Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Nele33:
super Reihenauftakt
Moorland. Die Zwillinge von Andreas Winkelmann
Mit "Moorland" hat Andreas Winkelmann einen genialen, spannenden und atmosphärisch dichten Thriller veröffentlicht, der unter die Haut geht.
Die 18-jährigen Zwillinge Jana und Nike folgen dem Trend und sind immer auf der Jagd nach neuem Content für ihren TikTok Account. Was gibt es da Besseres als das Moor, in dessen Gebiet sie leben? Als sie an einem nebligen Tag ins Moor fahren, kommen sie nicht nach Hause und ihre Eltern sind besorgt.
Nike läuft am nächsten Morgen einem Zugezogenen verletzt in die Arme, Jana bleibt verschwunden.
Malia Gold, gerade erst wieder in die Nähe von Moorbach als Kommissarin zurückgekehrt muss sich mit diesem Fall auch ihrer Vergangenheit stellen, hat sie doch vor 15 Jahren mit ihrer Mutter Ruth gebrochen.
Die Ermittlungen führen in verschiedene Richtungen, sodass ich als Leserin die einzelnen Bewohner und Verdächtigen aus dem Dorf gut kennenlerne.
Der Autor hat es durch seinen spannenden Schreibstil eine bedrückende Atmosphäre zu schaffen-wer schon einmal eine Moorlandschaft im Nebel erlebt hat, weiß, wovon ich spreche.
Malia und ihre Familie und auch der "Zugezogene" sind so nahbar beschrieben, dass ich sie mir sehr gut vorstellen konnte.
Eine klare Leseempfehlung und ich freue mich schon auf den nächsten Band.
Beeindruckend
Der andere Arthur von Liz Moore
Nachdem ich " Der Gott des Waldes" gelesen hatte, war ich sehr gespannt auf das Hörbuch "Der andere Arthur". Liz Moore hat mich überrascht und noch einmal begeistert.
Eine Geschichte über Einsamkeit verpasste Lebenschancen und unendlich viel Scham. Arthur, ein ehemaliger Literaturprofessor hat sein Leben für den Hörer vor die Wand gefahren.
Er verlässt sein Haus seit Jahren nicht mehr, hat nur Kontakt zu Lieferdiensten, die ihm Unmengen an Lebensmitteln bringen. Dies hat ihn in die Situation gebracht durch seine Körperfülle mittlerweile völlig unbeweglich zu sein. Die Spirale, in der er sich befindet, scheint nicht aufzuhalten zu sein. Bis ein Anruf alles ändern könnte. Charlene eine ehemalige Studentin meldet sich bei ihm und er merkt schon am Telefon, dass mit ihr "etwas" nicht stimmt. Sie möchte ihn besuchen und dies stellt Arthur vor ein Problem: Die Briefe, die sich über Jahre geschrieben haben, beschreiben ein gänzlich anderes Leben, als das was er und auch sie führen.
In seiner Verzweiflung wendet er sich an einen Reinigungsdienst und lernt dadurch die junge Yolanda kennen. Die Scham über den Zustand seiner Wohnung wird immer größer, sodass er Yolanda erst einmal wegschickt.
Auf der anderen Seite erfahren wir von Kel, Charlene's Sohn wie ihr Leben verlaufen ist und wie Kel sein Aufwachsen empfunden hat.
Der Autorin ist es gelungen, ein sensibles Buch zu schaffen, welches nicht urteilt und in meinen Augen objektiv bleibt. Uve Teschner als Sprecher hat das Buch hervorragend eingelesen und den einzelnen Charakteren einen lebendigen Hintergrund gegeben.
Liz Moore kann so unterschiedlich schreiben, dass ich von dem Hörbuch ebenso begeistert bin, wie von " Der Gott der Waldes".
Komplex
Fünf Fremde von Romy Fölck
In "Fünf Fremde" beschreibt die Autorin Romy Fölck was passiert, wenn traumatische Ereignisse der Vergangenheit wieder ans Licht geholt werden und die Beteiligten nicht daran gearbeitet haben.
Es scheint wie zufällig, 5 Menschen auf der Fähre nach Neuwerk die sich scheinbar nicht kennen, die jedoch durch etwas aus ihrer Vergangenheit verbunden sind.
