Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PucKker:
Belanglos
Es kann so schön sein, das Leben von Alexander Oetker
Ich hatte irgendwie etwas Sachlicheres und vor allem auch wissenschaftlich Fundierteres erwartet. Stattdessen bekommen wir eine Mischung aus kulturkritischem Kommentar zum deutschen Leben und eine Liste an Sachen, die im „Dolce Vita“ anders gemacht werden. Das Buch ist vollgepackt mit anekdotischer Evidenz.
Dabei erzählt uns der Autor, was wir alles ändern sollen. Wen diese Liste anspricht, dann nur zu:
1. Essen Sie Olivenöl als einzige Fettquelle
2. Trinken Sie jeden Tag ein bis zwei Gläser Wein
3. Flanieren Sie und machen Sie Sport
4. Essen Sie wenn Sie Hunger haben, aber essen Sie auch mit allen zusammen am Tisch
5. Teilen Sie Rechnungen niemals auf
6. Machen Sie nur eine Sache auf einmal
7. Legen Sie Ihr Handy beiseite
8. Verzichten Sie auf Verkehrsmittel, vor allem im Urlaub
9. Gehen Sie oft und vor allem auf Wochenmärkten einkaufen
10. Kochen Sie gemeinsam
11. Lieben Sie. Der Rest kommt von selbst
12. Sprechen Sie mit Gott
13. Arbeiten Sie mit Leidenschaft. Tun Sie das nicht, wechseln Sie Arbeitgeber oder Beruf.
14. Entspannen Sie und Seien Sie nicht zu informiert über das Weltgeschehen
15. Wandern Sie aus, wenn Sie sich sicher sind
Eine sehr vereinfachte Sichtweise auf Kultur und Lebensstil, die sich liest wie ein Lifestyle-Ratgeber für Menschen mit ausreichend Zeit, Geld und Flexibilität, um sich diese Philosophie zu leisten. Insofern würde ich das Buch vor allem liquiden Menschen empfehlen – und eher Männern, denn der Alltag vieler Frauen oder weniger privilegierter Menschen scheint hier wenig bedacht worden zu sein.
Aber vielleicht bin ich auch einfach zu deutsch…
Langweilig
Das Ministerium der Zeit von Kaliane Bradley
Ich hatte viel erwartet. Das Buch ist so unglaublich erfolgreich und heiß geliebt von vielen. Leider hat es mich von vorn bis hinten enttäuscht. Damit bin ich allerdings ein Ausreißer.
Der Schreibstil? Langsam, verschachtelt, voller Metaphern, die sich in sich selbst verlieren. Kapitel, die sich ziehen, als wären sie absichtlich dazu gedacht, jede Form von Spannung zu ersticken.
Die Handlung zog sich ins Unendliche.
Und das Genre? Eine Mischung aus allem und gleichzeitig nichts. Nur, weil Zeitreisen irgendwie vorkommen, aber nicht erklärt oder sinnvoll genutzt werden. ist es noch nicht Sci-Fi. Ein Thriller war das auch nicht, die Spannung fehlte. Wenn man auf einseitige Schwärmereien und einen seltsam idealisierten MMC steht, dann war es vielleicht noch Romance. Comedy war es höchstens unbeabsichtigt.
Was bleibt also? Eine self-inserted Fanfiction Geschichte. Der Love Interest ist eine reale historische Figur, was die ganze Sache noch befremdlicher macht. Und dann diese Mischung aus Fetischisierung und ernsthafter Gesellschaftskritik. Das sollte wohl tiefgründig wirken, war aber eher bizarr.
Fazit: Ein Buch, das mich nicht überzeugen konnte. Aber wie gesagt – ich bin damit offenbar in der Minderheit.
Muss man nicht unbedingt lesen
Unbedingt lesen, wenn ... von Julie Smith
Unter der Vielzahl an Ratgebern ist dieser für mich leider kein großer Hit.
