Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PeLi:
hätte mir etwas mehr Spannung gewünscht
Schwarzlicht von Camilla Läckberg; Henrik Fexeus
Eine Frau wird tot in einer durch Schwertern durchbohrten Kiste gefunden. Eine Kiste, die so ähnlich auch in Zaubershows verwendet werden, deshalb bittet die für diesen Mordfall zuständige Stockholmer Kommissarin Mina Dabiri den Mentalisten Vincent Walder um Hilfe. Der kann zwar mit Menschen nicht gut umgehen, aber dafür kann er sich sehr gut in die Psyche anderer Menschen einfühlen und Details erkennen, die andere Menschen nicht sehen.
Nach anfänglichem Zögern willigt er schließlich ein, der Polizei als Berater zur Verfügung zu stehen.
Kurz darauf werden weitere Leichen gefunden, die ebenfalls auf grausame Art getötet werden, die alle mit Kisten zu tun haben, die man in Zaubershows verwendet.
Und an jeder Leiche hinterlässt der Mörder ein Zeichen, das auf einen Countdown hindeutet, es werden also ganz sicher noch weitere Menschen sterben, wenn die Polizisten den Serienmörder nicht schnell fassen. Und so beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, um weitere Morde zu verhindern.
Eigentlich fand ich die Grundidee dieses Buches sehr gut und es gab auch einige Stellen , die ich sehr spannend fand. Doch leider wurde das alles so in die Länge gezogen und es wurde zu viel über die Probleme und Macken der Protagonisten geschrieben, wodurch leider die Spannung auf der Strecke blieb.
Mich nervte es irgendwann auch nur noch, immer wieder zu lesen, wie oft Mina , die eine krankhafte Angst vor Keimen hat, ihre Hände desinfiziert,dass sie nichts ohne Handschuhe anfasst, keine Berührungen von anderen Menschen erträgt. Das kann man natürlich erwähnen, gehört ja auch dazu, um die Personen kennenzulernen. Doch muss man es wirklich so oft erwähnen? Und Vincent hat ja auch so seine Probleme und auch die wurden mir einfach zu oft erwähnt. Und die beiden sind ja nicht die einzigen mit Macken und psychischen Problemen. Die eine ist eifersüchtig auf alles und jeden, der nächste schläft ständig ein, die Gedanken der nächsten drehen sich nur um ihre medizinische Behandlung. Und so zieht es sich eigentlich durch bis zum Schluss, die sonderbaren Angewohnheiten der Ermittler und ihrer Familien nahmen für mich persönlich einfach viel zu viel Raum ein. Ich glaube, man hätte mindestens ein Drittel der Seiten streichen können und sich mehr auf die , eigentlich wirklich sehr spannenden, Morde konzentrieren sollen, dann hätte das ein super Psychothriller werden können. Aber so war es für mich leider nur durchschnittlich spannend und mehr als 3 Sterne kann ich für dieses Buch nicht vergeben.
schöne Zeitreise in die 90er
Man vergisst nicht, wie man schwimmt von Christian Huber
Der 15-jährige Pascal,von allen nur "Krüger" genannt, hasst den Sommer, seitdem er nicht mehr schwimmen kann. Früher war er mal ein super Schwimmer und warum er das inzwischen nicht mehr kann, das ist sein größtes Geheimnis. Und dieses Geheimnis ist auch der Grund, warum er seinen Spitznamen bekommen hat.
Und warum er sich unter keinen Umständen verlieben darf. Seine gesamte Freizeit verbringt er mit seinem besten und eigentlich auch einzigem Freund Viktor, entweder daheim bei Videospielen oder im Skaterpark. Außerdem schreibt Pascal alle seine Gedanken in ein Notizbuch, das er ständig bei sich trägt und sogar sein Geheimnis hat er seinem Notizbuch schon anvertraut.
