Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PucKker:
Fantastisch
Deftig vegetarisch - Heimatküche von Anne-Katrin Weber
Nun schon das dritte Buch von Anne-Katrin Weber für mich. Deftig vegetarisch Indien und Deftig vegan Asien mag ich beide sehr, weshalb ich mich besonders auf Deftig vegetarisch Heimatküche gefreut habe. Und tatsächlich ist es für mich bisher auch das beste Buch der Reihe.
Ich habe einfach große Freude an Gerichten aus Deutschland, vor allem an solchen, die ich selbst noch gar nicht kenne.
Genau das bietet dieses Buch: viele klassische Rezepte, die man vielleicht vom Namen her kennt, oder eben noch nie gehört hat. Die Zutaten sind dabei angenehm bodenständig und überall gut zu bekommen, was ich sehr schätze.
Besonders freue ich mich auf den schwäbischen Salzkuchen, die Schwarzwurzel-Tarte mit Buchweizen, das sächsische Handbrot mit Käse oder den Ofenschlupfer. Sehr gelungen finde ich auch den beigefügten Saisonkalender sowie die klare, sinnvolle Gliederung des Buches in Alltagsglück, Ofenfreuden, Suppenwonne, Sonntagsessen, Brotzeit und Naschwerk. Am Ende gibt es außerdem ein praktisches Zutatenregister.
Insgesamt ein sehr stimmiges Kochbuch für alle, die Lust auf vegetarische Hausmannskost haben, mit viel Herz und Nähe zur heimischen Küche.
Schmeckt
Deftig vegan für jeden Tag von Anne-Katrin Weber
So langsam kann ich bei den Büchern von Anne-Katrin Weber wirklich nicht mehr mitzählen. Deftig vegetarisch Indien, deftig vegan Asien, deftig vegetarisch Heimatküche – und jetzt deftig vegan für jeden Tag. Und ja: auch dieses Buch funktioniert für mich wieder sehr gut.
Zwar findet man hier weder Süßspeisen noch Frühstücksideen, trotzdem ist das Buch vollgepackt.
Ich habe knapp 100 Rezepte gezählt, dazu zählen Toppings, Saucen, Pestos und Brühen. Die Bilder sind durchweg gelungen und machen Lust aufs Kochen.
Inhaltlich ist alles klar im deftig-herzhaften Bereich angesiedelt, eher gesund, eher bodenständig. Teilweise auch etwas „trocken“ bzw. unsoßig, was Geschmackssache ist. Beispiele wie das Buchweizenrisotto mit gebratenem Kürbis und Birne oder die Chicorée-Tarte mit Birne und Haselnüssen zeigen aber gut, wie kreativ und saisonal hier gearbeitet wird.
Die Struktur ist übersichtlich und sinnvoll:
Knuspriges aus der Pfanne, Große Suppenliebe, Pasta Basta, Sattmacher-Salate, Raffiniertes aus dem Topf und heiß Geliebtes aus dem Ofen.
Unterm Strich wieder ein sehr solides, alltagstaugliches veganes Kochbuch, das genau das liefert, was der Titel verspricht: deftig, unkompliziert und pflanzlich.
Hätte ein Magazin sein können
Doc Diessners Muskel-Code von Meike Diessner
Leider leider kann ich diesem Buch keine bessere Bewertung geben, was ich wirklich schade finde. Erhofft hatte ich mir ein tiefergehendes Verständnis für Muskeln im weiblichen Kontext. Bekommen habe ich stattdessen überwiegend sehr kurze Erklärungen, Bekanntes oder reine Faktennennungen und dazu eine große Menge an Rezepten.
Insgesamt sind es 63 Rezepte, von vegan bis sehr fleischlastig. Es gibt Frühstücksideen, Hauptgerichte und Desserts. Erfreulicherweise finden sich auch Nährwerte zu den Gerichten, Ballaststoffe fehlen aber leider. Das erste Rezept, das ich ausprobiert habe (Mangocreme mit püriertem Hüttenkäse) konnte ich ehrlich gesagt kaum essen. Das ist natürlich Geschmackssache, vielleicht funktionieren andere Rezepte besser. Grundsätzlich wirken sie alltagstauglich, aber nichts davon ist besonders innovativ oder sticht heraus.
