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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von PeLi:

ein sehr spannender Gerichtsfall

Die feindliche Zeugin von Alexandra Wilson

Mitten am Tag wird in einem Park ein weißer Krankenpfleger erstochen. Der schwarze Jugendliche, Emmett, kniet mit einem blutigen Messer über dem Opfer, ein Bild, das kaum Raum für Zweifel lässt.
Zwei Augenzeugen wollen Emmett eindeutig als Täter erkannt haben. Für Polizei und Öffentlichkeit scheint der Fall damit so gut wie abgeschlossen.

Doch Emmett schweigt, bis auf seine wiederholte Beteuerung, unschuldig zu sein, sagt er nichts.
Die junge Anwältin Rosa übernimmt seine Verteidigung. Sie ist ambitioniert, klug und empathisch, keine hartgesottene Juristin, sondern jemand, der noch an Gerechtigkeit glaubt. Obwohl alle Indizien gegen Emmett sprechen, glaubt sie an seine Unschuld. Und obwohl er sich ihr gegenüber verschließt, gibt sie ihn nicht auf. In Emmetts Schweigen liegt mehr als Trotz ,man spürt schnell, dass es eine Geschichte gibt, die er nicht erzählen will oder kann.

Die feindliche Zeugin ist weniger Thriller im klassischen Sinn als ein psychologisch fein gezeichneter Gerichtsroman. Wer auf schnelle Wendungen oder viel Action hofft, könnte hier etwas enttäuscht sein. Doch wer gerne tief in komplexe Figuren, dichte Dialoge und moralische Grauzonen eintaucht, wird das Buch wahrscheinlich kaum aus der Hand legen wollen.

Besonders überzeugt hat mich die Figur Rosa, die stark und empathisch ist. Die Gerichtsszenen wirken authentisch, die Dynamik zwischen den Charakteren ist glaubhaft und fesselnd.
Was mir stellenweise etwas gefehlt hat, war der Nervenkitzel. Ich hätte mir ein paar mehr überraschende Wendungen oder Enthüllungen gewünscht.
Trotzdem ein lesenswerter Roman über Gerechtigkeit, Vorurteile und die Frage, ob ein Bild allein wirklich die ganze Wahrheit zeigen kann. Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

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Gruselgeschichten für Erstleser mit Rätsel und Belohnung

Leserabe 1. Lesestufe - Gruselgeschichten von Michael Petrowitz

Ein unterhaltsames Buch der Ravensburger Leserabe-Reihe für Leseanfänger ab der 1. Lesestufe.
Das Buch bietet eine gelungene Mischung aus spannenden, kindgerechten Gruselgeschichten für Leseanfänger. Die Geschichten sind in einfacher Sprache verfasst und gut auf die 1. Lesestufe abgestimmt.

Nach jedem gelesenen Kapitel kann ein Sticker eingeklebt werden , ein schönes Belohnungssystem, das zum Weiterlesen animiert und eine Idee, die ich wirklich toll finde. Am Ende wartet ein Rätsel, bei dem Fragen zu den vier enthaltenen Geschichten beantwortet werden müssen. Mit dem richtigen Lösungswort kann man sogar an einem Gewinnspiel teilnehmen. Die Geschichten waren unterhaltsam, auch wenn mir andere Bücher der Reihe etwas besser gefallen haben. Insgesamt aber eine schöne und lesefördernde Lektüre für Grundschulkinder, die gerade mit dem Lesen beginnen.

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ein sehr bewegendes Thema

Die Trümmerschule - Zeit der Hoffnung von Beate Maly


Ein eindrucksvolles, bewegendes Buch, das mir sehr gut gefallen hat.

Die Geschichte der jüdischen Lehrerin Stella, die nach dem Krieg in das zerstörte Wien zurückkehrt, hat mich tief berührt. Besonders bedrückend waren die Passagen, in denen sie sich an ihre Flucht vor den Nazis und an das Schicksal ihrer Familie erinnert.

Trotz der Trümmer auf den Straßen und in den Herzen der Menschen versucht Stella, mit Mut und Engagement einen Neuanfang zu wagen. Ans Lindengymnasium bringt sie frischen Wind mit ihrer einfühlsamen und offenen Art zu unterrichten. Sie nimmt die Kinder ernst, hört ihnen zu und ermutigt sie, über ihre Kriegserfahrungen zu sprechen – ganz anders als viele ihrer Kollegen.
Doch nicht alle Kollegen und auch nicht alle Eltern ihrer Schüler heißen sie willkommen – vor allem, weil sie jüdisch ist und nicht schweigen will über das, was geschehen ist.