Und nun ist der 31. August 1999, der letzte Tag eines total heißen Sommers. Der Tag beginnt zunächst vollig normal, also für Krüger eher langweilig und unspektakulär. Dann treffen er und Viktor auf Jacky, ein geheimnisvolles Mädchen aus dem Zirkus, der gerade in ihrem Heimatkaff Bodenstein gastiert. Jacky mit ihrem roten Haar und den wasserblauen Augen, bringt das Leben von Viktor völlig durcheinander und seinen Vorsatz, sich unter keinen Umständen zu verlieben, ist auch gar nicht mehr so leicht einzuhalten.
Viktor, Pascal und Jacky verbringen diesen einen Sommertag gemeinsam und am Ende ist für Viktor nichts mehr, wie es einmal war.
Mir hat das Buch "Man vergisst nicht wie man schwimmt" sehr gut gefallen. Ich habe zwar eine Weile gebraucht, bis ich ganz in der Geschichte drin war, aber dann wollte ich das Buch nicht wieder weglegen und es war sehr spannend und hat mir viel Spaß gemacht, Krüger, Viktor und Jacky diesen einen Tag zu begleiten und selbst wieder eine Art Zeitreise zurück in die 90er machen zu können. Krügers Geheimnis erst ziemlich am Ende zu erfahren, hat das Lesen richtig spannend gemacht und man konnte richtig mitfühlen, als er es endlich schafft, sein großes Geheimnis mit jemandem zu teilen.
Ein wirklich schönes, emotionales Buch, das ich auf jeden Fall empfehlen kann.
so macht Schule Spaß
Madame Kunterbunt, Band 1 - Madame Kunterbunt und das Geheimnis der Mutmagie von Thilo
Die Geschwister Nicky und Nick beobachten eines nachts ungewöhnliche Vorgänge in der seit langem leerstehenden Villa nebenan. Wer steht da im Nachbargarten mit zwei kleinen Tieren und woher kommt so plötzlich mitten in der Nacht ein Regenboden?
Am nächsten Morgen , der auch der erste Schultag nach den Ferien ist, stellt sich dann heraus, dass die Person, die die beiden Kinder da mitten in der Nacht beobachtet haben, ihre neue Lehrerin "Frau Kunterbunt" ist.
Eine Frau, die genauso aussieht, wie sie heißt, sie trägt nämlich immer ganz kunterbunte Kleider und verbreitet schon mit ihrer melodischen Art zu sprechen, gute Laune. Außerdem hat sie noch zwei ganz ungewöhnliche Haustiere und zwar die Chamäleons Rosso und Cilly, die sogar magische Kräfte haben. Von nun an macht der Unterricht in der Klasse 3a endlich Spaß, Frau Kunterbunt hat nämlich ihre ganz eigenen Lehrmethoden und die Kinder lieben ihre neue Lehrerin, denn die ist einfach toll , sie schafft es , Sorgen verschwinden zu lassen und den Kindern Mut zu machen, an sich und ihre Fähigkeiten zu glauben.
Schon das wunderschöne, farbenfrohe Cover, das Frau Kunterbunt mit ihren ungewöhnlichen Haustieren zeigt , macht Lust auf diese Geschichte. In 13 Kapiteln wird in kindgerechter Sprache davon erzählt, wie viel Spaß Schule machen kann, wenn man eine Frau Kunterbunt als Lehrerin hat, die es mit Magie und ihrer Liebenswürdigkeit sogar schafft, dass Rektor Plümpe etwas weniger streng und miesepetrig ist. Ich hoffe, es gibt noch viele weitere Abenteuer mit dieser tollen Lehrerin und ihren kleinen Begleitern, denn meine Nichte, der ich es vorgelesen habe, möchte unbedingt wissen, wie es mit Frau Kunterbunt und Cilly und Rosso weitergeht.
Butter, Butter und nochmal Butter
Butter von Asako Yuzuki
Das auffällige und ungewöhnliche Cover und der Klappentext haben meine Neugier geweckt und ich habe mich sehr auf das Buch gefreut. Leider hat es meine Erwartungen aber nicht erfüllt, ich musste mich ziemlich durch die Seiten kämpfen.
