneidendes Erlebnis im Stettiner Haff und das ist auch die einzige Verbindung zwischen ihnen.

Da wäre zunächst Gine, die 1936 , als 14-jähriges Mädchen zu einem Landjahr in diese Gegend geschickt wird.

Schikanen und schwere Arbeit sind für die jungen Mädchen, die völlig unfreiwillig dort sind, an der Tagesordnung und als Gine schließlich auch noch vergewaltigt wird, schwört sie Rache .

Dann gibt es einen Zeitsprung ins Jahr 1979 und wir begleiten Sigrun. Sie ist eine lebenslustige junge Frau, die gern mehr erleben würde, als ihr ihr eingeengtes Leben in der DDR bieten kann. Obwohl sie ihren Mann Achim und den gemeinsamen Sohn Marco von ganzem Herzen liebt, träumt sie sich oft einfach weg und holt sich auch immer mal wieder wenigstens eine kleine Auszeit bei ihrer besten Freundin.

Und die dritte Frau in dieser Geschichte lebt im Heute, kurz nach der Corona-Pandemie. Nina arbeitet als Ärztin in einem Berliner Krankenhaus. Ihr Klinik-Alltag setzt ihr ziemlich zu und als ihr Freund beruflich einige Zeit Berlin verlässt, nimmt sie sich ebenfalls eine Auszeit und zieht sich in ein kleines Ferienhaus nach Mecklenburg-Vorpommern zurück. Ihr einziger Begleiter ist ihr Hund Ayla und als die beiden mal wieder einen ihrer täglichen Spaziergänge durchs Stettiner Haff machen, buddelt Ayla einen menschlichen Knochen aus. Nina meldet diesen gruseligen Fund natürlich und bringt damit eine polizeiliche Ermittlung in Gang, die nach und nach ein lang gehütetes Geheimnis ans Tageslicht bringt.

Ich fand es sehr spannend , Zeuge dieser drei Schicksale zu sein. Der Schreibstil gefiel mir sehr gut, man konnte sich sehr gut einfühlen in die drei, doch ganz unterschiedlichen Frauen. Bei Sigrun war mir sehr lange nicht klar, was genau sie mit den beiden anderen verbindet, aber am Ende sind dann zum Glück alle offenen Fragen geklärt . Die abwechselnden Zeitsprünge waren manchmal ein wenig verwirrend, aber haben die Story auch besonders aufregend gemacht denn man konnte das Buch zwischendurch nur schwer weglegen, weil man unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht.

Drei fesselnde Frauenschicksale, eine etwas düstere Landschaft , die man sich durch die sehr detaillierten Beschreibungen der Autorin bildlich vorstellen konnte und Einblicke in eine Zeit in Deutschland, die alles andere als gut war, haben mich von Anfang bis zum Ende gepackt und ich kann dieses Buch auf jeden Fall empfehlen.

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macht gute Laune

Die kleine Gärtnerei in den Highlands - Roman (Das Erbe von Applemore 2) von Rachael Lucas

Schon das Cover gefällt mir sehr gut , es macht einfach gute Laune und es passt perfekt zum Inhalt.
Dieses Buch ist bereits der 2. Teil einer Reihe und ich muss zugeben, den 1. Teil habe ich nicht gelesen. Man kam trotzdem ohne Probleme in die Geschichte rein und hatte keine Schwierigkeiten, alles zu verstehen.

Aber nun erst einmal zum Inhalt: Beth Fraser ist alleinerziehende Mutter von Zwillingen und sie hat sich in dem kleinen Ort Applemore, in den schottischen Highlands, eine richtig idyllische Gärtnerei aufgebaut. Die Geschäfte laufen gut und Beth ist mit ihrem Leben zufrieden. Da taucht der gutaussehende Jack auf, der mit seinen Mitarbeitern in unmittelbarer Nachbarschaft der Gärtnerei ein Camp für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen eröffnen möchte.
Beth ist zuerst gar nicht begeistert, vor allem, nachdem ihr Kennenlernen nicht gerade gut verläuft. Doch nach ein paar Anfangsschwierigkeiten kommen die beiden sich langsam näher und verstehen sich immer besser. Was Beth aber nicht weiß, ist, dass Jack ein dunkles Geheimnis aus seiner Vergangenheit mit sich herumträgt. Bisher hat er versucht, diesem Geheimnis davonzulaufen, doch nun passiert etwas, das ihn dazu zwingt, sich seiner Vergangenheit zu stellen.

Mir hat "Die kleine Gärtnerei in den Highlands sehr gut gefallen. Es ist natürlich schon vorhersehbar, aber das sind Bücher dieses Genres ja eigentlich meistens. Das mindert das Lesevergnügen aber überhaupt nicht und für mich war das ein richtig schönes Wohlfühlbuch.

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Ida und Ottilie

Die Vermesserin der Worte von Katharina Seck

Ida, eine junge Autorin , steckt mitten in einer Schreibblockade. Um aus ihrer finanziell schwierigen Situation herauszukommen, nimmt sie einen Job als Haushaltshilfe bei einer älteren Dame an. Ottilie, so heißt ihre neue Arbeitgeberin, ist ziemlich schweigsam und hat durch ihre schwierige Art schon alle vorherigen Hausangestellten nach kurzer Zeit in die Flucht geschlagen.

