Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PeLi:
Jungs sind stark, Mädchen wollen schön sein
Schwimmen im Glas von Eva Lugbauer
In "Schwimmen im Glas" begleitet man Lore ab ihrem 10. Lebensjahr in den 90er Jahren . Sie lebt in einem kleinen Dorf, der Vater ist Bürgermeister, die Mutter Pfarramtssekretärin. Im Nebenhaus wohnen die Großeltern, mit denen Lore viel Zeit verbringt. Von klein auf, lernt sie, dass Mädchen anders behandelt werden als Jungs, Mädchen und Frauen wollen einfach schön aussehen, erzählt man ihr, Jungs sind stärker, deshalb dürfen ihre beiden Brüder ganz andere Dinge tun, als Lore.
Mädchen werden von den Jungen und Männern irgendwie nicht ernstgenommen. Ganz besonders der Großvater lässt sie das immer wieder spüren. Der Großvater hat sowieso ganz spezielle Ansichten über die Aufgaben von Mädchen und Frauen, an seine strengen Regeln muss sich jeder halten. Die Oma ist lieb zu Lore, doch etwas lockerer geht es nur zu, wenn der Opa unterwegs ist und selbst dann, spürt man irgendwie beim Lesen so eine bedrückende Grundstimmung. Auf Fragen, die Lore stellt, kommt meistens die Antwort "das verstehst du später", ein falscher Löffel kann schon eine Krise auslösen , also ich fand die Beschreibungen des Alltags in Lores Kindheit oft richtig trostlos.
Tante Ursula hat ganz moderne Ansichten über die Rolle der Frauen, weshalb sie bei Familientreffen immer wieder aneckt und ihre Besuche auch immer eher kurz ausfallen. Lore mag Tante Ursula und darf sie auch regelmäßig in der Stadt besuchen. Bei ihr lernt sie ein ganz anderes, viel freieres Leben kennen und genießt diese Zeit mit ihrer Tante sehr.
Als Erwachsene hat Lore es überraschenderweise geschafft, sich ein anderes Leben aufzubauen, als das, was ihre Familie ihr vorgelebt hat doch ganz unerwartet wird sie dann nochmal mit ihrer Vergangenheit konfrontiert.
"Schwimmen im Glas" von Eva Lugbauer war für mich nicht einfach zu lesen und noch schwerer fällt mir die Rezension dazu. Der Schreibstil ist sehr ungewöhnlich und ziemlich gewöhnungsbedürftig, viele kurze, oft abgehackte Sätze, sehr oft auch nur Andeutungen, sogenannte "Gedankenstriche". Vieles wirkt so distanziert, die Personen irgendwie unnahbar. den Großvater und Lores Brüder fand ich einfach nur unsympathisch, die Frauen zu duldsam, sogar Ursula hätte ich mir noch etwas rebellischer gewünscht. Ich habe sehr lange gebraucht, um überhaupt einen Zugang zu dem Buch zu finden, so richtig begeistern konnte es mich leider bis zum Schluss nicht. Schlecht fand ich es nicht, aber eben auch nicht richtig gut.
ein Familiengeheimnis
Vor hundert Sommern von Katharina Fuchs
Anjas Mutter Elisabeth lebt seit kurzem in einem Seniorenheim, und Anja trifft sich nun mit ihrer Tochter Lena, um die Wohnung von Elisabeth auszuräumen. Dabei finden sie einige sehr interessante Dinge aus der Vergangenheit und stoßen dabei auch auf einiges, was Anjas Großtante Clara gehörte.
Viel wissen Anja und Lena nicht von Clara, denn aus der Vergangenheit und besonders um Clara wurde bisher immer ein ziemliches Geheimnis gemacht. Als sie nun auf dem Dachboden Dinge finden, die zum Teil auch etwas erschreckend sind, wollen sie unbedingt wissen, was es damit auf sich hat und so sprechen sie Elisabeth auf ihre Funde an.