Die Beschreibung der Geschichte klang eigentlich sehr interessant.
Es geht darin um die junge Journalistin Rika, die sich in den Kopf gesetzt hat, die inhaftierte mutmaßliche Serienmörderin Manako Kajii zu interviewen, die beschuldigt wird, mehrere Männer mit ihren außergewöhnlich guten Kochkünsten verführt und sie anschließend getötet zu haben. Manako ist allerdings eher schwierig und unzugänglich, besonders gegenüber Frauen und so findet Rika nur Zugang zu ihr, indem sie vorgibt, sich ebenfalls sehr fürs Kochen zu interessieren und Manako willigt ein, mit der Journalistin zu sprechen, allerdings nur über ihre Kochkünste.
Rika besucht dann also immer wieder Manako und je öfter sie mit ihr spricht, umso mehr gerät sie selbst in ihren Bann. Und sie findet tatsächlich selbst immer mehr Gefallen am Kochen und Essen, was man ihrer Figur auch bald ansieht und was die Menschen in ihrem Umfeld eher skeptisch beobachten.
Der Titel "Butter" ist ja eher ungewöhnlich, doch nach dem Lesen dieses Buches, kann ich sagen, er ist sehr passend, denn es geht in der Geschichte ständig um Butter. Ich kenne mich mit Japan und dem Leben dort nicht aus, aber finde es schon ungewöhnlich, dass Butter dort so etwas Besonderes sein soll. Auch die Erwartungen, die Frauen dort erfüllen sollen, die Beziehungen , die sie führen, das ist mir doch alles sehr fremd und ich weiß nicht, ob es wirklich so ist, wie in diesem Buch beschrieben, z.B. dass es so enorm wichtig ist, möglichst schlank zu sein und auf keinen Fall zu viel zu essen.
Mich konnte dieses Buch einfach nicht packen, der Schreibstil war eher langweilig und außer ums Essen und Kochen und besonders um Butter passierte nicht wirklich viel. Für mich leider ein Reinfall.
wunderschön
Grimm und Möhrchen - Ein Zesel zieht ein von Stephanie Schneider
Grimm ist Inhaber eines kleinen, gemütlichen Buchladens. Manchmal, besonders bei schlechtem Wetter, wenn nur wenige Menschen kommen, um in seinem Laden zu stöbern, fühlt er sich schon etwas einsam.
An genau so einem Regentag bimmelt plötzlich die Türglocke und vor ihm steht ein kleiner Zesel.
Grimm staunt nicht schlecht, denn bisher wusste er nicht mal, dass es Zesel gibt, denn ein Zesel ist eine Mischung aus einem Esel und einem Zebra. Und dann kann Möhrchen, so stellt er sich nämlich vor, auch noch sprechen!
Die beiden verstehen sich auf Anhieb und von diesem Tag an, sind beide nicht mehr alleine, denn Möhrchen zieht einfach bei Grimm ein. Und mit dem kleinen Mitbewohner macht das Leben einfach doppelt so viel Spaß und man erlebt jeden Tag tolle Sachen.
Ich bin so begeistert von diesem Kinderbuch und besonders auch von den wunderschönen , farbenfrohen Illustrationen, die sich fast auf jeder Seite befinden und die einfach wahnsinnig liebevoll gezeichnet sind. Meine Enkelin ist fünf Jahre alt , also genau im passenden Alter für dieses Buch und es hat uns beiden sehr viel Spaß gemacht, als ich ihr die Geschichten vorgelesen habe. Die Kapitel sind nicht zu lang und auch der Text ist leicht verständlich, genau richtig für Kinder in dem Alter.
Rätselhafter Fall für Olivia Holzmann
Im Auge des Zebras von Vincent Kliesch
Da ich bisher alle Bücher von Vincent Kliesch gelesen habe, ist mir das Genie Severin Boesherz natürlich bereits bekannt.