Auch zu Ida ist die alte Dame anfangs sehr abweisend und das große Anwesen wirkt zunächst auch alles andere als einladend. Ida , die das Geld dringend braucht und auch die leise Hoffnung hat, in der Abgeschiedenheit dieses Ortes ihre verloren gegangenen Worte wiederzufinden , bleibt trotz der düsteren Umgebung , schnappt sich Putzmittel und Schrubber und macht sich an die Arbeit, um das riesige Haus wenigstens optisch etwas gemütlicher aussehen zu lassen.
Beim Stöbern fällt ihr schnell auf, warum Ottilies Zuhause von jedem nur als "das papierne Anwesen" bezeichnet wird. Und sie findet außerdem jede Menge kleine Schätze aus Ottilies langem Leben und lernt die alte Dame so nach und nach immer besser kennen. Und auch Ottilie kommt mit der Zeit immer ein Stückchen weiter aus ihrem Schneckenhaus und so kommen sich die beiden Frauen mit jedem Tag ein kleines bisschen näher.

Eigentlich gefiel mir dieses Buch ganz gut, obwohl es zwischendurch so einige Längen hatte und man manchmal das Gefühl hatte, es geht einfach nicht voran. Mit Ida wurde ich leider auch nicht so ganz warm, ich fand ihr Eindringen in Ottilies Privatsphäre teilweise schon sehr übergriffig Und was mich leider auch etwas störte, waren solche Bezeichnungen wie "die Dorfbewohnenden" statt Dorfbewohner ( mag korrekt sein, aber für mich hört sich das irgendwie seltsam an) oder solche Sätze wie z.B. "sie fühlte sich wie eine Teilnehmende eines Teekränzchens", denn bei solchen Sätzen frage ich mich automatisch "warum bezeichnet sie sich selbst nicht als Teilnehmerin, sie ist ja eine Frau und muss in ihren eigenen Gedanken nicht gendern. Mich persönlich stören solche Dinge dann einfach beim Lesen. Und das waren ja auch nur zwei kleine Beispiele, in der Geschichte selbst fiel mir das mehrmals auf, dass die Autorin es wohl einfach ganz korrekt machen wollte und meiner persönlichen Meinung nach, dabei leider manches Mal übers Ziel hinausgeschossen ist.

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sehr interessant

Eine Fingerkuppe Freiheit von Thomas Zwerina

In "Eine Fingerkuppe Freiheit" erzählt der Autor Thomas Zwerina, der selbst im Alter von 13 Jahren nahezu komplett sein Augenlicht verlor, von dem genialen Erfinder der Blindenschrift, dem Franzosen Louis Braille. Louis, der im Januar 1809 in einem kleinen Ort nahe Paris geboren wurde, verletzt sich als 3-jähriger in der Werkstatt seines Vaters so schlimm , dass er vollständig erblindet.

Der Dorfpfarrer, der erkennt, wie intelligent der kleine Junge ist, kämpft , trotz einiger Widerstände dafür, dass er als einziges blindes Kind in die Dorfschule gehen darf. Sein Wissensdurst ist so groß, dass er in dieser Dorfschule irgendwann nicht mehr ausreichend gefördert werden kann und so überzeugt der Pfarrer Louis Eltern, den inzwischen 10-jährigen auf ein Blindeninstitut in Paris gehen zu lassen. Nach anfänglichem Heimweh lebt sich der Junge dort auch gut ein und im Laufe der nächsten Jahre entwickelt er dort eine Schrift aus 6 erhabenen Punkten, mit denen er das gesamte Alphabet darstellen kann und wodurch es für Blinde endlich möglich ist, zu lesen.
Bis sich seine Erfindung allerdings wirklich durchsetzen konnte, musste Louis mit so einigen Schwierigkeiten zurecht kommen.

Ich wusste zwar, was die Braille-Schrift ist , aber ich hatte, ehrlich gesagt, keine Ahnung, wer diese Schrift erfunden hat und seit wann es diese schon gibt. Aus diesem Grund war ich nach dem Lesen des Klappentextes schon sehr neugierig auf dieses Buch und es war auch wirklich sehr interessant, so viel über das Leben und die Arbeit von Louis Braille zu erfahren. Der Schreibstil war manchmal etwas gewöhnungsbedürftig . Manches wurde fast zu ausschweifend erzählt, andere Passagen wieder hätte ich mir etwas ausführlicher gewünscht. Doch im Großen und Ganzen hat mir "Eine Fingerkuppe Freiheit" gut gefallen, ich fand es interessant, den Erfinder der Blindenschrift ein bisschen näher kennenzulernen und ich würde das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen.

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spannender Fall für das Dream-Team Bischoff/Wagner

Mörderfinder - Stimme der Angst von Arno Strobel

Fallanalytiker Max Bischoff trifft bei einer Beerdigung eine Frau, die seiner verstorbenen Lebenspartnerin Jennifer zum Verwechseln ähnlich sieht. Nicht nur das Aussehen, sondern ihre ganze Art erinnern ihn an seine große Liebe, für deren grausamen Tod er sich auch nach fünf Jahren immer noch verantwortlich fühlt.

