Kunden em pfehlungen
Rezensionen von PucKker:
Nicht verkehrt
Sei glücklich, älter wirst du sowieso von Diane Hielscher
Der Titel „Sei glücklich, älter wirst du sowieso“ hat mich sofort angesprochen – witzig, direkt. Also habe ich mir das Buch geschnappt und war gespannt, was mich erwartet.
Die Autorin trägt darin Studien, Erfahrungen und Gedanken zum Thema Älterwerden zusammen – mit einem ganzheitlichen Blick auf Körper, Geist und Umfeld.
Dabei geht es um Themen wie Selbstfürsorge, Optimismus, Verbundenheit, Kreativität oder Dopaminroutinen. Vieles davon ist aber ehrlich gesagt nicht besonders neu – einiges kannte ich schon, anderes kommt einem sehr vertraut vor, wenn man sich mit diesen Themen schon ein bisschen beschäftigt hat.
Dennoch: Für viele dürfte es hilfreich sein, all das mal in einem Buch zusammengefasst zu finden. Gerade als Einstieg oder Überblick. Für meinen Geschmack blieb es inhaltlich oft etwas oberflächlich. Es werden viele Namen, Zitate und Studien in den Raum geworfen – teilweise fast schon ein bisschen plakativ. Aber: Einige der erwähnten Bücher werde ich mir definitiv noch anschauen. Und vielleicht höre ich auch mal in den Podcast der Autorin rein.
Die Übungen am Ende jedes Kapitels fand ich grundsätzlich eine schöne Idee – sie bringen das Gelesene nochmal auf den Punkt. Allerdings waren manche Vorschläge entweder extrem vage oder ganz schön groß:
„Holen Sie sich das Gefühl von Verbundenheit in Ihrem Viertel!“ oder
„Finden Sie Ihre Kreativität, Ihren Flow und Ihre Dopaminpraktik und üben Sie sie jeden Tag aus!“
Das ist mir persönlich manchmal ein bisschen zu viel auf einmal.
Alles in allem ein Buch mit guter Grundidee, sympathischer Stimme und einem positiven Zugang zum Thema Altern – aber mit Luft nach oben, wenn es um Tiefe und Konkretheit geht.
Eine Stütze
Trauma ENDLICH überwinden von Aylin Thiel
Zuerst mal: Das Buch dreht sich inhaltlich vor allem um Entwicklungstraumata – das kommt im Klappentext leider kaum durch. Stattdessen klingt es eher nach einem typischen Ratgeber zum „Lebensfreude zurückholen“. Auch das Cover mit der springenden Figur wirkt in dem Zusammenhang eher unpassend.
Man kann ja auch traumatisiert lachen oder funktionieren – das macht es nicht weniger ernst.
Was mir gut gefallen hat: Das Buch ist sehr ausführlich (über 400 Seiten) und gut strukturiert. Es lässt sich nicht mal eben „weglesen“, aber genau das ist vielleicht seine Stärke. Die Autorin erklärt sehr klar, wie Trauma entstehen kann, wie es sich zeigt und welche Wege es geben kann, damit umzugehen. Besonders hilfreich fand ich die Praxisbeispiele – sie machen das alles greifbarer.
Dr. Thiel betont auch, dass ihr Buch keine Therapie ersetzen kann – das fand ich wichtig. Trotzdem ist es durch die zugängliche Sprache und die nachvollziehbaren Erklärungen eine gute Unterstützung, vor allem, wenn man sich selbst mit dem Thema beschäftigt oder nach einem Einstieg sucht.
Man sollte allerdings bereit sein, sich wirklich darauf einzulassen – mit Zeit, Offenheit und vielleicht einem Notizbuch. Wer nur ein bisschen „schnelle Hilfe“ erwartet, wird hier eher nicht fündig.
Insgesamt ein sehr gutes Buch zu einem wichtigen Thema, aber mit irreführendem Cover und Klappentext.
Gutes Thema, aber leider nicht gut erzählt
Dein Körper glaubt dir alles von Sven Benson; Ulrike Bingel
Ich fand das Thema von Anfang an total spannend – wie groß der Einfluss unserer Gedanken auf Heilung sein kann, fasziniert mich schon lange. Umso mehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut und auf wissenschaftlich fundierte, klar strukturierte Einblicke in den Placebo-Effekt gehofft.
Ein paar interessante neue Perspektiven waren tatsächlich dabei: etwa Placebo-Effekte unter Narkose, der Umgang mit Generika oder der Nocebo-Effekt.
Auch der Einstieg ins Thema war vielversprechend und gut verständlich. Danach hat mich das Buch leider zunehmend verloren.
