Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PucKker:
Grandios
Fakten sind auch nur Meinungen von Jens Foell
„Fakten sind auch nur Meinungen“ hat mich schon mit seiner Kurzbeschreibung neugierig gemacht, und es hat die Erwartungen absolut erfüllt. Jens Foell gelingt es, kritische Auseinandersetzungen mit der Wissenschaft auf eine Weise zu präsentieren, die sowohl tiefgründig als auch leicht verständlich ist.
Als jemand, der Bücher wie „Science Fictions“ von Stuart Ritchie schätzt, habe ich besonders die logischen und klar strukturierten Argumentationslinien in Foells Werk genossen.
Das Buch ist nicht nur informativ, sondern auch unterhaltsam – die Beispiele sind oft mit einem Augenzwinkern erzählt, was den Lesefluss angenehm leicht macht. Auch wenn manche Argumente und Themen mir nicht völlig neu waren, hat Foell sie so aufbereitet, dass sie mich doch noch mit frischen Perspektiven überraschten. Besonders die humorvolle und gleichzeitig präzise Art, in der er komplexe Sachverhalte erklärt, hat das Lesen zu einem echten Vergnügen gemacht. Ein Muss für alle, die gerne hinterfragen, was vermeintlich „wissenschaftliche Fakten“ sind!
Gut
Haltung gut, alles gut von Dr. med. Michael Lehnert
Ein wirklich verständlich geschriebenes Buch, das viele verschiedene Aspekte rund um Haltung und körperliche Beschwerden aufgreift – vom klassischen Handynacken bis hin zu weniger bekannten Themen wie dem Birnenmuskel oder dem Zwerchfell. Natürlich betreffen einen nicht alle Krankheitsbilder, aber man findet sich in mehr wieder, als man vielleicht vorher denkt.
Was mir besonders gut gefallen hat: Die Kapitel stehen für sich, sodass man gezielt das lesen kann, was einen interessiert. Und die Übungen am Ende jedes Abschnitts sind sehr anschaulich gestaltet, nachvollziehbar erklärt und oft direkt umsetzbar. Ein paar davon werde ich sicher regelmäßig machen.
Klar, ein paar kleinere Wünsche hätte ich trotzdem: Ich hätte mir ein allgemeines Einstiegskapitel zur „guten Haltung“ als Basis gewünscht – also so eine Art Mini-Grundlage ganz am Anfang. Und das Kapitel zum Zwerchfell wäre meiner Meinung nach weiter vorne besser platziert gewesen, weil in vielen Übungen das Atmen sowieso eine Rolle spielt. Aber das ist eher eine strukturelle Kleinigkeit.
Der Schreibstil ist angenehm locker und an vielen Stellen sogar witzig, ohne dabei unseriös zu wirken. Man merkt, dass hier jemand mit medizinischem Know-how schreibt, der aber trotzdem auf Augenhöhe bleiben möchte.
Und ja, das Cover … sagen wir mal: Geschmackssache. Der nackte Fuß hat bei mir kurz Stirnrunzeln ausgelöst, aber irgendwie passt er auch zu der ungewöhnlichen Mischung aus medizinischem Fachwissen und lockerer Ansprache.
Insgesamt ein empfehlenswertes Buch für alle, die besser verstehen wollen, wie Haltung mit Gesundheit zusammenhängt.
Bewegend
Beduinenmilch von Nirit Sommerfeld
Beduinenmilch hat mich richtig berührt. Talia reist 2014 nach Israel, um ihren Militärdienst anzutreten – aus dem Gefühl heraus, endlich etwas Sinnvolles für ihre Familie zu tun. Anfangs ist sie noch voller Elan, ein bisschen naiv vielleicht, aber entschlossen. Und dann kommt alles ganz anders.
Was mir besonders gefallen hat: Man begleitet sie wirklich auf einer Reise. Ihre Sicht auf die Welt verändert sich, sie trifft Menschen, die sie herausfordern, und merkt, dass man Israelis und Palästinenser nicht einfach in Gut und Böse einteilen kann, auch wenn ihr Umfeld das gern so hätte. Parallel dazu erfährt man viel über die Geschichte von Israel und ihrer Familie, vor allem über ihren Großvater, der im Unabhängigkeitskrieg beteiligt war.