Nach seinem letzten Fall hat sich der brillante Ermittler völlig zurückgezogen und möchte auch auf keinen Fall nochmal in den Polizeidienst zurück kommen. Seine Kollegin Olivia Holzmann hat nun einen sehr rätselhaften Fall zu lösen und zwar wurden sieben Jungen an verschiedenen Orten in Deutschland zum genau gleichen Zeitpunkt entführt und kurz darauf wurden ihre Eltern brutal ermordet.
Alle Beweise deuten seltsamerweise auf denselben Täter hin.
Nachdem Olivia Holzmann schnell einen ersten Verdächtigen hat , der es ihr allerdings alles andere als leicht macht, landet sie ziemlich schnell in einer Sackgasse und da die Zeit drängt, um die Jungen noch retten zu können, sieht sie nur noch einen Ausweg, sie bittet ihren ehemaligen Kollegen Boesherz um Hilfe, denn ihrer Meinung nach, kann nur er so einen komplexen Fall lösen. Boesherz lässt seine frühere Kollegin allerdings eiskalt abblitzen, er lehnt es ab, ihr zu helfen, verbringt seine Zeit lieber damit, seinen Sohn Ferdinand kriminalistische Rätsel lösen zu lassen, denn offenbar soll der mal genauso genial werden wie der Vater.
Als nächstes bittet Olivia dann noch eine ehemalige Ermittlerin um Hilfe, die früher bei einem ganz ähnlichen Fall eine große Rolle gespielt hat. Die ist aber irgendwie auch keine große Hilfe und irgendwann , endlich, versucht die Kommissarin dann doch selbst, hinter das Geheimnis der gleichzeitigen Entführungen und Morde zu kommen.
Ich habe diesmal ein bisschen länger, als bei den Vorgängern, gebraucht, richtig in die Geschichte hinein zu finden. Der erste Teil auf dem Schiff war für mich eher langweilig. Doch als dieser Teil des Buches dann abgeschlossen war, wurde es richtig super. Ich mag solche rätselhaften Fälle, um die es immer in den Büchern von Vincent Kliesch geht. Irgendwie ist das schon zu seinem Markenzeichen geworden und mir gefällt das sehr gut, denn auch die Auflösungen sind immer richtig genial. Ich fand es etwas schade, dass Severin Boesherz jetzt wohl wirklich völlig in den Hintergrund verschwindet und Olivia Holzmann in Zukunft ohne ihn ermittelt. Auch, wenn seine ziemlich überhebliche Art, es einem nicht leicht macht, ihn zu mögen, mir persönlich ist er echt ans Herz gewachsen, deshalb hoffe ich, dass er beim nächsten Fall doch wieder dabei ist und auch wieder etwas mehr in den Vordergrund tritt.
Das war für mich aber der einzige kleine Wermutstropfen, ansonsten hat mir "Im Auge des Zebras" sehr gut gefallen , der Schreibstil von Vincent Kliesch ist einfach fesselnd und seine Bücher sind für mich immer echte Lesehighlights.
leider wenig Spannung
Der Gräber von Fredrik Persson Winter
Jedes Jahr , immer am 6. November schlägt der sogenannte "Gräber" zu. Er kommt durch den Kellerboden und die Polizei findet jedes Jahr den gleichen Tatort vor, ein großes Loch im Keller, zu dem eine blutige Schleifspur führt, überall Erde, Schutt und Insekten, aber das Opfer ist einfach verschwunden und taucht auch nie wieder auf.
Kriminalkommissarin Cecilia Wreede und ihr Kollege Jonas Andrén arbeiten seit 5 Jahren an dem Fall und sind eigentlich keinen Schritt weiter als am Anfang.
Zur gleichen Zeit findet die Lektorin Annika Granlund ein Manuskript vor, das angeblich von einem seit Jahren verschwundenen Autor geschrieben sein soll und es handelt sich dabei um die Biographie des "Gräbers".