Obwohl es Elisabeth offensichtlich anfangs sehr schwer fällt, beginnt sie sich mit der Zeit immer mehr zu öffnen und erzählt ihrer Tochter und Enkelin nach und nach ein großes Familiengeheimnis, das sie in all den Jahren für sich behalten hat und das sie auch heute noch schmerzt. Und auch für Anja und Lena wird es nicht leicht, die Zeit , über die Elisabeth berichtet, in Gedanken mitzuerleben. Vor allem geht es in Elisabeths Erzählungen um Anjas Großtante Clara und die Zeit in den 20er und 30er Jahren, Clara interessierte sich nicht für Politik und trotzdem wurde sie in die schlimmen politischen Geschehnisse hineingezogen, die damals zur immer größeren Gefahr auch für ihre Familie wurden.
"Vor hundert Sommern" wird aus drei verschiedenen Perspektiven erzählt, einmal in der Gegenwart abwechselnd von Anja und Lena und in der Vergangenheit begleiten wir Clara und ihre Familie und Freunde in einer wirklich schlimmen Zeit. Ich muss sagen, mich hat dieser Teil über die damalige Zeit sehr viel mehr gefesselt, als die Abschnitte über die Gegenwart. "Claras" Teil war packend von Anfang bis Ende, man hat mitgefiebert und mitgelitten , während mir vieles aus der Gegenwart viel zu langatmig war und die Dialoge waren oft einfach nur flach und für mich uninteressant . Das Buch ist ein dicker Wälzer von 542 Seiten und meiner Meinung nach hätte man da einiges kürzen können. Es langweilte mich mit der Zeit einfach, wenn Anja oder Lena jedem immer wieder erzählen mussten, wie vorbildlich Lena doch lebt. Es ist okay, das zu erwähnen, es gehört ja zu dieser Geschichte, aber bitte nicht so oft und nicht in Gesprächen, wo es eigentlich völlig unwichtig ist . Und so fand ich in dem Teil der Gegenwart immer wieder einfach langweilige Dialoge und ich habe mich irgendwann dabei erwischt, dass ich die Teile von Anja und Lena teilweise nur noch schnell überflogen habe , um schneller wieder zum Teil von Clara zu kommen, denn diesen Teil fand ich wahnsinnig spannend und auch sehr emotional, so, dass ich beim Lesen oft mit den Tränen kämpfen musste.
Ich kannte die Autorin bisher nicht, werde mir aber jetzt auf jeden Fall auch noch ihre vorherigen Bücher anschauen, weil mir der Teil über Clara so gut gefiel. Dieser Teil ist auch der Grund, dass ich für das Buch 4 Sterne vergebe, obwohl mir die anderen beiden Handlungsstränge nicht so gut gefielen.
Träumen alleine reicht nicht
Achtzehnter Stock von Sara Gmuer
In "Achtzehnter Stock" von Sara Gmuer geht es um die alleinerziehende Mutter Wanda und ihre kleine Tochter Karlie. Die beiden leben im Achtzehnten Stock eines Berliner Plattenbaus. Wandas größter Wunsch ist es, aus diesem Problemviertel rauszukommen, sie träumt von einem glamourösen Leben als Schauspielerin, doch, außer ab und zu mal einen kleinen Werbefilm, hat sie noch nichts gedreht.
Die Wohnung oder eigentlich das ganze Haus eine Bruchbude, der Aufzug nicht zu nutzen, weil er ständig von den Mietern als Müllhalde benutzt wird und im Kühlschrank herrscht gähnende Leere.
Doch Wanda ist sich zu fein, einen ganz normalen Job zu suchen, um sich und ihr Kind ernähren zu können. Hartz 4 will sie auch nicht beantragen, sie schaut eher auf die anderen Mütter im Haus herab, die von Hartz 4 leben. Andererseits ist sie sich aber nicht zu fein, von diesen Müttern, auf die sie herabschaut, immer wieder was zu schnorren oder ihr Kind bei der Nachbarin unterzubringen, wenn sie selbst unterwegs ist zu irgendwelchen Castings.
Als Karlie sehr krank wird, macht sie sich zwar Vorwürfe, weil sie sich dann doch ein bisschen schuldig fühlt, dass es so weit kommen konnte, sie kümmert sich dann auch um ihre Tochter, doch irgendwann läuft alles wie immer, sie träumt vom großen Durchbruch, von einem Luxusleben , ganz am anderen , besserem Teil von Berlin.