Die Autorin schafft es, sowohl die äußeren Zerstörungen als auch die inneren Wunden sensibel darzustellen. Neben den ernsten Themen gibt es aber auch Hoffnung. Trotz aller Herausforderungen lässt sich Stella nicht unterkriegen – sie fasst neuen Mut und öffnet sich vielleicht sogar für eine neue Liebe.

Ein lesenswertes Buch über Verlust, Erinnerung, Neubeginn und und die Kraft menschlicher Verbundenheit.

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Einfühlsame Mutmach-Geschichte für Kinder ab 8 Jahren

Schisser und ich 1 von Frank Schmeißer

„Schisser und ich“ erzählt auf einfühlsame Weise von Jakob, einem zehnjährigen Jungen, der mit seiner Familie aus der Stadt ins ländliche Feuerviertel zieht. Dort gibt es viel Natur, wenig Autos und vor allem: die geheimnisvolle Phönix-Bande, in die Jakob unbedingt aufgenommen werden möchte.

Doch dafür müsste er eine Mutprobe bestehen – und genau da liegt das Problem, denn Jakob ist ängstlich und traut sich vieles nicht zu.
Zum Glück hat er immer seinen Stoffhasen dabei, den er „Schisser“ nennt – ein treuer Begleiter, den er von seiner Psychologin bekommen hat, um ihm in schwierigen Situationen beizustehen. Mit Schisser an seiner Seite schafft es Jakob nach und nach, über sich hinauszuwachsen.

Die Geschichte ist spannend und zugleich sehr berührend, besonders als Jakob und die Bande entdecken, dass im Nachbargarten Hühner schlecht behandelt werden – und gemeinsam einen Plan schmieden, um sie zu retten.
Die Illustrationen im Comicstil lockern die Geschichte auf, auch wenn sie mich persönlich nicht völlig überzeugt haben – sie passen aber gut zur Geschichte.
Ein schönes Leseabenteuer für Kinder ab 8 Jahren, das zeigt, dass man auch mit Angst mutig sein kann – und dass wahre Freundschaft dabei hilft, über sich hinauszuwachsen.

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kein gewöhnlicher Urlaub

Der Duft des Wals von Paul Ruban

In "Der Duft des Wals" beschreibt Paul Ruban Gäste eines 5-Sterne-Resorts und lässt uns auch mal hinter die Fassade des luxuriösen Lebens dort blicken.

Da ist zunächst einmal das Ehepaar Judith und Hugo . Die beiden haben große Eheprobleme und hoffen nun, durch einen Urlaub wieder zueinander zu finden .

Also fliegen sie, zusammen mit ihrer 10-jährigen Tochter Ava nach Mexico in ein luxuriöses 5-Sterne All-Inclusive-Resort. Anfangs ist auch alles ganz toll, glitzerndes Meer, schönes Wetter, Cocktails , eben der pure Luxus und genau das, was sie sich erhofft hatten. Doch dann wird ein Wal an den Strand gespült , verwest dort vor sich hin und ab da legt sich ein unfassbar übler Geruch über das gesamte Resort. Das Hotelpersonal tut alles mögliche , um den Gestank zu beseitigen, aber egal was sie tun, der schreckliche Geruch bleibt.

Das trübt natürlich schon mal die Urlaubsstimmung, doch das ist nicht das einzige Problem, das die Hotelgäste haben. Die Eheprobleme von Judith und Hugo lösen sich eben auch durch einen Urlaub nicht in Luft auf, egal, ob mit oder ohne toten Wal, der die Luft verpestet. Die meiste Zeit schweigen sie sich an, streiten, oder wenn sie sich dann doch mal amüsieren, dann eher getrennt voneinander. Ihre Tochter Ava ist sowieso die ganze Zeit mit ihrem Etch A Sketch beschäftigt oder streift alleine durch die Gegend. 