Was mir aber wirklich gefehlt hat, ist die Theorie. Diese findet nur am Rande statt. Auf den ersten rund 48 Seiten gibt es Wissensbubbles, Übungen, ein Quiz und viele sich wiederholende Aussagen. Themen wie Akupressurmatten, Eisbadetrends oder Kollagenpulver werden jeweils in ein paar Sätzen abgehandelt. Für ein fundiertes Verständnis von Zusammenhängen, Mechanismen oder Hintergründen reicht das einfach nicht aus.
Insgesamt liest sich das Buch eher wie ein Magazin als wie ein Sachbuch. Für einen schnellen Überblick vielleicht okay, für echtes Wissen zum Thema Muskelaufbau bei Frauen leider nicht.
Kein wirklicher Durchblick
Durchblick Künstliche Intelligenz von Brian Clegg
Das Buch soll eigentlich einen Durchblick in die Welt der Künstlichen Intelligenz geben, doch das gelingt leider nur bedingt. Ich hatte mir erhofft, nach der Lektüre wenigstens ein Grundverständnis davon zu haben, wie KI funktioniert, das war aber nicht der Fall. Die Erklärungen sind zwar einfach gehalten, aber nicht wirklich verständlich.
Vieles bleibt vage und kratzt nur an der Oberfläche.
Der Aufbau ist recht schlicht: Auf jeder Seite findet man eine Frage mit einer kurzen Antwort und viel Illustration. Dadurch wirkt das Buch leicht und modern, aber inhaltlich bleibt kaum etwas hängen. Von den rund 160 Seiten geht gefühlt die Hälfte für Bilder drauf. Diese sehen zwar schön aus, können den fehlenden Tiefgang aber nicht auffangen.
Clegg schafft es nicht, komplexe Sachverhalte greifbar zu machen. Statt echte Erklärungen zu liefern, stellt er immer neue Fragen, die man sich beim Lesen gar nicht unbedingt stellt. Die Kürze der Texte lässt außerdem keine wirkliche Tiefe zu.
Insgesamt: wirklich hübsch gestaltet, schnell gelesen, aber ohne tiefgehenden Erkenntnisgewinn. Wer wirklich verstehen will, was hinter KI steckt, wird hier enttäuscht.
Guter Überblick
Das Psyche-Darm-Paradox von Matthias Riedl
Ich muss ja zugeben: Ich bin bei Matthias Riedl Wiederholungstäterin. Die gesamte Medical-Cuisine-Reihe mag ich sehr und ich habe auch einige andere Bücher von ihm gelesen, unter anderem „Iss deine Psyche gesund“. Dieses Buch hier ist im Grunde die theoretische Ergänzung dazu, denn Rezepte gibt es hier keine.
Im Fokus steht die Verbindung zwischen Darm und Gehirn und die Frage, wie wir uns möglichst „artgerecht“ ernähren sollten. Das ist gut verständlich aufbereitet und insgesamt auch schlüssig. Im Vergleich zum Kochbuch geht es allerdings weniger tief ins Detail, was einzelne Lebensmittel und ihren konkreten Einfluss auf die Psyche angeht. Das blieb für mich vergleichen mit „Iss deine Psyche gesund“.
Zudem werden viele Zusammenhänge zwischen Ernährungsweisen und psychischen Erkrankungen aufgezeigt, meist auf Basis von Korrelationen. Kausale Zusammenhänge lassen sich nur selten belegen. Da liegen für mich auch die Grenzen des Buches.
Trotzdem ist es ein solides, gut lesbares Sachbuch, das einen guten Überblick gibt und zum Nachdenken über die eigene Ernährung anregt.
Mental Road am Rande
Freier Kopf statt Mental Load - Ihr Weg zu mehr Klarheit und mentaler Stärke von Sara Pierbattisti-Spira; Prof. Dr. Katharina Wick
Ich bin mit der Erwartung an Freier Kopf statt Mental Load gegangen, wirklich etwas Substanzielles zur mentalen Last in Partnerschaften zu lesen, und wurde leider enttäuscht. Stattdessen bekommt man größtenteils die üblichen Verdächtigen: Achtsamkeit, Pareto-Prinzip, Eisenhower-Matrix, Schulz von Thun, „Nein sagen“, „Aufgaben abgeben“ und People-Pleasing stoppen.
All das mag nützlich sein, aber es ist eben nicht das Gleiche wie eine gründliche Auseinandersetzung mit Mental Load als Macht- und Verteilungsproblem.