Und tatsächlich bekommt sie dann ganz überraschend eine große Chance, alles läuft super für sie, endlich ist sie ihrem Traum ganz nah und sie sieht sich bereits als berühmten Star auf dem roten Teppich.
Doch das Leben ist kein Wunschkonzert und manchmal findet man sein Glück auch dort, wo man es nie vermutet hätte.
Mir fällt es gar nicht so leicht, dieses Buch zu bewerten, denn die Grundidee und der Schreibstil gefielen mir sehr gut. Doch leider wurde ich überhaupt nicht warm mit den meisten Personen im Buch. Wanda und auch ihre Nachbarinnen waren mir alle sehr unsympathisch. Wanda hat mich wütend gemacht, weil sie immer nur darauf wartete, dass endlich ihr Traum, eine große Filmkarriere zu machen, in Erfüllung geht. Um das zu erreichen, vernachlässigte sie immer wieder ihre kleine Tochter. Ich hatte einfach nur Mitleid mit der kleinen Karlie, fand es traurig, dass sie so ein Leben führen muss. Aylins Mama war mir auch unsympathisch, doch zu Karlie war sie wenigstens (einigermaßen) lieb.
Die Männer in der Geschichte kamen allerdings besser weg ( jedenfalls zwei davon), die waren mir sympathisch und ich hatte eigentlich auch auf ein anderes Ende gehofft. Leider muss ich sagen, im Großen und Ganzen war mir das Buch zu deprimierend und es hat kein positives Gefühl bei mir hinterlassen.
etwas langatmig
Middletide - Was die Gezeiten verbergen von Sarah Crouch
"MIDDLETIDE - Was die Gezeiten verbergen" von Sarah Crouch ist eine Mischung aus Liebesroman und Krimi und es geht darin hauptsächlich um den erfolglosen Schriftsteller Elijah Leith und seine große Liebe Nakita. Die beiden waren schon als Jugendliche ein Paar, allerdings wollte Elijah dann unbedingt Schriftsteller werden und dachte, das könnte er eher, wenn er seinen kleinen Heimatort Point Orchards verlässt.
Also verließ er nicht nur seine Heimat, sondern gleichzeitig Nakita. Die beiden gaben sich zwar am Tag des Abschieds noch ein Versprechen, aber auch daran hielt sich Elijah nicht.
15 Jahre später kommt er dann , als gescheiterter Schriftsteller zurück . Er hat zwar ein einziges Buch veröffentlicht, aber das wurde nur einige wenige Male verkauft. Er zieht in die kleine , heruntergekommene Hütte im Wald, die ihm sein Vater vermacht hat und lebt dort ziemlich zurückgezogen. Seiner großen Liebe Nakita trauert er immer noch nach und schafft es irgendwann dann auch, ihr wieder näherzukommen. Doch, gerade, als die beiden anfangen, wieder über eine gemeinsame Zukunft nachzudenken, geschieht etwas sehr Schlimmes, das Elijahs Leben erneut auf den Kopf stellt.
Erin, die wunderschöne und im ganzen Ort bewunderte junge Ärztin wird erhängt an einem Baum gefunden. Ganz in der Nähe von Elijas Zuhause. Zunächst geht eigentlich jeder von Suizid aus, vor allem, weil bei der Leiche ein Abschiedsbrief gefunden wird und Erin auch nachvollziehbare Gründe hatte, nicht mehr leben zu wollen. Doch dann gibt es die ersten Anzeichen , dass es sich um Mord handeln könnte. Und immer mehr Hinweise deuten auf Elijah und so wird er schnell zum Hauptverdächtigen.