Das Buch regt zum Nachdenken an, ohne belehrend zu sein. Es ist einfach ehrlich erzählt – ruhig, aber eindringlich. Und obwohl es als Jugendbuch gilt, hat es mich auch als Erwachsene total abgeholt. Ich mochte Talia sehr, sie war nahbar, echt, und es war einfach schön, sie zu begleiten.
Einziger kleiner Kritikpunkt: Die Kurzbeschreibung nimmt schon ein bisschen viel vorweg.
Insgesamt ein richtig gutes Buch, das lange im Kopf bleibt.
Detailreich
Putins Angriff auf Deutschland von Arndt Freytag von Loringhoven; Leon Erlenhorst
Ich hatte gehofft, mit diesem Buch ein klareres Verständnis für die Mechanismen russischer Desinformation zu bekommen. Der Klappentext klang hochaktuell und dringend, und gerade deshalb wollte ich mich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen. Leider habe ich mich beim Lesen oft mehr gequält als informiert gefühlt.
Die Autoren haben offensichtlich gründlich recherchiert, das möchte ich ihnen keineswegs absprechen. Jede Seite ist voll mit Daten, Fakten und Beispielen. Aber genau darin liegt für mich das Problem: Es wird so viel gleichzeitig erzählt, dass kaum Raum für Struktur oder Verständlichkeit bleibt. Statt einer klaren Argumentationslinie oder eines roten Fadens fühlt es sich an wie ein permanentes Zubomben mit Informationen.
Für Einsteiger*innen in das Thema ist das Buch meiner Meinung nach nicht geeignet. Man verliert sich schnell in Details und bekommt nur schwer ein Gesamtbild. Für mich wirkte es eher wie eine Mischung aus wissenschaftlicher Abhandlung und politischer Analyse, aber ohne die Leichtigkeit, die es bräuchte, um auch ein breiteres Publikum wirklich zu erreichen.
Ich finde das schade, weil der Gegenstand absolut relevant und dringend ist. Propaganda, Manipulation und die Folgen für unsere Demokratie sollten mehr Aufmerksamkeit bekommen. Aber das Buch hat es bei mir nicht geschafft, dieses Wissen so aufzubereiten, dass ich es wirklich aufnehmen und mitnehmen konnte. Stattdessen fühlte es sich irgendwann an wie eine unliebsame Pflichtlektüre.
Fazit: Ein wichtiges Anliegen, aber so überfrachtet und anstrengend aufbereitet, dass ich leider keine positive Bewertung geben kann.
YA ohne Romance
Ein Cookie für den Dämon von Annette Marie
Ein Buch, das ich mit großer Neugier begonnen habe und das mich in der ersten Hälfte auch wirklich mitgenommen hat. Die Idee, dass eine eher untypische Protagonistin plötzlich mit einem Dämon konfrontiert wird, hatte etwas Frisches. Es war spannend, ein bisschen düster, und die Dynamik zwischen Robin und Zylas war zu Beginn interessant.
Leider flacht die Geschichte für mich nach der Hälfte deutlich ab. Es gibt kaum Entwicklung. Weder in der Beziehung zwischen den Figuren noch in der Hauptfigur selbst. Die Gespräche drehen sich im Kreis, Launen und Gedanken wiederholen sich, und dabei bleiben die Charaktere insgesamt sehr eindimensional. Jede Figur scheint auf eine einzige Eigenschaft reduziert zu sein. Das reicht für mich auf Dauer nicht, um Interesse zu halten.
Gleichzeitig wird die Handlung plötzlich immer actionreicher: ein Kampf hier, eine Wendung da, noch ein Gegner – aber all das passiert eher mit Robin als durch sie. Ihre Rolle wird passiver, und ich hatte das Gefühl, dass sie mehr mitgeschleift wird, als wirklich Teil der Handlung zu sein.
Für eine jüngere Zielgruppe (eher untere YA) mag das Buch trotzdem gut funktionieren, besonders für Leser:innen, die mehr an der Welt und der Idee als an Tiefe und Charakterentwicklung interessiert sind. Romance gibt es hier übrigens keine. Wer darauf hofft, wird enttäuscht.
Insgesamt für mich ein solides Buch mit starkem Anfang, das sein Potenzial aber leider nicht durchhält.
Wenig für den Alltag
Stress verstehen von Eva Peters
Ich bin mit der Erwartung an das Buch gegangen, ein besseres Verständnis für Stress zu bekommen und vor allem auch ein paar konkrete Impulse, wie man individuell damit umgehen kann. Genau dieser Teil, der auf dem Cover sogar angekündigt wird („mit individuellen Strategien Stress bewältigen“), kam für mich aber viel zu kurz.