Der Aufbau wirkt sprunghaft, manchmal sogar ein bisschen konfus – es ging plötzlich nicht mehr wirklich um Placebo, sondern eher allgemein um die Arzt-Patienten-Beziehung, Kommunikation, Empathie, Erwartungshaltungen. Alles irgendwie verwandt mit dem Thema, aber nicht immer sinnvoll verbunden. Ich hätte mir da mehr roten Faden gewünscht.
Auch stilistisch war es schwierig: Teilweise klang es fast wie ein wissenschaftlicher Fachartikel, dann wieder sehr locker bis belehrend. Der Wechsel zwischen Ansprache an Ärzt:innen und Patient:innen ohne klare Trennung hat das Ganze zusätzlich unruhig gemacht. Ich hatte oft das Gefühl, das Buch wüsste selbst nicht, an wen es sich eigentlich richtet.
Dazu kamen viele Wiederholungen, viele Abscheifungen und oft nur oberflächliche Studiennennungen – da hätte ich mir mehr Einordnung und Tiefe gewünscht. Vor allem: Was bedeutet ein signifikanter Unterschied konkret? Wie groß ist der Effekt? Ist das übertragbar?
Viel mitnehmen konnte ich leider nicht – außer vielleicht den Appell, als Patientin mit einer positiven Haltung in den Arzttermin zu gehen. Das ist natürlich ein sinnvoller Impuls, aber für ein ganzes Buch über Placebo doch etwas wenig.
Für Viele gut - für mich nix
Sag deiner Angst, sie kann gehen! von Christina Hillesheim
Es freut mich wirklich, dass viele Leserinnen und Leser das Buch als hilfreich und bereichernd empfinden. Das ist schön zu sehen – ein voller Erfolg für die Autorin! Für mich persönlich war es leider nicht das Richtige.
Der Schreibstil hat mir nicht so gut gefallen. Er wirkte auf mich ein bisschen zu locker, stellenweise unausgereift und häufig durchsetzt mit Smileys und persönlichen Kommentaren – das ist sicher Geschmackssache, aber für mich eher anstrengend.
Dazu kommen viele persönliche Erfahrungen, Geschichten anderer Betroffener und kurze, fast schon philosophische Gedankenanstöße. Wer das mag, findet darin vielleicht etwas – mir war das zu viel.
Das Buch ist in drei große Teile untergliedert (Gedanken, Körper, Seele), die wiederum in viele kleine Unterkapitel aufgeteilt sind. Das liest sich zwar leicht und schnell, aber durch die vielen Überschneidungen und Wiederholungen hätte ich mir eine klarere Struktur gewünscht. Zum Beispiel: Theorie > persönliche Erfahrungen > Umgang > Übungen – das hätte mir mehr Orientierung gegeben. So empfand ich vieles als recht verstreut.
Inhaltlich geht es um das große Thema Angst – und das ist auf 240 Seiten natürlich schwer in der Tiefe zu behandeln. Der Fokus liegt vor allem auf alltäglichen Ängsten wie Fliegen, Autofahren, Einkaufen oder sich zu blamieren. Für viele sicher relevant, aber bei komplexeren sozialen Ängsten hätte ich mir etwas mehr Tiefe oder andere Schwerpunkte gewünscht.
Die Autorin kommt aus der Soziologie – eine therapeutische Ausbildung hat sie nicht, und das merkt man auch. Es gibt viele Verweise auf andere kluge Köpfe, aber wissenschaftlich fundierte Erklärungen oder neue Erkenntnisse findet man kaum. Die Übungen waren für mich größtenteils bekannt, manche etwas vage oder schwer nachvollziehbar. Es wirkt eher wie ein Gespräch mit einer guten Bekannten, aber nicht wie ein fundierter Ratgeber.
Was mich dann leider wirklich gestört hat, war die Menge an Eigenwerbung. Es ist völlig verständlich, dass man auf eigene Angebote hinweist – aber hier war es mir einfach zu viel: Website, Shop, Kurse, Podcast, Bonusmaterial … Und das Bonusmaterial gibt es nur, wenn man sich für den Newsletter anmeldet – das fand ich schade.
Fazit: Wer einen sehr persönlichen, leicht zugänglichen Einstieg ins Thema Angst sucht, könnte mit dem Buch etwas anfangen. Für mich persönlich war es leider nicht hilfreich – weder inhaltlich noch stilistisch.
Berreichernd
Du bist viel mehr als deine Gefühle von Jeannine Mik
Der Titel hat mich direkt angesprochen, wenngleich mir das Gesicht der Autorin noch nichts gesagt hatte. „Du bist viel mehr als deine Gefühle“ richtet sich an Menschen, die sich ihren eigenen Gefühlen manchmal schutzlos ausgeliefert fühlen und wenig Zugang oder Umgang mit dem eigenen Erleben finden.