Diese Geschichte fing spannend an, als im Januar 1994 die Leiche von Erin entdeckt wird. Danach war es dann allerdings erst einmal mit der Spannung vorbei, denn es folgten mehrere Handlungsstränge, die immer wieder so wild durcheinander wechselten, dass ich manchmal gar nicht wusste, in welchem Jahr wir uns in der Geschichte gerade befanden. Es wurden dann jedenfalls die Geschichte von Elijah und Nikita erzählt, nachdem Elijah sie Anfang der 70er Jahre für seinen Traum, Schriftsteller zu werden, verlassen hatte. Dann , als er 15 Jahre später wieder zurück kam und versuchte, sich wieder ein Leben in Point Orchards aufzubauen und im dritten Handlungsstrang sind wir dann wieder im Jahr 1994, in dem Elijah unter Mordverdacht steht. Dieses Buch umfasst 375 Seiten und meiner Meinung nach, hätten man da schon einiges kürzen können, mir waren die ausufernden Beschreibungen von Nebensächlichkeiten zu viel. Außerdem war mir die Hauptfigur Elijah so unsympathisch, dass ich nicht so wirklich mit ihm mitfühlen konnte. Einiges fand ich zu kitschig und einiges zu unrealistisch. Es gab aber auch Kapitel, die mir gefielen, also im Großen und Ganzen fand ich das Buch okay, auch, wenn es kein Highlight für mich war.
Rückkehr in die Vergangenheit
Die Schanze von Lars Menz
Das Cover ist nicht so mein Fall, aber es passt zum Buch und mir kommt es sowieso mehr auf den Inhalt an und der war sehr packend.
Ellen verließ nach einem schlimmen Erlebnis während ihrer Abifeier, ihren Heimatort in den Alpen und zog nach Hamburg. Inzwischen sind Jahre vergangen und sie arbeitet dort als Ärztin in einer Klinik.
Eigentlich hatte sie nicht vor, jemals wieder zurückzukehren in den Ort, in dem sie ihren schlimmsten Alptraum erlebt hat, doch, dann gibt der einzige Allgemeinmediziner des Ortes seine Praxis auf und Ellen lässt sich, trotz großer Zweifel, von ihrer Schwester Saskia überreden, diese Praxis zu übernehmen.
Als sie ankommt, passiert allerdings gleich etwas Schreckliches. Ein Mann, den sie aus ihrer Vergangenheit kennt, wird grausam getötet. Mit einem Seil um den Hals, hängt er an der Skischanze. Dieser Leichenfund reißt bei Ellen alte Wunden auf und sie ist sich nicht sicher, ob es nicht doch ein Fehler war, zurückzukommen. Und natürlich fragt sie sich, warum ausgerechnet jetzt , so kurz nach ihrer Ankunft , so etwas passiert und ihr ist sofort klar, dass dieser Mord mit dem Verbrechen von damals zu tun haben muss. Aber wer weiß davon und wer könnte so etwas Grausames tun? Während Ellen versucht, herauszufinden, was hier vor sich geht, muss sie gleichzeitig gegen den Verdacht kämpfen, dass sie selbst diesen Mord begangen haben könnte, denn eigentlich hatte sie das stärkste Motiv von allen.
Ich fand dieses Buch sehr spannend. Schon der Anfang hat es richtig in sich, man wird Zeuge des Mordes und bekommt einen ersten Eindruck von der wirren Psyche des Mörders. Der Täter kommt zwischendurch während der ganzen Story auch immer wieder zu Wort, das hat mir sehr gut gefallen. Man weiß dann zwar nicht, wer es ist, kennt aber seine Gedanken und erfährt auch einiges über seine Vergangenheit. Das, was Ellen in ihrer Jugend Schlimmes erlebt hat, kommt auch erst im Laufe der Geschichte so nach und nach heraus.
Man kann sich natürlich von Anfang an denken, was damals passiert ist, aber wie schlimm alles tatsächlich war und warum sie geflüchtet ist, das erfährt man erst später. Und das macht es auch so spannend, man rätselt die ganze Zeit, wer in der Sache mit drin steckt und wem Ellen überhaupt noch trauen kann.
Am Schluss war mir manches, was den Täter anging, zwar ein kleines bisschen zu unrealistisch, aber trotzdem fand ich das Buch durchgehend fesselnd und würde es auf jeden Fall empfehlen.
gut zu lesen, aber hatte einige Längen
Der König von Jo Nesbø
Eigentlich liebe ich die Bücher von Jo Nesbø und fand alle, die ich bisher gelesen hatte, von Anfang bis Ende spannend. Bei "Der König" ging es mir diesmal leider nicht so, ich habe sehr lange gebraucht, richtig in die Geschichte einzutauchen. Ich weiß nicht, ob es geholfen hätte, den Vorgänger zu lesen, ich habe erst im Nachhinein entdeckt, dass es da offenbar schon einen ersten Band ( Das Königreich) gibt.