Erst am Ende geht’s mal schnell um Bewegung, Schlaf, Beziehungen, Beschäftigung … das war weder besonders tief noch irgendwie aktivierend. Und damit auch nicht wirklich hilfreich.
Inhaltlich pendelt das Buch irgendwo zwischen Biologie, Philosophie und Gesellschaftsanalyse. Klingt erstmal spannend, aber für mich war’s zu unfokussiert. Die biologischen Erklärungen waren zum Teil sehr detailliert, gleichzeitig aber so fragmentiert, dass ich wenig mitnehmen konnte. Ich hätte mir eher ein Mindestmaß an verständlicher Biologie gewünscht und darauf aufbauend etwas Konkretes.
Was mir am meisten zu schaffen gemacht hat, war die Struktur: Viele Unterkapitel wirkten durcheinander, Themen aus früheren Kapiteln tauchten später einfach wieder auf, ohne dass ich erkennen konnte, warum. Es war einfach kein roter Faden da.
Ich bin am Ende ehrlich gesagt ratlos zurückgeblieben. Ich weiß nicht, was ich aus dem Buch konkret in meinen Alltag mitnehmen soll, außer: Stress ist komplex, Bewegung ist gut, Süchte sind schlecht. Aber das wusste ich vorher auch schon.
Wichtiges Thema, sympathisch geschrieben – aber der versprochene Mehrwert hat sich für mich leider nicht eingestellt.
Humorvolle Anekdoten
Stress verstehen von Eva Peters
Das Hörbuch "Introvertiert, na und?" von Saskia Fröhlich, gesprochen von ihr selbst und Maximilian Winkel, ist unterhaltsam, aber an manchen Stellen etwas repetitiv. Es geht zwar um Introversion, aber vieles, was gesagt wird, wiederholt nur (bekannte) Grundlagen. Neue Erkenntnisse oder tiefere Einblicke fehlen leider.
Dafür gibt’s aber jede Menge Anekdoten. Für Introvertierte sind die Geschichten gut nachfühlbar. Allerdings bleibt die Wissenschaft dabei auf der Strecke. Es wäre schön gewesen, wenn das Thema Introversion zumindest zwischendurch etwas fundierter behandelt worden wäre.
Der Humor und der Sarkasmus sind sehr präsent – typisch für Fröhlichs Stil. Wenn man ihren Humor mag, wird man gut unterhalten. Wer aber auf einen Mix zwischen Humor und Wissenschaft gehofft hat, könnte enttäuscht werden.
Die Soundeffekte sind gut gemacht und lockern das Ganze auf. Auch die Tatsache, dass Fröhlich selbst spricht, gibt dem Hörbuch eine persönliche Note. Es wäre jedoch echt cool gewesen, wenn der extrovertierte Ex-Partner von Maximilian Winkel gesprochen worden wäre. Das wäre für mich ein richtiges Highlight gewesen.
Unterm Strich ist "Introvertiert, na und?" ein kurzweiliges Hörbuch, das vor allem durch Fröhlichs lockere Art lebt. Wer auf humorvolle Anekdoten steht, wird es mögen. Wer sich zusätzlich tiefere, wissenschaftliche Infos zu Introversion erhofft, könnte eher enttäuscht sein.
Philosophie
Feuerwerk des Glücks von Tilmann Noller
"Glücksphysiker" Tilann Noller versucht mit diesen Buch etwas poetisches und tiefgründiges zu sagen. Leider wirkt es dadurch arg gezwungen und gestellt. Statt wirklich logischer Ableitungen von wissenschaftlichen Theorien aus Psychologie und anderen Disziplinen ist dieser Roman eine "Küchen-Philosophie".
Bilder und religiöse Konzepte ersetzen fundierte Argumente, und Begriffe wie "Wesensblüte" dominieren den Stil. Ein Beispiel für diese Problematik ist der Satz:
>Die Enttäuschung ist aber in Wahrheit eine Ent-Bindestrich-Täuschung.
Das hier hat nichts mit Wissenschaft zu tun, es werden schlicht eine Menge an wilden Hypothesen und daraufhin Simplifizierungen in wiederholendem und überspitzt ausgeschmücktem Sprech vorgetragen. Diese Verkürzungen wirken oft wenig durchdacht und wiederholen sich im Laufe des Buches. Nicht selten finde ich das Gesagte zu kurz gedacht.