Das Buch ist in drei thematische Teile mit vielen Unterkapiteln aufgeteilt. Jedes Kapitel startet mit einem Brief der Autorin. Die sollten vermutlich einfühlsam sein, haben mich aber oft nicht abgeholt – stattdessen hatte ich eher das Gefühl, dass mir gesagt wird, wie ich mich gerade fühle.
Teilweise habe ich die Briefe dann einfach übersprungen.
Insgesamt fand ich die Auseinandersetzung mit den Themen seltsam blass und oberflächlich. Manche Texte wirkten repetitiv und banal. Es tauchen Aussagen auf wie „Gute Freunde bereichern dein Leben, schlechte eher nicht“, „Überlege was dir in der Situation helfen kann“ oder „Selbstkritik bringt dich nicht weiter“. Klar, stimme ich zu, aber für mich hätte es das Buch dafür nicht gebraucht.
Die Tools fand ich überwiegend vage, unpraktisch und schwer in den Alltag zu integrieren.
Letztlich ist das aber super individuell – für mich war es halt nichts.
Schön illustriert und voll mit Infos!
True Crime in Nature von Farina Graßmann
Für die Illustration würde ich ohne zu zögern direkt fünf Sterne vergeben. Es sind wunderbare Zeichnungen vor jedem Kapitel und im Text dabei und auch das Cover ist unglaublich toll umgesetzt. Bravo!
Für den Text schwanke ich irgendwo zwischen drei und vier Sternen. Zwar fand ich das Thema super und auch die verschiedenen Crimes in der Natur waren interessant, aber die Texte hatten für mich auch Schwächen.
Teilweise wurden recht viele Tiere innerhalb kürzester Zeit abgehandelt, Fotos und kleine Infoblasen waren dann an den falschen Stellen und ich fand es schwierig dran zu bleiben. Die Autorin ist immer wieder etwas abgeschweift. Irgendwie hatte ich etwas Spannendes erwartet, wofür man bei einigen Tieren noch mehr hätte in die Tiefe gehen müssen. Vielleicht ist das dem Titel geschuldet, da habe ich, als True-Crime-Liebhaberin, andere Erwartungen gehabt.
Trotzdem eine tolle Idee mit schönen Illustrationen.
Ich bin in die Falle getappt
The Trap. Wie weit würdest du gehen, um deine Schwester zu retten? von Catherine Ryan Howard
Nach der Leseprobe dachte ich: Endlich mal etwas anderes! Kein 08/15-Thriller, sondern eine neue Geschichte. Eine Frau sucht ihre entführte Schwester, streift nachts allein durch die Straßen und steigt sogar in das Auto eines Fremden. Ich war sofort gespannt: Wird sie so den Entführer finden? In welche weiteren gefährlichen Situationen gerät sie? Am meisten hatte ich mich auf eine Szene gefreut, in der sie den Täter endlich aufspürt und versucht, ihn anzugreifen.
Doch Fehlanzeige – diese Szene war die erste und letzte ihrer Art. Stattdessen bekommen wir eine Ermittlungsgeschichte mit mehreren POVs und Zeitebenen: die Schwester Lucy, die Ermittlerinnen Angela und Denise, der Täter – und als wäre das nicht genug, kommen im Laufe des Buches noch mehr dazu. Dazu noch jede Menge Nebencharaktere, bei denen ich oft nicht mal verstanden habe, warum sie überhaupt eine Rolle spielen. Ermittlungsarbeiten finde ich ohnehin meist langweilig, und hier haben sie mich auch nicht packen können. Unsere Protagonistin stolpert währenddessen von einer unsinnigen Entscheidung in die nächste. Die meiste Zeit war ich einfach nur verwirrt – zu viele Perspektiven, zu viele Plotholes. Am Ende ergibt kaum noch etwas Sinn.
Die Wendungen? Unplausibel und völlig an den Haaren herbeigezogen. Und das Ende? Einfach nicht vorhanden. Das Buch hört einfach mittendrin auf, als hätte jemand die zweite Hälfte vergessen.