Allerdings ist es nicht so, dass man nicht versteht, um was es geht, also man kommt schon gut mit. Leider waren mir die beteiligten Personen aber alle nicht sympathisch, ich konnte nicht wirklich mitfühlen , bei mir schwankte es immer hin und her, mal fand ich Roy am schlimmsten, mal Carl. Ungefähr nach der Hälfte des Buches war meine "Sympathie" dann allerdings auf Roy's Seite und Carl war für mich der schlimmere Bruder. Die zweite Hälfte war dann auch spannender, auch, wenn es für mich auf keinen Fall an frühere Jo Nesbø Bücher rankommt. Es zog sich alles ziemlich und vieles war auch zu vorhersehbar, um wirklich Spannung aufkommen zu lassen.
Das Hauptthema dieses Buches ist der Bruderzwist zwischen Roy und Carl Opgard. Roy ist der ältere und er hat schon von klein auf die Beschützerrolle für Carl übernommen und seitdem für ihn schon sehr viele Hindernisse und Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt. Für Carl scheint das alles selbstverständlich zu sein, er ist es inzwischen einfach gewohnt, dass alle nach seiner Pfeife tanzen. Die beiden schmieden große Pläne für Os, einem abgelegenen kleinen Ort in Norwegen, wo die beiden Zuhause sind. Bis ein Tunnel gebaut werden soll, der ihnen bei den Plänen einen Strich durch die Rechnung machen könnte.
Also müssen neue Pläne geschmiedet werden, diesen Tunnel zu verhindern. Zuerst gemeinsam, doch dann immer mehr jeder für sich.
Das Ende war für mich dann einerseits traurig, aber auch nicht überraschend, man hat vorher schon damit gerechnet, dass es so kommen wird.
Mir hat das Buch gefallen, auch, wenn es eine ganze Weile dauerte , hineinzufinden, ich mag den Schreibstil von Jo Nesbø einfach. Trotzdem bin ich nicht restlos begeistert, wie bei seinen früheren Büchern
leider für mich enttäuschend
Das kleine Café der zweiten Chancen von Shiori Ota
Ich hatte mich sehr auf dieses Buch gefreut, das Cover ist toll und der Klappentext hat mich richtig neugierig gemacht. Leider hat der Inhalt des Buches aber nur wenig mit dem Klappentext gemeinsam und ich fand die Geschichte über das kleine japanische Café, in dem den Gästen Reisen in die Vergangenheit ermöglicht werden können, um Dinge in Ordnung zu bringen, die sie bereuen, weil sie vielleicht damals eine falsche Entscheidung getroffen haben.
Auch die Schülerin Himari landet durch Zufall in diesem Café. Und stellt bald fest, dass sie mit dem, was in dem seltsamen Café vorgeht, mehr zu tun hat, als sie sich zunächst vorstellen kann.
Ich muss leider sagen, für mich war dieses Buch nichts, obwohl mich dieses magische Thema grundsätzlich interessiert hat und es waren auch einige gute Stellen dabei. Doch im Großen und Ganzen, war mir der Schreibstil einfach zu seltsam. Die Gespräche der Personen waren oft völlig nichtssagend, vor fast jedem Satz dann auch noch "ähm", "hmpf","hm", "ah", ich fand das nach einiger Zeit einfach nur noch nervig und habe mich dabei erwischt, wie ich immer mehr Passagen nur noch schnell überflogen habe. Wahrscheinlich muss man Manga Fan sein, um dieses Buch gut zu finden und vielleicht hatte ich aufgrund des Klappentextes einfach andere Erwartungen. Für mich jedenfalls kein Buch, das ich weiterempfehlen würde.
Licht und Schatten
Die Berghebamme - Hoffnung der Frauen von Linda Winterberg
Oberbayern im Jahre 1893. Maria hat gerade ihre Ausbildung als Hebamme in einer modernen Münchener Gebäranstalt mit Auszeichnung abgeschlossen. Alles läuft für sie privat und auch beruflich im Moment sehr gut.