Aber es gibt noch andere Personen in der Geschichte, die so ihre Probleme haben. Da wäre zum Beispiel die Stewardess Céleste, die ebenfalls ein paar Tage Urlaub in diesem Resort verbringt. Sie hat vor kurzem ein Trauma erlitten und fühlt sich nun schuldig und denkt, sie muss sich dafür auf ziemlich seltsame Art bestrafen. Dann gibt es noch den Pagen Waldemar, der total besessen ist von dem narkoleptischen Zimmermädchen Belén. Um sie zu erobern, lässt er sich so einiges einfallen. 

Auf der Umschlagseite wird das Buch beschrieben als "absurd komischer Roman über den Duft des Verfalls", dieser Beschreibung kann ich mich nicht ganz anschließen, denn komisch fand ich die Geschichte nicht. Vielleicht habe ich einfach eine andere Art von Humor, aber für mich war das Buch nicht humorvoll. Absurd schon und mit einigen wirklich skurrilen Protagonisten, aber witzig fand ich es an keiner Stelle. 

Mir gefällt der Schreibstil von Paul Ruban jedoch sehr gut und besonders gefallen hat mir, dass die kurzen Kapitel immer abwechselnd aus Sicht der beteiligten Personen erzählt wurden, also Hugo, Judith, Ava, Waldemar , Céleste und auch Belén kommen zu Wort. Bei Ava fand ich es allerdings störend, dass sie nicht wie ein 10-jähriges Kind wirkte. Ich habe irgendwann gedacht, ich hätte mich vielleicht anfangs verlesen und sie wäre gar nicht erst zehn Jahre alt, sondern schon im Jugendalter, denn das hätte für ihre "erwachsenen" Gedanken viel besser gepasst.
Das war aber auch das einzige, das mich etwas störte, ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Etwas verrückt mit einigen seltsamen Personen, aber das mag ich eigentlich auch ganz gerne. Mal was anderes und auf jeden Fall kein 08/15 Buch.

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drei abenteuerlustige Wasserschweine

Drei Wasserschweine wollen's wissen von Matthäus Bär

In dem Kinderbuch "Drei Wasserschweine wollen's wissen" von Matthäus Bär geht es um die drei Wasserschweine Emmi, Raul und Tristan. Die drei Freunde leben in einem Tierpark. Tagsüber mögen sie es eher gemütlich, liegen in der Sonne, , es gibt immer genug gutes Futter, einen eigenen Badeteich haben sie auch in ihrem Gehege, die drei können sich eigentlich kein besseres Leben vorstellen.

Doch von Zeit zu Zeit wünschen sich die Drei etwas Abwechslung und so schleichen sie sich ab und zu nachts aus ihrem Gehege und besuchen ihre Freunde außerhalb. 

Und nun verbreitet sich unter den Tieren im Zoo eine Schreckensnachricht und zwar sind mehrere Flamingos verschwunden und keiner weiß, wo die vermissten Vögel sich aufhalten.
Wurden sie etwa von gefährlichen Raubtieren überfallen? Oder wurden sie entführt? Aber wer würde so etwas tun und wohin hat man sie gebracht?
Für Tristan, Emmi und Raul ist ganz klar, dass sie dieses Rätsel lösen müssen und sollten die Flamingos irgendwie in Gefahr sein, dann werden sie natürlich alles dafür tun, um sie zu retten. So warten die drei mutigen Freunde also die Nacht ab und machen sich auf die Suche nach den verschwundenen Flamingos. Und zum Glück sind die drei auch nicht alleine, sondern bekommen bei ihrem Abenteuer noch Hilfe von anderen Tieren aus dem Zoo.

Was für ein wunderbares Kinderbuch. Die Geschichte der drei abenteuerlustigen Wasserschweine ist humorvoll, aber auch spannend, erzählt es geht um Freundschaft und Zusammenhalt. Witzig fand ich auch die verschiedenen und lustigen "Sprachen" der einzelnen Zoobewohner, dadurch macht das Lesen ( oder Vorlesen) besonders viel Spaß. Eine große Bereicherung sind aber auch die wunderschönen Illustrationen von Anika Voigt. Schon das Cover ist ein echtes Highlight, aber auch durch das ganze Buch ziehen sich die großartigen Zeichnungen, manchmal nur als niedliche kleine Bildchen am Seitenrand , manchmal auch als große doppelseitige Zeichnung. Diese bildliche Darstellung dieser Abenteuergeschichte ist einfach herzallerliebst.