1995 verschwanden während eines Schulaufenthalts die beiden Teenager Isa und Janosch. Ungewöhnlich daran, Isa taucht nach einigen Tagen wieder auf, bleibt aber Wortlos und äußert sich nicht zu dem, was Geschehen ist. Janosch hingegen bleibt verschwunden und so bleibt sein Schicksal ungeklärt.
Da kommen die Protagonisten ins Spiel, jeder von ihnen hat eine Erinnerung an das Geschehen, war aber nicht unbedingt unmittelbar daran beteiligt. So wechselt die Perspektive der Story zwischen 1995 und 2025 lebhaft hin und her. Als ein Sturm ein wegkommen von der Insel unmöglich macht, eskaliert die Situation und die Protagonisten sind augenscheinlich in Lebensgefahr.
Romy Fölck konnte mich durch ihren dichten und dadurch sehr atmosphärischen Schreibstil von der ersten Seite an fesseln, zumal ich die zu Hamburg gehörende Insel sehr mag. Die einzelnen Charaktere waren sehr gut gezeichnet und haben ein stimmiges Gesamtbild abgegeben.
Es wurde mir einiges zum Rätseln angeboten und so manche falsche Fährte gelegt.
Die Auflösung war dann im Verhältnis doch etwas konstruiert, konnte aber die gute Spannung des Buches nicht schmälern. Darum kann ich "Fünf Fremde" für ein spannendes Sofa Wochenende durchweg empfehlen.
Luft nach oben
Ungelöst – Die erste Zeugin von Arno Strobel
"Ungelöst-Die erste Zeugin" ist der Auftaktband zu einer neuen Cold-Case-Reihe des Autors Arno Strobel.
Als Luisa Menkhoff die Uni verlässt, sieht sie auf einem Flugblatt das Gesicht einer Frau, die ihr sehr bekannt ist. Es handelt sich um Nicole Klement, die Frau, die an ihrer Entführung als 5- jähriges Mädchen beteiligt war.
Gleichzeitig fühlt sie sich beobachtet und beschließt direkt die Polizei zu kontaktieren. Dort trifft sie auf Ramin Brunner, den Kommissar, der eigentlich gerade das Ressort wechselt, sich aber ihre Ausführungen noch anhört. Er beginnt zu ermitteln und wird wie in einen Sog gezogen und verschiebt seinen Start als Leiter der neu gegründeten Abteilung mit Einverständnis seines Chefs. Besonders brisant ist die Tatsache, dass Luisas mittlerweile verstorbener Vater damals schon in einem Mordverdacht gegen den Entführer seiner Tochter ermittelt hat.
Arno Strobel überzeugt auch hier wieder durch einen packenden, in kurzen Kapiteln verpackten Schreibstil. Die Ermittler gefallen mir nach dieser Einführung schon mal sehr gut, haben allerdings auch noch einiges an Ausbaupotential. Luisa war mir persönlich zu involviert und die sich anbahnende Liebesgeschichte hätte es für mich nicht gebraucht. Daher befürchte ich fast, dass sie fester Bestandteil der Reihe sein wird, was mich ein wenig abschreckt. Dies ist wie so vieles im Leben einfach Geschmackssache, meiner ist es nicht.
Insgesamt ein lesenswerter Krimi mit Luft nach oben.
Durchschnitt
Polarblut - Tödliches Leuchten von Tuva Bro
Der Kriminalroman"Polarblut-Tödliches Leuchten" der Autorin Tuva Bro spielt im beschaulichen Tromsø in Norwegen.
Das Ermittlerteam Anta Thorsen und Hans Vigeland haben es selten mit Mordfällen zu tun, eher mit verloren gegangenen Touristen, die die Polarlichter bestaunen wollen.
Dies ändert sich als der überaus erfolgreiche Tourismusunternehmer Glen Solberg vor seinem sehr luxuriösen Haus erschossen wird.