Austauschbar
The Fake Mate - Die Liebe ist eine Bestie für sich von Lana Ferguson
Ich hatte mich auf ein Buch gefreut, bei dem ich meinen Kopf einfach ausschalten und mich in eine rosarote Welt katapultieren kann. Statt die Romanze zu genießen, habe ich aber eigentlich nur ständig die Augen verdreht.
Keiner der Charaktere hat eine echte Persönlichkeit, sondern ist nur eine Hülle einer Person.
Mackenzies ganzer Charakter besteht daraus, dass sie Suppe mag, einen schwulen besten Freund hat und als Omega mega scharf auf Noah ist. Noah seinerseits ist nach außen hin grob, aber natürlich sofort hin und weg von Mackenzie. Die beiden haben exakt eine Art von Gespräch: Sie zieht ihn für seine mürrische Art auf, und er himmelt sie an. Das war’s.
Worldbuilding? Gibt’s nicht. Werwölfe existieren einfach, ohne dass irgendetwas erklärt wird. Stattdessen wird man mit Begriffen wie „Alpha“, „Omega“, „Knoten“ und „Hitze“ bombardiert, ohne dass auch nur ansatzweise darauf eingegangen wird, was das überhaupt bedeutet. Dabei hätte man aus Themen wie Ungleichbehandlung am Arbeitsplatz so viel mehr rausholen können.
Die zahlriechen intimen Szenen sind so cringe, dass man irgendwann nur noch lachen kann. Macht euch bereit für einen „Knoten“ à la Bride von Ali Hazelwood. Vielleicht ist das Omegaverse einfach nichts für mich.
Mehr passiert auch wirklich nicht – außer dass noch schnell insta love, fake dating und ein völlig an den Haaren herbeigezogener third act breakup reingequetscht wurden. WIE hat dieses Buch trotzdem so viele Seiten?
Verliebt
The Love Hypothesis - Die theoretische Unwahrscheinlichkeit von Liebe von Ali Hazelwood
Ich finde das Cover total schön, auch viel besser als die andere deutsche Version.
Ali Hazelwolf hat mich mit ihrem locker flockigem Schreibstil direkt in den Bann gezogen. Das liegt natürlich insbesondere an den Charakteren und der Authentizität der Geschichte. Man merkt als Leserin einfach, dass Ali Hazelwold selbst erlebt hat, wovon sie da schreibt.
Damit meine ich nicht die Liebesgeschichte, sondern die Gegebenheiten der Wissenschaft voller Wetteifer und Druck. Diese Authentizität hat mir super gefallen. Entscheidend waren auch die Charaktere, ich sehr schnell ins Herz geschlossen habe. Olive habe ich mich direkt verbunden gefühlt und Adam ist (dann später im Buch) wahnsinnig toll! Für mich wirkte sogar das fake dating mal recht glaubhaft, was in anderen Büchern sonst nicht der Fall ist. Insgesamt ein zuckersüßes Buch, dass sich durch das Wissenschafts-Setting von anderen deutlich abhebt.
Voller Spannung und Drama
The Favourites von Layne Fargo
Wow! Dieses Buch hat mich so gefesselt, dass ich mehrere Nächte meinen Schlaf geopfert habe. Aufzuhören war einfach unmöglich, und selbst tagsüber musste ich ständig an die Handlung denken. The Favourites wird mir garantiert noch lange im Gedächtnis bleiben. Süchtig machend und absolut beeindruckend – Bravo an Layne Fargo!
Schon nach den ersten Seiten hatte mich die Geschichte gepackt, denn hier ist einfach alles dabei: Drama, Frust, komplizierte Beziehungen und Charaktere, die sich echt und authentisch anfühlen.
Die Kapitel enden so oft mit einem Cliffhanger, dass man nicht anders kann, als weiterzulesen.