Es handelt sich übrigens schon um das 2. Abenteuer der 3 Wasserschweine Emmi, Tristan und Raul, aber man kann die einzelnen Bände auch unabhängig voneinander lesen und gut verstehen.

Ein Kinderbuch für Jungen und Mädchen ab 6 Jahren, das sehr empfehlenswert ist.

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das kleine Wunder aus dem Meer

Der Junge aus dem Meer von Garrett Carr

Der Handlungsort in "Der Junge aus den Meer" von Garrett Carr ist ein kleines Fischerdorf an der Westküste Irlands. Das Wetter rau und stürmisch, die Menschen zäh, meistens eher schweigsam, einige ziemlich abergläubisch, aber es gibt eine starke Gemeinschaft, die Bewohner des Dorfes halten zusammen und helfen, wenn jemand Hilfe nötig hat.

Die meisten Familien des Ortes leben vom Fischfang, so auch die Familie Bonnar - Ambrose, seine Frau Christine und der zweijährige Sohn Declan. 

Das Leben als Fischer ist hart und nicht ungefährlich, doch trotz aller Schwierigkeiten führt die kleine Familie ein bescheidenes aber zufriedenes Leben. Eines Tages passiert dann etwas außergewöhnliches, am Strand entdeckt jemand ein Fass , das leicht im Wasser schaukelt und in dem Fass liegt ein Baby. Das ganze Dorf ist in Aufruhr, der neugeborene Junge wird von allen wie ein kleines Wunder bestaunt.

Ambrose und Christine nehmen das Baby auf , adoptieren es schließlich sogar und geben ihm den Namen Brendan. Ihr leiblicher Sohn Declan reagiert allerdings überhaupt nicht positiv auf den Familienzuwachs, für ihn ist Brendan einfach nur ein Störfaktor, den er am liebsten sofort wieder loshaben möchte.

Der Autor lässt uns über einen Zeitraum von zwanzig Jahren teilhaben am Leben der Bewohner des irischen Küstenorts . Ambrose und seine Familie stehen zwar im Mittelpunkt, doch diese Geschichte bietet noch viel mehr. Es geht um Geschwister-Rivalität, schwierige Familienbeziehungen, Zusammenhalt innerhalb einer Dorfgemeinschaft, Zukunftssorgen, Liebe, Trauer, Freundschaft, eigentlich hat dieses Buch alles zu bieten, was ich mir für einen guten Roman wünsche.
Der Schreibstil ist sehr ungewöhnlich, so gibt es nicht eine einzelne Person als Erzähler, sondern die Geschichte wird aus Sicht des ganzen Dorfes erzählt. Ich fand diese Erzählweise irgendwie besonders und mir hat das sehr gut gefallen. Zum Schluss möchte ich auch noch das Cover erwähnen. Ein Junge, der einem Fischerboot hinterher schaut, sein Blick irgendwie traurig, wirklich schön und passend zur Geschichte.

Ein Buch, das zu Herzen geht und das ich auf jeden Fall empfehlen würde.

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was für ein Leben

Schwebende Lasten von Annett Gröschner

In "Schwebende Lasten" erzählt uns die Autorin Annett Gröschner vom Leben einer starken Frau. 

Hanna Krause verliert schon mit vier Jahren ihre Mutter. Der Vater war vorher schon aus ihrem Leben verschwunden, also werden Hanna und ihre zwei Jahre ältere Schwester Liese schon sehr früh zu Vollwaisen.

Außer den beiden erwachsenen Halbschwestern Margarete und Rose haben sie nun keine Familie mehr. Rose und ihr Mann Walter nehmen die Mädchen bei sich auf und lassen die beiden in den kommenden Jahren in ihrem Blumenladen mitarbeiten. Obwohl das Leben bei Rose und Walter ziemlich lieblos ist, ist Hanna zufrieden , denn sie liebt die Arbeit im Blumenladen und diese Leidenschaft für Blumen wird sie durch ihr gesamtes Leben begleiten. 