Der Verlag, der kurz vor der Pleite steht, veröffentlicht das Manuskript auf Drängen von Annika , denn die würde alles tun, um ihren Job nicht zu verlieren. Nachdem das Manuskript veröffentlicht ist, kommen ihr zwar langsam die ersten Zweifel, ob diese Entscheidung richtig war, aber da ist es bereits zu spät. Und der Gräber mordet weiter und kommt dabei auch Annika immer näher.
Meine Meinung zu dem Buch: Ich habe eigentlich keine Ahnung, was ich da gelesen habe. Nach dem Klappentext habe ich einen spannenden Thriller erwartet, was es aber auf keinen Fall war. Ich weiß nicht, ob der Autor sich einfach nicht entscheiden konnte, denn für Horror war die Geschichte auch nicht gruselig genug.
Die Protagonisten waren mir alle nicht sympathisch und mich langweilte es einfach nur, über ihre ganzen privaten Probleme zu lesen, vor allem zog sich das alles ewig hin. Hausbesichtigungen, Eheprobleme, Ängste aus der Kindheit, die Polizisten waren auch irgendwie einfach nur träge, so als würden sie das ganze Jahr nur auf den 6. November warten, in der Hoffnung, dass der Gräber keine Lust mehr hat zu morden. Die erste Hälfte des Buches ging es fast nur um Belanglosigkeiten, die zweite Hälfte wurde etwas spannender, allerdings war alles schon auch sehr vorhersehbar, man konnte sich ziemlich früh denken, wer der Gräber ist.
Warum er gemordet hat und warum er genau diese bestimmten Opfer ausgesucht hat, das weiß ich bis jetzt nicht, denn die Erklärungen, die eigentlich eher kurze Andeutungen waren, die stellen mich nicht zufrieden. Egal, ob es nun um die Polizistin geht, oder um die Lektorin, oder auch deren Mann, ich fand die alle total unglaubwürdig und unsympathisch.
Und mit dem Ende bin ich auch gar nicht zufrieden, ich hatte mir einen Thriller mit richtiger Auflösung erhofft, aber wurde leider enttäuscht.
hatte mehr erwartet
Die falsche Zeugin von Karin Slaughter
Ich hatte mich sehr auf "Die falsche Zeugin" gefreut, denn normalerweise ist für mich der Name "Karin Slaughter" schon eine Garantie für Spannung und Gänsehaut. Der Klappentext und die Leseprobe fand ich auch sehr spannend, aber das Buch hat mich dann doch eher enttäuscht.
Zum Inhalt: Die Strafverteidigerin Leigh und ihre Schwester Callie hatten eine schwere Kindheit und Jugend, die geprägt war von Gewalt. Dann gerieten die beiden Schwestern in ein brutales Verbrechen und dieses Erlebnis verarbeiteten beide ganz unterschiedlich. Während Leigh heiratete , mit Mann und Tochter ein gutbürgerliches Leben führt und als Anwältin in einer großen Kanzlei arbeitet, verläuft Callies Leben weniger gut. Sie wird Drogensüchtig und arbeitet eher unregelmäßig bei einem Tierarzt. Der Kontakt der Schwestern ist vor Jahren schon so gut wie abgebrochen.
Dann wird Leigh zum obersten Chef ihrer Kanzlei bestellt. Er teilt ihr mit, dass es einen neuen , sehr wichtigen Mandanten gibt, der speziell nach ihr verlangt hat, um ihn zu verteidigen. Angeklagt ist er wegen einer brutalen Vergewaltigung. Leigh fühlt sich zuerst natürlich geschmeichelt, dass ausgerechnet nach ihr verlangt wurde , denn dieser Fall könnte sie auf ihrer Karriereleiter ein ganzes Stück nach oben bringen. Als sie dann allerdings den Mandanten kennenlernt, ist jedes positive Gefühl schlagartig verschwunden und zurück bleibt nur noch Entsetzen und Angst, denn sie erkennt in dem Mandanten einen Mann , der bei dem traumatischen Erlebnis, das ihre Schwester und sie in ihrer Jugend erlebt haben, eine große Rolle spielte. Und plötzlich ist nicht nur Leighs eigenes Leben und das ihrer Schwester in Gefahr, sondern auch alles und jeder, der Leigh wichtig ist.