Besonders faszinierend fand ich die toxischen, unausstehlichen und gleichzeitig so nachvollziehbaren Charaktere. Es ist eine richtige Hassliebe – man will ihnen abwechselnd den Hals umdrehen und sie gleichzeitig in den Arm nehmen. Die Beziehung zwischen Heath und Kat hat mich komplett in ihren Bann gezogen. Sie ist so aufbrausend, chaotisch und leidenschaftlich, dass man gar nicht anders kann, als sie zusammen sehen zu wollen.
The Favourites ist ein emotionaler Wirbelsturm, der mich völlig mitgerissen hat. Die Achterbahnfahrt zwischen Liebe, Ehrgeiz und Abgründen macht dieses Buch zu einem absoluten Highlight. Ich kann es jedem nur ans Herz legen!
Ein guter Einstieg
21 Dinge über deine Finanzen, die du wissen solltest - Kapitalanlage, Versicherungen & Altersvorsorge von Matthias Kowalski
Das Buch 21 Dinge, die du über Finanzen wissen solltest von Stiftung Warentest bietet einen einfachen Einstieg in die Finanzwelt, der vor allem für Neulinge gut geeignet ist. Ich finde es wichtig, ein solches Buch zu lesen, wenn man sich erstmals mit dem Thema Finanzen auseinandersetzt. Allerdings hat mir der Aufbau des Buches überhaupt nicht gefallen.
Manche Begriffe werden schon früh erwähnt, aber erst später erklärt, was zu unnötigen Wiederholungen führt. Außerdem überschneiden sich einige Kapitel inhaltlich stark.
Der Gedanke, dass man nur die Kapitel lesen soll, die einen interessieren, ist bei der Kürze des Buches meiner Meinung nach überflüssig. Letztendlich sind es auch nicht wirklich „21 Dinge“, sondern eher grundlegende Themen wie der gezielte Abbau von Schulden, der Aufbau eines Notgroschens, der Wechsel zu einem günstigen Konto, die Wahl guter Tagesgeldkonditionen und das langfristige Investieren in Welt-ETFs. Der Fokus liegt dabei auf einer Mischung aus Sicherheit und etwas Risiko – mit viel Geduld währen Schwankungen.
Trotzdem bietet das Buch eine nützliche Anleitung und verweist auf externe Quellen, darunter Artikel von Stiftung Warentest (kostenlose und kostenpflichtige). Es ermöglicht einen guten Einstieg in die persönliche Finanzplanung und ist deshalb trotz der Schwächen empfehlenswert.
Informativ
Flavorama von Arielle Johnson
Leider hat mir das Cover persönlich gar nicht gefallen. Irgendwie sieht es wie aus der Mode gekommen und nicht modern aus und weist auch nicht auf das Thema hin. Trotzdem hat mich der Inhalt so neugierig gemacht, dass ich es mir schnappen musste.
Das Buch punktet mit wirklich schön entworfenen Illustrationen, die den Text gut aufgelockert haben.
Der war nämlich informativ, manchmal mit chemischen Details, sodass hier ein guter Ausgleich geschaffen wurde.
Die zwischendurch eingeschobenen Rezepte sind ziemlich ausgefallen, worüber ich mich gefreut habe. Einige Zutaten werde ich jedoch nicht bekommen können oder weiß gar nicht wo es so etwas geben könnte. Das ist etwas schade. Ich würde sagen, dass für vegetarisch lebende Personen auch genug Rezepte dabei sind. Die sind allerdings alle ziemlich kurz und beschreiben eher abgefahrene Zusammenstellungen. Fermentation ist allerdings auch dabei.
Vom Aufbau hätte ich mir gewünscht, dass es ein separates Register für die Rezepte gibt oder sie alle noch einmal aufgelistet werden.
Trotzdem ein informatives Buch, dass besonders für EssensliebhaberInnen mit Hang zur Wissenschaft geeignet ist. Bestimmt auch ein prima Geschenk!