CHARAKTERE
Stella wird als das Idealbild einer Partnerin gezeichnet: selbstlos, frei, nicht eifersüchtig und liebenswert. Im Gegensatz dazu ist Melanie das genaue Gegenteil: egoistisch, eifersüchtig, unehrlich und abhängig von der Meinung anderer. Der Protagonist diagnostiziert Melanie gar seelische Verletzungen und behauptet, dass sie, obwohl sie alles zum Glücklichsein hätte, es nicht sei. Die Botschaft des Buches ist klar: Menschen wie Stella sind liebenswert, Menschen wie Melanie hingegen nicht.
Besonders fragwürdig ist der folgende Satz:
>„Wo Liebe präsent ist, existiert Eigenliebe, und wo es keine Eigenliebe gibt, kann auch keine Liebe existieren.“
Das ist eine gefährliche Vereinfachung, denn die meisten Menschen besitzen keine vollkommene Eigenliebe. Solche Ratschläge isolieren Menschen, die mit Selbstliebe kämpfen, unnötig.
SCHREIBSTIL
Auch die Vorstellung von Glück wird im Buch auf problematische Weise dargestellt:
>„Ich frage mich ernsthaft, warum nicht alle Menschen einfach glücklich sein können. Glücklich zu sein ist doch so einfach und so schön.“
Diese Aussage ignoriert die Realität von Menschen mit psychischen Erkrankungen oder traumatischen Erlebnissen. Glücklich zu sein ist nicht für alle Menschen "einfach". Solche Sätze invalidieren die Erfahrungen jener, die mit dem Glücklichsein kämpfen.
>„Die Liebe tritt in Erscheinung durch die Abwesenheit von Egoismus, allumfassendes Mitgefühl und damit die Abwesenheit von Gefühlskälte, Wahrhaftigkeit und damit die Abwesenheit von Falschheit, gegenseitige Hingabe, Offenheit und damit als Abwesenheit von Verschlossenheit, Ehrlichkeit und damit als Abwesenheit von Lüge, Vertrauen und damit die Abwesenheit von Furcht bzw. Angst.“
Auch hier wird ein Schwarz-Weiß-Denken propagiert, das realitätsfremd wirkt. Egoismus wird als der ultimative Feind der Liebe dargestellt. Es fehlt jedoch eine differenzierte Betrachtung, die anerkennt, dass gewisse Anteile von Egoismus und Angst natürliche und menschliche Verhaltensweisen sind.
FAZIT
Tilann Noller startet einen ambitionierter Versuch, Liebe und Glück auf poetische Weise zu erklären. Das Buch bietet eine klare Meinung zum Thema. Diese Gedanken regen zum Nachdenken an und bieten in ihrer Einfachheit Orientierung für Leserinnen und Leser, die nach Antworten in diesen Bereichen suchen. Allerdings wirkt die Darstellung oft vereinfacht und es fehlt an einer differenzierten Sichtweise auf komplexe menschliche Emotionen. Dennoch bleibt das Buch durch emotionalen Ansätze für Leser interessant, die nach inspirierenden, leicht zugänglichen Impulsen suchen.
Was will dieses Buch eigentlich sein?
Vagus-Yoga von Dr. med. Ellen Fischer
Dieses Buch ist mir echt ein Rätsel. Laut Klappentext geht es darum, durch gezielte Yoga-Übungen den Vagusnerv zu stimulieren, um Stress zu reduzieren und das Nervensystem zu beruhigen. Ich habe also ein praxisorientiertes Buch erwartet – mit konkreten Übungen, vor allem Atemtechniken, und einer klaren Erklärung, wie und warum diese auf den Vagusnerv wirken.
Was ich bekommen habe, ist erst mal ein über 70-seitiger Theorieteil, der alles Mögliche behandelt: Begriffsdefinitionen, Gesundheitssysteme, moderne Lebensführung, Wirtschaftswachstum, Grundbedürfnisse – aber so gut wie nichts zum Vagusnerv selbst. Und auch nicht wissenschaftlich fundiert: Es gibt keine Belege, keine Literaturhinweise, nur lose Thesen und Andeutungen.