Und dieses Leben war von Anfang an nicht leicht, sie wird ziemlich herumgestoßen, lebt zwischendurch eine Weile in Berlin bei ihrer zweiten Halbschwester Margarete, kommt dann wieder zurück nach Magdeburg, lernt ihren späteren Mann Karl kennen, die beiden heiraten, bekommen mehrere Kinder, irgendwie hat man das Gefühl, Hanna ist dauerschwanger, worüber sie auch teilweise ziemlich unglücklich ist. Karl ist ihr mit den Jahren auch nicht gerade eine große Hilfe, das meiste bleibt immer an Hanna hängen. Trotz ihres beschwerlichen Lebens kann sie sich eines Tages tatsächlich ihren größten Traum vom eigenen Blumenladen erfüllen. Doch leider ist auch dieses kleine Glück nicht von Dauer, es folgt die schlimme Kriegszeit, Hunger, Sorgen, jeder Tag wird zum Kampf ums Überleben für Hanna und ihre Familie. Doch Hanna verliert sogar in den schlimmsten Zeiten nie den Mut und die Zuversicht, dass es schon irgendwie weitergeht. Sie nimmt sogar einen Job als Kranführerin an, obwohl ihr das anfangs nicht gerade leichtfällt. 
Auch nach dem Krieg wird Hannas Leben nie wirklich leicht, es warten noch sehr viele Herausforderungen auf sie und man fragt sich beim Lesen oft "wie kann ein Mensch so viele schlimme Schicksalsschläge und Entbehrungen ertragen und doch immer noch so positiv sein?"
Hanna hat mich sehr an meine Oma erinnert, die ebenfalls diese schlimmen Zeiten miterlebt hat, sie hat mir oft davon erzählt und ihr Leben war dem von Hanna schon sehr ähnlich. Vielleicht hat mich dieses Buch auch deshalb so oft zum Weinen gebracht. Hannas Kindheit, der Krieg, die vielen schlimmen Verluste , die ganze Verantwortung , die immer nur auf ihr lastete , ein langes Leben , das die meiste Zeit ein Kampf war. Und trotzdem hat sie nie aufgegeben, hat nie gejammert über ihr Schicksal, hatte für jeden Verständnis, auch, wenn man sie oft richtig lieblos behandelt hat.

Hannas Liebe zu Blumen war wie ein roter Faden, der sich durch die ganze Geschichte zog, jedes Kapitel begann auch mit der Beschreibung einer Pflanze, dadurch wurde das ganze etwas aufgelockert, es war direkt spürbar, dass diese Leidenschaft ihr Trost durch viele schwere Zeiten gab.

Ein trauriges , herzzerreißendes Buch , das mich garantiert noch sehr lange beschäftigen wird. Von mir eine klare Leseempfehlung, aber unbedingt Taschentücher bereitlegen, es ist keine leichte Kost.

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Hilda und ihre Freunde stürzen sich ins Abenteuer

Hilda Hasenherz. Das Abenteuer auf der Adlerinsel von Tobias Goldfarb

 "Hilda Hasenherz - Das Abenteuer auf der Adlerinsel" von Tobias Goldfarb ( IIlustriert von Verena Körting ) , ein Kinderbuch über Freundschaft, Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Mut.

Das Hasenmädchen Hilda Hasenherz lebt auf Schloss Löffelburg und ist dort die königliche Abenteuer- und Heldenhäsin.

Während im Palast gerade ein Frühlingsfest vorbereitet wird, langweilt sich Hilda, denn sie wünscht sich ,einfach nur mal wieder ein richtig aufregendes Abenteuer zu erleben. Da kommt es ihr gerade recht, als ein Papageientaucher auftaucht und Post für ihren Freund Prinz Lämpchen mitbringt. In diesem Brief steht nämlich, dass Lämpchens Mutter, die vor längerer Zeit einfach verschwunden ist, von einem Adler gefangen gehalten wird. 

Hilda und Lämpchen planen sofort, sich auf die Suche nach ihr zu machen, und sie irgendwie zu befreien. Doch allein wollen sich die beiden nicht auf diese gefährliche Reise begeben und so holen sie sich Unterstützung von ihren Freunden Eicho, dem Eichhörnchen, Robinius von Rosenzweig, dem Rothkelchen und Igromir dem Igel. Leicht wird ihr Vorhaben aber trotzdem nicht und dass sich zwischen ihnen und der Adlerinsel ein großes Meer befindet und keiner von ihnen schwimmen kann, bleibt da nicht die einzige Schwierigkeit, die sie überwinden müssen. Zum Glück sind die Abenteurer aber sehr einfallsreich und lassen sich nicht so schnell entmutigen und so stürzen sie sich wagemutig hinein ins große Abenteuer.