Sie nimmt also nach langer Zeit wieder Kontakt zu ihrer Schwester Callie auf und zusammen versuchen sie nun alles, um sich gegen den Psychopathen aus ihrer Vergangenheit zu wehren. Und dafür schrecken sie vor nichts zurück, denn sie wissen, wenn es ihnen nicht gelingt, wird er sie zerstören.
Meine Meinung zum Buch: Ich liebe normalerweise die Bücher von Karin Slaughter , doch diesmal bin ich leider nicht so begeistert. Für mich kam einfach keine richtige Spannung auf, ich hatte das Gefühl, dass einiges einfach nur in die Länge gezogen wurde, wie z.B. das Thema Drogensucht. Dass das Thema "Corona-Pandemie" in die Geschichte eingebaut wurde, war für mich etwas gewöhnungsbedürftig, weil es halt schon ziemlich oft ein bisschen oberlehrerhaft erwähnt wurde, dass die Leute natürlich Masken tragen und geimpft sind. Ich weiß, das ist nun mal jetzt unser Alltag und ich halte mich auch an alle Regeln, aber ich persönlich muss es , ehrlich gesagt, nicht noch in einem Psychothriller haben, ich empfand es eher etwas störend. Aber ich vermute, daran muss man sich jetzt wohl gewöhnen, das wird in Zukunft sicher in vielen Büchern so vorkommen und deshalb hätte ich auch keine Punkte bei dieser Bewertung abgezogen. Dass ich nur 3 Sterne vergebe, liegt wirklich nur daran, dass ich das Buch nicht so spannend fand, wie ich es von dieser Autorin erwartet hatte.
auf den Spuren der Vergangenheit
Die Enkelin Buchleinen. von Schlink Bernhard
Der Buchhändler Kaspar findet eines Abends, als er nachhause kommt, seine geliebte Frau Birgit tot in der Badewanne. Ob es ein Unfall war, oder Selbstmord, wird er nie erfahren. Das Zusammenleben mit Birgit war nie einfach, obwohl ihre Liebe sehr groß war und Birgit vor vielen Jahren für Kaspar aus der DDR in den Westen geflohen ist.
Dass sie aber nie wirklich vollkommen in ihrer neuen Heimat angekommen ist und vor allem, was sie für das gemeinsame Leben mit Kaspar zurückgelassen hat, erfährt er erst nach Birgits Tod, durch ihre ganz persönlichen Aufzeichnungen, die sie vor ihm geheim hielt. So kommt Kaspar hinter ein großes Geheimnis in Birgits früherem Leben in der DDR, erfährt, dass sie damals ihr Baby zurückgelassen hat und nun wird auch verständlicher, weshalb Birgit nie ganz glücklich war und sich immer öfter in den Alkohol flüchtete. Ihr großer Wunsch war wohl immer, ihre verlorene Tochter eines Tages wieder zu finden, doch dazu kam es bis zu ihrem Tod nicht.
Kaspar reagiert erstaunlich cool auf dieses ungeheuerliche Geheimnis und er möchte Birgits Suche nach ihrer zurückgelassenen Tochter für sie übernehmen. Und es gelingt ihm auch tatsächlich, Birgits Tochter zu finden , die inzwischen selbst Mutter einer Tochter ist. Zu dieser Stiefenkelin möchte Kaspar gerne eine Beziehung aufbauen, was allerdings gar nicht so leicht ist, denn sie und ihre Eltern leben in einer völkischen Gemeinschaft, mit deren rechtsextremen Gedankengut Kaspar so gar nicht klarkommt. Trotzdem versucht, er, in dieser für ihn völlig fremden Welt, den Kontakt zur Enkelin zu vertiefen und ihr mit Hilfe der Musik und Literatur, auch andere Werte näherzubringen, was ihm zunächst auch gelingt. Doch ihrer Familie gefällt das gar nicht, dass Kaspar sich zu sehr in das Leben der Enkelin einmischt.