Natürlich gehören Dinge wie Schlaf, Tageslicht, Pausen, sozialer Kontakt, Bewegung oder gesunde Ernährung irgendwie zum Thema Vagusnerv dazu. Aber wenn das alles gleichberechtigt nebeneinandersteht, ohne konkrete Erklärung der physiologischen Zusammenhänge, und der Yoga-Aspekt fast untergeht, dann müsste das Buch vielleicht auch anders heißen – z. B. “Ganzheitlich durch den Alltag” oder so. Aber nicht Vagus-Yoga.
Im zweiten Teil geht es dann um Yoga-Grundlagen, Asanas, anatomische Details – teils interessant, aber sprachlich nicht besonders zugänglich und erneut ohne echten Bezug zum Vagusnerv.
Die Bilder helfen nur bedingt (ist halt kein Video), das Layout ist teils schwer lesbar (rote Schrift auf braunem Hintergrund), und am Ende gibt’s dann zwei kurze Übungszyklen für morgens und abends. Die Übungen werden einfach präsentiert, aber nicht im Detail erklärt – vor allem nicht im Hinblick auf ihre Wirkung auf den Vagusnerv.
Was ich dann eigentlich hilfreich fand: Auf der Website des Verlags gibt es begleitende Audio-Dateien mit den Übungszyklen – sowohl je eine ausführliche (ca. 1 h) als auch eine kompakte (ca. 20 min) Version für morgens und abends. Leider ist auch das eher durchwachsen: Die Sprecherin (die Autorin selbst) atmet sehr laut ins Mikro, wirkt stellenweise unvorbereitet, fast so, als würde sie spontan drauflosreden. Das macht es schwierig, wirklich in eine entspannte Praxis zu kommen.
Fazit: Wer sich für ganzheitliche Lebensführung mit ein bisschen Yoga interessiert, findet hier vielleicht Impulse. Wer aber – wie ich – ein klares, fundiertes Buch zum Thema Vagusnerv und Yoga sucht, wird vermutlich enttäuscht. Der Titel verspricht mehr, als der Inhalt halten kann.
Spannende Rezepte
Deftig Vegan Asien von Anne-Katrin Weber
Lecker, vegan und vielseitig asiatisch! In diesem Kochbuch trifft man auf eine bunte kulinarische Reise durch verschiedene asiatische Küchen: vietnamesisch, koreanisch, japanisch, chinesisch, indonesisch, thailändisch – vereinzelt auch Gerichte aus Kambodscha, Laos, Malaysia, Singapur, Hongkong, Bali und Java.
Ganz toll finde ich es, dass hier Nährwerte angegeben hat. Das macht es so viel leichter die Protein- und Ballaststoffmenge im Auge zu behalten. Ein großes Dankeschön! Als großen Pluspunkt empfinde ich die Auswahl der Zutaten. An der ein oder anderen Stelle findet man Vollkornprodukte und auch die Oxalsäure wird beim zweimal gegartem Mangold reduziert.
Die Kapitelstruktur folgt Zutaten (Reis, Nudeln, Tofu, Gemüse, Salate, Süßes) – ehrlich gesagt hätte ich mir stattdessen eine Einteilung nach Ländern gewünscht. Öfter als spezifisch auf Reis oder Nudeln habe ich einfach Lust auf eine bestimmte Richtung – mal japanisch, mal koreanisch. Eine länderspezifische Gliederung hätte mir einen besseren Überblick über die jeweilige Landesküche gegeben und das Gefühl vermittelt, wirklich von Japan bis Vietnam zu reisen, wie es der Titel verspricht. Im Rezeptregister wäre dann immer noch genug Platz gewesen, um Gerichte nach Zutaten wie Reis, Nudeln oder Salat aufzulisten.
Nichtsdestotrotz: Die Rezepte sind wirklich stark – mein eigener Geschmackstest bestätigt’s! Die malaysische Laksa, die gebratenen Thai-Nudeln und auch die Thai Tom Kha sind echte Highlights, die kann ich wärmstens empfehlen.
Optisch ist das Buch hochwertig, es enthält viele schöne Stimmungsbilder von Märkten, Menschen, Zutaten und Landschaften. Für mich persönlich wäre aber weniger davon und dafür mal die ein oder andere Schritt-für-Schritt-Anleitung (z. B. für Onigiriuzu oder Wantan) hilfreicher gewesen.
Trotz kleiner Kritikpunkte: ein empfehlenswertes Kochbuch für alle, die gerne vegan und asiatisch kochen.