Um zu erfahren , ob es irgendeine Verbindung zwischen dieser Frau und Jennifer gibt, spricht er die Unbekannte an. Doch die kannte Jennifer nicht und die beiden Frauen sind sich wohl nie begegnet.

Max kann nicht glauben, dass diese Ähnlichkeit einfach nur ein großer Zufall ist und versucht, herauszufinden, was es damit auf sich hat.

Als kurz darauf jemand , der ihm sehr nahesteht, verschwindet, setzt Max alles daran, diesen Menschen zu finden , denn damals, als Jennfer in seinen Armen starb, hat er sich geschworen, dass nie wieder ein Mensch seinetwegen sterben wird.

Und nun wird Max wieder , genau wie vor fünf Jahren, in einen wahren Albtraum katapultiert .


Auch dieser , wieder sehr persönliche Fall von Max Bischoff war spannend von der ersten bis zur letzten Seite. Und was mich ganz besonders freute, auch dieses Mal bekam er wieder Hilfe von Dr.Marvin Wagner, der mir inzwischen richtig ans Herz gewachsen ist und dessen ungewöhnliche Art ich einfach genial finde. Er und Max Bischoff zusammen, sind für mich einfach ein absolutes Dream-Team und ich hoffe, die beiden lösen noch sehr viele gemeinsame Fälle.
Für mich gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung für "Mörderfinder - Stimme der Angst" und ich kann es kaum erwarten, bis der nächste Band erscheint.

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ein kauziger Typ erzählt aus seinem Leben

Heinz Labensky - und seine Sicht auf die Dinge von Anja Tsokos; Michael Tsokos

Heinz Labensky lebt jetzt schon seit 10 Jahren in einem Seniorenheim am Rande von Erfurt. Obwohl er es in seinem gesamten Leben nie besonders leicht hatte, hat er sich nie über irgendetwas wirklich Sorgen gemacht, was aber hauptsächlich an seinem schlichten Gemüt liegt. Schon in der Schule in der damaligen DDR wurde er als "nicht förderungsfähig" eingestuft und so hat er noch nicht mal die Grundschule ganz abgeschlossen.

Einen Menschen gab es in seinem Leben, den er von ganzem Herzen liebte und eigentlich immer noch liebt, obwohl dieser Mensch längst aus seinem Leben verschwunden ist. Seine Freundin Rita lernte er damals in der Schule kennen, beide waren Außenseiter und freundeten sich sofort an. Er wollte seine geliebte Rita am liebsten vor allem beschützen, obwohl die sich auch ganz gut selbst verteidigen konnte.
Irgendwann verschwand Rita einfach aus seinem Leben und seitdem wartete er immer darauf, dass sie eines Tages wieder auftauchen würde, was aber nie passiert ist.
Jetzt sitzt er also tagein tagaus in seinem "Feierabendheim" und wartet nur noch auf den Tod. Doch da bekommt er ganz überraschend einen Brief von einer Frau, die behauptet die Tochter seiner verschwundenen Freundin Rita zu sein. Sie erzählt, dass auch sie den Großteil ihres Lebens keinen Kontakt zu ihrer Mutter hatte, weil die einfach verschwand und jetzt wurde wohl auf einer Baustelle eine Leiche gefunden, von der sie vermutet, es könnte ihre Mutter sein.
Heinz Labensky überlegt nicht lange und macht sich auf den Weg zur Adresse dieser Frau. In seiner schrulligen sorglosen Art macht er auch gar nicht lange Pläne , sondern setzt sich einfach in einen Flixbus und fährt los Richtung Warnemünde.
Unterwegs unterhält sich Heinz, der noch nie Berührungsängste hatte, dann mit allerlei Mitreisenden und er erzählt ihnen so nach und nach seine gesamte Lebensgeschichte. Und die hat es wirklich in sich, denn langweilig war sein Leben nicht, ganz im Gegenteil, manches, was er so erlebt hat ist direkt unglaublich.
Und als er dann Ritas Tochter trifft, muss er eine Entscheidung treffen. Ist es wichtig, die ganze Wahrheit zu erfahren oder reicht es nicht, weiterhin einfach das zu glauben, was man glauben will?

Ich kannte bisher nur die Thriller von Michael Tsokos und war schon sehr gespannt auf dieses Buch, das ja mal so ganz anders ist und das der Autor zum ersten Mal zusammen mit seiner Frau Anja Tsokos geschrieben hat. Schon die Kurzbeschreibung hat mich sehr neugierig gemacht, denn ich liebe Bücher über so skurrile Personen . Ich fand die Geschichte über den etwas seltsamen aber herzensguten Heinz Labensky auch sehr gut, muss aber zugeben, dass sich einige Stellen zu sehr in die Länge zogen. Also wenn manches nicht ganz so ausufernd erzählt worden wäre, hätte es mir vielleicht noch etwas besser gefallen. Trotzdem gefiel mir dieses Buch gut und ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen.

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