Bernhard Schlink hat einen ganz eigenen Schreibstil. In eher nüchternen und kurzen Sätzen erzählt er zunächst , wie alles begann zwischen Kaspar und Birgit. Das Kennenlernen, ihre Flucht in den Westen für ein gemeinsames Leben mit Kaspar. Ihre Alkoholsucht und schließlich ihr Tod, nach dem Kaspar hinter ihr großes Geheimnis kommt, das Birgit ihr Leben lang vor ihm verheimlicht hat und ihm wird nun erst nach ihrem Tod klar, was sie wirklich damals für ihn aufgegeben hat. Und dann begibt er sich auf die Suche nach ihrer Tochter und er lernt Menschen kennen, die eine völlig andere Lebensweise und völlig entgegengesetzte Weltanschauungen zu seiner eigenen haben. Und obwohl er diese Menschen, die so viel Hass ausstrahlen, überhaupt nicht verstehen kann, möchte er nicht aufgeben und irgendwie den Kampf um Birgits Enkelin, die sie selbst nie kennenlernen durfte, aufnehmen.
Ein Buch, das mich von der ersten Seite an gefesselt hat und das ich nicht mehr weglegen konnte. Man erfährt jede Menge über deutsche Gegenwartsgeschichte, völkische Gruppen, die voller Hass ihr rechtes Gedankengut verbreiten, aber es geht auch um Liebe, Trauer, Familie , eine vielschichtige , emotionale Geschichte, die sich sehr leicht lesen lässt und die einfach mitten aus dem Leben erzählt.
Der Smokey kann es nicht lassen
Betongold von Tanja Weber
Joseph Frey war viele Jahre Mordermittler in München. Doch dann kam die Krankheit Morbus Bechterew und die bereitet ihm ziemliche Schmerzen, deshalb hat er vor 5 Jahren seinen Job bei der Polizei aufgegeben und versucht nun , auch mit Hilfe von Cannabiszigaretten, möglichst schmerzfrei zu leben und sich durch lange Spaziergänge durch München-Giesing etwas fit zu halten.
Seine besondere Medizin bringt ihm bei seinen beiden alten Freunden Moni und Schani den Spitznamen "Smokey" ein. Die drei Freunde kennen sich schon seit ihrer Kindheit und haben immer noch ganz engen Kontakt zueinander.
Doch nun liegt Schani tot in seiner eigenen Baugrube und Smokey , der sich ja eigentlich aus polizeilichen Ermittlungen völlig raushalten wollte, glaubt nicht an einen Unfall, also fängt er doch an, zu ermitteln. Und je mehr er erfährt über seinen alten Freund, umso mehr lässt er sich auf diesen Fall ein . Das findet allerdings nicht jeder gut und am Ende denkt sogar Smokey selbst, dass es eventuell besser gewesen wäre, er hätte Ruhe gegeben und Schanis Tod nicht untersucht.
Ich fand "Betongold" ganz gut, der Schreibstil ist eingängig und auch der Dialekt nicht zu stark, so dass es bestimmt auch für Nichtbayern leicht zu lesen ist Einige humorvolle Stellen gab es auch und ich fand auch den kleinen Einblick in die Münchner Immobilienbranche ganz interessant. Einen spannenden Krimi darf man allerdings nicht erwarten, die Geschichte um Smokey und seine Freunde, ist eher gemächlich und ruhig, der Kriminalfall wird schon fast zur Nebensache.
Mich persönlich störte das nicht und ich habe mich gut unterhalten gefühlt und würde das Buch auch weiterempfehlen.