Da bekommt sie einen Brief von ihrem Jugendfreund Max, der sie bittet, zurück in ihr Heimatdorf Brannenburg zu kommen, um dort die Nachfolgerin der alten Berghebamme Alma zu werden.
Maria ist hin und her gerissen, einerseits möchte sie Max nicht absagen, denn ihm hat sie viel zu verdanken, da er immer wie ein Bruder zu ihr hielt, während ihrer schwierigen Kindheit als uneheliches Findelkind. Sie musste ihre ganze Kindheit hindurch gegen alle möglichen Vorurteile kämpfen und richtig zugehörig hat sie sich in dem Ort nie gefühlt. Nach langem Überlegen, entschließt sie sich aber nun doch, die Heimreise anzutreten und die Nachfolgerin von Alma zu werden.
In Brannenburg angekommen, muss sie leider feststellen, dass es nicht so leicht werden wird, wie Max ihr vorausgesagt hatte. Wegen ihrer Herkunft akzeptiert man sie auch heute noch nicht in dem Ort, von mancher Seite schlägt ihr sogar richtiger Hass entgegen. Und auch Alma hat überhaupt nicht vor, sich aus dem Beruf zurückzuziehen und für sie das Feld zu räumen. Und als wäre das noch nicht genug an Problemen , kommen bei ihr plötzlich auch noch Gefühle für Max auf, die alles andere als brüderlich sind. Und das darf nicht sein, denn Max ist verheiratet und seine Frau erwartet gerade ihr erstes gemeinsames Kind.
Im Großen und Ganzen hat mir dieses Buch gut gefallen, auch, wenn mich etwas genervt hat, dass sich einiges zu oft wiederholte. Marias Überlegungen über ihre Zukunft in Brannenburg z.B., kaum kam irgendeine negative Aussage von den Frauen im Dorf, schon machte sie sich wieder die immer gleichen Gedanken. Und, das ständige "Schwesterlein" fand ich auch etwas zu viel, so wie auch einige andere , doch schon etwas gewöhnungsbedürftige Dialoge nicht so ganz mein Fall waren.
Das Positive überwog allerdings und , gerade gegen Ende wurde es nochmal sehr berührend, so dass ich das Buch auf jeden Fall empfehlen würde und ich werde ganz bestimmt auch noch die anderen Teile dieser Reihe lesen, die im nächsten Jahr erscheinen.
sehr emotional, hat aber auch einige Längen
Die Frauen von Maine von J. Courtney Sullivan
In ihrer Kindheit und Jugend zieht es Jane Flanagan immer wieder zu einem alten Haus auf den Klippen von Maine. Meistens ist sie ganz alleine auf diesem Grundstück, denn das geheimnisumwitterte alte Gebäude hat bei den Bewohnern des Ortes den Ruf, dass es dort spuken soll. Jane glaubt nicht an Geister, für sie ist das "lila Haus", wie es wegen seiner lilafarbenen Außenfassade genannt wird, der perfekte Rückzugsort.
Sie fühlt sich dort wohl und irgendwie ist es auch eine Art Flucht für sie, denn ihr Zuhause , das sie mit ihrer Schwester und ihrer alkoholkranken Mutter bewohnt, ist für sie leider kein Wohlfühlort.
Aus diesem Grund verlässt sie ihre Heimat auch, sobald sie ihren Schulabschluss hat. Inzwischen arbeitet sie als Archivarin am Harvard Radcliffe Institut in Cambridge. Leider macht sie dann aber eine sehr große Dummheit und riskiert dadurch nicht nur ihren Traumjob, sondern auch ihre Ehe . Sie flüchtet erst einmal in ihre alte Heimat, um sich darüber klarzuwerden , wie es weitergehen soll und um wieder mehr Zeit mit ihrer besten Freundin Allison zu verbringen, die immer noch in dem Ort ihrer gemeinsamen Kindheit lebt.