Das Buch richtet sich offenbar vor allem an Mütter und liefert viele allgemein brauchbare Tipps zur Selbstorganisation und Stressreduktion. Wer einfache Tools, Mindset-Erinnerungen und Basics zur Priorisierung sucht, findet hier einiges zum Nachschlagen. Für mich war das aber nicht der Kern: Ich wollte wissen, wie Mental Load in Partnerschaften wirklich entsteht, wie man die Arbeit neu aushandelt, wie man Konflikte führt, wenn Aufgaben schlicht nicht fair verteilt sind. Dazu hätte ich gern tiefere Konzepte, Praxisbeispiele und Interventionen gelesen.
Stattdessen bleibt es oft bei simplen Lösungen: Delegieren, mal fünf gerade sein lassen, Wünsche äußern. Nett und ja, nötig aber eben zu kurz gedacht. Was passiert, wenn das Gegenüber nicht mitzieht? Wer managt dann das Nachmanagen? Wer trägt emotional die Mehrarbeit, obwohl formal Aufgaben „geteilt“ sind? Das sind Fragen, die in meinem Alltag relevant sind, und die beantwortet dieses Buch meiner Meinung nach nicht.
Fazit: Nützlich als Einstieg oder für Menschen, die noch keine Basisstrategien kennen. Wenn man aber eine tiefere, partnerschafts- und machtkritische Perspektive auf Mental Load erwartet, bleibt das Buch blass. Schade, denn das Thema hätte viel mehr verdient.
Den Ton muss man ignorieren
Cozy baking time von Theresa Haubs
Das Buch hat eine ganze Menge kreativer Rezepte, die mir richtig Lust aufs Backen gemacht haben. Neben Klassikern finden sich auch viele ungewöhnliche Ideen, die ich so noch nirgends gesehen habe, etwa die Lebkuchen-Brownies oder den Bienenstich-Kuchen. Besonders schön sind auch die Fotografien: stimmig bearbeitet, atmosphärisch und inspirierend.
Sie machen richtig Lust aufs Nachbacken und helfen gleichzeitig, sich das Ergebnis besser vorzustellen. Das ist etwas, das leider nicht in jedem Backbuch selbstverständlich ist.
Die Zutatenlisten sind angenehm kurz und die Rezepte insgesamt leicht umzusetzen. Gesunde Varianten sollte man hier allerdings nicht erwarten – es wird reichlich mit Butter, Zucker und hellem Mehl gearbeitet. Ich habe den Zucker an einigen Stellen reduziert, was bei den meisten Rezepten problemlos möglich war.
Ein großer Minuspunkt ist für mich allerdings die Sprache. Das Buch scheint sich klar an eine junge Social-Media-Zielgruppe zu richten, was mir manchmal etwas zu viel war. Viele Rezepte tragen englische oder saloppe Namen, die nicht immer so richtig passen wollen: Aus einer Mandarinen-Schmand-Torte wird etwa „Orange is the New Snack“, aus einem Zitronenkuchen „Basic Btch*“. Auch die Rezepttexte sind sehr umgangssprachlich gehalten. Bei den „Mozartplätzchen“ heißt es zum Beispiel: „Fetzt. Ey, wenn der Bro wüsste, dass sogar Plätzchen nach ihm benannt sind.“… Muss man mögen.
Trotzdem: Die Rezepte selbst sind wirklich lecker, gelingsicher und machen Spaß. Besonders die Pumpkin Spice Muffins waren bei mir ein voller Erfolg, für die gab es Komplimente ohne Ende.
Gesellschaftskritik ohne Richtung
Hustle von Julia Bähr
Schon die ersten Seiten haben mich sofort in Leonies Situation hineingezogen: München als Stadt, in der das Gehalt nicht für die Miete reicht, wo Einsamkeit, Überforderung und ständige Geldsorgen den Alltag bestimmen. Diese Verzweiflung wird durch den kurzen, prägnanten Schreibstil sehr eindringlich transportiert.
Die Sprache ist knapp, voller schwarzem Humor, manchmal fast schneidend. Ich habe beim Lesen mehrfach geschmunzelt, obwohl die Lage selbst oft trostlos ist.
Thematisch greift das Buch wahnsinnig aktuelle Fragen auf: Wohnungsnot, soziale Isolation, Kapitalismus und die Ausbrüche, die daraus folgen können. Gerade dieser Ansatz hat mich zu Beginn begeistert. Ich hatte das Gefühl, hier könnte eine radikale, schonungslose Gesellschaftskritik erzählt werden, die mich noch lange beschäftigen würde. Doch dieser Eindruck verläuft sich leider. Die großen Themen bleiben im Hintergrund, es gibt kaum Reflexionen oder tiefergehende Gedanken dazu, und so werden sie zwar angerissen, aber nicht zu Ende geführt.