Ich finde den Schreibstil sehr einfühlsam, ich habe mich direkt angesprochen gefühlt. Das vermittelte Wissen ist gut gegliedert und in klaren Abschnitten aufgebaut. Es fühlt sich wie ein roter Faden an, was das Lesen leicht macht. Der Inhalt ist wunderbar griffig erklärt, ohne unnötig kompliziert zu werden – und es sind viele Übungen enthalten, die dabei helfen können, das eigene Nervensystem besser kennenzulernen und zu regulieren.
An ein paar Stellen habe ich mir wissenschaftliche Quellen oder Studien gewünscht. Man muss der Autorin an vielen Stellen einfach glauben. Sie ist, soweit ich weiß, nicht formal geschult im therapeutischen Bereich, sondern arbeitet als Coach. Für viele ist das sicher völlig in Ordnung – ich selbst bin da manchmal etwas skeptischer.
Insgesamt aber ein schönes, stärkendes Buch für alle, die das Gefühl haben, in ihrer Gefühlswelt oft allein gelassen zu sein – oder für die, die sich ein bisschen mehr Selbstmitgefühl und innere Stabilität wünschen. Ich kann es jedem nur ans Herz legen.
Spaßig
Horror-Date von Sebastian Fitzek
Bislang kannte ich von Sebastian Fitzek nur seine Psychothriller als Hörspiel – und die fand ich schon richtig gut. Jetzt habe ich zum ersten Mal einen seiner humorvollen Romane gelesen und muss sagen: Auch das kann er echt verdammt gut!
„Horror-Date“ ist eine verrückte, teilweise völlig absurde Geschichte, die trotzdem ganz viel Herz hat.
Ein echtes Horror-Date, vollgepackt mit skurrilen Situationen und abgefahrenen Figuren. Sie ist dabei trotzdem berührend, weil es eben auch um ernste Themen geht: Krankheit, Tod, Verlust. Genau diese Mischung hat bei mir Eindruck hinterlassen. Obwohl das Buch überwiegend witzig war, ist es mir trotzdem länger im Kopf geblieben.
Ich habe beim Lesen mehrmals laut gelacht – und das passiert mir echt… nie. Einmal musste ich mir sogar Lachtränen aus den Augen wischen. Das allein ist schon ein Riesenkompliment an Fitzek. Er schafft es, Humor so zu schreiben, dass er nicht platt oder gezwungen wirkt, sondern einfach richtig gut funktioniert.
Was mir aber nicht ganz so gut gefallen hat: Gegen Ende wurden die skurrilen Situationen ein bisschen zu viel. An manchen Stellen war’s fast überladen – so, als ob der Witz ein bisschen darunter leidet, dass immer noch einer draufgesetzt werden muss. Das hat dem Lesevergnügen aber nur minimal geschadet.
Insgesamt: eine super lustige, flott zu lesende Geschichte, die überraschend viel Tiefe hat. Ich bin happy, dass ich das Buch gelesen habe – und werde definitiv auch Fitzeks andere „Keinthriller“ auf meine Liste setzen.
Okay
11,5 Rules für dein erfolgreichstes Leben von Maxi Gstettenbauer
Ein nettes, kurzweiliges Hörbuch von Maxi Gstettenbauer, den ich vorher gar nicht kannte. Dass er es selbst eingesprochen hat, ist für mich ein großer Pluspunkt – das macht es nochmal persönlicher.
Gstettenbauer wollte ein anderes Selbsthilfebuch schreiben, eines ohne starre Vorgaben, das den Fokus weg von toxischer Positivität und hin zu einem insgesamt umsetzbaren Umgang mit sich selbst lenkt.
Das gelingt ihm meiner Meinung nach auch, insgesamt zumindest. Für mich war es aber vor allem eins: etwas Humorvolles für zwischendurch.
Ein paar gute Tipps sind drin, wirklich Neues habe ich aber nicht gehört. Manche Ratschläge waren für mich auch nicht so passend, aber immerhin war es stellenweise witzig. Wie gesagt, mir war Gstettenbauer vorher kein Begriff, und Humor ist schließlich subjektiv. So wie der Buchgeschmack auch. Für mich bleibt es ein kurzweiliges Hörbuch, das hier und da zum Schmunzeln bringt.
Habe ich ein anderes Buch gelesen?
Just for the Summer von Abby Jimenez
Ich verstehe null komma null, wieso dieses Buch so geliebt wird. Wirklich – habe ich ein anderes Buch gelesen?