Janes ehemaliger Rückzugsort, das lila Haus auf den Klippen, das ewig lange leer stand, hat inzwischen ,zu ihrem Entsetzen, neue Besitzer. Genevieve, will das Anwesen mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn als Sommerhaus nutzen und baut es gerade um. Als Genevieve Jane bittet, alles über die ehemaligen Besitzer des Hauses herauszufinden, nimmt Jane, die sich ja selbst sehr für die Vergangenheit des Hauses interessiert, den Auftrag gerne an. Zu dem Zeitpunkt weiß sie allerdings noch nicht, dass Genevieve einen ganz bestimmten, eigennützigen Grund hat, mehr über die ehemaligen Bewohner ihres neuen Sommerhauses zu erfahren.
Was Jane dann bei ihren Recherchen alles herausfindet, ganz besonders über die Frauen, die früher im "lila Haus" lebten, ist sehr herzergreifend.
Ich fand "Die Frauen von Maine" zum großen Teil sehr schön und emotional. Die Kapitel werden abwechselnd aus verschiedenen Perspektiven erzählt, man lernt nach und nach also alle ehemaligen Bewohnerinnen des Anwesens und ihre , zum Teil, wirklich traurigen Schicksale kennen.
Mir gefiel auch der Mystery-Anteil der Geschichte sehr gut und ich hätte mir noch mehr Antworten gewünscht , denn einiges blieb dann leider am Ende noch offen und wurde für meinen Geschmack etwas zu schnell abgeschlossen.
Auch , was Jane persönlich betrifft, war ich nicht so ganz glücklich mit dem Abschluss. Und leider war mir auch der , doch sehr sehr große Teil mit den Erklärungen über das Leben der indigenen Völker , etwas zu viel und dadurch oft sehr langatmig. Es war schon interessant, mehr über die Ureinwohner zu erfahren, aber für mich war dieser Teil einfach zu umfangreich und ich muss zugeben, dass ich einige dieser sehr ausführlichen Stellen ziemlich schnell überflogen habe.
Der Schreibstil der Autorin gefällt mir aber so gut, dass ich jetzt auch die anderen Bücher von ihr lesen möchte.
Reichtum alleine macht auch nicht glücklich
Pineapple Street von Jenny Jackson
Die Pineapple Street in Brooklyn Heights, ist eine der nobelsten Gegenden New Yorks und Mittelpunkt dieses Romans, denn hier ist das Zuhause der reichen und einflussreichen Familie Stockton. Nicht nur die Mutter Tilda, sondern auch die Töchter Darley und Georgiana sind ziemliche Snobs, weshalb es die eingeheiratete Sasha auch nicht leicht hat.
Obwohl sie alles tut, um sich bei ihren Schwiegereltern und den beiden Schwägerinnen beliebt zu machen, hat sie immer das Gefühl, nie wirklich vollwertiger Teil dieser Familie zu sein. Wie der gemeine Spitzname , den ihre Schwägerinnen im Geheimen für sie haben, zeigt, täuscht sie ihr Gefühl da auch nicht.
Die Autorin Jenny Jackson erzählt nun in " Pineapple Street" die Geschichte dieser wohlhabenden Familie und ganz besonders geht es um diese drei jungen Frauen. Da wäre zunächst Darley, die älteste Tochter der Stocktons, die für die Liebe zu ihrem Mann ein Opfer bringt, das größer ist, als sie sich anfangs vorstellen konnte.
Die zweite ist die jüngste Tochter Georgiana, die bisher immer Pech in der Liebe hatte, sich dann unsterblich in einen Mann verliebt, den sie eigentlich nicht lieben sollte und die ihr Leben nach einem Schicksalsschlag schließlich radikal ändern möchte.
Und dann wäre da noch Sasha, die Schwägerin der beiden, aufgewachsen in der Mittelschicht und nie ganz zugehörig in der versnobten Familie ihres Mannes und die alles tut, um dazuzugehören.
Das Cover ist ziemlich schlicht gehalten, gefällt mir aber sehr gut. Und die Geschichte der Familie Stockton war sehr fesselnd, der lebendige Schreibstil machte es mir sehr leicht, ganz in die Familiengeschichte einzutauchen. Sowohl Darley und Georgiana, als auch Sasha waren mir anfangs eher unsympathisch, wurden aber im Laufe der Geschichte immer liebenswerter. Ein tiefsinniges Buch mit sehr viel Herz und einer Prise Humor, das mir sehr gut gefallen hat.