Stattdessen verlagert sich die Handlung auf Leonies unkonventionelle Wege, sich über Wasser zu halten – von Racheaktionen für andere bis hin zu einem sozialen Aufstieg in eine Clique von Frauen, die eigentlich einer ganz anderen Schicht angehören. Dass sie am Ende keine Geldsorgen mehr hat und sich angekommen fühlt, wirkte auf mich zu plötzlich, fast wie ein Sprung. Ob das eine wirklich positive Entwicklung ist, bleibt für mich fraglich. Entgegen des groß beworbenen Zitats auf dem Cover hatte ich nicht das Gefühl, motiviert zu sein, selbst „Banden zu bilden“, sondern eher, dass die Geschichte offen und unfertig zurückbleibt.
Unterm Strich bleibt für mich ein Buch, das stark beginnt, mit einem tollen Schreibstil und einer sehr eindringlichen Protagonistin, dann aber zu sehr ins Offene läuft. Vieles, was am Anfang spannend und kritisch eingeführt wird, verpufft, ohne weitergedacht zu werden. Für mich macht es das Buch zwar lesenswert, aber am Ende nicht ganz so radikal, gesellschaftskritisch oder prägend, wie es hätte sein können.
Kleine Impulse
Slow Weekends von diverse
Der Aufbau ist wirklich gelungen: sortiert nach Bergen, Gewässern, Städten, Land und sogar Zugreisen, mit Übersichtskarten am Kapitelanfang. Auch die großformatigen Fotos sind wunderschön und machen direkt Lust, die Tasche zu packen.
Inhaltlich bleibt es allerdings eher bei einer knappen Inspiration.
Pro Ziel gibt es meist nur ein paar Absätze, die zum Träumen anregen, aber wenig konkrete Tipps liefern. Vereinzelt werden Restaurants, Hotels oder Aktivitäten genannt, die meiste Zeit bleibt es bei einer kurzen Beschreibung der Region.
Für echte Reiseplanung ist das Buch zu oberflächlich, für Ideen und Stimmungsbilder aber schön gemacht. Ein netter Einstieg ins Thema „Slow Travel“, auch wenn der Preis von 25 € dafür etwas hoch angesetzt ist.
Wenig Gutes
Die 1-Minuten-Strategie gegen mentale Erschöpfung von Cordula Nussbaum
Tja, das Design war wirklich mal etwas Neues, der Inhalt dagegen leider nicht. Es geht wieder um die üblichen Verdächtigen: Selbstfürsorge, Achtsamkeit, Offline-Zeiten, Tagebuch schreiben, Bewegung, Stressabbau. Einzig das Kapitel zum Thema Bore-out fand ich interessant, weil es für mich neu war und endlich mal ein Aspekt angesprochen wurde, der sonst oft fehlt.
Trotz beworbener 194 Seiten war ich ungefähr einer Stunde durch. Für 17 € ist das, ehrlich gesagt, eine Zumutung.
Die Tipps selbst sind ebenfalls wenig innovativ und oft nicht so „sofort und überall“ umsetzbar, wie versprochen. Statt wirklich kurze, alltagstaugliche Übungen zu finden, gab es die immer gleichen Ratschläge: Benachrichtigungen ausschalten, Energieräuber aufschreiben, Pausen planen, Gefühle aufschreiben, „Nein“ sagen… alles schon zig Mal gelesen. Ich hätte mir ein paar kurzweilige Übungen gewünscht. Etwas schnelles zum Vagusnerv stimulieren, Atemtechniken, Summen, Klopftechniken, Dehnübungen...
Richtig negativ aufgestoßen ist mir dann aber der „Tipp“, kaltes Wasser zu trinken, um den Energieverbrauch des Körpers zu erhöhen. Statt Pasta soll man Zoodles verwenden, um den Wasserhaushalt auffüllen. Das klingt nach #skinnytok und hat in einem Buch über mentale Gesundheit für mich absolut nichts verloren.
Schade, das Thema hätte Potenzial gehabt, aber so bleibt es für mich enttäuschend oberflächlich.