Die Prämisse des „Dating-Fluchs“ fand ich eigentlich ganz witzig – jede*r Ex findet danach sofort die große Liebe? Könnte eine nette RomCom-Idee sein. Leider spielt das im Verlauf der Geschichte so gut wie keine Rolle mehr.
Man hätte den Fluch einfach streichen können, ohne dass sich an der Story etwas geändert hätte.
Und dann diese „Romanze“ … Emma schmeißt einfach mal ihre Reisepläne um (statt Hawaii: Minnesota), nur um einen wildfremden Typen zu treffen, weil… ein Reddit-Post? Ein Fluch? Warum genau?
Und Justin? Verliebt sich literally in der ersten Sekunde. Insta-Love-Overkill. Und dann gleich die Hoffnung, dass Emma bitte nicht mehr wegzieht? Justin, du kennst sie seit fünf Minuten.
Ich hab die Chemie zwischen den beiden beim besten Willen nicht gespürt. Die angebliche Verbindung war für mich komplett aus dem Nichts, Spannung oder echtes Knistern: Fehlanzeige. Stattdessen zwei Menschen, die sich einfach gegenseitig „heiß“ finden und das reicht dann offenbar als Beziehungsgrundlage.
Was das Buch dann eigentlich erzählen will, bleibt für mich unklar. Ist es eine lockere Lovestory? Oder doch ein Drama über Justins familiäre Verantwortung und Emmas Kindheitstraumata? Beides wird angerissen, nichts wirklich ausgearbeitet. Ganz ehrlich: Emma braucht keine neue Beziehung, sie braucht eine ordentliche Portion Therapie.
Fazit: Für mich war das leider ein Fall von viel Hype, wenig Substanz. Wenn man auf „He falls first“, Insta-Love und unrealistische Entscheidungen steht, ist man hier richtig. Ich war’s nicht.
Eine unerträgliche Serienmörderin
How To Kill a Guy in Ten Ways von Eve Kellman
Eine feministische Serienmörderin, die üble Männer aus dem Verkehr zieht? Klingt erstmal nach einer großartigen Prämisse. Aber was dieses Buch daraus macht … puh.
Millie ist einfach nur furchtbar. Nicht, weil sie mordet – sondern weil sie denkt, wie sie denkt. Missgünstig, selbstbezogen, sexistisch (ja, wirklich!), und einfach unangenehm.
Ich brauche keine netten weiblichen Protagonistinnen, aber ich sollte auch nicht alle paar Seiten schreien wollen, weil sie so unfassbar heuchlerisch ist. Die Morde sollten das moralisch Verwerfliche sein, nicht ihr ganzer Blick auf andere Frauen.
Auch suggeriert der Klappentext eine komplett andere Geschichte. Millie rettet über ihre Message M Hotline Frauen vor üblen Männern. Stattdessen geht es kaum darum und es werden Männer mit fadenscheinigen Begründungen ausgewählt und um die Ecke gebracht.
Dazu zieht sich das Buch ohne Ende. Schon der Titel verrät: zehn Morde. Warum dann nicht auch zehn Kapitel? Stattdessen passiert nach Mord Nummer drei … bis zum letzten Drittel nichts Spannendes mehr. Und als dann auch noch ein komplett unsinniger Love Interest und ein Plottwist aus dem Nichts dazukommen, war’s endgültig vorbei. Ich habe wirklich gehofft, dass Millie einfach eingesperrt wird – nicht mal aus moralischen Gründen, sondern weil es dann wenigstens vorbei gewesen wäre. Das Ende ist schrecklich unfair, mir tuen wirklich alle um Millie herum leid.
Langsam
All die kleinen Vogelherzen von Viktoria Lloyd-Barlow
Das Buch ist definitiv einzigartig und vom Schreibstil her mal ganz anders. Sunday, die autistische Protagonistin, mag nur weißes Essen, orientiert sich an einem alten Benimmbuch und ist unsicher in sozialen Situationen. Als ein Ehepaar nebenan einzieht und sie sich anfreunden, verändert sich ihr Leben.
Trotz der interessanten Idee war das Pacing irgendwie seltsam, Sundays Gedanken wiederholen sich ständig, und eine richtige Handlung gibt es eigentlich nicht. Ich fand es echt schwierig, mich überhaupt zum Weiterhören zu motivieren und dann auch wirklich dranzubleiben.
Aber das ist natürlich nur meine Meinung. Wer langsame, besondere Bücher mag, wird vielleicht genau das daran schätzen. Und es ist auf jeden Fall schön zu sehen, dass autistische Autorinnen mehr Raum bekommen und autistische FMCs öfter in Büchern vorkommen.