"Das Abenteuer auf der Adlerinsel" ist bereits der 2. Teil der Reihe über Hilda Hasenherz und ihre Freunde. Den 1.Teil kenne ich noch nicht, es war auch nicht unbedingt nötig , um das Buch zu verstehen, doch da immer mal wieder kleine Anspielungen über das erste Buch eingestreut wurden , wäre es sicher hilfreich, wenn man die Bücher der Reihe nach liest.

Ich habe die Geschichten zusammen mit meinen Enkeln gelesen und uns sind die kleinen Abenteurer sofort ans Herz gewachsen. Die einzelnen Kapitel sind kurz genug, um die Geschichten nach und nach auch gut als Gute-Nacht-Geschichten vorzulesen. Die Illustrationen sind allerliebst und bereichern dieses Buch sehr. Insgesamt ein tolles Kinderbuch für Kinder ab 6 Jahren, das uns richtig gut gefallen hat.

Hervorheben möchte ich auch nochmal das wunderschöne Cover, das sticht sofort ins Auge und macht Lust auf die Geschichten. Meine Enkel und ich freuen uns jetzt schon auf viele weitere Abenteuer mit Hilda Hasenherz und ihren Freunden .

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Jungs sind stark, Mädchen wollen schön sein

Schwimmen im Glas von Eva Lugbauer

In "Schwimmen im Glas" begleitet man Lore ab ihrem 10. Lebensjahr in den 90er Jahren . Sie lebt in einem kleinen Dorf, der Vater ist Bürgermeister, die Mutter Pfarramtssekretärin. Im Nebenhaus wohnen die Großeltern, mit denen Lore viel Zeit verbringt. Von klein auf, lernt sie, dass Mädchen anders behandelt werden als Jungs, Mädchen und Frauen wollen einfach schön aussehen, erzählt man ihr, Jungs sind stärker, deshalb dürfen ihre beiden Brüder ganz andere Dinge tun, als Lore.

Mädchen werden von den Jungen und Männern irgendwie nicht ernstgenommen. Ganz besonders der Großvater lässt sie das immer wieder spüren. Der Großvater hat sowieso ganz spezielle Ansichten über die Aufgaben von Mädchen und Frauen, an seine strengen Regeln muss sich jeder halten. Die Oma ist lieb zu Lore, doch etwas lockerer geht es nur zu, wenn der Opa unterwegs ist und selbst dann, spürt man irgendwie beim Lesen so eine bedrückende Grundstimmung. Auf Fragen, die Lore stellt, kommt meistens die Antwort "das verstehst du später", ein falscher Löffel kann schon eine Krise auslösen , also ich fand die Beschreibungen des Alltags in Lores Kindheit oft richtig trostlos.
Tante Ursula hat ganz moderne Ansichten über die Rolle der Frauen, weshalb sie bei Familientreffen immer wieder aneckt und ihre Besuche auch immer eher kurz ausfallen. Lore mag Tante Ursula und darf sie auch regelmäßig in der Stadt besuchen. Bei ihr lernt sie ein ganz anderes, viel freieres Leben kennen und genießt diese Zeit mit ihrer Tante sehr.

Als Erwachsene hat Lore es überraschenderweise geschafft, sich ein anderes Leben aufzubauen, als das, was ihre Familie ihr vorgelebt hat doch ganz unerwartet wird sie dann nochmal mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.

"Schwimmen im Glas" von Eva Lugbauer war für mich nicht einfach zu lesen und noch schwerer fällt mir die Rezension dazu. Der Schreibstil ist sehr ungewöhnlich und ziemlich gewöhnungsbedürftig, viele kurze, oft abgehackte Sätze, sehr oft auch nur Andeutungen, sogenannte "Gedankenstriche". Vieles wirkt so distanziert, die Personen irgendwie unnahbar. den Großvater und Lores Brüder fand ich einfach nur unsympathisch, die Frauen zu duldsam, sogar Ursula hätte ich mir noch etwas rebellischer gewünscht. Ich habe sehr lange gebraucht, um überhaupt einen Zugang zu dem Buch zu finden, so richtig begeistern konnte es mich leider bis zum Schluss nicht. Schlecht fand ich es nicht, aber eben auch nicht richtig gut. 

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