Anta und Hans beginnen mit den Ermittlungen, doch schon bald wird eine zweite Leiche gefunden. Diesmal wurde das Opfer erstochen in einer abgelegenen Waldhütte. Die Frau des zweiten Opfers scheint emotionslos mit dem Tod ihres Mannes umzugehen, dies rückt sich vor allem bei Hans in den Fokus der Verdächtigen. Beide Opfer haben allerdings auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun. Da sind die Konkurrenten des Geschäftsmanns eher mit Motiven bedacht.
Die Autorin versteht es gut, die Atmosphäre in Norwegen bei den Polarlichtern zu transportieren und damit eine gute Stimmung zu schaffen. Leider waren mir sowohl Anta als auch als Protagonisten nicht sehr sympathisch, was besonders mit den sehr ausschweifende Beschreibungen der Sporteinheiten von Anta zusammenhängt. Dadurch wurde zu viel der Spannung genommen und der Fall plätscherte dadurch etwas vor sich hin.
Die angedeuteten Vergangenheitsprobleme der Ermittlerin hätten dann auch aufgelöst werden können.
Ein durchschnittlicher Krimi in einer ansprechenden Umgebung.
ungewöhnlich
Das Signal von Ursula Poznanski
Mit "Das Signal" hat Ursula Poznanski endlich wieder einen Stand Alone Thriller geschrieben.
Viola, lebt seit einiger Zeit mit ihrem Mann nach einer Zeit im Großstadtdschungel in der Einöde auf dem Land. Sie haben sich ihren Traum vom Eigenheim verwirklicht. Um diesen Traum perfekt zu machen, fehlt nur noch der Umbau des alten Kellers zu einem exklusiven Weinkeller.
Doch gerade da passiert es, Viola stürzt und ist ab dem Zeitpunkt auf die Hilfe ihres Mannes angewiesen.
Dieser überschüttet sie teils mit Fürsorge, hindert sie allerdings auch daran Fortschritte zurück in die Selbstständigkeit zu machen. Da kommen ihr Zweifel an seiner Liebe und sie beginnt ihn zu verfolgen. Die Technik macht es möglich und da es so gut funktioniert, spioniert sie immer weitere Menschen aus ihrem Umfeld aus. Schon bald ahnt sie, dass ihr Leben nicht mehr sicher ist.....
"Das Signal" punktet durch den spannenden Schreibstil der Autorin, auch wenn es zwischenzeitlich zu viel der sich drehenden Gedanken von Viola wird, schaffte es Ursula Poznanski mich am Lesen zu halten.
Die Auflösung war für mich schlüssig und ich empfehle das Buch gerne weiter.
beeindruckend
Ausreden von Florian Klenk
Der Journalist und Publizist Florian Klenk hat mit seinem Buch "Ausreden" den Versuch gewagt das Leben der Serienmörderin Elfriede Martha Blauensteiner anhand von Protokollen zusammenzufassen.
Elfriede Blauensteiner, in Österreich auch als "Schwarze Witwe" bekannt, suchte sich ihre Opfer per Kontaktanzeigen, um nach ihrem Tod an ihr Vermögen zu gelangen.
Sie war im höchsten Maße spielsüchtig und verspielte ihre "Beute" anschließend in den Casinos.
Florian Klenks Schreibstil war im ersten Moment für mich gewöhnungsbedürftig, aber war absolut stimmig zum Text. Die zugrundeliegenden Protokolle der Gerichtspsychiaterin lassen einem das Blut in den Adern gefrieren. Sätze ohne Gefühl oder gar Reue gehen tief und ließen mich öfter den Kopf schütteln.
Das Aufwachsen von Blauensteiner war ein hartes und entbehrliches Stück Kindheit, geprägt von Kälte und Gewalt. Doch dies war in der damaligen Zeit leider üblich und dennoch wurden nicht alle Kinder als Erwachsene zu Serienmördern. Ein Gedankenspiel, welches bis heute Gültigkeit hat, wann entscheidet es sich, welche Mensch durch seine Kindheit zum Mörder wird und welcher nicht.
Besonders Lesenswert fand ich die Passage, in dem Klenk aus der Sicht der Tochter Blauensteiner berichten kann, mit der er persönliche Gespräche führen konnte. Ein völlig konträres Bild zu den Einlassungen der Mutter, die sich immer als Versorgende, pflegende und liebende Person darstellte, die nie morden, sondern nur helfen wollte.
Florian Klenk hat mit "Ausreden" ein beeindruckendes Bild einer Serienmörderin geschaffen.
gzte Unterstützung
Nichtraucher in 90 Minuten von Jan Becker
"Nichtraucher in 90 Minuten" des Autors und Coaches Jan Becker - da hat mich als Raucherin schon der Titel sehr neugierig gemacht.
Der Schreibstil ist gut zu lesen, und der Autor versteht es hervorragend, die Mechanismen, die ein Raucher in den Jahren übernommen hat zu beschreiben.
Besonders erwähnenswert empfinde ich das große Hintergrundwissen über das Rauchen und die Techniken, die helfen können, diesen Kreislauf zu unterbrechen.
Die 90 Minuten sind für mich nicht realistisch, können allerdings für andere Personen absolut realistisch sein.
Die unterschiedlichen Aufgaben und Tipps, die der Autor gibt, haben viel Potenzial und auf Dauer hoffe ich dadurch mit dem Rauchen aufhören zu können. Dabei wird nicht moralisiert, sondern unterstützt und immer wieder motiviert.
Vielleicht kann ich nach nochmaligem Lesen und anwenden der Aufgaben zur Nichtraucherin werden.
gemischte Gefühle
Schattenmädchen von Frida Skybäck
Mit Schattenmädchen ist der dritte Band um die Ermittlerin Fredrika Storm und Henry Calment der Autorin Frida Skybäck erschienen.
Eine Studentin wird vermisst gemeldet und erst einmal wird dem Fall nicht sehr viel Bedeutung beigemessen, doch die Mutter der verschwundenen jungen Frau lässt nicht locker und so beginnen die Ermittlungen.
Eine Spur für zu dem Tech-Unternehmen BubbleBy in dessen Räumen eine Party stattgefunden hat, auf der die Studentin anscheinend war. Als ihr Handy bei einem der CEOs gefunden wird, gerät er schnell als Verdächtiger in den Fokus. Nachweisen könne sie ihm nichts, bis Fredrika und Henry auf einen Fall von vor 7 Jahren stoßen, der einiges an Parallelen aufweist. Der Verurteilte hatte damals Suizid begangen.
Mich konnte der Band nicht ganz so überzeugen wie die ersten beiden Bände, die Ermittlungen zogen sich für meinen Geschmack ein wenig in die Länge und nahmen dem Fall einiges an Spannung.
Die private Seite und die Probleme beider Ermittler nahm auch einiges an Raum ein, was mir teilweise zu viel war.
Insgesamt ein guter 3 Sterne Krimi.
tolle Story
Dunkellicht Anelie Andersson ermittelt von Madita Winter
"Dunkellicht" ist der mittlerweile vierte Band um die Ermittlerin Anelie Andersson und ihrem Kollegen Sigge. Eingelesen wurde das Hörbuch exzellent von Yvonne Esins.
Als die beiden an einen Tatort gerufen werden, scheint das Szenario klar. Ein ehemaliger Kollege aus dem Drogendezernat hat zuerst seine Frau und Tochter erschossen und anschließend Suizid durch Erhängen begangen.
Schnell ist für den Staatsanwalt ein Verdächtiger gefunden, doch der beteuert unablässig seine Unschuld. Auch Anelie zweifelt mehr und mehr an dem Vorgang der Tat. Während der Ermittlungen offenbart sich den Ermittlern ein Sumpf aus Kriminalität, Korruption und menschlicher Abgründe, die einem das Blut in den Adern gefrieren lässt.
Das Autorenpaar versteht wie auch in den vorherigen Bänden eine "kalte" Atmosphäre zu schaffen, die ihresgleichen sucht. Nicht nur die Landschaft, auch die handelnden Personen sind äußerst kalt und berechnend dargestellt, was der Story von der ersten Seite eine hohe Spannung verleiht. "Dunkellicht" ist ein toller skandinavischer Krimi mit einigen Wendungen und Überraschungen.
Die Sprecherin hat dazu viel beigetragen und ich kann das Hörbuch nur weiterempfehlen.











